Fußballmuseum und -skandal

Gestern war es für die Öffentlichkeit so weit in „Dortmund: Deutsches Fußballmuseum eröffnet“. In einigen Jahren, wenn es nicht mehr so voll ist, werde ich zumindest mit dem BVB-Aktionär in der Familie (siehe ‚Erste Aktien für Fabian‘) dorthin gehen. Vielleicht ist dann nicht nur der aktuelle Skandal des internationalen Fußballs (siehe ‚Korruption der FIFA wird endlich verfolgt‘ und ‚Unerwartete Rücktrittsankündigungen‘, wobei heute die Bewerbungsfrist für die Wahl des Blatter-Nachfolgers in vier Monaten endet) bereits museumreif, sondern auch der deutsche Skandal, weil es zumindest Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe der WM 2006 an Deutschland gegeben hat, was angesichts der institutionalisierten Korruption bei der FIFA nicht wirklich überraschend ist.

„Die Erklärung von Beckenbauer im Wortlaut“ räumt einen Fehler ein (siehe auch Franz Beckenbauer räumt erstmals Fehler ein“), nämlich eine Zahlung (in Höhe von 6,7 Millionen Euro) an die FIFA, um von ihr einen Zuschuss von 250 Millionen Schweizer Franken zu erhalten. Das ist in dieser Form völlig unplausibel. Zu vermuten ist hingegen eine entsprechende Bestechung von FIFA-Funktionären, sei es zur Auszahlung des Zuschusses oder sogar für die WM-Vergabe nach Deutschland. Beides wäre nicht korrekt gewesen, aber anders hätte sich die WM wohl kaum in Deutschland durchführen lassen. Ist Franz Beckenbauer deshalb ein schlechter Mensch wie Joseph Blatter oder ein tragischer Held, der sich die Hände schmutzig machen musste, um ein Sommermärchen zu ermöglichen?

4 Gedanken zu „Fußballmuseum und -skandal

  1. Der eitle „Kaiser“, der sich den Ruhm, die WM 2006 nach Deutschland geholt zu haben, an die Brust heften möchte.

    Richtiger und geradliniger wäre es wohl gewesen, die Teilnahme an den WM wegen der Korruption innerhalb der FIFA zu verweigern.

    Allerdings sind ja nicht nur FIFA, sondern auch Olympia, pp. tief im Korruptionssumpf versunken. Es werden einfach viel zu große kommerzielle Räder gedreht. Die Bestechungsgelder sind im Verhältnis zu dem Umsatz minimal.

    Das Hauptproblem liegt einfach in der Kommerzialisierung des Sports. Es ist ja lächerlich, wenn die Leute mit irgendeinem dieser großen Sportvereine Lokalpatriotismus verbinden, während Spieler, Manager, also alles, was die Vereinsstärke ausmacht, inzwischen sogar international hinzugekauft sind.

    Aber: Jedem das Seine.

    Allerdings sollen die Leute ihren Kram selber bezahlen. Ich ärgere mich hingegen, wenn ich diese kommerzielle Verblödung und dieses Schmierentheater über die Zwangsgebühren ganz erheblich mit bezahlen und mich somit auch mit deren Missständen beschäftigen muss.

    • Ich glaube eine Vergabe ohne Korruption wäre überraschender gewesen. Solange da Länder eine Stimme haben, denen die Vergabe völlig Wurst ist, ist Korruption doch natürlich und vielleicht sogar effizient.

      Vielleicht sollte man die WM Vergabe einfach auslosen. Jedes land ,dass gewisse mindestkriterien erfüllt kann teilnehmen, Kontinente wechseln sich ab.

  2. Deshalb sage ich, die Fußball WM 2006 muss wiederholt werden. Das wäre für Deutschland die einzige Chance, den damals dritten Platz als Weltmeister zu krönen.

  3. Pingback: Rücktritt von Niersbach und noch größerer Sportskandal | Alexander Dilger

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