Massaker von Srebrenica begann vor 20 Jahren

Heute ist der Gedenktag für das „Massaker von Srebrenica“, welches vor 20 Jahren damit begann, dass bosnische Serben der Streitkräfte der Republika Srpska unter Führung von Ratko Mladić eine UN-Schutzzone bei Srebrenica fast kampflos einnahmen. In den nachfolgenden Tagen wurden über 8.000 muslimische Bosniaken, fast ausnahmslos Jungen und Männer zwischen 13 und 78 Jahren, ermordet, während die meisten Frauen und Kinder Richtung bosniakisches Gebiet abtransportiert wurden. Es handelte sich um das schlimmste Massaker und Kriegsverbrechen in Europa seit Ende des Zweiten Weltkriegs, wobei bis heute die Mitschuld der Blauhelmsoldaten umstritten ist, die nichts dagegen unternahmen, den Umfang des Tötens aber vielleicht auch nicht kannten und vor allem selbst gefährdet waren. Trotzdem dürfte eine wehrlose Schutzzone, die Menschen ausliefert statt beschützt, schlimmer sein als gar keine solche Zone. Das Massaker zeigt auch, dass Muslime durchaus die Opfer und Christen (sowie Kommunisten) die Täter sein können. Die Zahl der Opfer liegt weit höher als von allen islamistischen Terroranschlägen im Westen seither zusammen. Im Irak, Afghanistan und nun auch Syrien sterben allerdings noch viel mehr Menschen.

51 Gedanken zu „Massaker von Srebrenica begann vor 20 Jahren

  1. Srebrenica hat damals gezeigt, dass die VN an ihre Grenzen stößt. Bei ihrer Gründung ist man nur von zwischenstaatlichen Konflikten ausgegangen. Es hat sich nach und nach aber immer mehr gezeigt, dass es viel mehr innerstaatliche Probleme gibt. Damit begangen auch die Probleme bei den VN. Hätten sich die Soldaten nicht sogar strafbar gemacht, falls sie ohne Mandat eingeschritten wären?

    • Im Grunde war das kein einfacher Bürgerkrieg, sondern ein Krieg zwischen entstehenden Kleinstaaten. Die Blauhelmsoldaten hatten ein klares Mandat und es waren sogar Luftschläge gegen die anrückenden bosnischen Serben beschlossen worden. Diese wurden jedoch kaum durchgeführt, weil die Serben Geiseln genommen hatten und dann auch wahllos alle Zivilisten unter Feuer zu nehmen drohten. Eigentlich hätten alle Zivilisten in der Schutzzone beschützt werden müssen, doch Sollen setzt Können voraus.

      • Neben dem KÖNNEN ist auch noch WOLLEN von entscheidender Bedeutung.
        UN-Einsätze kranken regelmäßig daran, dass die Truppensteller-Staaten nur eine geringe Motivation haben. Die örtlichen Milizen sind hingegen hoch motiviert und überkompensieren damit ihren Mangel an Ausrüstung und Ausbildung. Oft hat die UN-Truppenstellung eine Feigenblattfunktion. Nicht selten sind die ausführenden Militärs nicht von dem überzeugt, weswegen gutmeinende Politiker oft naiv eigene Truppen in die Welt schicken. Ein Wirken in der Fläche ist den UN-Truppen oft unmöglich.
        Aktuell haben wir auf dem Balkan möglicherweise wieder die Erscheinung, dass auf dem eingefrorenen Konflikt lediglich ein Deckel durch UN-Truppen liegt. Die steigenden Flüchtlingszahlen aus dem Balkan haben auch ihre Ursache darin, dass die Menschen vor den darunter schwelenden ethnischen Säuberungen, gepaart mit plumper Kriminalität, fliehen.

  2. Es ist ziemlich einfach im Fall Srebrenica zu sagen wer die Täter und wer die Opfer waren. Serbische Einheiten verübten ein Massaker an mänlichen Bosniaken in wehrfähigen Alter.

    Gerichtsprozesse sind seit Jahren im Gange. In Bosnien partiziperten drei Parteien an dem blutigem Bürgerkrieg, moslemische Bosniaken, katholische Kroaten und orthodoxe Serben. Was Menschen bewegte war ein Überlebenskampf, jede Ethnie für sich. Es ging um Nationalismus und Macht , Kommunismus war dabei nicht ausschlaggebend.

    In Srebrenica handelte es sich um „ethnische Säuberung“ und Rache. Ob es Genozid war sollen unabhängige Juristen und Historiker klären. Nicht Politiker und noch weniger Herr Bundespresident. In einem Bürgerkrieg ist nichts schwarz oder weiss.

    Während des Krieges in Kroatien wurde sehr eindringlich gewarnt , dass In Bosnien alles noch viel schlimmer wird. Und trotzdem alle drei Parteien könnten es nicht lassen. Nach meiner Erinnerung began Izetbegovic in April 1992 mit einem Angrif auf jugoslawische Soldaten, mit Unruhen in Bosnien. Am 15.10.91 erklärt Bosnien gegen den Willen der Serben seine Unabhängigkeit. In Bosnien gab es 44% Muslime, 31% Serben und 17% Kroaten. Noch wichtiger war die stark vermischte Vereilung („Tigerfell“) der Ethnien. Neben drei Armeen kämpften noch mind. 45 paramil. Verbände in diesem Krieg. Am 29.2/1.3. 1992 gab es ein Referendum für Unabhängigkeit, allerdings von Serben boykottiert.

