Japan riskiert wieder Atomkraft

Als Reaktion auf die Nuklearkatastrophe von Fukishima durch ein schweres Erdbeben (bzw. Seebeben) plus Tsunami am 9. März 2011 waren sukzessive alle japanischen Atomkraftwerke abgeschaltet worden. Seit September 2013 produzierte Japan gar keinen Atomstrom mehr, sondern steigerte seine Energieimporte so stark, dass sich die langjährigen Exportüberschüsse in ein -defizit verkehrten. Heute erfolgte die Wende: Japan kehrt zur Atomkraft zurück“. Dabei besteht weiterhin die Gefahr von Erdbeben, Tsunamis und auch Vulkanausbrüchen. Vor allem ist die Mehrheit der Bevölkerung dagegen, wird aber wie in Deutschland gar nicht gefragt.

Im März 2011 vollzog Frau Merkel einen ihrer vielen abrupten Kurswechsel. Erst wenige Monate zuvor hatte sie eine Laufzeitverlängerung für deutsche Atomkraftwerke beschließen lassen. Dann war sie wegen Fukushima für einen früheren Atomausstieg, der 2022 abgeschlossen sein soll. Dabei gibt es für deutsche Atomkraftwerke keine Gefahr durch Tsunamis, Erdbeben oder Vulkanausbrüche. Doch politisch war die Stimmung gekippt, wofür Frau Merkel Expertin ist, selbst wenn sie es als Physikerin in der Sache besser weiß. Auch hier wurde das Volk nicht gefragt. Vermutlich wäre es mehrheitlich für den Atomausstieg. Doch mit dem gleichzeitigen Versuch, auch aus der Nutzung fossiler Energieträger auszusteigen, droht ein Desaster. Denn die ‚Energiewende ist teuer, unzuverlässig und dreckig‘.

36 Gedanken zu „Japan riskiert wieder Atomkraft

  1. Sicher ist die Energiewende die zur Zeit läuft grundseg falsch. Jedoch sollte man nicht vergessen welche Gefahren bei einem eventuellen Unglück drohen siehe Harrisburg, Fukushima und Tschernobyl. Natürlich passiert in den meisten Fällen nichts. Wenn dann aber doch hat dies gravierende Folge. Und nahezu sicher sind viele Techniken bis dann etwas passiert und die gravierenden Mängel publik werden. Aber wahrscheinlich wird die Menschheit es noch schaffen durch die Kernenergie und die Kernwaffen den Planeten zu zerstören,

  2. Von AKWs ausgehende Katastrophen nach bisherigen Mustern sind in Deutschland eher unwahrscheinlich. Dennoch bleibt ein Restrisiko und bei vielen Menschen auch ein ungutes Gefühl, denn wir haben kein Sinnesorgan für radioaktive Strahlung. Die Menschen sind nach AKW Störfällen – und kleinere davon gibt es immer wieder – zur Dosisabschätzung auf die Aussagen von Experten angewiesen. Bei abweichenden Meinungen stellt sich dann die Frage, welchen Experten man vertrauen kann.
    Wir wissen nicht, ob unsere politische Lage stabil bleibt. Raketen können nicht nur auf Zivilflugzeuge gerichtet werden, sondern auch auf AKWs.
    Im normalen Atomkraft-Szenario gibt es nicht zu vernachlässigende Strahlenbelastungen bei den Beschäftigten. Beim Uranbergbau haben es die Arbeiter mit dem Edelgas Radon und der daraus resultierenden Lungenexposition zu tun. Wie z.B. aus dem DDR Wismut Projekt bekannt ist, können Lungenkrebs-Erkrankungen entstehen. Auch für Mitarbeiter von AKWs lassen sich bei Wartungs- und Reparaturarbeiten radioaktive Expositionen nicht immer vermeiden. Nach den geltenden Vorschriften dürfen Arbeiter den Kontrollbereich nicht mehr betreten, wenn sie bereits einen Dosis-Grenzwert überschritten haben. Eine solche Situation versuchen Kraftwerksbetreiber zu vermeiden, indem sie belastende Arbeiten von Fremdfirmen ausführen lassen. Möglicherweise ergeben sich daraus Probleme bei der Dosis-Langzeitüberwachung der Fremdarbeiter.
    Unsere Energiewende sollte nicht nur ideologisch, sondern auch mit Verstand angegangen werden. Es geht um viel Geld, um die Sicherheit der Stromversorgung und um die Zukunft des Industriestandorts Deutschland. Etwa 30 Prozent unseres Stroms stammen derzeit aus den erneuerbaren Energien. Der Weg zum angestrebten Ziel von 80% dürfte steinig und schmerzhaft werden. Man sollte sich die jeweiligen Schritte genau überlegen. Ob es zum Beispiel sinnvoll ist, ein höchst modernes Gaskraftwerk Irsching verrotten zu lassen, während man zu Öko-Flautezeiten, wie sie im Winter auftreten können, Strom aus den Nachbarländern importiert. Und da darf dann auch schmutziger Strom aus polnischen Kohlekraftwerken dabei sein.

    • Keine Form der Nutzbarmachung von Energie ist völlig risikolos und problemfrei. Global die meisten Toten, auch durch Strahlung, dürfte es bei der Kohle geben. Selbst die Fertigung von Solarpanels ist mit giftigen Chemikalien verbunden. Kürzlich hat Deutschland allen Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen, weil die Sonne schien und der Wind blies. Eine durchgehend sichere Energieversorgung ist so aber nicht möglich.

    • Es wäre gut zu erklären welche Wirkung deutsche Energiewende auf Weltklima hat. Welche erhöhte Sicherheit in Deutschland herrscht falls ein Weltkrieg ausbricht und D. keine AKWs betreibt? In beiden Fällen liegen wir bei Null!

      Ideologie hat bei einer Energiewende nichts zu suchen, wie jetzt der Fall ist!!!

