Merkel-CDU macht Bürger politisch heimatlos

Im Gegensatz zum stellvertretenden SPD-Bundesvorsitzenden Ralf Stegner (siehe ‚Nutzt die AfD Frau Merkel?‘) fordert der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Oppermann von der CDU keine SPD-Politik, sondern stellt fest: „‚Merkel macht Millionen Bürger politisch heimatlos'“. Er gab folgende Antwort auf die Frage „Ist der Aufstieg der AfD der Preis für die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung?“:

Der Zulauf für die AfD liegt vor allem daran, dass der Staat in der Flüchtlingskrise ein hilfloses und chaotisches Bild abgegeben hat. Die CDU lässt außerdem eine Repräsentationslücke zu. Bodenständig Konservative haben in der CDU keine politische Heimat mehr. Merkel macht Millionen Bürger politisch heimatlos. Das ist ein schweres Versäumnis und ein Grund dafür, dass auch nicht extreme Wähler zur AfD abwandern.

CDU-Generalsekretär Peter Tauber bestätigt auf seine Weise, dass die Union keine bürgerliche Partei mehr ist (siehe auch ‚Wahlberechtigte sehen CDU erstmals links der Mitte und AfD weit rechts‘), indem er selbst unzivilisiert herumpöbelt: „‚Sie Arschloch‘ – Tauber kanzelt Facebook-Pöbler ab“. Gerade bei Facebook gibt es schlimme Entgleisungen, an denen man sich jedoch nicht selbst beteiligen sollte. Wer es doch tut, ist kein seriöser bürgerlicher Politiker. Ein Generalsekretär muss austeilen können, aber nicht so und schon gar nicht gegen einfache Wähler. Aber das ist gar nicht der erste Aussetzer aus dem Umfeld der Kanzlerin. So schimpfte gegen Wolfgang Bosbach der damalige Kanzleramtsminister Roland „Pofalla: ‚Ich kann deine Fresse nicht mehr sehen'“.

Zumindest in diesem Blog sollten wir einen gepflegteren Umgangston beibehalten und das zitierte A-Wort nicht wiederholen. Man kann doch z. B. auch höflich seinem Wunsch Ausdruck verleihen, keine weitere Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin Angela Merkel mehr sehen und hören zu wollen.

62 Gedanken zu „Merkel-CDU macht Bürger politisch heimatlos

  1. Merkel und ihre Handtaschenträger haben die CDU eindeutig nach links verschoben und wildern bei Themen und Anhängern von SPD und Grünen. Insbesondere die SPD kommt daher nicht mehr wirklich über 25% hinaus.

    Im bürgerlich-konservativen Bereich hat die CDU aber Terrain aufgegeben, das von der linken Presse „rechts“ genannt wird, um alle nicht-linken Meinungen in NPD-Nähe zu rücken, für vogelfrei zu erklären und zum medialen Abschuss freizugeben. Das fruchtet aber heute schon bei vielen jungen Leuten nicht mehr, die die „Kulturbereicherung“ durch Eindringlinge am eigenen Leib in der Schule, auf der Straße und in der Disco erleben.

    Nur wenn wir alle den gemäßigt rechten Bereich jenseits der CDU aktiv unterstützen, kann die CDU in einer Ära nach Merkel wieder zu ihrer ursprünglichen Position zurück finden. Franz-Josef Strauß, den ich noch heute verehre, hätte das mit der damals „Vierten Partei“ (bundesweiter CSU) knallhart durchziehen sollen. Republikaner, DSU, Schill und AfD wären dann niemals entstanden.

    • „…kann die CDU…nach Merkel wieder zu ihrer ursprünglichen Position zurück finden.“
      Wird wahrscheinlich nicht so kommen, weil die AfD jetzt „das Original“ ist und hoffentlich den Platz zu besetzen versteht.
      Da kommt es ihr zugute, daß die CDU mit dem letzten Parteitag geschlossen in den Verdrängungswettbewerb um sozialliberale Positionen eingetreten ist.

  2. Sie haben Recht! Für den „verwaisten bürgerlichen Konservatismus war das die Union.“
    Die Betonung liegt auf „war“. Und das wird auch so bleiben,

    Es ist politisch einfach nicht zu erwarten, daß im Kern verlorenes Terrain von der Union zurückgewonnen werden könnte. Da helfen auch Seehofers Attacken nichts. Die Union ist für viele ein „fremdes Wesen“ geworden. Der taktische Erfolg Merkels wurde mit der Seelenlosigkeit der Union erkauft. Die Implosion der Union wäre daher sachlich nicht nur angebracht, sondern ein Segen für Deutschland, geradeso wie ein scharfer Nationalismus die richtige Antwort auf die Politik der letzten zehn Jahre wäre.

    Dies ist das wirkliche politische Spannungsfeld in Deutschland lieber Prof. Dilger.

    Darüber täuscht nicht einmal mehr der inflationäre, mit Stigmatisierungsmotiv unterlegte Gebrauch diverser verbaler „Totschläger“ hinweg, der im übrigen in der Folge jede kritische und sachgerechte Diskussion unmöglich macht!

  3. Eine Aussage, die für mich wieder vieles verändert hat, ist die jüngste Entgleisung von Manfred Güllner.

    http://www.deutschlandfunk.de/afd-waehler-das-sind-wirklich-anti-demokraten.694.de.html?dram:article_id=341291

    Ich finde diese Aussage ungeheuerlich und es ist für mich eindeutig Nazisprache. Herr Güllner weiß offensichtlich nicht, dass er hier über Menschen spricht und er es nicht nur mit einer homogenen Gruppe, sondern mit einer Ansammlung von Individuen zu tun hat. Die Forderung Menschen mit abweichender Meinung zu ächten, (ohnehin ein bereits sehr fragwürdiger Begriff) bringt uns zurück ins frühe 20. Jahrhundert, wo alles abseits des Mainstreams, seien es uneheliche Kinder, Geschiedene oder Andersgläubige aus der Gemeinschaft ausgeschlossen und sozial ausgegrenzt wurden. Ersetzt man „in die Ecke stellen“ durch „an die Wand“, so würde das im Gesamtkontext seiner Aussagen gar nicht weiter auffallen. Eine kritische Gruppierung aIs „abnormal“ zu bezeichnen, ist nicht nur intolerant und undemokratisch, sondern menschlich unterstes Niveau. In welcher Gemeinschaft er sich dann befindet, muss ich nicht weiter erwähnen. Ich fühle mich beim Lesen dieser Aussagen angewidert und zwar genauso angewidert wie von den zahlreichen menschenfeindlichen Aussagen, die man auf dem Essener Parteitag zu hören bekam.

    Ich bin liberal und Demokrat durch und durch und lasse mich als 2-facher AfD-Wähler (Bundestagswahl und Europawahl) von exponierten Vertretern der veröffentlichten Mehrheitsmeinung nicht in dieser Art und Weise, mit der Intention meine soziale Existenz zu vernichten, (denn nichts anderes soll die soziale Ächtung bewirken) beleidigen. Schon gar nicht von illiberalen Schaumschlägern ohne jegliche Manieren und Anstand wie Güllner.

    Eigentlich hatte ich nicht mehr vor die AfD zu wählen, weil ich mich mit den vielen Parteimitgliedern vom Schlag Manfred Güllner (nur mit anderen inhaltlichen Aussagen ausgestattet) nicht mehr gemein machen wollte. Aber diese verbale Entgleisung, die ohne jegliche Widerworte in unserer Gesellschaft große Bevölkerungsgruppen nicht nur ausgrenzt, sondern gar sozial vernichten will, bringt mich zum Nachdenken. Wenn das der Zustand unserer Demokratie ist, dann gute Nacht. Diese Aussage ist nicht nur ein Angriff auf Politiker der Marke Höcke, sondern generell auf oppositionelle Ansichten und generell auf die Meinungsfreiheit in unserem Land.

