Höcke setzt sich und Rassismus in der AfD durch

Gestern gab es eine schwere Schlappe für AfD-Chefin Petry beim Streit um Rechtsaußen Höcke“ im eigenen Bundesvorstand. Sie konnte keine von ihr gewünschten Ordnungsmaßnahmen gegen ihn durchsetzen, nicht einmal eine unverbindliche Rüge, wie Anfang der Woche noch fälschlich behauptet wurde (siehe z. B. AfD-Vorstand rügt Höcke“ und dagegen AfD-Spitze dementiert angebliche Rüge für Höcke“). Bei Facebook wird Frau Petry nun mit Herrn Lucke verglichen und ihr Rücktritt gefordert.

Dabei war ihr eigentlicher Fehler, noch zu Zeiten von Herrn Lucke die Parteiordnungsverfahren gegen Herrn Höcke hintertrieben und dann ganz abgebrochen zu haben. Nun wird sie ihn nicht mehr los, kann aber auch nicht unter ihm Vorsitzende bleiben. Seine Äußerungen werden immer schlimmer. Schweigen bedeutet in dem Fall Zustimmung, während sie sich mit Widerspruch nicht durchsetzen kann. Auf dem Weg zu einer rechtsradikalen Partei hat es schon viele Etappen bei der AfD gegeben, doch die gestrige ist nicht unwichtig, weil eben nicht nur die Liberalen und dann Konservativen in der AfD verloren haben, sondern jetzt auch die Rechtspopulisten.

Konkreter Anlass sind rassistische und sachlich falsche Ausführungen von Herrn Höcke über angebliche Unterschiede zwischen Afrikanern und Europäern und deren Reproduktionsverhalten (siehe z. B. das Video bei Panorama). Wir Menschen gehören alle zu der gleichen Art (mit relativ wenigen Kindern und langem Bemühen um sie), wobei die genetischen Unterschiede innerhalb von Schwarzafrika um ein Vielfaches größer sind als zwischen allen Menschen außerhalb (was Frau Brynja Adam-Radmanic in ihrem ansonsten guten Beitrag „Hat Höcke recht, aber wir dürfen es nicht sagen? – Ein Fakten-Check mit Anleitung zur Verhinderung totalitären Denkens“ übersieht). Veränderungen im Reproduktionsverhalten haben vor allem sozioökonomische Gründe und verlaufen global nach dem gleichen Schema, nur dass die entwickelten Länder zeitlich etwas vorauseilen und Schwarzafrika hinterherhinkt (siehe z. B. African demography: The young continent“).

Traditionell gab es überall viele Kinder, die jedoch größtenteils bereits im Säuglingsalter oder der weiteren Kindheit starben. Durch bessere Medizin, Hygiene und Ernährung überlebten viel mehr Kinder, wodurch es zu einer starken Zunahme der Bevölkerung kam. Mit steigendem Wohlstand sowie Verhütungsmitteln sinkt die Zahl der Kinder dann deutlich. Es ist natürlich ebenfalls Unsinn, dass Afrika einen Geburtenüberschuss von 30 Millionen Menschen nach Deutschland exportieren würde.

Das Schlimmste ist aber gar nicht, dass jemand so einen im Zweifel von der Meinungsfreiheit oder auch dem informellen Recht auf Dummheit gedeckten Unsinn erzählt, sondern dass dieser bei vielen AfD-Mitgliedern und -Anhängern nicht auf eindeutige Ablehnung, sondern zumindest auf Verständnis, wenn nicht Zustimmung oder sogar Begeisterung, stößt. Das war es wohl endgültig mit dem Mut zur Wahrheit in der AfD.

81 Gedanken zu „Höcke setzt sich und Rassismus in der AfD durch

  1. Der Bundesvorstand fordert Björn Höcke nachdrücklich auf, auch selbst zu prüfen, inwieweit seine Positionen sich noch in Übereinstimmung mit denen der AfD befinden.

    Damit wird Höcke indirekt der Austritt nahegelegt! Im Fußball würde man sagen „dunkelgelb“.
    Es war leider nicht das erste Mal, dass er mit provokanten Aussagen auffällt, mit denen man Rechtsaußen punkten kann, ABER das Bürgertum eindeutig verschreckt. Trotzdem repräsentiert Höcke garantiert NICHT die Mehrheit der AfD-Mitglieder!

    In dem der AfD-Bundesvorstand Höcke vor der Einleitung von Parteiordnungsmaßnahmen persönlich anhören möchte, folgt rechtsstaatlichen Prinzipien, die auch für ihn gelten müssen. Man muss mit ihm und nicht einfach über ihn sprechen! Danach können weitere Maßnahmen erfolgen. ABER Frauke Petry und Jörg Meuthen müssen handeln, nicht nur wegen der drei Landtagswahlen im März 2016.

    Ich habe das hier schon mehrfach geschrieben: Es ist eine schlimme Unterlassungssünde, dass die AfD noch immer kein Grundsatzprogramm hat mit dem eindeutig festgelegt wird, welche Inhalte zur Partei gehören und welche nicht. Dazu gehört auch eine klare Grenzziehung nach Rechtsaußen!

    Die AfD ist noch eine junge Partei in der Selbstfindungsphase. Die chaotischen Anfangsjahre der Grünen und die Entwicklung der SED/PDS/Linke wurden von Presse und Öffentlichkeit weit weniger aufgeregt beobachtet, als bei der AfD! Es ist nicht hinnehmbar, dass rechts strengere Maßstäbe gelten sollen als links!

    Den Ich-Mensch Lucke und den Freunde kaufenden Streitsucher Henkel ist die AfD bereits losgeworden. NPD-Versteher Höcke sollte der nächste sein!!!

    • Die Aufforderung zur Selbstprüfung, ob man noch in der richtigen Partei ist, sollte für jedes anständige Mitglied gelten. Dagegen ist diese Aufforderung gegenüber Herrn Höcke ein zahnloser Tiger, da völlig klar ist, dass er nicht von sich aus austreten wird. Jetzt ist auch klar, dass der Bundesvorstand ihn nicht herauswerfen wird, sondern seine eindeutig rassistischen und antisemitischen Aussagen lieber als missverständlich verharmlost, um dann noch einmal darüber zu sprechen, bis der nächste, noch größere Klopfer kommt.

      • Noch einmal: VOR der Einleitung von Parteiordnungsmaßnahmen muss Herr Höcke vom Bundesvorstand persönlich angehört werden. Das ist ein rechtsstaatliches Prinzip, das auch für ihn gelten muss!!! Es kann nicht sein, dass jemand zum Freiwild erklärt wird, auch dann nicht, wenn er Rechtsaußen steht!

        Da Höcke aber leider nicht zum ersten Mal mit NPD-nahen Aussagen auffällt, befürchte auch ich, dass er nicht einsichtig ist und weiter provozieren wird. Frauke Petry kann gar nicht anders, als Höcke zumindest kalt zu stellen, besser ihn auszuschließen. ABER es muss streng nach Satzung und Statuten SCHRITT FÜR SCHRITT sauber vorgegangen werden. Nach dem niederträchtigen Umgang von Bernd Lucke mit zahlreichen Mitgliedern ist die AfD-Basis an dieser Stelle zu Recht sehr sensibel! Öffentliche Hinrichtungen, wie Rot/Grüne sie lieben, widersprechen außerdem der Zivilisation!

      • Herr Höcke wurde doch zur Bundesvorstandssitzung eingeladen. Wie stichhaltig seine Entschuldigung war, entzieht sich meiner Kenntnis. Außerdem muss Herr Höcke nicht zwingend vom Bundesvorstand angehört werden, sondern vom zuständigen Schiedsgericht. Es wäre aber natürlich peinlich, wenn beantragte Ordnungsmaßnahmen dort scheitern.

  2. Ach Herr Dilger, kommen Sie ´mal wieder runter. Wenn jede öffentliche Aussage eines Politikers, die nachweislich falsch ist, zu Parteiausschlüssen führt, gibt es in Deutschland keine Politiker mehr. Eine Partei muss auch ´mal eine falsche Aussage aushalten können. Wir sind schließlich alle nur Menschen, d. h.: Wer nie einen (ODER mehrere) Fehler macht, werfe den ersten Stein.

    • Es geht hier nicht einfach um einen sachlichen Fehler oder auch eine bewusste Falschaussage (wie bei „Frauke Petry:AfD-Chefin der Lüge überführt“), sondern um offenen Rassismus. Als Liberaler will ich solche Aussagen gar nicht strafrechtlich sanktionieren, aber eine anständige Partei muss politisch zumindest bei ihren hohen Funktionsträgern dagegen vorgehen, da sie sonst selbst unanständig und rassistisch wird. Sie ist dann immer noch eine Alternative zu den etablierten Parteien, aber eine viel schlechtere statt bessere.

      • Da müssten wir erst einmal definieren, was Rassismus ist. Wenn Rassismus etwa Aussagen über Rassen (=Menschen verschiedener Hautfarbe) sind, die für diese Rassen unterschiedliche Wertigkeiten definieren, dann ist die Aussage von Herrn Höcke nicht rassistisch, da die Feststellung der höheren Geburtenrate richtig ist und die dazu gelieferte (falsche) Erklärung Dunkelafrikaner als Menschen im Verhältnis zu anderen Menschen nicht ab- oder aufwertet.

