Ist freie Zuwanderung ökonomisch vorteilhaft?

Es wird immer wieder behauptet, die aktuell große Zahl an Flüchtlingen sei ökonomisch ein Segen für Deutschland. Vorgebracht werden vor allem die folgenden Argumente: a) Wegen der Überalterung der deutschen Bevölkerung und der wenigen Geburten wird die Zuwanderung von Millionen überwiegend jungen Menschen von der Wirtschaft und für die Sicherung der Sozialsysteme benötigt. b) Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) steigt bereits jetzt durch die Flüchtlinge, da sie und die mit ihnen verbundenen Ausgaben wie ein Konjunkturprogramm wirken. c) Die Vorteile des Freihandels gelten erst recht für ungehinderte Faktormobilität.

Ich halte alle drei Argumente für nicht zutreffend. Dabei ist c) am anspruchsvollsten, während b) fast schon lächerlich ist. In jedem Fall wird übersehen, dass es nicht egal ist, wer wie zuwandert. Während junge, gut ausgebildete ausländische Fachkräfte, die sich in die Wirtschaft und Gesellschaft integrieren wollen und lassen, tatsächlich für die Deutschen und hier schon lebenden Ausländer von Vorteil sein dürften, trifft das nicht auf jeden zu. Bei wirklich politisch Verfolgten kommt es auf die wirtschaftlichen Vorteile gar nicht an, doch wenn man wirtschaftliche Vorteile als Argument für offene Grenzen anführt, ist darauf zu verweisen, dass eine differenzierte Zuwanderung auf jeden Fall nicht nur, aber auch ökonomisch besser wäre.

Ad a): Dass die Lebenserwartung der Menschen steigt, ist eine gute Sache. Dass es weniger Kinder gibt, muss aber auch nicht schlecht sein, insbesondere wenn man nicht auf die absolute Wirtschaftskraft Deutschlands im Aggregat abstellt, sondern auf den Wohlstand pro Kopf, der für die einzelnen Menschen viel wichtiger ist. Die Sozialsysteme weisen Konstruktionsfehler auf, was aber für ihre Reform spricht und nicht für eine aktive Bevölkerungspolitik. Denn die Sozialsysteme sollten für die Menschen da sein und nicht umgekehrt die Menschen für die Sozialsysteme. Angesichts der steigenden Lebenserwartung ist z. B. die Heraufsetzung des regulären Renteneintrittsalters gerechtfertigt und sinnvoll. Dadurch steigen die Beiträge und sinken die Auszahlungen, während Zuwanderung zu geringfügig mehr Beiträgen demnächst führt und höheren Auszahlungen später, obwohl aktuell und in den nächsten Jahren die Zahl der Beitragszahler ohnehin noch hoch ist und die späteren Probleme dadurch noch verschärft werden. Wer erwerbslos bleibt und gar keine Beiträge zahlt, sondern nur Sozialtransfers benötigt, hilft bei der Sicherung der Sozialsysteme natürlich auch nicht.

Ad b): Dies zeigt nur, was für ein untaugliches Maß das BIP ohne Differenzierung darstellt. Wenn z. B. eine Naturkatastrophe Volksvermögen vernichtet, steigt in der Folge das BIP, weil der negative Vermögenseffekt nicht gemessen wird, die danach nötigen Ersatzinvestitionen hingegen schon. Weiterhin ist der Anstieg des BIP viel zu gering, um den Anstieg der Bevölkerung zu kompensieren, so dass das BIP pro Kopf fällt. Viele kommen, weil sich ihre materielle Lage verbessert, während die hiesige Bevölkerung entsprechend verliert. Schließlich gibt es Opportunitätskosten. Selbst wenn Staatsausgaben für die Flüchtlinge die Konjunktur leicht beleben, würde das ebenfalls für andere Ausgaben z. B. für Bildung, Infrastruktur, Sozialleistungen für die vorhandene Bevölkerung oder Steuersenkungen gelten.

Ad c): Die Vorteile des Freihandels gelten noch stärker für freie Faktormobilität, aber nicht voraussetzungsfrei. Negative externe Effekte wie Kriminalität können diese Vorteile reduzieren oder sogar ins Gegenteil verkehren. Öffentliche Güter und insbesondere auch Allmendegüter werden stärker genutzt. Vor allem passen ein nationaler Sozialstaat und global freie Zuwanderung nicht zusammen. Wer überwiegend oder vollständig von Sozialtransfers lebt, ist sowohl für die Steuer- und Beitragszahler als auch die schon vorhandenen Transferempfänger im Gastland von Nachteil. Zuwanderer müssten also entweder systematisch von Sozialtransfers ausgeschlossen werden, was jedoch von einem Sozialstaat mit humanitärem Anspruch kaum durchgehalten werden kann, oder die Zuwanderung so gesteuert werden, dass vor allem Nettozahler statt -empfänger kommen. Die aktuelle Politik führt eher zum Gegenteil und deshalb nicht nur politisch und gesellschaftlich, sondern auch ökonomisch verfehlt.

53 Gedanken zu „Ist freie Zuwanderung ökonomisch vorteilhaft?

  1. Es handelt sich bei diesen Behauptungen um demagogische Schönrednerei eines Zustandes, den man zur Zeit weder juristisch noch organisatorisch in den Griff bekommt. Die Zuwanderer treffen gerade in den großen Industriestaaten der EU auf stark regulierte Arbeitsmärkte bei niedrigen Wachstumsraten und teilweise sehr schlechter Nutzung des Faktors Arbeit. Und wenn ich mir in Deutschland die angekränkelten Mitglieder von Dax, MDAX und TECDAX so ansehe, werden uns dank unserer GROKO demnächst eher die Arbeitsplätze als die Arbeitswilligen ausgehen.

  2. Ihre Ausführungen dürften im Ergebnis wohl richtig sein. Sie erscheinen mir nichtsdestotrotz unvollständig.

    Trotz Mechanisierung / Robotik spielen human resources immer noch die Schlüsselrolle. Eine stark vergreisende Gesellschaft birgt die Gefahr nicht mehr genug notwendiges Potential hervorzubringen. Mechanisierung / Robotik wirken wie Verstärker auf die Produktivität. Sehr gute Arbeitskraft wird vervielfältigt. Voraussetzung ist, dass die Arbeitskräfte für Produkt- und Verfahrensentwicklungen und Bedienung der Maschinen ausreichend vorhanden sind. Eine starke Vergreisung birgt die Gefahr, dass diese qualitativ hochwertigen Arbeitskräfte ausbleiben.

    Umgekehrt steigt mit der Vergreisung der Bedarf an Personen, die Dienstleistungen verrichten, z.B. an Reinigungskräften, Pflegekräften, pp., die importiert werden müssen, wenn eigene Nachkommen nicht mehr vorhanden sind.

    Auch im internationalen Wettbewerb, insb. im militärischen Bereich spielen Bevölkerungsgröße und Demografie eine große Rolle. Gerade die sog. BRIC-Staaten werden wegen dieser beiden Aspekte als ( zukünftig ) bedeutsam eingeschätzt.

    Kulturell ist sogar die Frage, ob Primitivkulturen – wie aktuell die arabische, türkische oder schwarzafrikanische – letztlich nicht sogar den Hochkulturen überlegen sind, weil deren Primitivkulturen die Grundlage für starke Vermehrung sind und die Auswanderungswellen die geburtenschwachen Hochkulturen zurück drängen.

    Sie haben natürlich recht, dass Soziallasten und Störenfriede natürlich die Gesellschaftssysteme schwächen und zwar sämtliche. Vor diesem Hintergrund muss die Zuwanderung durchdacht und organisiert sein.

    Man muss also in der Tat Lösungen entwickeln, die sog. „Völkerwanderungen“ unterbinden, aber qualifizierte Einwanderung ermöglichen. Man wird sich mit dem unappetitlichen Thema beschäftigen müssen, wie man die Geburtenrate in den Primitivkulturen senkt. Die Illusion, man pumpt in diese Regionen Geld rein und der dadurch fiktiv bedingte höhere Lebensstandard würde die Geburtenrate senken, hat bislang ganz und gar nicht funktioniert. Gerade in Arabien, insb. in Palästina wurden Mrd. in die Infrastruktur investiert. Mrd. von Geldern wurden dann doch lieber in Kriege mit Israel gesteckt. Auch Irak und Libanon waren reiche Länder und saufen in ihrer Bevölkerungsexplosion ab.

