Nutzt die AfD Frau Merkel?

Der stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende und Oberlinke Ralf Stegner pöbelt angesichts der AfD-Umfrageerfolge gegen die Union („AfD-Höhenflug entzweit Union und SPD“). Auf seine unlogische Forderung, die Union solle die AfD dadurch bekämpfen, dass sie SPD-Politik macht, möchte ich hier nicht näher eingehen. Interessanter ist die Angst der SPD vor der AfD, deren Erfolge am Ende der Union nutzen statt schaden könnten. Das würde dann auch meine Hoffnung beerdigen, dass die Angst vor der AfD die Union zu einer Kurskorrektur veranlassen könnte, und zwar hin zu mehr Vernunft als noch mehr Chaos, wie es sich Herr Stegner wünscht.

Die Union kann potentiell auf zwei miteinander verbundene Weisen von der AfD profitieren. Erstens war es bei der Bundestagswahl 2013 eindeutig so, scheint aber immer noch zu gelten, dass die AfD die Union weniger Stimmen kostet als die SPD und Die Linke. Zweitens gibt es damit keine Mehrheit mehr ohne Union, selbst wenn Die Linke in eine rot-rot-grüne Koalition einbezogen würde. Auch das wäre schon 2013 so gekommen, wenn die AfD (oder FDP, was durch die AfD verhindert wurde) in den Bundestag eingezogen wäre. Dazu ist es auch gar nicht nötig, dass die Union mit der AfD koaliert, was auf absehbare Zeit völlig unwahrscheinlich ist. Sondern Frau Merkel kann sich aussuchen, ob sie lieber die SPD in einer Fortsetzung der Großen Koalition schwächt oder einmal den Grünen ihren Todeskuss versetzen möchte.

37 Gedanken zu „Nutzt die AfD Frau Merkel?

  1. Wenn die AfD den untereinander sich nicht mehr wirklich unterscheidenden Altparteien das Fürchten lehrt, macht sie ALLES RICHTIG!
    Wenn Merkel durch die AfD thematisch unter Druck kommt, ist das DER WEG!
    Die Ergebnisse der fünf Landtagswahlen 2016 könnten den Druck im Kessel deutlich ansteigen lassen. Merkel wird mehr als schlaflose Nächte haben! Wenn wir viel Glück haben, überlebt ihre Kanzlerschaft das nächste Jahr nicht. Die derzeitigen, zweistelligen Umfragewerte der AfD könnten am Wahlabend noch DEUTLICH BESSER ausfallen, da viele Wähler öffentlich gar nicht zugeben, aus Protest AfD zu wählen!
    NUR MIT DER AfD kann ein deutlicher Politikwechsel in Deutschland eingeleitet werden!!!

      • Die CDU ist offenbar selbst nicht dazu in der Lage, sich von Merkel zu befreien, Der Befreiungsschlag kann daher nur von außen kommen.
        Nur überwältigende Wahlerfolge der AfD – sieht man einmal von sonstigem Druck und überraschenden Wendungen ab – können das notwendige politische Erdbeben auslösen. Dabei ist es völlig gleichgültig, woher bei Wahlen die dafür nötigen Stimmen kommen und wie sich die arithmetische Situation dann darstellt.
        Hoffen wir mal für Deutschland und für uns Alle, daß uns schon das Jahr 2016 christlicher Zeitrechnung den Zusammenbruch des „Systems Merkel“ beschert!

      • Wenn die Union durch Wahlerfolge der AfD gar nicht verliert oder zumindest weniger als die SPD und Die Linke, so wie es bei den bisherigen Wahlen und Umfragen der Fall war, dann wird Frau Merkel dadurch nicht geschwächt, sondern gestärkt. Dabei glaube ich gar nicht, dass sie gezielt die AfD stärken will, sondern wie auch sonst aus jeder Situation politisch das Beste macht.