      Experten gibt es bei der Industrie, an Unis und bei Behörden. Wer Experten bei NGOs sucht oder unter Politikern kann noch lange suchen!

      • Nach einem Bericht von Björn Lomborg (siehe: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/energiepolitik/bjoern-lomborg-ueber-klimawandel-und-gescheiterte-klimapolitik-13580487-p3.html) verzögern wir mit unseren 100 Milliarden Subventionen für die Photovoltaik die Erderwärmung bis zur Jahrhundertwende um 37 Stunden.
        100 Milliarden Euro sind ein bedeutender Betrag, mit dem sich viel Hunger und Krankheit auf der Welt lindern ließe. Ob 37 Stunden Verzögerung für die Menschheit eine Rolle spielen werden, wage ich zu bezweifeln. Eine rein zufällige, aber bahnbrechende Entdeckung kann einen größeren Effekt für das Überleben der Menschheit haben.
        Wir wissen nicht, ob die heutige Sicht von der Gefährlichkeit des CO2-Eintrags in die Atmosphäre Bestand haben wird. Auch andere Ereignisse wie Vulkanausbrüche, Erdbeben, Seuchen können Prioritäten und Sichtweisen verändern. Die Forschung sollte auf jeden Fall Vorrang vor der Brechstange haben.

  3. Wenn man sieht mit welchem missionarischem Eifer in Deutschland die „Politik“ betrieben wird kann einem schlecht werden. Ideologie, Unwissen, Rechtslosigkeit und Lügen werden zu Misserfolg führen. Deutschland ist kein Musterschüler. Z.B., Energiewende ist ein Missgriff, Investitionen werden verhindert, Standortsicherheit in Frage gestellt, Wert der grossen Industrueunternehmen vernichtet. Und alles wird von Steuerzahler bezahlt. Leider sind die Kosten der Exzesse nicht einfach und regelmässig für Wähler zu verfolgen.

    Dieser Welt wird noch auf Jahrhunderte nur mit Atomkraft und fossilen Energieträger funktionieren. Wirtschaftlichkeit kann man nicht austricksen. Und es wäre gut wenn Deutschland auch Plan B und Plan C hätte! Japan handelt vernünftig, zukunftsorientiert und diszipliniert. Bravo! Auch bei Atomkraft sind Risiken beherrschbar und die Technik wird noch sicherer weil es sich weiter entwickelt. Nur in Deutschland wird kategorisch auf weitere Foerschung und Entwicklung verzichtet. Kein wunder wenn man die „Entscheider“ = “ Blindgänger“ kennt! Gutes Beispiel ist auch die hysterische Fracking Diskussion!

    • „Japan handelt vernünftig, zukunftsorientiert und diszipliniert.“ Japan ist ein Erdbebenland. Da nutzt es wenig, wenn japanische Atomkraftwerke als die sichersten der Welt gepriesen werden. Bei Sicherheitsmaßnahmen wie dem Test von Notstromaggregaten wurde geschlampt. Unmittelbar nach dem Fukushima Desaster stand die Evakuierung Tokios im Raum – ein unmögliches Vorhaben, wie wir alle wissen. Es war mehr Glück als Verstand, dass Japan ein weiteres Hiroshima erspart blieb. Denn die Winde bliesen die radioaktiven Aerosole auf den Pazifik hinaus und nicht in die Großstadt. Eine radioaktive Verseuchung Tokios hätte das Land in die Steinzeit zurückgeworfen.

      • Japanische Bevölkerung braucht keine Ratschläge aus Deutschland! Erinnern Sie sich an wenig hilfreiche aber besserwusserische Kommentare aus Deutschland während Fukushima? Japan hat sich am meisten selbst geholfen und jetzt gestaltet eigene Zukunft ohne Angst und Bedenken. Bravo!
        Es gibt viele Menschen auf dieser Erde die in erdbebengefährdeten Gebieten glücklich leben und nicht nur dauernd meckern.

      • Die japanische Regierung handelt gegen den Willen der Bevölkerungsmehrheit, was auf ein Demokratiedefizit hindeutet. Atomkraft ist dort aus geologischen Gründen viel unsicherer als z. B. in Deutschland.

      • Natürlich ist Pacific Rim Geologie anders als in Mitteleuropa. Japan ist aber aufgrund Erfahrungen in der Lage für erdbebensichere Strukturen zu sorgen und für vieles mehr. AKW Betrieb in Japan ist für eine technikfeindliche , indoktrinierte Masse in D. (Basisdemokrsten?) eine Provokation. Dabei handelt Japan vernünftig, rationell und im eigenen Interesse. Demokratiedefizit in Japan ist natürlich eine pure Hypothese. Man müsste erst ordentlich klären welchen Einflus (einfach zu manipulierende) Meinungsumfragen in einer Demokratie haben dürfen? Besser ein „Demokratiedefizit“ als eine unsachliche, hysterische, Diktatur des Proletariats und Spinner wie es AfD vorgemacht hat!

      • Wer fair und realistisch Fukushima beobachtet kann nicht die damalige Kommentare aus Deutschland ignorieren. Solche Kommentare gaben vielleicht die Wirklichkeit in Deutschland gut wider aber waren nicht schön und fair!

      • Der Artikel von Professor Dr. Reinhard Wolf in der FAZ zur Energiewende (siehe: http://www.faz.net/aktuell/politik/die-gegenwart/energiewende-deutschland-gutes-klimaland-13731242-p5.html) tangiert ebenfalls das Thema „Demokratiedefizit“. Er schreibt den merkwürdigen Satz: „Vor diesem Hintergrund lässt sich schwerlich argumentieren, dass den Industrienationen die weitere Nutzung der Atomenergie nicht zugemutet werden könne.“ Das klingt von oben herab. Industrienationen sind souveräne Staaten, die selbst über ihr Schicksal entscheiden können und sollten.
        Reporter ohne Grenzen e.V. hat eine Weltkarte zur Informationsfreiheit herausgegeben. Japan hat auf dieser Karte den Status „Erkennbare Probleme“. Gut informierte Bürger sind natürlich für ein Referendum ein Muss.

