50. Todestag von Wilhelm Röpke

Bereits mit 24 Jahren wurde Wilhelm Röpke der damals jüngste deutsche Professor in Jena. Er warnte früh vor den Nationalsozialisten und musste 1933 vor ihnen fliehen. Der überzeugte Liberale war einer der geistigen Väter der sozialen Marktwirtschaft. Heute vor 50 Jahren ist er im Alter von 66 Jahren gestorben. Es gibt einen guten Nachruf von Philip Plickert („Ein früher Kritiker des europäischen Superstaats“). Weitere Informationen und Links finden Sie bei Wikipedia.

2 Gedanken zu „50. Todestag von Wilhelm Röpke

  1. Es ist gut, dass Sie an Röpke erinnern.

    Bemerkenswert war Röpkes Fähigkeit, wirtschaftspolitische und -wissenschaftliche Fragen allgemeinverständlich darzulegen. Wohl auch deshalb ist seine „Lehre von der Wirtschaft“ auch heute noch erhältlich, und ich kann sie als Einführung in die Volkswirtschaftslehre jedem Nicht-Volkswirt empfehlen. Ohne diese Fähigkeit hätte Röpke wohl kaum so großen Einfluss, auch als Politikberater, gehabt.

    Von den heutigen (deutschen) Wissenschaftler fiele mir am ehesten Hans-Werner Sinn ein, was die Breitenwirkung angeht. Aber auch er ist nicht mit Röpke vergleichbar.

    Spielen denn der Wunsch zur Breitenwirkung und die Fähigkeit zur allgemeinverständlichen Darstellung heutzutage bei der Beurteilung von Wirtschaftswissenschaftlern durch ihre Fachkollegen, z.B. bei Berufungen, eine Rolle? Oder würde das womöglich eher negativ ausgelegt?

    • Allgemeinverständliche Darstellung und Breitenwirkung sind meist keine Kriterien bei Berufungen. Gerade für eine angewandte Wissenschaft sind sie jedoch wichtig. Leider funktioniert das frühere Lebenszyklusmodell immer weniger, wonach junge Wissenschaftler sich (wie heute, aber damals eher in Form von Büchern als Aufsätzen) durch Forschung vor den Fachkollegen auszeichneten, um dann in späteren Jahren z. B. populärwissenschaftliche Bücher zu schreiben oder Politikberatung zu betreiben (was immer weniger Professoren tun). Allerdings ist vielleicht einfach die Spezialisierung und Arbeitsteilung weiter fortgeschritten. Das Buchschreiben und die Beratung machen jetzt andere Personen als die Fachwissenschaftler, womit sich beides allerdings auch weiter von der Wissenschaft entfernt, wohl zum Nachteil der Wissenschaft und der Öffentlichkeit gleichermaßen.

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