Kundus fällt und teurer Bundeswehreinsatz war sinnlos

Kundus fällt an Taliban – Überraschungsangriff im Morgengrauen“. Das zeigt die völlig Sinnlosigkeit des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan, der sich vor allem auf Kundus bezog und etliche Milliarden Euro sowie viele Menschenleben gekostet hat. Im Ergebnis wurde nichts erreicht. Die US-Amerikaner waren 2001 berechtigt, Afghanistan anzugreifen (im Gegensatz zum Irakkrieg 2003), doch schon ihre Besetzung dieses nicht wirklich regierbaren Landes war ein schwerer Fehler, während Deutschland dort gar nichts verloren hatte. Ich befürchte allerdings, dass unsere Politiker daraus nichts gelernt haben und nicht nur beim Euro, der Energiewende und Flüchtlingskrise weiter versagen werden, sondern auch wieder Krieg oder zumindest Besatzer spielen wollen, z. B. in Syrien.

22 Gedanken zu „Kundus fällt und teurer Bundeswehreinsatz war sinnlos

  1. Die fortschreitender Evakuierung der Afghanen nach Deutschland (einige 100.000 sind schon unterwegs) eröffnet die Chance auf eine friedliche Zukunft am Hindukusch.

  2. Prof. Diger, ich habe das Gefühl Sie können nicht pauschal beurteilen, ob BW Einsatz sinnlos war oder nicht. Das ist nur eine typische politische Äusserung. BW war nicht ausreichend ausgerüstet und war unerfahren. Gesamte Einsatz wurde von der nationalen und internationalen Politik massiv gestört. Sie müssen anerkennen, dass vielen Menschen geholfen wurde und das viele Afganen modern und gegen Taliban sind. Es gibt interesante Erinnerungen von brit. General Roberts. Trotz allem , was wäre die Alternative, Afganistan Taliban zu überlassen? Wäre es eine denkbare Alternative Syrien IS zu überlassen?

    Selbstverständlich muss BW richtig vergrössert, aufgerüstet und trainiert werden. Wehrpflicht musste wider eingeführt werden. BW besteht nicht um Zelte für illegale Migranten aufzustellen oder Kindergärtner zu spielen. Ein Land ohne eine angemessene Armee i.e. Verteidigungs- und Abschreckungskraft ist eine Bananenrepublik. Dagegen muss man sich wehren, wir werden nie auf Militärmacht verzichten können. Ein NATO Einsatz gegen Assads Luftwaffe und Infrastruktur vor 2 Jahren hätte vielles verhindert. Auch jetzt wird ein Militäreinsatz erforderlich und Deutschland soll sich bewusst und entschlossen beteiligen. In einer Rolle und Stärke die deutschen Truppen angemessen ist. Flugverbotszonen und Sicherheitsbereiche an der türkischen, libanesischen und jordanischen Gränzen wäre ein erster Schritt. Deutsche Aussenpolitik wird gerne als „klug“ verkauft ohne die Folgen zu bedenken!

    • Den Bundeswehreinsatz beurteile ich vom Ergebnis her. Die Taliban sind heute in Stadt und Provinz Kundus stärker als zu Beginn des Einsatzes. Wenn das Ziel des Einsatzes war, ihren Einfluss zurückzudrängen, ist dieses trotz immenser Kosten grandios gescheitert. Welches andere Ziel sehen Sie, welches erreicht worden wäre? Sind wir Deutschen tatsächlich am Hindukusch verteidigt worden und heute sicherer als 2002?

      Bei jeder politischen, insbesondere aber militärischen Maßnahme sollte man vorher genau überlegen, welche Ziele man eigentlich hat und wie man diese realistischerweise erreichen kann. Die Existenz eines Übels bedeutet nicht, dass Draufhauen immer die beste Strategie ist.

      • Vergessen wir nicht, in Afganistan waren/sind 38 Nationen beteiligt! Unter einer politisch instabilen, wankelmutigen internationalen Fuehrung. Ziele waren es
        > ElQaida zu verfolgen und Taliban zu verdraengen
        > gemaessigten Afganen eine Basis zu geben sich gegen Taliban zu waehren
        > Entwicklungsprojekte unter mil. Schutz zu implementieren, sei es ungestoerten Schulbesuch etc.