    Gerade die Herrscher in Primitivkulturen sehen in ihren Bevölkerungsmassen auch politisches Droh- und Druckpotential; dies gilt insbesondere für unqualifizierte und nicht integrierbare Auswanderer. Erdogan und ISIS greifen auf diese Bevölkerungskreise ganz ungeniert zurück. Sie halten diese Leute sogar an, sich nicht zu integrieren.

    Ich teile also ihre Ansicht, dass freie Zuwanderung schädlich ist. Die Notwendigkeit für Zuwanderung sehe ich hingegen ganz deutlich. Ferner sehe ich auch einen deutlichen Bedarf, sich mit dem internationalen Kulturkampf zu beschäftigen. Wir können nicht zuschauen, wie die menschliche Population immer weiter steigt und die Anzahl der Kriegs- und Terrorereignisse in die Höhe treibt und unsere Kulturregionen in Mitleidenschaft zieht.

    • Was meinen Sie mit „Primitivkulturen“? Die arabischen Länder und die Türkei haben natürlich Hochkulturen, wenn auch nicht die westliche. Die Geburtenraten sind dort ebenfalls stark gesunken.

      Militärisch kommt es tatsächlich auch auf die absolute Größe an, wirtschaftlich kaum. Die reichsten Länder pro Kopf sind klein.

      Innerhalb der EU haben wir doch schon Freizügigkeit, die für ein mehr als hinreichendes Angebot an einfacher Arbeit in Deutschland sorgt. International konzentriert sich der Wettbewerb auf Hoch- und Höchstqualifizierte, um die sich Deutschland fast gar nicht kümmert (von diesen wandern mehr ab als zu).

      • A. I. Nein, die arabische Kultur war mal eine Hochkultur. In den letzten Jahrzehnten ist die Kultur auch nicht stehen geblieben. Die Kultur ist schlichtweg barbarischer geworden. Stand die arabische Kultur früher für eine hohe Sprachkultur, Literatur, Musik, Mathematik, Architektur und Gartenbau, pp., so spielen sie heute nirgends eine Rolle.

        Arabien ist ganz überwiegen Entwicklungsland, ein bisschen Schwellenland und ganz wenig Industrieland:

        https://de.wikipedia.org/wiki/Arabische_Welt

        II. Natürlich ist die Geburtenrate weiterhin sehr hoch. Nehmen wir doch einfach die drei größten arabischen Länder:

        1. Ägypten, das mit ca. 80 Mio Einwohnern das mit Abstand größte Land in Bezug auf die Bevölkerungsgröße:

        Die Bevölkerung hat sich innerhalb von 100 Jahren versiebenfacht. Das Bevölkerungswachstum liegt immer noch bei 1,8 % p.a. Es wächst also um ca. 1,4 Mio. Einwohner pro Jahr.

        https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84gypten#Bev.C3.B6lkerung

        2. Algerien ist mit 38 Mio. Einwohner das zweitgrößte Land. Die anliegende Grafik zeigt das kontinuierliche Wachstum. 1/4 der Bevölkerung ist jünger als 15 Jahre alt.

        https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Algeria_population.pdf&filetimestamp=20120222140054&

        3. Das drittgrößte Land ist Marokko. Es hat ca. 33 Mio Einwohner. Die Bevölkerung wächst jährlich um 1 %, also um 330.000 Einwohner an. Das Durchschnittsalter liegt bei ca. 27 Jahren.

        4. Das viergrößte Land, sorry, es ist schon das drittgrößte Land, mit 38 Mio. Einwohner. Trotz Krieg wächst die Bevölkerung stark und kontinuierlich.

        5. In Irak, Jemen und Saudi-Arabien wachsen die Bevölkerungen ebenfalls jeweils sehr stark.

        In welchem arabischen Land sinkt das Bevölkerungswachstum ? Die Schaubilder zeigen alle kontinuierliches Wachstum an. Wegen des Bevölkerungswachstums und der steigenden Konsumwünsche genügt das Wirtschaftswachstum nicht. ( Dies gilt natürlich erst recht für Staaten, die durch Kriege und Terrorismus verwüstet werden. )

        B. I. Die Türkei hat sicherlich noch den Status quo halten können. Seit der Regierungszeit der AKP ist der kulturelle Verfall doch auch offensichtlich. Konnten bis vor ca. 10 Jahren noch Video- und literarische Kunst weltweit Akzente setzen, so ist doch von diesem Glanz kaum etwas übrig geblieben. Die Filmproduktion ist eingebrochen. Die literarischen Welterfolge sind seit dem ausgeblieben.

        https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%BCrkei#Kultur

        II. Natürlich weist die Türkei ein starkes Bevölkerungswachstum auf. Es liegt bei 1,6 %, ca. 1 Mio. pro Jahr.

        https://de.wikipedia.org/wiki/Demografie_der_T%C3%BCrkei

        Der Unterschied zu den arabischen Staaten ( mit Ausnahme von Saudi-Arabien ) besteht darin, dass sich die Türkei dies wirtschaftlich am ehesten leisten kann. Nichtsdestotrotz steigt auch in der Türkei die Kluft zwischen arm und reich.

        C. Bezüglich der Fachkräfte und der Notwendigkeit der qualifizierten Einwanderung sind wir uns ja eh einig. Ich überlasse es den Fachleuten, detaillierte Anforderungsprofile in Hinblick auf Qualifikation und Potential zu entwickeln.

      • Natürlich sind die arabischen Länder Hochkulturen oder, je nach Begriffsverständnis, weit darüber hinaus. Welche Aussagekraft hat das Bevölkerungswachstum von vor 100 Jahren? Im historischen Vergleich ist das Wachstum überall zurückgegangen und sind 1,6 % nicht „stark“. Dass die Bevölkerung schrumpft, ist hingegen zumindest bislang sehr selten auf der Welt. Die Türkei ist unter der AKP wirtschaftlich stark gewachsen. Aktuell gibt es Schwierigkeiten durch das autoritäre und willkürliche Verhalten von Herrn Erdogan (aber Frau Merkel entscheidet doch auch immer erratischer).

      • Ja, da haben Sie Recht. Die Türkei weist in der Tat ein schwaches kontinuierliches Wachstum auf. Die Bevölkerung hat sich in den letzten sechzig Jahren lediglich verdreifacht. Die anliegende Grafik zeigt deutlich, dass diese Konstante natürlich keine ist.

        Tatsächlich ergibt sich aus der 72er Faustregel, dass bei 1,6 % lediglich alle 45 Jahre eine Verdoppelung stattfindet. So eine Bevölkerungsentwicklung nennt man „peanuts“. Wenn wir diese Entwicklung in den letzten 45 Jahren ( also seit ca. 1970 ) genommen hätten, dann hätten wir ungefähr 160 Mio. Einwohner. Die Konsequenzen für die Städteentwicklung und Sozialentwicklung stelle ich mir äußerst ungern vor.

        https://de.wikipedia.org/wiki/72er-Regel

        Eine positive Wirtschaftsentwicklung, die nicht beim Volk ankommt, trägt zur Lösung mit dem Umgang von Bevölkerungsexplosionen bei. Je ungleicher die Versorgungslage, desto glücklicher die Menschen. Nirgendwo verkauft sich die Bunte oder Gala besser als in der Türkei.

        Natürlich kann man arabische Staaten als Hochkulturen betrachten, insb. in Anbetracht von teilweise 80 % Analphabetentum.

        http://www.heise.de/tp/artikel/44/44000/1.html

        Richtig ist auch, dass man sich kaum retten kann, was derzeit an Kultur aus Arabien kommt. Sie holen seit Jahrzehnten einen Nobel- und Kulturpreis nach dem anderen. In Arabien boomt die Hochkultur regelrecht. Es ist eine einzigartige Freude, wenn man über das Mittelmeer schaut. Jede Menge Bildung, hervorragende Universitäten, glanzvolle Konzert- und Museumshallen, beste Movies ( nirgendwo werden Menschen so realitätstreu geschlachtet. ), wundervolle Moscheegesänge, jede Menge herausragende Architektur aus diesen Tagen; Kulturpflege steht wirklich ganz oben, insb. wenn es um die Archäologie geht. Nirgendwo werden Kulturgüter so zärtlich mit Planierraupen und Sprengstoff gestreichelt wie in Arabien. Dagegen sind wir richtig Kulturbanausen, wo wir doch nur Mc-Doof und Coca-Cola zu bieten haben…

        \Parodie off

        Es gibt doch nun wirklich nichts mehr zu beschönigen in Arabien, sowohl was den status quo als auch die zu erwartende Entwicklung angeht. In der Türkei ist der Zustand noch akzeptabel. Sollte aber die islamistische Partei AKP weitere Erfolge haben, dann können wir die Türkei genauso abhaken.