    Nun ist ein Akt der Solidarisierung angesagt. Eine Solidarisierung mit allen Bürgern, die sich gegen das System der Unterdrückung von alternativen Ansichten zur Wehr setzen. Wer nicht Ansichten bekämpft, sondern die Menschen dahinter, der darf nicht weiter die Meinungshoheit in unserem Lande haben. Eigentlich sollte meine nächste Stimme aus Überzeugung an Alfa gehen. Nach dieser Entgleisung frage ich mich jedoch ernsthaft, ob eine Stimme des Protests für die AfD nicht angemessener ist. Wenn jedenfalls Menschen geächtet werden sollen und mit Politikern wie Herr Meuthen im Fernsehen nicht mehr gesprochen werden soll (und das aus dem Munde eines Ministerpräsidenten, der sich einst selbst in verfassungsfeindlichen Gruppierungen betätigte und von unserer Gesellschaft eine zweite Chance bekam), dann bin ich schockiert über den völlig verrotteten Zustand dieser Demokratie und muss vor allem erst mal ein Zeichen für die Meinungsfreiheit setzen. Nicht dass die AfD dafür ein Musterbeispiel ist, aber gegen sie richten sich die antidemokratischen Tendenzen aus der Mitte unserer Gesellschaft momentan am meisten. Alfa täte gut daran, dabei nicht mitzuspielen. Sie sollte die negative Entwicklung der AfD argumentativ begleiten, aber nicht anfangen selbst auszugrenzen, wo man doch selbst immer noch große Schwierigkeiten hat, überhaupt Räumlichkeiten für Parteiveranstaltungen zu finden.

    • Es ist keineswegs in Ordnung und selbst undemokratisch, die Wähler einer zugelassenen Partei anzugreifen. Über gewisse Funktionäre wie Herrn Höcke kann man durchaus diskutieren, aber das betrifft doch nicht alle Mitglieder oder gar Wähler gleichermaßen. Trotzdem mache ich meine Wahlentscheidung nicht von einem Herrn Güllner abhängig.

    • Was mich mehr schockiert war die unverhohlene Arroganz der Macht Norbert Lammerts gestern im ZDF. Zuerst lästerte über facebook und Internet-Foren, wie dieses hier ab, in denen frei debattiert wird. Dann mit maliziösem Lächeln :

      „Einen Unterschied zwischen dem Bundestag und all diesen Foren gibt es: Bei uns wird entschieden!“

      Das ist natürlich falsch. Im Bundestag entweder abgenickt wie bei der Euro-Rettung oder überhaupt nicht abgestimmt wie bei der Grenzöffnung.
      Aber der Herr Lammert wollte dem Zuhörer vermitteln:
      Meckern könnt Ihr soviel Ihr wollt, wir machen am Ende was wir wollen.

      Die Aussicht, dass ein zweistelliges Ergebnis in allen drei LTW für die AfD am 13.3 Herrn Lammert et aliter das damliche Grinsen im Gesicht gefrieren lässt, ist schon Grund genug die AfD zu wählen.

  4. Was will man auch von einer Kanzlerin erwarten, die mit einem türkischen Präsidenten paktiert, der Hitlers Regierungssystem bewundert und gleichzeitig einen ungarischen Ministerpräsidenten dafür kritisiert, die Dublin-Verordnungen einzuhalten und Grenzsicherung zu betreiben. Dass eine solche Kanzlerin, die zweifellos der größte Rechtsbrecher der Nachkriegszeit ist, von den Mainstreammedien nicht nur hofiert, sondern den Menschen in diesem Land als Retter und Garant in Notsituationen verkauft wird, ist an Hohn nicht zu überbieten. Unser Land hat wirklich nichts aus seiner Geschichte gelernt. Führergläubig wie eh und je.

  5. Herr Prof. Dilger

    Sie wissen das die AFD nicht nur aus Herrn Höcke besteht,also klammern sie sich nicht immer an Höckes Aussetzern um die AFD scheibchenweise madig zu machen.

    Die Konservativen bis Bürgerlichen und auch sehr Nationalkonservativen scheinen in der AFD eine Basis gefunden zu haben wo sie sich vertreten fühlen.Das scheint zu funktionieren und die Frage ist eigentlich nur,schafft es die AFD das Bürgertum so zu binden,das es eine 20% Partei wird.

    Das könnte gelingen,wenn die CDU noch weiter versagt und der sogenannte urplötzliche und böse Rechtsruck in Europa noch weiter zunimmt,statt abnimmt wonach es gefühlt ja irgendwie aussieht.

    Ich denke die Zeiten in denen man politisch alles mit sozial,liberal und konservativ sowie rechtsradikal betiteln konnte sind einfach vorbei.

    Es ist Unruhe im Land,das ist für uns nicht nur ungewohnt,es ist auch kein gutes Zeichen – weltweit,das das so ist.

    Die Zeiten,wo sie als reicher deutscher Tourist in Ägypten urlauben konnten sind vorbei.
    Erstens sind die Deutschen nicht mehr Reich und zweitens nicht Lebensmüde.
    Sie können ihrer Tochter auch nicht mehr erlauben Nachts mit der U – Bahn in die Disko zu fahren.
    Es wäre jedenfalls kaum noch zu verantworten,in den 80érn ging das noch problemlos.

    Und richtig,irgendwie hat nicht nur die CDU versagt,alle haben versagt.

    Wäre es nicht so,wäre es zumindestens in Deutschland anders als es ist,Begriffe wie Kinder und Altersarmut gäbe es nicht in einem der reichsten Länder der Welt und sie könnten noch ungehindert abends mit dem Bus fahren ohne mit Belästigung zu rechnen.

    Das dritte Reich will hier keiner mehr haben,aber eine vernünftige Ordnung und keine Lügen mehr.

    • Da Sie keine Lügen mehr wollen, sollten Sie zugeben, dass Herr Höcke nicht die einzige Made im Speck der AfD ist. Ich erinnere nur an das völlig antidemokratische Verhalten von Frau Petry und Herrn Pretzell in Siegen (siehe ‚Parteitag der Rechtsbrüche und Nein-Stimmen‘ und ‚Lucke kämpft und Parteitag endet als Farce‘). Welche vorzeigbaren bürgerlichen Funktionäre gibt es eigentlich noch außer Herrn Meuthen? Dabei müssen wir nicht darüber streiten, ob es um Deutschland und Europa noch gut bestellt ist. Es fragt sich nur, ob die AfD noch Teil der Lösung oder nicht inzwischen selbst Teil des Problems ist.

      • Welche vorzeigbaren bürgerlichen Funktionäre gibt es eigentlich noch außer Herrn Meuthen?

        Diese unnötige Provokation, weit unter der Gürtellinie, ist NICHT in Ordnung und ich hätte einem Wissenschaftler Ihrer Klasse und Ihres Niveaus NICHT zugetraut!

        Schauen wir uns den AfD-Bundesvorstand im Einzelnen an:
        Sprecher: Dr. Frauke Petry, Prof. Dr. Jörg Meuthen
        Stellvertretende Sprecher:
        Dr. Alexander Gauland, Beatrix von Storch, Albrecht Glaser
        Schatzmeister: Klaus-G. Fohrmann, Stellvertr. Schatzmeister: Bodo Suhren
        Beisitzer: Dirk Driesang, Julian Flak, Armin Paul Hampel, Georg Pazderski,
        André Poggenburg, Dr. Alice Weidel.

        An Gauland kann und soll man sich reiben! Noch vor 15 bis 20 Jahren haben Politiker von CDU/CSU nichts anderes gesagt als er!
        Poggenburg ist der einzige, den ich persönlich nicht gewählt hätte!
        Dass Sie Petry (auch wegen Ihrem neuen Partner!) nicht mögen, ist Ihre Sache! Auch ich habe Zweifel, dass Petry durchstehen kann, was vor ihr liegt, denn wer draußen ständig Schlachten schlagen muss, braucht die Familie (nicht nur einen Partner!) als Rückzugshort und nicht zusätzliche private Baustellen.
        Doch auch über die anderen Vorstandsmitglieder kann niemand etwas „Unbürgerliches“, bzw. etwas „Unvorzeigbares“ sagen!!! Glaser war ehrenwerter CDU-Kommualpolitiker, Pazderski hoch dekorierter Offizier, Hampel seriöser Auslandskorrespondent, Weidel ist Karrierefrau und von Storch eine aristokratische Ikone.

