AfD-Gründung vergessen

Gestern vor drei Jahren wurde die AfD unter dem Namen Alternative für Deutschland und Europa (ADE) in Oberursel gegründet (siehe ‚Herzlichen Glückwunsch zum ersten Geburtstag, AfD!‘ und ‚Glückwunsch zum zweiten Geburtstag der AfD!‘). Das weiß kaum jemand, die AfD selbst weist nicht darauf hin und in den Massenmedien war auch nichts darüber zu lesen. Nun habe ich gestern selbst nicht mehr daran gedacht. Das zeigt, wie fern mir die AfD inzwischen ist. Gratulieren möchte ich dieser Partei auch nicht mehr, sondern die These formulieren, dass es die damals gegründete Partei tatsächlich gar nicht mehr gibt.

Die Geschichte der eigentlichen AfD lässt sich in sechs Phasen einteilen. Die erste Phase begann mit der Gründung am 6. Februar 2013 (eine Vorphase wäre die Zeit der Wahlalternative 2013 gewesen) und reichte bis zum ersten öffentlichen Parteitag am 14. April 2013, der häufig fälschlich als Gründungsparteitag angesehen wird. In den gut zwei Monaten wuchs die AfD dramatisch und wurden die ersten Landesverbände gegründet, z. B. in NRW am 12. April mit mir als Sprecher. Dabei wechselte ich selbst erst am 24. März zur AfD (siehe ‚Jahrestag meines Wechsels von der FDP zur AfD‘). Vielleicht wäre alles anders, besser gelaufen, wenn ich bereits der Einladung zur Gründung am 6. Februar gefolgt wäre. Ich will meine Rolle in der AfD nicht überbewerten, doch marginale Unterschiede ganz am Anfang können dramatische Auswirkungen haben, weil dann die Weichen gestellt werden. Aber das ist jetzt alles Geschichte und rein spekulativ.

Die zweite Phase reichte vom 14. April bis zur Bundestagswahl am 22. September 2013. In der Zeit wurden die meisten Gliederungen der Partei aufgebaut, Listen für die Bundestagswahl aufgestellt und erfolgreich trotz erheblicher Widerstände eingereicht sowie Wahlkampf geführt. Das Wahlergebnis war gleichzeitig ein historischer Erfolg, nämlich das beste Ergebnis für eine neue deutsche Partei nach 1953, und eine Niederlage, weil mit 4,7 % der Einzug in den Bundestag knapp verpasst wurde (siehe ‚Analyse des AfD-Ergebnisses‘). Wäre dieser Einzug gelungen, sähe nicht nur die AfD, sondern vermutlich die gesamte Republik jetzt anders aus. Auch das ist nun Geschichte, zugleich aber möglicher Ansporn für zukünftige Parteigründer. Denn ein schneller Erfolg ist möglich und das Schicksal der AfD nicht zwangsläufig.

Die dritte Phase der AfD reicht vom 22. September 2013 bis zum Wahlerfolg in Sachsen am 31. August 2014 (siehe ‚Glückwunsch zum Wahlerfolg in Sachsen!‘). Dazwischen lag eine Zeit des Umbruchs (u. a. erfolgte ‚Mein Rücktritt‘ am 21. Oktober 2013 zum 30. November, in dessen Folge leider Herr Pretzell zur Macht aufstieg, wie auch die meisten anderen Liberalen in der AfD aufgaben oder verdrängt wurden) und des ersten großen Wahlerfolges bei der Europawahl am 25. Mai 2014 (siehe ‚Wahlergebnisse in Deutschland‘). Die AfD war schon damals kaum noch liberal, aber eine konservative Lucke-Partei mit Erfolg beim Wähler.

Am 31. August 2014 und zwei Wochen später in Brandenburg und Thüringen waren die Wahlerfolge der AfD noch größer, wodurch sich jedoch der Schwerpunkt der Partei in die ehemalige DDR verlagerte und nicht nur Frau Petry und Herr Gauland mächtiger und fordernder wurden, sondern auch ein NPD-Schreiber wie Herr Höcke plötzlich bedeutend erschien. Als Reaktion darauf versuchte Herr Lucke, bis dahin die unbestrittene Nummer 1 der AfD, seine Macht formell abzusichern, weshalb er nur noch einen Parteivorsitzenden statt drei gleichberechtigte Sprecher haben wollte. Scheinbar gelang ihm das am 31. Januar 2015 beim Bundesparteitag in Bremen, der seinen Satzungsentwurf knapp mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit annahm (siehe ‚Fazit vom Bremer Parteitag‘).

Tatsächlich war es jedoch ein Pyrrhussieg, der Herrn Lucke viel Sympathie und Rückhalt kostete, ohne real etwas einzubringen. Schon am 1. Februar 2015 ging deshalb die vierte Phase der verdeckten Auseinandersetzung in die fünfte Phase des offenen Machtkampfes über. Wegen weiterer schwerer Fehler, insbesondere der Gründung vom ‚Weckruf 2015‘ als (Gegen-)Partei in der Partei, unterlag Herr Lucke am 4. Juli 2015 gegen Frau Petry bei der Neuwahl des Bundesvorstands (siehe ‚Petrys Pyrrhussieg und mein AfD-Austritt‘).

Die sechste und letzte Phase der ursprünglichen AfD war ihr nachfolgender Niedergang. Es traten viele, insbesondere gemäßigte und kompetente Mitglieder aus und die Umfragewerte sackten in sich zusammen. Eigentlich wäre es das für die AfD gewesen, wenn nicht Frau Merkel ihr massiv geholfen hätte, indem sie die Flüchtlingskrise völlig falsch anpackte und faktisch die ganze Welt nach Deutschland einlud. Damit erlebt die AfD jetzt mit neuer Mannschaft, neuer Wählerschaft und neuem Kernthema einen neuen Höhenflug. Man kann aber auch sagen, dass es sich eigentlich um eine neue Partei handelt, die jetzt den Zyklus noch einmal neu startet und mit anderem Ausgangspunkt vor ähnlichen Herausforderungen steht wie die AfD 2013. Langfristiger und nachhaltiger Erfolg ist in der Politik jedenfalls viel schwieriger als ein kurzer Höhenflug.

81 Gedanken zu „AfD-Gründung vergessen

  1. Die dritte Phase, der eigentliche Paradigmenwechsel, ist sehr beiläufig erwähnt, verdient aber eigentlich die meiste Beachtung. Auch ist es nicht zutreffend, dass es jetzt gegenüber 2013 eine praktisch vollständig andere Führung gibt. Das ist ebenso eine Legende, wie das Dilemma von Essen, das keineswegs ein Pyrrhussieg für Petry,sondern nur folgerichtig, weil in der Konsequenz praktisch nicht mehr vermeidbar, war.Der Verlierer heißt in erster Linie Lucke, dessen Kreis es auch zuzuschreiben ist, dass die AfD eben keine inhaltlich breit aufgestellte kleine Volkspartei, sondern eine rechte Protestpartei mit extremen Ausfällen geworden ist.

    • Die dritte Phase war besonders unübersichtlich. Das liberale Element wurde quasi ausgeschaltet, doch im Grunde hat Herr Lucke damals eine auf ihn zugeschnittene Partei wie jetzt ALFA geschaffen, nur viel erfolgreicher. Aber mit der vierten Phase begannen die Probleme für ihn und in der fünften Phase hat er seine große Macht verspielt. Frau Petry hätte ihn am Ende noch einbinden können, wollte dann aber lieber die eroberte Macht für sich.

      Aus dem vorherigen Bundesvorstand sind nur noch Frau Petry und Herr Gauland im Amt. Formal haben sie dieselben Parteiämter wie vorher, faktisch sind sie viel mächtiger geworden. Von den ursprünglichen Gründungsmitgliedern ist sonst wohl nur noch Herr Renner als NRW-Sprecher mächtig.

      • Lieber Prof. Dilger,
        vielen Dank für Ihre Ausführungen. Sie weisen darin nach, daß die AfD nicht Geschichte ist, sondern Geschichte hat.
        Der Wandel der politischen Themen (einschließlich ihrer Rückkehr) ist ein ganz normaler politscher Vorgang, ebenso wie der innerparteiliche Wandel, dem Sie und auch Prof. Lucke aus unterschiedlichen, nicht allein fremdverschuldeten Gründen zum Opfer gefallen sind.
        Das Wichtigste indes bleibt bestehen, Deutschland benötigt die parlamentarische Verankerung einer neuen politischen Kraft neben den sog. Altparteien. Und da ist die AfD auf dem besten Weg.

      • Wo sehen Sie eine Verankerung der AfD? Alles ist im Wandel. Welches neue Thema wird ihr zweistellige Ergebnisse bescheren, wenn die Flüchtlingskrise hoffentlich dieses Jahr ernsthaft angegangen wird (übrigens nicht von der AfD, sondern den regierenden Parteien)? Wenn nicht, bekommen wir noch ganz andere Probleme in diesem Land, denen gegenüber die AfD harmlos erscheint.

      • Eine Einbindung, die theoretisch sogar noch auf dem Parteitag in Essen möglich gewesen wäre, scheiterte am Lucke-Kreis selbst, der eben selbstzerstörerisch alles auf eine Karte gesetzt hatte. Aber egal. Denn zu diesem Zeitpunkt befand sich die AfD – ob mit oder ohne Lucke – jedoch schon auf der schiefen Ebene. Es ist eine Legende, dass mit Weckruf- und Alfa-Gründung die liberalen Kräfte gebündelt worden seien und die Partei verlassen hätten. Es gab im Grunde, und das wurde auch immer wieder betont, gar keine inhaltlichen Differenzen. Im Ergebnis ist die Lucke-Truppe sogar noch autoritärer und illiberaler aufgestellt, während ein starkes liberales Zentrum nach Lucke in der AfD sicher gerne gesehen worden wären, allein schon wegen der Außenwirkung, es nur leider keine Leute mehr gab, die diesen glaubwürdig hätten verkörpern können. Mit Lucke wäre die AfD jetzt im Übrigen in genau dasselbe Fahrwasser geraten, was man auch daran erkennt, dass Alfa im Grunde genau dieselben Themen mit genau denselben Inhalten besetzt. Die graduellen Unterschiede sind allenfalls der Gegnerschaft zur AfD geschuldet.

  2. Ich möchte später noch auf ihren Beitrag eingehen, würde jedoch noch gerne einen Link zur Hoffnung einfügen:

    http://www.oe24.at/oesterreich/politik/Kurz-Keine-Sozialleistung-fuer-Zuwanderer/223109257

    Jetzt, da die absolute Mehrheit für die FPÖ ohne vorherige politische Wende der Regierungsparteien bei der Bundestagswahl 2017 allmählich nicht mehr gänzlich ausgeschossen (knapp 35% in Umfragen) erscheint, die beiden ehemaligen Volksparteien ihre Mehrheit zumindest verloren haben (gemeinsam ca. 45 Prozent in Umfragen), scheint sich in Österreich etwas zu bewegen. Ein junger Verteidigungsminister, unverbraucht und mit Realismus ausgestattet, könnte er jene Person sein, die das Asylproblem löst und Deutschland rettet? (an eine innere Rettung glaube ich schon lange nicht mehr) Wir sollten die Lage in Österreich jedenfalls beobachten. Ein möglicher österreichischer Kanzler Kurz, der gute Kontakte zu anderen eurokritischen Staaten in Europa pflegt, könnte jenes entscheidende Rad sein, welches zu einer politischen Wende führt.

