Einwanderungsvisa verkaufen statt verschenken

Es sollte zwischen ‘Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik’ unterschieden werden. Dabei gibt es jeweils unterschiedliche Kriterien, nach denen Einwanderer bzw. Flüchtlinge ins Land gelassen werden können. Bei Einwanderern kann man z. B. ein Punktesystem anwenden oder auf ein konkretes Stellenangebot abstellen (siehe ‚Neues statt altes kanadisches Einwanderungsmodell‘), Arbeitsvisa verlosen oder gar keine solchen ausstellen, so dass wie in Deutschland die Menschen dann eben aus anderen Gründen kommen als zur Arbeitsaufnahme, die ihnen oft sogar verwehrt wird.

Eine gute oder zumindest ökonomische Idee für die Vergabe des Einwanderungsrechts stammt von Gary S. Becker (siehe „The Challenge of Immigration – a Radical Solution“, die Ankündigung dieses Beitrags unter ‚Recht aufs Aus-, aber nicht Einwandern?‘ und zu ihm ‚Gary Becker verstarb‘), der dieses Recht verkaufen bzw. versteigern statt verschenken oder bürokratisch verwalten wollte. Dahinter steckt die Überlegung, dass es sich um ein knappes Gut handelt, welches einen Wert hat. Dieser Wert ist für verschiedene Personen verschieden hoch, so dass eine Auktion es an diejenigen alloziert, für die dieser Wert am höchsten ist. Das ist effizient, was die Zuteilung an potentielle Einwanderer angeht. Doch auch die aufnehmende Gesellschaft profitiert doppelt, da so erstens Einnahmen generiert werden und zweitens in der Regel besonders produktive Personen einwandern (oder reiche, die andere Vorteile bieten).

Dabei sollte zumindest für einige Jahre der Bezug von Sozialleistungen ausgeschlossen werden, um nicht darüber genau die falschen Personen anzulocken. Ebenso sind Kriminelle und potentielle Terroristen von der Auktion auszuschließen, doch ansonsten muss nicht wie bei einem Punktesystem bürokratisch entschieden werden, welche Eigenschaften denn nun Zuwanderer besonders wertvoll machen. Das enscheiden diese selbst mit ihrem Geldbeutel. Gegebenenfalls sind noch möglichst privat organisierte Kredite sinnvoll, um jungen Arbeitskräften ohne Geldvermögen eine Karriere zu ermöglichen.

Eine andere Schwierigkeit ist die Festlegung der Anzahl der zu versteigernden Einwanderungsvisa. Alternativ bietet es sich an, einen Preis festzusetzen, bei dessen Zahlung jeder (mit den genannten Ausnahmen) genommen wird. Die Visa müssen auch nicht ewig gelten, sondern könnten für ein paar Jahre vergeben werden. Danach kann man ein neues kaufen oder irgendwann die Einbürgerung beantragen. Flüchtlinge sind natürlich nach anderen Kriterien aufzunehmen, wobei abgelehnte Bewerber sich auch an der Auktion beteiligen dürften. So wäre jedem klar, dass es hier um wertvolle Rechte geht und Asylbetrug kein Kavaliersdelikt ist.

23 Gedanken zu „Einwanderungsvisa verkaufen statt verschenken

  1. 1. Es ist das Recht eines jeden unabhängigen Staates, selbst zu bestimmen, welche Zuwanderer er haben möchte, bzw. gebrauchen kann und welche nicht!
    2. Der Aufnahme von Flüchtlingen sollten enge Grenzen gesetzt werden. Der Asylgedanke im Grundgesetz ist ein vorübergehender Schutz für verfolgte Menschen, ABER darf kein Instrument von Zuwanderung sein! Wer über einen sicheren Dritt-Staat kommt, muss grundsätzlich angelehnt werden.
    3. Staaten, aus denen Menschen scharenweise flüchten, sollten keine Entwicklungshilfe mehr bekommen und international geächtet werden. Flüchtlinge aus diesen Staaten sollten militärisch rekrutiert werden, um für einen gewaltsamen Umsturz in ihrer Heimat zu kämpfen (anstatt Bundeswehrsoldaten dafür zu entsenden!).
    4. Alle Zuwanderer müssen für eine jahrelange Übergangsfrist vom Bezug von Sozialleistungen ausgeschlossen werden. Warum hat man das in den EU-Verträgen nicht vereinbart???
    5. Alle Zuwanderer müssen das Grundgesetz respektieren und dürfen die Kultur und Religion ihres Herkunftslandes nicht über das Grundgesetz stellen. Es muss die Deutsche Leitkultur gelten, wie Friedrich Merz (CDU, nicht NPD!) vor ca. 15 Jahren gefordert hat! Armutszuwanderung brauchen wir gar nicht! Dazu hat Otto Schill (früher Grüne, später SPD, nicht NPD!) gesagt: „Das Boot ist voll“!