        Bin Laden ist liqudiert. ElQaida musste neue Stuetzpunkte suchen. Taliban Kommandostruktur wurde zerschlagen. Taliban wird nicht verchwinden aber merken, dass man nicht an die Macht kommt. Erfolge gegen Taliban steigerten Vertrauen in den Westen. Wenn gestern Taliban in Kundus war bedeutet es nicht viel. Wir koennen nicht Tagesnachrichten als Masstab fuer Erfolg oder Misserfolg benutzen.

        Und BW hat endlich wertvolle Kampferfahrung! Damit wird auch unsere Sicherheit verteidigt. Alle Ziele und Plaene sind schoen am gruenem Tisch. Realitaet sieht anderes aus. Nichts tun fuehrt nicht zum Erfolg.

        P.S. Erinnerungen Sir David Richards ( nicht Roberts) aus Afganistan sind hilfreich besser zu verstehen, dass man nicht nur gegen Taliban kaempft sondern gegen Mentalitaet, Korruption und auch westliche Regierungen i.e. Politik.

      • Das erste von Ihnen genannte Ziel wurde doch bereits 2001 erreicht. Dabei hätte man es belassen sollen. Die beiden anderen Ziele wurden nur zwischenzeitlich partiell erreicht und sind zumindest in Kundus jetzt wieder Geschichte. Im Übrigen galt Kundus anfangs als besonders sicher, jetzt ist es als erste Provinzhauptstadt gefallen. Tolle Leistung der Bundeswehr! Wenn Nichtstun solche Erfolge vermeidet, bin ich doch sehr dafür.

  3. Warum noch mal hat man es nicht bei Operation Enduring Freedom belassen? ISAF hätte man wohl besser weggelassen. War da nicht was mit deutschem Gutmenschentum auf Petersberg-Konferenzen, bei dem die die deutsche Friedensmacht mal zeigen wollte, wie Nation-Building geht? War wohl nix …

  4. Alexander der Große sagte, man könne durch Afghanistan hindurchziehen, man könne es nicht halten. Bereits die russische Armee unter Generalmajor Lebed ist in Afghanistan gescheitert. Die Problematik in Kundus bestand auch darin, dass Kundus oberhalb der Flughöhe gängiger Kampfhubschrauber, bzw. Evakuierungshubschrauber liegt, eine Flucht der Bundeswehr wäre nur bodengebunden möglich gewesen.
    Bereits wir Engländer hatten die Erfahrung gemacht, dass derartige Bodenoperationen nur vom Regimentsarzt überlebt wurden, der am Khyberpass den Untergang des übrigen Regiments vermelden durfte, siehe das einschlägige Gedicht von Theodor Fontane „ das Trauerspiel von Afghanistan“. Dies ist nur ein weiteres Beispiel für die absolute Unfähigkeit unserer Eliten. In Bonn kreiste damals im Generalstab der Spruch „ mit braun am Kaukasus, mit rot/grün am Hindukusch.“ Es wurde auch das Fehlen jedes politischen Zieles der Militäroperationen beklagt, eine Eroberung Afghanistans stand ja von vorne herein nicht zur Debatte. Im Übrigen lernt man am Anfang jeder Generalstabsausbildung, dass seit der Mobilisierung ganzer Völker, also seit Napoleon, Kriege im alten Sinne ohnehin nicht zu gewinnen sind; das gilt erst recht für industriell geführte Kriege.
    Geostrategisch ist klar erkennbar, dass es an der gesamten Südfront der ehemaligen Sowjetunion eben wegen der fehlenden Ordnungsmacht vom Balkan bis Nepal brennt, hierzu Verweis auf Henry Kissingers neues Buch „World Order“, der grundsätzlich dafür plädiert, stabile Nationalstaaten mit multipolaren Ordnungsmächten anzustreben (analog dem Westfälischen Frieden).
    Auf den falschen Pfad führte ja ausgerechnet die erfolgreiche Ersetzung eines diktatorischen Regimes durch einen modernen demokratischen Rechtsstaat in Deutschland.
    Man ist dem Irrtum erlegen, in Afghanistan wie auch im Irak oder sogar in Syrien Derartiges auf einem gänzlich anderen Hintergrund wiederholen zu können.
    Es stellt sich die Frage, ob wir nicht einen systemischen Fehler bei der Besetzung unserer politischen Eliten (von der Leyen, Schavan, Gutenberg etc.) machen, egal ob deren Besetzung durch demokratische Wahlen, hierarchischen Aufstieg oder wissenschaftliche Scheinreputation zustande kommt. Derartige Fehler können wir uns im Zeitalter von Atomwaffen und gentechnischen biologischen Waffen nicht leisten. Mit Albert Einstein: War is finished or we are.

