Do-it-yourself wegen Klagerisiko?

Es gibt noch ein paar berichtenswerte Reiseerlebnisse aus den USA (wie unter ‚Zurück von der Ostsee und aus den USA‘ angekündigt). Außerdem wurde ich um den Hinweis gebeten, dass jeder die elektronischen Reisegenehmigungen (siehe ‚Schwierige Einreise in die USA‘) selbst ausfüllen kann und die vielen kommerziellen Anbieter dafür oft unseriös und in jedem Fall unnötig sind.

Wir hatten unseren Leihwagen schon online von Deutschland aus gebucht. Beim Abholen war der Angestellte nur bemüht, uns noch allerhand weitere Sachen zu verkaufen wie eine teurere Fahrzeugklasse oder verschiedene Versicherungen. Wir hätten höchstens ein günstiges Navigationsgerät gemietet, welches er aber nicht anbot. Gebucht hatten wir schon einen Kindersitz, den wir dann umständlich selbst einbauen müssten. Denn der Sitz hatte nicht die in Europa üblichen starren Isofix-Bügel, sondern einen Haufen Gurte und Haken. Geholfen hat uns dabei niemand, obwohl die USA doch angeblich so ein Dienstleistungsparadies sind.

Im Hotel war es dann so ähnlich. Man brachte uns ein Set für ein Kinderbett, welches wir selbst zusammenbauen mussten, was zumindest viel leichter und schneller ging als der Einbau des Kindersitzes. In der angeblichen Servicewüste hierzulande ist uns das trotzdem noch nicht passiert. Macht man in den USA keinen unbezahlten Handschlag?

Meine Schwester hatten hinterher eine andere, vermutlich bessere Erklärung: In den USA haben die Unternehmen Angst vor den vielen und viel zu teuren Klagen. Wenn der Kindersitz oder das Kinderbett von einem Angestellten nicht ganz richtig ein- bzw. zusammengebaut wurde und dann etwas passiert, kann das Millionen kosten, weshalb der Kunde selbst tätig werden muss, selbst wenn er es mangels Übung noch viel schlechter kann.

5 Gedanken zu „Do-it-yourself wegen Klagerisiko?

  1. Der dumme, unselbständige Untertan, den eine fürsorgliche Obrigkeit vor allen Gefährlichkeiten des Lebens schützen muß, ist auch in Europa auf dem Vormarsch.

  2. Das könnte längerfristig wohl auch mit TTIP passieren. Wer Angst vor teuren Klagen hat, macht mit denen keine Geschäfte. Aber erst mal soll das naive Europa ordentlich Lehrgeld bezahlen.

  3. Ich bin dort mal mit einemTaxi gefahren und war stolz, einem amerikanischen Taxifahrer auch mal 20% Trinkgeld geben zu dürfen. Der schaute mich an und sagte, das würde aber nicht reichen. Vielleicht lag diese Mentalität auch nur an dem Ort, wo ich weilte, weil es dort fast nur Touristen gibt. Ansonsten sind die Amerikaner aber nette Leute. In Las Vegas stand ich mal an einer breiten Theke und mein amerikanischer Nachbar war sehr wissbegierig, was Deutschland anging. Als er ging, gab er mir einen Bon für ein Mittagessen. So etwas kann ihnen in Deutschland nicht passieren.

    • Normale Taxifahrer erwarten in den USA 10-15 % Trinkgeld. War es vielleicht der Fahrer einer Limousine? In Restaurant etc. müssen häufig Bedienung und Steuern noch extra bezahlt werden. In Las Vegas gibt es z. T. sehr günstige Essen und auch Übernachtungen, um Sie in die Casinos zu locken.

  4. Und wenn Sie bei Dienstreisen ihre Reisekosten-Abrechnungen bei manchen deutschen Firmen einreichen wurden sie belehrt, dass Tips nur füe extra Leistungen gegeben werden usw. usf. Es wurden auch Tips wilkürlich gekürzt oder gestrichen. Einfach weltfremd und kleinkarriert, es wird zuerst unterstellt dass sie sich auf Kosten der Firma bereichern wollen.

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