        Im Grunde genommen sind deren Probleme deren Problem. Aber die Auswanderungswellen und die militärischen Konflikte sind nun einmal auch unsere Probleme, letztere zur Zeit nur mittelbar, aber mittelfristig werden es auch unmittelbare Probleme.

      • Mit solchen Plattheiten hätten Sie auch in der AfD bleiben und dort punkten können. Ein linearer Bevölkerungsanstieg ist z. B. zwangsläufig mit einer fallenden Wachstumsrate verbunden, während eine konstante Wachstumsrate zu einem exponentiellen Wachstum führt. Das türkische BIP hat sich unter der AKP real fast verdoppelt, so dass Sie rund 7 % Wachstum für schwach, 1,6 % aber für stark halten. An den (Bürger-)Kriegen in arabischen Ländern ist schließlich der Westen nicht ganz unbeteiligt.

      • Naja, man nennt es wohl merkeln, wenn man Problemlagen aus ideologischen Gründen ausblenden will. Es ist allerdings für einen Hochschullehrer eher ziemlich unwürdig.

        Das extremes Bevölkerungswachstum Armut verursacht, das ist eigentlich Allgemeinwissen. Im Ergebnis spielt es dabei keine Rolle, ob das Versorgungsproblem unmittelbar durch das Bevölkerungswachstum entsteht oder mittelbar durch zunehmende politische Unruhen, weil die Versorgung vielleicht noch für das Überleben genügen würde, aber die Versorgung nicht genügt, den Menschen Würde zu verleihen, weil das Bildungssystem nicht den Bevölkerungswachstumszahlen standhält und Bevölkerungsteile den Extremisten zulaufen, die dann wiederum das Land destabilisieren und den Kreislauf weiter in Gang halten.

        https://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/dokumente/%C2%BBdie-eu-staaten-brauchen-ein-strategisches-konzept-zur-migrationspolitik

        Wenn Sie starkes lineares Wachstum als Ergebnis geringerer Wachstumsraten herunterreden, dann beweisen Sie, dass Sie das Zeug für die merkelische CDU / SPD / Grüne haben. Es fällt in die Kategorie „Augenwischerei“ oder „Thema verfehlt“.

        https://www.worldvision.ch/newsroom/news/interview-die-menschheit-waechst/
        http://www.bvmu.de/Home/Presse/Presseerkl%C3%A4rungen/KurzsichtigeT%C3%BCrkeiEuphorie.aspx

        Dass die uns tangierenden Armutsflüchtlinge aus Armutsgründen flüchten, ist eigentlich auch nicht erklärungsbedürftig. Natürlich kann man wie Kölmel die Armut moralisch herunterreden und von Flüchtlingen, die „nur“ aus wirtschaftlichen Gründen flüchten reden, man kann aber auch einfach zur Kenntnis nehmen, dass es Flüchtlinge sind, die sich in ihren Heimatländern unzureichend versorgt sehen und ihre Versorgungssituation durch Flucht verbessern wollen, was verständlicherweise zur Folge hat, dass diejenigen, die die bessere Versorgungssituation bezahlen sollen, in ihren materiellen Interessen beeinträchtigt sehen und aufbegehren.

        Natürlich steigt der Migrationsdruck aus diesen Armutsländern, wenn sich die dortigen Teufelskreisläufe fortsetzen, weil Islamismus zu hohen Geburtenraten, zu Terrorismus, zu Kriegen, zu höheren Analphabetenraten, damit zu noch höherer Armut, pp. führen.

        Wie dem obigen Link inzident zu entnehmen ist, wird natürlich auch in der Entwicklungshilfe darüber nachgedacht, wie man Bevölkerungswachstum in den Griff kriegen könnte. Feststellbar ist, dass aus kulturellen und religiösen Gründen Bevölkerungswachstum zu stark sein kann. Der Link bezieht sich auf die Philippinen. Dort ist das Bevölkerungswachstum und die damit einhergehende Armut zu hoch, während in Vietnam sich die Verhältnis unter allen Aspekten gebessert haben.

        In der arabischen „Hochkultur“ ist es das gleiche Phänomen, aber unter anderer religiöser Flagge. Das Bevölkerungswachstum ist viel zu hoch, daran ändern auch mathematische Spielchen bezüglich der Relationen nichts. 10 % Analphabetisierungsrate in der Türkei sind schon ein Armutszeugnis. Wenn arabische Regionen teilweise nur eine Alphabetisierungsrate von 20 % ( 50 % Ägypten ) aufweisen, dann ist das ein extrem großes Problem; zumal damit noch keine brauchbare Aussage zur Ausbildung an sich getroffen ist. Der Islamismus ist ursächlich für solche Entwicklungen, umgekehrt ist mangelnde Bildung und fehlendes Selbstwertgefühl wiederum ursächlich für Islamismus oder sonstigem Extremismus.

        Wenn Sie nun mit Ihrer – unbelegten – Links-Plattitüde um die Ecke kümmern, dass der Westen wesentlich ursächlich sei, erlaube ich mir den Hinweis, dass es sicherlich westliche Staaten gab, die sich einiges vorzuwerfen haben, aber erstens nicht die Deutschen, die eben in Arabien weder eine Kolonie unterhielten noch irgendwie imperialistisch aktiv waren, und auch nicht in Hinblick auf den kulturellen Verfall der arabischen Länder. Wenn Kulturen anfangen, ihre Religion auf Mord, Totschlag, Terror und Unterdrückung zu reduzieren – und das passiert nun einmal gerade im extrem starken Maße dort – dann ist dies eine ureigenste Angelegenheit dieser Nationen [nach 504 Wörtern um 312 weitere gekürzt, AD].

      • Es ist für Sie als Akademiker unwürdig bzw. peinlich, die Problemlage falsch darzustellen und nicht einmal einfachste mathematische Zusammenhänge zu verstehen.

        Es gibt nur noch in wenigen, vor allem schwarzafrikanischen Ländern extremes Bevölkerungswachstum. Doch selbst dort ist keineswegs klar, dass dadurch Armut verursacht wird. Historisch gesehen ist große materielle Armut der natürliche Zustand für die meisten Menschen gewesen. Bevölkerungswachstum setzte ein, wenn es dafür genügend Ressourcen gab, die schon vorher hohe Zahl an Kindern also nicht größtenteils gleich wieder wegstarb. Die Kinderzahl wird dann mit zeitlicher Verzögerung bei zunehmendem Wohlstand niedriger.

        Bei der Migration ist es so ähnlich, dass große Armut gar keine Wanderung über Kontinente erlaubt. Es kommen nicht die Ärmsten der Armen, sondern relativ Wohlhabende zu uns. Deshalb wird ein Rückgang der Armut auf absehbare Zeit auch nicht zu weniger, sondern mehr Migranten führen.

        Schließlich wird doch in allen deutschen Schulen ausgiebigst gelehrt, wie unsere große Kulturnation vor gut 80 Jahren in tiefste Barbarei verfiel, die auch und gerade den Nahen Osten bis heute nachhaltig verändert hat, nicht zuletzt durch die Gründung Israels.

      • […]

        > Es ist für Sie als Akademiker unwürdig bzw. peinlich, die Problemlage falsch
        > darzustellen und nicht einmal einfachste mathematische Zusammenhänge zu > verstehen.
        > Es gibt nur noch in wenigen, vor allem schwarzafrikanischen Ländern extremes
        > Bevölkerungswachstum.

        Die Bewertung von Bevölkerungszahlen ist keine mathematische Disziplin.

        Natürlich stellt es ein Problem dar, wenn Bevölkerungszahlen armer Länder ständig steigen und sich die Bevölkerung in 45 Jahren zu verdoppeln droht, wenn die Bildung dort immer weiter den Bach herunter geht.

        > Doch selbst dort ist keineswegs klar, dass dadurch Armut verursacht wird.

        Wo kommt denn der Reichtum her ? Etwa aus Analphabetentum oder eher aus dem Mangel von Rohstoffen ? Dann wundert es mich, dass das BIP der Türkei oder Ägypten so niedrig ist.

