Größere Geschäfte in bar sollen verboten werden

‚Bargeld schützt Freiheit und Eigentum‘. Wohl gerade deshalb gibt es jetzt einen doppelten Angriff auf zumindest größere Bargeldzahlungen, um das Bargeld dann irgendwann ganz abschaffen zu können. Erstens ist es jetzt ein konkreter „Plan der Bundesregierung: Bar zahlen künftig nur noch bis 5000 Euro“. Zweitens gab Herr Draghi selbst bekannt: „EZB bereitet Abschaffung des 500-Euro-Scheins vor“. Beides ist noch nicht definitiv beschlossen, weshalb politischer und wirtschaftlicher Protest dagegen lohnt.

Übertrieben und sinnlos ist jedoch einmal mehr, was Christian Lindner als FDP-Chef fordert: Bargeld soll ins Grundgesetz“. Wenn es eine Mehrheit der Abgeordneten wieder einmal gegen die Mehrheit der Bevölkerung (siehe Deutsche wollen Bargeld und große Scheine“) für die Beschränkung oder gar Abschaffung des Bargelds geben sollte, dann gibt es nicht zugleich eine Zweidrittelmehrheit für das Festschreiben des Bargeldes im Grundgesetz.

Dabei haben die Befürworter der Bargeldbeschränkungen keine sinnvollen Argumente zu bieten. Kriminelle oder gar Terroristen halten sich ohnehin nicht an Gesetze, so dass sie weiterhin auch mit größeren Summen Geschäfte machen können, solange das Bargeld nicht ganz abgeschafft wird. Der Besitz, das Abheben und Einzahlen großer Summen bliebe zumindest vorerst auch legal, nur Geschäfte damit nicht, was den legalen Handel treffen würde, aber weit geringer den illegalen. Doch selbst bei einer kompletten Abschaffung leider nicht des Euro, sondern nur aller Euro-Scheine und -Münzen, gäbe es weiterhin andere Tauschmittel wie Sorten (ausländische Banknoten), Gold oder Wertpapiere. Mit beispielsweise Bitcoins kann auch bargeldlos recht diskret bezahlt werden.

In Wirklichkeit geht es gar nicht um Kriminelle, sondern um eine weitere Gängelung der anständigen Bürger. Ziel sind gläserne Bürger mit gläsernen Taschen, die man noch stärker besteuern, mit negativen Zinsen belasten und mit weiteren Verboten überziehen kann. Warum darf nicht jeder selbst entscheiden, was er womit von wem kaufen möchte?

17 Gedanken zu „Größere Geschäfte in bar sollen verboten werden

  1. In der Tat geht es darum, die Hinnahme von Negativ-Zinsen zu erzwingen oder sogar Haircuts für Sparer durchzuführen. Die konservative (!) Regierung in Spanien hat das ja schon einmal probeweise vorgemacht.

    Wenn alle Zahlungen nur noch elektronisch erfolgen können, haben wir den gläsernen Bürger, ABER nicht den überführten Verbrecher oder Terroristen! Der Staat oder sonst wer könnte unsere Bierchen in der Kneipe mitzählen und unsere Einkaufgewohnheiten durchleuchten.

    Es wird Zeit, sich einen kleinen Tresor mit Bargeldvorräten in verschiedenen Währungen und Gold anzulegen. Wer viel Geld hat, sollte sich überlegen, einem Teil davon außerhalb Europas in einer sicheren Steueroase (z. Bsp. Panama) zu deponieren.

    Und vor allem darf man nicht CDU wählen, deren Markenkern einmal solide Geld- und Finanzpolitik war. Das ist aber schon lange her……

  2. Ist der Euro so schwach geworden, dass damit nur noch limitiert
    bezahlt werden kann? Wie groß ist die Gefahr für unsere
    Währung? Was können wir dagegen tun? Soll der gläserne
    Verbraucher geschaffen werden?

    Es wird Zeit, dass sich die €-Gegner organisieren. Gründen wir
    doch einen Anti-Euro-Verein und veranstalten Demonstrationen.
    Oder eine Anti-Euro-Partei.

    Mir scheint, auch eine „Bargeld-Partei“ kann möglich werden.
    Ich kann mir vorstellen, dass es große Mehrheiten in der
    Bevölkerung in Deutschland gibt, die nicht auf Bargeld
    verzichten wollen. Wenn dann auch noch die stabile,
    wertbeständige, gute, alte DM wiederkommt, hätten wir
    zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

    Schließen wir uns endlich zusammen. Zeigen wir Dragi
    und Schäuble die rote Karte.