      • Ich möchte hier nicht jeden diskutieren, zumal viele Menschen einschließlich mir gar nicht alle kennen. Nehmen wir nur Herrn Gauland. „Noch vor 15 bis 20 Jahren haben Politiker von CDU/CSU nichts anderes gesagt als er!“ Er selbst hat vor 15 bis 20 Jahren, ja selbst noch vor einem Jahr ganz anderes gesagt als heute. Er ist für mich die größte Enttäuschung. Wenn er seriös geblieben wäre, statt jetzt sogar noch den Rassismus von Herrn Höcke zu verteidigen, dann wäre es auch die AfD noch.

      • Weidel ist eine völlig wirre Frau, der man bereits äußerlich ansieht, dass irgendwas mit ihr nicht stimmt. Und obwohl sie Volkswirtschaft studiert hat, scheint ihr Fachwissen begrenzt zu sein und sie lieber Verschwörungstheorien anzuhängen. Diese Frau fordert doch tatsächlich eine einfache goldgedeckte Währung für Deutschland. Ich befürchte, sie hat keine Ahnung über deren Zusammenhänge und Implikationen und was der Grund war, warum einst mehrere! Nationen sich auf den Goldstandard (er diente einem Wechselkursmechanismus, der als wichtiger angesehen wurde als eine freie nationale Geldpolitik) einigten. Sie hat bestimmt auch keine Ahnung davon, warum er letztendlich gescheitert ist und wie gravierend die Auswirkungen nach heutigen Maßstäben waren (Griechenland lässt grüßen) . Es ist jedenfalls völlig irre, warum ein einzelnes Land seine Geldpolitik vom Verhältnis seiner wirtschaftlichen Entwicklung und der Entwicklung der weltweiten Goldschürfung abhängig machen sollte.

        Hampel durfte ich ihm Fernsehen sehen und obwohl seine Vita zweifelsohne bürgerlich und bemerkenswert ist, so wirkt er doch geistig nicht mehr auf der Höhe und ziemlich verkalkt. Ein Aushängeschild ist er sicherlich nicht.

        Gauland finde ich persönlich immer noch einen hellen Kopf und ich habe auch nichts zwingend gegen seine Aussagen, aber mit welchen Leuten er sich mittlerweile umgibt (nicht nur Höcke), finde ich schrecklich und dabei geht es mir bei denen nicht mal um einzelne Aussagen, sondern um das Gesamtbild, das sie abgeben.

        Von Storch halte ich für einen hellen Kopf und sicherlich für seriös, sie hat jedoch natürlich auch teilweise Ansichten, die weit und breit nicht mehrheitsfähig sind (was jetzt nicht zwingend schlimm ist).

        Über das Pleitepärchen muss man denke ich nichts sagen, die sind für mich beide aus persönlich Gründen (charakterliche Mängel) untragbar und unwählbar.

        Baden-Württemberg stellt insofern eine Sondersituation dar, dass sich dort sicherlich auch solche Leute betätigen, mir an vorderster Front aber vor allem Meuthen und Jongen bekannt sind, für die man sich sicherlich ohne Bauchschmerzen aussprechen kann. Und es kommt hinzu, dass aufgrund der schwierigen Teilnahmebedingungen andere Alternativen ziemlich begrenzt sein werden, auch Alfa wird in vielen Wahlkreisen wohl nicht antreten können.

      • @ Peter Burger
        Frau Weidel als „völlig wirre Frau, „der man bereits äußerlich ansieht, dass irgendwas mit ihr nicht stimmt“ und Herrn Hampel „geistig nicht mehr auf der Höhe und ziemlich verkalkt“ zu bezeichnen, entbehrt jeder Grundlage und ist beleidigend! Leider kenne ich Frau Weidel nicht persönlich, Herrn Hampel habe ich im November auf einer AfD-Kundgebung vor dem Mainzer Stadttheater live erlebt. Er ist ein hervorragender Redner!

        Und natürlich muss die Geldpolitik, auch die Geldmenge, in jedem Fall im Verhältnis zur wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes stehen. Eine zumindest teilweise Golddeckung kann ebenfalls nicht schaden und wurde von den USA zur Finanzierung des Vietnam-Krieges geopfert (Bretton Woods). Euro UND Dollar sind schwach und krisenanfällig gerade weil sich die Geldmenge leider nach politischen Zielen und NICHT nach Geldwertstabilität orientiert. Früher oder später wird Papiergeld zu seinem eigentlichen Wert zurück kehren: 0! Mit Verschwörungstheorien hat das nichts zu tun.

      • Dass es noch Schlimmeres als den Goldstandard gibt, bedeutet nicht, dass er gut ist oder war. Er führt nicht zu Geldwertstabilität, sondern zur Bindung an den stark schwankenden Goldpreis. Zugleich werden enorme volkswirtschaftliche Ressourcen verbraucht, um Gold zu erwerben und zu schürfen. Schließlich wird Hyperinflation dadurch keineswegs ausgeschlossen, wie die Geschichte voller Verwässerungen und Abschaffungen des Goldstandards lehrt.

      • Natürlich sollte die Entwicklung der Geldmenge in einem gewissen Verhältnis zu der Entwicklung des nominalen BIPs stehen. Money Targeting, um ein bestimmtes Inflationsziel zu erreichen, wie es einst die Bundesbank betrieb, basiert ja darauf. Die Entwicklung der Geldmenge an die Entwicklung des Goldstocks zu koppeln, entbehrt jedoch jeder sinnvoller Grundlage, zumindest in einem System freier Wechselkurse. Geldwertstabilität kann auch anders und mit sinnvollerer Grundlage erreicht werden. Übrigens waren die Preisschwankungen zu Zeiten des Goldstandards nur über lange Sicht gering, kurzfristig gab es sehr wohl sehr große Schwankungen. Die Entwicklung der Geldmenge an einem Wert zu koppeln, den man nicht selbst kontrollieren kann (Goldschürfung etc.) ist irrsinnig. Die Anpassungsprozesse, die im damaligen internationalen Goldstandard ohne Not (außer eben die Beibehaltung des Wechselkurses) notwendig waren, hatten teils verheerende Auswirkungen auf die Wirtschaft, deren Schwankungen weit größer waren als sie heute sind. Ich würde so weit gehen, dass der Versuch den Goldstandard nach dem 1. Weltkrieg wieder einzuführen, nicht ganz unschuldig an den Radikalisierungstendenzen in Europa war, welche letztlich zu Hitler führten.

        Gerade in Griechenland sieht man ja einmal mehr, wie wichtig eine unabhängige nationale Zentralbank wäre, die in der Lage wäre, frei gegen die Unterbeschäftigung vorzugehen und durch eine unabhängige Politik eine Abwertung herbeizuführen, die die Deflationsspirale, in welche sich einst auch zahlreiche Länder des Goldstandards befanden, beendet.

      • Ich bleibe dabei, dass das heutige Papiergeld und das Schaffen einer größeren Geldmenge aus dem Nichts, sowie die damit direkt verbundenen Schuldenorgien fast aller Staaten dieser Erde, die eigentlichen Gründe für Wirtschafts- und Finanzkrisen sind! Diese ganzen Blasen werden platzen. Mit den bekannten Maßnahmen von FED, EZB, IWF u.s.w. wird der Zeitpunkt für den großen Knall nur noch ein bisschen nach hinten verschoben.

        Als Konservativer liebe ich echte Werte (Immobilien, Beteiligungen an soliden Unternehmen, Edelmetalle, …) und als Freiheitlicher misstraue ich dem Staat.