      • Dass Merkel ein inhaltsleeres Chamäleon ist, das sich jeder Situation anpasst, ist bekannt. Der Druck auf sie muss von innen aus der CDU, natürlich der CSU UND von außen kommen! Einen Mehr-Fronten-Krieg kann sie politisch nicht überleben.

        Ich bin aus inhaltlichen Gründen ganz und gar kein Fan des französischen Front National. ABER aus taktischer Sich macht Frau Le Pen ALLES RICHTIG. Wir dürfen daher nicht zu ängstlich sein! Politik ist das Bohren dicker Bretter! Die Trendwende hat begonnen und nimmt ihren Weg. WEITER SO, AfD!!!

  2. Inwiefern die AfD der Union schadet, das wird interessant zu sehen. Ich kann mir bei den Wahlen in B-W zum ersten Mal große Wählerströme von der Union zur AfD vorstellen. Die traditionelle Arbeiterschaft, die vielleicht eher bereit ist, auch mal seine Stimme einer neuen rechten Partei zu geben, die wählt in B-W nämlich schon seit einigen Jahren CDU. Die SPD wird in B-W meiner Beobachtung nach eher von Beamten, Studenten oder Angestellten gewählt und das ist eher weniger der Kreis, der zur AfD neigt. Der gewöhnliche Facharbeiter, vor allem in den stark mittelstandgeprägten Fabriken in den Mittelzentren, der wählt mittlerweile längst CDU und dürfte sich zumindest teilweise als durchaus afd-affin erweisen.

    Ich glaube, dass das Wahlergebnis der Union verheerend ausfallen wird. Ich würde stark vermuten, dass die CDU keine 35% schaffen wird, weil sie sowohl nach links und rechts verlieren wird. Ungefähr 10 Prozent halte ich für die AfD eigentlich für sicher, wenn bis Mitte März die Wähler nicht all ihren Ärger vergessen. Weitere 5% würde ich der FDP geben, die es wohl knapp schaffen wird, weil auch da ein paar frustrierte CDU-Wähler wohl wieder zu ihrer Stammpartei zurückkehren werden. Die CDU wird aber wohl auch deutlich Stimmen an Kretschmann verlieren. Die CDU ist ja mittlerweile kaum mehr von den Grünen zu unterscheiden, da werden sich in B-W die Wähler wohl eher für das Original (Kretschmann) entscheiden, der ja ohnehin hohe Beliebtheitswerte hat. Die Grünen werden wohl knapp 30% erreichen, es aber wegen einer ziemlichen miesen SPD (gut 15%) nicht ganz schaffen, wenn es die FDP in den Landtag schafft. Ich sehe die CDU in B-W eigentlich in überhaupt keiner komfortablen Lage, selbst ein Ergebnis von unter 30% halte ich nicht für ausgeschlossen, wenn die Wähler sich einerseits bei der AfD jetzt in den Umfragen nicht ganz trauen die Wahrheit zu sagen und gleichzeitig Kretschmann noch mehr Stimmen von der CDU absaugt, denn als Spitzenkandidat ist er deutlich beliebter als Wolf.

    In Rheinland-Pfalz hingegen traue ich Klöckner ein sehr gutes Ergebnis zu. Sie macht das sehr geschickt, in dem sie ein paar selbstverständliche Forderungen an Flüchtlinge stellt, kann sie sich dort als Anti-Merkel positionieren, obwohl sie sich in Wahrheit in ihrem Windschatten in einigen Jahren die Kanzlerschaft erhofft.

    Alfa hat wohl ausreichend Unterschriften für Rheinland-Pfalz geschafft. Mal schauen, ob sie es auch in B-W schaffen werden, die Hürden sind da ja viel größer. Alle Wahlkreise werden sie wohl kaum schaffen, aber bereits 50 Wahlkreise würde ich als großen Erfolg erachten. Ein landesweites Achtungsergebnis von 2%+ wäre wünschenswert, wenn die Partei eine Zukunft haben möchte. Man darf auch nicht zu ungeduldig sein, bei der Piratenpartei kam der kurzfristige Durchbruch auch erst ein paar Jahre nach der Gründung.

