Eiertanz der SPD um Diskussionen mit der AfD

Es gibt ‚Wenig politische Debatten bei Facebook und Twitter‘. Aber wo werden solche Debatten dann geführt? Der ‚WDR unterdrückt die Aussage, dass er Aussagen unterdrückt‘, aber auch SPD und Grüne verweigern sich zumindest partiell der Debatte mit dem politischen Gegner. Der SWR gibt in Baden-Württemberg nach: „SPD und Grüne in Stuttgart dürfen ohne AfD diskutieren“.

In Rheinland-Pfalz ging es dagegen viel hin und her. Zuerst wollte der SWR wie 2011 alle aussichtsreichen Parteien zur Wahldebatte einladen. Doch die Ministerpräsidentin und Vorsitzende der Rundfunkkommission der Länder Malu Dreyer war dagegen, sich mit einem AfD-Vertreter an einen Tisch zu setzen. Deshalb wurde die AfD vom nicht wirklich neutralen SWR ausgeladen. Das missfiel aber Julia Klöckner, Spitzenkandidatin der CDU, weshalb sie ihre Teilnahme absagte. Der Kompromiss lautet nun, dass nicht Frau Dreyer, sondern ihr Innenminister und Landesvorsitzender Roger Lewentz die SPD vertritt, wenn SPD, CDU, Grüne, AfD, FDP und Linke diskutieren.

Auch sonst eiert die SPD herum. NRW-Ministerpräsidentin „Hannelore Kraft ändert Meinung zu Fernsehauftritten mit AfD“, die sie erst kategorisch ausschloss und jetzt nicht mehr, was am Ende richtig ist, aber nicht für die Verlässlichkeit ihrer kategorischen Aussagen spricht. Der SPD-Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel will nicht mit radikalen AfD-Politikern diskutieren“, während sein Stellvertreter Ralf Stegner gerade mit der AfD-Bundesvorsitzenden Frauke Petry bei Sandra Maischberger in der Sendung saß. Vielleicht ist Frau Petry der SPD noch nicht radikal genug.

Doch grundsätzlich sollten demokratische Politiker mit jedem öffentlich diskutieren, der einen substanziellen Wähleranteil anspricht. Die besseren Argumente mögen sich dann durchsetzen oder die abstruseren Positionen und Personen sich selbst blamieren (nur ein Beispiel: Beatrix von Storch macht sich zum Gespött“ bei Anne Will). Die Feigheit der SPD wird sie hingegen Stimmen kosten und der AfD nutzen. Dabei hat sie kaum noch überzeugende Personen und Positionen, sondern wird vor allem als Anti-Merkel-Partei gewählt, während SPD und Grüne jetzt stärkere Merkel-Parteien sind als die Union selbst.

33 Gedanken zu „Eiertanz der SPD um Diskussionen mit der AfD

  1. Je mehr die Altparteien verzweifelt versuchen, die AfD auszugrenzen, desto mehr merken die Bürger, dass etwas in unserem Land nicht stimmt. Sehr viele Menschen haben inzwischen den Eindruck, dass wir von Politik und Medien nicht die Wahrheit gesagt bekommen. Manche haben das schon länger vermutet und fühlen sich jetzt bestätigt.

    Der rasante Aufstieg der AfD kommt erst zum Stillstand, wenn die Grenzen vollständig gesichert, keine neuen Eindringlinge mehr ins Land gelassen und Scheinasylanten massenweise abgeschoben werden. Wenn es so weiter läuft wie bisher, hat die AfD ein Potential von ca. 30%.

    Ich freue mich schon auf den Wahlsonntag, 13. März. Im Familien- und Freundeskreis habe ich wieder über 30 Stimmen für die AfD angeworben. Vor allem freue ich mich über die betröpselten Gesichter der ganzen Polit-Clique von CDU, CSU, SPD, FDP, Grünen & Linken. Wenn Merkel dann zurücktritt, gebe ich eine große Party.