      • Sie können Ihr Geld doch in echten Werten einschließlich Gold anlegen. Eine gewisse Entkopplung von Tausch- und Wertaufbewahrungsmittel muss nicht so schlecht sein. Wie stellen Sie sich im Übrigen den Übergang zu einem neuen Goldstandard vor? Ginge das ohne großen Knall oder befürworten Sie Selbstmord aus Angst vorm Sterben? Außerdem gab es auch schon früher unter dem Goldstandard oder sogar direkten Goldwährungen schwere Wirtschafts- und Finanzkrisen. Gute Politik führt zu gutem Geld und schlechte zu schlechtem, ganz unabhängig vom Gold.

      • Geld kann seine 3 Funktionen nur erfüllen, solange die Menschen dem besagten Geld auch einen Wert beimessen. Das gilt natürlich vor allem für die Wertaufbewahrungsfunktion, aber natürlich nehmen auch die Funktionen als Zahlungsmittel und Recheneinheit Schaden, wenn aufgrund Inflation der Geldwert nicht mehr stabil ist und Geld damit als Wertaufbewahrungsmittel ausgedient hat.

        Zwar ist Gold nicht nur Papier und wird wohl immer einen inhärenten Wert haben, da es auch abseits des vom Menschen als Schmuckstück zugesprochenen Werts als Edelmetall, etwa in der Industrieproduktion, Verwendung findet. Trotzdem schwankt natürlich auch dieser Wert beträchtlich und die Entwicklung und Schwankungen des Goldpreises bestätigen eindeutig, dass auch der Goldwert nicht stabil ist. Gold ist also keinesfalls per se das bessere „Geld“ im Vergleich zu unserem jetzigen System, in dem Papiergeld und Sichtgeld primär als Zahlungsmittel dienen.

        Die Lösung ist also keine Goldwährung, sondern eine glaubwürdige Zentralbank, so wie wir es in Deutschland immerhin rund 50 Jahre lang hatten.

        Mir wäre übrigens neu, dass das Bretton-Woods-System aufgrund der Vietnamproblematik sein Ende fand. Davon habe ich jedenfalls in keinem einzigen Lehrbuch und in keiner einzigen Vorlesung etwas gelesen oder gehört. Dass die Goldreserven der USA nicht ausreichen würden, die theoretischen Ansprüche ausländischer Nationalbanken zu erfüllen, das zeichnete sich bereits Jahre vorher ab. Im Prinzip war es bereits bei der Konstruktion des Systems klar, dass es irgendwann zwangsweise scheitern musste.

        Wer langfristig Vermögen aufbauen möchte, ist allerdings zweifellos gut beraten, nicht auf fiat money zu setzen, sondern in reale Werte, also Aktien, Immobilien oder auch Rohstoffe im richtigen Mix zu investieren.

      • Gold hat den Vorteil, dass es von sich aus knapp ist, während Papiergeld und andere Formen von Fiat Money knapp gehalten werden müssen, eine gut funktionierende Zentralbank also wichtiger ist. Die Bundesbank hat das ganz gut geleistet, bei der EZB ist es zumindendest zweifelhaft.

        Von einer geringen Inflationsrate wird die Zahlungsmittelfunktion nicht beeinträchtigt, in gewisser Weise sogar gefördert. Eine hohe Inflationsrate oder sogar Hyperinflation führen dagegen auch realwirtschaftlich zu Problemen. Schlimmstenfalls verliert das offizielle Geld seine Funktionen und wird durch anderes ersetzt.

        Der Vietnamkrieg hat durchaus eine Rolle dabei gespielt, dass die USA den Goldstandard auch offiziell aufgegeben haben. Ohne ihn oder bei einem günstigeren Verlauf wäre das Bretton-Woods-System allerdings später trotzdem an etwas anderem zerbrochen. Von daher war Vietnam eher ein Anlass als die Ursache. Im Grunde gibt es global aber immer noch den Dollarstandard, nur eben ohne das Gold, welches die Glaubwürdigkeit in den Dollar untergrub. Dem Euro ist es nicht gelungen, sich als zweite globale Leitwährung durchzusetzen.

  6. Das ist doch nichts Neues – seit vielen Jahren macht die CDU viele ihrer früheren Anhänger politisch heimatlos (zur Erinnerung: der skandalöse Umgang mit Martin Hohmann war bereits 2003!). Hauptsache, die merken das auch, lösen sich von ihrer teils jahrzehntelangen Milieubindung, lassen sich nicht von etablierter Hetzerei verunsichern und wählen AfD.

    • Kaum jemand lässt sich „von etablierter Hetzerei verunsichern“, sondern die AfD schreckt durch ihre eigenen Hetzer die anständigen Bürger ab. Ich erinnere einmal mehr an Facebook, wo ich inzwischen die Mehrheit der Freundschaftsanfragen aus dem AfD-Umfeld ablehne, weil den Betreffenden auch die NPD gefällt und/oder wahlweise Politikern, Flüchtlingen sowie Muslimen ein gewaltsamer Tod gewünscht wird.

      • Aus dem engeren AfD-Umfeld ist mir noch keine Hetzerei begegnet, was von entfernten Sympathisanten kommt, lässt sich nicht kontrollieren (da möchte ich allerdings auch nicht wissen, was z.B. so mancher Grün-, Linke- oder Sonstwas-Wähler bzw. -Sympathisant so von sich gibt, und das nicht nur verbal). Aus dem etablierten Umfeld hingegen ständig (z.B. Schäuble: „Dumpfbacken“, „Schande“, Gabriel: „Pack“, Tauber: „Arschloch“), nicht zu vergessen außerhalb direkter Parteitätigkeit ein F.A.S-Redakteur (Name vergessen, sinngemäß „bürgerkriegsgeil“); ein Mainzer Prof. Mielke (sinngemäß „stundenlang von der Polizei einkesseln“) und jüngst Güllner („Anti-Demokraten“; „ächten“). Nun, wo sitzen die Hetzer?

      • Sie wollen ja auch den offensichtlichen Rassismus von Herrn Höcke nicht erkennen. Wie unterscheiden Sie außerdem zwischen dem engeren AfD-Umfeld und entfernteren Sympathisanten? Wer das AfD-Logo auf seinem Facebook-Bild zeigt (z. T. nur das) und mit vielen AfD-Funktionären und -Mitgliedern dort „befreundet“ ist, scheint mir jedenfalls zum engeren Umfeld zu gehören. Ich möchte die Äußerungen dort nicht in meinem Blog zitieren, zumal ich mich von solchen Personen konsequent entfreunde, doch ich habe bereits die Richtung angedeutet.

  7. Ich habe gerade auf fb Peter Tauber gefragt:

    Wann hat der Deutsche Bundestag über die Grenzöffnung für „Flüchtlinge“ abgestimmt? Wann wurden Sie, Herr Tauber, gefragt ob Sie das wollen?
    NIE!!
    Sie sind genauso ein Wicht wie wir alle. Sie haben in diesen Land nichts zu sagen und nichts zu entscheiden. Über Sie wird entschieden. Wir „facebook-Hetzer“ und „-Pöbler“ haben das wenigstens erkannt und machen unserer Wut Luft. Sie, Herr Tauber, wollen das nicht sehen, oder was ich eher vermute, belügen das Volk gegen einen Judas-Lohn.

    Antwort kam bislang keine.

  8. Jedenfalls herrscht in der AfD ein innerparteiliche Diskussionskultur, an der sich jede Konsenspartei eine riesige Scheibe abschneiden könnte. Ich bin mit Gauland der Ansicht, dass die Grenzen der Diskussions- und Meinungsvielfalt allein die freiheitlich-demokratische Grundordnung setzt und sonst nichts. In diesem Rahmen bewegt sich die AfD und sonst nirgends. Zudem ist sie die einzige patriotische Partei Deutschlands und die einzige Grundgesetzpartei, weil nur noch die AfD dem Wohle des im Grundgesetz definierten Souveräns, des deutschen Volkes, von ganzen Herzen vertritt. Die führenden Politiker der Konsensparteien haben diesbezüglich in den letzten Jahren nur massenhaft Meineide geleistet. Kein Bürger braucht deshalb politisch heimatlos sein. Wenn er Mutbürger ist, hat er eine politische Heimat in der AfD.

