Interstellar

Sonntag habe ich den Film „Interstellar“ gesehen. Dieser Beitrag soll kein Spoiler sein, über den Inhalt kann man sich bei Wikipedia informieren. Besonders interessant fand ich die Vater-Tochter-Beziehung, während die Darstellungen von Wurmlöchern, Schwarzen Löchern und der fünften Dimension doch weniger Science als nur Fiction waren.

Allerdings glaube ich, dass Menschen oder ihre Nachkommen irgendwann tatsächlich interstellare Reisen unternehmen und fremde Planetensystem besiedeln werden, wenn auch auf konventionellere Weise, so dass eine solche Reise vermutlich Jahrhunderte oder sogar Jahrtausende dauert. Doch was ist das schon angesichts der Ewigkeit oder zumindest kosmischer Dimensionen? Auch der technische Fortschritt wird weitergehen, ohne Naturgesetze außer Kraft zu setzen (wenngleich auch bei diesen noch große Entdeckungen möglich sind).

Es war noch immer kein Mensch auf dem Mars und kurzfristig gibt es (immer) dringendere Projekte, doch langfristig wird die Menschheit den Weltraum besiedeln, wenn er nicht schon besiedelt ist. In letzter Zeit werden mit verbesserten Verfahren immer mehr Planeten außerhalb des Sonnensystems entdeckt (während man hier dem Pluto diesen Status wieder abgesprochen hat, obwohl er sich als interessanter erweist als gedacht), darunter auch solche, die Leben beherbergen könnten. Vielleicht ist es dort von selbst entstanden (man weiß nicht wirklich, wie wahrscheinlich das ist; vielleicht entsteht es bei passenden Bedingungen fast zwangsläufig, vielleicht ist es doch ganz unwahrscheinlich und selten), andernfalls könnte es von der Erde aus dorthin gelangen.

8 Gedanken zu „Interstellar

  1. Es ist – trotz der großen Hindernisse (http://www.telegraph.co.uk/news/science/space/11576788/Mars-astronauts-could-develop-dementia-on-journey-to-Red-Planet.html ) – alles andere als unwahrscheinlich, dass Inder, Chinesen und auch Russen mal den Weltraum besiedeln werden (Pleiteländer können dies nicht, aussterbende Völker werden es nicht). Tatsächlich können solche Kolonien dann als Ressourcenquelle für noch weiterreichende Reisen ins All dienen, was aber nicht nahe liegt.Die Reise zu dem kürzlich entdeckten eventuell erdähnlichem Planeten (der allerdings eine deutlich höhere Schwerkraft als die Erde besitzen dürfte) würde 26 Millionen Jahre dauern, sofern man sich mit der Geschwindigkeit von New Horizons bewegt, dem schnellsten im All befindlichen Objekt von Menschenhand. Da die Obergrenze die Lichtgeschwindigkeit darstellt, würden Kommunikationssignale in jedem Fall 1400 Jahre (jeweils hin und zurück) brauchen. Ein Informationsaustausch wäre damit unmöglich, und solche Kolonien könnten außerhalb des Sonnensystem eigentlich zwangsweise nur autonom agieren. Die Unabhängigkeitserklärung einer extrasolaren Kolonie hätte man also jeweils gleich mit dabei, was natürlich die Gefahr von Konflikten birgt.

    Die Lichtgeschwindigkeit stellt dabei indirekt ein weiteres Problem dar. Relativistische Effekte treten soweit ich weiß bereits ab 10% der Lichtgeschwindigkeit auf und werden unerträglich, sobald ein deutlich höherer Anteil erreicht wird. D.h. die Zeit wird durch die hohe Geschwindigkeit verzogen und der Reisende fliegt praktisch in die Zukunft. Ein zwanzigjähriger Flug zum nächsten Stern und zurück würde so für den Piloten dreißig Jahre dauern, ihn auf der Erde aber Jahrtausende in die Zukunft befördern. (Dieser Effekt ist real und experimentell nachgewiesen.)

