Haus bezahlt

Wir hatten letztes Jahr ein ‚Haus gekauft‘. Jetzt haben wir die Auszahlung des Kreditbetrages an den Hausverkäufer veranlasst, um dann hoffentlich nächste Woche das Haus wirklich übernehmen zu können. Die Bereitstellungszinsen waren ohnehin höher als die Kreditzinsen, was ich eigentlich für ein Unding halte. Außerdem benötigten wir noch eine Fälligkeitsmitteilung vom Notar, die dieser nicht von sich aus schickte, während wir seine Rechnung zwischenzeitlich dann doch schon bezahlt hatten, um weiteren Ärger zu sparen (siehe ‚Langsamer Kreditvertrag, schnelle Notarrechnung‘).

Insgesamt bin ich mit den bürokratischen Abläufen rund um einen Hauskauf nicht zufrieden. Das ist alles unnötig kompliziert, teuer und ineffizient. Aber manche leben davon, z. B. Notare, während auch der Staat gut verdient und die meisten Leute nur ein Haus im Leben kaufen, wenn überhaupt. Mir ist jedenfalls die Lust vergangen und ich bleibe dann wohl immobil in unserer Immobilie.

16 Gedanken zu „Haus bezahlt

  1. Vieles in Deutschland ist überbürokratisiert. Das kostet unnötig Geld und ärgert mich auch. Auf der anderen Seite haben wir aber eine hohe Rechtssicherheit für unser Eigentum. Das EU-Mitglied Griechenland hat noch nicht einmal ein Katasterwesen und bleibt damit hinter vielen Dritt-Welt-Staaten zurück.

    In einer Statistik habe ich irgendwo einmal gelesen, dass in den Niederlanden ca. 80% der Menschen im Eigentum wohnen, in Deutschland sollen nur um die 20% sein. An andere Stelle habe ich ja schon einmal geschrieben, dass ich ein Fan von Immobilien bin. Ich liebe das Gefühl zu sagen „das ist MEIN Haus“ und kein Vermieter kann mich da rauswerfen!

    Mit ihrem Haus werden Sie nicht immobil. Sie können es verkaufen oder vermieten, wenn Sie umziehen wollen/müssen. Außerdem bilden Sie mit derzeit geringer Zinslast Eigentum und sparen Steuern. Eine Familie braucht ein Nest. Denken Sie positiv!

    • Ich sehe das anders. Inzwischen sind gerade im Ruhrgebiet viele -besonders ältere- Leute gleichsam Gefangene ihrer Immobilien. Permanente Ausgabensteigerungen (stetig höhere Grundbesitzabgaben in unseren heruntergewirtschafteten Kommunen usw.), immer strengere Umweltauflagen uvm. bringen den Einfamilienhausbesitzer bei genauer Betrachtung in die Bredouille. Ich kenne inzwischen viele Leute, die heilfroh sind, endlich -oft mit Verlust- ihre Immobilie losgeworden zu sein. Tatsächlich dürften sich Immobilien allenfalls dann rentieren, wenn man im größeren Stil einsteigt. Für alle Anderen bleibt als einziger echter Vorteil, sich im eigenen Haus besser zu fühlen denn als Mieter

      • Immobilien können durchaus eine Last sein und immobil machen, insbesondere bei so hohen Transaktionskosten und -steuern wie in Deutschland. In den USA funktioniert der Markt für gebrauchte Immobilien viel besser. Wir haben vor allem wegen der günstigen Zinsen gekauft, weil dadurch die finanzielle Belastung im größeren Eigenheim niedriger ist als unsere derzeitige Miete. Der Kaufpreis war vielleicht trotzdem zu hoch, was auch wieder mit den Zinsen zusammenhängt.

    • @ danielsodenkamp
      Die Lebensqualität in NRW hat sich zumindest in den Städten stark verschlechtert. Überschuldete Kommunen können ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen und greifen mit Steuern, Abgaben und Gebühren saftig zu. Die Landesregierung versagt auf ganzer Linie. Zudem hat sich die Sicherheitslage durch in- und ausländische Unterschichten massiv verschlechtert. NRW gehört zu den am meisten „kulturbereicherten“ Gegenden Deutschlands. Wo das Umfeld nicht stimmt, ziehen die Leute weg, wenn sie es sich leisten können. Das wichtigste Kriterium für Immobilien ist die Lage!