        > Historisch gesehen ist große materielle Armut der natürliche Zustand für die
        > meisten Menschen gewesen. Bevölkerungswachstum setzte ein, wenn es
        > dafür genügend Ressourcen gab, die schon vorher hohe Zahl an Kindern also
        > nicht größtenteils gleich wieder wegstarb. Die Kinderzahl wird dann mit zeitlicher
        > Verzögerung bei zunehmendem Wohlstand niedriger.

        Woher soll der Wohlstand kommen, wenn die Bildung rückständig ist ? Woher soll die Bildung kommen, wenn die Bevölkerung stärker wächst als die Infrastruktur. In Ägypten steigt die Analphabetenrate und liegt inzwischen bei 50 %. In der Türkei liegt sie immer noch zwischen 10 und 20 Prozent, je nach Geschlecht. Trauen Sie einem Land mit einer recht hohen Analphabetenrate eine gute Bildungsinfrastruktur zu, wenn sie nicht einmal eine Minimalstbildung ( mehr ist die Alphabetisierung nicht ) flächendeckend gewähren kann.

        > Bei der Migration ist es so ähnlich, dass große Armut gar keine Wanderung
        > über Kontinente erlaubt. Es kommen nicht die Ärmsten der Armen, sondern
        > relativ Wohlhabende zu uns. Deshalb wird ein Rückgang der Armut auf
        > absehbare Zeit auch nicht zu weniger, sondern mehr Migranten führen.

        Es wandern die Migranten, die aus einem Milieu kommen, in dem die Basisversorgung gewährleistet ist, die sich aber als unzureichend versorgt und kein ausreichendes Entwicklungspotential oder lediglich negatives Entwicklungspotential ( z.B. wegen der Bevölkerungs- und Bildungsentwicklung ) im Land selbst sehen, um den eigenen Wohlstand zu vergrößern. Der gesamte Familienclan spart Geld zusammen, damit einer von ihnen den Weg nach Europa schafft. Es sind naturgemäß nicht die hungernden Schwarzafrikaner, Es ist aber auch nicht die örtliche Elite, die sich auf dem Weg macht.

        > Schließlich wird doch in allen deutschen Schulen ausgiebigst gelehrt, wie
        > unsere große Kulturnation vor gut 80 Jahren in tiefste Barbarei verfiel, die auch
        > und gerade den Nahen Osten bis heute nachhaltig verändert hat, nicht zuletzt
        > durch die Gründung Israels.

        Wir haben weder die Türken überfallen, noch haben wir irgendwelche Araber kolonialisiert. Die „Barbarei“ richtete sich insb. gegen die britischen Kolonialherren. Man könnte uns allenfalls noch die Barbarei der Italiener anlasten. Die zionistische Bewegung gab es ( genauso wie den ersten Genozid ) schon vor Hitler. Israel hat seine Nachbarn bis heute nicht kolonialisiert. Deutsche Gelder sind in den letzten zwei Jahrzehnten mehr als reichlich sowohl nach Israel als auch nach Palästina geflossen. [Nach 502 Wörtern um 317 weitere gekürzt, AD.]

      • Schon Thomas Malthus kannte den Unterschied zwischen einer arithmetischen und einer geometrischen Reihe. Seine pessimistischen Vorhersagen sind trotzdem nicht eingetreten. Adam Smith gibt Antworten auf die Frage, woher der „Wohlstand der Nationen“ kommt, während die Armut keiner gesonderten Erklärung bedarf.

        Wer schon reich ist, hat es in der Regel gar nicht nötig, nach Deutschland auszuwandern, oder strebt gleich interessantere Ziele mit höheren Temperaturen und niedrigeren Steuersätzen an. Wer wirklich arm ist, kann sich die lange Reise inklusive Schleppern nach Deutschland gar nicht leisten, auch nicht als Familienclan.

      • In Anbetracht der Tatsache, dass Sie Texte kürzen, beschränke ich mich auf wenige Einwände:

        1. Wachstumsraten sind sicherlich spannend. Aber auch bei der Beurteilung des wirtschaftlichen Entwicklung wird nicht alleine auf die Wachstumsrate abgestellt. Wenn Deutschland seine BIP um 3 Prozent erhöhen sollte, dann hat die Erhöhung in Anbetracht des schon hohen BIP eine andere Dimension wie wenn die Türkei ein solches Wachstum mit dem deutlich kleineren BIP zu verzeichnen hätte.

        Bei der Beurteilung der Bevölkerungsentwicklung legen Wachstumraten die Dramatik offen.

        Die politischen Schwierigkeiten ergeben sich aus den absoluten Zahlen. Wenn die Bevölkerung kontinuierlich steigt, dann mag dies nicht ausreichend dramatisch erscheinen, weil sich die Wachstumsraten reduzieren. ,

        Aber wenn die bisherige Versorgungssituation zu wünschen übrig lässt und diese auch noch auf einem hohen Außenhandelsdefizit basiert, dann ist klar, dass die Vorzeichen für eine Verschlechterung der Versorgungssituation stehen und mit einem erhöhten Migrationsdruck zu rechnen ist.

        Die Ausführungen dazu nebst Belegen haben sie ganz nach merkelischer Art gelöscht. Interessierte Leser mögen sich die traurige Armuts- und die kontinuierliche Bevölkerungsentwicklung in der Türkei ergoogeln ( Nach Hochrechnungen des türkischen Staates wird die Bevölkerung von ca. 70 Mio. auf ca. 100 Mio. bis 2050 erhöht haben.)

        2. Ich bin bekanntlich kein Freund von Sprüchen wie „Ich bin gegen Ideologie und für gesunden Menschenverstand“. Die dem Spruch zugrunde liegende Intention ist jedoch richtig. Wenn Lehren und Dogmen mantra-artig gepredigt werden, aber nicht im Einzelfall auf Richtigkeit und Plausibilität geprüft werden, dann sind diese „Ideologien“ einfach nur lästig.

        Die Behauptung, Wohlstand würde automatisch die Geburtenrate reduzieren, ist nicht weiterführend, wenn die Ursache der hohen Geburtenrate gar nicht im fehlenden Wohlstand liegt.

        Wie ich Ihnen in dem von Ihnen gelöschten Teil exemplarisch dargelegt hatte, haben sich in Vietnam, Indonesien und die Philippinen bei ungefähr gleicher Ausgangslage, was die Versorgungslage angeht, eine unterschiedliche Bevölkerungs- und damit auch der Armutsentwicklung eingestellt. Der interviewte Wissenschaftler führt die Armutsentwicklung auf den Philippinen auf das religions- und kulturbedingte hohe Bevölkerungswachstum zurück. Während Indonesien und Vietnam von staatlicher Seite die Familienplanung beeinflusst haben, liegt die Fruchtbarkeitsrate auf den Philippinen immer noch bei drei Kindern je Frau, bei den Vietnamesen bei .

        http://www.laenderdaten.de/bevoelkerung/geburtenrate.aspx
        https://www.worldvision.ch/newsroom/news/interview-die-menschheit-waechst/

        Auch die unterschiedlichen Entwicklungen im Nahen Osten weisen auf kulturelle Zusammenhänge hin. Algerien ist aufgrund der Rohstoffe ein reiches Land. Die Geburtenrate ist jedoch hoch, die Armut ebenfalls. Ägypten war auf einem guten Weg. Das hohe Bevölkerungswachstum hat die Fortschritte insb. im Bereich der Bildung negiert. Irak war ebenfalls ein reiches Land. Vermutlich war das Bevölkerungswachstum auch hier der Hauptmotor für Extremismus, für Krieg, Terror und Armut.

        Auch in Deutschlandsgeschichte gab es Bevölkerungswachstum, das politisch und kulturell begründet war, nämlich der Anstieg in den 30er Jahren.

        http://www.openpr.de/news/773066/Der-Jahrgang-64-Zwischen-Hitler-und-Pillenknick.html

        3. Im übrigen gab es in den 80er Jahren ein weiteres Mantra, was heute kaum noch einer in den Mund zu nehmen traut. Es war das Mantra, dass mit dem Freihandel Demokratie kommen würde. Vor diesem Hintergrund wurde der Handel der USA mit China geöffnet. Nach 35 Jahren ist es offensichtlich, dass die Aussage keine Prognose, sondern eine unbrauchbare Fiktion war.

        [Nach 500 Wörtern 58 weitere gelöscht, AD.]

      • Bitte halten Sie sich zukünftig an die ‚Regeln für Kommentare‘. Wenn Sie weiter überlange Kommentare produzieren und sich dann auch noch über deren angekündigte Kürzung künstlich aufregen, werde ich sie gar nicht mehr freischalten.