      • Rassismus bedient sich biologistischer Pseudobegründungen für die Abwertung und Schlechterbehandlung von Menschen. Die Worte von Herrn Höcke fallen darunter und sind in mehrfacher Hinsicht falsch. Die biologischen Zusammenhänge sind anders, die Ableitung von Normen aus ihnen ist ein naturalistischer Fehlschluss und die unterschiedlichen Geburtenraten haben eine ganz andere, sozioökonomische Begründung. Mit der Einwanderung nach Deutschland, deren Beschränkung Herr Höcke auf diese krude Weise rechtfertigen will, hat das alles überhaupt nichts zu tun.

    • „Rassismus bedient sich biologistischer…“
      „…auf diese krude Weise…“
      Lieber Herr Dilger, diese Ausdrücke sind erst seit einigen Jahren neuer rot/grüner Wortschatz, den ich mir NIEMALS zu eigen machen werde! Als Wissenschaftler sollten sie solche Begriffe nicht ungeprüft übernehmen! Was aus der Biologie heraus abgeleitet wird, ist „biologisch“, „biologistisch“ ist eine Wortschöpfung neudeutscher, linker Propagandasprache. „Krude“ übersetzt der Duden als „ungekocht“. Auch bei dieser Neuverwertung des Begriffes waren linke Wortverdreher am Werk. Wer die Sprache beherrscht, beherrscht auch das Denken. Wer sich dem „Neusprech“ bedient, macht sich, bewusst oder unbewusst, zum Helfershelfer der Sozialisten!

      Das wirklich schlimme an verschiedenen Aussagen und Thesen von Herrn Höcke ist, dass man ihm ganz streng juristisch genommen gar keinen Rassismus beweisen kann. Er rudert ja auch nach jedem Eklat ein paar Zentimeter zurück und gibt vor, missverstanden worden zu sein. Ich kenne ihn nicht persönlich, aber ich vermute, dass er als ehemaliger Studienrat auch nicht dumm ist. Wahrscheinlich arbeitet er mit der Salami-Taktik (zwei Schritte vor, einer zurück) und will die AfD stückweise nach Rechtsaußen verschieben. Die große Mehrheit der AfD-Mitglieder, mich selbst eingeschlossen, will das NICHT und wir werden uns die Chance auf eine echte Alternative zu den Altparteien von niemanden kaputt machen lassen. Daher mussten Lucke und Henkel gehen. Höcke kann der nächste sein!

      • Ihre Sprachkritik ist nicht richtig und selbst eine Form von politischer Korrektheit. Es handelt sich um ganz normale Wörter, auch wenn diese gelegentlich falsch verwendet oder sogar absichtlich politisch missbraucht werden. Überlegungen im Rahmen der Biologie sind biologisch, die (meistens) unwissenschaftliche Übertragung biologischer Konzepte auf menschliches Verhalten und Gesellschaften ist dagegen biologistisch. Krude ist ein normales deutsches Wort mit lateinischer Wurzel (crudus = roh, grausam).

        Natürlich kann man Herrn Höcke den Rassismus in seinen Aussagen nachweisen. Allerdings ist dieser für sich genommen nicht justiziabel, sondern verbietet sich „nur“ politisch, moralisch und intellektuell. Wenn Herr Höcke deshalb tatsächlich gehen muss, werde ich meine Bewertung der AfD entsprechend (positiv) anpassen. Tun Sie das auch (in negativer Hinsicht), wenn er ohne jede Konsequenz im Amt bleiben darf?

      • Ich bleibe dabei, dass „Neusprech“ für mich tabu ist! Daher rede ich gerne so politisch inkorrekt wie es nur möglich ist. Das fängt bei „Putzfrau“ (statt „Raumpflegerin“), „Bauer“ (statt „Landwirt“) und „Lehrling“ (statt „Azubi“) an und geht bis „Ausländer“ (statt „Migrant“) und „Eindringling“ (statt „Flüchtling“). Mit „biologistisch“ hat man schon versucht Sarrazin mundtot zu machen. Und alles was heute nicht ins linksgrüne Schema passt, ist plötzlich „krude“. Wie gut dass mit solcher Kunstsprache die normalen Menschen auf der Straße gar nicht erreicht werden!

        Die NPD-nahen Thesen von Höcke können nicht ohne Konsequenzen bleiben, zumal er ein Wiederholungstäter ist! Ob es für einen Ausschluss reicht, ist schwer zu sagen, da es ja noch kein Grundsatzprogramm gibt, das eindeutig festlegt, welche Inhalte zur AfD gehören und welche nicht. DAS ist wahrscheinlich das Problem!

        Uns Wahlkämpfern in Rheinland-Pfalz schadet Höcke im Moment. Es sollten daher ganz schnell Mittel und Wege gefunden werden, ihn zumindest kalt zu stellen. Ich hoffe, dass Frauke Petry dazu die Kraft hat. Jörg Meuthen hat sie bestimmt. Und im Bundesvorstand sehe ich nur Gauland und Poggenburg, die Höcke (noch) verteidigen. Ich habe die berechtigte Hoffnung, dass es diesmal eng wird für Höcke!

      • Formal gilt immer noch das Parteiprogramm von der ursprünglichen Gründung am 6.02.2013 im kleinen Kreis. Zur Einwanderungspolitik findet sich darin dieser Satz: „Wegen des demographischen Niedergangs brauchen wir überdies dringend eine Abkehr von der konzeptionslosen Einwanderungspolitik, die wir heute pflegen, hin zu einer gezielten Anwerbung hochqualifizierter Migranten nach dem Modell der Schweiz.“ Für eine Amtsenthebung relevanter dürfte jedoch der letzte Satz der Präambel in der Satzung sein (und ggf. die Leitlinien): „Dabei bejahen wir uneingeschränkt die freiheitlich-demokratische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland, unsere abendländische Kultur und die im Grundgesetz und in den Römischen Verträgen angelegte friedliche Einigung Europas.“

    • Das ist vielleicht fair, aber nicht gut. Damit entfällt eine ernsthafte und wählbare Alternative für Deutschland. Schlimmstenfalls zieht eine rechtsradikale Partei in etliche Länderparlamente ein und lenkt von den wirklichen Problemen ab. Wer ist Herr Höcke? Wir sollten gemeinsam Frau Merkel kritisieren.

      • Ob AfD waehlbar ist und eine Alternative fuer Deutschland sein koennte, bezweifle ich stark schon ueber lange Zeit. Unabhaengig von einem Herrn Hoecke! Im Vorstand sitzen viele solche populistisch nationalchauvinistische Profile um nur Herrn Gauland zu nennen.
        Man kann ueber seine Aussagen schmuntzeln aber viele hoeren es gerne. Natuerlich geht es um soziooekonomische Faktoren aber auch um genetische Entwicklungen. Er soll besser sagen worum es wirklich geht, was die Deutsche Bevoelkerung eigentlich moechte. Ein Kontinent mit traditionell ueberwiegend weissen christlichen Bevoelkerung ? Parallelgeselschaften schwaechen und spalten Europa! Heutige Politik fuehrt zu noch staerkeren Spaltung weil s.g. Integration nur eine Illusion ist um die Wahrheit nicht zu gestehen.

      • Herr Höcke ist kein Populist, sondern ein Überzeugungstäter (oder doch ein Agent vom Verfassungsschutz?), dem die Popularität seiner Aussagen relativ egal ist. Doch man kann Sie auch so verstehen, als wenn Sie meinen, dass die Bevölkerungsmehrheit ebenfalls so denkt.

      • Eine Petry-Pretzell-Partei ohne Herrn Höcke würde ich persönlich auch nicht wählen, aber sie könnte ein ernsthaftes Korrektiv zum Merkel-Kurs sein, während eine Höcke-Partei diesen in Wirklichkeit stützt.

      • Prof. Dilger 13:06

        Manche Gedanken die man als AfD/Hoecke spezifisch nennt werden doch zum Teil von anderen Bevoelkerungsgruppen auch geteilt. Innerhalb AfD sind diese Gedanken stark vertreten, bei CSU, CDU, NPD, SPD, Linken und Nichtwaehlern nicht zu selten.
        Deswegen wenn Frau Merkel weiter gegen Menschen arbeitet sind auch fuer AfD 20%+ moeglich.

    • Eine Petry-AfD wäre ja noch hilfreich, nicht weil von ihr nennenswerter Inhalt zu erwarten wäre, aber ihre Wahlerfolge wären notwendig, um die anderen Parteien zur Vernunft zu zwingen. Wahlerfolge einer Höcke-AfD wären hingegen selbst Grund zur Sorge.