    • Wollen Sie wirklich wie die AfD, dass Deutschland eine Fremdenlegion aufbaut? Das hätte weitreichende Implikationen, die ich für sehr bedenklich halte.

      In den EU-Verträgen wurde die Freizügigkeit nur für Arbeitnehmer vorgesehen, nicht für reine Transferempfänger. Es ist erstaunlich, wie das jetzt umgedeutet wird und an einer Klarstellung sogar die weitere EU-Mitgliedschaft Großbritanniens scheitern könnte. Diese ständige Kompetenzanmaßung und -ausweitung ist das größte Problem der EU.

      • Es geht nicht um eine „Fremdenlegion“! ABER es kann nicht sein, dass deutsche Bundeswehrsoldaten für die Befreiung Syriens kämpfen, während junge syrische Männer sich in Deutschland auf unsere Kosten ausruhen!!!

      • Es ist völlig unklar, was die Bundeswehr in Syrien macht und überhaupt machen soll. Aber für oder gegen wen sollten denn die syrischen Flüchtlinge in den Kampf geschickt werden? Nur gegen den IS, auch gegen das Assad-Regime, gegen Putins Soldaten, mit Erdogans gegen die Kurden oder umgekehrt? Abgesehen davon darf man echte Flüchtlinge nicht in den Krieg schicken, während Deutschland falsche Flüchtlinge überhaupt nicht aufnehmen sollte.

