Karlsruher Erklärung der CDU

Die CDU unterstützt ihre Vorsitzende, was auch immer sie tut, statt wie die SPD die eigene Führung zu demontieren (siehe ‚Gabriel bei Wiederwahl geschwächt‘). So gab es heute beim CDU-Bundesparteitag in Karlsruhe große Zustimmung zu[m] Leitantrag: Partei stellt sich hinter Merkel“. Mit übergroßer Mehrheit wurde bei nur zwei Gegenstimmen und wenigen Enthaltungen der Antrag H des Bundesvorstands: Karlsruher Erklärung zu Terror und Sicherheit, Flucht und Integration“ angenommen. Dabei finde ich es nicht überzeugend, erst jeden ins Land zu lassen, um dann zur Terrorabwehr die Bürgerrecht von allen hier lebenden Menschen massiv einzuschränken sowie die Bundeswehr in immer mehr Kriegseinsätze ohne UN-Mandat zu schicken. Gar nicht überzeugend klingt auch die folgende Überzeugung, da die Finanzkrise trotz immenser staatlicher Zahlungen noch immer nicht gelöst ist:

Wir sind überzeugt, dass Deutschland diese Herausforderungen erfolgreich bewältigen und dass unser Land gestärkt aus dieser Bewährungsprobe hervorgehen wird. Ganz so, wie Deutschland auch nach der Bewältigung der großen internationalen Banken- und Finanzkrise stärker war und ist als zuvor.

Immerhin will auch die CDU jetzt die Zahl der Flüchtlinge spürbar verringern, selbst wenn es nach dem Willen der Kanzlerin dabei keine Obergrenze geben darf (wobei Verringern die aktuelle Siebenstellige Flüchtlingszahl‘ in diesem Jahr als oberhalb der zukünftig zu tolerierenden Grenze impliziert). Außerdem ist das Integrationsbemühen zu begrüßen, auch wenn ich die Erfolgschancen in vielen Fällen als gering ansehe. Immerhin ist die CDU jetzt auch für ein Einwanderungsgesetz offen, welches hoffentlich dazu genutzt wird, qualifizierte und gut integrierbare Zuwanderer anzuwerben, statt die Probleme noch mehr zu vergrößern.

10 Gedanken zu „Karlsruher Erklärung der CDU

  1. Merkel war in der „DDR“ nicht einfache Genossin, sondern gehobene Funktionärin für Agitation und Propaganda. Solche Leute haben früh Taktik und Strategien gelernt, auch wie man sich tarnt, andere täuscht und immer die Oberhand behält. Davon können ehrliche Konservative noch nicht einmal träumen.

    Beim Thema „Flüchtlinge“ hat Merkel die sog. italienische Salamietaktik angewendet: Zwei Schritte vor, einer zurück. Der Parteitag zeigt, dass sie den Laden voll unter ihrer Knute hat. Keiner möchte der Königinnenmörder sein…….

  2. Auffallend ist sowohl bei der Karlsruher Erklärung als auch bei dem Beschluss der Pariser Klimakonferenz, dass beide Resolutionen streng gesehen keinen Inhalt haben. Die Karlsruher Erklärung ist in diesem Sinne eine Einigung auf nichts, bzw. eine bloße Absichtserklärung. Es ist nirgendwo festgeschrieben, wie was in welchem Umfang durchgesetzt werden soll.
    Genau das gleiche gilt für die Pariser Klimakonferenz, es sind keine konkreten Maßnahmen, Gerichtshöfe oder gar Sanktionen als zuständig bzw. durchführbar benannt worden.
    Beide Schauspiele erinnern mich an den anglo-dänischen König Knut, der den Wellen gebieten wollte und dann in großer Eile seinen Schinken retten musste, als die Nordsee nicht daran dachte, sich nach seinen Weisungen zu richten.
    Der Umfang der Flüchtlingsbewegung ist nach meiner Meinung der einer Völkerwanderung, was die Klimaveränderung betrifft, ist sowohl der Umfang als auch die Verursachung noch umstritten.
    Von den Panikpropheten wird naturgemäß aufgrund hypothetischer und nicht bewiesener Annahmen natürlich ein radikales Umsteuern verlangt, letzthin wäre die Konsequenz eine Rückkehr ins Mittelalter.
    Diese Zielrichtung entspricht letzten Endes dem Ziel von „Mein Kampf“, der Führer hatte ja vor, dass nach dem Endsieg in Europa eine Wehrbauernwirtschaft etabliert werden sollte, mit weitgehend mittelalterlichen Agrarstrukturen.
    Die sogenannte Hochtechnologie seiner Zeit sah er nur als Mittel zur Erringung eines militärischen Sieges, und war eigentlich die Inkarnation der Antimoderne.
    Diese hat sich nun bei den linken Rot/Grünen und auch bei Frau Merkel, einer ehemaligen Kernphysikern, wiedergefunden.
    Wohl bekomm’s!