      Höcke ist leider kein dümmlicher Rassist, sondern verfügt durchaus über eine große Intelligenz, das macht ihn umso gefährlicher. Wenn Petry es jetzt nicht schafft, ihn abzusägen, wird Höcke mit Sicherheit die Partei übernehmen. Dass er gerne „Kanzler“ wäre lässt er ja jetzt bereits durchblicken, da kann es einem durchaus schaurig werde. Alleine ein beeindruckender Wahlerfolg von Meuthen kann wohl noch was retten, den nur ein solcher würde den anderen Protagonisten ausreichend Geltung verschaffen, um gegen Höcke vorzugehen. Wie der eintreten soll, wenn Höcke immer neue Sprüche absondert, steht allerdings in den Sternen.

      • Herr Höcke ist ein intellektueller Rassist, was noch schlimmer ist als ein dümmlicher, weil es nicht mit Dummheit entschuldigt werden kann und Bildung dagegen kaum noch etwas auszurichten vermag. Da Frau Petry sich jetzt nicht gegen ihn durchsetzen konnte, schafft sie es vermutlich gar nicht mehr. Direkt vor den Landtagswahlen kann man sich den innerparteilichen Streit darum nicht leisten. Deshalb wird er gerade dann weitere Sprüche nachlegen, um ganz gezielt den Wahlerfolg von Herrn Meuthen zu sabotieren. Dieser ist danach geschwächt und Herr Höcke weiter gestärkt, weil viele normale Mitglieder wie Herr Elsen das nicht durchschauen. Innerhalb von Baden-Württemberg dürften ebenfalls die Hardliner wie Herr Frohnmaier von Herrn Höcke profitieren und eine AfD-Fraktion dort vielleicht sogar dominieren, gerade weil es keine Landesliste gibt, sondern die Einzelergebnisse entscheiden.

      • Wäre Lucke noch Parteichef, die AfD käme in B-W auf 20 Prozent. Die Wut auf Merkel ist enorm und ausgerechnet dann muss ein Rassist wie Höcke alles zerstören. Mich macht es ziemlich fassungslos, wie eine liberal-konservativ gestartete Partei nach 3 Jahren im Rechtsextremismus enden könnte. In einer Situation wie jetzt wäre Opposition dringend nötig und ausgerechnet dann schafft sie sich selbst ab. Höckes Sätze sind isoliert betrachtet vielleicht noch grenzwertig oder unglücklich, aber in der Summe, noch verstärkt durch seinen übertriebenen Pathos, einfach nur erschreckend und an eine dunkle Zeit erinnernd. Selbst die Junge Freiheit setzt sich jetzt langsam von der AfD ab.

        Ich weiß auch nicht, was aus Gauland geworden ist, der mir noch vor 1-2 Jahren imponierte und sich nun selbst zum Schutzpatron rechtsextremer Tendenzen macht. Vor 1-2 Jahren hingegen sprach er noch davon, dass die AfD keine Partei für „denkfaule“ Menschen sein solle, heute forciert er diese Entwicklung. Warum setzt er sich mit solchen Leuten in ein und dasselbe Boot?

        Höcke muss übrigens auch nicht dem Front National gratulieren, seine politische Einstellung ist mMn. weit rechts davon zu suchen. Eine wirklich konservative Partei mit liberalen Elemten wie die SVP in der Schweiz, die Intellektuelle wie Roger Köppel anzieht, wird es in Deutschland wohl nie geben, weil irgendwelche Idioten sie anscheinend zwangsläufig irgendwann in die braune Ecke ziehen.

      • Herr Gauland ist tatsächlich eine Schlüsselfigur für die jetzige Entwicklung. Im Frühsommer gab es noch die Hoffnung, er könne zwischen Frau Petry und Herrn Lucke vermitteln oder selbst als Sprecher kandidieren, was er jedoch alles nicht gemacht hat. Wenn er jetzt Frau Petry statt Herrn Höcke unterstützen würde, wären die Perspektive für die AfD viel besser, zumal er als Gegenleistung noch andere positive Entwicklungen wie die Entmachtung von Herrn Pretzell fordern könnte.

        Bis auf die Grünen sind alle Parteineugründungen (nach den Anfangsjahren der Bundesrepublik Deutschland) gescheitert, meistens ohne jeden Erfolg (wie voraussichtlich ALFA), aber durchaus schon öfter auch nach dem Einzug in etliche Landesparlamente an nachfolgender Radikalisierung und internem Streit (wie voraussichtlich die AfD). Bei den Grünen selbst ist auch fraglich, ob ihre Etablierung das Parteiensystem wirklich besser gemacht hat.

      • Gauland war lange Zeit eine Integrationsfigur. Ein kluger Kopf, der von Liberalen, von Konservativen und durchaus auch von weiter rechts geschätzt wurde. Er war für mich lange Zeit die beste Figur in der AfD, weil er einen eigenen Kopf ohne Denkverbote hatte, aber gleichzeitig auch stehts in der Lage war, dies in einem konstruktiven und produktiven Tonfall zu tun. Auch Konrad Adam sah ich in einer ähnlichen Rolle. Beide standen für eine eindeutige Abgrenzung gegenüber den Altparteien, taten dies aber stets mit Anstand und Bürgerlichkeit. Während sich Adam zwar mit Lucke und Co. überwarf, so blieb er seiner konservativen Überzeugung stets treu, Gauland hingegen umgibt sich immer mehr mit Leuten, mit denen man sich schlicht nicht mehr umgeben will. Ich frage mich, wie das passieren konnte. Ist er im Kopf mittlerweile verkalkt? Bei Hampel wirkt das so, der ist nicht mehr ganz auf der Höhe, aber bei Gauland hatte ich diesen Eindruck nie.

        Petry habe ich nie geschätzt und nie gemocht. Sie wäre jedoch noch wichtig, um den Wählern eine nicht-radikale Partei als Alternative zu belassen, weil die CDU wohl nur über massive Stimmenverluste zur Vernunft kommt.

        Mittlerweile stimme ich ihrer Analyse im Sommer zu. Der Weckruf und Alfa war ein Fehler. Alfa ist eine Totgeburt und die AfD hätte durch die Flüchtlingskrise so oder so wieder Zulauf bekommen. Mit Lucke in der Partei, selbst wenn er noch mit vielen Wirrköpfen zu kämpfen gehabt hätte, wären viel mehr vernünftige Personen in die Partei eingetreten und nicht nur die radikalen Rechte, die sich wohl in den letzten Monaten angeschlossen haben. Henkel wollte aber wohl die Entscheidung suchen und Lucke ist ihm gefolgt, letztendlich in sein Verderben.

  3. Die AfD ist mit Höcke für bürgerliche Wähler eigentlich keine Alternative. Der Kerl ist ja nicht nur ein moderner Kulturrassist, sonder ein ganz klassischer Gen-/Biologie-/Abstammungsrassist. So lange solche Leute Führungspositionen haben und ihre Anhänger den Kurs der Partei entscheidend mitprägen, ist die Partei nicht wählbar.

    Für mich steht und fällt die Partei mit Frauke Petry. Wenn sie es schafft, Höcke zu entferne, werden auch seine Anhänger wieder zu den extremistischen Parteien wechseln.Es wäre auch ein starkes Signal an das bürgerliche Lager, aus dem auch wieder neue Mitglieder rekrutiert werden würden. Diese würden den Kurs der Partei zu dem einer klassisch konservativen Partei formen. Dann hätten wir eine gesamtdeutsche CSU.
    Wenn Höcke bleibt, wird er mit seinen Parolen weiteren extremistischen Pöbel anziehen.
    Dann werden die Konservativen austreten und es verbleibt der harte, nationalistische Kern.
    Dann hätten wir eine zweite NPD.

    Das ist eine entscheidende Phase in der deutschen Parteiengeschichte. Es wird sich nun entscheiden, ob wir eine legitime konservative Partei kriegen oder nicht.

    • Wie ich oft genug ausgedrückt habe, bin ich ganz sicher kein Fan von Frau Petry, doch hier muss ich Ihnen zustimmen, dass es jetzt auf sie ankommt, ob die AfD eine grundsätzlich wählbare Alternative bleibt oder eine weitere bedeutungslose radikale Kleinstpartei wird.

  4. Irgendwie hatte ich einen solchen Beitrag schon einen Tag vorher erwartet – man kann sagen, ich lauerte geradezu darauf.

    Zunächst einmal gibt es in der AfD weit weniger Anhänger einer Person als man vielleicht erwarten könnte, die allermeisten AfDler halten jede Führung für jederzeit austauschbar – und das halte ich für eine der Stärken der AfD.

    So gesehen ist die Zahl der Hoeckeanhänger zwar größer als die der Petry- oder gar Pretzellanhänger – in Prozenten ausgedrückt aber vernachlässigbar.

    Und was die Redebeiträge von Herrn Hoecke angeht, so werden diese in manchen Ausprägungen von nur sehr wenigen geteilt.

    Natürlich erschließt es sich zumindest mir nicht, was Herr Hoecke mit seinen Äußerungen will und welches Gedankengut dahinter steht. Das könnte ich aber von vielen AfD Spitzen sagen – und die meisten verstehe ich noch weniger.

    Zu sagen Frau Petry sei von Hoeckes Anhängern gewählt worden trifft es nicht wirklich genau – Frauke Petry erhielt die volle Unterstützung der Erfurter Resolution und diese hochaktive Gruppe hat eben ungleich mehr Gewicht als ihre knapp 20 % in der (jetzigen) Mitgliedschaft vermuten lassen.

