Differenzierte statt unregulierte Zuwanderung

‚Auch die Hayek-Gesellschaft streitet sich‘, aber zum Glück nicht nur über sich selbst und Personalfragen, sondern auch um Inhalte, z. B. bei der Einwanderungspolitik Liberale streiten über Grenzen“. Dazu gibt es zwei verschiedene liberale Grundpositionen. Nach der einen sind alle Menschen frei und gleich geboren. Es soll keine Privilegien durch die Geburt geben und jeder kann sich frei dorthin bewegen, wohin er möchte. Nach der anderen gibt es nicht nur Privateigentum, sondern auch Gemeineigentum von Gruppen von Menschen, die kleiner sind als die gesamte Menschheit. Staaten entsprechen demnach Klubs, die ihren Zugang nach eigenem Ermessen regeln dürfen (während das Verlassen des Klubs immer möglich sein muss).

Ich bin ganz eindeutig der zweiten Auffassung. Die völlig ungeregelte Zuwanderung ist mit dem Risiko verbunden, Staaten zu zerstören, insbesondere wenn diese demokratisch verfasst sind. Überwiegen hingegen die Vorteile der Zuwanderung, dann sollte sie sich einvernehmlich regeln lassen. Haben Zuwanderer wie Zielland beide einen Vorteil, werden sie sich schnell einig. Doch auch wenn die Vorteile des Zuwanderers größer sind als die Nachteile für das von ihm ausgesuchte Land, kann er ein Eintrittsgeld zahlen, welches die Nachteile ausgleicht. Nur wenn seine Vorteile kleiner sind als die Nachteile des Landes, kann er das nicht, doch dann ist eine Zuwanderung insgesamt auch von Nachteil und sollte unterbunden werden. Wenn schließlich auch der Zuwanderer vor allem Nachteile sieht, wird er nicht in das betreffende Land auswandern wollen.

Dagegen ist die deutsche Einwanderungspolitik völlig irrational. Sie weist für Deutschland nützliche hochqualifizierte Arbeitskräfte ab, nimmt aber Millionen von Menschen auf, die Sozialtransfers benötigen, statt netto in die Sozialsysteme einzuzahlen. Manche Liberale hoffen nun, dass dadurch unsere Sozialsysteme zerstört werden. Sie sind zwar falsch konstruiert, aber dieser Weg der immer größeren Belastung für eine abnehmende Zahl von echten Beitragszahlern, die davon immer weniger haben, ist definitiv illiberal.

Liberale sind bereit, echte Not zu lindern, ohne sich von nicht wirklich Bedürftigen ausnutzen zu lassen. ‚Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik‘ sind deshalb zu entkoppeln. Wen Deutschland dauerhaft ins Land lässt, sollte nach den Interessen der bereits hier lebenden Menschen entschieden werden. Wer akute Hilfe oder Schutz vor Verfolgung benötigt, dem sind diese zu gewähren, aber nicht unbedingt im eigenen Land. Es hilft der Vergleich mit der privaten Situation. Wen man dauerhaft in seinem Haus leben lässt, entscheidet jeder selbst. Wenn jemand verfolgt wird, schickt man ihn nicht zu seinen Peinigern zurück, sondern sucht eine andere Lösung. Doch es besteht kein Anspruch, dauerhaft im Haus des Helfers auf dessen Kosten zu leben.

84 Gedanken zu „Differenzierte statt unregulierte Zuwanderung

  1. Ein sehr materialistischer Ansatz.
    Für die Mehrheit der Bürger spielt (so vermute ich) die kulturelle Kompatibilität, die Fähigkeit und der Willen der Zuwanderer sich zu integrieren, später dann zu assimilieren eine wesentlich größere Rolle als rein ökonomische Betrachtungen.

    • Diese Aspekte sind in meiner sehr abstrakten Betrachtung enthalten. Es geht nicht nur um materielle Vor- und Nachteile, sondern alle. Es wandert doch auch niemand für fünf Cent mehr an Einkommen aus, sondern es muss ein ganz massiver Einkommenszuwachs sein, um für das Verlassen der Heimat, Verwandten und Freunde, die fremde Gesellschaft, Sprache und Klima etc. zu entschädigen. Umgekehrt kann große Unsicherheit im eigenen Land ein Grund zum Verlassen sein, selbst wenn man anderswo weniger verdient.

  2. Herr Dilger, damit sind Sie näher an Gauland als an der bisherigen liberaleren AFD-Programmatik. Gauland will ja (richtigerweise) die Einwanderung aufgrund der Herkunft aus dem muslimischen Kulturkreis eindämmen.

    • Es geht hier um eine innerliberale Diskussion, ob globale Personenfreizügigkeit durch den Klubgutgedanken beschränkt werden. Liberale erkennen im Gegensatz zu (extremen) Linken Privateigentum an. Sie dürfen nicht einfach in mein Haus kommen, wenn ich nicht möchte. Eine Eigentümergemeinschaft kann Ihnen auch den Zugang zu ihrem Grundstück verwehren. Gilt das analog auch für die Gemeinschaft eines Staates oder nicht?

      Herr Gauland argumentiert hingegen überhaupt nicht liberal, sondern grundgesetzwidrig, wenn er eine bestimmte Herkunft oder Religion zum Ausschlusskriterium machen will. Privat dürften Sie das übrigens, auch wenn sich der Gesetzgeber da immer mehr einmischt, doch unser Staat hat sich selbst Grundregeln gegeben, die das für ihn ausschließen.

      • Prof. Dilger,

        ich bin Ihnen sehr dankbar, dass sie Ihre Ansichten hier öffentlich kundtun. Sie sind nämlich von einem hohen Pragmatismus geprägt, gepaart mit einer echten liberalen Grundeinstellung. Leider eine Einstellung, die in Deutschland, aber auch weltweit, auf dem Rückzug ist. Des Weiteren sind sie gedanklich nicht in Ihrer akademischen Welt gefangen, sondern schaffen es, die vernünftigen Gedanken einfacher Bürger auf ein höheres Level zu hieven.