    • Ist nicht vielleicht die ganze EU ein Projekt zur Rückkehr ins Mittelalter? Damals gab es keine Nationalstaaten und auch kein klares Recht oder gar Demokratie, sondern einander überlappende Machtbereiche in einem katholischen Europa, dessen Elite eine andere Sprache sprach als das gemeine Volk, welches Kathedralen bauen und Kreuzzüge finanzieren musste.

      • Zu dieser sehr interessanten Anmerkung:
        Die ganze Geschichte der EU beruht letzten Endes auf der Sage von Kaiser Karl, den es nach Meinung von Herrn Dr. Herbert Illig, sehr substantiiert, wohl nie gegeben hat. Hier ist märchengleich die Geschichte eines vereinten, germanischen nachrömischen Europas erzählt; welches sehr eindeutig. an ähnliche Legenden wie Arthussage, bzw „ The Return of the King“ von J.R.R. Tolkien erinnert; in der Summe und tiefenpsychologisch betrachtet die Erlösung aus unfriedlichen und technologisch dominierten Zuständen (Tolkien) mit Hilfe der Wiederauferstehung eines mythischen Königs (Herr Schulz als Aragorn?)
        Insofern sind auch Herrn Höckes Tänze um den Kyffhäuser tiefenpsychologisch sehr gut verständlich.
        Wie ich in England in den 60iger Jahren zur Schule ging, galt König Arthus noch als historische Persönlichkeit.
        Typisch ist die Technologiefeindlichkeit insofern, als einer der Auswege aus der Kohlenstofftechnologie, nämlich die Atomkraft, von Rot/Grün und Konsorten als Ausweichmöglichkeit sogar hinsichtlich der weiteren Erforschung ausgeschlossen wird.
        Nach meiner und Ihrer Ansicht ist die Nachaufklärungsgesellschaft mit Industrieller Revolution was Lebensstandard, persönliche Freiheit und Lebensdauer betrifft, das Beste was der armen Menschheit in Jahrzehntausenden zugestoßen ist, dies gilt zumindest für den westeuropäischen und nordamerikanischen Kontinent.

      • Die Thesen von Herrn Illig sind nicht überzeugend. Der Lebensstandard steigt übrigens weltweit, in anderen Kontinenten nur zeitverzögert. Das hat entgegen dem offenen Rassismus von Herrn Höcke auch Auswirkungen auf die Bevölkerungsentwicklung. Traditionell war die Zahl der Geburten immer hoch, aber die Säuglings- und Kindersterblichkeit ebenfalls. Mit moderner Medizin, Hygiene, besserer Ernährung etc. explodiert deshalb zuerst die Bevölkerungszahl, weil die Geburten später sinken als die Sterblichkeit. Aber die Geburtenrate sinkt weltweit mit zunehmendem Wohlstand, auch in Afrika.

  3. Das mit dem Mittelalter (Kommentar Dilger weiter oben) ist gar nicht schlecht getroffen, denn das EU-Projekt wird im wesentlich getragen von bestimmten Eliten, die sich sehr weit von der Masse der Bevölkerung entfernt haben, da diese keine echte Mitsprache mehr wahrnehmen können bleibt ihnen nur noch der Bauernaufstand als Gegenwehr oder die gelegentlich Verweigerung von Frondiensten; was die Fürsprecher der EU Superstaates auch oft übersehen die Durchsetzung der Demokratie in Europa im 19. Jahrhundert ist eng verbunden mit den Nationalbewegungen oder zumindest dem Bekenntnis zur Nation als zentralem Bezugspunkt der Politik. Kann die Demokratie ohne Nationen überleben, vermutlich eher nicht aber das ist ja auch nicht gewollt.