      • Herr Huber,
        ein sehr guter Artikel. Vorausgesetzt, durch Menschen verursachte CO2 Emissionen verursachen im wesentlichen eine Erderwärmung! AKWs stellen dann ein geringeres Risiko für Menschen als Kohle! Dann kann man nur global Handeln und ein Satz wie zitiert ist nicht merkwürdig.

        Wir lesen täglich wie viele neue AKWs gebaut werden. Ein Demokratiedefizit wäre es wenn D. versuchen würde andere Staaten zu beeinflussen um auf AKWs zu verzichten, was impliziert, mehr Kohle zu verbrennen. Generell werden AKWs sicherer, KohleKWs sauberer die Politik fuhrt aber auch dazu , dass saubere modernste GasKWs stillgelegt werden weil unwirtschaftlich. Frau Merkel bezahlt teuer ihre Wählerstimmen ohne Rücksicht auf Zukunft und andere Menschen.

        Wir leiden an zu viel „Info“ sehr unterschiedlicher Qualitaet, deswegen ist für mich Japan eine echte Demokratie, egal was eVs oder NGOs behaupten.

      • Japan ist eine echte Demokratie, hat aber Demokratiedefizite. So wird das Volk zu wichtigen Sachen wie der Rückkehr zur Atomkraft nicht befragt, obwohl Verfassungsänderungen das Volk zustimmen müsste (die aber nicht vorkommen bzw. über Neuinterpretationen erfolgen). Außerdem regiert mit einer kurzen Ausnahme stets dieselbe Partei, was in Deutschland vielleicht auch droht, wenn die SPD gar keinen Kanzlerkandidaten mehr aufstellen will.

    • Herr Grisogono, die Fracking Situation in Deutschland ist doch klar und ist belegt. Bei uns stehen 2 Billionen Kubikmeter Gas zur Verfügung, in Amerika sind es 20 Billionen und in China sind es 40 Billionen Kubikmeter Gas. Die von ihnen angegebene Hysterie wird es deshalb nicht geben. Amerikas Gewinnmarge sind 40 Dollar pro Barrel. Diese Grenze hat man gerade wieder etwas überschritten, sie lag monatelang darunter. Die Gewinnmarge in Saudiarabien ohne Fracking liegt bei 20 Dollar pro Barrel. Deswegen werden in Amerika immer mehr Fracking Bohrtürme (von über 1 Million Bohrtürme) abgebaut und der Ölpreis wird bis 30 Euro pro Barrel bis 2017 sinken. Deshalb wird es in Deutschland keine Frackinghysterie geben. Dafür wird die OPEC sorgen. Fracking lohnt sich nicht bei uns. Die Testanlagen, welche wir jetzt erstellen, haben allenfalls einen Forschungssinn.

      • Herr Krebs,
        wenn ich Schiefergas in D. wirtschaftlich produzieren kann und damit auch noch die Abhängigkeit von Importen reduziere würde ich es tun. Und normalweise ist es kein Thema die in einem Rechtsstaat die Politiker und die Strasse entscheiden. Es ist eine freie Entscheidung der Industrie ob es sich lohnt.

        In D. wird alles gemacht Industrie zu verhindern und eine Konkurenz zu Wind und Sonne in andere Länder zu vertreiben. Was sonst macht Frau Hendricks? Sie und ihr Lobby versuchen schon Pilottests zu verhindern! Eine gesteuerte und gezielte Anti-Fracking-Hysterie beobachtet man in D. schon seit Jahren .

        Mit Ihren Zahlen kann ich wenig anfangen. Wenn Sie barrels erwähnen meinen Sie Erdöl, bei m3 oder Mcf Erdgas. Und was ist für Sie „Gewinnmarge“, ist es Marktpreis oder ……..? Brent oder WTI? Vergessen Sie nicht, Oelpreise richten sich nach dem Markt und werden wieder ansteigen. Gaspreise sind meistens durch langfristige Verträge festgelegt. Dementsprechend werden mehr oder weniger Projekte/ Bohrungen verfolgt, abhängig von Preis des Produktes.

      • Hallo Herr Grisono, Fracking nach Schieferöl ist doch gerade der Grund, warum wir einen niedrigen Ölpreis haben. Der tägliche Ölpreis pro Barrel ist entscheidend, ob man mit Fracking Gewinn oder Verlust macht. Was Schiefergas in Deutschland angeht, hatte ich im obigen Bericht einen Schreibfehler gemacht. Unser Gasvorkommen sind nicht 2 Billionen Kubikmeter Gas sondern 0.2 Billionen Kubikmeter. Dadurch machen ja meine Argumente noch mehr Sinn. USA sind 20 und China sind 40 Kubikmeter. Die Maßbezeichnung McF habe ich nicht verwendet, damit ich sie nicht zu erklären brauche. Kubikmeter ist für uns mehr aussagefähig. Der Boom für das Frackingöl ist in den USA eindeutig vorbei. Bei einem Ölpreis unter 42 Dollar pro Barrel ist Schieferölfracking ein Verlustgeschäft für die Amerikaner. Bei einem Ölpreis unter 20 Dollar Pro Barrel ist Schieferölfracking ein Verlustgeschäft für die Saudis. Sie sehen also, dass die Saudis ein Interesse daran haben, dass der Ölpreis unter 42 Dollar pro Barrel fällt. Wenn die Saudis ihr Öl für 30 Dollar pro Barrel auf den Markt werfen, dann frackt in Amerika niemand mehr, und deshalb ist die Aussage der Amerikaner, dass sie soviel Öl abbauen, dass sie sich damit selbst versorgen können eine Lüge, die wirtschaftspolitische Gründe hat. Also, von den 0.2 Billionen Kubikmeter Gas in Deutschland werden sie noch 90% abziehen müssen, weil die Politik allenfalls Fracking ohne Chemikalien zulässt und das ist nur mit brüchigem Gestein möglich. Das hat den Vorteil für uns beide, dass wir mit einem Glas frischem Trinkwasser aus dem Brunnen anstoßen können.