    • Eine Partei und ihre Anführer können doch nicht jede nicht strafrechtlich verbotene Meinung vertreten (wobei die strafrechtliche Relevanz der Äußerungen von Herrn Höcke noch überprüft wird). Das machen die meisten AfD-Anhänger auch gar nicht, sondern greifen jeden an, der nicht ihre sehr spezifische Weltsicht teilt. Was halten Sie z. B. von der Meinungsfreiheit für Muslime oder Grüne?

      Ich bin dafür, jede Meinung zuzulassen, auch die von Herrn Höcke. Sie sollte nicht strafrechtlich sanktioniert werden, aber durchaus politisch. Wenn sich die AfD davon nicht distanzieren kann, sollte sich jeder anständige Bürger von ihr distanzieren.

  9. Giselher Suhr schriebt auf facebook:

    Zur AfD-Denuntiations- bzw. Debattenkultur z.B.in Bln z.B. über B. Höcke….“ Auch bei den Grünen gab es intensive Auseinandersetzungen zwischen „Fundis“ und „Realos“.

    Selbstverständlich ist das Fischen am „rechten Rand“ erlaubt und gut. Politische Inhalte werden von den Parteien und deren führenden Personen festgelegt. So etwas wie die Nürnberger Rassegesetze fordert niemand, und es hätte niemals eine Chance auf Mehrheiten in irgendeiner Partei, selbst in der NPD nicht. In Baden-Württemberg ist ein ehemaliger Maoist Ministerpräsident. In Thüringen stellt dieses Amt die Linkspartei, deren Vorgängerorganisation in der DDR eine brutale Diktatur betrieben hatte. Ehemalige NSDAP-Mitglieder (also Hitlers Parteifreunde) waren schon Bundeskanzler und Bundespräsident. Und jetzt soll es der Untergang der Demokratie sein, wenn jemand, der früher der Kleinstpartei Die Freiheit angehörte, einen Aufnahmeantrag in die AfD stellt? Was soll das? Viel wichtiger sind die Entscheidungsstrukturen innerhalb einer Partei. Kommen dort vielfältige Ansichten zu Wort? Wird debattiert und abgewogen?

    Dem kann ich nur zustimmen. Nehmen Sie Herr Dilger dazu Stellung?

    • Wo kommen denn noch in der AfD „vielfältige Ansichten zu Wort“? Wie sah denn die Abwägung zum Rassismus von Herrn Höcke aus? Wie demokratisch haben sich denn Frau Petry und Herr Pretzell in Siegen verhalten? Die Demokratie geht deshalb natürlich nicht unter (Frau Merkel ist eine viel größere Bedrohung), schon eher die AfD.

      • Herr Dilger,
        Ihre Aussagen sind wie immer kaum angreifbar und elegant. Nur leider fehlt mir manchmal die pragmatische Konsequenz. Wen wählen um seine Unzufriedenheit kund zu tun und eine Opposition zu fördern?
        Auch wenn afd und alfa nicht perfekt sind, so stellen Sie meines Erachtens momentan das kleinste übel dar und sind daher absolut wählbar.

      • Meine nächste Wahl ist erst 2017, doch ich werde mich auch wieder vor den anstehenden Landtagswahlen äußern. Mitte Februar soll es z. B. wieder Wahl-O-Maten geben. Ich bin sehr dafür, dass die AfD wieder wählbar wird. ALFA müsste hingegen überhaupt erst einmal den Status als Kleinstpartei überwinden. Unter diesen gibt es durchaus noch mehr inhaltlich interessante, die aber in kein Parlament einziehen werden.

      • Siegen war Kindergarten gegen die 99,8% Zustimmung für Frau Merkel in einer Frage die das Land spaltet. Die CDU ist immerhin die Regierungspartei. Damit muss an die CDU ein anderer Anspruch an innerparteiliche Demokratie gestellt werden als an eine neue Partei in statu nascendi.
        Höckes Äusserungen, die ich im Übrigen nicht für rassistisch halte, weil er nicht von genetisch determiniertem Verhalten ausgeht, wurden von beiden AfD-Vorsitzenden Petry und Meuthen klar veruteilt, das genügt.

        Übrigens wer es nicht weiß: Giselher Suhr ist ein bekannter Journalist und war Leiter verschiedender ZDF-Landesstudios. Ein Konservativer und wohl ehemaliger CDU-Anhänger, auf den der Titel „Merkel-CDU macht Bürger politisch heimatlos“ 100%ig zutrift.
        https://de.wikipedia.org/wiki/Giselher_Suhr

      • Es ist ein Unterschied, ob in einer Partei fast alle Delegierten gleich abstimmen (und der Vorsitzender einer anderen Partei dafür getadelt wird, „nur“ 74 % der Stimmen erhalten zu haben) oder ob völlig rechtswidrig von wenigen Personen zu abstrusen Zeiten an nicht eingeladenen Orten ein Parteitag simuliert wird.

        Sie dürfen Ihre Meinung zu den Äußerungen von Herrn Höcke haben, doch sie ist objektiv falsch. „Evolution“ kann man noch kulturell (miss)verstehen, „phylogenetisch“ ist ganz klar genetisch und in dem Zusammenhang biologistisch sowie rassistisch. Sie sollten einmal das „Höcke-Gutachten“ von Herrn Patzelt lesen, der sicher kein Gegner der AfD ist. Dass der Bundesvorstand nicht einmal eine formelle Rüge dafür zustande bringt, ist beschämend.

  10. Im Übrigen ist mir nicht klar, wo bei Herrn Höcke „Rassismus“ zu verorten ist. Seine Aussagen beim IfS waren wissenschaftlich fehlerhaft, unklug, missverständlich und von mir aus auch dumm – aber nicht rassistisch. Für seine Aussagen ist er zuerst von Bundessprecher Prof. Meuthen und dann vom gesamten Bundesvorstand deutlich gerügt worden. Das Gutachten von Prof. Patzelt, ansonsten recht ausgewogen, kommt an wenigen Stellen zu einem anderen Ergebnis, dies resultiert aber aus dem darin zugrunde gelegten Rassismus-Begriff, den man nicht teilen muss (wie es halt in Geisteswissenschaften so ist…). Fakt bleibt, dass Höcke die afrikanische Kultur nicht abgewertet (was m.E. das Essential von „Rassismus“ wäre), sondern sie eher noch der „lebensverneinenden“ europäischen Kultur als „lebensbejahend“ gegenüber gestellt hat. Wenn „Rassismus“ schon im Benennen von Unterschieden bestünde, wäre es bereits rassistisch, zu konstatieren, dass Asiaten in der Regel weniger Alkohol vertragen, Kölner meistens karnevalsaffiner sind als Niederbayern und Ostwestfalen (wie ich) zur Dickköpfigkeit neigen.

    • Die Abwertung einer Kultur ist gerade kein Rassismus, jedenfalls nicht im biologistischen Sinne. Aber ich glaube Ihnen nicht, dass Sie das nicht selbst wissen. Zumindest könnten Sie das leicht recherchieren, statt hier Nebelkerzen zu werfen.

      • Das Höcke-Gutachten Prof. Patzelts habe ich nun gelesen, ober besser gesagt überflogen.
        Na ja. Ich denke, dass höchstens zwei Prozent der Bevölkerung der Patzelt’schen Rassismus Definition so weit folgen könnten, dass sie grenzwertige Aussagen anhand der dortigen Definitionen zielsicher bewerten könnten. Sollten die anderen 98%, zu denen wohl auch Höcke gehört, zu diesem Thema schweigen, bis ein deutscher Trump ihnen Stimme gibt? Leute wie Prof. Patzelt haben die Aufgabe klare, einfache Definitionen zu liefern und z.B. statt zwischen einem biologischen (sic!) und kulturalistischen Rassismus zu unterscheiden einfach den ersten ohne Adjektiv belassen für den zweiten einen neuen Begriff einzuführen. So riecht das Ganze danach einen liebgewordenen Begriff retten zu wollen.
        BTW: Sie Herr Dilger reden vom „Rassismus biologistischen Sinne“. Herr Patzelt vom biologischen Rassismus. Sie sehen, wie schwierig die rechte Handhabung der Begriffe ist!