    Srebrenica vorausgegangen sind zahlreiche Massaker, begangen von beiden Seiten, in sehr vielen Dörfern in Umgebung wie z. B. Bratunac. Es ist die rede von über 1000 serbischen Opfer. Wer Vergangenheit bewältigen möchte muss über alle Opfer offen reden und sich nicht medienwirksam nur mit Srebrenica profilieren. Alle Ethnien waren Opfer und Täter!
    In diesem Tagen wird auch über die Rolle der bosnischen Regierung bei Massaker von Srebrenica gesprochen.

    • Fortsetzung:

      „Nein, und dafür müssen wir uns eigentlich bis heute schämen. Und wir nehmen auch bis heute die bosnisch-serbischen Opfer nicht wahr. Dabei geht es um mehr als 1.200 Menschen, die teilweise auf ganz fürchterliche Weise umgebracht worden sind. Eine Erklärung, allerdings eine ungenügende, liegt darin, dass die bosnisch-serbische Führung und die Internationale der Srebrenica-Leugner diese Verbrechen und diese Toten immer dazu benutzt hat, das Verbrechen vom Juli 1995 zu relativieren oder gleich ganz ins Reich der Märchen zu verweisen. Aber noch einmal: Das ist wirklich kein Ruhmesblatt und gehört noch aufgearbeitet, auch juristisch. Es hat in Den Haag nicht eine Anklage wegen der Ermordung der Menschen in diesen bosnisch-serbischen Dörfern gegeben.“

      Zitat aus:
      http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/srebrenica-massaker-muslime-im-stich-gelassen-13696084.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

      • Das Gedenken an das Massaker von Srebrenica soll nicht dazu dienen, andere Kriegsverbrechen zu vergessen. Jedes serbische Opfer war ebenfalls eines zu viel. Das sollte auch eine Mahnung sein, wie schlimm Bürgerkriege und wie zerbrechlich Vielvölkerstaaten sind. Daran sollten unsere Politiker denken, bevor sie ohne Not Vereinigte Staaten von Europa gegen den Willen der Völker schmieden.

    • Wenn man die Länder es ehemaligen Jugoslawien bereist, trifft man – von Maribor bis Bitola – überwiegend auf enorm liebenswürdige, gastfreundliche Menschen. Und wenn man dann beim Abendessen sitzt, und aus dem Radio erklingt z.B. eine Ballade des in allen Nachfolgerepubliken beliebten Zeljko Joksimovic, dann fragt man sich, wie es sein kann, dass derart herzliche Menschen, die solche gefühlige Musik lieben, damals wie die Berserker aufeinander losgehen konnten.

      Meine Theorie: es war die Unsicherheit, die das Ausmaß an Barbarei zumindest massiv begünstigte. Hätte man z.B. 1990 in den ehemals sozialistischen Staaten folgende Frage gestellt: „Wie siehst du deine Situation heute, und wo glaubst du in zehn Jahren zu stehen?“ – ich denke, die Antwort wäre ähnlich gewesen, ob in Leipzig oder Budapest, in Posen oder Prag: „Das kommunistische System hat nicht funktioniert, es musste weg. Wir haben einen schweren und schmerzhaften Wandel vor uns, aber in ein paar Jahren wird es uns und unseren Kindern besser gehen.“ Die Einschätzung wäre, bis weit in die Reihen der herrschenden Parteien, fast schon Konsens gewesen.

      Anders aber in Jugoslawien – dort gab es keinen die Republikgrenzen überschreitenden Konsens. Den ersten Teil, die Feststellung der Disfunktionalität des Kommunismus, hätten wahrscheinlich die meisten, ob Serben oder Kroaten, ob Slowenen oder Mazedonier noch geteilt. Aber ein Ausblick auf die Zukunft war, angesichts der Zerstrittenheit der Führung, nicht möglich. Man hätte womöglich geantwortet: „Wie kann ich sagen, was in zehn Jahren sein wird? Ich weiss ja nicht mal, was in einem Jahr sein wird! Vielleicht lebe ich dann in einer Demokratie, vielleicht in einer Militärdiktatur unter Kadijevic und Mamula, vielleicht in einem eigenen Land, und vielleicht im Bürgerkrieg.“

      Im Herbst 1991 begleitete ich einen Hilfskonvoi nach Albanien. Bei der Überfahrt von Triest nach Durres blickte ein Mitstreiter, ein gebürtiger Kosovare, in Richtung der kroatischen Küste und sagte: „Da drüben ist jetzt Krieg. Das ist doch verrückt, vor ein paar Jahren waren wir doch alle noch Jugos.“

      Es war diese elementare Unsicherheit, die es den nationalistischen Kreisen erst ermöglichte, Nachbarn gegen Nachbarn aufzuhetzen. Denn wenn alles andere unsicher wird, flüchten sich Menschen gerne in die vermeintliche Sicherheit kollektiver Zugehörigkeiten. Und wenn ein System aufgegeben wird, ohne dass ein funktionierendes Nachfolgesystem bereitsteht, entsteht zwangsläufig derartige Unsicherheit.