    Und die ER war letztlich verantwortlich, dass der Stern des unantastbaren Herrn Lucke sank.
    Und diese ER war die unmittelbare Folge der auf eine Einserspitze zugeschnittenen und mit allerlei Tricks durchgeboxten Bremer Satzung – parteiintern als Ermächtigungssatzung bezeichnet.

    Lucke reagierteauf die ER mit der Deutschlandresolution und als diese floppte mit dem Weckruf – die Fortsetzung der Geschichte ist bekannt.

    Betrieben wurde die Ablösung Luckes aber nicht etwa von Herrn Hoecke sondern mit einem ungeheuren Aufwand von meist bezahlten Akteuren – und diese wiederum entstammten überwiegend einer Partei, die heute, in NRW zumindest, nicht mehr ‚aufnahmefähig‘ wäre und die ich eindeutig am rechten Rand verorte.

    Genau diese aber ließ Lucke damals ganz bewußt und entgegen vieler Warnungen in die AfD rein und versah sie oft auch noch mit Führungspositionen. Und zwar in seinem unmittelbaren regionalen Umfeld-

    Herr Hoecke hatte auch keinerlei Ambitionen in den Bundesvorstand gewählt zu werden, obwohl man ihm das kaum hätte verwehren können.

    Und kommen wir jetzt zu den Reaktionen der Mitgliedschaft:

    Hier spielt nicht die Person des Herrn Hoecke die Hauptrolle, die wäre ausstauschbar – hier spielt es eine Rolle dass der offensichtlich erfolgreiche Hoecke vom erfolglosen Pretzell angegriffen wird.

    Richtig ist also, dass die Mitgliedschaft sich nicht an Äußerungen oder gar der unbekannten Gesinnung von Herrn Hoecke orientiert – sondern an LEISTUNG – und ich habe die AfD immer als leistungsorientierte Partei gesehen – und hier lauern ungleich mehr Gefahren, als durch Äußerungen eines letztlich nur Co-Sprecher eines kleinen Bundeslandes.

    Und – zweimal stehen bereits Entscheidungen des BUVO in der Presse (zuerst in der FAZ und dann in der WELT) bevor der BUVO überhaupt zu einem Ergebnis kam. Und beide Male entsprach das echte Ergebnis nicht der Berichterstattung. Hier erinnern wir Mitglieder uns doch sehr gut an typische Verhaltensmuster aus der Vergangenheit.

    Nein – in der AfD findet zur Zeit endlich wieder ein demokratischer Prozess statt. Und vielleicht werden wir uns auch wieder der Leistungsorientiertheit zuwenden, damit HOH uns nicht weiter beschimpfen kann, es seien überwiegend verkrachte Existenzen die sich hier an die Futtertröge schlichen – ironischer Weise oft ausgerechnet aus der FDP kommend 🙂

    • Herr Höcke hat (noch?) nicht die Mehrheit der AfD hinter sich, aber doch genug Rückhalt, um Ordnungsmaßnahmen gegen ihn zu verhindern, was auch immer er sagt oder tut. Sein NPD-Hintergrund ist eindeutig und erklärt auch all seine Äußerungen. Ihnen scheint das egal zu sein, weil Sie nur im prozentualen Wahlergebnis im eigenen Bundesland die einzig relevante Leistung für die AfD sehen wollen. Aber ist es Ihnen wirklich egal, wofür die AfD gewählt wird und welche Politik sie dann macht (bzw. nicht machen kann)? Außerdem übersehen Sie negative externe Effekte. Selbst wenn Herr Höcke für Sachsen-Anhalt das Ergebnis noch marginal steigern mag, verliert die AfD in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz durch ihn deutlich mehr, was dann jedoch wieder als parteiinterne Begründung dafür herhalten soll, dass der gemäßigtere Kurs dort weniger erfolgreich wäre. Wie wäre es dagegen, sowohl Herrn Höcke als auch Herrn Pretzell aller Ämter zu entheben?

  5. DURCHMISCHT UND DURCHRASST

    Stoiber hatte 1998 dem SPD-Politiker Oskar Lafontaine vorgeworfen, dieser wolle „eine multinationale Gesellschaft auf deutschem Boden, durchmischt und durchrasst“
    Für das durchrasst entschuldigte er sich. Für den Rest nicht.
    Norbet Geis verteidigte noch 2002 die Ablehnung der „durchrassten“ Gesellschaft.
    Wurden Stoiber oder Geis aus der CSU ausgeschlossen? Oder hat je ein CSU’ler den Ausschluß gefordert?
    NEIN.
    Höcke hat einige Dummheiten von sich gegeben. Ich weiß nicht,ob und in welcher Weise er sich davon distanziert hat, Aber egal, die AfD hat.und damit ist es gut.
    Die AfD ist die einzige Oppositionspartei mit Chancen auf parlamentarische Mitwirkung.
    Sie möge nach vorne blicken.
    Höcke allerdings muss sich zuücknehmen und seine intellektuellen und politisch-taktischen Grenzen akzeptieren.

    • Das kann man doch überhaupt nicht vergleichen. Herr Stoiber hatte inhaltlich recht und sich für das falsche Wort entschuldigt. Herr Höcke hat kein falsches Wort gebraucht, sondern ein rassistisches „Argument“ vorgetragen. Damit blickt er nicht nach vorn, sondern weit zurück. Solange die AfD ihm das durchgehen lässt, ist sie unwählbar.

  6. Liegt es nicht nahe, dass es sich bei Herrn Höcke, wie dem Attentäter von Frau Reker, um einen V-Mann des BND handelt? Welcher verbeamtete Studienrat geht freiwillig von Hessen nach Thüringen, wenn ihn nicht höhere Weihen erwarten? Zum Inhalt seiner Rede: aus objektiver Sicht ist die afrikanische Variante des Homo Sapiens Sapiens Recens ziemlich sicher die Modernere, da der Afrikaner frei ist von Neandertalererbgut. Bei der Eurasischen Variante des modernen Menschen hat es dagegen sicher fruchtbare Kreuzungen mit Neandertalern gegeben; die genetische und morphologische Varianz der bisher analysierten Neandertaler liegt allerdings in der Streubreite des modernen Menschen. Herr Höckes Berufung auf Lebensraum ist eindeutig Nazijargon; wie stellt er sich vor, sollen wir denn zu derartigem „Lebensraum“ kommen außer eben durch einen weiteren Eroberungskrieg?
    Meines Erachtens gehört Herr Höcke nicht vor ein Parteikomitee sondern zu meinen Nervenärztlichen Kollegen.

    • Der BND ist der deutsche Auslandsgeheimdienst, der Verfassungsschutz der Inlandsgeheimdienst mit V-Leuten. Grundsätzlich finde ich deren Einsatz zur Beobachtung radikaler Organiationen einschließlich Parteien in Ordnung. Die V-Leute dürfen eine Partei aber nicht dominieren, sei es zahlenmäßig oder durch ihre Aktivitäten. Die Diskreditierung neuer Parteien zum rein parteipolitischen Vorteil der etablierten Parteien wäre undemokratisch und selbst verfassungswidrig.

      Herr Höcke ist als Lehrer in Hessen freigestellt, wobei seine Verfassungstreue zweifelhaft ist. Er hat schon vorher in Thüringen gewohnt (an der Grenze zu Hessen). Wenn ich seine kruden Ausführungen richtig verstehe, will er keinen neuen Lebensraum gewinnen, sondern Deutschland (die deutsche Rasse?) gegen alles Fremde abschotten, da doch bislang jedes Jahr der komplette Geburtenüberschuss Afrikas, den es sonst gar nicht gäbe, hierher käme.

      Unter Schwarzafrikanern gibt es viel mehr genetische Varianten des modernen Menschen als im ganzen Rest der Welt zusammen. Bei Europäern lässt sich Erbgut von Neandertalern nachweisen, allerdings interessanterweise nur von Männern.

  7. Inhaltlich hat Höcke sogar Recht,wenn er Deutschland abschotten und keinen neuen Lebensraum gewinnen will.Würde er neuen Lebensraum als Ziel anpreisen hätte er kein Recht.

    Was ich sagen will,jeder soll friedlich und in Wohlstand in seinem Land leben können.
    Globaler Maximalkapitalismus oder linke Ideologie passen da ebenso nicht rein wie expansiver Rassismus – dito auch nicht.

    Nur ist das eigentlich selbstverständlich und Höcke setzt seine Akzente vollkommen dämlich ein.
    Noch blöder kann man gar nicht Punkten,außer beim Treffen rechter Burschenschaften.

    Unter dem Strich ist Höcke irgendwie ein Problem,ob er Recht hat oder nicht,spielt dabei keine Rolle.

    • Merkels Flüchtlingspolitik ist ein schwerer Fehler. Komplette Abschottung wäre deshalb trotzdem nicht richtig. Entscheidend ist aber die Begründung, mit der sich Herr Höcke als Rassist ausweist (vermutlich sogar extra).