      • Das ist nicht so schwer mit den Begriffen. Herr Patzelt und ich meinen dasselbe. Ich schreibe deshalb nicht „biologischer Rassismus“, weil der Rassismus in der modernen Biologie gar keine Grundlage mehr hat.

      • Herr Dilger, damit haben Sie aber noch immer nicht erklärt, wo in den Aussagen von Herrn Höcke Rassismus zu finden ist. Ob Biologie oder Kultur – Abwertung bzw. Minderbewertung des Menschseins bzw. der Menschenwürde von Individuen der anderen Gruppe bleibt essentiell für „Rassismus“. Ansonsten hätte dieser Begriff wenig Sinn, vor allem in der politischen Diskussion.

      • Um es einmal drastisch zu formulieren, was Herr Höcke verquast und pseudowissenschaftlich verklausuliert ausgedrückt hat: Er hält Menschen aus Afrika für Ungeziefer, welches zigmillionenfach verrecken soll. Eigentlich ist das noch schlimmer als Rassismus und ich möchte mich damit gar nicht weiter befassen.

  11. A propos AfD, aktuelle Skandal in Köln wird nur AfD nutzen! Es ist egal ob AfD unwählbar ist oder nicht.
    Auch diese Situation kann keine Überraschung gewesen sein, besonderes für Behörden die solche Szenen wahrscheinlich monatelang oder wochenlang beobachten, aber Mangels Unterstützung durch Politik und Justiz immer nur zu spät reagieren!

      • Es ist interessant zu sehen wie sich die Stimmung verändert, ja fast radikalisiert. Ich beobachte das nicht nur bei Twitter und in einschlägigen Foren (bilde mir ein auch hier) sondern vor allem im Bekanntenkreis bis weit ins bürgerliche lager. Trotz aller möglicher Wahlsiege in den Ländern in nächster zeit, kann ich mir daher nicht vorstellen, dass das noch lange gutgeht. Sollte die Union in den drei Ländern künftig die Regierung stellen dürfte das zu einer noch weiteren Radikalisierung der Stimmung führen und die Stabilität ernsthaft anfangen zu wanken. Ereignisse wie in Köln sind zusätzliches Öl im feuer.

      • Die eigentliche Radikalisierung hat doch bei der Kanzlerin angefangen. Ihre derzeitige Politik wurde vor kurzem nur von Linksradikalen gefordert. Jetzt erleben wir eine Gegenbewegung, die übrigens bei unseren europäischen Nachbarn viel stärker ist. Diese wollen sich deutsche Willkürherrschaft nicht mehr gefallen lassen, auch wenn sich deren Inhalte völlig geändert haben.

  12. Rechtzeitig zum CSU-Parteitag werden die Übergriffe von Köln und Hamburg gemeldet.
    Warum erst nach 4-5 Tagen??
    Offenbar ist es doch nicht möglich, eine unbegrenzte Zahl von Zuwanderern jeglicher Art und Herkunft zu integrieren. Sollte die CSU es bundesweit mit ihren Vorschlägen versuchen?

    • Bezüglich Köln wollte sich niemand, weder Journalisten noch Politiker, aus der Deckung wagen, bis die Faktenlage erdrückend war.

      Die CSU-Vorschläge sind nicht ideal, aber viel besser als der scheinbare Fatalismus der Kanzlerin, mit dem sie ihre willkürliche Entscheidung als alternativlos verkauft.

      • Ich wüsste ja gerne mal wie lange die Polizei brauchen würde um die Grenzen nach Osteuropa wirklich zu schließen in einem Ausnahmezustand. Ich kann mir gut vorstellen, dass im Falle eines terroristischen Anschlags in Deutschland die Grenzen innerhalb von 24h dicht wären.

      • Die Grenzübergänge ließen sich noch deutlich schneller schließen bzw. wieder ordentlich kontrollieren. Es fehlt allein am politischen Willen. Dabei ist momentan die Grenze nach Österreich am relevantesten. Da in Österreich niemand verfolgt wird, wäre das auch rechtlich und humanitär in Ordnung.

      • Köln schockiert mich nicht einmal.

        Mittlerweile brauchen doch bereits Schulen Sicherheitsdienste, um zu verhindern, dass Asylbewerber, die sich ihr Zubrot im benachbarten Park im Drogenhandel verdienen, den Schülern ihre Wahre anbieten.

        In anderen Orten mit Erstaufnahme wie Sigmaringen, der Heimat vom Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg Winfried Kretschmann, musste im Krankenhaus! ein Sicherheitsdienst installiert werden, weil die Sicherheit der Mitarbeiter nicht mehr anderweitig gewährt werden konnte.

        In gewisse Straßenecken traut man sich doch nachts schon lange nicht mehr, zumindest alleine.

        Selbst auf einer Refugee-Welcome-Party wurden zahlreiche Frauen von Asylbewerbern unsittlich angefasst und zwar so zahlreich, dass sich selbst der Veranstalter zu einer Stellungnahme genötigt sah. Es ist offensichtlich, dass die kulturellen Differenzen, wohl auch in Verbindung mit der hohen Männerdichte ohne jegliche Privatsphäre in den Unterkünften, sich bei vielen Flüchtlingen in einem Verhalten äußert, das nicht nur nicht angebracht ist, sondern eine Gefahr für unsere gesamte Gesellschaft darstellt und Traumata bei den Opfern auslösen kann und wird.

        Köln ist jetzt nur ein neuer trauriger Höhepunkt, der leider die Aussagen von Björn Höcke bestätigt, dass die Angsträume für Frauen zunehmen. Hätte er seine Argumentation aufgrund seiner Ideologie nicht mit völkischem Gedankengut verknüpft, müsste man jetzt bei ihm Abbitte leisten. Ich möchte gar nicht wissen, welche schrecklichen Zustände alleinstehende Frauen in den zahlreichen Unterkünften erleben müssen, es ist dringend geboten, sie getrennt unterzubringen. Leichte Andeutungen davon bekam man ja schon in einzelnen Artikeln von FAZ und Welt mit.

        Nur ein Thor kann jetzt nicht auf die Idee kommen, die Zugangszahlen der größtenteils jungen Männern zu beschränken und zusätzlich so zahlreich wie nur möglich, wieder in die Heimatländer abzuschieben. So sind wir jedenfalls auf dem Weg zu Zuständen, gegen die langfristig die französischen Banlieus Kindergarten sind. Leider sind die Thore in Deutschland zahlreich.

        Ich bin wirklich auf die Landtagswahlen gespannt. Mich würde brennend interessieren wie eine Frau, die sowas erleben musste (in Stuttgart gab es ja vergleichbare Vorfälle), letztendlich wählt oder ob sie zumindest im Geheimen ihr Kreuz nicht doch bei der AfD macht. Mich interessiert brennend wie die Gemeinden, die die Hauptlast (also die Erstaufnahmeeinrichtungen beherbergen) zu tragen haben, also Kleinstädte wie Meßstetten, Ellwangen oder Sigmaringen in ländlichen Gebieten auf der Schwäbischen Alb, und tausende Menschen fremder Kulturen in völlig überfüllen Einrichtungen aufnehmen, sich in einer geheimen Wahl äußern. Das Ergebnis dort wird uns wohl Hinweise dafür liefern, welche politische Diskussion wir in einigen Jahren überall haben werden, wenn auch der letzte Bürger mit den neuen Zuständen ausreichend konfrontiert wurde.

