Schwierige Einreise in die USA

Nun sind wir schon fast eine Woche ‚Zurück von der Ostsee und aus den USA‘ und ich möchte doch noch von einigen Reiseeindrücken berichten. Heute fange ich mit den Schwierigkeiten an, mit denen eine Einreise in die USA verbunden ist. Die Sicherheitskontrollen an den hiesigen Flughäfen sind nicht strenger als bei anderen Flugreisen auch. Bei der Rückreise wurde jedoch in den USA ein Gläschen mit Babybrei beanstandet, welches wir schon eingeführt hatten.Es fiel bei einem chemischen Spurentest durch, den es in Deutschland gar nicht gibt.

Eigentlich benötigen Deutsche kein Visum für die USA (bei Aufenthalten nicht über 90 Tage am Stück), dafür aber eine elektronische Reisegenehmigung (ESTA – Electronic System for Travel Authorization). Diese muss vorher beantragt werden und kostet pro Person 14 Dollar. Kompliziert wird es bei Kindern, die mit Kinderausweis doch ein Visum benötigen. Dieses ist nicht nur viel teurer (152 Euro), sondern konnte im konkreten Fall wegen Computerproblemen in der Visaabteilung gar nicht ausgestellt werden. Es gibt jedoch einen gangbaren und sogar günstigeren Weg, nämlich die Beantragung eines normalen maschinenlesbaren Reisepasses auch für Kinder (37,50 Euro plus biometrische Fotos), wodurch sich ESTA nutzen lässt.

Diese elektronischen Genehmigungen sind jedoch nur vorläufig. Die definitive Entscheidung fällt ein Zoll- und Grenzschutzbeamter in den USA. Da jeder gründlich geprüft wird inklusive Foto und Scan aller Finger, muss man lange anstehen. Wer schon früher einmal mit ESTA einreiste, wird schneller abgefertigt, doch unser Sohn war noch nie in den USA. Vielleicht hätten wir mogeln und einfach die kürzere Schlange nehmen sollen, doch das hätte auch zu Ärger führen können. Eltern mit noch kleineren Kindern wurden z. T. vorgelassen, wir standen jedoch fast zwei Stunden mit einem sehr müden Kind herum. Den Kinderwagen gab es erst nach der Kontrolle, bei der Fabian fast gar nicht angeschaut wurde und auch den Fingerscan nicht machen musste. Insgesamt fühlt man sich nicht sehr willkommen, was aber vielen Reisenden nach Deutschland vermutlich nicht anders ergeht.

11 Gedanken zu „Schwierige Einreise in die USA

  1. Es gibt sehr unterschiedliche Erfahrungen mit USA-Einreisen. Meine schlimmste und gleichzeitig interessanteste USA-Einreise war in den 1990ger Jahren. Aus irgendeinem mir bis heute unbekannten Grund bin ich damals in ein Fahndungsraster geraten und durfte den Rest des Tages im Befragungsraum und bei einer sehr detaillierten Gepäckkontrolle und Leibesvisitation verbringen. All das ging sehr verbindlich, bestimmt aber freundlich vonstatten. Anschließend wurde mir eine schöne Reise gewünscht und sich für die Unannehmlichkeiten entschuldigt. Den Ausspruch „Freedom is not free“ in diesem Zusammenhang werde ich nie vergessen.
    Das extreme Gegenbeispiel war eine PKW-Einreise von Canada aus. Die kleine Grenzstation war menschenleer, der Grenzbalken oben und im Fenster ein Schild, sinngemäß: Geschlossen. Hier bitte selbst registrieren! Willkommen in den USA! – mit angebundenem Stempel für die Selbstabwicklung der Einreise.

    Ich habe daraus den Schluss gezogen, dass bei der CBP sicherlich nicht die begabtesten, motiviertesten und fleißigsten Organisationsoptimierer der USA tätig sind, diese Organisation aber von der großen Politik schier unerreichbare Aufgaben/Anforderungen zwecks Sicherung des Landes übertragen bekommt. Das Ergebnis ist mache gute Vorlage für Comedy. Dazu kommt, dass die U.S. Customs and Border Protection sicherlich nicht ihre besten Leute an den Touristenschalter im Flughafen stellt.