        Leider wird man für Ihre Position heutzutage angefeindet. Echten Flüchtlingen (Syrien, Irak, aber nicht Kosovo oder Albanien) muss selbstverständlich geholfen werden. Aber das ist nicht Aufgabe eines einzelnen Staates. Das ist die Aufgabe der gesamten zivilisierten Welt. Deutschland als leistungsstarkes Land muss natürlich einen höheren Anteil als andere Länder leisten, aber es kann nicht sein, dass man vor dem Tod flieht, sich dann aber das Land frei nach wirtschaftlichen Gründen aussuchen kann, auch wenn das individuell nachvollziehbar ist. Man ist vor dem Tod geflohen, hier setzt die moralische Bringschuld der anderen Staaten an, nicht beim Wohlfahrtsstaat für alle. Wir müssen Menschen aufnehmen, Frankreich, Polen oder Estland aber auch. Jedes dieser Länder ist für einen Flüchtling ein Gewinn, denn überall kann er in Sicherheit leben. Wir (die westliche Welt) müssen Menschen primär Sicherheit geben, nicht Sozialleistungen.

        Menschen anderer Völker (die angesprochenen Kosovaren oder Albaner) soll ebenfalls die Möglichkeit einer Einwanderung gegeben sein, aber wie sie es passend ausgedrückt haben, muss es zum Nutzen beider Gruppierungen sein. Den Gedanke des Klubguts auf dieses Thema zu übertragen, ist ziemlich genial, darauf wäre ich so nicht gekommen. Was definitiv illiberal ist, ist eine Wohlstand-für-alle-Einstellung, ganz unabhängig davon, was der Einzelne zu leisten bereit ist. Es ist schockierend, wie in der politischen Diskussion heute Gerechtigkeit mit Gleichheit gleichgesetzt wird und welches Verständnis von Gleichheit zudem herrscht.

  3. „Manche Liberale hoffen nun, dass dadurch unsere Sozialsysteme zerstört werden. Sie sind zwar falsch konstruiert, aber dieser Weg der immer größeren Belastung für eine abnehmende Zahl von echten Beitragszahlern, die davon immer weniger haben, ist definitiv illiberal.“

    Das ist aber schon eine ziemlich pervertierte „Hoffnung“. Warum entschließen sich diese merkwürdigen „Liberalen“ nicht lieber, sich für eine konsequente Reform des sogenannten „Sozialsystems“, das in Wahrheit gar nicht sozial ist, einzusetzen?

    • Die Betreffenden sind nicht für Reform, sondern Abschaffung des Sozialstaats. Sie sehen ein, dass sie dafür keine demokratische Mehrheit bekommen, weshalb sie es durch Überlastung versuchen wollen. Linke verfolgen übrigens einen ähnlichen Plan hinsichtlich des Kapitalismus, was wohl leider bessere Erfolgsaussichten hat.

      • Diese „Linken“ sitzen an allen Schaltstellen des Feudalapparats „Sozialstaat“ und in allen Parteien. Allen voran in den beiden großen Volksparteien. Genau genommen sind auch Sie als Gehaltsempfänger dieses Systems einer von ihnen, egal ob Sie nun Bundes- oder Landesbeamter sind.

      • Sie übersehen, dass der Staat ganz verschiedene Funktionen und Aufgaben hat. Ich bin Teil des Bildungssystems, nicht des Sozialstaates im engeren Sinne. Doch selbst wenn man meint (wie Sie vermutlich, ich hingegen nicht), dass alle Hochschulen privatisiert werden sollten, ändert das doch nichts daran, dass aktuell die meisten Hochschulen staatlich sind. Viele Berufe kann man (fast) nur beim Staat ausüben. Manche wählen vielleicht gerade deshalb einen solchen Beruf, die meisten aber völlig unabhängig davon.

      • Nun, das übersehe ich nicht. Ich bin allerdings der Auffassung, dass das Bildungssystem keine Lehrer und Hochschullehrer mit Beamtenstatus braucht. Dieser gehört m.E. überall abgeschafft, da er viele Beamte zu Müßiggang verleitet (auch so manche Hochschullehrer) und außerdem zu nicht zu rechtfertigenden Privilegien verhilft.

        Schon die bloße Tatsache, dass sich junge Menschen für eine Ausbildung entscheiden, weil diese direkt in den öffentlichen Dienst oder gar in den Beamtenstatus führt, ist doch für jeden echten Liberalen zum davonlaufen.

      • Bei Lehrern mag das stimmen, bei Hochschullehrern sicher nicht. Vor allem übersehen Sie die unterschiedlichen Karrierewege. Man kann direkt von der Schule weg Lehramt studieren und dann direkt nach dem Referendariat auf Lebenszeit verbeamteter Lehrer werden. Um Hochschullehrer zu werden, muss man nicht nur studieren, sondern auch promovieren und habilitieren (oder Vergleichbares leisten) sowie viel forschen und publizieren. Der Weg ist lang und unsicher, während die Professur am Ende als Preis für die Anstrengung winkt. Selbst wenn Professoren gar nichts mehr leisten würden, reizen sie den wissenschaftlichen Nachwuchs zur Leistung an (bei deutlicher erkennbarem Freizeitnutzen wäre der Anreiz für den Nachwuchs sogar eher noch größer). Wenn man den Beamtenstatus abschafft, sinkt dieser Anreiz stark oder muss das Gehalt wesentlich angehoben werden. Schließlich werden Sie die vorhandenen Beamten ohnehin nicht mehr los. Für mich persönlich wäre eine solche Abschaffung deshalb sogar von Vorteil, da ich das Beste aus beiden Welten (Verbeamtung und privatwirtschaftliche Entlohnung) bekäme.