  8. Etwas eigenartig ist, dass Höcke kritisiert wird, wenn er der Nationalen Front gratuliert, aber Petry gratulierte der FPÖ.
    Bekanntlich sind beide Parteien in der EU–Fraktion ENF. Gibst da die bösen und die guten Parteien in der ENF oder wie ist das. Darf man jetzt der Lega Nord oder der Wilders-Partei gratulieren oder nicht. Da sollte man schon eine einheitliche Linie fahren, sonst wird das lächerlich.

    Strache macht schon auf „Trauzeugen“ zwischen Marine Le Pen und Petry:

    “ Deswegen brauche es Waffen für die Bürger, damit man sich zur Wehr setzen könne. Lob gab es für die extrem rechte Alternative für Deutschland (AfD) und Marine Le Pen, alles „hochanständige Menschen.“
    http://www.heute.at/news/politik/art23660,1243654

    • Ist der FN wirklich noch rechtsextrem, wie unsere Massenmedien meistens sagen bzw. schreiben? In wirtschaftspolitischen Fragen ist er links bzw. auch kollektivistisch, während AfD und vor allem UKIP mehrheitlich eher marktorientiert sind (bei der AfD jedoch mit zunehmend protektionistischer Tendenz, die eindeutig den deutschen Interessen als Exportnation widerspricht).

      • Ich sehe Marine Le Pen nicht als rechtsextrem an, ihre Politik des Protektionismus ist jedoch grundfalsch. Die EU ist falsch konzipiert, Freihandel, Globalisierung und Marktwirtschaft aber grundsätzlich positiv anzusehen. Jedenfalls steht für mich Björn Höcke weit rechts der FPÖ und des FN. Petry mag man mit Strache (naja, zumindest ihre Aussagen, eine Haltung kann ich bei ihr nicht erkennen) vergleichen können, Höcke ist hingegen sicherlich rechts davon anzusiedeln.

        Die Alternativen zu den herrschenden linken Parteien (die CDU gehört da für mich dazu) kann für mich aber keine wirtschaftlich sozialistisch eingestellte Partei (die AfD dürfte sich mit der Zeit auch mehr und mehr dazu entwickeln, spätestens wenn Personen wie Meuthen austreten, wird dieser Vorgang abgeschlossen sein) sein, sondern muss klar wirtschaftsliberal eingestellt sein, also vergleichbar mit der FDP oder SVP in der Schweiz.

  9. Es geht doch gar nicht primär darum, ob Höcke recht hat oder ob das, was er sagt, mit dem (ohnehin nur rudimentären) Parteiprogramm übereinstimmt. Höckes Taktik ist einfach, aber effektiv: Mit jeder seiner Äußerungen oder Auftritte sendet er ein Signal an Personenkreise, die sehr weit rechts stehen (um es vorsichtig zu formulieren), dass sie in „seiner“ AfD willkommen sind. Zugleich schreckt er bürgerliche, gemäßigte Mitglieder oder Interessenten ab, indem er ihnen signalisiert, dass man in der AfD auf ihre Bedenken und Vorbehalte keine Rücksicht nimmt. Lässt man ihn gewähren, prägt er das Erscheinungsbild der AfD und verändert allmählich die Zusammensetzung der Mitglieder zu seinen Gunsten. Greift man ihn an, spielt er sich als Märtyrer der Meinungsfreiheit auf und gewinnt Sympathien bei vielen AfD-Mitgliedern, die sein Spiel nicht durchschauen. Erschreckend viele halten ihn für einen gradlinigen Patrioten statt für den Heuchler und Intriganten, der er ist.

    Was er will, ist die totale Macht in der Partei. In einer Partei von max. 20.000 Mitgliedern, davon max. 5.000 Aktive, genügt schon der Aus- und Eintritt von einigen hundert, um die Mehrheit zu verschieben. Daran arbeitet Höcke beharrlich. Was dann passiert, kann man an den Verbänden beobachten, in denen seine Anhänger schon die Macht übernommen haben – oft mit den übelsten Methoden. Dann gibt es keine Opposition mehr und keine Konzessionen an Minderheiten.

    Solange man Höcke nur mit taktischen Argumenten angreift („Du verschreckst uns die Wähler“) oder sich in Diskussionen um einzelne Formulierungen einlässt („Soo hätte man das aber nicht sagen sollen“), kann er seine Gegner als Weichlinge und Opportunisten hinstellen und weitere Punkte sammeln. Der Bundesvorstand müsste seine Machtgelüste offen entlarven und auch die üble Rolle der sog. „Patriotischen Plattform“, der Kadertruppe des Höcke-Flügels, aufdecken, von der ganz offen gegen alle Andersdenkenden in der AfD gehetzt wird. Dass der Bundesvorstand diese offene Ansprache scheut, stellt entweder seinem Urteilsvermögen ein schlechtes Zeugnis aus oder es zeigt, dass er sich schon in der schwächeren Position sieht. Keine guten Aussichten für die AfD, die sich unter Höcke zur Politsekte entwickeln dürfte.

    • Das sehe ich im Wesentlichen auch so. Vor allem ist es heuchlerisch, wenn sich Herr Höcke auf die Meinungsfreiheit (innerhalb einer Partei, nicht in strafrechtlicher Hinsicht) beruft, die er selbst nicht gewährt. Die richtige Antwort wäre seine Amtsenthebung, für die es im Bundesvorstand aber nicht die notwendige qualifizierte Mehrheit gibt. Dadurch wird er die AfD kippen, ob man ihn nun schweigend gewähren lässt oder konsequenzlos kritisiert.

      • Amtsenthebung, das ist doch lächerlich und widerspricht zudem dem Demokratieprinzip. Das geht bei der AfD nicht, weil sie fest auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung steht. Außerdem ist das für so einen PiPiFaz völlig unverhältnismäßig.

      • Das widerspricht nicht dem Demokratieprinzip, sondern ist Ausdruck desselben mit gesetzlicher und satzungsmäßiger Grundlage. Wenn jeder Rassist sich ungehemmt äußern darf, steht eine Partei eben nicht auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.

    • @ Yorck Dietrich
      Ich stimme Ihrer Analyse weitgehend zu!
      Wer im AfD-Bundesvorstand stellt sich denn (noch) schützend vor Höcke, außer Gauland und Poggenburg?
      Ist Höcke vielleicht doch ein Provokateur des Verfassungsschutzes oder ein „U-Boot“, der für die Rechtsextremen eine neue politische Heimat schaffen will, wenn die NPD doch verboten werden sollte???

  10. Wer denkt, in der AfD geht es in erster Linie um Machtpositionen, der täuscht sich. Die allermeisten Buvo-Mitglieder sind Idealisten, denen es darum geht, Deutschland wieder auf einen guten Weg zu bringen. Dazu gehören sicher auch Höcke und Gauland, Meuthen und ich denke auch Frau Petry. Wer dieser dauerhaft betriebenen Progromstimmung durch viele vor allem öffentlich-rechtlichen Medien gegen die AfD widersteht, ist sicher niemals Karierrist, sondern Patriot im besten Sinne. Nicht widerstanden haben viele, aber auch sicher nicht alle, die zur alfapartei gegangen sind. Der Streit derzeit geht nur darum, welcher Weg der Richtige ist, über das grundsätzliche Ziel ist man sich einig.

    • Herr Höcke ist ein Rechtsradikaler, weshalb er tatsächlich ein Idealist ist (nur leider mit negativen Idealen). Frau Petry und mehr noch Herr Pretzell sind Opportunisten, die sich deshalb innerhalb der AfD rechtspopulistisch positioniert haben (und vorher z. T. ganz andere Positionen vertreten haben). Wie sich nun herausstellt, sind sie damit nicht stark genug. Im Ergebnis ist die AfD auf einem schlechten Weg und kann deshalb ganz Deutschland leider auf keinen guten Weg zurückbringen.

  11. Frau Petry muss sich bald einem staatsanwaltlichen Verfahren stellen, weil sie im Wahlprüfungsausschuss unter Eid nicht die Wahrheit gesagt hat. Sie fällt damit als Bundessprecher aus. Herr Höcke hat viele Fans, die genau das verkörpern, was wir ihm vorwerfen. Dass Meuthen nach den Landtagswahlen eine Erneuerung herbeiführt, kann ein guter Weg sein, die Pflastersteine werden ihm aber nicht den Gefallen tun, ruhig liegen zu bleiben. Die Selbstzerstörung hat schon eingesetzt.

    • Die sogenannte Selbstzerstörung wird nun schon über 2Jahre herbeigeredet. Dazu sind im Buvo viel zu viel vernünftige Leute, das haben nicht ´mal Lucke und Henkel geschafft.

      • Es ist eine schiefe Ebene, auf der sich die AfD doch tatsächlich seit gut zwei Jahren nach rechts unten bewegt. Das zeigt, wie stark der Schwung der Gründung war, nur leider wurde der anfängliche Kurs nicht gehalten.

      • Das Protokoll des Wahlprüfungsausschusses ist mir heute zugegangen. Es hat 85 Seiten.Sie können davon ausgehen, dass Petry bald Geschichte ist. Es ist sogar möglich, dass die Richter für Sachsen auf Neuwahlen entscheiden.