  3. „Als Reaktion darauf versuchte Herr Lucke, bis dahin die unbestrittene Nummer 1 der AfD, seine Macht formell abzusichern, weshalb er nur noch einen Parteivorsitzenden statt drei gleichberechtigte Sprecher haben wollte. Scheinbar gelang ihm das am 31. Januar 2015 beim Bundesparteitag in Bremen, der seinen Satzungsentwurf knapp mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit annahm (siehe ‘Fazit vom Bremer Parteitag’).

    Tatsächlich war es jedoch ein Pyrrhussieg, der Herrn Lucke viel Sympathie und Rückhalt kostete, ohne real etwas einzubringen.“

    Nicht nur das – vor allem hat, so meine Erfahrungen in Berlin, Herr Lucke mit seinen Machtfantasien viele freiheitlich-demokratisch denkende Mitglieder vertrieben. Herr Lucke betrieb ja eine Machtkonzentration auf die Parteispitze und abgestuft jeweils auch für die untergeordneten Gliederungen. Wer vor allem von Lucke entmachtet werden sollte war de facto die Parteibasis. Und wenn man sich die Satzung von ALFA einmal in Ruhe durchliest, findet man vieles von dem wieder, das Herr Lucke & Co. damals durchzusetzen versuchten. Dieser Versuch der Selbstermächtigung, der durch eine weitere verschärfung der sowieso schon relativ anti-basisdemokratisch ausgerichteten satzung erfolgte, war aber gerade dasjenige, das sehr viele liberale, demokratische Leute vertrieben hat in Berlin. Denn was Herr Lucke hatte immer die ‚Spinner‘, ‚Querulanten‘ (ein begriff, den er öfters benutzte) und Rechten im Auge, aber nie, dass seine eigenen örtlichen Parteigänger völlig selbst hochgradig autoritär und auf den eigenen Vorteil bedacht sich daneben benehmen könnten.
    Herr Lucke war es meiner meinung und Überzeugung nach, der in Berlin zum Beispiel von Storch überhaupt erst groß werden hat lassen und sie massiv unterstützte. Herr Lucke steht in meinen Augen nicht für liberal-demokratische Werte, sondern für eine autoritären Führerkult mit sich als Fürher – denn er gehört in meinen Augen zu den Menschen, die dazu neigen rechthaberisch zu sein und sich nicht vorstellen können oder nicht bereit sind andere Sichtweisen als seine Eigene zu akzeptieren. Von daher wares nicht schwer für das ‚gegnerische Lager‘ (zu dem am Anfang weder Gauland, Höcke noch gar Petry gehörten – die selbst in ihren Landesverbänden sich aufführen wie die Axt im Walde) Lucke eben genau diesen autoritären, selbstherrlichen Stil vorzuhalten – was ja z. B. dann auch in Erfurt zum tragen kam.

    • Zumindest in NRW, aber wohl auch vielen anderen Bundesländern sind die meisten sehr problematischen Mitglieder, die eine extremistische Vergangenheit hatten, bereits in der ersten Phase vor der Gründung des Landesverbandes aufgenommen worden, wofür insbesondere Herr Lucke direkt verantwortlich war. Er hat auch viele seiner späteren Gegner direkt gefördert, angefangen bei Frau Petry, und umgekehrt liberale und konservative Funktionäre, die z. B. auf die Einhaltung von Gesetz und Satzung drängten, als lästig kaltgestellt. ALFA zeigt jetzt ebenfalls, wie sich Herr Lucke eine auf ihn zugeschnittene Partei vorstellt.

      • Richtig, Herr Dilger, die Satzung von ALFA ist eine, der sich nur autoritätshörige Menschen ausliefern wollen. Zumindest in Berlin (für NRW sind ja sowieso sie Experte) hat er – gezwungenermaßen – mitgeholfen, die demokratisch-liberalen Kräfte zu vertreiben. Er hat quasi einen Putsch nachträglich angesegnet. Und wie sie schrieben: “ liberale und konservative Funktionäre, die z. B. auf die Einhaltung von Gesetz und Satzung drängten, als lästig kaltgestellt“ – von daher war er auch für alle, die mehr (basis-)demokratisch ausgerichtet waren auf Dauer unerträglich. Viele sind gegangen deshalb. Vielleicht muss es so sein ja. Lucke war und ist wohl immernoch einerseits ein Sturrkopf ohne Ende, der bereit ist für seine Überzeugungen Wände einzurennen. So jemand besitzt auch die Kraft und das Durchhaltevermögen, um – wie er – über Jahre für seine Überzeugungen zu kämpfen – und zwar, wenn es sein muss aus seiner Überzeugung des Rechthabens heraus gegen die ganze Welt. Nur so jemand hat wohl die Kraft nach Jahren eine Partei wie die AfD zu Gründen und hochzuziehen – und dafür sämtliche Nachteile und Anfeindungen sich (und seiner familie) zuzumuten, die es nun einmal dabei gibt. Aber – und das ist die andere Seite der Medaillie – so jemand ist wiederum in einem politischen-demokratischen Geflecht mit diesen Eigenschaften schon fast zum Scheitern verurteilt, da ihm wiederum die Geschmeidigkeit und Beweglichkeit fhlt für Kompromisse und andere Ansichten. Er kann quasi nicht nachgeben und er ist niemand, der Zweifel zulässt, wenn er einmal eine Meinung angenommen hat – oder der sich zurückhalten kann, wenn es opportun ist. Er muss auch wärend seiner Amtszeit als Bundessprecher (einer von dreien) sehr eigenmächtig und ’selbstherrlich‘ gehandelt haben, wenn man den entsprechenden Berichten Glauben schenkt. Der Geist des Gläubigen, des Überzeugungstäters ist keiner, der sich einfügen kann nun einmal – darum waren die Eigenschaften, die nötig am Anfang waren, diejenigen, die tödlich im weiteren Verlauf wurden für seine Parteikarriere.

      • Das gibt es auch in anderen Bereichen. Unternehmensgründer sind häufig keine guten Lenker eines Großunternehmens, wenn aus ihrer Gründung denn eines wird. Die nötigen Eigenschaften bei einer Gründung und später sind eben unterschiedlich. Dabei wollte die AfD bewusst anders sein als andere Parteien und gerade keine normalen, opportunistischen Politiker in die Parlamente bringen. Gerade das passiert jetzt, wenn man von den Radikalen absieht, die ebenfalls autoritäre Überzeugungstäter sind. Herr Lucke ist dagegen eher ein Seriengründer von politischen Organisationen. Die AfD war weder seine erste noch seine letzte Gründung, allerdings die mit Abstand erfolgreichste.

  4. Die AfD hätte spätestens auf ihrem ersten öffentlichen Parteitag ein Grundsatzprogramm verabschieden müssen. Damit wäre frühzeitig geklärt gewesen, wer inhaltlich zur Partei gehört und wer nicht.

    Bernd Lucke, den ich einmal sehr verehrt habe, ist nicht an Inhalten sondern an seinen Ego und seinem mangelnden Fingerspitzengefühl für Menschen gescheitert. Ich erinnere mich noch gut daran, wie er Georg Pazderski als Bundesgeschäftsführer vor die Tür gesetzt hat. So konnte Lucke vielleicht mit seinen Studenten umgehen, nicht aber mit einem verdienten Eliteoffizier! Der „Weckruf“ war dann in der Tat sein Sargnagel.

    Mir war von Anfang an klar, dass eine neue Partei von erheblichen Geburtswehen und heftigen Richtungsstreitigkeiten begleitet wird. Das war bei den Grünen sogar viel schlimmer! Dort hatten Fans des Völkermörders Pol Pot und andere stramme Kommunisten, radikale Gewalttäter und sogar Pädophile die neue Partei unter ihre Kontrolle gebracht. Die damals schon linke Lügenpresse ist natürlich nicht so kritisch mit den ihnen nahestehenden Grünen umgegangen.

    Die AfD ist 3 geworden. Soll man da erwarten, dass sie schon erwachsen ist….

    • Die AfD hat bis heute kein anderes Parteiprogramm als das vor drei Jahren im kleinen Kreis beschlossene.

      Bei den Grünen haben am Ende die Realos gewonnen (sonst wären sie auch höchstens noch eine Splitterpartei), die aber zuvor selbst gewalttätige Linksextremisten gewesen waren. Sie hielten zusammen und wussten zu kämpfen. Glauben Sie, dass es bei der AfD einen ähnlichen Gesinnungswandel geben wird?

  5. Gute Analyse, Herr Dilger. Aus meiner Sicht war rückblickend vor allem das rasante und weitgehend unkontrollierte Wachstum der AfD in den ersten Monaten dafür verantwortlich, dass auch viele problematische Mitglieder eintraten. Dies wurde zunächst dadurch überdeckt, dass sich die Mitglieder der neuen Partei weitgehend nicht kannten und so häufig Mitglieder mit hohem Ansehen und entsprechendem Artikulationsvermögen in Führungspositionen gewählt wurden (Professoren, Akademiker etc.). In den Versammlungen lernten sich die problematischen Mitglieder jedoch nolens volens kennen und vernetzten sich durch Facebook etc. Dies führte letztlich dazu, dass der Mob zunehmend die Oberhand bekam. In NRW wurde dies von Landesparteitag zu Landesparteitag deutlicher. Diese Leute konnten z.B. beim Programmparteitag in Kamen inhaltlich nicht argumentieren, es wurde nur noch reflexartig abgestimmt. Ein guter Antrag zur ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum wurde z.B. nur deshalb niedergestimmt, weil der Antragsteller der Schwager von Prof. Lucke war.
    Schade, die Chance für eine wirkliche Alternative zu den Altparteien wurde vertan.

    • Nunmehr sollten wir das Thema AfD zu Grabe tragen. Nach dem Lehrsatz der Pathologen ‚mortui vivos docent‘ (er steht übrigens auch im Anatomischen Institut der Medizinischen Fakultät der Uni Münster) glaube ich nun, dass wir alles Sinnvolle gelernt haben und die weitere Autopsie nicht fruchtet.
      Eine wichtige Lehre für mich ist, dass das Scheitern der AfD durch zwei Bankrotteure verursacht wurde, die kein Mittel unversucht ließen, an einen unpfändbaren öff.-rechtl. Ehrensold zu kommen.Ich selbst habe in der ärztlichen Berufspolitik soche negativen Beispiele erleben müssen. Die zum Teil kriminelle Energie solcher Bankrotteure sollte man nicht unterschätzen, üble Nachrede, Verleumdung … Ansätze hierzu beobachte ich jetzt auch bei ALFA, Der Bundesvorstand sollte hier Einblick in die Schuldnerliste verlangen.