      • Sie argumentieren damit, dass der Status quo eine Abschaffung des Beamtenstatus unmöglich mache („Schließlich werden Sie die vorhandenen Beamten ohnehin nicht mehr los.“).

        Das ist doch absurd!

        Irgendwann ist immer das erste mal. Und wenn keine neuen Verbeamtungen mehr vorgenommen werden, dann läuft das Beamtenmodell nach 30, 40 Jahren von selbst aus.

        Ganz davon abgesehen, könnte der Beamtenstatus ja auch durch ein entsprechendes Gesetz abgeschafft werden. Für andere Berufsgruppen gibt es schließlich auch keinen Verlass auf einmal gültige Gesetze. Denken Sie nur an mein Beispiel mit der Digitalisierung des Rundfunks: Für die mir und einigen anderen Privatradiounternehmern entstandenen Millionenschäden kommt „Vater Staat“ schließlich auch nicht auf, obwohl er uns den Schaden durch Nichteinhaltung seiner eigenen Gesetze zugefügt hat.

        Diesen ewigen Privilegien für die viel zu vielen Staatsbediensteten muss endlich ein Ende gesetzt werden, wenn unsere Gesellschaft auch in Zukunft noch im Wohlstand leben soll.

      • Die weitere Erosion des Rechtsstaats, die Sie hier fordern, erhöht doch nicht den Wohlstand, sondern untergräbt dessen Grundlagen. Natürlich könnte man weitere Verbeamtungen ab sofort unterlassen. Doch Sie haben überhaupt keinen sinnvollen Grund dafür benannt außer Ihren Vorurteilen gegen Beamte und den Staat insgesamt. Sie müssten eine realistische Alternative formulieren (staatliche Angestellte statt Beamte, private Hochschulen mit staatlichen Zuschüssen oder völliger Rückzug des Staates) und diese dann mit dem Status quo vergleichen. Ich vermute stark, dass das deutsche Hochschulsystem dadurch schlechter und/oder deutlich teurer würde.

      • Keine Panik, Herr Dilger.

        So lange freigestellte Beamte den Großteil der Bundestagsabgeordneten und Minister stellen, wird Ihr geliebter Feudalstaat für eben diese Kaste nicht an vernünftigen Entscheidungen durch gesunden Menschenverstand und Pragmatismus erodieren, sondern allenfalls an seiner Unfinanzierbarkeit implodieren. Dieses System ist nämlich genau das Gegenteil einer sicheren Grundlage für dauerhaften Wohlstand – es führt geradewegs zum sicheren Crash!

        Aber um beim Hochschulsystem zu bleiben:
        Zuallererst müsste dafür gesorgt werden, dass das Hochschulsystem nicht nach Belieben ausgehöhlt werden kann. Selbstverständlich bin auch ich für eine freie Studienwahl. Aber nicht auf Kosten der Steuerzahler, insbesondere nicht über den tatsächlichen Bedarf des Arbeitsmarkts hinaus. Ich könnte mir daher gut vorstellen, dass zum Beispiel nur so viele Bewerber um einen Studienplatz angenommen werden, wie nach ihrem Studium realistische Chancen auf einen Arbeitsplatz in eben in ihrem Fachbereich haben. Wenn es mehr Bewerber gibt als Studienplätze, gibt es eben einen NC oder in einer gewissen Notenbandbreite ein Losverfahren (es müssen ja nicht unbedingt die schlechtesten Bewerber die meisten Lose bekommen).

        Es müsste evtl. noch geregelt werden, ob. eer nicht für einen kostenlosen Studienplatz angenommen werden kann, auf eigene Kosten trotzdem studieren darf (was natürlich zu Verzerrungen bei den späteren Berufschancen der andren Absolventen führen kann, aber das ist dann eben auch Wettbewerb).

        Jedenfalls sträube ich mich gegen diese ewige Vollversorgungs- und Vollkaskomentalität der Wohlstandsbürger im Umverteilungsstaat. Dieser Feudalstaat fördert Leistung und Wettbewerbsfähigkeit nämlich nicht, sondern leistet nur dem Missbrauch des Systems und dem Feudalismus der von ihm Begünstigten an sich Vorschub, bis der Laden crasht.

      • Sie passen doch ganz gut in die AfD. Neben dem geltenden Recht sind Ihnen auch die grundlegenden Fakten offensichtlich egal. Die Beschäftigungschancen von Akademikern sind hervorragend. In manchen Geisteswissenschaften ist die Beschäftigung größtenteils nicht dem Studienfach entsprechend, aber diese Fächer sind auch besonders günstig.

      • Wie kann man nur die tatsächlichen Fakten so ignorieren?

        Ganz besonders der Mittelstand, der das finanzielle Rückgrat der deutschen Umverteilungsmaschine ist, sucht händeringend Nachfolger als Unternehmer.

        Bin mal gespannt, wie viele Vollkasko-Beamte und theoretisierende Akademiker Ihres Schlages sich dafür finden.

      • Sie haben das mit der Arbeitsteilung offensichtlich nicht verstanden. Unternehmer haben andere Aufgaben als Wissenschaftler. Vielleicht sollten Sie einmal wieder etwas unternehmen, statt hier immer nur herumzustänkern. Interessanter ist die Frage, ob professionelle Politiker eine entsprechend spezialisierte Tätigkeit ausüben, was erklären würde, warum Unternehmer wie Wissenschaftler so erfolglos in der Politik sind. Das demokratische Ideal sind hingegen Amateurpolitiker, die aus allen Teilen der Bevölkerung kommen. Zur Lösung der sachlichen Probleme könnten andere Berufsgruppen sicherlich viel beitragen, doch im Haifischbecken der Politik verlieren sie damit vermutlich bloß.