  4. Ich bin noch total geschockt, vom CDU-Parteitag. Das war Sportpalast. Ich muss das so hart sagen. Hohles Pathos: „historische Bewährungprobe“,“Zu unserer Identität gehört es Größtes zu schaffen.“, „Wir schaffem das“. Begeisterte Zustimmung und Jubel der Zuhörer.

    Und dann über 99% Zustimmung. MIt Demokratie hat es nichts mehr zu tun, wenn in einer so umstrittenen Frage innerhalb der Regierungspartei 99% der Parteilinie zustimmen.

    Es gehört zur Logik der Macht immer weiter wachsen zu wollen, wenn es keinen Widerstand gibt. Und WIderstand gibt es keinen nennenswerten. Als Konsequenz werde ich meinen Kindern raten ihre Zukunft außerhalb Deutschlands zu suchen.Ich werde noch die letzten Groschen zusammen kratzen, um ihnen ein Auslandsstudium zu ermöglichen.

  5. Als Naturwissenschaftler sind für mich entsprechende mathematisch überprüfbare Aussagen wichtiger als alles Geschwurbel von Mediävisten, die Ansehen und Wohlstand „wissenschaftlichen“ Arbeiten über Karl den Großen verdanken.
    Bei der Kalenderreform von 1582 (Gregor XIII) wurden im Julianischen Kalender lediglich 10 Tage eingefügt. In den Jahren von 46 v.Chr. bis 1582 wären es aber korrekt 14 Tage gewesen.
    Dies fiel einem Bischof auf, der Mediziner und Mathematiker war, anekdotenhaft wird berichtet, dass ihm in der Sitzung schlecht wurde und er unverzüglich aus dem Raum entfernt wurde.
    Protokolle sind nicht auffindbar bzw. wurden nicht angefertigt.
    Konsequenz dieser „Fehlberechnung“ ist, dass tatsächlich in unserem Kalender 300 Jahre zu viel enthalten sind; die Aussage der Astrophysik ist hier eisern.
    Kein ernstzunehmender Astrophysiker hat diese Berechnungen je angegriffen.
    Die Kirche hat sich dann darauf hinausgeredet, dass man bei der Reform des Julianischen Kalenders ausgerechnet das Jahr 325 als Jahr eins gewählt hat, weil hier das Konzil von Nicäa stattgefunden hat.
    Wer das glaubt, glaubt auch, dass der Storch die kleinen Kinder bringt.
    Tatsache ist, dass im Gegensatz zu den Merowingern der Zeitraum von 670 bis 970 n. Chr. praktisch nicht dokumentiert ist, es gibt kein Grab Karls des Großen, die berühmte Reiterstatue stammt beweisbar aus dem 14. Jahrhundert, ist also 20 Generationen später angefertigt worden; nach welchem Vorbild??
    Über Karl gibt es mehr Legenden und Sagen als über alle anderen deutschen Kaiser zusammen; wie er in einem Winter zweimal mit Armeen über die Alpen gezogen sein will, ohne den Gotthard Tunnel zu nutzen, und im gleichen Jahr über die Pyrenäen mit Roland und zurück bleibt schleierhaft.
    Interessant am Konzil von Nicäa ist allerdings, dass hier Kaiser Konstantin die Bischofsynoden für zuständig erklärte für die Regelung naturwissenschaftlicher Streitfragen; Zweifelsfälle sollten von ihm als Kaiser entschieden werden. Ähnliches erleben wir heute wo der gemeinsame Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen festlegt, was wissenschaftlich richtige Medizin ist; tollkühn, da nur bei jedem neunten Krankheitsbild eine einigermaßen wissenschaftliche Erklärung bekannt ist.

    • Ganz genau, die Astrophysik ist eisern und zeigt eindeutig, dass keine 300 Jahre erfunden wurden. Das hat noch nie ein ernsthafter Astrophysiker oder Historiker behauptet, sondern nur Herr Illig mit widersprüchlichen Argumenten. Dazu hatte ich bereits 2003 diese Rezension bei Amazon geschrieben.

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