    Für uns Otto Normalverbraucher ist schon mit dem EURO
    gefühlt alles teurer geworden. Wir Sparer bekommen für
    unsere EUROS keine Zinsen mehr. Soll die Bargeldabschaffung
    den nächsten Teuerungsschub bringen. Es wäre auf jeden Fall
    eine Möglichkeit, die wahnsinnigen Staatsschulden und
    Subventionen in den EURO-Raum von der Bevölkerung
    bezahlen zu lassen.

    Der Chef der Deutschen Bank meint, dass es in 10 Jahren
    kein Bargeld mehr gibt. Ich glaube eher, dass es in 10 Jahren
    die Deutschen Bank nicht mehr gibt. Wir müssen uns nur den
    Aktienkurs anschauen.

    • Die von mir angedachten Euro-Kritiker dümpeln weiterhin bei ca. 70 Interessenten herum, sind also keine Massenbewegung. Die AfD ist auch einmal als Anti-Euro-Partei gestartet, bearbeitet das Thema aber nicht mehr wirklich. Das mit der Deutschen Bank könnte stimmen, eine sinnvolle Strategie ist jedenfalls nicht zu erkennen.

      • Das Problem ist doch hauptsächlich die Stigmatisierung, die jedes Mitglied zu befürchten hätte. Die Menschen trauen sich nicht mehr offen ihre Meinung zu sagen, weil sie persönliche Nachteile befürchten. Ich wäre an ihrem Verein ja nicht uninteressiert, aber als junger Mensch, dessen beruflicher Werdegang noch nicht abgeschlossen ist, wäre es reichlich dumm, sich in einem solchen Verein zu engagieren. Ich habe mir damals überlegt in die AfD einzutreten, Gott sei Dank habe ich es nicht getan. Den Makel wäre ich nicht mehr los geworden, das Internet vergisst bekanntlich nichts. Beruflich hätte mir das sicherlich die eine oder andere Absage eingehandelt. Nein, ich äußere mich privat offen und deutlich und bereits dort führt das in unseren linken intoleranten Gesellschaft hin und wieder zu dem Gefühl am Rande zu stehen und ausgegrenzt zu sein. Im Internet und der breiten Öffentlichkeit muss ich mich hingegen nicht auch noch blankziehen.

        Ich würde da durchaus auch mal Gauland als Beispiel nehmen. Nachdem er zur AfD ging, wollten andere Intellektuelle und alte Weggefährten nichts mehr mit ihm zu tun haben und distanzierten sich von ihm. Gut aufgenommen wurde er nur noch von Menschen ähnlicher oder radikalerer Gesinnung. Sein Umfeld änderte sich, sein Radius verengte sich. Aus dem einst hochanerkannten konservativen Intellektuellen, wurde ein Mensch, der plötzlich nur noch von Verschwörungstheoretikern und eher einfach denkenden Menschen umgeben war. Natürlich führte diese Enttäuschung über seine Ausgrenzung und sein neues fragwürdiges Umfeld dazu, dass er sich tatsächlich veränderte und sich mehr und mehr in Gefilden verirrt, wo er eigentlich nicht hingehört. So zumindest meine Einschätzung aus der Distanz. Alfa ist doch primär auch keine politische Kraft, sondern vielmehr der verzweifelte Versuch den von der AfD verschmutzten Ruf, wieder reinzuwaschen.

        Inhaltlich kann man wie so oft zu ihrem Blogbeitrag nichts hinzuzufügen, denn sie haben bereits alles Relevante dazu treffend gesagt.

      • Die reine Mitgliedschaft in einem Verein oder einer Partei kann durchaus diskret erfolgen. Nur wer sich mit Funktion engagiert, muss dann auch mit seinem Namen dafür einstehen. Bei Bewerbungen muss man das trotzdem nicht angeben und es ist, solange es sich nicht um eine vom Verfassungsschutz beobachtete Partei handelt, auch kein Ablehnungsgrund. Ich würde auch eher abraten, politisches Engagement bei Bewerbungen außerhalb der Politik anzuführen. Alle Parteien werden z. B. nur von Minderheiten unterstützt, was selbst auf die Union zutrifft. Man könnte auch denken, dass Sie nicht hinreichend zwischen Politik und Beruf trennen, wenn Sie in einer Bewerbung aktiv auf eine Partei oder einen politischen Verein hinweisen. Schließlich ist aber auch relevant, wofür Sie sich engagieren und welche Positionen Sie selbst aktiv vertreten.