      • Ich weiß sehr wohl, was Arbeitsteilung ist. Aber der Staat und auch die anderen öffentlichen Dienstgeber beschäftigen viel zu viele überflüssige Beamte (vor allem in der Verwaltung), die vor allem damit beschäftigt sind, den Unternehmen das Leben zu erschweren und somit doppelt zur Belastung werden: Einerseits schikaniert dieser Apparat Unternehmen und Bürger unnötig, was zu Lasten der Produktivität geht. Andererseits kostet dieser Apparat enorm viel und unnötiges Steuer- und Sozialabgabengeld, weshalb die Steuern und Abgaben viel höher sind als sie für einen effizienten Staat sein müssten und dürften.

        Mit echter „Arbeitsteilung“ hat das alles nichts zu tun. Eher müsste man konstatieren, dass zwei Bürger schuften, damit sich acht von ihnen durchfüttern lassen, von denen drei auch noch versuchen, sie nach Kräften von der Arbeit abzuhalten.

        In Deutschland etwas zu „unternehmen“ lohnt sich dadurch immer weniger und die Risiken sind gerade für kleinere und neue Unternehmen so hoch wie noch nie. Den Umverteilungs-Apparatschiks sei dank …

        Was die „Idealbesetzung“ der Politik in einer Demokratie angeht, gebe ich ihnen Recht. Aber die Apparatschicks sorgen schon dafür, dass es dazu erst gar nicht kommt. Das können Sie ja sogar am Beispiel der AfD nachvollziehen.

  4. Ein zweischneidiges Schwert.

    Nach dem 2. Weltkrieg wurden Flüchtlinge, die damals nicht willkommen waren, zwansgzugewiesen. Viele haben sich später im Ruhrgebiet niedergelassen, was heute noch an der Verbreitung von Nachnamen zu erkennen ist. Aus Flüchtlingen wurden somit Zuwanderer.

    Die meisten von uns waren zu dieser Zeit noch nicht geboren oder zu klein um sich daran zu erinnern. Hätte man diese Flüchtlinge abweisen sollen?

    • Der Fall war anders gelagert, da es sich um deutsche Flüchtlinge in Deutschland handelte. In der Klubanalogie bedeutet das, dass ein Teil des Klubs verloren ging und die Mitglieder deshalb zusammenrücken mussten.

      • In der linken Gedankenwelt gibt es aber nur einen Klub, der vermeintlich Ausgestoßene aufzunehmen hat. Leider gehen Linke in ihrer Gedankenwelt ausschließlich von Ceteris-Paribus-Annahmen aus und vergessen, dass eine Veränderung der Zusammensetzung des Klubs weitreichende Änderungen mit sich bringt. Eine Zusammenarbeit der verschiedenen Klubs via Handel lehnen sie aber ab, weil in ihrer Gedankenwelt der wirtschaftlich Stärkere ausschließlich der Böse ist und den Schwächeren ausnutzt. Sie denken aber nicht darüber nach, dass es auch ab der korrupten Führung jenes Klubs liegen kann, wofür vor allem dessen Mitglieder Verantwortung haben.

      • Linke gehen davon aus, dass der gesellschaftliche Wohlstand einfach vorhanden ist und es nur auf seine Verteilung ankäme. Wenn man die Prämisse akzeptieren würde, wäre in der Tat nicht einzusehen, warum manche Menschen reich sind bzw. viel verdienen und andere arm sind. Tatsächlich muss der Wohlstand jedoch erzeugt werden und reduziert zu starke Umverteilung den Wohlstand für alle. Dagegen stellt Handel alle Beteiligten besser, während Linke wie Rechte ihn für ein Nullsummenspiel halten, bei dem einer notwendig verlieren muss, was ein anderer gewinnt.

      • Es waren doch nicht nur deutsche Flüchtlinge. Auch Serben, die sog. „Königstreuen“, die unter Tito nicht nach Yugoslawien zurück konnten etc.

        Ein kurzer Auszug aus der Statistik der bpb
        Von den 12,5 Millionen Flüchtlingen und Vertriebenen in der Bundesrepublik und DDR des Jahres 1950 kam mit knapp sieben Millionen der größte Teil aus den ehemals deutschen Gebieten östlich von Oder und Neiße
        Als nächstgrößere Gruppe folgten knapp drei Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aus der Tschechoslowakei. Hinzu kamen 1,4 Millionen aus dem Polen der Vorkriegsgrenzen, 300.000 aus der bis 1939 unter der Verwaltung des Völkerbunds stehenden Freien Stadt Danzig, knapp 300.000 aus Jugoslawien, 200.000 aus Ungarn und 130.000 aus Rumänien

      • Fast alle waren jedoch Deutsche, auch wenn sie vorher nicht in Deutschland gewohnt hatten, oder zumindest enge deutsche Verbündete.

      • Frau Kunze,

        am Ende des Krieges gab es rund 8-9 Millionen DPs (Displaced Persons)( inkl. Kriegsgefangene) und Flüchtlinge in Westdeutschland und Österreich, in 2500 DP-Kamps. Zwischen 6-7 Millionen wurden repatriiert; rund 1.5 Mio konnten emigrieren nach Australien, Kanada und USA. (Quelle: Int’l Tracing Service)
        DPs habe die Option gehabt zu bleiben, zurückzukehren oder nach USA, Kanada oder Australien Auszuwandern.

  5. Was hier völlig ausgeklammert wird, sind ethnische und vor allem auch kulturelle Unterschiede zwischen Einheimischen und Einwanderern. Diese sind am Ende entscheidend, z. B. für den Erfolg und Bestand einer Nation (d. h. einer Schicksalsgemeinschaft). Es nur an Eigentumsfragen festzumachen, ist idiotisch und bestärkt mich in meiner Ansicht, dass es sich beim im Westen verbreiteten (Links-)-Liberalismus um eine Art von Degenerationserscheinung der heutigen Gesellschaft handeln muss.