  2. Ja., sehe ich ähnlich! – Wobei man bedenken sollte, dass es hier weniger um die AfD als ‚Schmuddel-Kinder-Ansammlung‘ – gehen dürfte, als vielleich vielmehr als polit. Vertretung einer bestimmten, politichen Strömung im Land. Das ‚Schmuddel-Kinder‘-Argument (=die sind so rechts [was immer das nun heissen soll bei jemanden wie Prof. Meuthen], da darf man sich nicht mit an den Tisch setzen) erscheint mir da vor allem vorgeschoben zu sein. Mehr Sinn ergiebt es für mich, dass man die eigene ‚Flüchtlins-‚Polition nicht in Frage stellen sich lassen will – schon gar nicht von Leuten, die von anfang an diese ‚Flüchtlingspolitik‘ ablehnten. Gerade SPD und Grüne waren ja besonders begeistert von Merkels ‚Flüchtlingspolitik‘. Und man sollte sich hier der moralisch-(semi-)religiösen Figur klar sein – die im Flüchtling den ‚christlichen‘ Anderen, den hilfsbedürftigen, geschundenen, bettelnden guten Menschen erblickt. Ging das doch so weit, dass z. B. in der ‚Welt‘ im Spätherbst die Flüchtlinge – Flüchtlingsfamilien – als ‚heilige Familien‘ gleich der Maria-Josef-und-dem-Jesus-Kind-Familie bezeichnet wurden, die sich auf dem Weg zu uns befänden. Diese Figur ist aber die zur Faktizität erhobene ‚konstatierte‘ Ausgangslage der Argumentation und Position dieser Leute – die man atm gefährtet sind und von der man partiell auch langsam abrückt. Aber die immernoch grundsätzlich gilt. Und die Afd-ler gehören dem Lager an, dass von Anfang an grundsätzlich diese Figur (wie sie sich auch im Wort ‚Flüchtling‘ anstatt ‚Asylanen oder Asylsuchende‘ wiederfindet) anlehnten – und damit als moralisch verwerflich, als kalt, empathielos etc. zu verorten sind.
    Und ich denke, die ‚Gesprächsverweigung‘ beruht einerseits darauf, dass nan nicht mit Leuten sprechen will, die die (gefühlte) ‚Realität‘ (der ‚Flüchtlinge‘) nicht anerkennen und die als assozial empfunden werden,
    und andererseits, weil man diese Figur unter öffentlichen Beschuss sieht, dem man sich nicht öffentlich direkt aussetzen will. Man möge einfach sich vergegenwärtigen, was es für gerade auch Politiker bedeutet, wenn sie eine Politik getragen haben und weiterhin tragen ‚müssen‘, bei der immer mehr sich herauskristallisiert, dass sie auf ‚erträumten Realitäten‘ basiert. Es ist ja gut zu sehen, das gerade die von den Grünen und der SPD vehement vertretene ‚Flüchtlingspolitik‘ Merkels international und national immer mehr in die Defensive rutscht.

    • Herr Baare,

      Ich glaube AfD wird im Maerz nicht eine sondern verschiedene pol. Stroemungen vertreten ohne Ruecksucht auf Empfindlichkeiten und Verluste. Ein gutes Beispiel wie eine ganze politische Landschaft, Regierung und Oposition , sich nicht waehlbar machen. Es geht z. Zt. nur um Thema Nr. 1. Gestrige Maischberger Sendung hat es nur bestaetigt!

  3. Was werden die Politiker machen, die sich nicht mit Vertretern der AfD an einen Tisch zur Diskussion setzen wollen, wenn sie und Vertreter der AfD gewählt werden? Werden sie dann auch den Landtag nicht betreten, wenn Vertreter der AfD anwesend sind?