    Mängel beim Grenzübertritt wird es auch in Zukunft oft geben und Amerika-Hasser werden dies zum Anlass nehmen, von ihrem amerikanischen Apple-, Android- oder Windows- Betriebssystem aus auf Amerika zu schimpfen und zu betonen, was das doch alles für tumbe Deppen seinen … anschließend wird dann betont, dass sowas in Deutschland niiieee passieren würde.

    So ein wenig wirkt das auf mich immer wie bei Achtklässlern, wenn der Sitzenbleiber lautstark am Klassenprimus rummäkelt, er habe einen Fleck auf der Jacke …

  2. Sehr interessant, und mutig Fabian schon auf so lange Reisen mitzunehmen!

    Grenzformalitäten dauern lange und sind, besonderes nach dem Flug, unangenehm. Es nutzt nichts, Gastland entscheidet was für Sicherheit getan werden muss. Offene Grenzen generieren Probleme und helfen keinem Land, wie wir es in Europa jetzt erleben.

  3. Mir wäre es sehr recht, wenn Ausländer auf der Einreise nach Deutschland genau geprüft würden!
    ABER wenn wir das täten, wären wir gleich „ausländerfeindlich“, „diskriminierend“, „unsozial“, „inhuman“ und in jedem Fall „voll Nazi“. Ich pfeife auf die „Willkommenskultur“ und will nur Einwanderer, die uns nutzen, ABER NICHT unser Geld kosten!!! GENAU SO hat Einwanderung in den klassischen Einwanderungsländern sehr viele Jahre höchst erfolgreich funktioniert: OHNE die Sozialsoße……!!!

    • Einreise und Einwanderung sind zwei verschiedene Themen (wir sind wieder zurück in Deutschland). Ich würde Touristen und Geschäftsreisende großzügiger ins Land lassen. Doch wer diese Großzügigkeit ausnutzt, sollte abgeschoben werden und dann nicht mehr einreisen dürfen. Das gilt auch bei offenkundig unbegründeten Asylanträgen etc.

      • Ja, ich sage es noch härter, ohne mich zu schämen: Wer uns nutzt, bzw. uns nichts kostet (und die Gesetze achtet) ist herzlich willkommen! ALLE anderen Eindringlinge können gehen. Sofort bitte!

        P.S.: Warum gehen mosleminische „Flüchtlinge“ nicht zu ihren reichen Brüdern nach Saudi-Arabien oder in die anderen wohlhabenden Golfstaaten, wo sie doch dort kulturell viel besser verstanden werden sollten!?!?

      • Es gibt rechtliche und moralische Gründe, ernsthaft Hilfsbedürftigen wie z. B. politisch Verfolgten zu helfen, selbst wenn uns das etwas kosten sollte. Wer aber hier z. B. kriminell wird, verwirkt jeden Anspruch auf Hilfe.

        Im Übrigen werden gerade auch in Saudi-Arabien schwere Menschenrechtsverstöße begangen. Schon zu den eigenen Bewohnern ist der saudische Staat nicht besonders nett (auch wenn er viele Jobs subventioniert), zu Ausländern noch viel weniger.

      • Saudi Arabien ist Islam in Reinkultur?!?
        Klar, Islam bedeutet ja angeblich „Frieden“!?!

        Unterdrückte und hungrige Völker sollten für ihre Freiheit kämpfen!
        Wenn wir die Opposition als Asylanten bei uns aufnehmen, gibt es dort nie Veränderung. DAS wäre eine echte liberale Position!!!

      • Nein, das ist gerade keine liberale, sondern eine kollektivistische Position. Sie wollen die einzelnen Menschen opfern, damit es ihrem Volk besser geht.

  4. Ich habe bei der Einreise in die USA immer das Gefühl, in der III. Welt zu landen. Elendig lange Schlangen, alberne Fragen und Aufmunterungsplakate für die Mitarbeiter. Und dann Kofferschleppen zum Anschlußflug. Da lobe ich mir doch die schnelle Abfertigung in D.

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