  3. @Dilger 10:01

    Natürlich will Merkel nicht die AfD stärken!
    Und natürlich wird Merkel durch einen Wahlerfolg der AfD geschwächt, weil es ein Urteil des Wahlbürgers über die Richtlinienpolitik Merkels und ihres Juniorpartners ist, das sich hernach nicht einmal mehr durch eine Allparteienkoalition mit Merkel an der Spitze aus der Welt schaffen oder ins Positive wenden läßt!

    • Rechnen sie ernsthaft mit einer Mehrheit für die AfD??? Wenn z. B. 10 % die AfD wählen, dann tun es 90 % nicht. Damit kann Frau Merkel gut leben und weiterregieren. Ihre Legitimation wird sogar gestärkt, denn es gab eine Alternative, die die meisten Leute nicht gewählt haben.

  4. Entscheidend ist, was für eine Politik gemacht wird. Die Merkel-CDU unterscheidet sich in den wichtigen wesentlichen Politikinhalten nicht im Geringsten von SPD, Grünen, auch der linksliberalen FDP und großen Teilen der Linken. Die einzige wirkliche Opposition ist die AFD. Insoweit ist es völlig egal, ob Merkel weiterregieren kann oder etwa von einer Linkskoalition abgelöst werden kann. Die letzte Hoffnung für Deutschland sind möglichst viele Stimmen für die AfD.

    • Ja, es kommt auf die reale Politik an. Doch was bewirken Stimmen für die AfD dafür? Sie machen eine Abwahl von Frau Merkel nicht wahrscheinlicher, sondern unwahrscheinlicher. Die beste Hoffnung dafür ist eine rot-rot-grüne Regierung. Wirklich schlimmer als die Große Koalition könnte diese kaum sein, zumal es dann mit der Union wieder eine große und ernsthafte Opposition gäbe und Frau Merkel nicht mehr Kanzlerin wäre.

      • Wenn man als Liberaler schon auf Rot-Rot-Grün hofft, erscheint die Lage ja hoffnungslos. In den wesentlichen Fehlentwicklungen würde RRG Merkels Wahnsinnspolitik fortsetzen. Bringt als nix.

      • Doch, es würde Frau Merkel von der Macht verdrängt. Die Union könnte sich neu sortieren. Wenn sich dann trotzdem Frau von der Leyen durchsetzen sollte, ist ohnehin alles verloren. Außerdem darf nicht vergessen werden, dass die rot-grüne Regierung unter Herrn Schröder mehr sinnvolle Reformen umgesetzt hat als die unionsgeführten Regierungen direkt vor oder gar nach ihm in viel mehr Jahren.

      • Wobei Schröder aber auch schon 10 Jahre Geschichte ist und seither sich die komplette politische Landschaft (also auch SPD und Grüne) nach links verschoben hat. Ich würde schwer vermuten, dass heute keine neue Linkspartei mehr entstehen würde.

        Trotzdem muss ich Ihnen zustimmen: Auch mein größter Wunsch ist es, dass vor allem die CDU abgestraft wird. Ich finde es viel schlimmer aus purer Hörigkeit und ohne jede innere Überzeugung eine falsche Politik zu betreiben, als dies zumindest teilweise aus ideologischen Gründen zu tun. (dies unterstelle ich zumindest einzelnen Vertreten der Grünen) Ich schaue mir auch viel lieber z.B. einen Volker Beck (okay, bei Claudia Roth ist alles verloren) in Talkshows an als CDU-Vertreter, denn Beck hat immerhin eine Diskussionskultur und trifft eindeutige Aussagen, bei den schmierigen, aalglatten und verlogenen CDU-Vertretern sucht man beides vergebens. Leider darf in der Öffentlichkeit vor allem Bosbach die CDU vertreten und damit ein völlig verzerrtes Bild einer ansonsten reinen Karrieristenpartei zeichnen.