      Von daher sollte das ehemalige Jugoslawien uns auch eine Mahnung sein. Was momentan auf europäischer Ebene geschieht, hat das Potential zur Katastrophe. Wenn bisher leidlich funktionierende nationalstaatliche Strukturen beschädigt oder gar zerstört werden, und die neuen europäischen Strukturen sich als nicht belastbar erweisen, geraten mehrere hundert Millionen Europäer in eine fundamentale Unsicherheit, die jener im damaligen Jugoslawien nicht so ganz unähnlich ist.

  3. „Das Massaker zeigt auch, dass Muslime durchaus die Opfer und Christen (sowie Kommunisten) die Täter sein können.“
    Dies hat a) nun wirklich niemand bestritten und b) handelte es sich dabei nicht um einen religiös motivierten Konflikt, sondern um einen Konflikt zwischen Volksgruppen in einem Vielvölkerstaat. Wenn man daraus Lehren ziehen will dann sollte dies sein, dass multireligiöse, multi-ethnische Staaten – hier sei auch auf Syrien und den Irak verwiesen – keinesfalls weniger anfällig für Blutvergießen sind als aus rein politischen Gründen verteufelte homogene Nationalstaaten. Hier auf die Religionszugehörigkeit abzustellen ist etwa so wie die westliche Demokratie mit Verweis auf die Atomangriffe auf Japan schlecht zu machen.

    „Die Zahl der Opfer liegt weit höher als von allen islamistischen Terroranschlägen im Westen seither zusammen.“
    So, also das geht wirklich zu weit. Ich bin baff, so etwas hier lesen zu müssen. Diese Aussage, so sachlich korrekt sie sein mag, nimmt nicht Muslime in Schutz, sondern Terroristen; tatsächlich wirft sie „normale“ Muslime, in dem Fall sogar ermordete Muslime, mit Terroristen in einen Topf. Würden Sie bei einem Blogbeitrag zur Sowjetunion schreiben: „Die Zahl der Opfer der Sowjetunion liegt weit höher als die des Dritten Deutschen Lichtreiches?“
    Menschenleben gegen Menschenleben aufzurechnen widerspricht Art. 1 des Grundgesetzes, der Würde des Menschen. Das hat das Bundesverfassunsggericht in seinem Urteil zum Luftsicherheitsgesetz klar gesagt. Krude ist die Denkweise vor allem deswegen, weil dann der größte Massenmörder die rote Linie zieht: „Na ja, ich habe fünf Millionen Menschen vergast, aber der Holocaust war ja schlimmer.“
    Ihr völlig überflüssiger und fehlgehender Vergleich krankt nicht zuletzt daran, dass die islamistischen Terroristen, die im Westen und v.a. anderswo (warum isolieren Sie den Westen?) massenweise Unschuldige getötet haben, natürlich viel mehr Menschen getötet hätten, wären diese so schön an einem Ort versammelt gewesen. Wenn die 9/11-Killer die Chance gehabt hätten, 300 Millionen Amerikaner zu ermorden, dann hätten sie es getan. Das „Dritte Reich“ hätte auch viel mehr Menschen umgebracht, wäre es 1945 nicht zusammengebrochen. Die Wahrheit ist, dass eine extrem kleine Zahl von extrem schlecht ausgerüsteten Personen dazu in der Lage war, eine viertstellige Zahl von unschuldigen Menschen außerhalb eines Kriegsgebietes zu töten.
    Davon abgesehen ist es völlig pervers, in christlich bzw. säkular geprägte Länder zu migrieren (weswegen der Vergleich mit Bosnien auch hinkt), um sich dort über das Fehlen von islamischen Feiertagen und Halal-Essen zu beschweren, Frauen primitive Kleidervorschriften aufzwingen und erst recht die dort lebenden Menschen umbringen zu wollen. Die Wahrheit ist dass wir bis vor kurzem gar keine islamistischen Terroranschläge in westlichen Ländern hatten (es würde 0 Tote durch Muslime in England, Spanien und Frankreich geben, würde es dort keine Muslime geben), aber durch die Einwanderung von Muslimen nichts Spezielles im Vergleich zu anderen Einwanderern gewinnen. Der „Gewinn“ besteht in Angst beim Benutzen bestimmter Verkehrsmittel, massiven Grundrechtseingriffen einschließlich wirtschaftlicher Kosten sowie einer Deformation des Rechtsstaates, wie er durch keine andere Migrantengruppe entsteht. Die Wahrheit ist auch, dass es keinen „Christiismus“ und keinen komischen „Buddhiismus“ gibt, aber einen Islamismus. Es gab und gibt Christen, Juden und Hindus, die Menschen töten. Aber keine dieser Religionen hat einen derartigen politischen Arm, der so etwas auch noch befördert. Die Wahrheit ist auch, dass weder Jesus noch Buddha so als Rollenmodell für Mord, Sklaverei und Vergewaltigung taugen wie Mohammed, über den der Gründer des heutigen türkischen Staates eigentlich alles gesagt hat. Wie will man diese Tatsache loswerden? Es handelt sich dabei nur um die bis in alle Ewigkeit festgeschriebene Glorifizierung einer blutrünstigen, primitiven Trieben frönenden Person, für die sich u.a. Adolf Hitler begeistert und die die tödlichste und illiberalste Ideologie unserer Tage begründet hat.
    Wenn Sie diese Problematik mit grundgesetzfeindlichen und an den Haaren herbeigezogenen Vergleichen unter den Teppich kehren wollen, dann müssen Sie sich nicht wundern, wenn immer mehr irregeleitete Leute in den Taten der bosnischen Serben eine Art Präventivschlag bzw. Selbstverteidigung sehen. Sofern Sie immer noch nicht einsehen, da etwas absolut Amoralisches geschrieben zu haben, stellen Sie sich bitte vor, Sie würden mit Menschen reden, die in London vor zehn Jahren ihre Kinder verloren haben. Würden Sie da auch sagen: „Hey, schlimm wenn Leute sterben, aber da, da bei einem bestimmten Ereignis in einem Bürgerkriegsland auf dem Balkan, da haben ungläubige Kriegsverbrecher und Nazis mal viel mehr Leute umgebracht?“