      • Die alte AfD ist tot. Interessant ist hingegen schon noch, was aus der neuen AfD wird. Erst wenn auch sie verblüht ist, wird wieder Platz für etwas Neues sein. Denn die Unzufriedenheit mit den etablierten Parteien ist unverändert groß bzw. noch größer geworden. Eine Lehre sollte sein, systematisch Extremisten, Kriminelle und auch Pleitiers am Beitritt zu hindern, statt anfangs jeden durchzuwinken und danach recht willkürlich zu entscheiden.

      • Mit die wichtigste Lehre ist:

        Wer Demokratie predigt, sollte Demokratie auch leben !

        An diesem Grundsatz scheitern zur Zeit alle Parteien, insbesondere auch die etablierten Parteien.

        Mir ist es ehrlich gesagt fremd, warum alle möglichen Leute meinen, immer zur dominanten Macht streben zu müssen. Mir ist es auch unbegreiflich, warum umgekehrt auch zahlreiche Personen nach ihrem Führer suchen.

        Letztlich hat doch jeder eine Fehler- und konkrete Unzulänglichkeitsquote von 20 bis 30 % aufzuweisen. Diese Quote lässt sich nur durch Zusammenarbeit, also Demokratie, Pluralismus, auf ein Minimum reduzieren.

        Debatten und Erörterungen sollen doch gerade dazu beitragen, ( eigene ) Fehler zu reduzieren.

        Merkel ist gerade ein eklatantes Beispiel dafür, wie problematisch Alleingänge ohne Diskurs („Alternativlosigkeiten“) sein können, wie zerstörerisch die Resultate sein können.

        Wenn eine neue Partei gegründet wird, die halbwegs Erfolg haben soll, dann nur eine durch und durch demokratische Partei, mit einem Höchstmaß an direkt demokratischen Elementen und einem Höchstmaß an Gewaltenteilung.

      • Dagegen könnte man argumentieren, dass diejenigen, die nicht mit aller Macht an die Macht streben, eben von denjenigen verdrängt werden, die es tun. Frau Merkel ist das beste Beispiel dafür, aber auch in der AfD gibt es viel Anschauungsmaterial.

      • Mit den Opportunisten scheitern doch alle Kollektive. Eine kurze Weile geht es gut, weil solche Leute immer ein gutes und freundliches Bild abgeben, alle bestätigen, ihre Jünger und Fanclubs bilden, alle erfolgreich manipulieren. Mittelfristig kristallisiert sich dann heraus, dass jenseits von Machtpolitik keine politische Substanz vorhanden ist.

        Merkel, Gabriel, Lindner, P & P sind doch alle gute Beispiele. Sie spulen alle wunderschöne Reden ab, machen ihre tolle Ein-Mann-Shows, aber schwimmen irgendwo im Nirgendwo orientierungslos herum. In der Opposition fällt es nicht allzu sehr auf und manch eine Partei erholt sich sogar ein bisschen, aber in der Regierungsarbeit ist es dann nicht mehr zu übersehen, wenn nur noch reagiert, politische „Kultur“ betrieben wird und politische Führung mangels Weltanschauung gar nicht stattfindet.

        Eine Parteigründung braucht eine sehr gut durchdachte Satzung mit Prinzipien des Pluralismus, der sich gegenseitig kontrollierenden Gewalten, der direkten Demokratie und Transparenz.

        Natürlich können die AfDler die neue Einmütigkeit loben. Wenn allerdings die interne, konstruktiven Bedenkenträger fehlen, dann befindet man sich schnell verloren auf einem Abstellgleis. Mit Pleitier-, Extremisten- und Weltverschwörungs-Personalien kann man zwar als Protestpartei möglicherweise noch gewinnen, aber wenn es zu mehr als Protest dann nicht mehr glaubwürdig reicht, dann wird es eng, wenn der Protestbedarf nicht mehr besteht. Für die Pleitiers, Extremisten und Weltverschwörer mag der Zeitraum genügen, um sich Geld und Befriedigung zu verschaffen, aber für die Idealisten, die konstruktive und nachhaltige Veränderungen wollen, wohl eher nicht.

        Wenn man die Extremisten und Pleitiers aus den oberen Vorständen bildlich abzieht, dann bleibt außer einem Meuthen kaum noch etwas Brauchbares übrig. Ob die Öffentlichkeit zu dem Ergebnis kommt, dass die Addition von Extremisten und Pleitiers in der Summe Vernunft bedeutet, das bleibt abzuwarten. Genauso bleibt abzuwarten, wie viele „Normalos“ sich dauerhaft in diesem Spannungsfeld zu Hause fühlen werden.

        Wenn sich also die Extremisten und Pleitiers zugunsten von „Normalos“ zurück nehmen, dann wird es mit der AfD mittelfristig gewesen sein. Die Struktur besteht jedoch intern gar nicht.

    • Das könnte stimmen. Wichtig ist aber auch, dass Herr Lucke anfangs der unbestrittene Anführer war. Viele haben ihn aus inhaltlicher Überzeugung unterstützt, andere vielleicht auch aus einer autoritären Grundeinstellung heraus, die zahlreichen Opportunisten schließlich aus reinem Opportunismus, weil er eben mächtig war.

      Das scheint mir eine allgemeine Regel zu sein, dass Opportunisten nicht die Richtung vorgeben, sondern Parteien und andere Organisationen normalerweise dadurch stabilisieren, dass sie sich der größten Macht anschließen, in der CDU z. B. Frau Merkel und davor Herrn Kohl. Wenn diese Macht irgendwann geschwächt ist, werden die Opportunisten zu einem destabilisierenden Faktor, weil sie in alle Richtungen schauen, wer die Macht übernehmen könnte. Nach der Übernahme stabilisieren sie wieder die Verhältnisse. Reine Opportunisten ganz oben sind allerdings auch ein Problem, weil sie für nichts stehen und anderen keine Richtung vorgeben, sondern höchstens Posten verteilen können (wie Frau Merkel bis vor kurzem oder jetzt Frau Petry und schon länger Herr Pretzell).

      • Hass gegen Amerika haben extreme Rechte UND extreme Linke gemeinsam, wenn auch aus ganz unterschiedlichen Gründen. Bei vielen Themen vertreten sie sogar ähnliche Positionen. Es sind eben Sozialisten, egal ob von Rechts oder Links!

        In der Tat macht es mir Sorgen, dass es auch in der AfD Leute gibt, die beim Bündnis gerne die Seiten wechseln würden. Ich bin sehr dafür, mit Russland gute Beziehungen zu unterhalten, gerade da Deutschland eine Exportnation ist. ABER mit den USA (und den anderen Freunden im Westen) verbinden uns Werte von Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Begrenzung von Staatsmacht. Das ist nicht austauschbar!

        Alexander Gauland spiel zwar manchmal die Russland-Karte, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass er als früherer CDUler wie ich, das NATO-Bündnis in Frage stellt (obwohl die NATO auch schon Mist gemacht hat, z. Bsp. in Libyen). Und mit dem hochdekorierten früheren Eliteoffizier Georg Pazderski, der in NATO-Stäben sogar an der Seite des höchsten Generals der USA gearbeitet hat, sehe ich bei der AfD einen Garanten für die Freundschaft zu den USA, die mir persönlich ganz wichtig ist.

        Natürlich gibt es in der AfD auch manches zu kritisieren. Wer wie Sie eine Partei mit 100% Zustimmungspotential sucht, muss seine eigene Partei gründen und immer das einzige Mitglied bleiben. Im Moment treibt die AfD die Altparteien thematisch vor sich her. Genau diese Strategie funktioniert in Österreich (FPÖ), Frankreich (Front National) und in den Niederlanden (PVV). Die AfD ist nicht die reine Lehre! Sie ist ein Werkzeug. Und dieses Werkzeug beginnt gerade zu wirken.

      • Ich suche nicht 100 % Zustimmungspotential, doch die wesentlichen Punkte sollten schon im Wesentlichen stimmen. Das sehe ich leider bei keiner Partei mehr erfüllt, was nicht nur persönlich enttäuschend, sondern politisch schlimm ist. Vielleicht entwickelt sich Deutschland in eine illiberale, rechtsfreie bzw. willkürliche und undemokratische Richtung, wenn es nicht ganz seine Souveränität an eine dann noch schlimmere EU aufgibt.

      • Fangen Sie jetzt nicht an negativ zu denken! Sie sind doch ein kluger Kopf!

        Ich kenne Ihre Vita nicht im Einzelnen, aber vielleicht war es ein Fehler die FDP zu verlassen. Die von Frank Schäffler initiierte Mitgliederbefragung zur Griechenland-Rettung gab es zumindest in der CDU/CSU nicht. Wenn auch noch nicht mehrheitsfähig, aber es gab in der FDP starken Druck von der Basis gegen die planlose Führung.

        Vor dem Kerl „hoch auf dem gelben Wagen“ gab es in der FDP immer einen mächtigen nationalliberalen Flügel. Als ganz junger Mann habe ich Erich Mende einmal persönlich kennengelernt. Aber Terroristen-Versteher Maihofer, PLO-Fan Möllemann und die Tussi mit dem unaussprechlichen Doppelnamen waren für mich genauso unmögliche Gestalten wie der Scheckbuch-Oberdiplomat Genscher, der in jungen Jahren auch noch Kommunist war.

        Sogar ich bin bei der Bundestagswahl 2009 auf die Reden von Westerwälle reingefallen und habe zum ersten Mal in meinem Leben FDP gewählt, um Rot/Grün zu verhindern, ähnlich wie mindestens 20 andere Leute in meinem Familien- und Freundeskreis. Als Konservativer wechsele ich nicht gerne die Seiten. Aber als politischer Mensch durch und durch brauche ich eine politische Heimat, die mir von Merkel schon nach ihrem Amtsantritt genommen wurde. Und auch Sie lieber Herr Dilger, das lese ich aus vielen Ihrer Sätze heraus, sind ein politischer Triebtäter und kommen daher nicht dauerhaft ohne eine politische Heimat aus…….

      • Die AfD war 2013 eine Hoffnung auch für Liberale, die sie jetzt definitiv nicht mehr ist (selbst wenn man sie ansonsten noch für eine akzeptable Partei halten mag oder auch nicht). Wenn ich heute noch in der FDP wäre, würde ich sie ganz sicher nicht mehr für die AfD verlassen und wahrscheinlich relativ passiv in ihr verbleiben. Was Herr Lindner jetzt so sagt, ist für sich genommen sogar ganz akzeptabel. Wenn man sich jedoch an seine vorherige Rolle und seine früheren Worte erinnert, ist er völlig unglaubwürdig.

        Denken Sie an 2009 zurück. Wenn die FDP sich nach ihrem größten Wahlerfolg auch nur bemüht hätte, einen Teil ihrer Wahlversprechen umsetzen, wären vermutlich auch Sie zufrieden gewesen. Auch 2011 beim Mitgliederentscheid ging es doch gar nicht um den Euroaustritt, sondern ob jeder Unsinn der Eurorettungspolitik kritiklos durchgewunken wird. Nachdem für diese illiberale Position eine Mehrheit insbesondere auch durch Herrn Lindner organisiert worden war, brach der innerparteiliche Widerstand dagegen zusammen. Viele liberale Mitglieder traten sofort aus, andere wie ich 2013 wegen der AfD.