  5. Stimmen für die AfD könnten bewirken, dass auch für die devote Basis der CDU oder große Teile davon irgendwann einmal das Maß voll ist und die eigene Selbstverleugnung und absolute Nibelungentreue zu Merkel und Ihrer deutschfeindlichen Führungsbande durch eigenständiges Denken ersetzt wird. Nur so kann dieses Biest und ihre engen Vertrauten in der CDU-Führung gestürzt werden. In der SPD ist ein solcher Umschwung nicht mehr möglich, weil fast alle Vernünftigen die Partei schon verlassen haben, bei den Grünen sowieso nicht, weil dort das ideologische Brett vor´m Kopf so dick und fest angeheftet ist, dass jegliche Hoffnung verloren ist.

  6. Man kann ja wohl die Sache, also Ende des Euros und Ende der unbegrenzten Einwanderung, nicht fördern, indem man Rot-Rot-Grün wählt. Das ist mir dann doch um zu viele Ecken gedacht, Herr Prof. Dilger.
    Wenn man sich die Entwiclung der Umfragen seit dem Sommer anschaut, dann geht auch der Aufstieg der AfD Hand in Hand mit einem Abstieg der Union. Das deutet darauf hin, dass Ihre Annahme, die AfD würde vor allem Wähler von SPD und Linken abziehen, nicht mehr stimmt. Damit fällt dann auch Ihre Hypothese zusammen.
    Vor allem die schlechte Aufstellung der SPD in den drei Ländern mit Landtagswahl wird aber wohl dafür sorgen, dass die SPD trotzdem überall mehr verlieren wird als die CDU. Da wird dann wohl erst einmal der Stuhl von Sigmar Gabriel wackeln.

    • So kompliziert ist das gar nicht, insbesondere wenn Sie auch noch die Positionen von Frau Wagenknecht berücksichtigen. Dagegen sehe ich nicht, wie selbst ein sehr gutes, aber noch realistisches AfD-Ergebnis Frau Merkel schaden könnte. Die Union hat durch die Flüchtlingspolitik von Frau Merkel ein paar Prozentpunkte verloren, ist aber inzwischen wieder im Aufwind. Da auch die AfD zulegt, klauen sie sich nicht nur gegenseitig Stimmen.

  7. Kurzfristig würde ich Ihrer Aussage zustimmen. Gerade in RP und BW kann Rot-Grün durch die AfD verhindert werden. Langfristig könnte die AfD aber auch für die CDU unangenehm werden. Wenn man davon ausgeht, dass die FDP überlebt, hätten wir in vielen Fällen Parlamente, in welche 6 Parteien einziehen würden. In der Folge wird es immer schwieriger, eine Koalition zwischen einer großen und einer kleinen Partei zu formen. Es drohen uns dann österreichische Verhältnisse wo es im Bund seit über 20 Jahren nur noch große Koalitionen gibt, wenn man von der Ausnahme schwarz-blau bzw. schwarz-orange absieht. Für Frau Merkel wäre es am besten, wenn sich die FDP wieder erholt und der CDU somit ein einfacher Mehrheitsbeschaffer zur Seite stünde.

    • Bei der SPD gibt es doch im Ländle gar nichts mehr zu holen, da sind nur noch die „intellektuellen“ SPD-Wähler“, also Beamten, Studenten oder andere Besserverdiener übrig, den kleinen Mann, der immer SPD gewählt hat und eigentlich kein Linksideologe ist, den findet man vielleicht noch in der Rentnergeneration über 75, aber sonst ist der längst ausgestorben. Wenn die AfD nun also Stimmen gewinnen könnte, woher sollen sie denn außerhalb der Nichtwähler denn kommen, wenn nicht von der CDU? Die Linke findet in B-W ja überhaupt nicht statt und von den Grünen passt es ideologisch ohnehin eher weniger (okay, aufgrund der Sondersituation 2011 wird es dieses Mal wohl zum ersten Mal auch ernsthafte Wählerströme von den Grünen zur AfD geben). Die SPD wird trotzdem Stimmen verlieren, aber das wohl in alle Richtungen. Zu den Grünen, weil sich Kretschmann besser profilieren konnte, zu der CDU, weil es bei der letzten Wahl durchaus Wähler gab, die wenigstens einen roten anstatt eines grünen Ministerpräsidenten wollten und dann natürlich auch noch ein wenig zur AfD.