    „Im Irak, Afghanistan und nun auch Syrien sterben allerdings noch viel mehr Menschen.“
    Das scheinen Länder zu sein, in denen die USA entweder militärisch interveniert oder die Regierung anderweitig untergraben haben. Aber laut Ihnen kritisiert man die ja besser nicht, schließlich werden wir von den USA beschützt (vor den Terroristen im Bundeskanzleramt z.B.).

    Für die Toten tut es mir leid. Meine Worte werden weder sie noch ihre Angehörigen erreichen, aber jeder einzelne Tote ist eine Katastrophe. Man kann nur hoffen, dass ihr Andenken in Ehren gehalten und nicht für das Herunterspielen anderer Menschenrechtsverstöße missbraucht wird, etwa so wie der Holocaust als schmieriges „Argument“ gegen Angela Merkel genutzt wird.

    • Wegen Ihrer Islamophobie (mit der Sie eigentlich ganz gut weiter in die AfD passen) haben Sie meine Aussage leider nicht verstehen wollen. Jeder Mord ist einer zu viel, doch Ihre einseitige Fixierung auf islamistischen Terror gibt diesem eine Bedeutung, die er objektiv nicht hat. Es gibt eben nicht nur Islamismus, sondern auch christlichen Fundamentalismus, übersteigerten Nationalismus bis hin zum Nationalsozialismus, Kommunismus etc.

    • Unter anderem der Nordirlandkonflikt hat deutlich gezeigt, dass es auch unter Christen ziemlich gewalttätige Vollidioten gibt. Religiöser Fanatismus und Extremismus ist keinesfalls auf bestimmte Religionen begrenzt.
      Richtig ist allerdings: Die Quantität der religiös motivierten Gewalt ist im Islam aktuell wesentlich höher, als im Christentum, was durchaus in einem Zusammenhang mit einem Mangel an Aufklärung im Islam stehen könnte. Das Zentrum für Islamisch Theologie an der Uni Münster ist hier möglicherweise ein guter Ansatz, so etwas wie Aufklärung in den (deutschen) Islam zu tragen und so langfristig ein „Srebrenica“ in der BRD zu verhindern. Womit wir bei der Frage wären: Was führt zu Pogromen und wie verhindert man solche Entwicklungen?

      • Die große Gewalt im arabischen Raum hat nicht nur mit dem Islam zu tun, sondern vor allem auch mit den dysfunktionalen oder sogar völlig fehlenden staatlichen Strukturen dort. Daran ist leider der Westen nicht ganz unschuldig.

        Innerhalb Deutschlands sind Bildung und Aufklärung wichtig, nicht nur, aber natürlich auch für Muslime. Von Islamisten geht die größte Terrorgefahr aus, wobei dazu schon eine Handvoll Übeltäter ausreicht. Pogrome sind allerdings eher von deutschen Wutbürgern zu befürchten. Die AfD ist jetzt eher Teil des Problems als der Lösung.