    • Es gibt doch auch kulturelle Unterschiede innerhalb eines Landes, während gelingende Integration die kulturellen Unterschiede der Einwanderer und ihrer Nachkommen reduziert oder in den wesentlichen Fragen sogar ganz zum Verschwinden bringt. Eine zu starke Zuwanderung aus einem ganz fremden Kulturkreis kann hingegen den gesellschaftlichen Zusammenhalt zerstören und zu echten Parallelgesellschaften führen.

      Viele Rechte glauben doch selbst nicht an eine echte Schicksalsgemeinschaft, sondern denken ganz offen über Auswanderung nach, also dem Ausklinken aus dieser Gemeinschaft. Aus liberaler Sicht ist nichts dagegen zu sagen, doch wie passt das in Ihr Weltbild? Müssten Sie nicht konsequenterweise neben der Einwanderung auch die Auswanderung verbieten wollen?

      • Kulturelle und ethnische Unterschiede werden durch die Analogie nicht ausgeklammert. Einwanderung kann kulturelle Bereicherung bedeuten (man denke an italienische Eisdielen, griechische Restaurants, etc.), sie kann aber auch ein Ärgernis darstellen (Parallelgesellschaften mit Ehrenmorden, Unterdrückung der Frau, etc.). Zweifelsohne ist der kulturelle Nutzen/Kosten eines Einwanderers nicht konstant, sondern man hat es mit abnehmenden Grenznutzen, aber steigenden Grenzkosten zu tun, weshalb die reine Anzahl gesteuert gehört, um Verwerfungen in der Gesellschaft vorzubeugen.

  6. Ich vermute das diese unkontrollierte Einwanderung nicht aus Dummheit,sondern aus Absicht geschieht.

    Sichwort : Humankapital,Humanvermögen,Menschenmaterial.

    Man ist auch der Ansicht das jeder,wenn er nur genug gefördert wird zu etwas brauchbaren gewandelt werden kann.
    Nicht unbedingt jeder Einwanderer,doch aus deren Kindern sollte sich etwas brauchbares backen lassen.

    Und falls nicht,sind es immer noch Verbraucher ( im wahrsten Sinne ),welche durch Umschichtung finanziert wrden.

    • Deutschland kann vielleicht qualifizierte Zuwanderung gebrauchen. Diese kommt am ehesten noch aus anderen EU-Ländern. Insgesamt verliert Deutschland jedoch qualifizierte Auswanderer und bekommt dafür unqualifizierte Zuwanderer, die hier nicht einmal den Mindestlohn wert sind, also die Sozialsysteme weiter belasten statt entlasten. Auch in der zweiten und dritten Generation sind die schulischen und beruflichen Erfolge häufig gering.

      • Dies alles zeigt vor allem, dass der Umverteilungsstaat gescheitert ist.

        Qualifizierte Leute verlassen das Land, da sie anderswo bessere Bedingungen vorfinden. Unqualifizierte Zuwanderer werden m.E. zwar nicht (mehr) gezielt „angelockt“, wie manche Pegidioten glauben, aber sie werden selbst in der dritten Generation nicht integriert, sondern nach Schema F vom Umverteilungsstaat als Nichtsnutze von der Umverteilungsmaschine durchgefüttert.

        Dass qualifizierte Zuwanderung vor allem aus EU-Ländern kommt, mag zwar tendenziell stimmen, doch auch da gibt es zwischen einigen Ländern ein gewaltiges Gefälle.

      • 1. Es gibt sicher auch Gründe für qualifizierte Zuwanderer, nach Deutschland zu kommen, überwiegend fällt eine solche Betrachtung für sie negativ aus. Warum sollten qualifizierte (und damit intelligente) Zuwanderer in ein Hochsozialleistungs- und damit auch Hochsteuerland einwandern? Der Vergleich Deutschlands mit anderen Ländern (USA, Australien, Kanada…) ist in dieser Hinsicht negativ.
        2. Zur Diskussion über Liberale, die auf einen Exit unseres Sozialsystems durch Überforderung hoffen: Vor allem Linke und Grüne fördern durch ihren Ruf nach mehr Sozialleistungen letztlich das Aus des Sozialstaats. Nur haben sie im Gegensatz zu den Liberalen nicht die intellektuelle Potenz, das auch zu erkennen.

      • Ich weiß das.

        Die Frage ist nur,warum wird das so gehandhabt.

  7. Sehr geehrter Herr Dilger, das ist ein sehr guter Artikel und ich bin genau Ihrer Meinung. Uns Fremdenfeidlichkeit vorzuwerfen, nur weil wir diese Gedanken hegen, ist nicht nachvollziehbar.

  8. Herr Prof. Dr. Dilger,

    Ihre Ansichten sind ökonomisch und philosophisch durchdacht. Doch der Zeitgeist – zumindest hier in Münster – ist ein ganz anderer. Es gilt als humane Verpflichtung einfach alle Flüchtlinge aufzunehmen. Egal woher sie kommen oder was der Grund ihrer Flucht war.
    Umstandslos sieht man in den Wegziehenden eine bedrängte Kreatur, der es zu helfen gilt. Wer es wagt hier nach Motiven der Abwanderung zu fragen oder gar zu unterstellen, dass Menschen ihr Land aus rein ökonomischen Gründen verlassen, der hat ein politisches Tabu verletztz.

    So etwas darf man nicht denken oder gar aussprechen in der politisch beherrschten Klasse in Münster. Alle Flüchtenden sind ausnahmslos edle und gute Menschen, denen zu helfen unsere Verpflichtung ist. Wer das anders sieht, der ist böse oder gar ein ganz schlimmer Nazi.

    Also Leuten mit dene man nichts zu tun haben will.

    Die politische Diskussion ist eben nicht von rationalen Kriterien und Fragen der wirtschaftlichen Tragfähigkeit geprägt. Sondern von einfachen, ja kindlichen Denkschemata. Die Realität hat sich dem politisch gewünschten unterzuordnen. Was dann als Primat der Politik verkauft wird. Es wird eine Pippi-Langstrumpf-Politik betrieben: „ich mache mir die Welt, so wie sie mir gefällt“.