        Jetzt ist es vielleicht vor allem ein Koordinationsproblem. Wenn alle Liberalen Deutschlands wieder in die FDP eintreten würden, könnte sie wieder liberal(er) werden, auch wenn sie gerade „Die Liberalen“ aus ihrem Namen gestrichen hat. Aber rein hypothetisch würde das auch für die kleinere AfD gelten. Faktisch ist das historische Problem der deutschen Liberalen ihre Zersplitterung.

      • Die FDP hat nach 2009 in der Tat eine historische Chance verpasst! Was macht ein kluger Kaufmann, wenn ganz unerwartet neue Kunden bei ihm kaufen? Er tut alles dafür, aus dieser „Laufkundschaft“ künftig auch „Stammkundschaft“ zu machen!

        Nicht so die FDP! Westerwelle & Co. haben es wirklich geschafft, außer der MwSt.-Senkung für Hotels nicht ein einziges Wahlversprechen umzusetzen. Hätte die FDP die Koalition mit der Union platzen lassen, wäre es zu einer Neuauflage der Großen Koalition gekommen. Die FDP hätte die derart vor sich hertreiben können, dass sie heute bei bis zu 30% stehen könnte und die AfD wäre vielleicht nie entstanden. Aber Westerwelle musste unbedingt Außenminister werden, wie sein großes Vorbild Genschmann.

        Liberale sind in Deutschland aus der Revolution 1848 hervorgegangen. Aber zwischen Nationalliberalen, Linksliberale, Wirtschaftsliberalen und Libertären sind die inhaltlichen Unterschiede mindestens genauso groß, wie zwischen Nationalkonservativen, Christkonservativen, Sozialkonservativen und Freiheitlich-Konservativen. Leider gibt es die reine Lehre nicht. Was Liberale und Konservative eint, ist die Einstellung „im Zweifel für die Freiheit“.

      • Der geteilte Mehrwertsteuersatz für Hotels war kein Wahlversprechen der FDP, jedenfalls kein öffentliches, sondern eine Farce. Wenn Steuersenkungen so aussehen, verzichtet man besser ganz darauf.

        Ich denke nicht, dass die schwarz-gelbe Koalition geplatzt wäre, wenn die FDP etwas Rückgrat gezeigt hätte. 2009 wurde ihr das Finanzministerium sogar angeboten, nur hätte es nicht Herr Westerwelle besetzen können. Er dachte, als Außenminister ebenso Sympathie zu gewinnen wie alle seine Vorgänger. Das traf aber nicht zu und hätte auch sonst höchstens ihm, aber kaum der FDP genutzt.

        Liberalismus, Konservatismus und auch Sozialismus sind jeweils sehr vielschichtig. Die individuelle Freiheit ist jedoch nur für Liberale der größte Wert. Konservative schätze sie manchmal, z. B. für sich selbst oder bei wunschgemäßem Gebrauch durch andere, aber gerade im gesellschaftlichen Bereich ist ihnen die Einhaltung der Konventionen wichtiger.

      • Eine unbewiesene Behauptung und die auch noch schwach formuliert. Nicht die(!) USA wird abgelehnt, sondern deren Politik kritisch gesehen. Des weiteren fehlt der Beleg, das „Putins Russland“ bejubelt wurde. „Große Teile der AfD“? Auf welche innerparteiliche Meinungsumfrage stützen sie ihre Aussage? Mein Fazit: undifferenzierter Populismus!

      • Das hier ist ein Blog und keine wissenschaftliche Abhandlung. Doch selbst in einer solchen müsste Offensichtliches nicht mit Quellen belegt werden. Allein die Kommentare in diesem Blog zeigen, dass es von AfD-Mitgliedern und -Anhängern viel pauschale Kritik an der doch selbst nicht monolithischen US-Politik gibt. Differenzierte Kritik an konkreten Fehlern sieht anders aus, während umgekehrt die konkrete Kritik z. B. an der Annexion der Krim oder der russischen Kriegsführung in Syrien pauschal angegriffen wird. Auf Facebook ist alles noch viel schlimmer. Dabei handelt es sich um undifferenzierten Populismus.

  6. „Man kann aber auch sagen, dass es sich eigentlich um eine neue Partei handelt, die jetzt den Zyklus noch einmal neu startet und mit anderem Ausgangspunkt vor ähnlichen Herausforderungen steht wie die AfD 2013.“

    Den Zyklus neu startet?
    Vor ähnlichen Herausforderungen steht wie 2013?

    Wie meinen Sie das? Würden Sie diesen Gedanken bitte näher erläutern, Herr Professor Dilger?
    Ist es nicht so, daß der Wähler eher nicht die neue von der alten AfD unterscheidet?

    • Ich vermute, dass die AfD die meisten Wähler von 2013 verloren und dafür ganz andere Wähler gewonnen hat. Für sich genommen ist das nicht schlimm, jede Stimme zählt gleich viel. Doch wenn auch die Inhalte ganz andere sind und die Führungsfiguren entweder wie ausgewechselt sind oder tatsächlich ausgewechselt wurden, dann ist es über die Geschichte noch dieselbe, aber nicht mehr die gleiche Partei. Auch wenn ich es nicht glaube, könnte es für diese neue AfD eine langfristige Nische geben, doch die viel größere politische Lücke, auf die die ehemalige AfD abzielte, ist wieder unbesetzt.

  7. Interessante Chronologie. Aus meiner Sicht:
    In Phase 2 waren viele LVs und KVs zu schnell etabliert. Damit kamen auch „Bodensatz“ und Dummkoepfe in „fuehrende“ Positionen i.e. steuerten Informationsfluss und bestimmten das Bild der Partei. Alle Massnahmen um Mitglieder miteinander bekannt zu machen und zu vernetzen wurden verhindert. Es wurde nichts gemacht Menschen mitzunehmen und dadurch verschwand auch die Begeisterung. Ein offiz. Partei Forum wurde nicht sofort etabliert um es fuer sinnvolle Kommunikation und Debatten zu verwenden. Inoffizielles Forum wurde dann gekappert mit Moderatoren wie Herren Richter und Wunsch. Man konnte beobachten wie sich Menschen von AfD verabschiedeten.
    Kardinalfehler war es ein Parteiprogramm immer wieder zu verzoegern. Damit beguenstigte man absurdeste Antraege und Gedanken und schafte Unklarheiten. Herr Henkel sprach mit recht von Verschwoerungstheoretiker etc.

    3. Phase war schon Beginn einer Bewegung Prof. Lucke zu stuerzen. Danach folgten Platformen, Fluegel, Initiativen , JA Propaganda, Hr. Gebhardts Blog uvm. Das war ein klarer Rechtsruck was jetzt wieder negiert wird. Dieser Mob den wir in Essen 2015 erlebt haben organisierte und vernetzte sich seit schon langer Zeit. Prof. Luckes Fuehrung wurde immer wieder mit allen Mitteln torpediert und in Frage gestellt. Diffamierungen und Luegen schon vergessen? Weckruf 2015 war kein Fehler sondern ein letzter Versuch eine Spaltung zu verhindern und Lager sichtbar zu machen! Es entspricht nicht der Wahrheit das Prof. Lucke fuer die Spaltung verantwortlich ist. Nach Juli 2015 waere es zu Massenaustritten gekommen sowieso.

    Die 6. Phase beinhaltet nicht nur Massenaustritte sondern fairerweise auch die Gruendung von ALPHA!

    • Hinter vorgehaltener Hand wurde Herr Lucke von Anfang an kritisiert, doch ganz offen begann das erst Ende 2014 innerhalb der AfD. Warum hat er die viele Macht, die er bis Bremen hatte, nicht besser genutzt? Auch danach war er noch der mächtigste Mann in der AfD und hatte viele Möglichkeiten. Viel Macht bringt aber auch viel Verantwortung mit sich, die sich nachträglich nicht einfach anderen in die Schuhe schieben lässt.

      Der Weckruf war von Anfang an ein schwerer Fehler, wie ich damals erst maßgeblichen Akteuren mitteilte und dann auch hier schrieb. Schon die Zielsetzung war widersprüchlich. Man kann nicht gleichzeitig in einer Partei für Mehrheiten werben und eine Gegengründung betreiben. Letzteres wurde zwar geleugnet, aber das war gelogen, wie die schnelle Gründung von ALFA dann jedem bewiesen hat. Herr Lucke hätte entweder nur in der AfD kämpfen müssen, was keineswegs gegen Kompromissbereitschaft gesprochen hätte, oder sich ohne Niederlage zurückziehen sollen. Doch auch dann wäre eine sofortige Neugründung mit ihm an der Spitze ein Fehler gewesen. ALFA ist dementsprechend erfolglos, was spätestens im März nicht mehr geleugnet werden kann.

      • Lucke ging samt Familie nach der Europa-Wahl nach Brüssel. Er meinte, die AfD von dort aus führen zu können. Stattdessen hätte er ständig die Basis bereisen müssen, bis zur Kreis- und Ortsebene, um für seine Linie zu werben. Aber Fingerspitzengefühl für Menschen ist ihm leider fremd…..

      • Herr Lucke zweifelte direkt nach der Bundestagswahl, ob er überhaupt fürs Europaparlament kandidieren solle. U. a. ich riet ihm stark zu, dachte aber natürlich nicht daran, dass er nach Brüssel zieht und sein Mandat dort wichtiger nimmt als sein Parteiamt. Aber wenn er sich schon so entschied, warum hat er sich dann Mitte letzten Jahres nicht mit dem Mandat und der Leitung der AfD-Gruppe in Brüssel begnügt?

      • Weckruf war ein Pokerspiel aber keine a priori Neugruendung. Beide Lager beanscpruchten fuer sich eine s.g. stille Mehrheit. Die Erwartung war, dass in einem entscheidendem Moment mehr Menschen sich offen aeussern werden. Den extremeren ist Mobilisierung besser gelungen und die Austritte und eine Neugruendung waren logische Konsequenz und Wunsch der Weckruf Mitglieder.

        Wer Erreignisse vor Bremen beobachtet hat muss Verstaendniss fuer Prof. Luckes zentralistische Tendenzen haben. Gaulands, Petrys, Adams machten Sprecher Trio handlungsunfaehig. Die Unterschiede in pol. Positionen waren unueberbrueckbar geworden. Z.B. die Kontroverse um NATO, TTIP, USA etc. Konnte man nicht durch Verschleierung und geschickte Formulierungen ausraeumen. Ganze Energie wurde wegen Antamerikanismus etc. verpulvert!

        P.S. Herr Pazderski ist als Teil eines merkwuerdigen Vorstandes Garant fuer gar nichts. Seine Militaerkarriere ist kein Beweiss eines politischen Talents und klaren Linien.