      • Sehr geehrter Herr Dilger,

        was ist denn ihrer Meinung nach an so einer ‚Fremdenlegion‘ denn so verwerflich (Übrigens ein Vorschlag, der auch aus Polen geäußert wurde)?
        Ich bin kein AfD-Mitglied mehr (habe sie mit Lucke unmittelbar nach dem Essener Parteitag verlassen), aber dieser Vorschlag erscheint mir als das klügste, was seit langem zur Thematik ‚Flüchtlingsproblematik‘ im Angesicht der Umstände zu vernehmen war.
        Denn bevor man etwas ablehnt, sollte man über die Alternativen nachdenken – sprich hier: was passiert denn, wenn wir es einfach so treiben lassen wie im Moment in Deutschland? Also was wird aus den jungen Männern? Finden die demnächst alle Arbeit oder werden die in irgendwelchen Flüchtlingscamps bespaßt oder langweilen sie sich dort oder was? Und wo werden die sich ansiedeln, wenn sie die Flüchtlingscamps verlassen – also wird es voraussichtlich zu weiteren Ballungen und Semi-Ghettos kommen? Wie sieht es mit den Unterrichtsmöglichkeiten aus? Wie mit dem Familiennachzug (der angeblich nicht stattfinden soll…- na, warden wir es einmal ab)? Sie können ja über eine ‚Amee‘ aus lauter (durchaus zwangsrekutierten) jungen, ledigen Flüchtlingen denken was sie wollen – aber zumindest hätten sie dann diese jungen Männer in einer festen Struktur erst einmal – die eben in einen völlig anderen Ausmaß gelenkt werden kann. Und die Ausbildung muss ja nicht einfach nur heissen: ‚alle lernen zu schießen‘, sondern was genau Inhalt wird, bestimmen doch auch wir – also Sprache, politische und gesellschaftliche Kultur,Grundrechte, Berufsausbildung und/oder der Erwerb von in Deutschland anerkannten Berufszertifikaten usw… und diese jungen Männern entscheiden dann nicht nach Lust und Laune, ob sie beim besseren VHS-Kurs teilnehmen wollen, sondern dann heisst es: „Kompanie XY – marsch (geschlossen) zum Sprachunterricht…!“ Dann können sie diese viel einfacher ‚bespaßen‘ – sprich: beschäftigt halten und auspowern – mit Sport, Spiel, Marschieren und den verschiedenen Möglichkeiten, die sich diverse Armeen dieser Welt ausgedacht haben…. bis sie da strukturen hineingebracht haben, dass so eine ‚Armee‘ wirklich militärisch einsetzbar wäre, würde es einige Zeit dauern – aber die jungen Männer wären erst einmal beschäftigt – und könnten dort unter kontrollierten, und wohl auch günstigeren Umständen fit für den deutschen/europäischen Arbeitsmarkt gemacht werden – denn viele Beschäftigungen, die in einer Armee gebraucht werden, können auch im zivilen Arbeitsleben genutzt werden. Und falls dann diese Armee nie eingesetzt werden würde, so könnte man diese jungen Männer – die dann eben eine Sprachausbildung, eine Berufsausbildung, diverse Kurse bzgl. der dt. Gesellschaft, Kultur und Politik genossen haben, immer noch gezielt auf den deutschen/europäischen Arbeitsmarkt los lassen. Wenn man nur davon ausgeht, dass über die Hälfte aller ‚Flüchtlinge‘ ledige Männer zwischen 18 – 35 sind, dann hätten sie eine Armee von über einer halben Million Mann – oder halt, dass über eine halbe Million Mann sich zusätzlich zum Rest (den Familien, Frauen, Kindern, Alten) in irgendwelchen Flüchtlingsunterkünften, Turnhallen usw. langweilt oder keinen Bock hat sich mühsamen Sprachkursen & Co. zu widmen. Welche Alternative wäre wohl sinnvoller, effektiver und letztlich kostengünstiger – und gesellschaftlich verträglicher – für uns?
        Und eine Armee von über einer halben Million Mann, die flankiert wird von europäischen/amerikanischen/russischen Truppen (was ja eine Frage der Absprache wäre)/schwerem Gerät, in ihrem eigenen Land ‚aufräumt‘ und dann dort auch bleibt (das große Mango moderner, westlicher Armeen: Leichensäcke der eigenen ‚Kinder‘ kommen so gar nicht gut an in den Zeitungen), und zwar über Jahre und Jahrzehnte – und dann auch noch wenigstens rudimentär westliche (Grund-)Gesetzes- und Politikvorstellungen erlernt hat, würde in meinen Augen zumindest eine etwas realistischere Hoffnung auf einen echten ‚regime-chance‘ in dieser Region hinaus laufen.
        Aber wie gesagt, selbst wenn niemals diese Armee eingesetzt würde, wäre sie trotzdem aufgrund der Kasernierung und den Ausbildungsmöglichkeiten ein wesentlich besserer Möglichkeit junge Flüchtlinge für die Anforderungen unserer Gesellschaft fit zu machen als das, worauf unsere diesbezügl. Bemühungen mit ihnen gerade hinaus laufen.
        Manchmal sollte man einfach eine Idee, auch wenn sie sich erst einmal so richtig Gaga anhört, in Ruhe durchdenken nach ihren Möglichkeiten und sie mit den Alternativen vergleichen, die einem sonst so offen stehen oder eintreten werden.

      • Es gibt immer Alternativen, aber einige sind wirklich gaga. Wenn Ihnen Völkerrecht und Grundgesetz völlig egal sind, denn dagegen verstößt die geforderte Zwangsrekrutierung von Flüchtlingen, warum wollen Sie die Flüchtlinge dann überhaupt erst ins Land lassen? Ich will an dieser Stelle zu Recht und Gesetz zurückkehren, statt einen noch viel massiveren Rechtsbruch. Im Übrigen wäre Deutschland für diese Armee dann auch verantwortlich. Es wird bei Kampfeinsätzen viele Tote auf beiden Seiten geben, wenn Ihre Männer nicht ohnehin die Seiten wechseln. Einziger Vorteil Ihres Vorschlags wäre, dass dann keine Flüchtlinge mehr nach Deutschland kommen, sondern diese auch aus Deutschland fliehen werden.