  4. Das Asylchaos ist ja von den etablierten Parteien unisono zu verantworten. Wir sehen Flüchtlingsströme aus vielen Ländern und aus vielen Gründen, die unter dem Überbegriff „Asyl“ in Europa und insbesondere in Deutschland Zuflucht suchen.
    Nach der von der AfD vertretenen Meinung und gültigen Rechtslage müßte dieser Zustrom schon mal aufgeteilt werden in
    a) politisch und/oder religiös Verfolgte
    b) Kriegsflüchtlinge
    c) Wirtschaftsflüchtlinge
    Nur in der ersten Kategorie befinden sich Menschen mit Asylanspruch. Wobei nicht jeder der irgendwo im Gefängnis saß, diesen Umstand einem (nach unserer Vorstellung) unrechtmäßigen Staatsakt zu „Verdanken“ hat. Wobei ich es ja schon Bedenklich finde, wenn nach einem politischen Umsturz (z.B. Teheran 2011) die Schergen des alten Regiems unter dem Asylrecht bei uns Zuflucht finden und sich damit einer rechtmäßigen Verurteilung entziehen. Auch wenn es schwierig ist solche Einzelfälle auszufiltern, bedarf es trotz der Masse einiger funktionierender Prüfmechanismen.
    Die zweite Kategorie unterliegt einem völlig anderen Kriterium. Kriegsflüchtlinge wollen unter normalen Umständen nach Beruhigung der Situation wieder in ihre Heimat zurück. Das wäre eigentlich eine sinnvolle Aufgabe für die UNO. Möglichst heimatnahe Unterbringung und Versorgung.
    Die letzte Kategorie unterliegt einer Bedarfsregelung. Wer um dauerhaften Aufenthalt bittet, muß dem Gastland etwas anzubieten haben. Aber nicht möglicherweise irgendwann, sondern sofort.

    Ein international anerkanntes Regelwerk dazu gibt es und wird auch von unserem Grundgesetz gedeckt. Unsere Politclowns haben sich über Jahre hinweg geweigert diese sinnvolle Kategorisierung anzuwenden. Schon wer es wagt dieses Thema anzusprechen landet medial in der rechten Schmuddelecke. Beispiel 2014 Bernd Lucke mit dem Einwanderungsgesetz.

  5. Gestern Abend war das Gespräch bei Maischberger hervorragend für Zoff besetzt.
    Es ging zu keinem Zeitpunkt um die Lösung der Sachprobleme, sondern nur darum, die AFD in eine rechtsradikale Ecke zu prügeln, wo sie auch nach meiner Meinung zum Teil hingehört.
    Allerdings fehlt Herrn Höcke außer einem gerüttelt Maß an Dummheit das Format zu einem richtigen Rechtsradikalen.

    Sieht man die Nachrichten der letzten Tage und die Aussagen der Staatsanwaltschaft Berlin als Vertreter einer „failed City“, so erfrechte sich der Herr zu behaupten, eine 13 Jährige habe freiwillig an wohl tagelangem Gruppensex teilgenommen; nach amerikanischem Recht ist in den meisten Bundesstaaten der Geschlechtsverkehr mit einer Minderjährigen, d.h. unter 18 sogenannter „statutory rape“.

    Auch die Sache mit der fehlenden syrischen Leiche, die ja angeblich erfroren ist, zeigt, dass hier die Behörden nicht funktionieren. Natürlich ist aus islamischer Sicht der tote Syrer unmittelbar in den Himmel aufgefahren, bzw. vom Propheten Mohamed persönlich auf seinem weißen Pferd abgeholt worden und sitzt jetzt zur Rechten Allahs.
    Wie sehr sich die Gegensätze aufschaukeln, zeigt sich am Fall Herrn Stegners. Sicherlich kann man Frau Petry nicht vorwerfen, dass Asylantenheime brennen oder Attentate auf Muslims verübt werden.
    Hier sollte man klar und hart kontern, dass sowohl Herr Kretschmann als auch die Parteigenossin Ulla Schmidt Mitglieder des Kommunistischen Bundes Westdeutschland waren. In dieser Zeit hatte diese Vereinigung sowohl Herrn Pol Pot gelobt als auch Idi Amin (den Kannibalen) als vorbildlichen Herrscher (!) gelobt. Meines Erachtens sind solche Leute grundsätzlich und für alle Zeiten nicht wählbar. Hier sollte sich Herr Stegner vorrangig darum kümmern.

