Frankreich fordert deutsche Transferzahlungen

„Frankreich fordert EU-Wirtschaftsregierung“, will aber vor allem deutsches Geld. Der französische Wirtschaftsminister Emmanuel Macron „betonte mit Blick auf Deutschland: Falls die Mitgliedstaaten wie bisher zu keiner Form von Finanztransfer in der Währungsunion bereit sind, können wir den Euro und die Eurozone vergessen.'“ Warum geht Frankreich dann nicht mit gutem Beispiel voran und unterstützt die ärmeren Euroländer? Dabei wäre die Wiedereinführung nationaler Währungen die größte Hilfe. Denn es stimmt: „‚Eine Währungsunion ohne Finanzausgleich – das gibt es nicht!'“

Dagegen fehlt einem umfangreichen Finanzausgleich zwischen souveränen Staaten die demokratische Legitimation. „Die neue EU-Behörde will der frühere Investmentbanker parlamentarischer Kontrolle unterwerfen: ‚Das würde ein Euro-Parlament leisten – eine neue Kammer, die aus den Abgeordneten des Europäischen Parlaments besteht, deren Länder der Euro-Zone angehören.'“ Dabei ist schon das Europaparlament insbesondere wegen ungleicher Stimmgewichte nicht wirklich demokratisch. Außerdem fehlt es an einem europäischen Volk. Stattdessen gibt es zahlreiche europäische Völker plus eine Völkerwanderung aus Afrika und Asien.

15 Gedanken zu „Frankreich fordert deutsche Transferzahlungen

  1. Natürlich kann man das EU-Parlament über deutsche Transferzahlungen an Frankreich, Italien usw entscheiden lassen. Aber man kann auch zwei Wölfe und ein Schaf über die nächste Mahlzeit abstimmen lassen.

      • Womit wir bei den Paradoxien unserer Zeit wären.

        Unsere Großväter haben den Wölfen „das Fleischessen verboten“, indem sie die Wölfe zum Schutz ihrer Herden ausgerottet haben. In der Gegenwart wird in Deutschland eine Koexistenz und Duldsamkeit propagiert, was nicht gutgehend wird. Wenn dann das erste Kind von Wölfen gerissen wird, schlägt das Pendel wohl wieder ins anderes extrem.
        Ein Mangel an rationaler Mitte, unter Beachtung der Realitäten dieser Welt, scheint für viele Politikgebiete in Deutschland symptomatisch zu sein.

  2. Ein NEIN wäre erforderlich und richtig. Wenn man Frau Merkel mit Herrn Hollande sieht ( oder auch mit Gerhard Schröder) kann man aber in nichts mehr glauben. Eine Nation wie Deutschland ist heute „saft- und kraftlos“ und lässt sich von einer Dummheit zur nächsten treiben.

  3. Aus französischer Sicht ist es doch vollkommen logisch, Transfers von Deutschland zu fordern, um den Wohlstand des französischen Volkes zu mehren.

    Dieser Vorgang zeigt doch mal wieder deutlich, dass nationale Egoismen über den erhabenen EU-Zielen stehen und ein europäisches Staatsvolk nicht existiert. Damit ist diese EU zum Scheitern verurteilt. Schade um das vielversprechende Friedensprojekt, was die EG bis 1993 war. Die EU, in der die EG 1993 aufging, hat den Anfang vom Ende des europäischen Friedens eingeläutet. Der Schritt von der Gemeinschaft zur Union war offenbar zu viel des Guten und stiftet wieder Unfrieden zwischen den Völkern.

    • Die Preisfrage ist, wie wir wieder zu einer positiven Entwicklung in Europa kommen. Eine Transferunion wird in Unfrieden und Verarmung enden, doch das ersatzlose Zerschlagen der EU auch.

  4. Nach der Bankenunion ein weiterer Riesenschritt in den Euro-Sozialismus.
    Und das natürlich ohne Volksabstimmung in DE.
    Die nächsten Punkte auf der Agenda stehen schon fest:
    – Zugriff auf den Schutz deutscher Einlagen bei Banken
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/bruessel-will-deutsche-einlagen-fuer-gemeinsame-haftung-13776479.html
    – Die europäische Arbeitslosenversicherung
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/europaeische-arbeitslosenversicherung-die-automatisierte-transferunion-13103136.html
    Dies sind alles Kanäle für weitere automatische Transferzahlungen. Und da das Geld wie Wasser in Europa immer von hoch nach niedrig fließt, wird Deutschland der Zahler sein.
    Wäre es nicht an der Zeit, das deutsche Volk zu fragen, ob diese immer größere europäische Integration gewünscht wird?
    Aber das wagt man natürlich nicht, wie weiland bei der Einführung des Euros.
    Das Ergebnis konnte man an sich vorstellen und hat es gelassen.
    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/04/09/helmut-kohl-im-fall-des-euro-war-ich-ein-diktator/
    Auch hier war Frankreich die treibende Kraft.
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/historischer-deal-mitterrand-forderte-euro-als-gegenleistung-fuer-die-einheit-a-719608.html