      Gabriels Stuhl wird nach dem Wahldebakel sicherlich wackeln. Ihre Analyse ist deshalb dennoch nicht falsch. In den Stammländern der SPD, vor allem in NRW, dürfte es nämlich anders aussehen. Hier halte ich auch die Anhängerschaft der SPD für gefährdeter die AfD zu wählen als in B-W

      Generell hat sich die AfD ja von ihrem marktwirtschaftlichen Flügel entledigt und dürfte mehr und mehr eine linkere Wirtschaftspolitik anstreben. Das macht sie unattraktiver für ehemalige FDP-Wähler, aber deutlich attraktiver für den einfachen CDU- und SPD-Wähler.

  8. Ein Schritt nach dem Anderen.

    Zuerst ging es nicht nur mir darum,das sich die AFD mit einem guten Plus weit über der 5% Hürde dauerhaft im Parteienspektrum feste – ersteinmal etabliert.Das scheint wohl geschaft und endlich hat sich eine konservative Partei feste in Deutschland verankert.

    Jetzt muß sie Themen setzen und besetzen und sich in den % – tualen Werten steigern.
    Die Grünen haben Deutschland politisch verschoben,die AFD soll das möglichst wieder neu ausrichten.

    Wer jetzt regiert ist nicht so wichtig,sondern wie die politische Ausrichtung in Deutschland sein wird.Und das geht,so sehe ich das,eigentlich nur über die AFD.

    Euro,Gender,Zuwanderung sind ein guter Themenbereich,mir fehlt aber immer noch die wirtschaftliche Kompetenz im Bereich Kinder und Altersarmut und auch im Dienstleistungssektor der mir zu hoch besteuert ist und natürlich eine vernünftige Entwicklungshilfe – denn die Leute wollen sicher nicht alle wegen dem guten Wetter nach Deutschland.

    Hier ist also noch einiges offen und Herr Höcke ( auch wenn ich ihn mag ) deckt diese Themen ganz sicher nicht ab.

    • Sie sind da zu schnell mit Ihren Schritten. Die AfD hat sich noch keineswegs fest im Parteienspektrum etabliert. Gute Umfrage- sind noch keine Wahlergebnisse und bei Landtagswahlen waren schon andere Parteien zwischenzeitlich erfolgreich. Außer den Grünen hat es jedoch keine Neugründung in den Bundestag geschafft, aus dem auch sie zwischenzeitlich einmal herausflogen. Augenblicklich wird die AfD nur von der schlechten bis fehlenden Flüchtlingspolitik der Kanzlerin getragen. Wenn sich diese irgendwann ändert, braucht die AfD unbedingt weitere Themen sowie glaubwürdige Vertreter.

      • Die Politik wird sich aber nicht ändern, das halte ich für ausgeschlossen. Die Frage ist eher, ob irgendwann eine Gewöhnung eintritt. Prinzipiell würde ich hier ja sagen, aber hier wird es für die CDU ein großes Problem geben: Anders als bei der Euro-Krise werden sich hier auf Dauer die exorbitanten Kosten nicht verschleiern lassen, das wird selbst bis zur nächsten Bundestagswahl schwierig.