    Die Geschichte hat jedenfalls gezeigt dass Menschen im großen Stil nur dann Kolonien gründen, wenn die Lebensverhältnisse dort signifikant verheißender sind als im Herkunftsgebiet (historisch: Amerika – Europa). Ich denke also dass eine Besiedelung von anderen Himmelskörpern über bloße Außenposten hinaus entweder nur durch autoritären Zwang erfolgen wird oder wenn die Zustände auf der Erde unerträglich miserabel sind. (Ein riesiges Slum mit Verhältnissen wie in Syrien.) Im letzteren Fall werden es ohne Zweifel die Gutbetuchten sein, welche abspringen, während der Rest im globalen KZ Erde verrecken darf. Beim Mars ist es im Moment ja so dass man fragen muss, wer will dahin fliegen und dort krepieren?

    Glücklicherweise muss man sich darum keine Gedanken machen, da man es nicht erleben wird. Ich mache mir auch nicht um den in vier Milliarden Jahren anstehenden Zusammenstoß der Andromeda-Galaxie mit der Milchstraße Gedanken. Auch nicht um die unausweichliche Zerstörung aller Materie in der späteren Zukunft des Universums. Diese wird allerdings den positiven Effekt haben auch den Euro zu beseitigen, falls dieses kolossale Schwarze Loch das Ende der utopischen Cash Cow Deutschland (eine Art Wurmloch) überlebt haben sollte, was unwahrscheinlich ist.

    „wenn er nicht schon besiedelt ist.“
    https://en.wikipedia.org/wiki/Fermi_paradox

    • „…die unausweichliche Zerstörung aller Materie in der späteren Zukunft des Universums. Diese wird allerdings den positiven Effekt haben auch den Euro zu beseitigen…“

      lol .. made my day 🙂

  2. Ein interstellares Projekt wäre heute denkbar. Allerdings am ehesten in Form eines sogenannten Generationenschiffes mit Antrieb durch Atomkraft – es gab mal ein Projekt Orion.
    Dieses war in den 70er Jahren noch unter Wernher von Braun für einen Marsflug vorentwickelt worden, wurde jedoch aus Umwelt- (!) und aus ökonomischen Gründen abgebrochen.
    Gegen interstellare Projekte sprach bislang, dass man nicht wusste, ob am Ziel nichts außer leere Raum wäre. Bereits in sehr kurzer Zeit wird man durch Zusammenschaltung mehrerer Hubble-Teleskope in der Lage sein, z.B. auf einem Planeten von ALFA (!) Centauri eine Stadt von der Größe Kölns zu erkennen – dies mit vorhandener Technologie. Man wüsste also sehr genau, ob man auf eine Erde 2.0 zusteuert.
    Ein häufig vorgetragenes Gegenargument sind die immensen Kosten. Man bedenke jedoch den Gegenwert eines unbesiedelten erdähnlichen Planeten.
    Zur Zeit hält die Menschheit wie ein unerfahrenere Investor „alle Eier in einem Korb“. Im Falle einer kosmischen Katastrophe wäre sie als Ganzes verloren. (Steven Hawking)
    Auch der zeitliche Umfang eines solchen Projektes dürfte relativ unbedeutend sein; unsere Vorfahren haben im Mittelalter generationenlang Kathedralen an Kathedralen gebaut – (6 Jh. = 20 Generationen)
    Auch die Entdeckungsfahrten von Kolumbus, Magellan und Captain Cook waren von der Dauer und den Kosten – gemessen an damaliger Wirtschaftskraft – durchaus mit interstellaren Weltraumforschungsprojekten vergleichbar.
    Vielleicht ist es Schicksal des intelligenten Lebens schlechthin, sich von seinem Heimatort aus auszubreiten, im Sinne der Diversifikation und des weiteren Wachstums.