      • Herr Krebs,

        a. Ölpreis ist nicht die einzige Variable bei Wirtschaftlichkeit. Innovation ist auch wichtig. D.h. es werden permanent neue Techniken entwickelt um Investitionen und Betriebskosten zu reduzieren! Und das alles funktioniert. Apropos, Brent ist heute um 49 $/stb und WTI ist 43$/stb.

        b. Ihre „Argumente“ machen gar keinen Sinn. Ausserdem Sie vermischen Erdölprojekte und Erdgasprojekte, was nicht geht. Wenn wir über Öl reden , gibt es in Saudi A. keine Schieferölprojekte. Saudis haben versucht durch hohe Produktion Marktanteile die durch Schieferöl in USA gefährdet waren zu retten. Ergebnisse sehen wir, nur es bedeutet kein Ende für Schieferöl in USA. Vergessen Sie nicht, trotz weniger Bohranlagen steigt die Produktion weiter.

        Tatsache ist , USA exportiert mehr Öl als es importiert!

        c. Wir reden hier primär über Schiefergas wenn wir über Deutschland reden.
        Erstens ist es völlig irrelevant ob China viel mehr Gasvorräte hat oder nicht. Falls bestimmte Projekte in Deutschland wirtschaftlich sind und Industrie bereit ist zu investieren und Risiko zu tragen sind diese Projekte sinnvoll.

        Ob Schiefergasfracking oder Fracking in konventionellen Lagerstätten, es gibt kein Fracking ohne Chemikalien. Zusätze in Frac-Flüssigkeiten haben Lebensmittelqualität. Vielleicht trinken wir ein Frac-Coctail wenn Sie sich trauen?

        Wenn Sie sich wirklich so viele Gedanken über Wasserqualität machen wundert mich nur Ihr Fokus auf Fracking, statt sich auf wirkliche Probleme zu konzentrieren. Z.B. Giftmülldeponien Untertage, Kohleabbbau uvm. Wir konnten unbesorgt Brunnenwasser trinken über vergangene Jahrzehnte, trotz Fracking und Industrie in Deutschland.

      • Herr Grisogono, ihre Argumente sind mir viel zu industriepolitisch dargestellt. Ich möchte auch nicht dagegen halten. Aber, was ihre Angaben über Frac Flüssigkeit angeht, möchte ich sie bitten, mir Aufklärung zu verschaffen. Aus Amerika weiß ich, dass 600 verschiedene Chemikalien für ein Bohrloch, einschließlich bekannter Karzinogene und Toxine wie Blei, Benzol, Uran, Radium, Quecksilber, Methanol, Salzsäure, Ethylenglykol, Formaldehyd dem Wasser angereichert sind. Aus einer Studie der EPA (Environmental Protection Agency) vom Juli 2015 geht hervor, dass man 120.000 Liter dieser hochgiftigen Chemikalienbrühe benutzt für ein einziges Bohrloch. Wenn wir beide es denn trinken, bin ich mal gespannt, wer zuerst umfällt.

      • „Wenn wir beide es denn trinken, bin ich mal gespannt, wer zuerst umfällt.“ Selbstversuche mit kontaminierten Lebensmitteln und verseuchtem Wasser wurden nach dem Fukushima Unglück in der Tat gemacht, um die japanische Bevölkerung zu beruhigen (siehe: http://www.spiegel.de/politik/ausland/fragwuerdige-pr-aktion-japanischer-politiker-trinkt-fukushima-wasser-a-795115.html). Sie entsprechen aber nicht dem Stand von Forschung und Wissenschaft. Zur Gefahrenabschätzung sollte man doch lieber Publikationen renommierter Institute heranziehen.

      • Herr Grisogono, ich habe schon etwas dagegen, wenn man Dinge vereinfacht darstellt, damit man sie besser verkaufen kann. Hallo Herr Grisono,

        ich habe mir mal die Mühe gemacht herauszufinden, worüber sie eigentlich sprachen. Sie sprachen über die Testbohrung Bohrloch Barth 11 aus dem Jahre 2014 im Osten am Darß und dem Frackwasser, dass wir beide trinken sollten. Das Testbohrloch liegt in Ribnitz. Der Betreiber dieser Anlage Central European Petroleum sagte, so wie sie, dass man das Frac Wasser sogar trinken könnte. Dieses CleanStim® ist allerdings nicht so ungefährlich, wie die Betreiber es darstellten.
        Für eine Bohrung wurden 525 Kg Natrium-Carboxymethyl-Cellulose (E466) verwendet (wird als Waschmittelzusatz, Bindemittel, Verdicker, Papierleimungs-mittel, Schutzkolloid, Bohrhilfsmittel bei Erdölbohrungen eingesetzt. In der EU als Lebensmittelzusatzstoff der Nummer E 466 zugelassen und verbessert die Konsistenz bei vielen Lebensmitteln, etwa bei Speiseeis (Reduktion der Eiskristallbildung), Mayonnaisen, Saucen, Fruchtmassen, Gelee.) Desweiteren wurden 30 Kg. Schwefelsäure (E513) verwendet. Es kommt in den Lebensmitteln in so geringen Mengen vor, dass sie als unbedenklich eingestuft wird. In höheren Konzentrationen wirkt die starke Säure ätzend. Dann kamen noch 75 Kg Aluminiumsulfat (E520) hinzu. Verbindungen mit Aluminium stehen im Verdacht ursächlich mit der Entstehung der Alzheimer Krankheit zu stehen. Niereninsuffizienzen reduzieren die Ausscheidung von Aluminium . 15 Kg Zitrusextrat hatte man ja noch vertragen können, aber 15 Kg Isopropanol ist narkotisch, toxisch, haut- und schleimhautreizend. Die 1.5 Kg Hemicellulase sind eigentlich der Hammer, sie töten zwar nicht, lösen aber allergisches Asthma aus. Zum Schluss dann noch 75 Kg Zitronensäuretriethylester, das ist E330.
        Geplant sind nun 28 dieser Bohrungen. Das heißt dann, sie müssten alle meine Angaben mit 28 multiplizieren. Da sage ich einfach mal Prooost.