      • Im AfD BuVo sind viel zu viel vernünftige Leute? Diejenigen, die sich dort nicht bewegen, kann man nicht so locker als vernünftig bezeichnen. Die hängen sich immer an die Seile, die am dicksten erscheinen. Entscheidend ist nicht die Frage, wo das Seil am dicksten ist, eine dünne Stelle reicht.

  12. AfD traut sich nicht ein Paar Punkte, die Deutsche Waehler stark bewegen, sauber zu formulieren und Menschen dafuer zu gewinnen.

    Ein aktueller Punkt ist illegale Migration, Parallelgeselschaften und Ghettos, Pull-Faktoren, Ueberfremdung und zusammenhaengende Probleme fuer indigene Bevoelkerung. Um diesen Punkt eiern viele Politiker, hier konkret die Herren Hoecke und sein Patron(?) Gauland.

    Forderung ist, die Menschen die den Wohlstand aufgebaut haben und es erhalten, muessen gefragt werden in was fuer einer Gesellschaft wollen sie leben? In was fuer einem Umfeld sollen die Kinder dieser Menschen lernen und erwachsen werden?
    Diese Menschen spueren, dass sie belogen und betrogen werden von Demagogen und Ideologen in den Parteien die im Bundestag sitzen. Sie sollen den Wohlstand fuer wildfremde Migranten aufgeben? Und sie sagen wir wollen und koennen nicht neben afrikanischen oder arabischen Ghettos leben. Wir koennen nicht unser Land und unsere Zukunft anderen Voelkern ueberlassen. Anderen Voelkern die andere Mentalitaet, Ziele, Religion, Loyalitaeten als wir haben! Nein, wir wollen massen Migration nach Deutschland nicht tolerieren und werden uns dagegen waehren!
    Es ist eine ganz legitime Forderung die Mehrzahl der Waehler stellt! Es geht nicht um Gaulands, Hoeckes und Konsorten, es geht um die Sache!

    • Wo eiert Herr Höcke denn in diesem Punkt herum? Er äußert sich doch im Gegensatz zu ALFA völlig klar. Deshalb zieht er rechtsradikale Wähler an und verschreckt die bürgerlichen, während Herr Lucke immer noch verzweifelt versucht, die gegensätzlichen Positionen irgendwie unter einen Hut zu bringen. Richtig wäre hingegen eine bürgerliche Politik, für die CDU und FDP früher einmal standen.

  13. Hier die Gesamtpassage aus der Rede (https://www.youtube.com/watch?v=ezTw3ORSqlQ):

    „Der Bevölkerungsüberschuss Afrikas beträgt etwa 30 Millionen Menschen im Jahr. Solange wir bereit sind, diesen Bevölkerungsüberschuss aufzunehmen, wird sich am Reproduktionsverhalten der Afrikaner nichts ändern. [28:41]
    Die Länder Afrikas, sie brauchen die deutsche Grenze. Die Länder Afrikas, sie brauchen die europäische Grenze, um zu einer ökologisch nachhaltigen Bevölkerungspolitik zu finden. [28:54, Beifall]
    Und die Länder Europas brauchen sie gegenüber Afrikas und dem arabischen Raum umso dringender, weil Europa – phylogenetisch vollständig nachvollziehbar – eine eigene Reproduktionsstrategie verfolgt. [29:19]
    In Afrika herrscht nämlich die sogenannte r-Strategie [Wikipedia: „Fortpflanzungsstrategie“] vor, die auf eine möglichst hohe Wachstumsrate abzielt. Dort dominiert der sog. „Ausbreitungstyp“. Und in Europa verfolgt man überwiegend die K-Strategie, die die Kapazität des Lebensraums optimal ausnutzen möchte. Hier lebt der „Platzhaltertyp“. [29:45]
    Die Evolution hat Afrika und Europa, vereinfacht gesagt, zwei unterschiedliche Reproduktionsstrategien beschert; sehr gut nachvollziehbar für jeden Biologen. [29:59]
    Das Auseinanderfallen der afrikanischen und europäischen Geburtenrate wird gegenwärtig natürlich noch durch den dekadenten Zeitgeist verstärkt, der Europa fest im Griff hat.
    Kurz: Im 21. Jahrhundert trifft der lebensbejahende afrikanische Ausbreitungstyp auf den selbstverneinenden europäischen Platzhaltertyp. Und diese Erkenntnis – wenn diese Erkenntnis jemals von irgendeinem der Altparteienpolitiker gewonnen worden ist, was ich wage zu bezweifeln – diese Erkenntnis ruft nach einer grundsätzlichen Neuausrichtung der Asyl- und Einwanderungspolitik Deutschlands und Europas, liebe Freunde. [30:42, Beifall]“

    „Evolutionär“ und „phylogenetisch“ sind gleichbedeutend mit genetisch.
    Die Behauptung, dass die Unterschiede zwischen Europa und (Schwarz-)Afrika genetisch bedingt sind, ist falsch. Das sieht man schon daran, dass wir in Europa vor nur 100 Jahren ebenfalls sehr hohe Geburtenüberschüsse hatten. (Was Höcke als Historiker wissen müsste.)

    WENN sie richtig wäre, dann wäre es falsch, von einer deutschen Grenzschließung irgend eine (kurz- oder mittelfristige) Rückwirkung auf die Geburtenrate zu behaupten.
    (Allerdings ist das ein Punkt, den man als Gegenbeweis gegen den Höcke unterstellten Rassismus anführen könnte.)

    Ohnehin würde die Annahme einer dämpfenden Wirkung einer Grenzschließung auf die afrikanische Geburtenrate nur dann überhaupt irgendeinen (theoretischen) Sinn machen, wenn wir tatsächlich einen großen Teil der Geburtenüberschüsse von 30 Mio. p. a. aufnehmen würden. Selbst wenn 1 Mio. Afrikaner nach Europa kämen, wäre das kein signifikanter Teil von 30 Mio.
    In diesem Punkt war Höckes Aussage total unreflektiert.

    Summa summarum: Dieser Teil von Björn Höckes Rede war intellektueller Restmüll. Der leider wichtige und gut formulierte andere Passagen seiner Rede im öffentlichen Ergebnis überlagert, und mehr zerstört, als er aufbaut.

    Jetzt brauchen wir Ruhe bis zu den Landtagswahlen. Aber wenn sich solche Vorkommnisse wiederholen, dann wir die AfD nicht um offizielle Ordnungsmaßnahmen herumkommen.

    • Richtig. Evolution kann man übrigens auch kulturell verstehen, doch durch den Ausdruck „phylogenetisch“ in diesem Zusammenhang outet sich Herr Höcke eindeutig als Rassist, dem es um Apartheid geht, nicht nur um religiöse und kulturelle Abschottung wie großen Teilen der AfD.

      • Natürlich hat sich Herr Höcke völlig abwertend über Afrikaner ausgelassen, auch wenn er das pseudointellektuell ausgedrückt hat. Dagegen hat Frau Roth sich nur unglücklich ausgedrückt, aber in der Sache die Wahrheit gesagt. Warum bestehen Sie ihr gegenüber plötzlich auf politischer Korrektheit? Dabei war ihre Aussage in keinem Fall rassistisch, da sie sich im Gegensatz zu Herrn Höcke gar nicht zu Rassen, sondern Individuen geäußert hat.

  14. Wenn es zu einem Showdown kommt, dann ist die Frage, wer seine Anhänger besser mobilisiert. Im Zweifel Herr Höcke. Die Gemäßigten verhalten sich ja mehr passiv.

    Es geht vordergründig um rassistische Äußerungen, aber es geht auch um die Meinungshoheit in Ostdeutschland. Durch die Umtriebigkeit von Herrn Höcke droht Frau Petry in Ostdeutschland ihre Führungsrolle und damit ihre Hausmacht zu verlieren. Ich denke, dass sie die Entscheidung suchen muss. Im Landesverband Sachsen wird Höcke auch schon viele Anhänger haben. Bin mir nicht sicher, ob sie sich da so leicht halten wird, wenn sie nur halbherzig agiert. Nicht umsonst bremst Gauland Petry aus, da er sich mit Höcke gut stellen möchte. Die Öffentlichkeitswirkung der AFD wird fast nur aus den ostdeutschen Bundesländern erzielt, wo die AFD im Landesparlament sitzt und damit ausreichend Mittel hat, um eine bessere Pressearbeit zu machen. In den Westdeutschland mögen mehr Mitglieder sein, aber die Musik der AFD wird in Ostdeutschland gespielt.

  15. Die Anderen muss bleiben. Dieser Höcke ist außer Kontrolle geraten. Der glaubt wohl dass er der Retter der Nation ist. Höcke und Petry sollen raus, die Partei benötigt Personal welches konstruktiv arbeitet und nicht viele leere Sprüche von such gibt.

    Die meisten Landessprecher der Partei führen ihre Arbeit gut aus, auch die Beisitzer und Schatzmeister im Landesverband von NRW sind fleißige Personen.