    • Die kostengünstigste Version eines interstellaren Projektes wäre, nur menschliches DNA durch den Weltraum zu schicken, in der Hoffnung, dass es irgendwann auf fruchtbaren Boden fällt. Sollten Menschen selber fliegen, müssten lebenserhaltende Systeme mit einer Haltbarkeit von Jahrzehnten entwickelt werden. Die Kosten dafür dürften exorbitant sein. Bei deren Entwicklung könnte man an die Apollo-Mondmission anknüpfen und schrittweise versuchen, immer länger auf dem Erdtrabanten zu bleiben.
      Atombombenexplosionen als Antriebsmotor, wie sie im Orion-Projekt vorgesehen waren, dürften out sein. Ein Permanentantrieb mit Linearbeschleunigern und Photovoltaikelementen als Energiequelle spiegeln den Stand der Technik eher wider.
      Ob es Sinn macht, auf Mond und Mars Claims abzustecken und sich dann über deren Grenzen zu streiten, ist eine andere Frage. Vielleicht ist ein bisschen Frieden auf Erden besser, als eine anspruchsvolle Technik im Weltall.

  3. Eine interessante Überlegung mit dem Generationenraumschiff. Wenn allerdings die medizinische Theorie der Degeneration durch Inzucht stimmt, dürften den Zielort nur Schwerbehinderte und/oder Idioten erreichen.
    Zum Leben auf anderen Planeten: Es kommt drauf an, was man als „Leben“ bezeichnet. Die Grundbausteine des Lebens (stabile Aminosäureverbindungen) wurden ja bereits auf Asteroiden nachgewiesen. Bakteriologisches Leben findet man auch auf der Erde in „lebensfeindlicher“ Umgebung z.B. in Amoniakseen in Vulkankratern, oder unter Ausschluß jeglicher Atmosphäre in 6.000 Meter tiefen Gesteinschichten.
    Aber Sie meinen vermutlich intelligentes Leben, wozu man in vielerlei Hinsicht auch Tiere zählen kann. Da dürften die geeigneten Lebensräume für eine Entwicklung schon etwas knapper ausfallen.

  4. Es erfreut mich sehr, dass hier etwas dargestellt wird, was in der breiten Bevölkerung eher belächelt wird.
    Danke dafür.
    Fakt ist, innerhalb unserer Gesellschaftssysteme stellt sich auf Dauer die Ressourcenfrage und gleichzeitig die, wie man ein modernes, auf den Menschen ausgerichtetes Gesellschaftsbild in der Zukunft gestalten möchte.
    Beides hängt miteinander zusammen, Milliarden von Menschen werden niemals alle im Wohlstand existieren können, da die Ressourcen endlich und somit auf eine eher kleine Minderheit begrenzt sind und zukünftig noch mehr begrenzt werden.
    Letztendlich dreht sich darum der gesamte politische Betrieb, einschließlich der geostrategischen Entwicklungen aller Staaten, bzw. aller Nationen.
    Der Mensch war und ist aber Forscher und Entdecker.
    Wir sind heute auf einem technischen Niveau, die Grundbedürfnisse aller Menschen erfüllen zu können, ohne das alle Menschen für die Grundbedürfnisse arbeiten müssen.
    Dies schafft enorme Kapazitäten, welche durch ein globales „Weltraumprogramm“ wieder gebunden werden können und der Menschheit ein neues Ziel generiert, mit dem sowohl Wettbewerb, als auch Frieden erzielt werden können.
    Anstatt sich gegenseitig im Wettrüsten zu überbieten, wäre eine enge Zusammenarbeit der Nationen und Menschen notwendig, um überhaupt die ersten Ziele zu erreichen und diese sind dauerhafte bewohnbare Stationen außerhalb der Erde, sowie die Ausbeutung von Ressourcen außerhalb der Erde.
    Der dafür notwendige Technologieschub kann nur durch höhere Bildung und erheblich ausgeweitete Forschung erzielt werden, einschließlich der zu erwartenden Nachteile auf der Erde, durch den Verbrauch von Ressourcen, die außerhalb der Erde gefördert werden.
    Noch in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts waren wir auf einem technischen Niveau, welches nicht mal ansatzweise die heutige Technik erahnen lassen konnte.
    Ähnlich darf man dies mit einem Aufbruch in neue Technologien zur Erforschung und Erkundung des Weltraums sehen, vor allem weil die technische Revolution in den kommenden Jahren massiv fortschreiten und somit weitere Kapazitäten der menschlichen Arbeitskraft frei werden.
    In meinen Augen ist die gesellschaftliche Entwicklung nur dann positiv zu gestalten, wenn wir einen solchen Weg beschreiten und unserem Forscherdrang nachgeben, dazu in der Lage sind wir allemal.
    Allein der Gedanke, ein mal gepflanzt in den Köpfen der Menschen, kann uns mehr Frieden und Freiheit für alle Menschen auf diesem Planeten geben, als jeglicher nationaler Hass, gesät durch Profiteure der jeweiligen politischen Systeme.
    Weiter so, denn bisher erachten die meisten es für richtiger, die Probleme vorerst auf der Erde selbst zu lösen, was aber nicht lösbar ist, da der Mensch ist wie er ist und somit kann man nur über den massiven Drang des Menschen, sich weiterzuentwickeln, die Probleme in der Zukunft lösen und eine solche Weiterentwicklung funktioniert nur, wenn die Menschen beginnen, über den engen und vorgegeben Horizont der heutigen Zeit hinaus zu denken.