      • @ Alexander Dilger 12/07/2015 um 11:02 :
        Ein Blick in die Geschichtsbücher zeigt sehr deutlich, dass Kriege gegen wen auch immer im arabischen Raum keine Neuigkeit sind. Die Begrenzungen des Siedlungsraumes und hohe Kinderzahlen machen es notwendig, neuen Siedlungsraum zu erobern. Die Kultur des Dschihad wurde wesentlich durch geographische Rahmenbedingungen geprägt. Überzählige Söhne konnten so im Feindesland Ruhm und Frauen erobern, statt zu verhungern. Mit dem Auftreten westlicher Mächte als Handelspartner/Kolonialmacht/eingesetzter Verwalter/Kalte-Kriegs-Spieler … betraten lediglich weitere Spieler die Bühne, die aber nach wie vor von lokalen Fazilitäten geprägt wurde. Jeder, der interagiert, macht sich schuldig. Einen Königsweg wird es für den Nahen Osten nicht geben, nur geringste Übel. Starke westliche Involviertheit (z.B. Irak, Afghanistan) löst das Problem nicht, weitgehendes Raushalten (Syrien) lässt es erst richtig losstürmen, und etwas Engagement (Libyen) hat auch nicht funktioniert. Ein System des „Unser Diktator“ (Ägypten bis 2010) hat die Pfeile des Islamismus nur auf uns gelenkt. Allein lassen produziert islamistische Gottesstaaten, die ihre überzähligen Söhne nach Europa schicken …
        Vielleicht müssen wir erkennen, dass auch wir nicht in der Lage sind, die Probleme des Nahen Ostens zu lösen und sollten zusehen, dass sie nicht zu unserem Problem werden. Auch damit machen wir uns natürlich schuldig …
        ===
        Auch um Srebrenica haben die dortigen Wutbürger nach einem Prozess des jahrelangen Aufschaukelns (terroristischer Nadelstiche) nach einer „Endlösung“ gerufen.
        Schaut man sich die Reaktion vieler auf dem Essener-Parteitag an, als Lucke beim Thema Islam die Bundesbürger islamischen Glaubens thematisierte und die Spaltung der Gesellschaft, die der Petry-Kurs zwangsläufig zur Folge haben würde, dann muss man tatsächlich feststellen: Diese Petry-AfD ist Teil des Problems und eine Neugründung einer Lucke-AfD könnte allein schon deswegen notwendig sein, um das geschaffene Monster wieder zu stoppen.
        Parallel dazu muss analysiert werden, was diese Wutbürger geschaffen hat und wie man die Wut wieder dämpfen kann. Ein verleugnen von tatsächlichen Missständen hilft nur dem, der sie anschließend übertreiben und instrumentalisieren möchte.

      • Krieg war historisch gesehen ein ganz übliches Mittel der Politik, auch und gerade in Europa. Die Waffentechnik ist jetzt zu weit fortgeschritten, so dass ernsthafte Kriege zwischen den Atommächten nicht mehr führbar sind. Es gibt aber noch Stellvertreterkriege und Terrorismus als Mittel der Schwachen, die militärisch nichts erreichen können.

        Die Wutbürger werden von Populisten instrumentalisiert, wenn die regierenden Politiker die realen Probleme nicht mehr lösen, sondern aussitzen oder sogar selbst schaffen. Der Umgang mit Zuwanderung und Flüchtlingsströmen ist schwierig. Doch ohne vernünftige Lösungen verfangen eben ganz einfache Parolen. Das Eurodesaster ist von den etablierten Politikern verschuldet, die auch nicht zur Lösung bereit sind. Dagegen wehrten sich anfangs vor allem vernünftige Bürger in der AfD, die jetzt jedoch von den Populisten und Wutbürgern übernommen wurde.

    • @Peter V.

      Wenn man jeden „-ismus“ nur Aufgrund seiner Wortendung zur Bedrohung für den Weltfrieden erklärt, müsste das auch für Kapitalismus, Sozialismus, Hinduismus, Buddhismus, Lieberalismus, Fußfetischismus usw., usf. gelten.

      Wie absurd!

  4. Eigentlich finde ich ein Vergleich der Opferzahlen, isl. Terror vs. ein Bürgerkrieg in Südosteuropa, fraglich. Religion war bei diesem Krieg nicht ausschlaggebend, es war kein Religionskrieg.

    Terror gegenüber Christen in Mittl. Osten hat eher diese Komponente des isl. Terrors!

    • Es war kein Religionskrieg, doch die Religion war durchaus ein wesentlicher Faktor bei der Abgrenzung der Volksgruppen. Im Übrigen sind die meisten Kriege keine Religionskriege im engeren Sinne, so dass man auch nicht nur diese fürchten sollte. Der islamistische Terror richtet sich nicht nur, nicht einmal vorrangig gegen Christen, sondern gegen alle anderen Religionen und Konfessionen. Die meisten Opfer sind wie die Täter Muslime.

      • Danke für Ihre diesbezügliche argumentative Standhaftigkeit, Herr Dilger.

  5. Zwar waren 400 holländische UN-Soldaten ohne jede Gefechtserfahrung und ohne schwere Waffen. Es bestand jedoch ein Befehl, dass ein US-Flugzeugträger in der Adria bei Ausbruch von Feindseligkeiten – egal von welcher Seite – mit seinen 80 Jagdbombern einzugreifen hätte. Dies hätte als Schutz mehr als ausgereicht und eine Schlacht schnell entschieden. Ein Großteil der Muslime hätte überlebt.

