Friedensnobelpreis für tunesisches Quartett für den nationalen Dialog

Dieses Jahr geht der Friedensnobelpreis für Demokratie-Bemühungen in Tunesien“ an das Quartett für den nationalen Dialog, bestehend aus dem tunesischen Gewerkschaftsverband, Arbeitgeberverband, der Menschenrechtsliga und Anwaltskammer, für seinen Beitrag zur Herausbildung einer pluralistischen Demokratie in Tunesien und der Verhinderung eines Bürgerkriegs (siehe die Erklärung des Nobelpreiskomitee). Der unterstützenswerte Demokratisierungsprozess in Tunesien ist noch nicht abgeschlossen, doch er widerspricht schon jetzt den Islamisten und Islamfeinden, die Demokratie und Islam für unvereinbar halten. Mit Tunesien ist nun ein arabisches Land wirklich demokratisch. Nichtarabische Länder mit muslimischer Mehrheit wie Indonesien oder die Türkei sind dies schon länger. Diese Demokratien sind nicht perfekt, aber das trifft auf Merkel-Deutschland leider auch nicht mehr zu. Von daher ist es zu begrüßen, dass diese Kanzlerin nicht den Nobelpreis für ihre Aussetzung des Rechtsstaats bekommen hat.

6 Gedanken zu „Friedensnobelpreis für tunesisches Quartett für den nationalen Dialog

  1. „Der unterstützenswerte Demokratisierungsprozess in Tunesien ist noch nicht (sic) abgeschlossen, doch er widerspricht schon jetzt“
    Finde den Fehler! Chamberlain…

    „Nichtarabische Länder mit muslimischer Mehrheit wie Indonesien
    http://www.humanrights.ch/de/service/laenderinfos/indonesien/
    „Religiöse Minderheiten (darunter Bahai, Christen und Schiiten) leiden vermehrt unter Einschüchterungen und physischen Übergriffen. Zudem leiden Angehörige religiöser Minderheiten und Atheisten/-innen unter staatlicher Repression und Diskriminierung infolge eines rigorosen Gesetzes gegen Blasphemie.“

    „…oder die Türkei sind dies schon länger.“
    Ah ja, die Türkei. Massenmord an Kurden und ein selbsternannter Islamist, der Frauen als „genetisch minderwertig“ bezeichnet, wird zum Präsidenten gewählt. Warum laufen eigentlich aus der Türkei Leute weg, wenn es da so nett ist?

    Natürlich ist Demokratie mit dem Islam vereinbar.
    Wenn in einem Land Muslime einer Glaubensrichtung die Mehrheit stellen funktioniert das wunderbar. In den Palästinensergebieten hat es uns die Hamas beschert, in Ägypten die Muslimbruderschaft, die Erfinderin des modernen Dschihad.
    Es tut so gut, Gutes zu sagen und sich selbst zu präsentieren. So wird der Westentaschenliberalismus zum schlimmsten Feind der Menschenrechte in Ägypten. Da jubeln Sie der demokratisch verbürgten Homophobie, dem Antisemitismus, der Zensur, der Repression zu, wenn sie in islamischen Ländern Ergebnis demokratischer Prozesse ist, und europäische Konservative beschneiden bei Ihnen grundlegende Menschenrechte, wenn sie eine rechtliche Verbindung zwischen Homosexuellen nicht „Ehe“ nennen wollen.
    Auch Hitler wäre wohl OK gewesen, wenn bei der gewissen Reichstagswahl nicht schon die KPD unterdrückt und alles demokratisch gewesen wäre. Ich hoffe, dass in Kanada, Australien usw. überall die Trumps aus dem Boden schießen. Dann können Sie nirgendwo mehr hingehen, wenn in Europa ganz demokratisch das Rübe-Abhauen eingeführt wird und Sie dann selbst buchstäblich am eigenen Leib erfahren können, wie sauber und demokratisch man das mit der Scharia haben kann. Die Juden sind dann hoffentlich alle in Israel – ich würde es hassen, wenn die wieder Deutsche wie Sie ans Messer liefern würden. Hätte Hitler nur eine Religion gegründet und sich ein bisschen ins Solarium gelegt, er wäre bei Ihnen willkommen. Ist ja mit der Doktrin des Fundi-Liberalismus unvereinbar, gegen Nazis und Nazi-Lehren zu sein.

    Ich entschuldige mich bei den Unterdrückten in Indonesien und den Opfern des türkischen Regimes, dass sie auf deutschen Blogs verhöhnt werden!

    • Wer hier Menschen, die Demokratie und Freiheit verhöhnt, sind doch wohl Sie. Schämen Sie sich eigentlich nicht für so viel Ignoranz?

      P. S.: Herr Erdogan unterdrückt die Kurden, die selbst ganz überwiegend Muslime sind, doch nicht aus religiösen Gründen, wie auch Herr Putin die Ukraine nicht aus christlicher Nächstenliebe überfallen hat. Die Auszeichnung bezieht sich extra auf den Aufbau einer pluralistischen Demokratie, nicht einer schrankenlosen. Doch Differenzierungen sind offensichtlich nicht Ihre Stärke, während Sie zugleich Menschenrechte willkürlich selektiv anwenden wollen.

  2. Pingback: Terroranschlag in der Türkei | Alexander Dilger

  3. „Mit Tunesien ist nun ein arabisches Land wirklich demokratisch. Nichtarabische Länder mit muslimischer Mehrheit wie Indonesien oder die Türkei sind dies schon länger.“

    Sie haben noch Malaysia vergessen. Da dürfen zwar Muslime nicht aus ihrer Religion austreten oder gar Angehörige anderer Religionen oder ethnischen Gruppen in Malaysia heiraten (wie die zahlreichen Chinesen), aber dafür gibt es wenigstens keine Bundesstaaten mit Scharia wie in Indonesien.

    Zu Tunesien möchte mich mal auf folgenden Link (Deutschlandfunk) hinweisen:

    http://www.deutschlandfunk.de/salafisten-zerstoeren-80-mausoleen-in-tunesien.799.de.html?dram:article_id=247087

    Zitat: „Salafisten haben in Tunesien etwa 80 Schreine der Sufis niedergebrannt und verwüstet. Die regierende islamistische Ennahda-Partei lässt die Radikalen häufig ohne Strafverfolgung davon kommen.“

    Die Türkei nimmt bei der Pressefreiheit einen der letzten Plätze ein, bei der Korruption dafür einen der vordersten. Bin mal gespannt, wann die Türkei explodiert oder implodiert, sobald der schuldenfinanzierte „Wirtschaftsaufschwung“ durch eine Überschuldung zusammenbricht. Ich würde mal sagen, die Türke ist in etwa so demokratisch wie Nigeria (und das ist kein Lob).

    • Der von Ihnen verlinkte Artikel ist von 2013. Inzwischen gibt es, nicht zuletzt wegen des mit dem Nobelpreis geehrten Quartetts, eine neue Verfassung und Regierung in Tunesien.

      Es gibt noch mehr demokratische Länder mit muslimischer Mehrheit. Auch in Malaysia und Nigeria ist die Demokratie nicht perfekt, doch sie muss sich jeweils nicht hinter der vergleichbar entwickelter Länder mit buddhistischer, christlicher oder gar kommunistischer Mehrheit verstecken.

  4. Pingback: Person des Jahres ruiniert Deutschland | Alexander Dilger

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