  13. Ein paar Worte eines ehemaligen Bezirkssprechers (eines Berliner Bezirkes) zu der Angelegenheit, der mittlerweilen weder bei der Afd noch bei Alfa ist.
    Zuerst einmal: Alfa ist auch nicht besser als die AfD und für jeden Demokraten genauso unwählbar die die AfD, wenn man sich die Personen ansieht.
    Bei der AfD tummeln sich mittlerweilen ziemlich viele mit gar ganz merkwürtigen bis offen rassistischen Ansichten – siehe Höcke & Co. Was bei der AfD aber gegeben ist,und nicht bei Alfa, das ist die demokratische Ausrichtung (noch). Lesen sie einmal die Satzung von Alfa und sie wissen, wie eine streng hierarchische Partei, bei der das einzelne Mitglied möglichst wenig zu sagen hat, aufgebaut ist. Man sollte nicht vergessen, dass der Streit zwischen Lucke und seinen Leuten einerseits und dem ‚anderen Lager‘ (Gauland und noch später Petry sind erst auf diese Linie eingeschwänkt und waren vorher Lucke-Leute) vor allem um die (basis-)demokratische Ausrichtung ging und darum, dass Lucke sich das ‚Heft‘ nicht aus der hand nehmen lassen wollte – auch demokratisch nicht. Man schaue sich doch einfach einmal Erfurt an oder was Lucke so alles über (Parteiinterne) Querulanten losgelassen hat oder welche Satzungsänderungen denn da vorgeschlagen wurden vom ‚Bundesvorstand‘.
    Sicherlich war das immer auch ein Kampf gegen die ‚Nationalkonservativen‘, aber genauso gut ging es gegen die Liberalen und Basisdemokraten – denn es ging hier immer auch um Machtsicherung und Entscheidungsgewalt (z. B. der Bundesvorsitzende in die Länder hinein). Einerseits eine Notwendigkeit, wenn ‚Fehlentwicklungen‘ auftreten (die wer bestimmt ?), andererseits eine gute Gelegenheit, um damit zu begründen, wieso die eigene Machtposition ausgebaut werden müsse. Des weiteren kann man meiner Meinung und Erfahrung nach sagen, dass sich innerhalb der AfD vor allem Interessensgruppen und Seilschaften durchgesetzt haben, die über Hinterzimmerabsprachen Entscheidungen von Parteitage vorwegnehmen und über die Besetzung diverser Posten jegliche, auch berechtigte Kritik abblocken bzw. sich (teilweise) auch nicht an die Satzung gebunden fühlen, sondern wie ‚Landesherrn von Gottes Gnaden‘ ihre Bundesländer regieren.
    Das ist die eine Ebene – die interne und personale – und für mich nach dem was ich erlebt habe und was ich von manchen weis, eis ich, dass ich AfD und Alfa nicht wählen kann.
    Jetzt gibt es aber noch eine andere Ebene – nennen wir sie die politische.
    Den meisten Wählern ist es nämlich ziemlich egal, wie innerhalb einer Partei Personen an Posten kommen oder wer auf einer Liste wie kommt bzw. dann steht.
    Auch werden in den seltensten Fällen Parteiprogramme von Wählern gelesen. Viel wichtiger ist es, was öffentlich gesagt wird , wie das eingeordnet wird und – eine wesentliche Komponente bei Wahlen – welche gesellschaftliche Stimmungslage bedient wird.
    Der Erfolg der AfD beruhte nicht darauf, dass wirtschaftsprofessoren eine berechtigte, sachliche Kritik an der EU und der Bundesregierung in der sog. ‚Griechenlandkrise‘ geäußert haben, sondern darauf, dass sie ein halbwegs seriöse Opposition darstellten und somit als Alternative für die auf einer emotionalen Linie (!) abgelehnte ‚Bundestagsrichtung‘ darstellten. Sehr viele Wähler lesen noch nicht einmal eine seriöse Tageszeitung – die meisten Menschen verfügen erst gar nicht über die Kenntnisse, dass sie entsprechend komplexe Problematiken selbst erfassen könnten oder gar die entsprechenden Lösungsvorschläge auf diesen Hintergrund sachlich korrekt beurteilen könnten. Sie sind auf ‚vereinfachungen‘ angewiesen – was ja auch legitim ist – und hierfängt die Ebene der Emotionen an, denn wem sie dann vertrauen, dass dieser ihnen die Lage und die Lösungen vereinfacht korrekt offeriert, wird idR. emotional entschieden. Darum hat auch Alfa keine Chance (im gegensatz zur AfD), denn sie wecken keine Emotionen durch entsprechend plakative und ‚eindeutige‘ Problembenennungen und Lösungsvorschläge. Ein herumpöpelnder Höcke mit seinen offen rassistischen Ausfällen ‚überzeugt‘ da mehr – denn was ankommt ist vor allem auch die Botschaft: ‚ich bin strickt gegen die Flüchtlingspolitik‘. Damit bezieht er eine eindeutige Position, die sich gegen die ebenfalls emotionale Botschaft der Befürworter der ‚Flüchtlingspolitik‘ richtet und somit eine Alternative darstellt. Es geht dabei weder der einen noch der anferen Seite politisch primär um sachlich begründbare und haltbare Problemlösungen, sondern darum emotionale Zuordenbarkeit bieten zu können, um so die Masse all derer, die eben sich nicht vertieft sachlich mit dieser Problematik auseinandersetzt, zu erreichen und an sich zu binden als Wähler. Das schon pseudoreligiöse Hochhalten von sog. ‚Flüchtlingen‘ mit einen quasi hypermoralischen Ausschließlichkeitsduktus ist genauso unsachlich, aber auf emotionale Radikalisierung angelegt, wie das Schüren von Überfremdungsängsten von Höcke & Co. Die politische Methode der Emotionalisierung und politischen Radikalisierung haben wir doch schon seit Jahrzehnten – und da stellt Höcke nicht wirklich etwas Neues dar – z. B. auch bei Themen wie Umweltschutz, Klimawandel, Waldsterben (erinnert sich och einer an die Demonstrationen ?), Atomkraft oder eben Europa/Europakrise oder auch beim Thema Rechtsradikalismus (a lá: der Widerstand gegen Hitler wird immer stärker, je länger das Dritte Reich vorbei ist).
    Insofern sollte man die AfD weniger als eine Partei begreifen, die eine sachliche, an der Erfahrung und der Realität angepasste Lösung eines Problems anbietet (das macht übrigens keine einzige Partei), sondern mehr als ein Ausdruck der Unzufriedenheit von Wählern mit der Politik und vor allem emotionalisierten Positionen und Botschaften der ‚etablierten Parteien‘ beim sehr emotionalen Thema ‚Flüchtlinge‘ und ‚Europa‘.

    • Leider muss ich Ihnen größtenteils zustimmen, auch was ALFA und Herrn Lucke angeht.

      Die Emotionalisierung ist wichtig, doch darin darf sich Politik nicht erschöpfen. Idealerweise wird inhaltlich gute Politik auch gut verkauft. Am schlimmsten ist es, wenn schlechte Politik gut verkauft wird, was der Kanzlerin zumindest noch halbwegs gelingt. Die AfD steuert auf einen Zustand schlechter Politik mit schlechter Außenwirkung zu, sobald die Flüchtlingskrise irgendwann zumindest halbwegs angegangen wird (was hoffentlich 2016 geschieht).

      • Ich weiß nicht, ob es die Kanzlerin ist, der das nach Belieben gelingt. Das sind für mich, weshalb auch immer, die Medien, die Angela Merkel treu verbunden sind. Insbesondere natürlich die Bild, die die ansonsten eher als kalt wahrgenommene Frau zur „Mutti“ machte und dadurch eine Figur erschuf, die sich entgegen jeglicher Realität bis heute hält. Eine Bezeichnung, die ihr 2013 mMn. mindestens 5 Prozentpunkte brachte.

        Ich kann mich noch an die Bundestagswahl 2005 erinnern, die ich damals noch nicht wahlberechtigt aus einem unbedarften Blickwinkel beobachten konnte. Bereits damals genoss sie die Unterstützung der Medien und Schröders Aussetzer nach der Wahl empfand ich als gerechte Genugtuung, weil ich damals ebenfalls den Eindruck bekam, man habe ihn niederberichten wollen.