    • Die überwiegend niederländischen Blaumhelmsoldaten bei Srebrenica hatten diese Luftunterstützung auch angefordert, die wegen serbischer Drohungen, andere bereits als Geiseln genommene Blauhelmsoldaten und wahllos Zivilisten zu ermorden, jedoch eingestellt wurde. Aus späterer Sicht war das vermutlich ein Fehler, doch in der Situation befand man sich in einem echten Dilemma. Was man auch tat, die Konsequenzen würden immer übel sein. Eine wichtige politische Lehre ist, dass man solche Situation möglichst schon im Vorfeld vermeiden sollte.

      • Wie gesagt, auch die Rolle bosnischer Armee und Regierung sind zu hinterfragen. Eine fundierte hist. Studie, sehr empfehlenswert:
        I. Geiss, G. Intemann: Der Jugoslawienkrieg, Diesterweg, Fra./M, 1995

  6. Neben aller Betroffenheit über einen solchen Massenmord bedarf es einer sauberen Analyse, was immer wieder zu solchen Verbrechen gegen die Menschlichkeit führt. Nur so kann man verhindern, dass derartige Entwicklungen auch bei uns wieder Einzug halten. Betroffenes Schweigen mag ja gut fürs (eigene) Seelenheil sein. Und mit den Ursachen und gefährlichen Rutschbahnen in einen solchen Konflikt muss man sich beim Schweigen auch nicht beschäftigen. Frieden organisiert man aber anders.
    In Ex-Jugoslawien lag lange ein „Deckel“ auf allen Konflikten zwischen Bevölkerungsgruppen, der nach Zusammenbruch des Ostblocks wegfiel. Letztlich waren auch die Balkankriege der Neuzeit ein Wiederaufflammen von frozen conflicts.
    Für Deutschland stellt sich die Frage, welche Konflikte wie gelagert bei uns unter der Decke schwelen. Bei funktionierender Staatlichkeit durch Sicherheitskräfte, Sozialstaat und Einhegung durch die (dünne) Decke der Zivilisation können viele Konflikte am Ausbruch gehindert werden. Klüger wäre, Konflikte zu befrieden, denn wenn Stützpfeiler gesellschaftlicher Ordnung durch welchen Impuls auch immer wegbrechen, werden all die gesellschaftlichen Schwelbrände zum Flächenbrand losbrechen.
    Auch wenn es natürlich eine vollkommen andere Dimension und Qualität ist: Auf dem AfD-Parteitag in Essen konnte man deutlich sehen, was pöbelhaft losbrechen kann, wenn bestimmte Leute denken, dass sie nun freie Bahn haben … dabei war die AfD ursprünglich eigentlich eine sehr gute Idee, weil sie relevanten Bevölkerungsgruppen wieder eine politische Repräsentanz gab und damit schwelende Konflikte auf den Tisch kamen. Nur den Weg zur Lösung und Befriedung hat man bisher nicht gefunden.

    • Die AfD führt im Kleinen vor, wie sich verfeindete Gruppen bilden und instrumentalisieren lassen, wenn die politische Führung versagt. Zum Glück gab es keine offene Gewalt, wobei auch die Einbettung in funktionierende staatliche Strukturen hilft (die AfD ist eben doch kein Vorbild für unseren Staat, der besser funktioniert als sie). Innerhalb Deutschlands ist die größte Gefahr wohl der Glaube an Multi-Kulti. Kaum kontrollierte Zuwanderung in Verbindung mit dem Versagen bei der Integration der Zuwanderer führt zu Parallelgesellschaften, deren Konflikte sich irgendwann gewaltsam entladen können (bzw. das in Form von alltäglicher Kriminalität bereits etwas tut). Noch schlimmer ist die europäische Ebene, wo doch tatsächlich versucht wird, über das Eurodesaster die Auflösung der staatlichen Souveränität zu erreichen. Die EU wird so zu einem undemokratischen Monster. Wenn dieser Prozess nicht noch politisch gestoppt werden kann, wird er sich irgendwann gewaltsam umkehren.

      • Eine gewisse gesellschaftliche Homogenität ist für inneren Frieden zwingend erforderlich. Unser Grundgesetz stellt dafür einen durchaus brauchbaren rechtlichen Rahmen bereit, der nur auch eingefordert, vermittelt und notfalls durchgesetzt werden muss.

        Wenn Bevölkerungsgruppe A der Meinung ist, dass eine Frau selbstverständlich mit kurzen Hotpants und Bikini-Oberteil selbstbestimmt in der Öffentlichkeit einkaufen gehen und man sich über geschmackliche Verirrungen lustig machen darf, Bevölkerungsgruppe B aber der Meinung ist, dass eine Frau ohne Burka und männliche familiäre Begleitung Freiwild sei, dass jederzeit vergewaltigt werden dürfe, dann werden die unterschiedlichen Lebensentwürfe zwangsläufig zu gesellschaftlichen Spannungen führen. Wenn ein lustig machen über was auch immer dazu führt, dass sich das Gegenüber berechtigt sieht, zu töten, wird ein friedliches Miteinander schwierig.
        Wenn dann Bevölkerungsgruppe C wutschnaubend davon ausgeht, dass jeder „ausländisch“ aussehende Mitbürger ihm gleich an die Gurgel springt und man da doch präventiv zivilcouragiert (also unter Umgehung staatlicher Strukturen quasi als Selbstermächtigung zur Gewalt) was gegen machen müsse, dann war es das mit innerem Frieden und wir sind etwa wieder auf dem Niveau mittelalterlicher Hexenverbrennungen.

