Lateinische Münzunion vor 150 Jahren gegründet

Heute vor 150 Jahren, am 23. Dezember 1865, wurde die Lateinische Münzunion begründet. In Paris schlossen Belgien, Frankreich, Italien und die Schweiz einen entsprechenden Vertrag. In den nachfolgenden Jahren schlossen sich weitere Länder dem Vertrag an, darunter 1868 auch Griechenland, sowie einige Länder dem Münzstandard ohne Vertrag. Standardisiert wurden Gold- und Silbermünzen sowie deren Verhältnis untereinander. Damit nahm das „Scheitern eines europäischen Währungsbundes“ seinen Lauf. Ein bimetallischer Standard hat wenig mit dem modernen Euro zu tun, doch schon damals wurden schlecht konstruierte Regeln von vielen Staaten gebrochen und Griechenland deshalb 1908 aus der Münzunion geworfen, die 1914 mit dem Ersten Weltkrieg faktisch endete und formal Ende 1926 durch Kündigung der besonders vertragstreuen Schweiz. Eine gemeinsame Währung kann also nicht nur wie der Euro scheitern, sondern auch tatsächlich beendet werden, während es noch kein historisches Beispiel dafür gibt, dass eine Währungsunion langfristig überhaupt stabil und von Vorteil sein kann.

3 Gedanken zu „Lateinische Münzunion vor 150 Jahren gegründet

  1. Dass mit der Münzunion war damals eine spannende Geschichte, und jetzt verstehe ich auch, warum sie das hier zum Thema machen. Man stellte damals ziemlich bald fest, dass diese Geldunion die Mitgliedsstaaten in den Bankrott führen würde. Die Union wurde aber nicht aufgelöst, wegen den Kosten einer Auflösung.
    Die Gründe der Krise damals waren die Gleichen, wie heute, der Verzicht auf die nationale Souveränität. Und wie sich die Geschichte wiederholt sieht man am Beispiel Griechenlands. 1893 rief Griechenland den Bankrott aus. Ausländische Institutionen kontrollierten fortan die Reformen, vergeblich. Nachdem man Griechenland dann 1908 aus der Union warf, lösten sie ihr Schuldenbproblem innerhalb von 2 Jahren. Vergleicht man nun die Rolle Griechenlands damals wie heute, gibt es verblüffende Ähnlichkeiten, welche traditionell sind, den hemmingslosen Umgang mit Steuergeld.
    Wie sie bekannt gaben, gibt es am 21.Januar 2016 in Dortmund einen Vortrag von Prof. Dr. Wolf Schäfer, dem Vorsitzenden der Hayek Gesellschaft unter dem Thema „Zerfällt Europa?“ Gibt es anschließend eine Veröffentlichung dieses Vortrages?

    • Den Verzicht auf die nationale Souveränität kann man nicht einfach „von Oben“ diktieren. Zumindest nicht, wenn es in einer freien Gesellschaft vollzogen werden soll.
      Aber ist denn die Aufgabe der nationalen Souverenität für das Funktionieren einer Wirtschafts- und/oder Währungsunion unabdingbare Voraussetzung? Ich denke NEIN! Das einzig wirksame Mittel eines Bündnisses ist die Vertragstreue. Wer käme in der freien Wirtschaft auf den Gedanken, einen unzuverläßigen Vertragspartner weiterhin zu beliefern (von Hermesbürgschaften mal abgesehen)? Solange kein Dritter für Forderungsausfälle bürgt, würde man sich sehr schnell von solchen „Kunden“ trennen.
      Wie muß man als Politiker gestrickt sein um zu glauben, daß FREIWILLIGE Staatenbündnisse anders funktionieren als unter Privatpersonen oder Unternehmen? Man braucht schon ein gehörig Maß an sozialistischer Ideologie um derartigen Glauben zu vertreten.

      • Der Satz „Alle für Einen oder Einer für Alle“ können sie in der EU nicht vollenden. Beispiele gibt es in der EU zuhauf. Darüber ist die Münzunion aber gescheitert, darüber wird der Euro scheitern.
        Die Losung lautet mittlerweile:“Keiner für Alle oder Alle für Keinen“. Beispiele gibt es in der Gegenwart zuhauf. Jetzt warte ich mal auf die finnische Eurovolksabstimmung 2016.

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