Mehrheit auch gegen Hamburgs Olympiabewerbung

Vor zwei Jahren gab es eine ‚Mehrheit gegen Münchens Olympiabewerbung‘ für die Winterspiele 2022. Heute wiederholte sich das für die Sommerspiele 2024, denn auch die „Hamburger sagen Nein zu Olympia“. Das Ergebnis war mit 51,7 zu 48,3 Prozent bei relativ hoher Stimmbeteiligung von rund 50 Prozent zwar knapp, aber eindeutig, während umgekehrt eine entsprechend knappe Mehrheit dafür den weiteren Bewerbungsprozess auch nicht wirklich befördert hätte. Die Kieler Mehrheit von 65,6 % war zwar überzeugend, aber nur zum Segeln wird Olympia nicht nach Deutschland vergeben.

Es zeigt sich einmal mehr, wie wichtig Volksentscheide sind, um teure Prestigeobjekte zu stoppen, die vor allem Politikern nutzen. Der Spaß sollte 11,2 Milliarden Euro kosten, von denen der rot-grüne Senat in Hamburg gut 10 Prozent für sein „wichtigstes Projekt der Legislaturperiode“ übernehmen wollte. Dabei sind hohe Kostensteigerungen üblich. Wegen den geplanten 6,2 Milliarden Euro Bundesanteil wären wir gar nicht gefragt worden. Dabei gibt es genügend andere Bewerber, die sich gerne für viel Geld gedopte Sportler ins Land holen.

22 Gedanken zu „Mehrheit auch gegen Hamburgs Olympiabewerbung

  1. Großprojekte sind in Deutschland „dank“ GrünInnen und anderer Fortschrittsverweigerer fast nicht mehr durchsetzbar. Die Volksabstimmung über Stuttgart-21 hat aber gezeigt, dass das nicht so bleiben muss!

    Nutzen, Kosten und längerfristige Folgen müssen sachlich berechnet und abgewogen werden. Dafür fehlt vielen Menschen leider die Zeit und der Sachverstand. Es kommt aber darauf an, nicht mit ideologischen Scheuklappen Politik zu machen! Das Erbe der 68er ist gefährlicher Sondermüll, der teuer entsorgt werden muss. Der Tag wird kommen, an den die GrünInnen wieder unter 5% fallen!!!

    • Großprojekte sind nicht per se gut oder schlecht, sondern man muss sich jedes einzelne genau anschauen. Auch die Ausrichtung von Olympischen Spielen ist nicht per se schlecht, aber meistens ist sie ein großes Zuschussgeschäft, gerade weil die hochsubventionierte Konkurrenz möglicher Austragungsorte immer noch zu groß ist und die Funktionär dabei unsinnige Anforderungen stellen (wovon die persönlichen Seitenzahlungen noch die geringsten sind).

      Die Grünen sind leider inzwischen die etablierteste Partei von allen. Eine gemäßigte AfD könnte ihnen immerhin als möglicher Koalitionspartner Konkurrenz machen, eine radikalisierte AfD treibt ihnen hingegen die Union in die Arme.

      • Mich würde mal ein Beitrag zum Verhältnis der rechts konservativen und Liberalen zu den Grünen interessieren. Ich werde daraus einfach nicht schlau und diese Diskussion hier ist ein gutes Beispiel.

        Warum werden überhaupt die Grünen ( hämisch GrünInnen) ins Spiel gebracht? Die Ablehnung hatte doch wenig mit grünen Themen zu tun und die Grünen in Hamburg haben sich sogar für Olympia in Hamburg ausgesprochen.

        Und warum geht Herr Dilger als eigentlich scharfsinniger diskutant darauf ein? Und zuletzt wieso sind die Grünen denn die etablierteste Partei von allen? Etablierter als die deutlich größere und ältere CDU und SPD? Etablierter als die Linke die schon lange stabil in den Bundestag kommt und in vielen Landesparlamenten deutlich stärker und einflussreicher als die Grünen ist?

        Das würde ich gerne verstehen.

      • Dass die Grünen sich in Hamburg für ein hochsubventioniertes Olympia ausgesprochen haben, spricht doch ebenfalls gegen sie und für die These ihrer totalen Etablierung. In allen wichtigen Politikfeldern rennt doch insbesondere Frau Merkel nur noch den Grünen hinterher. Die meisten Wählerstimmen gehen dann an die Union, doch der sachliche und ideologische „Erfolg“ an die Grünen. Dadurch werden übrigens nicht nur die Bürger und die Wirtschaft geschädigt, sondern auch die Umwelt und sogar der Weltfrieden…

      • Gegen ein „hochsubventioniertes Olympia“ hätte ich auch gestimmt!
        Warum schaffen es z. Bsp. die USA, die Olympiade vollkommen ohne staatliche Subventionen zu organisieren?
        ALLE staatlichen Ausgaben MÜSSEN auf den Prüfstand.
        Ein guter UND effektiver Staat (NICHT „Nachtwächter-Staat“) ist preiswerter zu haben!!!

      • Genau das meinte ich leider. Es spricht gegen die Grünen wenn sie gegen Großprojekte sind und es spricht gegen sie wenn sie dafür sind. Und ihre totale Etablierung machen sie nicht etwa an ihren Wahlerfolgen fest, sondern an den Wahlerfolgen der anderen, weil diese eigentlich Erfolge der Grünen seien. Das hat doch paranoide Züge.