        Die EU wirkt da aktuell noch zusätzlich als Brandbeschleuniger, weil Rechtsbruch vorgelebt wird und der Euro wie ein Spaltpilz die bis vor wenigen Jahren gewachsene europäische Völkerfreundschaft zerstört. Wenn dann dank Haftungsunion unsere Sicherheitskräfte mangels Gehaltszahlung zu Hause bleiben und diverse Scharlatane freie Bahn und ihre Chance sehen, könnte es in einigen Städten verdammt ungemütlich werden.

      • Machen wir uns nichts vor, unsere Gesellschaft funktioniert nur deshalb noch relativ gut, weil die Bevölkerungsgruppe A deutlich größer ist als die Gruppen B und C. Leider lassen unsere Politiker nichts unversucht, die Gruppen B und C zu vergrößern, obwohl das genaue Gegenteil richtig wäre. Gelungene Integration und Erziehung würden B und C in A verwandeln.

      • Herr Dilger, Sie haben teilweise die richtigen Erkenntnisse (die durchaus ein großer Teil der Weckrufler nicht hat), wie Ihr obiger Kommentar zeigt. Leider sind Sie aber nicht in der Lage, die richtigen Maßnahmen (wie die meisten Weckrufler auch nicht) abzuleiten, weil Sie selbst Teil des „Systems“ sind, dessen Handeln zu diesen Zuständen führte.

        Ich bin eher pessimistisch. Ich glaube am Ende kommt es wahrscheinlich zur Gewalt, unter Zerstörung unserer Kulturgüter und Infrastruktur, weil die herrschende, dem US-Hegemon hörige Elite, nicht vorher aufgeben wird. Das kann man bereits daran erkennen, wie ideologisch verblendet diese Leute sind, wenn es „nur“ um Währungsfragen ist. Der Ideologie – der Realisierung eines zentralistischen EU-Einheitsstaat, dem US-Emperium untergeordnet – wird jede Vernunft geopfert.

      • Ich bin Teil des Systems Bundesrepublik Deutschland und will diese gegen allerlei Gefahren schützen, die aus vielen Richtungen kommen, leider auch aus Ihrer. An die große US-Verschwörung glaube ich nicht. Die NSA hört die Kanzlerin doch nicht aus lauter Freundschaft ab (nur wehrt sich diese vielleicht aus falsch verstandener Freundschaft heraus nicht richtig). Vereinigte Staaten von Europa liegen auch nicht wirklich im Interesse der USA, weshalb dort auch weitsichtige Politiker (sofern das kein Widerspruch ist) davon gar nicht so begeistert sind. Die simpelste Erklärung ist häufig die beste: Die USA scheuen die Risiken eines Grexit und wollen das Geld ihrer eigenen Banken bzw. inzwischen überwiegend Hedgefonds schützen.

      • „…weil Sie selbst Teil des “Systems” sind,…“
        „…weil die herrschende, dem US-Hegemon hörige Elite,…“ Wenn ich sowas schon wieder lese…Ich bin so froh, so erleichtert, mich endlich nicht mehr für solche „Parteifreunde“ und ihren absurden Ansichten entschuldigen und verteidigen zu müssen…am besten wäre es, wenn die AfD sich in PfP umbenennt: „Partei für Putin“

      • @Dilger Man sieht immer wieder, dass Sie ein echter Liberaler sind…mir würde es schwer fallen, so manchen absurden Kommentar freizuschalten, weil ich Angst hätte, einigen komischen Gestalten eine Plattform zu bieten! Es ist keine Kritik…ich habe Respekt davor.

      • Angst ist ein schlechter Ratgeber. Jede Meinung, die in einigermaßen zivilisierter Form vorgetragen wird, lasse ich zu, um sie gegebenenfalls zu diskutieren. Wir müssen fremde Argumente nicht fürchten. Wenn sie schlechter sind, lässt sich das zeigen (vielleicht nicht in einer überhitzten Hallen dem schreienden Pöbel, aber hier mit ganz nüchternen Worten den interessierten Lesern). Wenn sie besser sind, sollten wir sie selbst übernehmen, nachdem wir nach übersehenen Schwachstelle gesucht haben.

    • Nun stellen Sie sich das einmal vor:
      Ein sehr deutschnational veranlagter Parteifreund (Funktionär) der AfD hat mir zum Thema Islam gestern Folgendes geschrieben:

      „Lieber Michael,

      es ist richtig, dass dieses Thema (derzeit) nicht der Schwerpunkt der AfD sein sollte. Es ist ein Minenfeld und für die nächste BTW nicht entscheidend.“

      Vielleicht gibt es ja doch noch einen Funken Verstand im rechten Lager der AfD?