    Auf diesem Politikfeld herrscht ebenso uniso über alle Parteigrenzen Einigkeit, wie beim Thema Euro oder der Energiepolitik/Energiewende. Alles drei sind aber Politikfelder, wo die Antworten der Parteien mit den Lebenswirklichkeiten kollidieren und der gewählte Politikansatz über kurz oder lang scheitern muß. Deshalb braucht es in Deutschland eine Partei, die sich der irrationalen Wunschtraum-Politik entgegenstellt und Lösungen abietet, die auf der Basis der Realität entwickelt worden sind. Nur so kann wirtschaftliche Prosperität und demokratische Freiheit auf Dauer in unserem Land gesichert werden.

    • Das war doch der Grund, warum die AfD gegründet wurde und ihr Niedergang so bedauerlich ist. Trotzdem kann man einen Neustart nicht einfach erzwingen, sondern muss die Fehler aufarbeiten und auf eine passende Gelegenheit zur Zusammenarbeit mit den richtigen Personen warten.

  9. Das Thema bleibt einseitig. Zuwanderung aus wirtschaftlichen Vorteilen unseres Landes ist selbstverständlich. Genau so selbstverständlich ist es, Flüchtlingen zu helfen, die in Lebensgefahr sind. Man muss sich fragen, was wir tun können, um Flüchtlingsströme nicht entstehen zu lassen. Ich möchte es einmal an einem Beispiel erklären:
    Zehn Millionen Griechen stehen an unserer Grenze, weil sie pleite sind. Was ist zu tun?

    a, wir zahlen ihnen Geld, damit sie ihre Schulden zahlen können
    b, wir erlassen ihnen die Schulden
    c, wir leisten Hilfe bei Investitionen
    d, wir bauen Flüchtlingsheime

      • @AD

        Genau deshalb ist es an der Zeit, dass Politik nicht mehr überwiegend von Beamten und lebenslangen Berufspolitikern gemacht wird, sondern von Pragmatikern mit echtem Sachverstand. Aber darin würden Sie ja eine „Erosion des Rechtsstaats“ sehen (siehe oben).

      • @AD

        Ich strebe keine politische Karriere an. Das wissen Sie doch ganz genau.

      • Das habe ich auch nicht behauptet. Es ging um das Machen von Politik. Wenn Sie politisch gar nichts wollen, warum schreiben Sie dann hier jeden Tag so viele Beiträge?

      • Ich versuche lediglich, ein ganz klein wenig zur Meinungsbildung beizutragen.

      • @Dilger Zumindest sollte die Chancen einer „Weckruf-Partei“ mit der heutigen erneuten Verhinderung eines Grexit gestiegen sein…ob es zum Überleben der Partei reicht, wird man sehen. Die Partei ist noch nicht gegründet…also es noch nicht ausgeschlossen, dass man wenigstens aus einigen Fehlern gelernt hat….was die nächsten Wochen zeigen werden. Wie finden Sie den Namen: Bremer Bürgerliche Reformer?

      • Das nächste Hilfspaket für Griechenland wird die Lage kurzfristig beruhigen. Demnächst bricht der Konflikt wieder auf, aber vielleicht sind dann auch wieder keine Wahlen in der Nähe. Das Gedächtnis der Wähler ist meistens kurz und bei einer Landtagswahl ist das Eurothema ohnehin nicht so wichtig.

        Der Name erscheint mir unglücklich, doch vermutlich wird er ohnehin bald durch den Namen der neuen Partei ersetzt. Fragt sich nur, ob deren Namen wirklich glücklich sein wird.

      • @Dilger Hoffentlich kommt man nicht auf die Idee, die neue Partei „Deutsche Reformpartei“ zu nennen! So eine Partei gab es schon im Kaiserreich und war Nachfolger der antisemitischen Volkspartei…Medien und AfD würden sich über so viel Dummheit freuen.

      • Es gibt ganz viele Vorschläge, darunter wohl auch diesen, doch noch ist nichts entschieden. Ich vermute allerdings, dass der Name am Ende wieder möglichst nichtssagend wird. Nächsten Sonntag wissen wir mehr.

      • Leider gibt es im Weckruf/Neustart auch schon Anhänger von Verschwörungstheorien und Antiamerikanismus…kein gutes Zeichen! Ich hoffe, es gibt ein Parteiprogramm, was solchen (potentiellen) Mitgliedern schnell die Grenzen aufzeigt…ansonsten wird schon allein deswegen die neue Partei wieder schnell scheitern. Es scheint so, als habe die AfD die braunen Sozialisten behalten und der Weckruf die roten Sozialisten mitgenommen, die außer Euro-Kritik wenig mit den restlichen (potentiellen) Mitgliedern, Liberalen und Konservativen, verbindet…

      • @nationalliberal

        Na so was – der Weckruf besteht also offenbar doch nicht nur aus aalglatten CDU-Anpassern. Das wird seine Gründer aber gar nicht freuen. Höchste Zeit für die erste Säuberungswelle! *lol*

      • Säuberungswelle? Ein Parteiprogramm mit klarer Linie reicht…dann gehen die Spinner von selbst…zu Ihnen und der AfD…viel Spaß, Sie stehen ja auf Dauerstreit 🙂 …bzw. können Sie am Anfang mit den Spinner bestimmt erst einmal gemeinsam gegen den bösen Lucke, Weckruf, CDU, FDP, usw. hetzen, was scheinbar ihr einziger Lebensinhalt ist.