      • Herr Krebs,
        1. Ob wir über Raumfahrt, Gehirnforschung, Atomenergie, Herztransplantationen und auch Fracking reden, dahinter müssen immer Wissenschaft und Forschung stehen. Ohne Fachwissen und Erfahrung wären wir nie in der Lage Risiken beherrschbar zu machen und epochale Projekte erfolgreich durchzuführen. Sie vergessen dass, Bohrungen inklusive Fracks berechnet und genau ausgeführt werden. Eine Bohrung ist durch multiple zementierte Stahlrohrstränge gegen Gesteinsformationen hydraulisch abgesichert. Fracking wird zusätzlich durch einen extra Behandlungsstrang sicher durchgeführt! Kampagnen die z.B. gegen Fracking geführt werden haben mit Fachwissen und Vernunft nichts zu tun. Sie können beobachten wie von Lobbys, mit Halbwissen und Lügen, Ängste geschürt werden und gesunde Menschen instrumentalisiert werden. Wir lernen, dass Fakten und Argumente gegenüber Propaganda nicht helfen, „Lieschen Müllers“ steuern „unsere“ Gedanken und Ängste.
        2. Sie selbst lassen sich instrumentalisieren. Sie implizieren, dass wir durch Fracking-Fluid vergiftet werden könnten und noch dazu, die Industrie tut es aus Unwissen oder Rücksichtlosigkeit (Konzerne, Profitgier)! Falsch! Sie präsentieren eine Mischung aus Pseudoargumenten aus dem Internet und erzeugen einen Eindruck als ob Wissen und genaue Fakten dahinterstehen. „Lieschen Müller“ wird Ihnen gerne glauben, sie hat keine Ahnung, ist leicht hysterisch und ist konditioniert immer Angst von etwas zu haben. Wenn wir beide je ein Becher Leitungswasser als Fracking-Fluid trinken würden, vermute ich stark Sie werden eher umfallen, schon aus Angst Gift getrunken zu haben?
        3. Es gibt keine „industriepolitsche Argumente“, es gelten nur Sachargumente und Fachwissen. Wollen Sie einem Arzt erzählen, dass er Blinddarm links suchen soll? Wenn man solche Argumente und Erklärungen sucht soll man mindestens seriöse Quellen benutzen. Industrie und BGR in Hannover machen sich große Mühe alles in Zusammenhang mit Fracking seriös zu erklären und zu zeigen warum es Fracking-Bashing unbegründet ist. Mindestens lesen können alle? Aber Menschen wollen offensichtlich glauben dass es „dunkle Mächte“ gibt und durch Fracking Wasserhähne brennen! Ha-ha, wer es glaubt…..
        4. Es ist besser „Dinge vereinfacht darzustellen“, nicht um es „besser verkaufen zu können“ sondern, dass auch „Lieschen Müller“ eine Chance hat zu merken, dass sie belogen und benutzt wird. Ich unterstelle, von links-grünem Wind und Sonne Lobby plus willigen Helfer!
        Fortsetzung folgt!

      • FORTSETZUNG
        Herr Krebs, jetzt werde ich „Lieschen Müller“ verlassen und über Frac-Fluid und Chemie etwas sagen.
        5. Währen der kurzfristigen Fracking- Operationen werden verschiedene Flüssigkeiten (Wasser mit ein Paar Prozent chemischen Additiven) benutzt um die Perforationen zu reinigen und Sand (Proppants) sicher in Fracs zu transportieren. Um eine gewisse Menge Sand zu transportieren muss man Wasserviskosität durch Chemikalien entsprechend erhöhen sonst wird ein Bohrloch durch Sand verstopft. Diese Operationen spielen sich ab ein Paar Kilometer unterhalb des Grundwassers. In Deutschland wurden rund 28000 Bohrungen abgeteuft, 300 Bohrungen wurden gefrackt. Vorfälle wurden NICHT beobachtet!
        6. Nachdem Sand in Fracs gelandet ist wird der Druck reduziert, Sand fällt aus und verhindert Schließung des Fracks. Es beginnt eine Blow-down Phase, d.H. Frac-Fluid verliert Viskosität , fließt zurück- unterstützt durch Erdgas, wird getrennt, in Tanks gesammelt, gereinigt und wiederverwendet .
        7. Sie reden über 120000Liter (120 m3) Frac-Fluid pro Behandlung und vergessen zu sagen wie verdünnt dabei die einzelnen Additiven in Wasser sind; wir sprechen über mehr als 115000 bis fast 120000 Liter reines Wasser! In einer Lagerstätte wird dieser Verdünnungseffekt noch wesentlich höher, weil die Porenräume neben Kohlenwasserstoffen auch Lagerstättenwasser beinhalten.
        8. Heute werden von ca. 150 noch insgesamt 30 Stoffe verwendet (hat nichts mit Barth 11 zu tun), wobei bei einer jeweiligen Fracking-Maßnahme nur einzelne dieser Substanzen und nur in extrem starker Verdünnung zur Anwendung kommen. Für Schiefergasgestein konnte nun eine Flüssigkeit entwickelt werden, die insgesamt nicht wassergefährdend ist. Die Zusätze (Additive) sind weder giftig noch umweltgefährlich. Neben Wasser und Sand besteht sie aus einem Vitamin-Vorprodukt und einem Alkohol. Beide sind biologisch leicht abbaubar. Der Wasseranteil der Frac-Flüssigkeit liegt hier bei rund 99,8 Prozent.
        9. Wenn Flüssigkeiten als z.B. nicht Wassergefährdend bestätigt werden, welche Qualifikation erlaubt es Ihnen es in Frage zu stellen? Sie behaupten diese Flüssigkeiten sind nicht „so ungefährlich“. Und dann noch behaupten Sie, eine Gefährdung ist höher weil man mehrere Bohrungen behandelt. Aber 28x 0=0! Sie implizieren unqualifiziert, dass Additive giftig sind und Grundwasser kontaminieren können. Beide Risiken sind beherrschbar und werden durch Innovationen weiter reduziert!