        Freihandel bringt Wohlstand, aber nicht notwendigerweise Demokratie. Das hat zumindest hier in diesem Blog auch niemand behauptet. Wollen Sie deshalb den Menschen in undemokratischen Ländern auch den Wohlstand verwehren?

      • @Reinhard E.R. Wilhelm:
        „Natürlich stellt es ein Problem dar, wenn Bevölkerungszahlen armer Länder ständig steigen und sich die Bevölkerung in 45 Jahren zu verdoppeln droht, wenn die Bildung dort immer weiter den Bach herunter geht.“

        So einfach kann man das Thema nicht abtun, lieber Herr Wilhelm.
        Es ist ja keineswegs so, dass die Armut Afrikas (auf anderen Kontinenten wächst die Bevölkerung nicht mehr oder nur marginal bzw. ist bereits stark abnehmend) auf das dortige Bevölkerungswachstum alleine zurück zu führen wäre.
        In erster Linie rührt das weitreichende heutige Elend Afrikas aus den Folgen der Kolonialisierung, auch heutiger Wirtschaftskolonialisierung.

  3. Selbst Frau Nahles gibt mittlerweile zu, daß höchstens 10% der Fachkräfte von übermorgen (O-Ton BA) in der Lagen sein werden, für ihren eigenen Lebensunterhalt aufzukommen.

    Aber machen wir uns keine Sorgen: Mit dem Angriff Steiners wird das alles in Ordnung kommen.
    (Wir schaffen das.)

  4. Ihre Ausführungen, Herr Dilger teile ich

    und dankenswerterweise stellen Sie die Zusammenhänge so dar, dass Sie selbst dem Laien einleuchten sollten.

    Im Übrigen erreicht man einen Konjunkturschub auch, wenn man z.B. die Renten erhöht – es bedarf mithin keines Imports in die Sozialsysteme.

    Wie ein tatsächlicher Import von Fachkräften auf das abgebende Land auswirkt bekommt Deutschland immer mehr zu spüren – selbst in meinem unmittelbaren Umfeld bemerkbar.

    Meist eben Menschen aus dem MINTbereich. Das ist nachvollziehbar, denn oft kann man sich im Ausland meist einen höheren Lebensstandard gönnen (selbst in Indien).
    Konsequenterweise besteht aus dem Ausland auch kaum Interesse in diesem Bereich in Deutschland einzuwandern.

    Zunehmend wird aber auch das Abwandern von begüteteren Ruheständlern zu einem Problem. Zumal diese meist Gelder aus dem deutschen Wirtschaftskreislauf entziehen.
    Hierfür ist meist die sinkende Lebensqualität verantwortlich – hier vor allem das abnehmende Sicherheitsgefühl und das Unverständnis über den Umgang mit Straftätern.

    Mal abgesehen davon, dass man in den ruhigeren Wohngegenden eigentlich nie eines patrouillierenden Streifenwagen ansichtig wird, trotz explodierender Kriminalitätsraten.

    Undifferenzierte Einwanderung wird die Auswanderung noch beschleunigen.

    Nie war die AfD nötiger, denn heute – eigentlich

      • Entscheidend ist, wie die allgemeine Wirtschaftslage ist und wer eine Konjunkturmaßnahme wie finanziert. In einem Boom bringen Maßnahmen zur weiteren Konjunkturbelebung wenig bzw. sind sogar schädlich. In einer Krisensituation kann das anders sein. Der Staat kann zusätzliche Kaufkraft einsetzen oder vergeben, z. B. an Rentner oder Flüchtlinge. Inflation ist aktuell kein Thema. Es muss noch nicht einmal die Staatsverschuldung erhöht werden, weil der Staat andernfalls Überschüsse erzielen würde. Wenn er damit bestehende Schulden zurückzahlen würde, hätte das vielleicht andere Vorteile, würde aber für die Konjunktur wenig bringen, weil die Besitzer der Staatsanleihen das Geld nicht konsumieren, sondern anders anlegen würden.

  5. Wenn denn nun von Seiten der Regierung propagiert wird, dass ein wirtschaftlicher Aufschwung durch Flüchtliche generiert werden kann, bitte ich um Beantwortung zweier Fragen:
    1. Wir haben in Europa Länder mit über 40% Jugendarbeitslosigkeit. Warum nehmen diese Länder keine Flüchtlinge auf?
    2. Wir haben in Deutschland viele arbeitslose Menschen. Warum bekommen die keine Arbeit, wenn man argumentiert, dass durch arbeitende Flüchtlinge ein wirtschaftlicher Aufschwung erzielt werden kann.

  6. Eine recht gute Abhandlung der Problematik der verschiedenen Formen der Zuwanderung unter besonderer Berücksichtigung der USA seit etwa 1900 findet sich bei Clark „A Farewell to Alms“.
    Clark argumentiert im Wesentlichen, dass die Zuwanderer nicht unbedingt hochqualifiziert sein müssen. Der beste Erfolg einer geglückten Zuwanderung mit Integration tritt dann ein, wenn die Zuwanderer sowohl a: sprachmächtig als auch b: arbeitswillig sind. Die Qualifikation spielt eine geringere Rolle. Gründe hierfür sind einfach: halbwegs entwickelte Ökonomien verfügen selber über genügend hochqualifizierte Menschen wie z.B. Fachärzte für Orthopädie / Unfallchirurgie oder Professoren für Volkswirtschaftslehre.
    Dies dürfte für die heutige Bundesrepublik auch gelten. Bei diesen hochqualifizierten Zuwanderern besteht, wenn sie nicht ausdrücklich berufen werden z.B. auf Professorenstellen oder Universitätslehrstühle, die Gefahr, dass sie im Ankunftsland keine adäquate Beschäftigung finden. So kommt es z.B. durchaus vor, dass habilitierte Mediziner in den USA jahrelang als Hilfspfleger (Nachttopfentleerer) arbeiten mussten, bis sie ihre erforderlichen Examina nachgeholt haben .Bei diesen Menschen besteht nun im bereits fortgeschrittenen Alter die Gefahr, dass aus ihnen nur “professional malcontents“ werden. Einem wenig qualifizierten aber sprachmächtigen und arbeitswilligen Zuwanderer kann es hingegen gelingen, z.B. eine Autowerkstatt oder einen Schnellimbiss zu gründen. Der hat dann nach 10 Jahren eine Firma mit zehn Angestellten, hat Arbeitsplätze geschaffen, ein Haus gebaut, Ersparnisse gebildet etc. Er ist aufgrund seiner geringeren Qualifikation eben viel flexibler.
    Andererseits lese ich das heute dass eine 105 jährige Afghanin erfolgreich nach Bayern zugewandert ist. Ist hier davon auszugehen, Frau Nahles, dass diese Dame nach Sprach- und Ausbildungskursen etwa 30 bis 40 Jahre in die Sozialsysteme einzahlen wird?!
    Allgemein ist die Qualifikation unserer angeblichen Führungseliten erheblich in Zweifel zu ziehen; meines Erachtens fehlt uns im Vergleich zu den USA der wichtigste Mann, nämlich der Surgeon General, der in der Lage ist, selbst den Präsidenten der USA für geschäftsunfähig zu erklären und den entsprechenden Kollegen im weißen Kittel zuzuführen.
    Vielleicht wäre es in diesem Zusammenhang wichtig, einmal zu untersuchen, warum etwa 180 000 tatsächlich qualifizierte Deutsche jedes Jahr aus Deutschland auswandern?! Und warum gehen wirklich qualifizierte Migranten z.B. aus der Türkei vorzugsweise nach Kanada und England? Ich glaube, dass man hier keine große wissenschaftliche Untersuchung benötigt.

    • Die USA um 1900 lassen sich schlecht mit Deutschland 2015 vergleichen. Damals gab es in den USA immer noch Land im Überfluss und waren selbst ungelernte Arbeitskräfte knapp. Bis heute gibt es in den USA kaum Facharbeiter in unserem Sinne, sondern viele Angelernte einerseits und Akademiker, wenn auch oft nur mit Bachelorabschluss, andererseits. Es ist immer noch viel leichter, sich in den USA selbständig zu machen als hierzulande.