        Herr Gauland galt anfangs eher als eine Stütze des seriösen Konservatismus in der AfD. Warum er diese Position aufgegeben hat und jetzt mit Rassisten wie Herrn Höcke paktiert, finde ich schwer erklärlich. Dass diese inzwischen stärker sind, kann kaum der Grund sein, weil Herr Gauland selbst zu dieser Stärke beigetragen hat. Er hätte auch Herrn Lucke oder zuletzt Frau Petry stützen können.

  3. In einer Demokratie musste persoenliche Freiheit viel Wert sein. Administrative Massnahmen i.e. Umverteilung ist eine Leichtigkeit wenn Bargeld kontrolliert und abgeschaft wird! Damit schafft man noch mehr Misstrauen gegenueber Politik! Wir beobachten wie Demokratie in Europa und Deutschland zersetzt wird und wir unsere Freiheit verlieren. Dagegen muss man sich waehren, mit allen Mitteln. Bargeld ohne Limits ist die Devise!

  4. Es geht sicher nicht um 5000 Euro Obergrenze um Verbrechen einzudämmen.
    Das werden 4000 dann 3000 und dann gar kein Bargeld mehr,aber irgendwie muß man ja anfangen und mit Null Bargeld können die kaum starten.

    Sinn macht es bei diesen Steuereinnahmen eigentlich nicht,es scheint eine Grundsatzentscheidung zu sein,was man eben will.

  5. Ich sehe eine denkbare Abschaffung des Bargeldes als Angriff auf die Demokratie und Meinungsfreiheit. Dann wäre jeder Bürger auf Gedeih und Verderb von den Banken abhängig, die wiederum von den Regierungen (national und EU-Kommission) abhängig sind. Ein Konto kann blitzschnell gesperrt werden, um die Bürger für die falsche politische Gesinnung zu bestrafen. In Zypern und in Griechenland wurden schon allererste experimentelle Erfahrungen gemacht. Es wird solange getestet, bis der politische Widerstand nachlässt. Wobei die Abschaffung von 1 Cent und 2 Cent – Münzen für die ich mir nichts kaufen kann, die auch der Parkscheinautomat nicht annimmt, durchaus sinnvoll sein kann. Ich kann mich erinnern, dass ich in einer Bäckerei in der DDR für 5 Pfennig (Ost) ein kleines Brötchen bekam und für 10 Pfennig ein großes, d.h. die kleinen Münzen wurden in der Praxis benötigt.
    Niemand soll lesen auf meinen Kontoauszügen, was ich wann wo gekauft habe (ob für mich oder andere) und so ein Bewegungs- und Interessenprofil erstellen. Das ist ja schlimmer als die Stasi!

    • Es geht um beides bei der Bargeldabschaffung, totale Kontrolle und die Möglichkeit zur beliebigen Enteignung, sei es durch Negativzinsen, Sonderabgaben oder Kontosperren. Die Abschaffung der kleinen Münzen wäre weniger bedeutend, würde jedoch die Preise weiter erhöhen. Sie können das Kleingeld bereits heute dem Verkäufer überlassen oder spenden. Aber wenn Sie wollen, muss man es Ihnen auszahlen und können Sie damit auch bezahlen.

  6. Es muss weiterhin möglich sein, mit Bargeld zu bezahlen. Zudem muss man sich überlegen, weltweit goldgedeckte Währungen einzuführen. Eine andere Überlegung ist, Schwundgelder (Beispiel „Chiemgauer“) zu fördern.
    Wir brauchen eine komplett neue Wirtschaft. Es ist sinnvoll, Faktor-X-Technologien zu fördern. Und zwar Tata-Nano-Technologie, 0,3-Liter-Einsitzer-Autos, Linsermethode gegen Krampfadern usw. Die Verkehrsprobleme werden reduziert, wenn die meisten Menschen mit einem Motorrad o. ä. fahren, anstatt mit einem Viersitzer-Auto. Man sollte in einer Region leben mit möglichst wenig Kälte. Es ist wichtig, sich vegetarisch zu ernähren, sofern dies gesundheitsverträglich ist. Man sollte einen kleinen Teil der Nahrungsmittel durch Sonnenenergie (die über die Haut aufgenommen wird) ersetzen. Es ist sinnvoll in einem (evtl. 3-D-gedruckten) Mobilheim zu wohnen.
    Es ist gut, dass die Kirche stark verkleinert wird. Es ist unsinnig, zu beten und Messen durchzuführen. Stattdessen brauchen wir Traumdeutung und Autosuggestion gemäß Emil Coue.