    Wenn wir hier weiter kommen wollen, wird nur eine rationale Erfassung der Lage und die Empfehlung konkreter Maßnahmen, die auch durchführbar sind weiter helfen.
    Ich habe schon an anderer Stelle vorgeschlagen, analog dem Bischofsgelübde nach Reichskonkordat § 16 von islamischen Predigern ein Gelübde auf das Grundgesetz zu fordern. Daneben sollte man prüfen, ob die Predigtsprache nicht Deutsch sein müsste.
    Es gäbe also genug Sinnvolles zu tun.
    In der Diskussion ist aber auch Herr Henkel nicht wesentlich im Sinne von ALFA vorwärts gekommen, er ist sicher ein kluger aber kein politischer Kopf.

  6. Ich ahne schon warum AfD’ler gerne in talk show eingeladen werden, aber nicht in die „Elefanten-Runde“. Bei den talk shows kann sich die GEZ-Anstalt die Gesprächspartner aussuchen und greifen zu denen, die den größten Klamauk verheißen.

    Bei den „Elefanten-Runden“ sendet dagegen die AfD wen sie will. Meuthen gegen die CDU/SPD/Grüne Spitzen in BW, das wäre der GAU für die Blockparteien.
    Uwe Junge kenne ich nicht, aber er war wohl 30 Jahre in der CDU, aber auch bei „Der Freihiet“, mal sehen wie er sich schlägt.

    Lustig wird es in der Sendung nach der Wahl, wenn die Vorsitzenden der Parteien, di ein die Landtage gewählt wurden aufeinander treffen. Da kann „MaLu“ nicht mehr kneifen.

    • Meuthen hat sich heute im ZDF jedenfalls sehr gut geschlagen. Er hat genau die goldene Mitte geschafft. Lucke konnte sich früher nie zu einem kritischen Standpunkt klar bekennen, das hat ihn schwach und als Umfaller erscheinen lassen. Petry wiederum ist das krasse Gegenteil. Sie geht auf nichts ein und verteidigt auch Sachen, die sich einfach nicht mehr verteidigen lassen, nur um dagegen zu sein.

      Es wird der SPD vermutlich ohnehin um Meuthen gegangen sein. Die SWR Wahlrunde wird vor allem von älteren Menschen geschaut. Das sind genau jene Menschen, denen Meuthen die Sorgen nehmen könnte, die AfD zu wählen. Den Junge kenne ich nicht, aber rhetorisch wird er es wohl kaum mit einem Professor aufnehmen können, dessen täglich Brot das ist.

      Trotz allem darf man die restliche Truppe der AfD nicht vergessen und es ist ein Wunder, dass sie sich trotz so bizarren Auftritten von Höcke und Petry Chancen auf 15 Prozent ausrechnen kann. Das zeigt die gigantische Verunsicherung in diesem Land.

      • „Die mit Abstand beste Wahlkämpferin für die AfD ist Frau Merkel. Vielleicht sollte man ihr den Ehrenvorsitz anbieten.“ — Dem kann niemand widersprechen, obwohl sich ihre entourage namens Stegner, Hofreiter, Roth, Augstein wahrlich Mühe geben.