      • Der Weckruf war tatsächlich nicht von vornherein auf eine Neugründung ausgerichtet, was doch Teil des von mir beschriebenen Problems war. Er war weder Fisch noch Fleisch. Man kann nicht gleichzeitig für Mehrheiten in einer Partei und eine auch nur mögliche Neugründung werben. Der Weckruf ist doch auch auf ganzer Linie gescheitert. In Essen gab es nicht nur keine Mehrheit für Herrn Lucke, sondern gerade durch den Weckruf konnten seine Gegner mehr Mitglieder mobilisieren als er. Aber auch bei den mehr passiven Mitgliedern, die nicht nach Essen kamen, hat der Weckruf keine Mehrheit oder auch nur relevante Minderheit gewonnen. In seine neue Partei ALFA ist ihm nur eine kleine Minderheit gefolgt, die es auch ohne Weckruf getan hätte.

        Wenn man alle gegen sich aufbringt, muss es nicht zwingend an allen anderen liegen. (Darüber habe ich auch länger angesichts meines NRW-Vorstands nachgedacht, in dem gar nicht alle gegen mich waren, aber am Ende eben doch eine Mehrheit der verbliebenen Vorstandsmitglieder.) Herr Adam war anfangs der treueste Verbündete von Herrn Lucke, aber dieser hat ihn und Frau Petry nie als gleichberechtigte Sprecher behandelt, sondern entgegen Satzung und Gesetz gemeint, alles allein entscheiden zu können. Politische Grundpositionen durfte Herr Lucke doch auch nicht einfach nach Gutdünken vorgeben, sondern er hätte irgendwann einen Programmparteitag veranstalten müssen, den es übrigens bis heute nicht gab. Zumindest hätte der Vorstand demokratisch darüber abstimmen müssen. Wer sich selbst nie an die Spielregeln hält, kann das dann auch anderen nicht glaubwürdig vorwerfen.

      • Warum soll der Weckruf ei Fehler gewesen sein? Er hat im Gegenteil dazu beigetragen, dass ALFA so schnell gegründet worden konnte.

      • Die schnelle Gründung von ALFA in dieser Form war selbst ein Fehler, aber das ist ein anderes Thema. Der Weckruf sollte offiziell eine Mehrheit innerhalb der AfD für den Bundesparteitag in Essen organisieren. Das ist nicht nur nicht gelungen, sondern durch den Weckruf selbst noch beeinträchtigt worden, weil er durchaus auch als Vorbereitung einer Gegengründung wahrgenommen wurde. Wenn Herr Lucke auf jeden Fall eine neue Partei hätten gründen wollen, hätte er das gleich tun sollen, ohne sich noch eine Niederlage abzuholen. Er erscheint jetzt als schlechter Verlierer. Außerdem lässt es neben der Satzung und dem Ablauf der Gründung erhebliche Zweifel an der innerparteilichen Demokratie von ALFA aufkommen. Stellen Sie sich vor, dort würde Herr Lucke ebenfalls abgewählt werden, was würde dann wohl passieren?

  8. Ein interessanter Beitrag, den ich als frühes Parteimitglied aus NRW absolut nachvollziehen kann. Auf dem 1. NRW-Parteitag hatte ich Sie, sehr geehrter Herr Prof. Dilger, auch gewählt. Herr Pretzell kam mir von Anfang an dubios vor. An den Landesvorschlägen vorbei hatte er sich in Aschaffenburg auf den 7. Platz für das Europa-Parlament wählen lassen. Nicht die Parteibasis aus NRW hat ihn dahingetrieben, sondern sein Motto, das da heißt: Frechheit siegt. Als ich dann sehr früh mitbekam, dass Herr Pretzell’s bürgerliche Exsistenz an seinem Brüsseler Mandat hing, war ich schon halb aus der AfD heraus. Für Pretzell hätte ich keinen Wahlkampf gemacht. Sehr früh, also lange vor dem eigentlichen Outing, wurde mir auch seine private Verbindung zu Frau Dr. Petry bekannt. Dagegen ist im Grundsatz nichts einzuwenden, wenn die Parteiarbeit aus der privaten Verbindung herausgehalten wird. Ich bin nur noch wegen Prof. Lucke nach Essen gefahren. Nach der dort erlebten PEGIDA-Stimmung war es dann aus für mich. Die AfD war meine erste und letzte Partei. Dass sie als Professoren-Partei persifliert wurde, hatte ich mit Wohlwollen zu Kenntnis genommen. Um mich meinem großen Bekanntenkreis zu erklären, hatte ich über meine Zeit in der AfD nach meinem Ausscheiden kurz nach Essen, einen langen, natürlich subjektiven, Abriss verfasst.
    Sie haben recht – die AfD war eigentlich tot. Allein Frau Merkel hat sie zu ungeahnter Größe auferstehen lassen.
    Und nun kommt sicher von manchem Zeitgenossen ein grosses Fragezeichen zu meiner aktuellen Einstellung: In der jetzigen Situation muss die AfD die Kanone sein, mit deren Hilfe den dregierenden Parteien ein kräftiger Schuss vor den Bug gegeben wird. Ich liebe auch keine Müllfahrzeuge – aber noch weniger liebe ich den Müll. Und politischer Müll hat sich in den vergangenen Jahren zu Hauf ergeben und dazu seit der Merkel’schen Entscheidung alle Flüchtlinge nach Deutschland zu holen, schwer kontaminierter Abfall dazu.
    Ich schätze, dass viele so denken und traue der AfD in den kommenden Landtagswahlen fulminante Ergebnisse zu. Da die Probleme mit den Migranten nicht verschwinden und die gewünschte Integration in der Regel ohne Erfolg sein wird, wird die AfD weiterhin mit ihrem „einzigen“ Thema reüssieren – jedenfalls mindestens so lange, wie Frau Merkel Bundeskanzlerein ist. Insofern bleibt ihr Verharren im Kanzleramt die Dauerwahlhilfe für die AfD.

    • Vielleicht taugt die AfD tatsächlich noch als Signal gegen die Flüchtlingspolitik von Frau Merkel. Das wäre dann unabhängig von ihrer inneren Verfasstheit, ihrem Personal und ihrem (fehlenden) Programm. Schon jetzt scheinen die guten Umfragewerte der AfD das Regierungshandeln zu beeinflussen. Wenn ihre voraussichtlichen Wahlerfolge im März tatsächlich zu einer besseren Politik in Berlin beitragen, dann hätte die AfD durchaus einen Sinn gehabt, müsste danach aber nicht mehr gewählt werden.

  9. Sehr geehrter Herr Dilger.
    Voellig richtig, eingeleitet durch die 4.7% und dann besiegelt durch die Wahlen in BB/Th/S entschied sich wohl das weitere Schicksal.
    Interessant daher die Phase 3. Hat das Verhalten der sog. Liberalen dann nicht auch seinen Anteil an der AFD-Veraenderung? Warum gaben sie (und auch Sie in NRW) denn auf? Warum setzten sich letzlich Typen wie Renner durch, statt eine “Alternative zur Alternative” (live Mitschnitt vom Pretzell-Farage Abend) gruenden zu muessen. Koennen Buergerliche nicht kaempfen? Zu anstaendig fuer das politische Tagesgeschaeft; neigen diese, in D zumindest, von Natur aus mehrheitlich zum Privaten oder – siehe CDU/FDP – zu Mitlaeufertum?

    • Mein Rücktritt in NRW war leider nötig, weil der Vorstand nicht mehr arbeitsfähig war. Im Gegensatz zu Herrn Lucke habe ich es nie so gesehen, dass der Sprecher einfach gegen seinen eigenen Vorstand anregieren kann. Das Organ ist der Vorstand, der mit Mehrheit entscheidet. Wenn man als Sprecher keine Mehrheit hat, muss man entweder trotzdem die Mehrheitspositionen nach außen vertreten oder die Konsequenz ziehen.

      Zumindest zwischenzeitlich war fraglich, ob ich nicht doch gleich wieder hätte antreten sollen (langfristig hätte es vermutlich keinen Unterschied gemacht, wobei man die Bedeutung des größten Landesverbandes auch nicht unterschätzen sollte). Ich hatte allerdings mein Wort gegeben, nicht gegen Herrn Burger zu kandidieren. Rückblickend betrachtet war das ein Fehler, doch seinerzeit gab es gleich mehrere gewichtige Gründe dafür:
      a) Wir wollten arbeitsteilig vorgehen und uns gegenseitig unterstützen, er als Landessprecher und ich als Europaparlamentskandidat. Zusammen ist man stärker, doch er kündigte das noch in Arnsberg gleich wieder auf, weil er dort kein Nominierung wollte, dann auch keine Urwahl, sondern erst auf Druck die Versammlung in Erkrath, um schließlich in Aschaffenburg die Kandidaten des Landesverbandes nicht zu unterstützen und in Berlin Herrn Pretzell. Warum er wortbrüchig wurde, weiß er vermutlich selbst nicht, zumal er kurz darauf recht unmotiviert austrat.
      b) Dadurch ließ sich der Landesverband leichter befrieden. Denken Sie an den peinlichen Auftritt von Herrn Renner zusammen mit Herrn Balke in Arnsberg. Anständige Mitglieder hätten das nie so gemacht und sich dann auch nie wieder blicken lassen. Er blieb einfach dabei und ist jetzt Landessprecher, als wäre nichts gewesen.
      c) Ich habe intensiv nach einem geeigneten Vorstandsteam gesucht. Aber im ganzen Landesverband gab es nicht genug Mitglieder, die erstens in den Vorstand wollten, zweitens mich unterstützt hätten und drittens hinreichend kompetent waren. Herr Burger hat diesen Aspekt vernachlässigt, während Herrn Pretzell Kompetenz völlig egal ist und nur Loyalität zu ihm wichtig ist.

      Die größte Schwäche der Bürgerlichen ist wohl, dass Politik für uns nur ein Hobby ist und wir noch richtige Berufe und außerdem Familien haben, die wir nicht einfach vernachlässigen. Dadurch haben wir weniger Zeit für Politik und auch weniger Bereitschaft, unangenehme oder sogar unanständige Dinge für den Machterhalt zu tun.

      • „Die größte Schwäche der Bürgerlichen ist wohl, dass Politik für uns nur ein Hobby ist und wir noch richtige Berufe und außerdem Familien haben, die wir nicht einfach vernachlässigen.“ Baden-Württemberg Baden-Württemberg 22. April 2013. “ Dieser Aussage kann man sich 100% anschliessen. Ein grosses Versäumnis der AfD-Führung war es, die Mitglieder nicht über ein Programm abstimmen zu lassen. Eine Kontroverse/Diskurs um NATO, TTIP, USA wurde nie geführt.Die problematischen Mitglieder in der AfD und Verbalradikalen gibt es bereits seit Gründungsphase und man ihre Meinungen mit “ das darf ja wohl noch gesagt werden“ toleriert. Das Netzwerk um die Partei “ die Freiheit“ hat der AfD übel mit gespielt. Die Frage, ob die AfD es schafft noch die Kurve zu bekommen hängt davon ab, ob die etablierte Politik endlich aufwacht. Mit einem weiter so der Bundesregierung, wird es evt die AfD noch schaffen. Aus meiner Sicht wird Prof. Meuthen eine große Rolle noch spielen, falls er mit einem starken Ergebnis in den B.W. Landtag einziehen kann. Petry und Pretzell wird über Ihre Altlasten noch stolpern. Meuthen muss dann eine zentrale Rolle in der AfD einnehmen und bürgerliche Mitglieder gewinnen. Danach muss es zu einer Machtfrage bzw. zu einem Essen 2 kommen. Entweder Meuthen oder Höcke & Konsorten aus der Patriotischen Plattform. Gauland wird hier ggf. zum Joker. Die Mehrzahl der Sprecher aus den Landesverbänden würde noch im Meutehn Lager sehen.