      Hochqualifizierte kann im Grunde jedes Land gebrauchen, insbesondere weil sie sich flexibler einsetzen lassen (der Arzt z. B. auch als Arzthelfer, aber nicht umgekehrt der Arzthelfer als Arzt) und ihre Motivation meistens ebenfalls höher ist. Für außereuropäische Akademiker ist es aber gar nicht so einfach, in Deutschland bleiben zu dürfen. Wie ich schon schrieb, müssen meine Absolventen oder sogar Promovierte gehen, während Millionen ohne jede Kontrolle über die Grenze gelassen werden. Hinzu kommt, dass echte Leistungsträger anderswo viel mehr verdienen können, vor allem netto.

  7. Das war mein punkt. Rentensteigerungen müssen von den Beitragszahlern finanziert werden. Die konjunkturellen Effekte dieser Umverteilung sind mithin völlig unklar…

    • Bei beitragsfinanzierten Rentensteigerungen ist in der Tat unklar, ob die Rentner davon wirklich mehr ausgeben als die Beitragszahler. Ich hatte das allerdings so verstanden, dass der Bund den Rentenzuschuss erhöhen soll. Eigentlich müsste er auch die Gesundheitsversorgung der Flüchtlinge bezahlen, statt diese zu großen Teilen den Beitragszahlern der gesetzlichen Krankenversicherungen aufzubürden (ich selbst bin privat versichert).

  8. Es ist ein intellektueller Hochgenuß die Art und Weise zu betrachten, wie hier wirtschaftliche Wortkategorien erklärt und gleichzeitig erweitert bzw. eingeschränkt werden. Es wäre in der momentanen Flüchtlingsfrage sogar interessant die syrischen Asylsuchenden, im Falle dass sich die politische Lage im Land beruhigt, als deutsche Handelsvertreter für den Wiederaufbau in den nahen Osten zu schicken, um diesen Effekt nachhaltig ebenfalls in eine Statistik einfließen zu lassen, welche ökonomischen Faktoren eine Rolle spielen, um Aussagen über den wahren Geldfluss in der Finazpolitik zu machen. Unglaublich aber wahr, selbst ein einziger Virus im Scheisshaufen eines völlig entkräfteten Kindes bei den augenblicklichen hygenischen Verhältnissen, könnte dazu führen, das Europa nach 30 Jahren Kampf, wieder in die Kategorie „nicht Kinderlähmung frei“ gestuft würde! Wie kann es aber sein, dass ein Virus Einfluss auf das Bruttosozialbrodukt hat? Oder umgekehrt, man stelle sich vor, ein neues Medikament wirkt gegen Alsheimer. Nicht abzusehen, wie teuer dies den Ländern kommen würde, wenn die Menschen nicht mehr vom Stuhl fallen, um den Löffel abzugeben, um es humorvoll zu formulieren. Die Kosten würden in beiden Fällen im Krankenwesen explodieren. Geld ist wirklich eines des faszinierensten Energie- und Macht- und Informationstransportsyteme der Welt. Lieber Herr Dilger, bitte weiter so.

  9. Das größte Problem der Integration so vieler Migranten in den Arbeitsmarkt, wie sie insbesondere Deutschland, Schweden und Österreich derzeit dank der großartigen Asyloptimierung überrennen, sehe ich im gesetzlichen Mindestlohn.

    Welcher Arbeitgeber kann schon von positiven Erfahrungen beim Versuch der Integration von „Flüchtlingen“ berichten?

    Und wie viele private Haushalte können es sich leisten, einem „Flüchtling“ 8,50 € p.h. + LNK für Gartenarbeiten oder dafür, den Hund auszuführen zu bezahlen?

    • Der Mindestlohn ist ein Problem, aber nicht unbedingt das größte. Allein kann man sich bei einer Vollzeitstelle mit dem Mindestlohn gut versorgen, doch die meisten Migranten werden eine mehr oder weniger ausgedehnte Familie nachziehen und dann ohnehin auf Hartz IV angewiesen sein. Die Arbeitsproduktivität ist mangels Qualifikationen und Sprachkenntnissen meist zu gering, um eine Familie zu versorgen. Die Erfahrungen mit früheren geringqualifizierten Zuwanderern sind auch wenig ermutigend, dass sich das rasch ändert.

      • Langfristig gesehen ist der Nachzug von Familien (soweit es sich dabei um junge Menschen handelt) m.E. sogar sehr begrüßenswert, da sich die Anstrengungen der Betreffenden zur Integration dadurch sicher erhöhen und sie so tatsächlich der Überalterung unserer Gesellschaft entgegenwirken und – entsprechende Bereitschaft und Bildung vorausgesetzt – einen Beitrag zu unseren Sozialsystemen leisten können.

        Grundsätzlich bin aber auch ich der Auffassung, dass die Sozialsysteme nur wirklich Bedürftigen dienen sollten und nicht der Großteil der Leistungsträger zu Sklaven sogenannter „Sozialsystemen“ degradiert werden darf, hinter deren Fassade sich in Wahrheit Umverteilungssozialismus und Privilegierung einiger weniger Feudalisten verbirgt, wie das in den vorgeblichen Sozialstaaten leider zunehmend der Fall ist.

  10. Ich muß Herrn Wilhelm für seine guten Beiträge richtig loben.
    Selten habe so schönes geschriebenes gelesen.

    Ich wünschte mir aber Deutschland würde sich darau konzentrieren ein Technologie Land zu sein und noch mehr ein richtiges zu werden.Das federt auch die demographische Entwicklung etwas ab.Und ich wünschte mir einen richtigen Masterplan und eben nicht Entwicklungshilfe mit der Kanne,für die Länder zumindestens ersteinmal um uns herum,welche das benötigen.

    Und den Witz möchte ich mir jetzt auch nicht verkneifen.
    Griechenland ist eigentlich immer noch eine Hochkultur,naja fast.
    Und selbst die müssen ersteinmal zwangsweise erklärt bekommen wie Volkswirtschaft funktioniert.
    Das bisherige Modell,wir leihen uns das Geld und zahlen das dann einfach nicht zurück,ist natürlich auch funktionierendes Modell,hat aber auch Nachteile.

  11. „Freie Zuwanderung“ wäre dann in Ordnung, wenn Zuwanderer für einen Zeitraum von beispielsweise 10 Jahre beim Zugang zu den Sozialsystemen, zu deren Aufbau sie ja auch noch nicht beigetragen haben, vollständig gesperrt werden (wie z. Bsp. in Kanada und anderen klassischen Einwanderungsländern). Die USA sind ein wunderbares Beispiel dafür, wie ein Land von Zuwanderern profitiert hat, die sich allerdings ohne soziale Hängematte selbst anstrengen mussten. Integrationskurse, Sprachkurse oder Geldgeschenke bewirken genau das Gegenteil davon, wie man bei uns sieht!

    Außerdem müssten die Zuwanderer zuvor von den Sicherheitsbehörden (Geheimdienst) überprüft werden, um sich zu stellen, dass keine Extremisten, bzw. Terrorverdächtigen zuwandern.

    Ja, ja, für Gutmenschen und weitere Linke bin ich jetzt natürlich ein herzloser „Nahtzieh“.
    ALLE die in Deutschland eine andere Meinung vertreten, als der linke Mainstream, sind „Nahtzieh“.
    ICH HABE ABER KEINE ANGST DAVOR!

      • Ich stehe zu meiner Meinung! ABER ich ärgere mich sehr darüber, dass Menschen, die Meinungen abseits des von links verordneten Mainstreams, als „böse Rechte“ ins politische Aus gedrängt werden. Die Stimmung dreht sich gerade! Pegida, AfD & Co. sind erst der Anfang! Das Erbe der 68er ist gefährlicher Sondermüll, den wir teuer entsorgen müssen!

  12. zu a demografische Entwicklung: zunächst mal, weiß niemand, was in 50, 60 oder 70 Jahren sein wird. Wenn ich mir das zwanzigste Jahrhundert betrachte, gab es vier Dinge, die die demografische Entwicklung nachhaltig beeinflusst haben: der erste und der zweite Weltkrieg, die Ernwicklung des Penicilins und der Pille. Von diesen vier Dingen waren vor hundert Jahren vielleicht die Auswirkungen des ersten Weltkriegs teilweise erkennbar – alles andere lag in der Zukunft. Daher betrachte ich alle in die Zukunft gerichteten Prognosen zunächst einmal skeptisch.