      • Herr Grisogono, das hört sich ja alles so an, wie aus dem 634 seitigen Dokument des Bundesamtes für Umwelt. Richtig ist, und das haben sie ja auch gesagt, dass im Gegensatz zu den USA hier in Deutschland ab 2015 nur noch umweltverträglich gefrackt werden darf, unter strengsten Kontrollbedingungen. In den Ländern Frankreich, Schweiz, Österreich, England und Bulgarien wurde Fracking gänzlich verboten. Vorrangige Begründung Umweltschutz. In england ist Fracking jetzt verboten worden, weil Fracking auf Grund wissenschaftlicher Untersuchungen zwei Erdbeben ausgelöst hat. Es kommt dann noch etwas hinzu, was sie noch nicht erwähnt haben. Wird man in Deutschland Fracking ohne giftige Chemikalien erlauben, können wir nur noch ein Bruchteil unseres Gasvorkommens abbauen, die Umweltschäden dezimieren sich zwar, aber, als Konsequenz, kann Fracking ohne Chemikalien nur in brüchigem Gestein erfolgen. Erdbeben, die aufgrund von Fracking in festen Gesteinsformationen auftreten, wären demnach nicht zu erwarten, aber in festem Gestein wird dann auch nicht gefrackt. Es soll ja nur in Sandsteinformationen unter 2500 Meter gefrackt werden, wegen dem Grundwasser, und da werden sich viele Explorationsfirmen abwenden, obwohl Chevron hier in Deutschland schon vor Jahren Rechte erworben hat.
        Sie sprachen ja auch von dem Fracksand, der das flüssiges Erdgas aus den gebrochenen Felsformationen löst. Der Abbau dieses sehr quarzhaltigen Sandes ist nicht problemlos. Für ein Bohrloch brauchen sie schon mal einige tausend Tonnen dieses Sandes. Der wird durch Lastwagen dorthin transportiert, über schmale Straßen und Dörfer. Die gesundheitlichen Schäden für den Abbau von Fracksand sind seit langem bekannt. Reizung der Atemwege, Husten, schlechte Lungenfunktion, die bis zur Lungenentzündung führen kann. Vor allem Bronchitis und Emphysem führen zu schweren Lungenerkrankungen. Die Lungenfibrose ist eine unheilbare Lungenerkrankung und kann zum Tode führen. Nungut, ich denke, das wird in den Umweltauflagen berücksichtigt. Jedenfalls benötigen sie dieses Quarzsand bei festem Gestein. Da hier in Deutschland ja nur in brüchigem Gestein gefrackt werden soll, kann es sein, dass ein anderer Sand verwendet wird. Sie werden aber erleben, dass sich Fracking in Deutschland bei einem geringen Gasvorkommen von 0.2 Billionen Kubikmeter abzüglich des Nichtfrackens in massiven Gesteinsformationen kein lohnenswertes Geschäft wird.
        Das höchste Gasvolumen in Europa hat Polen mit 5.3 Billionen Kubikmeter Gas. Am 9. Juli 2015 bekam ich die Meldung, dass Polen aus dem Frackinggeschäft jetzt aussteigt.

        Ich bleibe dabei, die Zukunft unserer Energiegewinnung wird die Fusionsenergie. Die Forschung der Fusionsenergie ist seit den 50er Jahren nunmehr weit fortgeschritten. Seit 1975 verfolge ich diese Entwicklung. Das Max-Planck Institut für Plasmaphysik teilte mir mit, dass ein erstes Kraftwerk zu Demonstrationszwecken nach 2020 in Betrieb gehen könnte, und Mitte des Jahrhunderts kann dann wirtschaftlich nutzbare Energie geliefert werden. Ein Gramm Brennstoff könnte soviel Energie freisetzen wie elf Tonnen Kohle und bei der Fusionsenergie wird keine Radioaktivität freigesetzt.

      • Fracking wird doch schon lange in Deutschland angewandt, während sich die recht neue Kritik vor allem auf die US-amerikanischen Verhältnisse bezieht. Können Sie beide damit diese Diskussion bitte beenden (zumindest hier im Blog zu einem anderen Beitrag)?

        Jede Form der Nutzbarmachung von Energie ist mit Problemen verbunden. Fusionskraftwerke werden schon seit vielen Jahrzehnten stets als Zukunftstechnologie angepriesen, nur dass sich diese Zukunft immer weiter in die Zukunft verschiebt. Radioaktivität wird dabei nicht freigesetzt, aber erzeugt.

      • Herr de Grisogono,
        Beim Fracking brauchen wir hierzulande nichts übers Knie brechen. Wir können getrost die Erfahrungen der Amerikaner mit dieser Technik abwarten, um zu sehen, ob die Bedenken der Umweltschützer berechtigt sind oder nicht. Zur Wirtschaftlichkeit schrieb die Süddeutsche am 17.11.2014: „Weil die Kosten dieser Art von Gas-Förderung aber vergleichsweise hoch sind, steht das Fracking derzeit auch ökonomisch in Frage. Der seit Monaten niedrige Ölpreis droht, viele der anvisierten Fracking-Förderungen unwirtschaftlich zu machen.“ Am Ölpreis hat sich zwischenzeitlich wenig geändert.
        Ich denke, wir sind derzeit mit Gas und Öl ausreichend versorgt. Der Erhalt vernünftiger Wirtschaftsbeziehungen zu Russland ist meines Erachtens wichtiger als eine überstürzte Fracking-Offensive in Deutschland. Ich sehe auch keine Notwendigkeit einer energetischen Autarkie für unser Land. Solange wir zu einem hohen Prozentsatz vom Export unserer Produkte leben, sollte ein Import von fossilen Energieträgern nichts Ungewöhnliches sein.