        B.W.: Meuthen, Maier, Grimmer +++
        Bayer: Bystron +
        Berlin: v. Storch -, Pazderski +
        Brandenburg +/-
        Bremen Magnitz ++
        Baumann + Franktionsv. Kruse +++
        Hessen: Glaser++, Münch+, Kahnt ++ ( Adam ist hier auch noch ei wichtiger j´Joker)
        M.V. Mantei +/-, Holm+
        Niedersachsen: Hampel +
        N.W. Renner -, Pretzell ++
        Rheinland-Phalz: June ++
        Saarland: Dörr +
        Sachsen: Petry+
        Sachsen Anhalt Poggenburg —- ( Pleitegeier nicht vermittelbar mehr)
        Schleswig-Holstein: Thomas Thomsen ++, Markus Scheb++
        Björn Höcke —, Stefan Möller– ( Patriotische Plattform )

        Noch überwiegen die ++ Zeichen, die Hoffnung stirbt zuletz.

      • Ihr Doppelplus bei Herrn Pretzell zeigt doch bereits, wie hoffnungslos die Lage der AfD trotz geringster Ansprüche bereits ist.

      • Die größte Schwäche der Bürgerlichen ist wohl, dass Politik für uns nur ein Hobby ist und wir noch richtige Berufe und außerdem Familien haben, die wir nicht einfach vernachlässigen. Dadurch haben wir weniger Zeit für Politik und auch weniger Bereitschaft, unangenehme oder sogar unanständige Dinge für den Machterhalt zu tun.

        GENAU DAS IST ES! Bürgerliche verdienen nicht so gerne ihr Geld in der Politik. Bei Linken ist das anders. Entweder leben sie direkt vom Staat (den sie ja eigentlich ablehnen!) oder sie arbeiten in irgendwelchen (linken) Stiftungen, NGOs, Instituten, Kultur, Kunst oder Medien.

        Mein früherer Chef, Verkaufsdirektor eines Vertriebsunternehmens mit ca. 2.000 Mitarbeitern war ein echter Profi. Ich habe ihn einmal gefragt, warum er mit seinen Ansichten und seinem Können nicht in die Politik ginge. „Sie wollen doch wohl nicht, dass ich nur noch ein Drittel meines heutigen Gehalts verdiene“ hat er mir geantwortet.

        Erst wenn sich unsere Besten aufraffen hauptberuflich in die Politik statt in die Wirtschaft oder Wissenschaft zu gehen, wird sich einiges ändern.

      • Einfach noch höhere Diäten sind kaum die Lösung. Top-Leute werden in der freien Wirtschaft trotzdem mehr verdienen, außerdem ist dort der Leistungsbezug viel stärker bzw. die Art der Leistung eine andere. In der Politik gewinnt man nicht unbedingt durch Intelligenz und Fleiß, manchmal kann man gerade durch sie sogar verlieren (okay, in der Wirtschaft auch, aber seltener). Die Preisfrage lautet, wie sich in der Politik der Sachbezug stärken lässt, also das Lösen realer Probleme relativ zum Intrigenspiel. Transparenz dürfte dafür wichtig sein, offene Debatten und Abstimmungen sind förderlicher als Hinterzimmergekungel und Lobbyismus.

      • „Ich hatte allerdings mein Wort gegeben, nicht gegen Herrn Burger zu kandidieren.“

        Genau dieses bar jeden demokratischen Grundgedanken ‚Rumtaktieren‘ ist mitverantwortlich für die endlosen Desaster die die AfD mit NRW ertragen muss.
        Ob Mitgliederparteitage (der 2. und letzte) in Schmalenberg ist, der am Sonntag urdemokratisch vor vielleicht so 6 % der damaligen Mitglieder abgeholten wurde – oder auch das ‚Absetzen‘ des Bezirkssprechers Köln, Herr Ber, auch hier letztmalig von Mitgliedern gewählt.

        „Ich habe intensiv nach einem geeigneten Vorstandsteam gesucht.“

        Ausgerechnet NRW hat Personalprobleme? Was sollen den die Bundesländer sagen, die nur 10 % der Mitglieder haben.

        Zu Ihrem Punkt b äußere ich mich mal lieber nicht – alle Mitglieder, die ich dazu befragte, empfanden es als ungeheuere Schweinerei, was da mit Herrn Renner und Herrn Bahlke geschah.

        Und dieses – nur vom Schlusslicht NRW praktizierte Delegierten- Klüngelverfahren – ist wohl hauptverantwortlich für die gesamten Fehlentwicklung, die wegen der schieren Größe NRW’s natürlich auch auf die gesamte AfD ausstrahlten.

      • Was ist daran undemokratisch, wenn Personen frei entscheiden, ob sie kandidieren und ggf. gegen wen? Was ist an repräsentativer Demokratie und dem Wählen von Delegierten undemokratisch, solange dabei nicht so schamlose Rechtsbrüche begangen werden wie in Siegen durch Frau Petry und Herrn Pretzell? Gerade weil NRW so groß ist, funktioniert direkte Demokratie schlechter und ist die landesweite Arbeit schwieriger.

        Herr Dieter Ber wurde nicht abgesetzt, was doch auch gar nicht ginge, sondern trat zurück, weil er sich nicht von seinen wirren Thesen u. a. in „Der teuflische Staat“ distanzieren wollte. Wer jetzt die Herren Renner und Balke zu Opfern stilisiert, war wohl nicht in Arnsberg oder hat die Vorfälle vergessen (siehe ‚Zwischenbericht von Arnsberg‘). Selbst wenn man die Gründe nicht kennt, ist es nicht peinlich, sich erst mit Dreiviertelmehrheit abwählen zu lassen, um dann sofort als Sprecher anzutreten?

      • Mit höheren Diäten alleine holt man gute Leute aus Wirtschaft und Wissenschaft nicht in die Politik. In den USA ist es ganz üblich, dass Top-Leute mal ein par Jahre in die Politik gehen und danach in den alten Job zurück. In Deutschland dagegen haben wir zu viele „Berufspolitiker“, die in gar keinen anderen Job zurück können und somit von der Parteiführung abhängig sind. Auch mit Vorwahlen nach amerikanischem System und Volksabstimmungen wie von der AfD gefordert, könnte der Bürgerwille gestärkt werden. Gegen bürgerliche Politiker sind die linkslastigen deutschen Medien auch viel kritischer. Im angelsächsischen Pressesystem wird die reine Nachricht von der Meinung des Journalisten strenger getrennt. Ist ihnen einmal aufgefallen, dass nur „abgeschriebene“ Doktorarbeiten von Politikern von Union und FDP öffentlich gemacht wurden, dass Nebeneinkünfte von bürgerlichen Politikern mehr thematisiert werden, ebenso wie Fehltritte im Privatleben und unvorsichtige Äußerungen. Sie waren lange genug in der FDP, Herr Dilger und sind ein kluger Kopf. Warum haben Sie es nicht in den Deutschen Bundestag geschafft???

      • Das Hauptproblem in Deutschland ist wohl das Parteiensystem. Vorwahlen wie in den USA würden ganz anderen Persönlichkeiten eine echte Chance geben. Man könnte sich ein paar Monate darauf konzentrieren und dann auch wieder etwas anderes machen (so wie ich bei der AfD…). Bei etablierten Parteien, zu denen in dieser Hinsicht wohl auch bereits die erst dreijährige AfD zählt, muss man sich hingegen ganz lange einbringen und hochdienen, und zwar immer an demselben Ort. Während meiner FDP-Zeit bin ich dafür zu oft umgezogen. An dem Ort ist dann außerdem wichtig, wer noch vor Ort ist. In Münster hatten z. B. Daniel Bahr und Carola Möllemann-Appelhoff alles unter sich aufgeteilt.

        Die Vermischung von Meldung und Meinung ist für einen Blog wie diesen angebracht, zumal ich die meisten Meldungen ohnehin nur übernehme, aber sie ist nicht angebracht für angeblichen Qualitätsjournalismus oder gar für zwangsfinanzierte Sender mit öffentlich-rechtlichem Informationsauftrag. Bürgerliche Politiker haben allerdings im Schnitt höhere Nebeneinkünfte und auch eher einen Doktortitel als linke Politiker.

      • @ Herr Dilger 09.02.16 09:52

        undemokratisch deshalb, weil doch Herr Burger wohl sein Amt als Schatzmeister NRW hin schmiss, weil er das Millionendarlehen des BUVO nicht mittragen und vor allem nicht mit haften wollte

        und dann sich aber mit dem Amt des Sprechers NRW besänftigen ließ, das er wohl selbst bei ‚Delegierten‘ Wahlen gegen Sie nicht hätte erreichen können.
        Arnsberg vorgelagert war ein Mitgliederparteitag – und hier wurde Sie überwältigend zum vorgeschlagenen Kandidaten NRW’s zum Europaparlament gewählt – letztlich nutzlos.

        Im Übrigen kandidierte Herr Pretzell recht erfolglos zum Stellvertretenden Sprecher in Arnsberg.

        Delegiertenwahlen wären vielleicht demokratisch, wenn sie denn im Mindesten die Mitgliedermeinung spiegeln würden. Aber – es sind mehr oder weniger reine Funktionärswahlen – waren es auch schon immer.

        Wie dann Siegen bewies hat dieses undemokratische Vorgehen letztlich die Spaltung der Partei bewirkt.

        Herrn Pretzell habe ich aus Überzeugung unterstützt – musste aber erkennen, das dies ein Fehler war.

        Damit zeigt sich aber, dass die Wahlsysteme in NRW – besonders zum LAVO vollkommen ungeeignet waren, weil man keinerlei Qualifizierungsnachfragen zuließ – und rein auf das vertrauen musste, was da gerade so erzählt wurde,

        Und da sind aus dem 1. Vorstand NRW wohl Herr Renner und Herr Bahlke eine positive Ausnahme.

        und – eines werden auch Sie Herrn Renner nicht absprechen können: Er hat sich mit einem ungeheuren finanziellen und zeitlichen Aufwand für die AfD eingesetzt – und das lange Zeit ohne jeden Erfolg.

      • Herr Burger hat sowohl wegen der Querelen in NRW als auch mit dem Bundesvorstand, insbesondere Herrn Lucke, als Schatzmeister hingeworfen. Dass dann ausgerechnet Herr Lucke seine Kandidatur als Landessprecher befürwortete, hat schon etwas Ironisches.