      • Ein Parteiprogramm mit klarer Linie wird es bei Ihren Weckrufern genauso wenig geben, wie Ihre Weckrufer es bei der AfD zugelassen haben. Eine klare Linie birgt nämlich das Risiko, nicht mehr kompatibel zur CDU zu sein. Und da will der Weckruf schließlich nicht in Erklärungsnot geraten. Beim Weckruf geht es um die Beförderung von politischen Karrieren, die dem größten Teil der Weckrufer in ihrer früheren Zeit bei der CDU nicht vergönnt waren und nicht um politische Inhalte.

      • @Alexander Dilger:
        „Um welche politischen Inhalte geht es denn jetzt noch in der AfD?“

        Ich bedauere sehr, Ihnen diese Frage ebenso wenig beantworten zu können, wie vor einer Woche, einem Monat oder einem Jahr. Deshalb fordere ich ja schon lange die Abhaltung eines Programmparteitags, den auch die großen Weckrufler stets unter tausenderlei Vorwänden zu verhindern wussten.

        Gegenfrage:
        Um welche politischen Inhalte geht es im Weckruf2015 und in dieser neuen Partei „NS2015“ oder wie auch immer sie sich nennen wird?

  10. Selbstverständlich ist die 2. Grundeinstellung und eine klare Trennung zwischen Einwanderern (EU Länder sind automatisch im Vorteil) und Flüchtlingen, illegalen Wirtschaftsmigranten und Asylsuchenden unbedingt notwendig.

    Hier darf man die Zukunftsforschung nicht naiv ignorieren. Welche Folgen wird heutige Immigrationschaos in Deutschland etc. auf Bevölkerung und Wohlstand in z.B. 20 oder 50 Jahren haben? Gibt es eine Bundesrepublik Deutschland noch, wird nur noch Spanisch gesprochen und wird ein moslemischer Transvestit aus Tschad Bundeskanzler sein? Die Politik ohne eine Vision und ohne eine Zielrichtung ist fahrlässig. Hier könnte sich die Politik besser vorbereiten auf Zukunftsaufgaben, Bürger mehr informieren und für sich mehr Zustimmung erobern.

    Ungehinderte Wirtschaftsmigration und Ideologie dürfen nicht über Zukunft eines Landes/Kontinents blind entscheiden.

  11. Es ist mir ein Bedürfnis, da ich ihn persönlich kennen lernen durfte: Ich wünsche der Familie von Philipp Mißfelder viel Stärke, die Trauer zu überstehen. Mein herzliches Beileid! Ich bin bestürzt, wie viele Menschen in anderen Foren gegen ihn Nachtreten und keinerlei Mitgefühl über den Tod eines jungen Menschen zeigen, nur weil sie seine politischen Ansichten ablehnen…

    • So ein trauriges Schicksal kann jede Familie treffen!
      Hat Echo über Herrn Mißfelder heute auch etwas zu tun mit seinem Äusserungen über ältere Bürger?

    • Pietätloses Nachtreten nach einem Verstorbenen geht überhaupt nicht. Das ist primitiv und zeugt nur vom einfältigen Geist des Nachtretenden.

  12. Die neue Sachkompetenz der AfD, Meuthen: „Die Wähler in Deutschland merken, dass sie von der Bundesregierung gefangen genommen wurden. Der Euro ist wie Guantánamo: Man kann rein, aber nie wieder raus“ http://www.huffingtonpost.de/2015/07/13/afd-zur-griechenland-einigung-die-eurozone-ist-wie-guantanamo_n_7783252.html?utm_hp_ref=politik …geschmackloser Vergleich…und Zufall, oder will man auch die Seelen der USA-Hasser ein wenig streicheln?

      • Das gleiche kam mir auch in den Sinn. Herrn Meuthen scheinen die Maßstäbe nicht klar zu sein und aufgrund dieser Aussage erscheint er mir zudem pietetlos.

      • Ein markiger Vergleich ist in der Politik nicht unüblich. Dass da auch mal daneben gegriffen wird (von wegen ‚pietätlos‘ und so) soll vorkommen. Nicht nur in der AfD, auch in anderen Parteien.

      • Von jedem kann „auch mal daneben gegriffen“ werden, doch wann greift Ihre AfD nicht daneben? Sind von Herrn Meuthen, immerhin dem „liberalen“ und bürgerlichen Aushängeschild, auch irgendwelche sinnvollen Aussagen überliefert?

      • Nochmal, lieber Herr Dilger: Das ist nicht „meine“ AfD.
        Ich bin nur ein ganz normales Mitglied, so wie Sie es zuletzt auch gewesen sind.

        Da ich Herrn Meuthen bislang nicht persönlich kenne und er als Mitglied des Landesvorstands der AfD Baden-Württemberg kaum in Erscheinung getreten ist, vermag ich noch nicht zu beurteilen, wie liberal Herr Meuthen wirklich ist. Ich beobachte das wie immer erst einmal, statt vorschnell eine Meinung abzugeben.

      • Müssen ich Ihnen wirklich den Gebrauch von Possessivpronomen erklären? Natürlich ist das Ihre AfD, so wie es bis vor zehn Tagen unsere und auch meine AfD war. Sie sind nicht für alles dort verantwortlich, doch die grobe Linie müssen Sie sich als Mitglied schon zurechnen lassen.

      • Nun, es geht hier – wie Sie nur all zu genau wissen – um den rhetorischen Aspekt und nicht um die Bedeutung von Possessivpronomen an sich. Aber lassen wir doch diese albernen Haarspaltereien.

        Es gibt derzeit keine erkennbare AfD-Linie. Eigentlich gibt es die schon längere Zeit nicht mehr. Es wurden lediglich Personen ausgetauscht und entgegen meiner und auch Ihrer Empfehlung hat der Bundesvorstand der AfD es bis heute nicht für notwendig erachtet, endlich zu einem Programmparteitag einzuladen. Stattdessen ging es bislang überwiegend um das Personal und dessen individuelle Standpunkte. Von einer „Parteilinie“ fehlt spätestens seit dem Einzug der AfD in das Europaparlament doch leider jede Spur.