    Und zum Einfluss der Zuwanderung auf die demografische Entwicklung: das hängt maßgeblich davon ab, wer genau zuwandert und ob die Zuwanderer auch hier bleiben. Es hängt davon ab, wie sich die Zuwanderer hier einleben, sich integrieren oder auch nicht. Dies sind alles Dinge, die ich momentan noch nicht einschätzen kann – daher wage ich keine Voraussage.

    zu b steigendes BIP: auch hier halte ich Voraussagen für verfrüht. Wenn die Regierungen nun beginnen würden, Häuser für Flüchtlingen zu bauen etc. könnte das wie ein Konjunkturpaket wirken – wobei hier natürlich die Time Lags zu beachten sind. Und ja: dem entgegen stehen Kosten für Bildung, Unterbringung etc. – aber andererseits: wenn die Zuwanderung dazu führt, dass sich die Politiker verstärkt um die Verbesserung von Bildung und Infrastruktur kümmern, können davon auch Deutsche profitieren. In diesen Bereichen sind Verbesserungen und Investitionen nämlich schon lange notwendig.

    Ich halte das BIP auch für eine untaugliche Größe – zunächst erfasst ausschließlich bezahlte Arbeit und schließt alles, was an ehrenamtlicher Arbeit, an Familienarbeit und sonstigen privaten Tätigkeiten geleistet wird, aus. Zum anderen werden ja schon seit Jahrzehnten die Grenzen des Wachstums diskutiert – in der Bevölkerungspolitik besteht mittlerweile Übereinstimmung darüber, das unbegrenztes Wachstum zu Problemen führt. Das dürfte auch in anderen Bereichen grundsätzlich zutreffen – das Wirtschaftswachstum der letzten 100 – 200 Jahre hat zu den heutigen Umeltproblemen geführt (externe Effekte!), die ungelöst sind: Vermutzung von Gewässern und Luft, globale Erwärmung, Atommüll etc. Daher: es sind Diskussionen notwendig, über den Sinn des Wirtschaftswachstums, darüber, wie dieses Wachstum geschehen soll und auch über den Sinn und die Berechnung des BIP.

    Interessant sind die Gedanken zum Wohlstand für den einzelnen Menschen. Es ist doch verständlich, dass Menschen ein besseres Leben suchen. Das taten sie schon immer und das werden sie wohl immer tun. In Deutschland haben wir ein recht hohes Wohlstandsniveau erreicht – das löst natürlich Wünsche bei denen aus, die arm sind und unter Konflikten und Kriegen leiden. Wohlstandsgefälle haben schon immer Wanderbewegungen ausgelöst – ich stelle mir die Frage, ob wir diese überhaupt verhindern können.

    • Die Zukunft ist unsicher. Gerade deshalb sollte man vorsichtig sein und nicht Millionen Menschen ohne jede Kontrolle und Differenzierung ins Land lassen. Erfahrungen aus anderen Ländern und der jüngeren deutschen Vergangenheit sind doch auch nicht ermutigend, was die Integration von z. B. Analphabeten ohne Deutschkenntnisse angeht.

      Die Bildungseinrichtungen und auch die Infrastruktur werden doch jetzt deutlich stärker belastet. Selbst wenn der Staat dann etwas mehr Geld dafür bereitstellt, wird der Nettoeffekt pro Kopf negativ sein.

      Es ist kein sinnvolles Ziel, Zuwanderung komplett zu verhindern. Sie sollte aber gesteuert werden, was eine Diskussion darüber voraussetzt, wie viele Menschen aufgenommen werden sollen und nach welchen Kriterien. Linke wie Rechte verweigern sich solch einer Abwägung, weil sie pauschal jeden bzw. niemanden ins Land lassen wollen.

      • Sie haben recht, dass es nicht klug ist, unbegrenzt Einwanderer ins Land zu lassen. Aber was ist die Alternative, frage ich mich. Ich glaube nicht, dass wir die Menschen aufhalten können – sie schrecken nicht vor dem Mittelmeer zurück, obwohl sie dort sterben können. Da wird sie auch keine Grenze oder gar ein Zaun aufhalten…. (von Mauern will ich gar nicht schreiben, da die Deutschen damit ja schlechte Erfahrungen gemacht haben).
        Davon abgesehen ist das Grundrecht auf Asyl in unserer Verfassung verankert. Auch aus ethischen Gründen halte ich es für keine Alternative, dass Recht auf Asyl aus ökonomischen Gründen einzuschränken.

        Aber vielleicht sollte man mal darüber nachdenken, dass zu den größten Waffenexporteuren der Welt zählen… und nun flüchten die Menschen vor den Konflikten, die mit (u. a.) diesen Waffen geführt werden und kommen zu uns. Existiert da vielleicht ein kausaler Zusammenhang?

        Wir exportieren Waffen und importieren Flüchtlinge….

      • Es gäbe viele Möglichkeiten, Personen am Betreten des Landes zu hindern oder sofort wieder auszuweisen. Rechtlich ist es so, dass das Grundgesetz 1993 grundlegend geändert wurde und nach dem neuen Artikel 16a GG Einreisende aus der EU oder einem anderen sicheren Drittstaat sich gar nicht auf das Asylrecht berufen können. Einen kausalen Zusammenhang zwischen deutschen Waffenexporten und hier ankommenden Flüchtlingen werden Sie nicht nachweisen können.

      • @Nadine Schneider:
        „Sie haben recht, dass es nicht klug ist, unbegrenzt Einwanderer ins Land zu lassen. Aber was ist die Alternative, frage ich mich.“

        Sie fragen nach der Alternative?

        Das ist gar nicht so schwer zu beantworten:

        • Die konsequente Einhaltung der gültigen Einreisebestimmungen,
        • die Aufhebung jeglicher Alimentierung von Scheinasylanten,
        • die Aufhebung des Arbeitsverbots für Asylbewerber,
        • die Aufhebung des Mindestlohns.

    • @Nadine Schneider
      „Diskussionen notwendig, über den Sinn des Wirtschaftswachstums, darüber, wie dieses Wachstum geschehen soll und auch über den Sinn und die Berechnung des BIP. “

      Eine m.E. sehr wichtige Aussage, die Sie an dieser Stelle getroffen haben. Von der illusorischen Vorstellung, dass grenzenloses Wirtschaftswachstum möglich sei, müssen wir uns endlich verabschieden.

      • Wo soll denn die Grenze des Wirtschaftswachstums liegen? Ich denke nicht, dass es eine solche Grenze gibt, obgleich klar ist, dass die Wirtschaft nicht unendlich wachsen kann (in einem endlichen, aber trotzdem grenzenlosen Universum).

      • wo die Grenze liegt oder liegen kann oder liegen soll, weiß ich auch nicht.

        Aber ich bin recht sicher, dass es eine Grenze gibt. Und ich bin mir auch recht sicher, dass das Wohlstandsgefälle zwischen der ersten, der dritten und vielleicht auch der vierten Welt auf Dauer nicht gut ist – für keinen der Beteiligten.

      • Wollen Sie das Wohlstandsgefälle wirklich durch Armut für alle abbauen? Wohlstand für alle ist ohne starkes Wirtschaftswachstum (oder den Tod von Milliarden Menschen) nicht möglich.

      • @Alexander Dilger:
        „Wohlstand für alle ist ohne starkes Wirtschaftswachstum (oder den Tod von Milliarden Menschen) nicht möglich.“

        Das greift mir zu kurz.

        „Wohlstand für alle“ (DIE LINKE sprach im letzten Bundestagswahl sogar von „Reichtum für alle“) erscheint den sozialistischen Umverteilungsutopisten bis hin zur CDU schon möglich und in der Theorie wäre er es wohl auch tatsächlich, wenn die Ressourcen dafür nur gleichmäßiger verteilt würden. Aber das ist nun mal nicht die Realität und wird sie auch nie werden.

        „Wohlstand für alle“ muss aber gar nicht bedeuten, dass damit Ihr oder mein heutiges Wohlstandsniveau gemeint ist. Ein etwas niedrigerer materieller Lebensstandard wäre wahrscheinlich durchaus zu ertragen und ginge für viele Menschen mit einem enormen Freizeitgewinn und mithin mit einer spürbaren Steigerung der gefühlten Lebensqualität einher.

        Ehrlicherweise sollten wir uns eingestehen, dass wir sehr viel Zeit darauf ver(sch)wenden, Geld für Dinge zu erarbeiten, die kein Mensch braucht.

      • Ihnen scheint nicht klar zu sein, wie viele Menschen auf dieser Welt in großer Armut leben. Durch reine Umverteilung würden alle arm. Größerer Wohlstand muss auch nicht zu mehr Umweltverschmutzung führen. Zumindest pro Einheit des Bruttosozialprodukts produzieren wir viel sauberer als in armen Ländern. In einer Marktwirtschaft wird längerfristig auch nur produziert, was Nachfrage findet. Subjektiv werden die Güter und Dienstleistungen also gebraucht, während es in einer freien Gesellschaft keine Überinstanz gibt, die den Menschen vorschreibt, was sie objektiv brauchen und was nicht.