    Für Petry muss im Vorstand eine neue Frau und ich denke dass Alice Weidel diese Position übernehmen sollte.

    Petry und Höcke beide sind für die Partei erledigt.

  16. Jedenfalls kommt es mir so vor,als ob Höcke seine „Äußerungen“ nicht unabsichtlich,sondern ganz bewußt absichtlich so tätigt.

    Zu welchem Zweck weiß ich nicht.

    Ich finde ihn eigentlich sehr gut,nur seine Art immer wieder zu weit zu gehen,finde ich als nicht tragbar.

    Eventuell muß die AFD noch mal aufräumen.

  17. Daß es den GRÜNEN bei der Migrationsdebatte um die Zurückdrängung nicht um Recht oder Gerechtigkeit, sondern um die Zurückdrängung des deutschen Bevölkerungsanteils geht, hat Jürgen Trittin auf der Bundesdelegiertenkonferenz in München erklärt. Das, Herr Dilger, denke ich ist Rassismus.

  18. Sehr geehrter Herr Dilger!
    Mit Erstaunen nehme ich die Diskussion über den Vortrag von Herrn Höcke zur Kenntnis. In dem angezeigten sogenannten Faktencheck werden die Aussagen als “ veraltet und nicht leistungsfähig“ beschrieben, das ganze ohne Begründung. Des weiteren erfolgt ein Verweis auf die Quelle Wikipedia, welche nicht die stabilste ist. Die interessante Quelle, welche weder sie noch andere nennen, ist das Buch „Rasse, Evolution und Verhalten, Eine Theorie der Entwicklungsgeschichte“, Autor: Prof. John Phillippe Rushton.
    Auf u.a. diese Quelle basiert der Vortrag von Herrn Höcke. Die Kritik, möge sie auch berechtigt sein, scheitert somit bereits im Ansatz, da sie dieses Buch nie gelesen haben. Sie reihen sich somit gemeinsam mit dem AfD- Bundesvorstand in die Koalition des „Halbwissens“ ein. Sie kritisieren Rushton nicht ( was machbar wäre!), da sie ihn als Quelle des Höcke- Vortrags nicht identifizieren können. Es fällt auf, das die ernsthafte Kritik an diesem Vortrag schwerpunktmässig nicht aus dem wissenschaftlichen Lager kommt, sondern aus der Politik.
    Mit freundlichen Grüßen
    Wolfgang Kempkes

    • Frau Brynja Adam-Radmanic ist Biologin. Sie verweist nur für einen Begriff auf Wikipedia, der direkt nichts mit der Rede von Herrn Höcke zu tun hat, sondern Kommunisten für ihren ebenfalls fehlerhaften Umgang mit der Biologie kritisiert.

      Um eine offenkundig rassistische Rede zu kritisieren, muss man sich nicht mit gar nicht genannten Quellen befassen. Was Herr Rushton inhaltlich dazu beiträgt, haben Sie nicht dargestellt. Da Herr Höcke überhaupt keine wissenschaftliche Rede gehalten hat, ist die richtige Antwort tatsächlich politisch, aber mit einer klaren Abgrenzung, nicht Ihrem Relativierungsversuch.

  19. Habe mich jetzt intensiv mit dem Gutachten von Prof. Patzelt auseinandergesetzt; vgl. meinen Blott „Zum Gutachten von Prof. Werner J. Patzelt über die Schnellrodaer Rede von Björn Höcke (AfD)“ (http://blockiblocker.blogspot.de/2016/01/zum-gutachten-von-prof-werner-j-patzelt.html).

    Und festgestellt, dass Höckes Äußerungen zwar biologistisch waren, aber nicht Rassismus.
    Rassismus kann m. E. nur dort vorliegen, wo eine negative Bewertung der anderen erfolgt.
    Das ist in dieser Rede nicht der Fall.
    Im Gegenteil: Wenn Höcke von „selbstverneinenden“ Europäern und „lebensbejahenden“ Afrikanern spricht, dann setzt er allenfalls die eigene Menschenklasse (Rasse) herab. Das ist kein Rassismus.

    • Natürlich wäre auch die Abwertung, nicht nur die Aufwertung der eigenen (vermeintlichen) Rasse rassistisch (im Gegensatz zum neutralen Feststellen von Unterschieden). Die Adjektive „lebensbejahend“ und „selbstverneinend“ für sich genommen könnte man nun tatsächlich so wie Sie interpretieren, dass Herr Höcke die Afrikaner loben möchte (zumal er selbst vier Kinder hat und damit weniger selbstverneinend wäre als die meisten Europäer). Seine anderen Begriffe („r-Strategie“, „Ausbreitungstyp“, „möglichst hohe Wachstumsrate“ und Fehlen „einer ökologisch nachhaltigen Bevölkerungspolitik“) und vor allem seine praktische Folgerung („die Länder Afrikas: Sie brauchen die europäische Grenze, um zur einer ökologisch nachhaltigen Bevölkerungspolitik zu finden“) machen jedoch deutlich, dass er vom „Reproduktionsverhalten der Afrikaner nichts“ hält. Wenn er es toll fände, würde er doch keine Änderung erzwingen wollen, sondern auch uns diese Strategie empfehlen.

      • Auch ich halte nichts vom Reproduktionsverhalten der Afrikaner, und viele andere auch nicht, die niemand als Rassisten einstufen würde.
        So wird ja beispielsweise gefordert, im Rahmen der Entwicklungshilfe insbesondere die Position der Frauen in Afrika zu stärken, und zwar spezifisch zu dem Zweck, die Geburtenrate abzusenken.
        Schließlich ist es ja bekannt, dass ein exzessiver Geburtenüberschuss die Produktivitätsfortschritte auffrisst; das wird ganz allgemein in der Literatur (der fachlichen wie der populären) debattiert und problematisiert.
        Es ist also eine sehr breite Debatte, die das „Fehlen einer ökologisch nachhaltigen Bevölkerungspolitik” in Afrika problematisiert und auch kritisiert.
        Damit fangen Sie Höcke nicht.

        Und auch nicht mir „r-Strategie“ und „Ausbreitungstyp“: Das ist BIOLOGISMUS, und sachlich komplett falscher dazu.
        Aber Biologismus ist noch kein Rassismus.

        Rassismus ist ein politischer Kampfbegriff, der nur vor dem Hintergrund der Nazizeit einerseits, und von anderen (weniger letalen) Ausgrenzungen andererseits (USA) zu verstehen und zu rechtfertigen ist.
        Und deshalb ist er nur dort sinnvoll und legitim, wo sich das Denken (als Vorstufe des Handelns) bzw. das Handeln gegen „die anderen“ richtet.

        Klar kann man mancherlei Mutmaßungen über Höckes Position anstellen, und vielleicht kann man ihm sogar Rassismus nachweisen. Aber definitiv NICHT anhand der Schnellrodaer Rede.

        Ich bin überzeugt, dass auch die StA, bei der ja Strafanzeige erstattet wurde, zu diesem Schluss kommen wird.

      • Es macht keinen Sinn, immer dasselbe zu wiederholen. Über das Reproduktionsverhalten und dessen Beeinflussung kann man sich natürlich Gedanken machen. Doch die Ausführungen von Herrn Höcke sind nicht nur sachlich völlig falsch, sondern auch normativ. Grenzen mit der Absicht zu schließen, dass Menschen sterben, ist zutiefst menschenverachtend. Gekoppelt mit einer pseudogenetischen Begründung ist es rassistisch.

      • „Grenzen mit der Absicht zu schließen, dass Menschen sterben“
        Weiß nicht, wie Sie darauf kommen.
        Eine solche Absicht ist aus Höckes Worten NICHT zu erkennen, nicht mit halsbrecherischen Deutungen abzuleiten und ist auch nicht als (ggf. ungewollte) Folge zu erwarten.
        Höcke meint, dass sich das afrikanische Reproduktionsverhalten ändert, wenn wir die Grenzen schließen.

        Wieso das einen „hundertmillionenfachen Tod bedeuten“, also zur zwangsläufigen (oder selbst nur möglichen!) Folge haben würde, erschließt sich mir nicht im Entferntesten.

      • Sie sollten doch eigentlich wissen, wie biologische Evolution funktioniert. Durch Mutation und Selektion. Herr Höcke will den Geburtenüberschuss in Afrika halten, damit sich die phylogenetische Reproduktionsstrategie ändert. Mutationen gibt es immer wieder, aber die Selektion setzt hier massenweises Sterben voraus.

        Interessanterweise ist der reale Zusammenhang genau umgekehrt. Wenn weniger Menschen, insbesondere Kinder, sterben, geht die Geburtenrate zurück. Wegen der zeitlichen Verzögerung ist das jedoch zuerst mit einem Bevölkerungsanstieg verbunden, der ökonomisch gesehen für eine Generation eine demographische Dividende erlaubt.

        Rein politisch gesehen ist das „Argument“ von Herrn Höcke auch kontraproduktiv. Wenn tatsächlich Millionen Menschen durch eine Grenzschließung sterben würden, dürften wir die Grenze nicht schließen. Der reale Zusammenhang ist aber auch hier umgekehrt. Frau Merkel lockt noch viel mehr Menschen auf die gefährlichen Routen und in die Hände von Schleusern. Würden wir den Bedürftigen vor Ort helfen, würden weniger Menschen sterben, nicht mehr.