    • Die meisten Ihrer Forderungen bleiben trotz Wiederholung unbegründet bis absurd. Eine goldgedeckte Währung ist so ziemlich das Gegenteil von Schwundgeld. In welche Richtung wollen Sie denn nun eine Veränderung?

  7. Inzwischen hat auch Prof. Papier, ehemaliger Präsident des Bundesverfassungsgerichts, diesen Vorschlag als verfassungswidrig bezeichnet.
    Es gibt allerdings eine noch viel gefährlichere und bösartigere Idee, am Ende seiner Amtszeit hatte Eichel die Idee prüfen lassen, in Zukunft eine Buchhaltungspflicht für private Einnahmen über 100.000 € je Familie einzuführen. Zunächst ist unklar, ob die 100.000€ sich auf das Gesamtbruttoeinkommen der Familie bezieht, mit Arbeitgeberzuschüssen könnten durchaus sich auch Gruppen hier drin finden, die nicht damit rechnen (2 x A13-Gesellschaft). Die Tücke läge darin, dass man bei ausschließlicher Bezahlung mit Kreditkarten oder Ahnlichem automatisch diese Buchungen bekäme. Wer seine private Lebenshaltung mit Bargeld finanzierte, müsste natürlich die Mühe des Belegesammelns etc. auf sich nehmen. Damit würden die Menschen automatisch Richtung Bargeldlosigkeit gedrängt.

    Natürlich ließe sich eine bargeldlose Wirtschaft nur weltweit durchsetzen, da sonst die Menschen in anderen Währungen, Gold oder gar Dienstleistungen exotischer Art wechseln.
    Interessant ist allerdings, dass auf der Grundlage der Bargeldlosigkeit wirklich revolutionäre Steuersysteme denkbar wären, z.B. die Stockmannschen Reformen.
    Professor Stockmann war der letzte Finanzminister von Ronald Reagan und dann Professor für Finanzwissenschaften in Princeton. Die Grundidee besteht darin, die Einkommenssteuer restlos abzuschaffen und durch eine reine Ausgabensteuer zu ersetzen, also im strengen Sinne eine Rückentwicklung des Steuerrechts. Man würde eine progressive, individuelle Mehrwertsteuer bezahlen, wobei der Steuersatz je nach Warenart z.B. von ökologischen Kriterien abhängig wäre und er wäre progressiv; d.h. wer einen Bentley fährt statt eines Fahrrads, würde entsprechend mehr Steuern bezahlen und hätte es weitgehend in der Hand, seine Besteuerung durch sein Ausgabeverhalten zu steuern.
    Rudimente hiervon finden sich in der Schweiz, wo z.B. eine fiktive Eigenmiete der Eigentumswohnung, bzw. des Familienhauses versteuert werden muss.
    Die Prüfung der Abrechnung des einzelnen entfiele praktisch ganz, da bei viel weniger Firmen eingekauft wird, und diese großen Firmen ohnehin praktisch lückenlos von der Finanzverwaltung geprüft werden.
    Wie gesagt, das Stockmannsche System setzte voraus, dass das Bargeld weltweit abgeschafft wird; im Gegensatz zu der Meinung des Herrn Cyran sehe ich aber eher, dass die Deutsche Bank abgeschafft wird, ich hoffe nur dass ich meine Puts gegen die Deutsche Bank vor der Pleite von VW einkassieren kann.

    Über solche Themen muss in Parteien diskutiert werden, die sich Alternative oder Aufbruch nennen. Dass ist durchaus strittig – und nicht wer was wird oder wer welche Pfründe bekommt.

    • Eine „Buchhaltungspflicht für private Einnahmen“ gibt es doch bereits, sie nennt sich Einkommensteuererklärung. Sie meinen detaillierte Belege für alle privaten Ausgaben, was sich gut mit der Abschaffung des Bargelds verknüpfen ließe. Die Idee einer progressiven Konsumsteuer ist darauf übrigens nicht angewiesen. Dafür genügt es, das Einkommen und die Vermögensveränderung zu kennen. Die Vermögensbildung wäre steuerfrei, der Verbrauch von Vermögen und Einkommen hingegen nicht. Zumindest momentan will man aber doch eher den Konsum ankurbeln und umgekehrt das Sparen bestrafen.

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