      • @Alexander Dilger
        „Ihnen scheint nicht klar zu sein, wie viele Menschen auf dieser Welt in großer Armut leben. Durch reine Umverteilung würden alle arm.“

        Alles eine Frage des Maßstabs, Herr Dilger. Totale Umverteilung ist natürlich eine völlige Utopie. Aber unser heutiger Lebensstandard kann nicht der Maßstab sein. Jedenfalls nicht bei der derzeitigen Einwohnerzahl des Planeten. Einmal ganz davon abgesehen, dass es in Ländern mit anderen klimatischen Bedingungen zum Teil erheblich weniger an Ausstattung bedarf.

        Die nicht zu leugnende Armut eines Großteils der Erdbevölkerung bis hin zu Mangelernährung wäre hingegen schon linderbar, ja sogar ganz behebbar. Zum Beispiel durch Unterbindung des Land Grabbing. Es muss ja nicht gleich ein Auto und die hierzulande übliche Vollausstattung mit weißer und brauner Elektronikware für jeden Bewohner der Erde sein.

      • „Rechtlich ist es so, dass das Grundgesetz 1993 grundlegend geändert wurde und nach dem neuen Artikel 16a GG Einreisende aus der EU oder einem anderen sicheren Drittstaat sich gar nicht auf das Asylrecht berufen können.“

        sie können sich auf die Genfer Flüchtlingskonvention berufen
        „Nach Geist und Buchstaben der Konvention von 1951 beruht das Flüchtlingsschutzsystem auf folgenden Grundkonzepten:
        (i) daß Flüchtlinge nicht an Orte zurückgeschickt werden sollten, wo sie der Verfolgung ausgesetzt sind oder Verfolgung droht (Prinzip des non-refoulement); (ii) daß allen Flüchtlingen ohne Unterschied und Diskriminierung Schutz zu gewähren ist;
        (iii) daß das Flüchtlingsproblem ein soziales und humanitäres Problem ist und nicht Anlaß zu Spannungen zwischen Staaten geben sollte;
        (iv) daß in Anbetracht der Tatsache, daß die Asylgewährung für bestimmte Länder eine unangemessen große Belastung darstellen kann, eine befriedigende Lösung des Flüchtlingsproblems nur durch internationale Zusammenarbeit erreicht werden kann;
        (v) daß von Personen, die vor Verfolgung fliehen, nicht erwartet werden kann, daß sie beim Verlassen ihres Landes und bei der Einreise in ein anderes Land alle Vorschriften einhalten, und daß sie daher wegen illegaler Einreise in das Land, in dem sie Asyl suchen, oder wegen illegalen Aufenthalts in diesem Land nicht bestraft werden sollten;
        (vi) daß angesichts der weitreichenden Folgen, die die Ausweisung von Flüchtlingen haben kann, derartige Maßnahmen nur unter außergewöhnlichen Umständen, die direkte Auswirkungen auf die nationale Sicherheit oder öffentliche Ordnung haben, getroffen werden sollten;
        (vii) daß die Zusammenarbeit der Staaten mit dem Hochkommissär für die Flüchtlinge unerläßlich ist, wenn die zur Bewältigung des Flüchtlingsproblems ergriffenen Maßnahmen wirksam koordiniert werden sollen“

        es wird von vielen Kritikern darauf hingewiesen, dass dass die Flüchtlinge illegal eingereist seien und daher keinen Anspruch auf Asyl hätten und zurückgewiesen werden sollten… alle, die diese Ansicht vertreten, sollten sich vielleicht mal die Genfer Flüchtingskonvention anschauen… danach sollen Flüchtlinge eben nicht wg. illegalen Aufenthalts oder illegaler Einreise bestraft werden. Nach meinem Wissen ist die Bundesregierung der Konvention beigetreten, muss sich also auch daran halten. .

        „Einen kausalen Zusammenhang zwischen deutschen Waffenexporten und hier ankommenden Flüchtlingen werden Sie nicht nachweisen können.“

        Diese Meinung halte ich für interessant….wenn man davon ausgeht, dass die Flüchtlinge vor bewaffneten Konflikten fliehen und dass für diese bewaffnete Konflikte Waffen gebraucht werden – die wahrscheinlich mindestens teilweise aus Deutschland kommen – hat man den Zusammenhang doch recht flott hergestellt.

      • Wer aus einem anderen EU-Staat oder der Schweiz nach Deutschland einreisen will, also irgendeinem Nachbarland, kann sich nicht auf die Genfer Flüchtlingskonvention berufen. Diese selbst sieht einen solchen Fall der Fluchtfortsetzung aus einem sicheren Land nicht vor und verschiedene europäische Verträge, zuletzt Dublin III, haben den Fall detailliert geregelt. Frau Merkel ist vom bestehenden Recht abgewichen, weshalb die deutsche Kritik an anderen Ländern, die sich daran halten, völlig heuchlerisch ist.

        P. S.: In welchem der aktuellen Konflikte werden denn deutsche Waffen gebraucht? Dass die Kurden im Kampf gegen IS mit deutschen Waffen ausgestattet werden, ist eine ganz neue Entwicklung. Sind Sie dagegen? Doch selbst wenn deutsche Waffen im Einsatz sind, würde sich doch nur dann ein kausaler Zusammenhang ergeben, wenn ohne diese deutschen Waffen nicht geflohen würde. Das ist doch völlig unplausibel, da dann einfach andere Waffen verwendet würden.

      • @Nadine Schneider

        Den Asylanspruch am Herkunftsland von Waffen fest zu machen ist schon ein sehr interessanter Aspekt. Ich glaube allerdings kaum, dass Deutschland dann so viele Flüchtlinge aufnehmen müsste, wie das zur Zeit der Fall ist. Die USA und Frankreich schon eher …

        Weiterhin muss m.E. viel genauer hingesehen werden, wer von den Menschen, die da gerade nach Europa strömen, überhaupt ein politisch Verfolgter oder Kriegsflüchtling ist und sich entsprechend auf die Genfer Konventionen berufen kann. Sonst können die Grenzen ja gleich für Jedermann bedingungslos geöffnet werden. Wie viele Wochen wir uns das bei der derzeitigen Alimentierungskultur wohl leisten können?

      • Faktisch sind die deutschen Grenzen doch jetzt für jeden offen (der den weiten Weg schafft, was für wirklich Verfolgte und Bedürftige schwieriger ist als für andere). Rein finanziell ist das Problem allerdings noch überschaubar. Die Griechenland“hilfe“ ist immer noch viel teurer. Allerdings ist der soziale Sprengstoff jetzt größer und ein Ausstieg schwieriger als beim Euro.

      • @Alexander Dilger
        „Rein finanziell ist das Problem allerdings noch überschaubar.“

        Das sehe ich genauso. Die Betonung liegt dabei jedoch auf „noch“.

  13. Flüchtlinge bleiben, bis die Not in deren Heimatland zu Ende ist. Viele dieser Flüchtlinge werden dann wieder in ihre Heimat zurück gehen wollen. Die Flüchtlinge, die danach bleiben wollen, müssen einen Zuwanderungsantrag stellen. Der wird beschieden oder nicht, zum Vorteil unserer Republik. Zu diesem Zweck muss ein Zuwanderungsgesetz geschaffen werden. Diejenigen Flüchtlinge, welche die Bedingungen des Asyls nicht erfüllen, müssen unser Land wieder verlassen. Das Zuwanderungsgesetz wird festlegen, dass ein Antrag auf Zuwanderung generell nur aus dem Heimatland des Antragsstellers gestellt werden darf. Ob das bis 2017 routinemäßig ablaufen wird, denke ich schon. Was immer wir gesetzmäßig in diesem Fall festlegen wollen, sollten wir ohne Abstimmung mit der EU tun. Wir müssen aus den Dingen, die Unzuverläßlichkeit der europäichen Partner, lernen.
    Was die ungehinderte Faktormobilität angeht, muss zuerst mal eine substantielle Frage beantwortet werden: „Warum liegen noch nicht alle Fakten auf dem Tisch?“. Ich bin für TTIP, aber zum jetzigen Stand der Verschwiegenheit habe ich kein gutes Gefühl.

  14. Pingback: Wären offene Grenzen doch besser? | Alexander Dilger

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