      • „Trotz allem darf man die restliche Truppe der AfD nicht vergessen und es ist ein Wunder, dass sie sich trotz so bizarren Auftritten von Höcke und Petry Chancen auf 15 Prozent ausrechnen kann. Das zeigt die gigantische Verunsicherung in diesem Land.“

        Eigentlich kein Wunder. Die Leute schauen (leider) nicht so genau hin und wenn, was bliebe ihnen denn anders übrig, wenn sie gegen diese ‚Willkommenskultur‘ und dem Politikgebaren der sog. ‚Altparteien‘ mit Merkel & Co. sind? Die Wahlergebnisse der AfD beruhen nicht auf ‚Eigenleistung‘ wie fundierter politischer Arbeit, sondern einfach darauf, dass sie die einzige ernstzunehmende Opposition in dieser thematisch im Moment alles beherrschenden Angelegenheit sind. Für viele wird AfD-Wähler nicht viel mehr bedeuten als der Ausdruck ihrer Ablehnung der ‚Flüchtlingspolitik‘, der ‚Bundestags-Parteien‘. Und Alternativen zur AfD wie ALFA können sich nicht etablieren, weil sie nicht bereit sind eben populistisch, sprich laut und überzogen Position zu beziehen. Höcke mit seinem teilweise rassistischen Geschwätze ist atm ein Gewinn für die AfD – denn er sorgt vor allem auch dafür, dass die AfD (wegen ihm) immer wieder in den Zeitungen steht – und sich wohl bei vielen, anstatt der Ablehnung des jeweiligen Spruches, den er schon wieder losgelassen hat, vor allem immer wieder einprägt, dass die AfD gegen die Zuwanderung und die diese bejahenden Politiker ist. Und dieses dadurch erfolgende immer wieder Einhämmern: ‚AfD ist gegen Flüchtlingspolitik‘ bei gleichzeitigen immer mehr ans Licht treten, dass die unkontrollierte Flüchtlingseinreise auch ein paar nicht so positive Seiten haben könnte, dürfte zur Folge haben bei vielen, dass die Ablehnung der Flüchtlingspolitik für sie gleichgesetzt wird mit AfD-wählen. Und die jeweiligen konkreten bizarren Einlassungen von Höcke, Storch, Frohmeier & Co. werden einfach ausgeblendet in ihrer ‚Bizarrheit‘, weil halt das nächte Ereignis zu dem Thema die Aufmerksamkeit und Emotionen auf sich zieht.

      • Wenn es eine aussichtsreiche seriöse Partei gäbe, die sich glaubwürdig gegen Frau Merkel positioniert, würde ich diese sofort wählen (die FDP hat weiterhin Probleme mit ihrer Glaubwürdigkeit, ALFA ist hingegen nicht aussichtsreich und wohl auch nicht seriös genug). Ansonsten bleibt selbst für mich die AfD eine Option, wobei ich mir keinerlei Illusionen mache. Ich würde sie niemals wegen Höcke, Petry oder Pretzell wählen, sondern höchstens trotz ihnen. Letztlich wären sie in Regierungsverantwortung noch viel schlimmer als Frau Merkel. Doch sie werden nie an der Bundesregierung beteiligt werden, könnten aber helfen, Frau Merkel aus dieser zu verdrängen. Eine einfache Nein-Stimme wäre mir lieber, steht aber nicht auf dem Stimmzettel. Ich vermute, dass es Millionen anderen Wählern ähnlich geht.

      • Ich habe mir mal die Kandidaten von Alfa angeschaut und bin teilweise erschrocken. Die Führungsriege mag seriös und kompetent sein, aber was sich da in B-W teilweise aufstellt, ist so etwas wie das allerletzte Aufgebot. Das ist weder seriös noch kompetent. Nur weil man sich von der AfD abgrenzt, ist man noch lange nicht besser. Da man in B-W ja immer den Kreiskandidat mitwählt, muss man sich da echt schon überwinden, jemanden zu wählen, den mal nicht mal in den Asta wählen würde.