    • Sie sind sehr freundlich wenn Frau v.d. Layen oder Heŕrn Gutenberg zu Eliten gehören sollen. Sicherlich sind Einsätze in Afganisten kompliziert, was aber nicht bedeutet , dass die Ziele nicht erreicht werden können. Falls Militäraktionen erforderlich sind sollen die Fachleute nicht von Politikern geführt werden. Und Militäroperationen werden immer in bestimmten Situationen erforderlich und ausschlaggebend sein. Bedenken Sie, dass Obama nicht nur Soldaten schickte sonder auch, wie dumm, ein Zeitfenster von nur 18 Monaten einräumte!
      Bisherige Anstrengungen in Afganistan haben Menschen mehr Freiheit gebracht. Schon die Wahlen waren ein Sieg über Islamisten. Ausserdem, Afganistan hörte auf als Basis for Jihadisten zu dienen. Es wird ein langer Prozess.

      Es gab viele andere Militäroperationen nicht so weit von Khyberpass. An dieser Grenze war Kyberpass nur eine Episode von hunderten oder mehr. Sir Winston Churchill beschreibt sehr ausführlich eine Militärkampagne 1897 . Dieser Aufstand in Mamund Tal wurde erfolgreich militärisch unterdrückt. („The Sory of rhe Malakand Field Force“, Dover Publications, 2010) Wenn man jetzt liest, dass auch viele Afganen nach Deutschland strömen soll man das Buch lesen!

      • Der reale Bundeswehreinsatz war sinnlos. Wollen Sie dem widersprechen? Wenn ja, mit welchem Argument? Seine Verlängerung hätte auch nichts gebracht, was natürlich schwerer zu beweisen ist, weil es kontrafaktisch ist. Historisch konnte Afghanistan von niemandem dauerhaft besetzt werden. Das bedeutet nicht, dass das völlig unmöglich ist, doch Aufwand und Ertrag stehen dort in keinem günstigen Verhältnis zueinander.

        Die Afghanen, die nach Deutschland kommen, entfliehen nicht nur ihren Problemen dort, sondern bringen sie teilweise mit nach Deutschland, was natürlich auch für die Syrer etc. gilt, weshalb wir nicht jeden einfach so ins Land lassen sollten, was momentan jedoch leider geschieht.

      • Prof. Dilger, dauerhafte Besetzung Afganistans stand nie zur Debatte. Es ging darum Afganistans Staatsstrukturen zu etablieren, lebensfaehig zu machen. Damit auch radikale Islamisten zu verhindern.

        Sind die freien Wahlen kein Erfolg? Menschen gingen trotz Drohungen ins Wahllokale.

  5. Natürlich war der sehr teure Bundeswehr Einsatz in Afghanistan sinnlos.
    Die Toten auch.
    Man kann dieses Land nicht verändern,es hat Strukturen die man nicht verändern und auch nicht verbessern kann.Das ist wie Mineralwasser in die Wüste kippen.
    Jede Schule ist wertlos,wenn sie nach dem Abzug sofort wieder zerstört wird.
    Egal was das gekostet hat,hat es kein andauerndes Ergebnis.
    Es war ein politischer Einsatz,Deutschland will in den Weltsicherheitsrat.
    Und auch hier weiß ich nicht WARUM wir das müssen.
    Wir sollten uns mehr auf unser Land konzentrieren und Geld für wirklich sinnvolle Entwicklungshilfe ausgeben,ganz ohne Machtgedanken damit zu verbinden.

