Im Herausgeberbeirat des Eastern European Business and Economics Journal

Seit kurzem bin ich im „Editorial board“ (Herausgeberbeirat) des neuen Eastern European Business and Economics Journal. Ob das wirklich eine ehrenvolle Aufgabe bei einer guten wissenschaftlichen Zeitschrift ist, muss sich wohl erst noch herausstellen. Es gibt Zeitschriften, die vor allem Publikationsgebühren abgreifen wollen und dafür jeden Schrott veröffentlichen. Hier gibt es keine Publikationsgebühr, allerdings eine Gebühr von 450 Euro für freie Verfügbarkeit des Artikels (Open Access, siehe „About Journal – Journal Policy“). Es ist unklar, wer die Artikel sonst überhaupt lesen kann. Auf der Seite gibt es keine Option zum Kauf der ersten Ausgabe in Papierform, dafür jedoch bei Amazon.

Interessant ist auch das Begutachtungsverfahren, welches mit „open peer review“ beginnt, bei dem der Autor zwei Gutachten von promovierten Wissenschaftlern besorgen muss. Das ist ein reines Signal, welches jeder besorgen kann, aber etablierte Wissenschaftler leichter als Außenseiter. Danach erfolgt das relativ normale „double-blind peer review“ durch mindestens drei „editors“ oder eigentlich Mitglieder des Herausgeberbeirats, was auch dessen Größe erklärt. Üblicher wären weniger Beitratsmitglieder und zusätzliche Gutachter, die nicht im Beirat sind. Außerdem gehen gerade die besseren Zeitschriften dazu über, nur noch einfach-blinde Begutachtung durchzuführen, bei der der Autor die Gutachter nicht kennt, diese ihn aber doch, was ohnehin häufig der Fall ist (Vorversionen lassen sich z. B. leicht googeln und Fachwissenschaftler kennen oft die Arbeiten ihrer Kollegen).

Schließlich finde ich die „Aims and Scope“ der neuen Zeitschrift zu allgemein. Auf noch eine Zeitschrift, die Artikel zu allen möglichen wirtschaftswissenschaftlichen Themen veröffentlicht, hat die Welt vermutlich nicht gewartet. Besser wäre eine Spezialisierung, z. B. dem Titel entsprechend auf Osteuropa und dort relevante Wirtschaftsprobleme. In solch einer Nische könnte die Zeitschrift an die Spitze streben, was ganz allgemein sehr schwierig bis unmöglich ist. Trotzdem wünsche ich der Zeitschrift viel Erfolg und werde sie wohlwollend begleiten. Wer ein offenes Gutachten zur Einreichung benötigt, kann sich gerne an mich wenden.

Ein Gedanke zu „Im Herausgeberbeirat des Eastern European Business and Economics Journal

  1. Pingback: In noch einem Herausgeberbeirat gelandet | Alexander Dilger

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s