        Die Frage ist allerdings, welche Konsequenzen das haben wird. Vermutlich keine. Wenn trotz der katastrophalen Krise der letzten Jahre ausschließlich in Griechenland eine „neue“ Kraft tatsächlich an die Regierung kam und die sich jetzt im Prinzip kaum von ihren Vorgängern unterscheidet, dann muss man sich bezüglich eines Politikwechsels in Deutschland wenig Hoffnungen machen. In Österreich liegt die FPÖ bei 30 Prozent und trotzdem ist die Grenzpolitik nicht wesentlich härter als in Deutschland. Eine Mehrheit wird die FPÖ wohl nie bekommen. In den Medien wird viel von einem Rechtsrutsch geschrieben, aber außerhalb von Osteuropa beeinflusst er die Politik doch kaum, weil sie nur dort Mehrheiten bekommen und im Westen mit wenigen Ausnahmen nicht als Kooperationspartner in Frage kommen.

        Nun braucheb wir keinen Rechtsruck, sondern lediglich eine Rückkehr zu Recht und Gesetz, doch auch den sehe ich nicht kommen, ganz egal weiches Szenario auch eintreffen mag.

      • Das mit der FPÖ ist eine interessante Beoachtung. Es geht jedoch auch anders, wie Skandinavien zeigt. Damit eine Partei die Politik wirklich beeinflussen kann, muss sie in die Regierung. Dazu sind gewisse Kompromisse nötig. Wer zu kompromisslos ist, bekommt höchstens Proteststimmen. Wer zu viele Kompromisse macht, unterscheidet sich allerdings nicht von den etablierten Parteien. Auch hier ist der goldene Mittelweg nötig.

      • Jetzt warten sie doch einfach mal ab und ich gleich mit.
        Ein bisßchen Hoffnung brauch ich ja auch.

        MT

  9. Schröder mit Rot-Grün ist doch etwas ganz Anderes als Rot-Rot-Grün mit Stegner und Trittin, die graue Eminenz.
    Wir hätten sofort die Bürgerversicherung in der Krankenversorgung, dann die einheitliche Altersversorgung, auch für Sie Herr Prof. Dilger als Beamten; mit Trittin eine Vermögensabgabe von 5% (für Griechenland und Flüchtlingskrise) und eine Vermögenssteuer von 1-2% pro Jahr.
    Herr Piketty würde wohl sofort Ehrenbürger, wenn nicht Finanzminister.
    Dies bedeutete den endgültigen Ruin des deutschen Bürgertums. Es gibt gute Gründe, warum Frau Merkel trotz Allem so fest im Sattel sitzt.

    • Haben das nicht auch alle zur Endzeit von Helmut Kohl gedacht? Gerhard Schröder hat jedenfalls nicht mit den Hartz-Reformen angefangen. Sozialistische Experimente könnten durch eine starke Opposition z. B. im Bundesrat verhindert werden, während bürgerliche Reformen durch eine SPD-Regierung dort leichter passieren.

  10. Wer glaubt eigentlich wirklich an, die (vollkommen unpolitische) Annahme, nach der das Bestehen oder das Lösen von Problemen ausschließlich einzelnen Personen abhängt?

    • Was ist an der Annahme unpolitisch, dass nicht nur, aber auch Politiker die Politik prägen? Einzelne Personen können dabei einen riesigen Unterschied machen. Ohne Adolf Hitler sähe die Welt heute anders aus.

      • Ich denke, das ist ein schlechter Vergleich. Was erhoffen Sie sich von einer CDU nach Merkel? Sie wird auch danach – wie schon zuvor – eine „konservative“ SPD bleiben.

      • Vor Frau Merkel war die CDU nicht ideal, aber doch deutlich besser als jetzt. Die Merkel-CDU ist hingegen keine konservativere, sondern faktisch eine linkere SPD. Die völlig unbeschränkte Zuwanderung hatte die SPD bislang jedenfalls nicht auf dem Programm.