        Ich denke mittlerweile, dass eine Stimme für die AfD am geeignesten wäre, um zumindest in der Flüchtlingsfrage einen Kurswechsel bei der CDU zu erzielen. Insgesamt wäre mein Traum zwar eine Partei wie die SVP in Deutschland, aber das lässt sich über eine Neugründung wohl kaum bewerkstelligen, weil eine solche leider unglaublich viele Spinner anzieht. Falls sowas überhaupt funktioniert, muss sie wohl langsam wachsen. Mögen die Initiatoren von Alfa einen langen Atem haben, vielleicht wird dann daraus in einigen Jahren mal was, aber ein schneller Erfolg würde uns wohl nur eine zweite AfD (vom Intellekt, nicht zwingend die Positionen) bescheren.

      • Der Intellekt an der ALFA-Spitze ist jetzt größer als in der AfD, doch das hat damals in der AfD auch nichts genützt. Dahinter sind Positionen wie Personen ähnlich, was spätestens dann relevant wird, falls ALFA doch Wahlen gewinnen sollte.

      • Bundespolitisch gesehen ist auch ein vergleichsweise hohes Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt nicht annähernd so bedeutend, wie ein solider Landtagseinzug in Baden-Württemberg. Und an dem Fakt, dass die Bundestagswahlen in den bevölkerungsreichen Bundesländern im Westen entschieden werden, wird auch die AfD nicht vorbeikommen. Die AfD wird sich nach 2016 häuten. Darauf gehe ich jede Wette ein.

      • Eine erneute Spaltung ist nicht unwahrscheinlich, doch dabei wird erneut der rechtere Flügel gewinnen. Heute war schon wieder schlimme Hetze gegen Herrn Meuthen zu lesen, weil er gestern im Fernsehen Herrn Frohnmaier und dessen Unsinn nicht noch offensiver verteidigt hat als ohnehin schon.

      • Dass der „Flügel“ jetzt so reagiert, ist verständlich, da er es sich im Moment noch leisten kann. Wenn er es nach den Wahlen dann weiter treiben sollte, würde er damit sein eigenes Ende einläuten. Jeder, der etwas von politischen Zusammenhängen versteht und etwas Machtinstinkt hat, und dazu zähle ich sowohl Frau Petry, als auch Herrn Meuthen, wird erkennen, dass es nach dieser Protestwelle unbedingt einer Mäßigung und inhaltlichen Konsolidierung bedarf. Ideologen sind dafür blind und daher ein Garant für den Misserfolg. Im Ernstfall wird der Flügel im Jahr 2017 Geschichte sein.Es gilt die alte Weisheit: „Nach ganz fest, kommt ab!“

      • Die AfD bedarf seit 2014 der Mäßigung (natürlich nicht zu weit, aber von der Richtung her), doch das Gegenteil einer zunehmenden Radikalisierung ist der Fall. Es ist auch nicht zu sehen, wer das wie umkehren könnte. Die Ideologen sind tatsächlich ein Garant für den Misserfolg der AfD insgesamt, aber innerhalb der AfD ist rechte Ideologie ein Garant für Erfolg. Sie können das selbst bei der nächsten Versammlung oder Facebook einmal ausprobieren. Ich wette, dass Sie für einen besonders radikalen Spruch mehr Zuspruch erhalten als für einen gemäßigten.

      • Ich gehe aus bekannten Gründen zu keiner AfD-Veranstaltung mehr.

        Aus meiner Sicht hat die AfD bereits mit ihrer Fixierung auf die CDU ihr geistiges Potential ausgereizt. Das liberale Element, verbunden mit dem Geist von 1848, das zu Anfangszeiten einen Großteil der Motivation ausgemacht hat, ist zwischenzeitlich fast vollständig verloren gegangen. Wenn nach der Protestwelle keine inhaltliche Konsolidierung und Mäßigung erfolgt, wird sie in der deutschen Parteienlandschaft keine weitere Berechtigung haben.