      • Als Realist ist mir auch klar, dass wir „Flüchtlinge“ nicht für einen Syrien-Einsatz rekrutieren können. Aber propagandistisch lässt sich das gut ausschlachten. Die Linken arbeiten sowieso mit vielen Scheinargumenten. Daher dürfen wir nicht zimperlich sein. Die Wahrheit zählt doch schon lange nicht mehr. Wer nur die Wahrheit sagt, wird nicht gewinnen. Leider!

      • Ich sage nur die Wahrheit bzw. was ich dafür halte mit Offenheit für bessere Gegenargumente. Parteipolitisch habe ich dadurch verloren, aber es gibt Wichtigeres, z. B. die Wahrheit.

  2. Das Einwanderungsprocedere von Gary S. Becks ist angelehnt an die australischen Einwanderungsbedingungen. Dort benötigen sie ein Mindestmaß an Kapital und ihre Einbürgerung muss für die Menschen dort einen Nutzen haben, z.B sie haben ein Unternehmen und wollen/können Leute einstellen, ansonsten müssen sie sich hier auch einem Punkteverfahren unterziehen. Die Gründe der Einwanderung nach Australien sind meist die, dass sie nicht ursächlich aus Armut erfolgen, sondern durch die Sättigung ihrer Lebensform im eigenen Land erstanden sind. Deshalb meine ich, dass die Ideen von Gary S. Beck für Deutschland nicht uneingeschränkt anwendbar sind.

    • Australien hat ein Punktesystem wie Kanada. Für Investoren gelten in vielen Ländern besondere Bedingungen. Nach Australien wollen viele Armutsflüchtlinge per Boot, was jetzt jedoch rigoros unterbunden wird, was übrigens die Zahl der Todesopfer auf See stark reduziert hat. Die Versteigerungsidee ist ökonomisch sinnvoll, aber politisch wie so viel Sinnvolles nicht durchsetzbar.

  3. Eine gute Idee, einen Teil der Visa meistbietend zu versteigern. Es muss aber sicher gestellt sein, dass nicht die afghanischen Drogenbarone und ihre Familien zum Zuge kommen, sonst gehen die hoch lukrativen Visa an diese und ihre Familien.
    Wir brauchen also ein umfassendes Zuwanderungs- und Einbürgerungsgesetzbuch, das alle Tatbestände umfasst, besonders zur qualifizierten Zuwanderung wie z.B zur Ehegattenzuwanderung.
    Für das amerikanische Losverfahren spricht, dass sich eben nicht Waffengroßhändler und südamerikanische Drogenbarone einkaufen können.

    • Auch in die USA kann man als Investor einwandern. Dazu genügen bereits $ 500.000. Deren legaler Ursprung muss zwar belegt werden, doch das sollte für Waffengroßhändler und Drogenbarone kein Problem sein. Diese wollen vermutlich aus anderen Gründen lieber nicht in die USA einwandern, sondern eher ihre Kinder schicken.

      Ehegatten von deutschen Staatsbürgern würde ich die Einwanderung grundsätzlich erlauben, während andere Zuwanderer für diese auch ein Visum ersteigern sollten (vielleicht mit Rabatt).

  4. Guter Ansatz Herr Prof. Dilger.

    Man könnte es aber auch anders und gerechter machen.
    Man könnte sowohl den Arbeitgeber und auch den Einwanderer an ihrem wirtschaftlichem Vorteil einer Beschäftigung in der EU – finanziell besteuern.

    Und zwar gerecht,nehmen wir einen beispielhaften Satz von jeweils 100 Euro/Monat Steuern für Fremdbeschäftigte Arbeitskräfte außerhalb der EU,jeweils für den Arbeitgeber und den Arbeitnehmer als angenommen Betrag.
    Und nehmen wir den Betrag von 100 Euro der Arbeitgeber für die Bundeskasse und den Betrag von 100 Euro des EU Fremdbeschaftigten für das Herkunftsland des Fremdbeschäftigten.