  11. Rot-Rot-Grün kann niemals eine Hoffnung sein. Das sind Parteien, die voll auf Merkel-Kurs sind, nämlich für Abschaffung Deutschlands und die Auflösung des deutschen Volkes unter der bewußten Inkaufnahme der Islamisierung Mitteleuropas. Das ist Konsens zwischen den Führungsriegen dieser Parteien, der nur nicht öffentlich so deutlich ausgesprochen wird, aber an ihren Taten erkennt man sie. Es gibt heute keinen Unterschied mehr zwischen der CDU und diesen Parteien. Wer RotRotGrün wünscht, weiß, dass die CDU in der Opposition wieder „vernünftig spielt“, um damit die AfD kleinzumachen, tatsächlich aber als Regierungspartei sofort wieder Merkel-Kurs fährt. Die Chancen scheinen tatsächlich äußerst gering, das derzeitige Politikziel dieser Konsensparteien zu verhindern, aber diese Minimalchance kann man nur mit einer starken AfD noch wahrnehmen.

      • Auch parlamentarische Oppositionsarbeit kann in der Politik zu einer Richtungsänderung führen. Die Stimme in den Parlamenten ist sehr viel stärker als die Stimme auf der Straße und kann vor der Bevölkerung viel besser diesen regierenden Konsensparteien die Maske herunterreißen und diese schließlich vor sich hertreiben. Die AfD ist die Antipartei zu den Grünen, die es geschafft haben, mit einer extrem heuchlerischen Moral auch ohne Regierungsbeteiligung die Weichen für eine politische Ausrichtung Deutschland Richtung Auflösung zu stellen und die Menschen mit einer unter dem Deckmantel der Fürsorge betriebenen Bevormundungspolitik zu politisch dummen, unreifen, nicht selbst denkenden Schafen machen will, damit sie ihre teuflichen Ideologien von der Genderisierung bis zur Multi-Kulti-Gesellschaft ohne größere Widerstände als reine Glaubenslehre durchsetzen können. Die AfD wird dies im parlamentarischen Meinungsstreit mit Vernunftsargumenten und der Wahrheit widerlegen und die deutsche Politik nach und nach wieder in eine vernünftige positive Entwicklung zum Wohl des Souveräns, nämlich des im Grundgesetz so genannten „Deutschen Volkes“ bringen, wobei ich hierzu ausdrücklich auch eingebürgerte Deutsche meine, die sich dann aber auch zu dieser Volksgemeinschaft (=Nation) zugehörig fühlen, also deutsche Patrioten werden müssen. Nur der Nationalstaat kann liberale Freiheiten im positiven Sinn mit der notwendigsten sozialen Sicherheit verbinden, in der sich Menschen zu selbstbewußten, an der Politik interessierten und mitarbeitenden Leuten entwickeln, schon weil es ihr eigenes Interesse ist dies zu einer wahren Volksherrschaft (=Demokratie) führt.

      • @ Freidenker60

        Es ist schoen in AfD zu glauben, Vernunftsargumente und die Wahrheit sind nicht AfD staerken. Dafuer ist AfD noch zu niveaulos, zu populistisch und unrealistich.

        Ihre Formulierungen sind leider ungluecklich. Vielleicht ist es die Mut zur Wahrheit? Sind „Deutsche Patrioten werden muessen“ und „Volksherrschaft“ nicht entlarvend? Hoere ich aus Ihren Worten Zwang? Dann sind wir schon wieder bei rot-gruen! Es sind die Animositaeten, Parolen und fast Hysterie der manchen Mitglieder, die keine Ahnung haben was Parlamentarismus und Fairplay bedeuten, als Kampfmittel geeignet erscheinen.

  12. Die AfD zieht im März in die Landtage von Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg ein. Dann bleibt der CDU gar nichts anderes übrig, als endlich den Zustrom von Flüchtlingen zu begrenzen. Sonst ist die AfD bald drittstärkste Partei.
    Zudem muss das Christentum reformiert werden. Es ist unsinnig, Messen durchzuführen und zu einem „Vater im Himmel“ zu beten. In Wahrheit ist das Unbewusste göttlich. Es ist sinnvoll, Träume zu deuten und zu steuern (ohne einen gefährlichen luziden Traum herbeizuführen).

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