      • Es spricht gegen die Grünen, dass sie für schlechte Politik sind. Bitte nennen Sie ein Beispiel, wo die Grünen etwas tatsächlich Positives erreicht oder auch nur gefördert hätten.

      • Es geht mir doch gar nicht um die Qualität grüner Politik.
        Es geht darum, dass nahezu reflexhaft auf die Grünen geschimpft wird wo ihre eigentliche Politik keine sonderliche Rolle spielte (hier Olympiabewerbung), wo sie unabhängig von ihrer Position (dafür oder dagegen) kritisiert werden (hier ebenfalls Olympiabewerbung) oder wo ihnen unabhängig von tatsächlicher Regierungsmacht oder auch nur von Wahlergebnissen eine Verantwortung für alles mögliche zugeschrieben wird, weil sie ja „total etabliert“ seien (hier „alle wichtigen Politikfelder“ Merkels).

        Das beobachte ich, nicht nur hier, in rechts konservative oder liberalen Kreisen häufig und das würde ich gerne verstehen. Darauf zielte mein ursprünglicher Kommentar aber die Hoffnung habe ich nun aufgegeben.

      • Bezüglich Olympia habe ich doch gar nichts gegen die Grünen geschrieben, obwohl sie für die überteuerte Bewerbung waren. Doch sie mischen überall mit, während sie zugleich unser Land und unseren demokratischen Rechtsstaat ablehnen (siehe z. B. hier). Ein positives Beispiel grüner Politik fällt dagegen selbst Ihnen nicht ein.

      • Ok, ein letzter Versuch aber ich habe wenig Hoffnung.
        1. Es geht nicht um gute oder schlechte Politik der Grünen, deshalb lasse ich mich auf die Diskussion gar nicht ein
        2.Ob irgendwelche Grünen vor 25 Jahren mit komischen Plakaten herumgelaufen sind tut doch ebenfalls nichts zur Sache. Der Vorwurf sich 2015 von der Antifa vereinnahmen zu lassen trifft hingegen alle Parteien die mittiefen, und eben nicht nur die Grünen.
        3. Es geht darum, dass sie den Grünen einen enormen Einfluss („mischen Überall mit“, „totale Etablierung“) auf alle möglichen Politikfelder zuschreiben und dass auch noch mehr als den anderen Parteien („die etablierteste Partei von allen“). Das hat doch mit den realen Machtverhältnissen nichts zu tun. Oder gibt es einen mächtigen grünen Geheimbund hinter den Kulissen von dem ich nichts weiß?

      • Mir geht es um schlechte grüne Politik, ob diese nun von den Grünen oder der Bundeskanzlerin betrieben wird. Ihnen mag es um andere Dinge gehen, aber warum machen Sie mir das zum Vorwurf? Eine Verschwörung nehme ich nicht an, es findet doch alles auf offener Bühne statt. Die etablierteste Partei muss nicht die mächtigste sein und schon gar nicht die größte.

  2. Hamburg wäre gut beraten, erst einmal sein Prestigeobjekt „Elbphilharmonie“ zu einem würdigen Ende zu bringen, statt sich auch noch mit der Ausrichtung einer Olympiade auf Kosten bayerischer Steuerzahler zu verzetteln.

  3. In Hinblick auf vorhandene und kommende Krise ist Vorsicht und Sparsamkeit richtig. Die Buerger haben gut entschieden. Es war auch ein Zeichen des Mistrauens in die Politik!

    • Vielleicht ist mit der Hamburger Entscheidung auch den Sicherheitsverantwortlichen ein Stein vom Herzen gefallen. Bei den Olympischen Spielen 1972 in München gab es bereits ein Attentat und derzeit sind islamistische Täter bei Großveranstaltungen eine Gefahr. Ob diese bis 2024 gebannt werden kann, ist zweifelhaft. Ich denke, die Bürger haben auch risikobewusst richtig entschieden.

  4. Monetäre Sorgen hätten wir uns aber nicht machen brauchen, die Hamburger schon garnicht. Die dortige Olympiade hätte uns doch keinen Cent gekostet. Wir können ja mal nachrechnen. Die Kosten der Flüchtlinge belasten uns jährlich mit circa 30 Mrd Euro bei anhaltendem Zustrom. Für den Türkeideal zahlt Deutschland jetzt circa 800 Mill. Euro. Dadurch wird der Zustrom abgebremst. Die abgeschobenen Flüchtlinge werden dann vertraglich in die Türkei geschickt, das werden nicht Wenige sein, jetzt umso mehr, weil die Türkei sie ja aufnehmen muss. Innerhalb von 3 Jahren könnten wir den Hamburgern die gesamten Kosten von 12 Mrd Euro auszahlen für Olympia 2024. Dabei sind die Steuergewinne durch die Flüchtlinge noch nicht eingerechnet. Somit wird die schwarze Null noch schwärzer, oder so ähnlich.

  5. Pingback: Diskussionspapier zur Zahlungsbereitschaft für den deutschen Fußball-WM-Erfolg | Alexander Dilger

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