  6. Betrachten wir die militärischen Aktionen weltweit seit dem zweiten Weltkrieg, ist keiner erfolgreich gewesen.
    Die jüngsten versuche, Ländern Demokratie und Freiheit zu bringen, sind kläglich gescheitert, ob in Afghanistan, ob in Syrien, ob in Libyen oder im Irak, die Liste ist fortsetzbar.
    Es funktioniert nicht und aktuell haben wir eine sehr gefährliche Bedrohungslage durch den Islamischen Staat.
    Gern nennt man einige „Rechte“ in der BRD Nazis, was eine unglaubliche Verniedlichung der Nazis und eine Instrumentalisierung der Opfer darstellt, um eigene Ideologien in Deutschland zu verbreiten.
    Die wahren Nazis der heutigen Zeit finden wir im Islamischen Staat und sie sind genauso gefährlich wie die Nazis der Vergangenheit.
    Der IS wird sich in Afghanistan ebenso ausbreiten, wie im Nahen Osten und noch immer kann man ihn mit gemeinsamen Kräften besiegen.
    Weiterhin gibt es aber auch in unseren Reihen Ideologen, die ihrer Ideologie und ihren Feindbildern mehr nachhängen, als denn vernünftige Politik zu betreiben.
    Putin hat völlig Recht mit seinen Aussagen, man muss sofort gegen den IS gemeinsam vorgehen wie seinerzeit gegen NAZI Deutschland, nur eben nicht erst zu einem Zeitpunkt, wo die halbe Welt brennt.
    Daraus ergeben sich Einsätze in Afghanistan, Syrien, Libanon und dem Irak.
    Wer muss sich beteiligen?
    Die USA, Russland, der Iran, die Türkei, Israel, Saudi Arabien und der Iran, sowie weitere Staaten der arabischen Liga.
    In der BRD befinden sich derzeit rund 600.000 junge, wehrfähige Männer. Die Frage muss gestellt werden, ob diese nicht ausgebildet und mit gegen den IS kämpfen.
    Wenn man heute die Flüchtlingsaufnahme in Deutschland mit der anderer Staaten während der Judenverfolgung vergleicht, dann sollte man daran erinnern, ein großer Teil der aus Deutschland geflüchteten jungen Männer ist gegen NAZI Deutschland in den Krieg gezogen.
    Assad hin oder her, er wird politisch keine Rolle mehr spielen, man kann sich darauf einigen ihn irgendwie auf Eis zu legen und die Russen wahren ihr Gesicht.
    Auch der neue aufkeimende Kalte Krieg sollte beendet werden, die Gefahr die uns droht ist so massiv, dass sie vereinte Kräfte benötigt.
    Damit wären wir bei der inneren Sicherheit in der BRD. Wir wissen nicht, wie viele IS Kämpfer wir im Land haben. Wir wissen nicht, wie viele gar nicht registriert sind und wie diese reagieren.
    Wir haben schlicht unseren Staat zur Verfügungsmasse von Flüchtlingen werden lassen, reagieren anstatt zu agieren.
    Somit muss umgehend die innere Sicherheit wieder gewährleistet sein und wir müssen die Situation wieder auf die Füße stellen.
    Wenn man öffentlich thematisiert, dass man die jungen Männer im Kampf gegen den IS einsetzen möchte, wird sich schnell die Situation ändern.
    Natürlich werden die Grünen und Sozialdemokraten beginnen aufzuschreien und eher die Deutschen an die Front schicken wollen, dass werden sie auch tun, aber die Heimat, die Heimat müssen schon jene verteidigen, die aus ihr auch kommen.
    Mit dem Starren auf Flüchtlingszahlen, der Aufgabe jeglicher Souveränität und Rechtsstaatlichkeit und dem Herbeibeten von Frieden auf der Welt wird man nicht sonderlich weit kommen und irgendwann so pleite sein, dass man als Retter der Welt zum Ertrinkenden wird.
    Mir ist klar, die ganze Linke in der BRD wird dies nicht so sehen, jedenfalls bis zu dem Zeitpunkt, wo in unseren Parks Menschen geköpft werden, weil sie nicht an Allah glauben.