    • Ich gehe davon aus, dass die nächsten Landtagswahlen für die AfD auch innerparteilich die Entscheidung bringen werden. Eine starke Fraktion in Baden-Württemberg wird eine ganz andere Bedeutung haben, als die derzeit überrepräsentierte Fraktion in Thüringen. Und Rheinland-Pfalz fällt stärker ins Gewicht als Sachsen-Anhalt. Insofern rechne ich mit einer Mäßigung der Partei. Sollte sich der „Flügel“ bis dahin als nicht integrierbar erweisen, werden Petry und Meuthen mit Sicherheit unnachgiebiger gegenüber drastischen Rechtsauslegern werden.

      • Das ist ein sehr optimistisches Szenario. Vermutlich fährt die AfD in Sachsen-Anhalt das relativ beste Ergebnis ein, was der rechte Flügel als seinen Erfolg verkaufen wird. In Baden-Württemberg könnte es durchaus sein, dass Herr Meuthen gar nicht in den Landtag gewählt wird und z. B. Herrn Frohnmaier die Fraktion anführt.

      • Frohnmaier hat den idealen Wahlkreis, der wird mit Sicherheit im Landtag sein. Typische Mittelstädte mit industrieller Prägung, das ist AfD-Hochburg und da kann er sicherlich 15 Prozent und mehr holen.

        Wenn es Meuthen nicht in den Landtag schafft, dann kann man die AfD beerdigen. Dann dürfte Höcke die AfD zur Bundestagswahl anführen. Höcke allerdings kann ich mir selbst als Protestwahl nicht mehr vorstellen, weil ich mir bei ihm nicht sicher bin, was er bereit wäre zu sagen und zu tun, wenn er eine Mehrheit bekäme. Das wäre ein Spiel mit dem Feuer, das ich wohl nicht mit meinem Gewissen vereinbaren könnte.

      • Auch die Merkel-Kritik hat Grenzen. Eine nicht wirklich seriöse AfD kann man deshalb vielleicht noch wählen, nicht aber die NPD, für die Herr Höcke in Wirklichkeit steht.

      • Ich glaube nicht, dass die AfD in B-W schwächer sein wird als in S-A. Poggenburg schreckt selbst in S-A ab und als Pleitier wird er weiter an Reputation verlieren. Meuthen ist da schon ein anderes Kaliber. Auch darf man nicht vergessen, dass B-W deutlich stärker von der Flüchtlingskrise betroffen ist (mehr Migranten, dichter besiedelt, ohnehin bereits verbreitet Wohnungsnot). Da B-W ohnehin traditionell konservativ wählt, halte ich 15 Prozent für realistisch. Gerade in Städten mit Erstaufnahme (gibt es zu genüge, auch Frohnmaier wird davon profitieren) ist die Stimmung mit der CDU und SPD am absoluten Tiefpunkt.

      • Wollen wir wetten, dass die AfD in Sachsen-Anhalt ein höheres prozentuales Ergebnis erreichen wird als in Baden-Württemberg? Das wird nicht wegen, sondern trotz Herrn Poggenburg so kommen, falls nicht doch die NPD der AfD große Stimmanteile abnimmt.

  7. „Wenn es eine aussichtsreiche seriöse Partei gäbe…“ – Tja, wenn….

    „Letztlich wären sie in Regierungsverantwortung noch viel schlimmer als Frau Merkel.“ – Als ehemaliger Bezirkssprecher von Friedrichshain-Kreuzberg (Nachbarbezirk von Mitte – Frau von Storch ist dort Sprecherin und war vorher Koordinatorin), der seit Parteigründung dabei war (bis halt Essen), weiß ich, dass sie 100% Recht haben – ich habe dafür viel zu viel Einblicke bekommen und viel zu viel ‚life‘ miterlebt, um das ihnen nicht sofort zu unterschreiben. Mich hat das regelrecht zur Verzweiflung gebracht – vor allem aber auch, dass die normalen Mitglieder so ‚dumm‘ und ‚ignorant‘ sind, da sie sich wirklich wie Lämmer verarschen lassen und einfach nicht sehen wollen, wie manche ihre Macht missbrauchen oder wie autokratisch sie agieren…. und das zwischen Worten und Taten ein riesiger Graben liegen kann.