  20. Sehr geehrter Herr Dilger!
    Während ihre Antwort auf Herrn Höcke eine politische ist, stelle ich die Frage nach dem Stand der Wissenschaft und Forschung.
    Ihre Argumentation schwächelt, weil sie, genau wie viele andere ( mich eingeschlossen) kein Fachmann für Bevölkerungsentwicklung sind. Deshalb können sie zwar die politische Wirkung eines solchen Vortrags bewerten, bei der fachlichen Würdigung scheitern sie aber.
    Ein theoretisches Gedankenspiel: Was wäre, wenn die Wissenschaft die Auführungen von Herrn Höcke bestätigt? Würden dann solche Erkenntnisse aufgrund von „Rassismus“ auch von ihnen abgelehnt?
    Mein Fazit zur Rede: Ein Amateur wagt sich in ein Spezialgebiet der Wissenschaft und andere Amateure bewerten dieses. Mehr ist leider an Substanz nicht erkennbar.
    Mit freundlichen Grüßen
    Wolfgang Kempkes

    • Es geht hier nicht um biologisches Spezialwissen, sondern wesentliche Grundlage, die ein Laie wie ich durchaus verstehen kann. Wenn Sie von moderner Biologie und deren Ablehnung des Konzepts von Menschenrassen mangels genetischer Grundlage keine Ahnung haben, ist das nicht schlimm, aber nicht auf andere wie mich verallgemeinerbar. Herr Höcke muss das auch nicht wissen, sollte dann aber keine Vorträge zum Thema halten. Die sozioökonomischen Stadien des Reproduktionsverhaltens, die durchaus wirtschaftswissenschaftlich relevant sind, hatte ich bereits kurz erläutert.

      • In ihren Ausführungen vergessen sie, das es die(!) “ moderne Biologie“ nicht gibt, denn Naturwissenschaften unterliegen einem stetigen Wandel. Des weiteren wird keine einheitliche Meinung innerhalb der Biologie zu den Themen Rasse, Genetik und Bevölkerungsentwicklung vertreten. Der von mir bereits erwähnte Prof. Rushton dessen Buch im Bereich der Sozio- Biologie angesiedelt wird, vertritt wahrscheinlich nicht als einziger andere Auffassungen. Die von ihnen erhoffte argumentative Unterstützung fällt somit differenzierter aus und stützt nicht unbedingt ihre Kritik an Herrn Höcke, dessen politsche Schlussfolgerungen ich auch ablehne.
        Mich stört, das niemand fachlich fundierte Kritik an diesem Vortrag übt.

      • Es wurde viel fachlich fundierte Kritik geübt, nur können bzw. wollen Sie diese nicht verstehen. Der molekulargenetische Ansatz zur Bestimmung von Arten und Unterarten hat sich inzwischen durchgesetzt. Taxonomien nur nach dem Phänotyp haben sich als zu ungenau und häufig sogar falsch erwiesen, insbesondere auch bei Menschen. Zukünftig könnte es noch andere Methoden geben, die aber nicht hinter den heutigen Wissensstand zurückfallen werden, sondern noch darüber hinausgehen.

    • Die Aussagen Höckes sind, wie ich bereits oben festgestellt hatte, allein schon deshalb intellektueller Restmüll, weil sie SELBSTWIDERSPRÜCHLICH sind.

      WENN die höhere Geburtenrate der Afrikaner biologisch bedingt wäre, dann könnte eine Schließung der deutschen und europäischen Grenzen auf kurze und mittlere Sicht gar nichts daran ändern.
      Aber Höcke fordert die Grenzschließung mit eben der Begründung, die afrikanische Geburtenrate zu reduzieren.
      (Was natürlich auch deshalb Quatsch ist, weil selbst ein Populationsexport von 1 Mio. Afrikanern nach Deutschland bei einem Geburtenüberschuss von 30 Mio. nur ein Tropfen auf den heißen Stein wäre.)

      Und man muss wirklich kein Biologe sein, sondern (wie Höcke!) nur Historiker, um zu wissen, dass der Geburtenüberschuss in Europa vor 100 Jahren ebenfalls sehr hoch war.
      In einer so kurzen Zeit ändern sich aber nicht die Gene einer ganzen Population (um das zu wissen, muss man auch nicht Biologie studiert haben).
      Höckes Behauptung, der europäische Geburtenüberschuss sei genetisch bedingt („… Europa – phylogenetisch vollständig nachvollziehbar – eine eigene Reproduktionsstrategie verfolgt“) ist also Quatsch mit Soße, und das kann jeder Laie erkennen, der eine auch nur minimale Allgemeinbildung hat.

      Wie ich oben festgestellt hatte, bin ich (trotz der Einwände von Prof. Dilger) nach wie vor NICHT der Meinung, dass man Höcke anhand seiner Schnellrodaer Rede Rassismus nachweisen kann.
      Aber als Politiker, oder überhaupt als DENKENDER Zeitgenosse, hat er sich mit den einschlägigen Äußerungen gründlich blamiert.
      (Was nichts daran ändert, dass ich viele seiner Forderungen selbstverständlich teile.)

      • Die Ausführungen von Herrn Höcke waren sowohl fachlich falsch als auch widersprüchlich (wenn man bestimmte Fakten akzeptiert, doch vielleicht glaubt er wirklich an genetische Veränderungen ganzer Völker binnen weniger Jahre statt vieler Generationen). Aber schließt Ignoranz Rassismus aus oder ist sie nicht eher Voraussetzung für ihn? Er hat genetische Unterschiede behauptet und daraus Konsequenzen gefordert, die zum Glück nicht real, aber in seinem Szenario hundertmillionenfachen Tod bedeuten würden.

  21. Sehr geehrter Herr Dilger!
    Ich bewundere ernsthaft die Flexibilität ihrer Argumentation. Zunächst einmal müssen sie einräumen, das sie die Quelle der äußerungen von Herrn Höcke nicht kennen. Für eine Analyse des Vortrags eine schwache Basis.
    Sie fahren fort, indem sie eine Ablehnung der „modernen Biologie“ (ihre Wortwahl!) benennen möchten. Als auch das scheitert, postulieren sie eine zukünftige Bestätigung der von ihnen bevorzugten Ursachen durch die Wissenschaft. Ihre berechtigte Kritik an diesem Vortrag wäre akzeptabel, wenn sie eingeräumt hätten, sich auf den politischen Teil zu beziehen und auf differenzierte Betrachtungen der Naturwissenschaften zumindestens hingewiesen hätten.Selbstverständlich kann ich ihnen, im Rahmen dieses Blogs die Ausführungen von Prof.Ashton nicht näher bringen, empfehle ihnen aber, in Zukunft sorgfältiger zu recherchieren. Sie reagieren auf Herrn Höcke reflexartig, ich folge mit „Mut zur Wahrheit“ differenzierter Betrachtung unter Kenntnisnahme auch von Fachleuten die seine Aussagen stützen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Wolfgang Kempkes

    • Gescheitert ist doch allein Ihre Pseudoargumentation. Herr Höcke hat keine Quelle bei seinem Vortrag angegeben und dieser spricht durchaus für sich. Ihre mutmaßliche Quelle ist selbst nicht wissenschaftlich, schon gar nicht biologisch, anerkannt, sondern steht ihrerseits unter Rassismusverdacht (siehe z. B. „Scientific Racism: The Cloak of Objectivity“). Das möchte ich hier jedoch nicht weiter diskutieren, da ich sie in der Tat nicht gelesen habe und das auch nicht beabsichtige, da mir dafür meine Zeit zu schade ist. Warum lesen Sie nicht einmal aktuelle biologische Texte, um hier sachlich mitdiskutieren zu können?

      • Nach dem Motto “ Wikipedia hilft, haben sie mal nach Rushton geschaut und da diesem als Fachmann zum Thema nicht so leicht Paroli geboten werden kann, muss der Einzelnachweis Nr.11 als Erwiderung genügen. Als Recherche für eine fachlich fundierte Wertung verdammt dünn. Ihre Vorgehensweise ist durchschaubar, so das ich ihnen empfehlen möchte, Sachverhalte selbst zu prüfen und nicht Abschriften einer umstrittenen „Wissensplattform“ zu verwenden.

      • Es fällt auf, dass Sie noch nicht ein einziges inhaltliches Argument gebracht haben. Das hat mit Wissenschaft nichts zu tun, sondern ist billige Propaganda.

        P. S.: Wenn man bei Google Scholar „Rushton Racism“ eingibt, dann kommen „Ungefähr 3.760 Ergebnisse“. Bereits auf der ersten Seite steht der von mir verlinkte Artikel, der durch eine Verlinkung bei Wikipedia doch nicht schlechter wird. Auch die anderen Artikel sind kritisch, wenn man von den Beiträgen von John Philippe Rushton selbst absieht.

  22. Pingback: Parteiausschlussverfahren gegen Höcke | Alexander Dilger

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