    Warum ? Weil es viele Vorteile bietet !

    Bei dieser Art der Vorteilsbesteuerung würden importierte Arbeitskräfte für den Arbeitgeber teurer und somit muß er ausloten,ob er nicht besser im Ausland investiert,auch da werden Investitionen dringend gebraucht,nicht nur deutsche Entwicklungshilfe.

    Durch diese für den Arbeitgeber zu errichtende Vorteilsbesteuerung von EU Fremdbeschäftigten gingen Steuereinnahmen direkt an den Deutschen Staat.

    Und für den Staat,welcher seine Arbeitskräfte an Deutschland abgibt,gingen durch die von dem Fremdbeschäftigten zu errichtenden gleichen Betrag seiner Vorteilsbesteuerung,der hier Beschäftigung,ebenfalls die gleiche Summe an sein Herkunftsland.

    Jeder muß also für seinen wirtschaftlichen Vorteil,den er durch EU Fremdbeschäftigung erziehlt, steuerlich einen Betrag an jeweils zu gleichen Teilen den Bundeshaushalt und an das Herkunftsland des entsprechenden Beschäftigten abgeben.

    Ich will mit diesem Modell den Gewinn gerechter verteilen und auch den ausartenden Globalismus eindämmen,sowie die unerwünschten Nebenfolgen des bisherigen Prinzips etwas abmildern.

    Es bringt ja eher weniger etwas,wenn sehr preiswerte Arbeitskräfte hier den Markt überschwemmen und deren Herkunftsländern bleibt nichts weiter übrig,als hier um Geldspenden zu betteln.

    Nehmen wir nur die Griechen/Spanier/Portugiesen/Türken,welche hier volkswirtschftlich Geld erwirtschaften und deren Staaten gehen leer aus,obwohl sie ihre Arbeitskräfte abgeben – innerhalb der EU also auch ein Problem !!

    • Das ist ein interessanter Vorschlag. 200 Euro Sondersteuern pro Monat erscheinen jedoch recht niedrig. Faktisch zahlen insbesondere nur kurze Zeit in Deutschland arbeitende Personen viel mehr, weil sie von den Rentenbeiträgen nichts haben. Es ist auch nicht sinnvoll, wenn Deutschland für andere Länder Steuern vereinnahmt. Mit geltendem EU-Recht ist solch eine Ungleichbehandlung von EU-Bürgern auch nicht vereinbar.

  5. Ihr Ansatz lässt zwei wesentliche Aspekte der Einwanderungsproblematik unberührt:

    1. Die Einheimischen müssen davor geschützt werden, von leistungsfähigeren Einwanderern, d.h Konkurrenten, die dieselbe oder bessere Arbeitsleistung zu einem besseren Preis anbieten, vom Arbeitsmarkt verdrängt zu werden.
    Einem Erz-Liberalen mögen sich da die Nackenhaare sträuben. Aber eine Volkswirtschaft, bei permanent oben immer jüngere undleistungsstärkere Einwanderer in den Arbeitsmarkt einsteigen und unten immer mehr alteingesessene Einheimische in die Sozialsysteme, oder staatliche Beschäftigungsprogramme oder neue Stellen im Öffentlichen Dienst verdrängt werden, kann nicht auf Dauer funktionieren. Die neuen Leistungsträger wollen nicht immer mehr bezahlen und die Transferleistungsempfänger wollen immer mehr und die noch beschäftigten Leistungsschwachen wehren sich politisch gegen die Zuwanderung.

    2. Die Situation in den Herkunftsländern. Dort werden die Fachkräfte auch benötigt und die Herkunftsländer haben schliesslich die Ausbildung finanziert. Somalische Ärzte, Informatiker und Ingenieure, zum Beispiel, die jetzt massenweise zu uns kommen, müssten mit ihren Rentenversicherungbeiträge gerechterweise die Elterngeneration in Somalia unterhalten und nicht unsere Rentner.

    Aber keinen rein lassen ist auch keine Lösung. Das Thema aber ist ideologisch so überfrachtet, dass eine sachliche und wissenschaftlich fundierte Erörterung kaum möglich ist.

