US-Leitzinsen steigen erwartungsgemäß

Im Kino läuft „Star Wars: The Force Awakens“ an. Es gibt aber auch reale Mächte, die sich regen. „The Fed awakens: The Federal Reserve has at last raised interest rates“ (siehe auch Anhebung des Leitzinses: Amerika wagt die Zinswende“). Es ist die erste Leitzinserhöhung in den USA seit über neun Jahren, während ein extrem niedriges Niveau von 0-0,25 % die letzten sieben Jahre bestand. Dieses wurde nun um 0,25 Prozentpunkte auf 0,25-0,5 % angehoben. Das erscheint nicht viel, aber erstens ist es eine Trendwende und zweitens je nach Ausgangspunkt mindestens eine Verdopplung oder weit mehr.

Die heutige Entscheidung war schon lange eingepreist (im Gegensatz zur letzten viel schlechter kommunizierten EZB-Zinssenkung, die größer erwartet worden war, siehe ‚EZB-Maßnahmen verpuffen‘). Doch die weitere Entwicklung bleibt spannend. Überwiegend werden weitere Leitzinserhöhungen erwartet, um vielleicht in einigen Jahren wieder auf ein halbwegs normales Zinsniveau zu kommen. Nur dieses würde es erlauben, auf die nächste Krise erneut mit Zinssenkungen reagieren zu können. Doch sollten selbst kleine Zinserhöhungen bereits die Konjunktur abwürgen und damit auch jede Inflationsgefahr bannen, wird man diese wieder zurücknehmen.

Größere Auswirkungen sind jedoch eher in anderen Ländern zu erwarten. Viele Schwellenländer sind in Dollar verschuldet und müssen nun mit Kapitalabflüssen oder stark steigenden Zinsen rechnen. Die Eurozone verhält sich hingegen umgekehrt und senkt ihre Zinsen weiter, obwohl sie z. T. schon negativ sind. Es ist deshalb überlegenswert, auch wenn es riskant ist, sich im Euroraum zu verschulden und z. B. in den USA zu investieren.

6 Gedanken zu „US-Leitzinsen steigen erwartungsgemäß

  1. Die Zentralbanken aller Staaten der westlichen Welt erschaffen Geld aus dem NICHTS (FIAT-Money), das nicht durch reale Werte gedeckt ist.
    Die Regierungen fast aller westlicher Staaten sind bis über beide Ohren verschuldet, machen trotzdem fleißig weiter Schulden und die Rückzahlungen der gesamten Schulden sind gar nicht mehr möglich.
    Die Geld-, bzw. Finanzpolitik dieser Hütchen-Spieler stürzt uns von einer in die nächste Krise.
    Eines Tages fliegt uns der ganze Laden um die Ohren!
    ABER die Lüge ist so süß und die Wahrheit so bitter…….

    • Das Zentralbankgeld ist durch Forderungen gedeckt (siehe ‚Willkürgeld‘). Zu Problemen kommt es dann, wenn die betreffenden Kredite faul sind bzw. ausfallen. Gerade weil es sich um Fiat-Geld handelt, ist die Rückzahlung von Staatsschulden in der eigenen Währung immer möglich. Der Euro ist u. a. deswegen so problematisch, weil die Staaten der Eurozone keine je eigene, sondern eine gemeinsame Währung haben. Im Grunde wurden dadurch die Nachteile von Papier- und Goldwährung vereint, nicht die Vorteile.

  2. Kostolany sagte, sein Herz schlage in Europa, aber sein Geld sei an der Wall Street.
    Es gibt sicher bessere Gründe, schwerpunktmäßig in den USA zu investieren? Letzthin ist die Wachstumsrate der Wirtschaft in den USA höher, ich persönlich würde in US Standardwerte wie 3M, Procter & Gamble, Johnson & Johnson, Philipp Morris gehen, und einfach zuwarten.
    Der Anstieg des Zinses dürfte sich in Grenzen halten, denn Bernanke hat erst neulich gesagt, dass seine Generation einen normalen Zins (3-5%) nicht mehr erleben wird.
    Wir wünschen Herrn Bernanke natürlich alles Gute, aber seine Lebenserwartung dürfte 30 Jahre nicht übersteigen.
    Dies bedeutet, dass die Anlage in dividendenstarken US-Aktien zur Zeit das Optimum darstellen müsste.
    Ob man hierfür Schulden machen sollte, bleibt jedem überlassen, Spekulation auf Kredit, nicht Geldanlage auf Kredit sollte vermieden werden, da die Zukunft nicht voraussagbar ist.

  3. Die Frage wird sein, ob die EZB durch die Erhöhung des US-Leitzinses ihre eigene Null Zinsen Politik halten kann, zumal das Kaufprogramm für Staatsanleihen um ein halbes Jahr verlängert wurde. Das muss Draghi doch mit ins Kalkül gezogen haben, zumal das Ende des 9 Jahresstillstandes immer wahrscheinlicher wurde.

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