      • Der Ölpreis ist doch nicht zufällig so niedrig, sondern weil sich durch Fracking in den USA die Lage am Weltenergiemarkt verändert hat. Die Rüstzeiten und -kosten sind viel niedriger als bei anderen Fördertechnologien. Bei einem niedrigen Ölpreis wird demnach kaum gefrackt, bei einem steigenden Ölpreis hingegen viel, was dessen weiteren Anstieg bremst und insbesondere Saudi-Arabien motiviert, den Preis gleich niedrig zu halten. Deutschland gehört zu den Gewinnern dieser Situation, selbst wenn hier überhaupt nicht gefrackt würde, während Russland darunter leidet (aber viel mehr noch unter der falschen Politik von Herrn Putin). Die Importe von fossilen Energieträgern sind nicht das relevante Problem in Deutschland, sondern die völlig verfehlte Energiewende, die extrem teuer, unsicher und unökologisch ist (siehe ‚Energiewende ist teuer, unzuverlässig und dreckig‘).

      • Herr Krebs,

        Ich höre es , wie Prof. Dilger suggeriert auf. Leider sind Sie ein Dilettant und für sachliche Argumente nicht offen. Sie haben weder von Geomechanik noch Fracking Prozessen Ahnung. Spinnen Sie ruhig weiter, was Sie schreiben und denken stimmt nicht mit Stand der Technik und Wissenschaft und entlarvt Sie. Ich spreche Ihnen jeden sachlichen Verstand ab. Es sind reine Dummheiten zu schreiben über Gas in flüsiger Form was durch Frackingsand aus der Formation gelöst wird. Einfach alles Quatsch! Lernen Sie auch Ihre Quellen offen zu legen, Sie benutzen keine Fachbezogene Quellen.

  4. In der Art der Energiegewinnung müssen wir immer tiefer in die Zukunft schauen. Fracking ist keine Option, sie ist bei ausgiebiger Nutzung auf ca. 20 Jahre begrenzt. Erdöl, Kohle und Gas gehen demnach zur Neige. Fossile Brennstoffe ändern das Weltklima und sind auch zeitlich begrenzt. Energie aus Biomasse ist bereits überholt.
    Sonne, Wind und Meer werden ewig bleiben. Dies sind für mich die primären Energiequellen der Zukunft. Hier sind die Anfänge schon gemacht. Für mich hat die Kernspaltung keine Zukunft, weil sie nicht vollständig kontrollierbar ist. Die Verschiebung der Valenzen in einem Atomkern wären eine gute Option gegenüber der Kernspaltung. Sie ist völlig ungefährlich, ohne Freisetzung von Radioaktivität, allerdings kann man die erforderliche Temperatur bislang nur für einige Bruchteile von Sekunden herstellen, aber es gibt Perspektiven und Versuche.Seit ewigen Zeiten wird in Bayern schon Energie gewonnen durch Wasserkraft, zB Walchensee mit Kochelsee.
    Die Energie der Zukunft könnte für mich die Geothermik sein. Die Temperatur der Erde steigt pro 100m Tiefe um 3 Grad C. Der Kern der Erde hat ca 6000 Grad C. Der Wärmestrom verpufft bislang letztendlich im Weltall. Als anschauliches Beispiel könnte man nennen, dass ein Gesteinsblock von einem Quadratkilometer Größe in 7 Kilometer Tiefe gut ein Zehntel des deutschen Wärmebedars jährlich abdeckt. Man könnte damit die Wohnungen heizen, für den Sprit im Tank machte es keinen Sinn.

    • Herr Krebs,
      Manche kategorische Behauptungen sind nur irreführend!

      “ Fracking ist keine Option, sie ist bei ausgiebiger Nutzung auf ca. 20 Jahre begrenzt. Erdöl, Kohle und Gas gehen demnach zur Neige. Fossile Brennstoffe ändern das Weltklima und sind auch zeitlich begrenzt.“

      1. Es ist nicht klar ob Sie über Fracking in Deutschland reden oder generell? Reden Sie über Schiefergas oder Schieferöl? Fracking ist eine erprobte und sichere Methode, Risiken sind bekannt und beherrschbar!
      Es wird geschätzt, dass man durch Schiefergas die nachlassende Gasproduktion in Deutschland um ca. 100 Jahre ersetzen könnte. Oder den gesamten Gasbedarf in D. über 10 Jahre!
      Es ist eine alte Weisheit, dass fossile Energieträger nicht ewig vorhanden sein werden. Das hat man aber auch vor 50 Jahren so geglaubt! Wir sind weit davon entfernt heute Engpässe zu beobachten. Fluktuationen sind als Funktion des Marktes und Preises zu betrachten!
      Während Erdöl und Erdgas noch vielleicht über 100 Jahre ausgebeutet werden können, wird die Kohle über Jahrhunderte reichen. Und das ist für Entwicklungsländer sehr wichtig! Einfluss der fossilen Energieträger auf Weltklima müsste quantifiziert werden. Von Menschen verursachten Emissionen sind, wie weit ich sehen kann, sehr überschaubar, und nur ein Teil davon hat etwas mit fossilen Energien zu tun.

      „Sonne, Wind und Meer werden ewig bleiben. Dies sind für mich die primären Energiequellen der Zukunft. Hier sind die Anfänge schon gemacht.“

      2. Diese Energiequellen sind nicht wirtschaftlich ohne Subventionen und nicht „24hrs/7d“ verfügbar. Hier diktieren die Lobby und Ideologie eine ungesunde Entwicklung!