        Meine Nominierung als erster NRW-Vorschlag fürs Europaparlament erfolgte in Erkrath, was nach Arnsberg stattfand und insgesamt ziemlich sinnlos war (die NRW-Vorschläge wurden in Aschaffenburg vom Landesvorstand nicht nur nicht unterstützt, sondern teilweise aktiv hintertrieben, während die behandelten Anträge auch alle unverbindlich blieben). Ich war erst für eine Nominierung in Arnsberg und dann für eine Urwahl. Die Herren Burger und Pretzell haben diese abgewehrt, weil die Urwahl in der Satzung verankert ist. Die Delegierten wären natürlich völlig frei bei ihrer Wahl geblieben, insbesondere wenn sie aus anderen Bundesländern stammten, doch der Landesvorstand hätte dann satzungswidrig gehandelt (was inzwischen auch keinen mehr zu stören scheint).

        Die Landesparteitagsdelegierten werden doch von der Basis in den Kreisen gewählt. Das Problem können allerdings Schachtelmehrheiten sein, insbesondere wenn Delegierten von Delegierten gewählt werden, was in anderen Parteien jedoch noch viel extensiver vorkommt. Mitgliederparteitage habe in NRW oder gar auf Bundesebene den Nachteil, dass nur besonders motivierte Mitglieder, die sich das auch noch zeitlich und finanziell leisten können, von weiter weg anreisen, während dem Tagungsort eine bedeutende Rolle zukommt. Als Mittelweg habe ich „Mitgliederparteitage mit Möglichkeit der Stimmrechtsübertragung“ vorgeschlagen (siehe ‚Satzungsänderungsanträge für Kamen‘), doch Herr Pretzell verhinderte gleich mehrfach die Behandlung dieses Antrags.

        In welcher Hinsicht sind die Herren Renner und Balke positive Ausnahmen? Zumindest sind sie keine reinen Opportunisten, sondern auf je ihre Weise Überzeugungstäter. Herr Renner hatte und hat doch durchaus Erfolge in der AfD, nur zwischenzeitlich machte er sich in Arnsberg völlig unmöglich. Fragen Sie einmal (Ex-)Mitglieder, die dort waren.

  10. Interessant ist ja, dass hier immer wieder das fehlende Programm der AfD kritisiert wird. Wenn das so wichtig wäre – wofür einiges spricht – dann sollte ALFA ja eine rosige Zukunft haben: da wird am 21.02. in NRW und eine Woche später für den Bund das Programm beschlossen.

    • Ein Parteiprogramm muss es geben, das ist gesetzlich vorgeschrieben. Doch es sollte nicht nur von einer kleinen Zahl von Gründungsmitgliedern beschlossen worden sein, sondern von möglichst vielen Mitgliedern, wobei ALFA doch einen Teil der Aufnahmewilligen willkürlich ein Jahr auf die Mitgliedschaft warten lässt. Außerdem ist sehr wichtig, was genau in dem Programm steht und wie es dann tatsächlich gelebt wird.

      • Und Sie implizieren, dass ALFA sich an eigenes Programm nicht halten wird? Warum solche leere Unterstellungen?
        Auch Ihre Aussage ueber Zustandekommen des Programms ist falsch! Dieses Programm wird von Programm- Komissionen vorbereitet und vorgeschlagen (mit mehreren Alternativen) und in mehreren Umfragen von allen Mitgliedern kommentiert. Nach der Satzung werden am Ende des Prozesses, noch vor den Wahlen in Maerz , ALFA-Programm durch sehr grosszuegige Anzahl an Delegierten verabschiedet. ALFA Mitglieder haben die Delegierte frei gewaehlt, genau wie sie die Satzungen verabschiedeten. Natuerlich es mag sein das Sie manches nicht richtig finden aber Sie wollten sich in ALFA nicht exponieren.

        Das es fuer neue Mitglieder eine Wartezeit gibt ist auch frei beschlossen und dafuer gab es sehr gute Gruende. Soll ALFA alte AfD Fehler wiederholen? Seien Sie unbesorgt bei ALFA laeuft alles richtig, in Bruessel wie auch in Deutschland.

      • Herr Lucke hat sich gleich in seinem ersten Interview als ALFA-Vorsitzender entgegen dem ALFA-Gründungsprogramm geäußert (siehe ‚Lucke lehnt im Gegensatz zu ALFA die D-Mark ab‘). In der AfD hat er sich auch so verhalten. Warum glauben Sie, dass das in Zukunft anders würde? Die willkürliche Wartezeit für einen Teil der Beitrittswilligen ist vermutlich rechtswidrig (es wäre interessant, wenn ein Betroffener klagt, der dann aber vermutlich gar nicht aufgenommen würde) und setzt überhaupt nicht an den Ursachen der AfD-Probleme an, auf die Sie nicht eingehen wollen. Bei welchem ALFA-Wahlergebnis im März würden Sie denn zugeben, dass nicht alles richtig läuft?

      • ALFA wird in Maerz bei allen Wahlen dabei sein! Mehr erwarte ich nicht. ALFA fuehrt Wahlkampf, organisiert KVs und am ca. 27. wird ein Programm verabschiedet.

        2017 wird die Entscheidung fallen. Aehnlich wie bei FDP, nur eindeutig EU- Kritisch.

        Und Prof. Luckes Interview No. 1 gibt Ihnen genug Anlass die genze Partei in Frage zu stellen? So ungefaehr wie man Frau Petry fuer nichts diffamiert weil man Munition braucht sich kuenstlich zu empoeren um Gegner in Medien zu beschaedigen? Wir kennen alle wie Fakten und Wahrheit missbraucht werden. Prof Lucke als AfD Hauptproblem darzustellen ist zu billig. Selbstverstaendlich sind Spinner und Machtkaempfe ein Problem gewesen, wie auch heute. ALFA Mitglieder kennen die Bedingungen und finden Wartezeiten richtig. Natuerlich Sie duerfen es kritisieren als Aussenstehender. Ihre Motivation ist nicht immer eindeutig.

      • Im Gegensatz zu Ihnen bin ich nicht mehr parteipolitisch gebunden und kann mir den Mut zur Wahrheit gegenüber allen Seiten erlauben. Herr Lucke ist tatsächlich das größte Problem von ALFA, aber natürlich auch das stärkste Pfund, mit dem die Partei wuchern kann und muss. Der Antritt in allen 70 Wahlkreisen von Baden-Württemberg war kein Selbstläufer und ist damit durchaus ein kleiner Erfolg. Aber ist Dabeisein wirklich alles bei politischen Wahlen? Will ALFA nicht zumindest mittelfristig in die Parlamente, wozu am Anfang ein Achtungserfolg nötig ist?

        Was die unsäglichen Äußerungen von Frau Petry angeht, so hat sich doch ALFA inzwischen klar davon distanziert. Selbst Frau von Storch distanziert sich nun von ihren eigenen Aussagen, die nur ein „Mausunfall“ gewesen sein sollen. Warum tun Sie es nicht, was gefällt Ihnen am Schießen auf friedliche Flüchtlinge?

      • Wie Sie wissen, meine berechtigte Kritik wird nicht durch eine Mitgliedschaft verhindert. Sich von Frau Petrys Worten zu distanzieren ist für normale Menschen Unsinn weil sie de facto nichts neues gesagt hat. Es sind leere politische Rituale.

        Eine Grenze muss geschützt werden. Grenzschutz beinhaltet bewaffneten Schutz i.e. in klar definierten Situationen ist Waffengebrauch gegen Menschen zwingend. Und es gibt viele Sorten von Schutzanlagen und Waffen/Munition. Es ist nichts was man debattieren braucht weil es Gesetze und Regeln gibt um angemessen zu reagieren. Mir klingt es als ob Sie glauben, dass Kanzleramt mit Wasserpistolen geschützt wird? Sie blenden es aus. dass es unter den Migranten gewaltbereite Personen gab und gibt, sogar Terroristen. Für Sie alles „friedliche Flüchtlinge“?

        Wie absurd Politik sein kann zeigt auch Obamas Überreaktion und Chaos in US!
        http://www.latimes.com/nation/la-na-border-force-20140531-story.html
        Obwohl es gibt einen Unterschied, Amerikaner können sich zum Selbstschutz bewaffnen.

        Sinnvoller wäre es sich an Gesetze und Verträge zu halten:
        http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/fluechtlingskrise-in-deutschland-rechtsstaatlich-machbar-14060376.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

      • Es stimmt, die rechtlich und moralisch falschen Aussagen von Frau Petry waren nicht neu, da ihr Lebensgefährte letztes Jahr denselben Unsinn erzählte. Von daher wusste sie spätestens aus den damaligen Reaktionen, dass es falsch war, hat es aber trotzdem gesagt, weil sie auf für sie günstigere Reaktionen hoffte. Jetzt will sie so tun, als hätte sie etwas anderes gesagt (siehe „Pinocchio-Petry verleumdet sich selbst“).

        Sie sollten die Diskussionsbeiträge genau lesen. Was Frau Petry gesagt hat, ist rechtlich, moralisch und auch politisch falsch. Dagegen ist es richtig, wenn auch keine große Erkenntnis, dass in bestimmten Situationen Waffen gegen Menschen gebraucht werden dürfen. Die von Frau Petry oder gar Frau von Storch benannten Situationen gehören aber nicht dazu.

      • Es wäre schrecklich wenn man immer einig wäre. Auch wenn ich mehrmals Frau Petrys Worte durchlese bin ich weder empört not beunruhigt.
        Sie hat mit keinem Wort impliziert, dass es zum scharfen schießen überhaupt oder zum schießen auf Kinder und friedliche „Flüchtlinge“ kommen soll und wird.

        Auch Obama rät z.B. mit Steinen oder mit fahrenden Autos angegriffenen Grenzbeamten „Abstand zu halten“ oder in Deckung zu gehen!
        Für mich ist eine solche Diskussion weder moralisch noch human sondern pure Demagogie und gezielte Diffamierung aller Andersdenkenden. AfD wird trotzdem gut abschneiden in März während die Grenzen mit rund 100000 illegalen Migranten pro Monat weiter offen bleiben! Durch ungebremsten Grenzübertritt werden Fakten geschaffen und Risiken für Deutsche Bürger und besonderes Kinder nur wesentlich erhöht. Man lenkt sich schön ab, versucht aber nicht realistisch zu sagen etwas über Finanzierung des irren Experiments oder auch wie Deutsch Zivilgesellschaft untergraben wird und Rechtslosigkeit Normalität wird! Die Frage ist nicht wie man vielen Migranten einen schönen Leben in Deutschland ermöglicht sondern wie man einen Austausch der Bevölkerung verhindert!

        Und gegen Hysterie gibt es ein Paar guter Worte von Frank Lübberding:
        http://www.rolandtichy.de/gastbeitrag/hysterie-und-hetze/

      • Kann es sein, dass Ihre Deutschkenntnisse nicht ausreichen, um die Bedeutung der Aussagen von Frau Petry richtig zu erfassen? Allerdings ist mir weiterhin unklar, ob Sie tatsächlich meinen, Frau Petry haben entgegen ihrer expliziten Aussage gar nicht das Schießen auf Flüchtlinge gemeint, oder ob Sie den Schusswaffengebrauch in solch einem Falle des illegalen Grenzübertritts für ganz okay oder sogar gesetzlich geboten halten. Auch die neuen Regelungen in den USA scheinen Sie nicht richtig verstanden zu haben. Wenn Grenzbeamte mit Autos oder Wurfgeschossen ernsthaft bedroht werden, dürfen sie weiterhin schießen. Wenn ein Beamter jedoch absichtlich plötzlich vor ein Auto springt, um eine Rechtfertigung fürs Schießen zu haben, hat er diese Rechtfertigung gerade nicht, sondern begeht vielleicht sogar einen Mord. Ebenso rechtfertigen ungefährliche Wurfgegenstände (wie Kamelle) keine tödliche Gewalt.