    Schön das es Menschen gibt, die bereit sind, sich gedanklich auf neue Pfade zu begeben!

    • Bis 2100 werden über 11 (nach anderen Quellen über 12) Miliarden Erdbewohner erwartet, mit höchsten Zuwächsen in Afrika! Diese Menschen brauchen nicht nur Ernährung und sauberes Wasser sondern wollen mehr haben als nur „Grundbedürfnise“. Obwohl Raumforschung viele technische Lösungen findet, eine Lösung für eine überbevölkerte Erde ist nicht in Raumstationen zu finden. Es ist die höchste Zeit sich die Gedanken zu machen unter welchen Bedingungen es zu Bewölkerungsexplosion kommt. Diese Bedingungen kann man dann beeinflussen. Z. B. Prof. Ganteförs Model: billige Energie – höhere Lebensstandard/Bildung-weniger Kinder/Bevölkerung-weniger Klimabelastungen! (Gerd Ganteför: Klima, Wiley -VCH, 2010)

      Herr Richter kann es nicht lassen , politische Systeme als Ursachen für alles zu nivelieren. Falsch, unser pol. i.e. auch wirtschaftliche System ist auch ein Grund warum wir im Wohlstand leben und nicht in einem „failed state“ oder sowjetischem System vegetieren! Utopien sind schön zum träumen wenn man sie nicht überleben muss?

      Viele Grüsse von Planet ALFA!

  5. Was ganz interressant ist.
    Rom und die Römer liefen fast 600 Jahre in fast identischer Rüstung und mit fast identischen Kriegsstrategien durch die Weltgeschichte = Kein Fortschritt,alles war wie es schon immer war.

    Erst in der Neuzeit geht die Kurve der technischen Entwicklungen rasant nach oben.

    Nehmen wir eine Chassepot Zündnadelgewehr von 1867.
    Also vor genau 147 Jahren entwickelt gab noch nichteinmal Flugzeuge,Telefon und änhnliches.
    Und jetzt haben wir in Cern ein Kernforschungszentrum,indem man klitzekleine Schwarze Löcher nachbaut,was mir auch sehr behagt.

    Der Fortschritt macht also eine Steilkurve,vieleicht nicht in Griechenland,allgemein aber schon.

    ( Ich hoffe Herr Papapostolou liest das jetzt )

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