  2. Ich wünsche Ihnen ja auch von Herzen viel Freude im neuen Haus. Meine grundsätzlichen Bedenken sind eben, dass ich diesen Umverteilungsstaat so interpretiere, dass man immer mehr schauen wird, wen man schröpfen kann. Der Hausbesitzer gehört ganz sicher zum Beuteschema. Und da wird eben nicht zwischen dem Zechenhausbesitzer und dem Kapitalanleger mit 30 und mehr Wohneinheiten differenziert. Viele kleine Immobilienbesitzer -insbesondere in selbstgenutzen Eigentumswohnungen- werden sich noch wundern ob der auf sie zukommenden Kosten in den nächsten Jahren. Die Politik von CDU und SPD und Grünen will immer mehr und mehr umverteilen. Einfach grauenhaft

  3. Besetzte Häuser gab es Westberlin , das haben diese Halbliberalen doch Hunderte Häuser besetzt.

    Warum müssen denn diese Halbanarchisten mein Haus besetzten, denkt sich Dilger, und verlangen dass ich Pommes koche und ihnen ein Halbes-Kilo Haschisch bringe.

    Ich bin ab jetzt für einen starken Staat und nicht mehr Liberal.

      • Hm,das mit dem schlanken Staat könnten sie gerne mal als Thema bringen.

      • Es muss klar und eindeutig definiert sein, was die Aufgaben des Staates sind UND was nicht! Dabei müssen Aufgaben immer möglichst auf der untersten Ebene erledigt werden (Subsidiaritätsprinzip). Bei der EU dürfen nur Aufgaben angesiedelt werden, die grenzübergreifende Aufgaben sind, alles andere muss im Rahmen einer vernünftigen EU-Reform auf die nationale Ebene zurück verlegt werden!

        Bei den Aufgaben, die der Staat zu erfüllen hat, muss er in der Tat stark sein! Er muss dabei schlank (minimale Bürokratie), sparsam (es ist das Geld der Steuerzahler) und effektiv (Zielvereinbarungen) arbeiten. ABER ER MUSS SICH DORT HERAUSHALTEN, WAS IHN NICHTS ANGEHT! Einen Babysitter-Staat lehne ich nicht nur ab – ich bekämpfe ihn!!! Es wird mir übel, wenn ich den Begriff „Vater Staat“ höre…..

  4. Die 6,5 % Grunderwerbssteuer macht auch einen Riesenbatzen Geld bei der typischen Haussumme. Immerhin geht das wohl an die Kommune. Bei den laufenden Ausgaben sind das Wasser (Abwasser und Frischwasser und „Regensteuer“) und der Strom beim durchschnittlichen 4 Personen Haushalt mit etwa 1500,- pro Jahr auch nicht ohne. Das alles vor dem Hintergrund, dass seit Euroeinführung die Nettolöhne kaum gestiegen sind und der Euro inzwischen fast nur noch die Kaufkraft der DM hat. Also quasi fast Halbierung der realen Einkünfte nach Kaufkraft vor dem Hintergrund gestiegener Abgaben.

    • Die Grunderwerbsteuer ist eine Landessteuer. In NRW reicht das Land allerdings vier Siebtel an die Gemeinden weiter (pauschal geschlüsselt). Abgaben für Wasser und Strom müssen auch dann geleistet werden, wenn man Miete zahlt, haben also mit der Kaufentscheidung relativ wenig zu tun.

  5. Herr Prof. Dilger, es scheint beim Hauskauf wie bei Ihrem Verhältnis zu den Steuererklärungen zu sein- Sie scheinen sich in privaten Angelegenheiten gelegentlich selbst im Weg zu stehen 🙂
    Dies ist nicht abwertend gemeint- vielmehr ist es als Anregung für eine Selbstanalyse von einem erheblich älteren ehemaligen Parteifreund gedacht.

    • Ihren Hinweis verstehe ich nicht. Das Haus habe ich doch gekauft und die überwundenen Hindernisse kamen von außen. Bei der Steuererklärung habe ich gar keine Wahl, den Hauskauf hätte ich natürlich auch lassen können.

  6. Es ist so ein Gesamteindruck aus mehreren Blogs persönlichen Inhalts, den man an dieser Stelle auch nicht weiter diskutieren kann. Ich habe
    1 EFH allein , Mehrfamilienhäuser in BGB-Gesellschaft erworben, Eigentumswohnungen vermietet und veräußert , und alles lief wie geplant und vereinbart ab, wobei auch ich im Immobilienbereich nicht beruflich tätig bin.

    • Vielleicht hatten Sie mehr Glück oder für mich unerwartete Hindernisse bereits eingeplant. Durch Erfahrung wird man auch klüger und besser, doch die meisten Menschen kaufen nicht mehrere Immobilien.

  7. Pingback: Haus übernommen | Alexander Dilger

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