    „Doch sie werden nie an der Bundesregierung beteiligt werden, könnten aber helfen, Frau Merkel aus dieser zu verdrängen.“
    – Weis ich nicht. In B-W sind die Grünen mit SPD dran. Lassen wir AfD dort irgendwas zwischen 10-15% holen und es keine Mehrheit für Grün-Rot mehr geben, dann dürfte Grün-Schwarz (CDU) die wohl wahrscheinlichste Option sein – also de facto: CDU hat ‚gewinnen‘ insofern, als sie nun in der Landesregierung sitzt: Sieg Merkel (denn diesen wird sie sich an die Fahne heften).
    Rheinland-Pfalz? – Da ist Rot-Grün dran. Selbe Spiel wie in B.-W.
    Sachsen-Anhalt? – Schwarz-Rot (SPD). Hier könnte die CDU rausfliegen – was für diese schmerzhaft wäre, da sie immerhin seit 2002 die Regierung stellt mit einem Juniorpartner (meist SPD – Aber ich glaube dies nicht, sondern dass eine Ampel wie Schwarz-Rot-Rot oder Schwarz-Rot-Grün wahrscheinlicher sich bilden würde. Rot-Rot wird es kaum geben, dafür wird die SPD zu viele Verluste einfahren dort.)
    Aber: selbst wenn Sachsen-Anhalt der CDU verloren geht, hätte die CDU und somit Merkel in zwei wichtigen Westdeutschen Bundesländern, gerade ja auch B.-W., ‚gewonnen‘, da sie von der Opposition in die Regierung einrücken würde. Und das Dank AfD sogar. Das dürfte ihre Position sogar noch stärken. Und die CDU ist ja dabei zurückzurudern – deshalb diese ganzen Anbietereien an Erdogan…. Die Frage ist vielmehr meiner Meinung nach, ob sie es noch rechtzeitig schafft den Flüchtlingszustrom einzuschränken und sich als ‚harte Kanzlerin, die durchgreift‘ zu verkaufen, oder ob 1-2 politisch(-mediale) Katastrophen im Umfang ‚Kölns‘ (z. B. ein erfolgreiches islamistisches Attentat, oder ein kleiner Straßenaufstand in einer Stadt durch unzufriedene ‚Flüchtlinge‘ etc.) genug CDU-Abgeordnete dazu bewegen sie fallen zu lassen (sehr unwahrscheinlich, ich weiß, wenn ich mir da diese ‚aufrechten Charaktervorbilder‘ anschaue). Die BT-Oppositon wird mehrheitlich kaum ein Misstrauensantrag gegen Merkel unterstützen und Bundestagswahlen sind nun mal erst Herbst 2017.

  8. Es ist gut, dass die AfD im März in mehrere Landtage einzieht. Aber die AfD sollte nicht stärkste Partei werden. Am sinnvollsten ist irgendwann eine Regierungskoalition aus ÖDP und AfD.
    Die Erfolge der AfD stärken glücklicherweise auch den rechten Flügel in der CDU. Die echten Konservativen fürchten zu Recht, dass sie immer mehr Wähler an die AfD verlieren.
    Es sollten immer mehr Menschen in Mobilheimen wohnen, mit Einsitzer-Autos fahren und sich von Urkost ernähren.
    Zudem muss die Kirche stark verkleinert werden. Es ist unsinnig, Messen durchzuführen. Stattdessen sollte man sich mit mystischen Erfahrungen (mit Zeitdilatation usw.) beschäftigen. Und mit Traumdeutung und Traumsteuerung (ohne einen gefährlichen luziden Traum herbeizuführen).

  9. Beim Versuch die AFD totzuschweigen erzeugen die Altperteien aber sehr viel Geschrei.
    Erinnert an einen Hühnerstall wo sich ein Fuchs nähert.

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