    • Es gab schon ein paar (halbwegs) erfolgreiche Kriege und Militäraktionen nach dem Zweiten Weltkrieg, denken Sie z. B. an den Koreakrieg, den Falklandkrieg oder auch den ersten amerikanischen Irakkrieg zur Befreiung Kuwaits. Es waren allerdings jeweils die Ziele relativ klar und auch militärisch erreichbar.

      Der IS wird sich kaum nach Afghanistan ausbreiten, dafür sind die Afghanen viel zu eigen. Der dortige Islamismus ist natürlich schlimm genug. In Syrien ist es hingegen gefährlich, wie sich Herr Putin in den Konflikt drängt und unbedingt das Assad-Regime stützen will. Ein gemeinsames Vorgehen gegen IS ist gut und schön, aber nicht mit dem noch größeren Schlächter Assad, der IS überhaupt erst groß gemacht hat.

    • Man kann viele totalitaere Systeme vergleichen, solche Vergleiche sind nicht so einfach. NS mit IS zu vergleichen ist naiv und nicht haltbar. IS koennen Sie vielleicht mit Assassinen vergleichen , NS durchaus mit Kommunisten/Stalinisten. Ob Putin heute naeher zu Stalin oder Hitler, oder zu beiden steht ist eine Frage.

      • Wenn Sie wirklich Putin mit Stalin oder Hitler vergleichen, sollte Ihnen auffallen, dass er ihnen völlig unähnlich ist. Ich mag ihn auch nicht, doch er ist kein totalitärer Völkermörder

      • Vielleicht haben Sie recht. Dazwischen kämen sicherlich noch Mao und Pol Pot etc. Allerdings, vielleicht hat er bisher nur keine Chance gehabt, und die Zeiten haben sich verändert. Russische Kriege in Tschetschenien und seine Politik zeigen ihm als einen rücksichtlosen totalitären Herrscher mit grossen (globalen) Ambitionen. Er ist auch scheinbar offen für extrem rechte Ideologie. Eine undemokratische / totalitäre Weltmacht ist schon per se sehr gefährlich für Demokratien. Natürlich kann man ihm nicht direkt mit Idi Amin, Ghadafi, Assad, Sadam Hussein, oder den dicken Koreaner vergleichen.

      • Präsident Putin ist autoritär und trotz Wahlen nicht wirklich demokratisch, aber nicht totalitär. Ein Problem von ihm ist doch gerade das Fehlen jeder Ideologie und Ideale, was notdürftig mit etwas Sowjetnostalgie und Nationalismus kaschiert werden soll.