    • „Und da das Geld wie Wasser in Europa immer von hoch nach niedrig fließt, wird Deutschland der Zahler sein.“ Deutschland soll an alle zahlen, doch die pseudosoziale Erklärung ist nicht richtig. Das Vermögen der Deutschen ist doch besonders niedrig (weil wir immer pünktlich unsere hohen Steuern zahlen und viel Geld auf zinslosen Sparbüchern horten, womit demnächst unsolide Banken gerettet werden) und die Franzosen haben einen vergleichbaren Wohlstand, den sie sich trotzdem von den Deutschen subventionieren lassen wollen. Selbst Griechenland gehört nicht zu den ärmsten Ländern der Eurozone, von denen es aber wie selbstverständlich Zahlungen erwartet.

  5. Deutschland nimmt derzeit den Löwenanteil der Flüchtlinge auf. Ein Teil von ihnen resultiert aus dem Irakkrieg. Die europäischen Länder, die damals an der „Koalition der Willigen“ beteiligt waren, zeigen sich nun bei der Regulierung der Kriegsfolgen auffallend zurückhaltend. Insbesondere von Großbritannien, Italien, Niederlanden, Polen, Spanien, Portugal und den Baltischen Staaten könnte man eine stärkere Beteiligung bei der Bewältigung des Kriegselends erwarten. Unsere Regierung könnte und sollte selbstbewusst auftreten und ihrerseits von der EU Transferzahlungen für die asymmetrische Belastung des deutschen Sozialsystems verlangen. Kanzlerin Merkel und Finanzminister Schäuble werden den Anspruch wahrscheinlich verfallen lassen, denn bei einer finanziellen Forderung unsererseits würde die europäische Integrationsidee Schaden erleiden.

    • Deutschland wird natürlich keine finanziellen Forderungen stellen, an wen denn auch? Unsere famose Bundesregierung könnte eher auf die Idee kommen, den anderen EU-Ländern noch etwas dafür zu bezahlen, dass wir jetzt all diese jungen tollen Arbeitskräfte bekommen.

  6. Das haben wir doch schon in Form von Nehmer und Geberländer in der EU.

    Dumm ist nur,wenn die Griechen dieses Geld nicht investieren wie geplant,sondern betrügerisch sofort alles in die eigene Tasche stecken und noch mehr Geld haben wollen.

    Aber in Deutschland haben wir das auch.
    Länder wie Bayern oder Baden Würtenberg zahlen und Länder wie Berlin und Hamburg werfen das aus dem Fenster und wollen noch mehr Geld.

    Geld transferieren ist richtig – aber das muß an nachweisbare Erfolge gekoppelt werden und nicht wie in Berlin für Unisextoiletten und ähnlichem Mist ausgegeben werden.

    Also etwas Eigenveantwortung hat auch jeder für sich und wenn er damit nicht klar kommt,dann sollte er sich weitesgehend selber überlassen werden.

    Würde den Griechen sicher gut zu Gesicht stehen,endlich wieder zurück auf den Esel,Oliven pflücken,weil das alles ist,was sie trotz der etlichen Milliarden aus eigener Kraft volkswirtschaftlich auf die Beine bekommen haben.

  7. Grundsätzlich hat Macron recht, daß eine Währungsunion nur als Transferunion funktionieren kann, das ist ja auch in Nationalstaaten so. Allerdings ist dort der Sozialstaat einheitlich das Arbeitsrecht auch, und die Grundsatzentscheidungen in der Wirtschaftspolitik liegen bei der Zentrale wie in den USA, dann kann das auch funktionieren. In Europa ginge es nur, wenn sagen wir die Steuerverwaltung in Italien genauso zuverlässig wäre wie in den Niederlanden z. B. Macron selber ist zu Gute zu halten, daß er auch etliche Heilige Kühe in Frankreich schlachten will wie die 35 stunden Woche, damit steht er aber ziemlich isoliert da zumindest auf der Linken. – Ansonsten wird die Transferunion so oder so kommen weil Merkel sich alles Möglichkeiten genommen hat da noch widerstand zu leisten. Die Frage ist nur das Ausmaß – geht es um sagen wir 60 Milliarden jährlich oder eher um 150-200?. Widerstand gegen das jetzige System kann nur von Ländern kommen die noch nicht zur Eurozone gehören aber Beitrittskandidaten sind, z. B. Polen oder vielleicht von Staaten im Osten die selbst eher ärmer als Frankreichs z. B. sind und sich viell. doch dagegen wehren können zu zahlen (Slowakei z. b.). ansonsten ist dieser Krieg verloren. Die EU und Frankreich haben viell. eine Zukunft Deutschland ganz sicherlich nicht in diesem System.