        Ein Fehler, den die ‚Weckrufer‘ höchstwahrscheinlich auch wiederholen werden.

      • „Ein markiger Vergleich ist in der Politik nicht unüblich.“

        Das ist schon sehr euphemistisch ausgedrückt. Es ist schon ein krasser Unterschied, ob Merkel & Co. finanzielle Spielräume verspielen und zukünftige Arbeitslasten schaffen, oder ob ein Staat Menschen wegsperrt, foltert und jeder rechtsstaatlichen Aufsicht entzieht.

      • Lieber Herr Wilhelm,

        70, 80% Abgabenlast und mehr bedeutet in meinen Augen 70, 80% Zwangsarbeit.

        Wenn der größte Teil davon dann für unsinnige Staatsausgaben wie die Rettung von Großbanken oder des Euro draufgeht, fühle ich mich als „Steuerbürger“ schon auch zu einem erheblichen Grad meiner Freiheit beraubt.

        Bezahlen Sie denn keine Steuern?

    • Wenn Vergleiche zu konkret oder aktuell gewählt werden, rufen sie in den Köpfen der Menschen bestimmte Bilder hervor, die nicht unbedingt der Intention des Autors entsprechen müssen. Mit dem Ort Guantánamo verbindet jeder Deutsche jene Bilder, die vor zehn Jahren durch die Presse gingen. Ist die Eurozone aber mit Folter vergleichbar? Will Meuthen darauf hinaus oder will er sie nur mit einem Gefängnis vergleichen? Natürlich Letzteres. In dem Fall hätte er jedoch ein anderes Bild wählen sollen. Welches? Ein weniger Aktuelles, ein weniger Grausames. Vielleicht etwas in der Art von: “Die Wähler in Deutschland merken, dass sie von der Bundesregierung gefangen genommen wurden. Der Euro ist wie Alcatraz: Man kann rein, aber nie wieder raus.” Alcatraz ist durch die Populärkultur sehr bekannt. Niemand verbindet mit diesem Gefängnis etwas anderes als Gefangene. Und von diesen sogar einen sehr berühmten: Al Capone. Keine Grausamkeiten sind hier geschehe. Es ist lediglich der Inbegriff des Gefängnisses. Niemand könnte von diesem Bild verletzt werden, jeder würde den Grundgedanken nachvollziehen können, zustimmen würden ihm alle, die im Euro, in seiner aktuellen Ausprägung, einen Fehler sehen. Sollte man der AfD Führung einen Kurs in Fettnäpfchen vermeiden anbieten?

      • Den letzten Teil der Metapher habe ich leider gestern vergessen, dabei rundet er sie doch so schön ab: Schlußendlich wurde Alcatraz geschlossen und ist heute ein Museum.

  13. In der gesamten Menschheitsgesichte hat es unterschiedliche Völker und Kulturen gegeben, die sich in eigenen Staaten organisiert haben. Das Volksvermögen, und dazu gehören auch die Einlagen der Sozialversicherungen, musste zuerst einmal erarbeitet werden. Daher sollte es nur Angehörigen des eigenen Volkes zustehen. Wer aber weltweit offene Grenzen will, muss also zuerst die Sozialsysteme abschaffen. Das „liberale“ Ergebnis ist dann das „Recht des Stärkeren“…….

    • Wenn Sie etwas gegen die strikte Verschlankung des Umverteilungssystems haben, müssen Sie den Crash, den der Umverteilungswahnsinn zwangsläufig mit sich bringen wird, in Kauf nehmen. Und zwar unabhängig davon, ob Sie nun eine Mauer um Ihren Staat bauen oder nicht. Das hat nämlich die DDR 1.0 auch schon nicht vor der Pleite bewahrt.

  14. Alternative 1 könnte man ggf. vertreten wenn es keinerlei Anreize für illegale Einwanderer durch Sozialleistungen geben würde. Aber selbst wenn diese gering sind, bleibt die Anziehungskraft einer überwiegend wirtschaftlich erfolgreichen Gesellschaft enorm, wie das Beispiel USA zeigt. Von daher ist aus liberaler Sicht nur Alternative 2 realistisch, alles andere ist sozialistische Utopie.

    • Auch in den USA gibt es LEIDER soziale Wohltaten für illegale Einwanderer (food stamps, kostenlose ärztliche Behandlungen und je nach Bundesstaat auch Unterstützung für Kleinkinder wie Windeln und Babymilch, aber die Möglichkeit den PKW-Führerschein zu erwerben, …).

  15. Herr Dilger,

    Sie haben in einem Beitrag zu diesem Artikel erklärt, Gaulands Vorstoß, die Zuwanderung aus islamischen Ländern einzustellen, oder anders formuliert, die Zuwanderung nach Deutschland auf bestimmte nicht-muslimische Länder zu begrenzen, sei nicht grungesetzkonform.

    Mich würde sehr interessieren, was Sie zu dieser Ansicht veranlasst.

    Können sie konkret Artikel des Grundgesetzes benennen, gegen den eine solche Zuwanderungsbeschränkung verstoßen würde?

    War aus ihrer Sicht dann auch die Zuwanderungserlaubnis für ethnische Deutsche aus Rumänien, Russland, Kasachstan usw., sogenannte Spätaussiedler, die nicht kulturell sondern sogar ethnisch begründet war, unvereinbar mit dem Grundgesetz? Oder ist dies für sie ein anderer Fall.

    Ich bedanke mich im Voraus für ihre Ansichten.

    • Eine harte Selektion von Menschen nach Glauben oder Herkunft widerspricht dem kompletten Grundgesetz, insbesondere Artikel 1, 3, 4 und 16a. Deutsche besitzen im deutschen Staat natürlich eine Sonderstellung. Sie dürfen Menschen- auch nicht mit Bürgerrechten verwechseln.

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