      “ Für mich hat die Kernspaltung keine Zukunft, weil sie nicht vollständig kontrollierbar ist. Die Verschiebung der Valenzen in einem Atomkern wären eine gute Option gegenüber der Kernspaltung. Sie ist völlig ungefährlich, ohne Freisetzung von Radioaktivität, allerdings kann man die erforderliche Temperatur bislang nur für einige Bruchteile von Sekunden herstellen, aber es gibt Perspektiven und Versuche“.

      3. AKWs sind mindestens als Option/ Reserve nicht zu Vernachlässigen. Einmal die bestehenden AKWs und einmal die hunderte neue Anlagen die sich im Bau befinden. Deutschland darf nicht Forschung vernachlässigen und neue Entwicklungen verpassen. Wenn ich mich nicht täusche Fusionsreaktor soll ab 2018 i.B. gehen.
      Man erkennt die Doppelzüngigkeit der Politik die jetzt Atommüllagerung nicht mehr als Alibi braucht und entsprechend fast nichts tut!

      “ Die Energie der Zukunft könnte für mich die Geothermik sein. …. Als anschauliches Beispiel könnte man nennen, dass ein Gesteinsblock von einem Quadratkilometer Größe in 7 Kilometer Tiefe gut ein Zehntel des deutschen Wärmebedars jährlich abdeckt.“

      4. Geothermie hat sicherlich Potential. Für 5 km Tiefe könnte so ein Block 10 MW liefern über 20 Jahre. Falls diese Wärmegewinnung wirtschaftlich ist, in Vergleich mit anderen Methoden! Man darf nicht die hohen Bohrkosten und die hohen Wärmeverluste in langen/ tiefen Bohrungen vernachlässigen. Danach kommt es zu Abkühlung und das Projekt muss auf das nächste Gebiet verschoben werden. Geologische Verhältnisse und Gesetze beeinflussen die Kosten und Wirtschaftlichkeit wesentlich. Auch bei Geothermik sind Bohrungen und u.U. Fracking erforderlich!

  5. Wir Deutschen haben ja bekanntlich neben der sichersten Währung der Welt das beste Gesundheitswesen (haha) sowie die sichersten Kernreaktoren. Nun beruht zumindest die letzte Annahme auf Irrtum. Im Gegensatz zur weit verbreiteten öffentlichen Meinung sind russische Reaktoren vom Tschernobyltyp gegen nukleare Explosionen gefeit, allerdings nicht gegen chemische.

    Die in Deutschland und im Westen üblichen Kernreaktoren können aufgrund sogenannter Quantenfluktuationen im Neutronenfluss, wenn auch extrem selten, (Risiko etwa alle 24 Millionen Betriebsjahre) nuklear explodieren.
    Dass ein Tsunami den Oberrhein erreicht, halte ich mit Ihnen für relativ unwahrscheinlich, wir hätten dann wohl andere Sorgen als unsere Kernkraftwerke. Frau Dr. Merkel ist allerdings eine recht kompetente Quantenchemikerin, bzw. Quantenphysikerin, ihr muss dieses Risiko plötzlich bewusst geworden sein. Eine derartige Fluktuation im Neutronenfluss ist nicht vorhersagbar, es gelingt in keinem Fall, durch Moderatoren oder Regulatoreingriffe im Reaktor die nukleare Explosion zu stoppen, die etwa zwei Megatonnen ausmachen würde. Eine solche Explosion würde Westeuropa für einige tausend Jahre unbewohnbar machen.
    Es ist allerdings aus kernphysikalischer Sicht so, dass grundsätzlich sichere Reaktoren (Stichwort „Thoriumreaktoren“) möglich sind; die Endlagerungsproblematik ließe sich durch einen veränderten Brennkreislauf so modifizieren, dass nach etwa zwei Jahrhunderten Lagerung die Restnuklide ungefährlich werden.
    Politisch erscheint es allerdings wohl unmöglich, auch nur die Entwicklung neuer Reaktoren im Westen zu betreiben.

    In Russland dagegen wird jetzt eine ganze Generation neuer Eisbrecher mit Atomantrieb entwickelt, es werden jeweils zwei Reaktoren vom Tschernobytyp gebaut und entsprechend in Dienst gestellt. Ein Reaktorzwischenfall schwerwiegender Art ist bei Tschernobyreaktoren auf See unbekannt. Auch die Kursk-Katastrophe hat nicht zu einem nuklearen Zwischenfall geführt.

    • „die Endlagerungsproblematik ließe sich durch einen veränderten Brennkreislauf so modifizieren, dass nach etwa zwei Jahrhunderten Lagerung die Restnuklide ungefährlich werden.“ Wie soll der neue Brennkreislauf denn aussehen? Bei der Kernspaltung in einem AKW entsteht ein buntes, von außen nicht steuerbares Sammelsurium von radioaktiven Isotopen. Die Vielfalt der entstehenden Isotope lässt sich durch die verwendeten Ausgangsmaterialien kaum beeinflussen. Eine Trennung der Isotope in atomaren Wiederaufbereitungsanlagen ist schwierig, kostspielig und ein schmutziges Geschäft.
      „Auch die Kursk-Katastrophe hat nicht zu einem nuklearen Zwischenfall geführt.“ Die Atomreaktoren auf Schiffen sollten ebenso wie ausgediente AKWs vernünftig entsorgt werden. Es ist zu befürchten, dass Russland hier nicht sehr sorgsam verfährt und alte atomgetriebene Schiffe einfach im Eismeer versenkt. Ein Eintrag von radioaktivem Material in die Biosphäre stellt für mich einen nuklearen Zwischenfall dar wie jeder andere auch.

  6. Pingback: Nuklearkatastrophe von Tschernobyl vor 30 Jahren | Alexander Dilger

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