  8. „Frankreich fordert deutsche Transferzahlungen“

    Warum denn nicht?

    Erstens gibt es die deutschen Transferzahlungen oder deren Äquivalente bereits, was zweitens ja nicht zwangläufig bedeuten muss, dass nicht noch erheblich mehr davon zu haben ist.

    Auch diesen Wunsch wird Frankreich erfüllt bekommen.

    Doch grämen wir uns nicht; wissen wir doch:

    Wer die Musik bestellt, der muss sie auch bezahlen.

    Die deutschen Wahlberechtigten bezahlen doch gerne (deren Kinder und Enkel sicherlich noch lieber), für die Musik, die sie auch im September 2014 wieder bestellt haben.

  9. DAS ist NICHT das „Europa der Vaterländer“ von DeGaule und Adenauer!
    DAS ist NICHT das Europa des Vertrages von Lissabon!
    Und das ist NICHT das Europa, das die Mehrheit der Deutschen will und auch NICHT das Europa, für das die Mehrheit der deutschen Steuerzahler aufkommen will, kommende Generationen schon gar nicht!

    WIDERSTAND gegen DIESES Europa, gegen eine Transfer-Union,
    bei der wir die Zahlmeister sind, die den Mund zu halten haben.
    Wer das Transfer-Europa will, wird Europa zerstören!!!

  10. Endlich wird Frankreich als „the elephant in the room“ geoutet. Es ist schon von Anfang an so, dass dort der Prozess der europäischen Einigung nur nach französischen Vorstellungen laufen soll, oder eben nicht. Bereits 1957 wurde die bereits vertraglich unterschriebene europäische Verteidigungsgemeinschaft (eVg) von der französischen Nationalversammlung in letzter Minute nicht ratifiziert, womit eine europäische Ergänzung, bzw. Alternative zur NATO, verunmöglicht wurde. Es bleibt lediglich heute ein einzelnes mit Gulaschkanonen und ähnlichem ausgestattetes deutsch-französisches Bataillon mit reinem Symbolwert.

    Frankreich ist vielleicht noch schlimmer als das chaotische Griechenland absolut reformunfähig, aus meiner eigenen Erfahrung als Vorsitzender der Arbeitsgruppe Kernspintomografie kann ich berichten, dass Straßburger Orthopäden sich für Privatpatienten noch unter Sarkozy einen Kernspintomografen angeschafft hatten. Dieses wohlgemerkt rein privat betriebene Gerät in Straßburg wurde vom französischen Innenministerium mit Androhung von Haft und Gefängnis untersagt, und musste in das ebenfalls recht ossifizierte Deutschland, nämlich nach Kehl am Rhein verlegt werden wo ja früher (Ironie der Geschichte) die Fremdenlegion deutsche Soldaten anzuwerben pflegte.

    Auf die sehr starken Gegensätze in zur Wirtschaft verwies schon Charles Goodyear, der schlicht und einfach sagte, ein Industriebetrieb könne in Frankreich nicht erfolgreich geführt werden, die Produktivität der Franzosen sei etwa ein Drittel von Deutschen oder Amerikanern. Er bezog sich hier auf seine Erfahrungen mit einer Reifenfabrik.
    Es ist ganz klar, dass Frankreich sein quasi skandinavisches Volksheimmodell weiter betreiben will, und darauf hofft, bzw. abzielt, dass die entsprechenden Wirtschaftsdefizite von Deutschland ausgeglichen werden.
    Bei einem fehlenden Ausgleich zwischen Deutschland und Frankreich ist allerdings das gesamte EU Projekt hochgradig gefährdet, so dass wir uns vielleicht im Rahmen ihres künftigen Anti – Euro – Vereins Gedanken über eine alternative Kooperation zur jetzigen Brüsseler EU machen sollten, und dies dringend, sonst droht noch das 21. Jahrhundert zur Wiederholung des 19./20. zu werden.

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