        Das war 2002 noch anders, da wurde Stoiber noch verspottet und Merkel als die Frau wahrgenommen, die den sozialen Kahlschlag wollte. Irgendwann danach hat es klick gemacht und Merkel wie die CDU wurden die Lieblinge der Medien.

        Es ist ja nicht so, dass z.B. die SPD völlig versagt, bzw. nichts durchsetzt wie einst die FDP. Und es ist ja (leider) auch nicht so, dass diese Projekte in der Bevölkerung nicht beliebt wären. Nur kommt beim Bürger am Ende immer der Eindruck an, dass es Merkels Entscheidung war. Für mich ist das ohne Medienunterstützung, die unterbewusst seit Jahren Schwarz-Grün fördert und fordert, unmöglich.

    • Sie mögen ja in punkten recht haben,aber was folgt daraus für den „demokratischen wähler“?Wen werden Sie denn wählen? Die grauen Panter? Die Partei? Wir können hier schöne akademische Diskussionen führen, aber letzten Endes muss man derzeit meines Erachtens pragmatische Kompromisse machen an der wahlurne.

    • Herrn Baares Betrachtungsweise ist in puncto AfD durchaus richtig. Mitglieder der AfD moechten sich gerne als eine protestierende Buergerbewegung ohne vernuenftige Fuehrung verstehen. Eine Art „Atomkraft, nein danke“ oder Stuttgart21 Bewegung. Je lauter, absurder, chaotischer, peinlicher desto besser! Eigentlich ist AfD eine schwer kompromitierte Partei, denken wir nur an Wahlen in NRW, und lebt noch heute nur durch Merkels Migrationskrise.

      Nivellierung zwishen AfD und ALFA hinkt! ALFA erfuellt Anforderungen die serioese liberal-konservative Waehler an eine politische Partei stellen und bietet realistische Loesungsvorschlaege an. ALFA lehnt s.g. Wilkommenskultur ab, bejaht Hilfe (am besten vor Ort) fuer Menschen die Hilfe wirklich brauchen. ALFA ist nicht kompromitiert und mit einer erprobten und prominenten Fuehrung leistet ernsthafte Arbeit in EU Parlament und EU Institutionen. Und ALFA ist eurokritisch, dadurch unterscheidet sie sich von FDP.

      Also eine echte Alternative fuer Menschen die mehr von der Politik erwarten und nichts von Buergerbewegungen halten!

      • Das mag so sein. Nur leider mobilisiert alfa wenigstens in bw viel zu wenig und hat daher wohl kaum mehr eine Chance in den Landtag zu kommen. In den Medien kommt alfa praktisch nicht vor. Von daher müssen sich die alfa Anhänger gut überlegen ob sie nicht in den sauren Apfel der afd beißen um in Zukunft eine starke Opposition im Landtag zu haben plus eine starke Botschaft nach Berlin zu senden.

      • Die demokratischen Elemente einer Bürgerbewegung finde ich bei der AfD eher gut. Das Problem ist, dass Demokratie Werte und Strukturen braucht, die sonst durch autoritäre Personen gefüllt werden wie anfangs durch Herrn Lucke und jetzt z. B. Herrn Höcke. ALFA ist hingegen leider eine autoritäre Lucke-Partei. Auch dort würde er keine Abwahl tolerieren und sofort die nächste Partei gründen. Die Satzung ist wenig demokratisch und dürfte gegen das Parteiengesetz verstoßen, was ebenso auf die Parteipraxis mit sehr selektiver Mitgliederaufnahme, dem zentralistischen Aufbau von oben nach unten oder dem Kauf von Unterstützungsunterschriften zutrifft und nur mangels Bedeutung von ALFA keinen so richtig stört. Inhaltlich sehe ich höchstens semantische Unterschiede zur AfD diesseits von Herrn Höcke.

      • @Stefan

        Unter alfa-bund.de oder alfa-bw.de werden Sie es finden. In Januar sprechen Herrn Koelmel und Henkel in BW. Beim Seminar ueber Migration etc. in Rastadt wird u.A. vielleicht Prof. Paul Collier sprechen. Es gibt auch Flyer und viel mehr. Es gibt auch regelmaessig Info aus Bruessel und auch eine Mitteilung von Frau Trebesius re. Ereignisse in Koeln.

        Medien meiden ueber ALFA zu berichten, merkwuerdig wenn sie alle gegen AfD sind? Aber fuer Medien ist Seriositaet einfach nebensaechlich. Ich glaube Badische Zeitung berichtet ueber ALFA. ALFA Symphatisanten wissen warum sie mit einer kompromitierten und unzuverlaessigen AfD nicht fuer politische Ziele kaempfen wollen. Es sind gemaessigte solide Menschen die sich nicht durch AfD kompromitieren wollen.

  14. @ AD: Joa, bei mir hat das Image der Demokratie in letzter Zeit ein wenig gelitten. Warum ist Demokratie innerhalb von Parteien wichtig? Es gibt die Gefahr eines Putschs (à la Petry) der dann eine weitgehende programmatische Neuaufstellung nach sich zieht. Das verwirrt (potenzielle) Wähler. Dass innerparteiliche Demokratie kein Wert an sich ist belegen doch wohl auch die jüngsten Ereignisse innerhalb der CDU wo eine Parteivorsitzende mit hochumstrittenen Kurs dennoch fast 100% der Stimmen holt weil sich keiner traut aufzumucken. Die Piraten sind mit extremer innerparteilicher Demokratie nun auch krachend gescheitert. Vielleicht hat auch eine autoritäre Partei etwas für sich, wenn der Leader entsprechend glaubwürdig und verlässlich ist. Zu Herrn Lucke habe ich jetzt nichts gesagt, ich kenne ihn nicht persönlich und habe ihn nur einmal vor Jahren beim VfS getroffen.

    @Ivan: Die Seiten kenne ich. Alfa macht sicherlich nicht wenig, insbesondere die MdEPs sind sehr engagiert. Allerdings ist das halt für eine weitgehend unbekannte Partei zu wenig um 5% zu holen. Zumal ohne jeglichen medialen Rückenwind.

    • Eine Partei, die geschlossen auftritt und höchstens hinter verschlossenen Türen streitet (wenn überhaupt, da auch rein interne Kritiker gerne ausgeschaltet werden), hat offensichtlich Vorteile zumindest bei deutschen Wählern. Aber die Politik wird dadurch nicht unbedingt besser, wie man gerade an Frau Merkel sieht. Vor allem könnten Sie dieses Argument dann auch auf den Staat als solchen erweitern und die Demokratie gleich ganz abschaffen wollen. Kurzfristig kann eine Diktatur tatsächlich effektiver sein, langfristig vertritt sie jedoch ganz andere Interessen als die der einfachen Bürger (weshalb sie im antiken Rom auf sechs Monate begrenzt war).

  15. Sehr geehrter Herr Dilger!
    Ich möchte zu diesem Thema mal an das Schicksal der italienischen christdemokratie erinnern. Die Entwicklung ging von staatstragend bis in die Bedeutungslosigkeit. Auch wenn die Situation nicht vergleichbar ist, so zeigt sie doch das der Untergang einer „Volkspartei“ nicht unmöglich ist und ein solches Szenario vieleicht auch bei uns eintreten könnte. Vieleicht ist die Gefährdung der SPD sogar größer?
    Mit freundlichen Grüßen
    Wolfgang Kempkes

    • In gewisser Weise ist die SPD schon jetzt gar keine Volkspartei mehr. Die Frage ist allerdings, ob sie einfach Stimmen verloren hat oder durch die Aufspaltung in Grüne und Linke nicht insgesamt Stimmen für die sozialdemokratische Sache gewonnen wurden. Das gilt auf jeden Fall, wenn man inzwischen auch die Merkel-CDU dazu zählt.

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