Anti-Doping-Gesetz beschlossen

Heute ist nach jahrelangem politischen Streit und Widerstand des organisierten Sports vom Deutschen Bundestag ein „Anti-Doping-Gesetz“ beschlossen worden. Es soll demnächst noch durch den Bundesrat und stellt dann ab 2016 die Herstellung, den Handel, den Besitz und die Anwendung von bestimmten Mitteln zum Zweck des Dopings im Sport unter Strafe. Auch Selbstdoping ist verboten, wird aber nur bei Spitzen- und Profisportlern strafrechtlich verfolgt. Was verbotene Dopingmittel sind, ergibt sich aus einer internationalen und einer nationalen Positivliste. Es ist tatsächlich sehr schwierig, Dopingmittel auf andere Weise rechtlich eindeutig zu definieren. Nachteil ist allerdings, dass solche Listen dazu anreizen, ständig neue Substanzen und Methoden zur Leistungssteigerung zu suchen, die (noch) nicht verboten sind. Es droht außerdem, dass der sportliche Wettbewerb dann weniger durch einen Wettbewerb um den größten Dopingeinsatz, sondern dessen beste Vertuschung beeinträchtigt wird. Sollte der deutsche Sport trotzdem sauber(er) werden, freut sich die internationale Konkurrenz, solange sie es nicht völlig übertreibt (siehe ‚Rücktritt von Niersbach und noch größerer Sportskandal‘).

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8 Gedanken zu „Anti-Doping-Gesetz beschlossen

  1. Ein schwieriges Thema. Besonders unter dem Gesichtspunkt der Chancengleichheit. Leider sind die nicht gedopten Sportler im Wettbewerb immer die Benachteiligten.

      • Das ist wohl zutreffend.

        Letztlich muss zwar jeder (erwachsene) Sportler selbst wissen, wo seine Grenzen liegen, aber das ewige Streben nach immer neuen Bestleistungen wird der Welt des Leistungssports auch künftig Doping und fragwürdige Trainingsmethoden bescheren.

        Einzig eine Besinnung auf faires Messen bzw. Vergleichen der jeweils AKTUELLEN (also gegenwärtigen) Leistungen könnte Einhalt gebieten. Es muss doch nicht immer gleich die Bestmarke aller Zeiten sein. Gerade in der Leichtathletik und bei den Schwimmern muss diesbezüglich umgedacht werden.

    • Natürlich (?) gibt es auch im Schach und Tischtennis Doping, beim Schach außerdem noch Schummeln mit technischen Hilfsmitteln, weil inzwischen Computer(programme) jeden Menschen schlagen können.

      • Ja klar , aber spiel mal in der wiener Mannschafts- Landesliga, wenn da wer 2 mal in der Stunde aufs Klo geht, beschwert sich unser Mannschaftsleiter beim gegnerischen . “ Haben Sie Bettnässer“?“

  2. Bezüglich Schach hatte mein früherer Schachfreund immer eine Geheimwaffe. ( wie rauchen am Schachbrett noch erlaubt war) . Normalerweise hat der nur HB geraucht, aber um Gegner fertig zu machen hat der immer so bei der Mannschaftsmeisterschaft so superbillige serbische Zigaretten geraucht, so eine Art „Multifilter“ die extrem gestunken haben, so als würde man Kuhmist rauchen.
    Saß ich neben ihm bei der Mannschaftsmeisterschaft und er packt wieder seine Geheimwaffe aus und sein Gegner, scheinbar ein Jugo, packt die gleiche Zigarettenmarken aus und ich hab gelacht. Bin zwar selber Raucher, aber ist halt mit der eigenen Waffe zurückschlagen. Mein Gegner hat mich verblüfft angeschaut, warum ich lache.

    Letztes Jahr hat sich mein Gegner dauert die Fingernägel geschnitten und gefeilt während der Partie, Ich wollte schon sagen, sie müssen sie noch lackieren.

  3. Pingback: Russlands Leichtathleten bleiben für Olympia gesperrt | Alexander Dilger

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