    • Ihr reiner Arbeitsmarktprotektionismus schadet wie Protektionsismus auf Gütermärkten beiden beteiligten Volkswirtschaften. Es gewinnen Gruppen, die vor Konkurrenz geschützt werden, während insbesondere die Konsumenten, aber auch Beschäftigte anderer Branchen mehr verlieren. Gerechtfertigt ist er höchstens zum Schutz der Sozialsysteme, also bei Geringqualifzierten, die hier kaum Arbeit über Sozialhilfeniveau oder jetzt dem Mindestlohn finden. Das berücksichtigt jedoch die Versteigerung von Einwanderungsvisa im Gegensatz zu deren Verschenken. Die Auswanderungsländer profitieren übrigens in der Regel auch von der (Möglichkeit zur) Auswanderung. Deshalb qualifizieren sich dort mehr Personen, von denen nicht alle auswandern, viele zurückkehren und fast alle Geld in die Heimat schicken. Schließlich gibt es in Somalia gar keinen funktionierenden Staat, geschweige denn eine Rentenversicherung.

      • Das mit Somalia war natürlich ironisch gemeint, wider die Regierungspropaganda, dass Einwanderer überwiegend dringend benötigte Fachkräfte seien.
        Aber konkret: Mehr und mehr junge Rumänen verlassen das Land Richtung Italien und Deutschland. Und wer zahlt nun die Renten für die älteren Rumänen?
        Die Ausbildung der Einwanderer finanzieren die Herkunftsländer. Ob sich dies netto für diese rechnet bezweifele ich.

        Einen reinen Arbeitsmarktprotektionismus vertrete ich nicht. Aber dass ältere Einheimische zum Beispiel massenweise und fortlaufend durch jüngere, billigere Einwanderer ersetzt werden ist in einer Demokratie einfach nicht machbar.

        Einen Protektionsismus auf Gütermärkten haben wir natürlich auch, indem wir von Produzenten im Ausland die Einhaltung ökologischer und sozialer Mindeststandards verlangen. Mit Kinderarbeit in giftiger Umgebung hergestellte Textilien dürfen nicht importiert werden, GottSeiDank. Und dies wird durch „Bürokratie“ verhindert und nicht durch das Versteigern von Importlizenzen.

      • Insbesondere die höhere Bildung von Auswanderern wird häufig gar nicht von ihrem Ursprungsland bezahlt, zumindest nicht vom Staat. Dafür schicken Ausgewanderte im Schnitt ordentlich Geld nach Hause und kehren häufig selbst zurück. Netto verliert Deutschland Humankapital, weil deutsche Akademiker abwandern, ausländische Absolventen oft nicht bleiben dürfen oder wollen und die Zuwanderer viel geringer qualifiziert sind.

        Sachlich begründete Standards sind kein Protektionismus, solange die Begründung nicht vorgeschoben oder unverhältnismäßig ist.

  6. Ein Einwanderungsvisa soll nur der bekommen, der gegen mich von 20 Schachpartien 19 gewinnt.
    Da dürfen aber einige Russen einwandern aber wenige aus Angola.

      • Alexander hört sich russisch an, wie viele Zaren gab es die Alexander geheißen haben? Der darf rein, auch ohne Schachpartie.

  7. Wenn die doppelte Staatsbürgerschaft in Deutschland kommt, dann will auch ich als reiner Bio-Deutscher einen Pass eines anderen Landes, zusätzlich zum deutschen Pass! Es kann ja im Sinne der Gleichbehandlung durch das Grundgesetzes nicht sein, dass nur Leute mit „Migrationshintergrund“ Anspruch auf Zweistaatlichkeit haben!!! Und wenn ich bis zum Bundesverfassungsgericht gehen muss…..!

    • Die doppelte Staatsbürgerschaft gibt es doch de facto bereits. Allerdings müssen Sie Ihren zweiten Pass in einem anderen Land beantragen, nicht in Deutschland. Außerdem muss man vorsichtig sein, was man sich wünscht. Mit einer US-Staatsbürgerschaft sind Sie z. B. weltweit steuerpflichtig in den USA.

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