        Die unkontrollierte Massenzuwanderung muss natürlich gestoppt werden, aber nicht mit Schusswaffen, sondern zuerst einmal politisch und dann mit geeigneten und verhältnismäßigen polizeilichen Maßnahmen.

      • Natuerlich ist es moeglich, dass ich als Auslaender Frau Petrys wenige Saetze nicht richtig verstanden habe. Sie erwaehnen „Bedeutung der Aussagen“. Geht es um falsche Gesinnung? Geht es vielleicht um eine Interpretation ihrer Worte, was sie nicht gesagt hat aber etwas was man vermuten koennte, wollte, muesste? Bedeutung Frau Petrys Aussagen ist fuer mich gleich Null. Aber auch kein Grund sie zu demonisieren!
        Mindestens Teile der deutschen Bevoelkerung haben es aber wie ich verstanden (misverstanden) und werden entsprechend waehlen!

        Was US Border Patrol betrifft habe ich nur eine Quelle angegeben, Situation ist komplexer als was LATimes berichtet. Vielleicht war es aber nur mein Englisch?Die Beamten werden entwaffnet, Gewaehre werden mit Pfefferspray ersetzt und fuer die Praxis untaugliche Regeln aufgestellt. Hoffentlich werden die Demokraten nicht gewinnen!

      • Bevor man anderen eine falsche Gesinnung vorwirft, sollte man zuerst abklären, was sie überhaupt meinen. Bei Frau Petry ist mir das klar, bei Ihnen nicht. Im Übrigen war ihre Position im Gegensatz zu der von Frau von Storch nicht völlig absurd. Andere Länder haben entsprechende Gesetze und Deutschland früher wohl auch, aber die heutige Rechtslage und auch die faktischen Verhältnisse sind andere in Deutschland. Vielleicht kann der einzelne Grenzbeamte die Grenze nicht ohne Waffe schützen, aber die Politik könnte es, weshalb sie dazu auch verpflichtet ist, zumindest solange die Gesetze nicht geändert werden. Das bedeutet, dass sich Frau Merkel nicht an die Gesetze hält (bzw. diese einfach außer Kraft setzt) und es Frau Petry in die andere Richtung auch nicht täte, wenn sie darüber zu bestimmen hätte.

  11. Hier mein Rückblick auf die AfD aus dem Blickwinkel eines ganz normalen Mitglieds (ab April 2013):

    Jahrzehntelang habe ich in meinem beruflichen Leben einem großen Gremium im politischen Umfeld zugearbeitet. Von daher war mir strukturiertes und systemisches Arbeiten mit hoher Professionalität vertraut. Dieses hätte ich gerne in den Dienst der jungen aufzubauenden Partei gestellt.
    Als es aber an die Gründung des Kreisverbands Köln ging, bekam ich ganz stark den Eindruck, dass das Fell des Bären schon längst im Hinterzimmer verteilt war. Nein, nein, die Wahlen wurden schon – soweit ich es beurteilen konnte – demokratisch einwandfrei durchgeführt. Aber die später Gewählten waren vorher schon so vertraut miteinander, dass man sich wie ein Eindringling vorkam. Ich wollte gar keine offizielle Funktion, sondern hätte gerne im sog. Back Office meine organistorischen Fähigkeiten zur Verfügung gestellt. Mein Angebot dahingehend wurde zwar begrüßt, aber nicht abgerufen. Mit den Gewählten und speziellen weiteren Mitgliedern bildete sich dann nach meiner Beobachtung ein abgeschotteter Kreis, der alle folgenden Entscheidungen fest an sich zog. So weit, so gut. Den Bundestagswahlkampf habe ich auf der Straße noch heftig unterstützt, mich dann aber auf die Position eines zahlenden Mitglieds zurückgezogen.

    Den weiteren Entwicklungen innerhalb der Partei habe ich bis Mitte 2015 aus der letzten Reihe zugeschaut, „durfte“ aber auf Facebook dann doch noch einmal hautnah erleben, wie aggressiv, diffamierend und ehrabschneidend Menschen miteinander umgehen. Und in der Hinsicht haben sich beide Seiten (die Leute vom Weckruf und die anderen) nichts geschenkt.

    Der Parteitag in Essen war für mich Anlass zum Parteiaustritt. Nie im Leben wieder werde ich mich freiwillig in Umstände begeben, in denen das Motto „Frechheit siegt“ oder die Bereitschaft, unangenehme oder sogar unanständige Dinge für den Machterhalt zu tun, in einem gemeinsamen Projekt vorherrschen. Deswegen unterstütze ich heute Projekte im vorpolitischen Feld, die darauf hinarbeiten, den Deutschen über unsere heutigen politischen Verhältnisse die Augen zu öffnen.

    Ach ja, und zu ALFA: Meine Schwester ist Herrn Lucke dorthin gefolgt. Sie berichtet von Verhältnissen und Umgangsformen, die sich denen von Mitte 2015 in der AfD annähern. 😦

    • Es gab leider von Anfang an in vielen Kreisverbänden Querelen und erbitterte Machtkämpfe, die häufig rein persönlich motiviert waren und mit politischen Positionen wenig zu tun hatten. Das hat gerade kompetente und politisch interessierte Mitglieder frustriert, während es den Landesvorstand und das Landesschiedsgericht viel beschäftigt hat, ohne dass bei 54 Kreisen in NRW immer genau untersucht werden konnte, wer nun im Detail Recht oder Unrecht hatte, was dann zu noch mehr Unzufriedenheit führte. Eigentlich sollten die Bezirksverbände als Zwischenebene helfen, die meisten von ihnen hatten und machten aber eher noch größere Probleme. Inzwischen denke ich, dass selbst in einem so großen Land wie NRW besser auf Bezirksverbände verzichtet würde und der Landesvorstand z. B. Regionalbeauftragte zur Streitschlichtung einsetzen könnte.

    • Liebe Frau Lehmann,

      vermutlich kenne ich Sie sehr wohl, habe aber keine Zuordnung, kein Bild

      Aber natürlich trifft Ihre Beschreibung exakt zu und genau wie Sie haben es sehr viele Mitglieder gehandhabt. Diese Zustände wurden natürlich bewusst vom Landesvorstand voran getrieben – und der Bezirksvorstand hat sich nie gekümmert.

      Immer und immer mehr Mitglieder zogen sich zurück oder traten aus.

      Und immer wieder haben durchaus aktive Mitglieder still gehalten, um nicht durch schlechte Aussenwirkung die Partei zu beschädigen.

      Im Nachhinein ein Fehler.

      aber vielleicht können wir uns über FB ja dennoch austauschen

      viele Grüße

  12. Das mit der fehlenden Liberalität müssen Sie nicht erzählen, wenn bestimmte Themen bei Ihnen noch nicht einbmal erörtert werden dürfen!

    • In meinem Blog dürfen grundsätzlich alle Themen erörtert werden, aber nicht auf beliebig niedrigem Niveau. Wenn Sie z. B. Ihre Verschwörungstheorien bringen, müssen Sie zumindest auf mehrfache Nachfrage halbwegs seriöse Belege oder eigene Argumente liefern. Um unwidersprochen jeden Müll zu posten, gibt es doch mehr als genug Seiten im Netz.

    • „noch nicht einmal erörtert werden dürfen“: Solche Sätze waren m.E. der Grund für das Scheitern der AfD. Irgendwann wollten und konnten dann die Radikalen alles mögliche erörtern, z.B. Schusswaffengebrauch gegen Kinder.

      • Der Schusswaffengebrauch gegen Kinder wurde hier auch erörtert, und zwar klar ablehnend. Dabei ist bezeichnend, wie viele AfDler ihn noch verteidigen, während die AfD-Führung sich falsch verstanden fühlt oder auf der Maus ausgerutscht sein will.

    • Bitte verfolgen Sie die Diskussion. Wie mehrfach ausgeführt und belegt, hat Frau von Storch es öffentlich bejaht, dass deutsche Grenzbeamte auf Frauen mit Kindern auf der grünen Wiese schießen sollen. Sie hat das dann hinsichtlich der Kinder, aber nicht Frauen zurückgenommen, wobei ihre Erklärung mit dem Ausrutschen auf der Maus völlig unglaubwürdig ist.

      Sie haben noch nicht beantwortet, ob Sie immer noch ALFA- oder inzwischen wieder AfD-Anhänger sind. Im ersten Fall wäre auch ein ALFA-Anhänger hier für das Schießen auf friedliche Flüchtlinge, was die These unterstreicht, dass die inhaltlichen Unterschiede kaum ins Gewicht fallen.

      • Somit ist auch Kapitel Storch geschlossen. Selbstverstaendlich stehen an Grenzen bewaffnete Grenzer! Warum bewaffnet? Eine kuenstliche Empoerung ist fuer mich eine Dummheit und wirft auch ein Licht auf die Empoerten! Und um etwas zu sagen brauche ich nicht Anhaenger einer Partei zu sein, weil ich in keiner Partei jede Dummheit mitmache, vermutlich Sie auch nicht? Fuer mich ist auch Fairness wichtig. Bitte, entwickeln Sie keine neuen, unserioesen Thesen ueber ALFA!

        Wenn Sie sich erinnern ich bin schon laenger ein ALFA Mitglied! Sagen Sie nur nicht es ist fuer Sie etwas neues.

      • Was soll das, immer wieder mit demselben Unsinn zu kommen, der schon mehrfach beantwortet wurde? Polizisten sind in zivilisierten Ländern nicht bewaffnet, um auf gewaltlose Menschen zu schießen, sondern notfalls sich und andere vor Gewalttätern schützen zu können.

        Mir war nicht klar, dass Sie ALFA-Mitglied sind, sondern nur aufgefallen, dass Sie in letzter Zeit die inhumanen Thesen von AfD-Scharfmachern teilen.

    • Das wäre möglich. Die bislang vorliegenden Informationen sind recht unvollständig, doch Herr Lachmann scheint kein unabhängiger Journalist mehr gewesen zu sein, ob er nun Geld forderte oder nur Konzeptideen für die AfD schrieb (die es hier übrigens umsonst gibt).

      Wenn man den Artikel in der Jungen Freiheit liest („Emails an AfD belasten ‚Welt‘-Journalist Lachmann“), wird wieder einmal der verlogene Opportunismus von Herrn Pretzell und Frau Garbracht belegt. Öffentlich bezeichnete Herr Pretzell die AfD als Pegida-Partei in Essen, heimlich besprach seine Redenschreiberin dort, „wie die AfD ihr national-konservatives Stigma los wird“.

  13. Pingback: AfD-Austritt vor gut einem Jahr und Ausblick | Alexander Dilger

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