  7. Lieber Herr Dilger, es ist ungemein schwierig einem Laien in militärischen Auseinandersetzungen zu erklären, was in Syrien vor sich geht. Mein Text würde viel zu lang.
    Ich empfehle ihnen wirklich, sich mit einem Offizier unserer Bundeswehr darüber auszutauschen.
    Gefährlich war und ist der Versuch vom Westen, über die Unterstützung von Al Nusra und anderen Gruppierungen Assad weg zu bekommen. Die Führungspersonen dieser und anderer Gruppierungen, auch des IS, wurden in der Türkei ausgebildet, unterstützt durch Geheimdienste und Söldnertruppen.
    Ein asymmetrischer Krieg, wie derzeit in Syrien geführt, ist bei Unterstützung von Assad durch Russland und Unterstützung der Rebellen, Widerstandsgruppen, oder Terroristen, je nach Zugehörigkeit der Ideologien austauschbar, schlicht ein Stellvertreterkrieg.
    Wenn Stück für Stück zivile Stadteile durch Terroristen, so nenne ich die islamistischen Gruppierungen, Menschen aus ihren Häusern gejagt oder umgebracht werden, sich dann diese Terroristen einnisten und von dort aus Angriffe auf befriedete Teile des Landes führen, was wiederum zu Gewinn an Land führt, ist das nur sehr schwer zu bekämpfen. Fehlen ihnen die Truppen, bleibt nur der Angriff über Luftstreitkräfte, oder über Artillerie.
    Die Giftgasangriffe sind übrigens Assad nie nachgewiesen worden, die Artillerieangriffe auf eine türkische Grenzstadt wurden mit NATO Munition ausgeführt und stammten definitiv nicht von Assad, hier sollte die Türkei in den Konflikt hineingezogen werden.
    Gleiches findet derzeit in der Ukraine statt, Artillerie und Luftwaffenangriffe gegen den Osten des Landes, da man mit Bodentruppen zu hohe Verluste erhält.
    Schon interessant, wie unterschiedlich man eine Situation bewerten kann.
    Ich bewerte sie nicht, ich stelle nur die reale Situation dar und werde einen Teufel tun, mich hinter Putin oder Obama zu stellen, beide verfolgen schlicht ureigene Ziele. Die meinen sind es nicht, die meinen sind nämlich schlicht Frieden und nicht die Beherrschung anderer Länder, oder die Gewinnung von Ressourcen zur Eigensicherung der heimischen Wirtschaft, oder wiederum die Dämonisierung anderer, um eigene Ideologien durchsetzen zu können.
    Die Taliban werden unter Druck geraten und sie werden sich mit dem IS verbünden. Das muss nicht lange anhalten, aber sie werden es tun, um ihren Gottesstaat und der Scharia zur Macht zu führen.
    Das ist das Ziel und wir in Europa sitzen mitten drin in diesem Glaubenskrieg, auch wenn wir denken, es kommen nur Menschen die davor fliehen zu uns. Dem ist nicht so.
    Es liegt also in unserem ureigenen Interesse die USA und Russland zur Zusammenarbeit zu bringen, was als Nebeneffekt die mögliche Auseinandersetzung zwischen der NATO und Russland hoffentlich unmöglich macht.
    Was derzeit an Truppen und schweren Material an die Ostgrenzen der NATO gebracht wird, lässt nichts Gutes hoffen.
    So wie sie möchte ich nichts anderes, als in Frieden leben.
    Nehmen sie doch endlich mal zur Kenntnis, dass dieser Frieden nur gesichert sein kann, wenn die irren Hardliner im Osten wie im Westen an die Kette gelegt werden.
    Hören sie sich das Säbelrasseln der Präsidentschaftskandidaten an, die können gar nicht schnell genug auf den Knopf drücken, so durchgeknallt sind die und wenn solche Leute sich in den USA durchsetzen, oder in Europa Leute die Russland Hasser, brauchen wir uns über nichts mehr Gedanken machen. [Nach 503 Wörtern 251 weitere gestrichen, AD.]

    • Natürlich werten Sie und sehen die Welt viel zu bipolar. Die Al-Nusra-Front ist z. B. nicht vom Westen unterstützt, sondern bekämpft worden. Umgekehrt hat das Assad-Regime die verschiedenen Islamisten-Gruppen erst stark gemacht. Die Türkei verfolgt allerdings auch ganz eigene und zwielichtige Ziele. Präsidentschaftskandidaten wie Donald Trump mögen wie reine Witzfiguren erscheinen, wären aber im Falle eines Wahlerfolges ernsthaft gefährlich.

  8. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr und ihrer Bündnispartner sehr lange für richtig gehalten habe. Erste Zweifel habe ich bekommen, als ich erfahren habe, dass man gegen die afghanische Opium-Mafia, durch die sich die Taliban teilweise finanzieren, überhaupt nicht vorgeht.

    Heute wissen wir alle, dass unsere Soldaten in Afghanistan umsonst gestorben sind, dass Soldaten als körperliche und seelische Krüppel zurück kamen und uns Steuerzahler das Afghanistan-Abenteuer unendlich viel Geld gekostet hat.

    Man hatte keine Strategie, keinen Plan und auch keinen Durchblick in die örtlichen Verhältnisse! Mit dem Wissen von heute sage ich, militärische Einsätze sollten kurz und effektiv sein. System- und Mentalitätswechsel durch jahrelange Besatzung mag in Europa funktionieren, nicht aber in der Dritten Welt. Vietnam war da schon ein Beispiel.

    Sichern wir unsere eigenen Grenzen, unsere Handelswege und bekämpfen wir Terrornester mit kurzen aber heftigen Militäroperationen. Alles andere schadet uns mehr als es uns nutzt.

  9. Pingback: Bundeswehr wird in Afghanistan aufgestockt statt abgezogen | Alexander Dilger

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