      • Wenn Sie den Namen nennen, ist er vielleicht nicht mehr lange Funktionär in dieser neuen AfD, auch wenn seine Ansicht natürlich vernünftig ist, sowohl inhaltlich als auch rein wahltaktisch.

      • Nun seien Sie doch nicht immer gleich so negativ und pessimistisch, Herr Dilger. Man soll zwar bekanntlich den Tag nicht vor dem Abend loben, aber haben Sie doch ein wenig Geduld mit der Post-Lucke-AfD. Vielleicht kommt ja alles ganz anders, als Sie denken. Wer weiß.

      • Möglich ist vieles, z. B. auch ein Wechsel von Herrn Schäuble zur AfD. Es gibt aber Wahrscheinlichkeiten und ein Wechsel der bürgerlichen AfD-Wähler zurück zu Union und FDP ist viel wahrscheinlicher. Vielleicht kann Frau Petry auch den Trend immer weiter nach rechts stoppen, den sie bislang selbst befeuert hat. Das wird aber nur mit sehr hartem Durchgreifen gehen, was Ihnen dann auch wieder nicht passen dürfte. Sie sind jetzt definitiv in der falschen Partei, haben es nur noch nicht gemerkt.

      • @AD

        Spätestens wenn Herr Schäuble der AfD beitritt (oder -rollt), trete ich aus. Da dürfen Sie mich beim Wort nehmen.

        Wenn Frau Petry einigermaßen klug ist (was aber ein Wagnisfaktor ist), wird sie erkennen, dass mit den Islamhassern und ihren Themen kein Blumentopf zu gewinnen ist. Opportunistisch genug ist sie ja und ihren Spießgesellen aus NRW halte ich auch für gerissen genug, lieber doch nicht mit der Pegida auf den Abgrund zuzumarschieren, gleichwohl er sich mit seiner Aussage in Essen natürlich entblödet hat.

      • Herrn Pretzell interessiert sein Geschwätz von gestern nicht. Wenn er es für nützlich hält, erklärt er die AfD morgen zur Anti-Pegida-Partei (oder weiterhin zur Pegida-Partei, selbst beides zugleich bringt er fertig).

      • @AD

        Das mag schon sein. Genau deshalb halte ich es aber für mindestens ebenso wahrscheinlich, dass der AfD-Landesvorsitzende NRW erkennt, auf welches nichtsnutze Minenfeld er sich mit Pegida begibt und seine Richtung ändert. Gleiches gilt im Übrigen für seine Gefährtin, die Bundesvorsitzende.

      • Bislang haben beide nur innerparteilich gekämpft. Ob und wie die AfD bei den Wählern Erfolg hat, war ihnen egal (mit Ausnahme von der sächsischen Landtagswahl), solange sie innerparteilich gewählt wurden. Sollten sie hinreichend fest im Sattel sitzen (was ich jedoch bezweifle), müsste ihnen immer noch das Umschalten auf Wahlkampf außerhalb der Partei gelingen. Dafür war das öffentlichkeitswirksame Vergraulen von Herrn Lucke und der Ablauf des Parteitags in Essen übrigens eine Katastrophe. Auch seither redet Frau Petry mehr über Herrn Lucke als über politische Inhalte.

      • Ich will doch gar keine Lanze für „P&P“ brechen. Aber ihr Opportunismus kommt der AfD vielleicht diesmal zu Gute. Es bleibt eben abzuwarten.

  7. Herrn Vucics Besuch in Srebrenica (es gab rund 70 prominente ausländische Gäste) am Samstag war richtig und notwendig. Serbien und Bosnien brauchen Zukunftsperspektiven. Gewalttätige Proteste gegen Herrn Vucic waren nicht hilfreich. Es ist schwer zu glauben ,dass es sich um spontane Manifestation handelte (Alah Akbar, Flaschen flogen, Spruchband gegen Herrn Vucic).

  8. Das Massaker von Srebrenica ist eines jener „Ruhmesblätter“ dieser nutzlose UN! Es gibt KEIN Beispiel, wo die UN jemals etwas sinnvolles fabriziert hat! Dieser Verein sollte dringend reformiert ODER aufgelöst werden.

    Jugoslawien („Land der Südslawen“) war ein Kunststaat, der per Diktat nach dem 1. Weltkrieg geschaffen wurde, um die K&K-Monarchie endgültig zu zerschlagen und die Verhältnisse unumkehrbar zu machen. Herausgekommen ist ein gescheiterter Staat, der nur unter kommunistischer Diktatur funktionieren konnte.

    Während des Bürgerkrieges im zerfallenden Jugoslawien wurden in der Tat Moslems abgeschlachtet, was anschließend zu deren Radikalisierung mit Hilfe von saudischen Geld geführt hat. Vor diesem Konflikt waren die Moslems In Bosnien sehr säkular und nicht radikal. ABER wenn man die moslemischen Opfer von Srebrenica mit den Toten der aktuellen Christenverfolgung durch Moslems weltweit vergleicht (Nordafrika, Nigeria, Pakistan, Indonesien,…) wird überdeutlich, dass der korangetreue Islam eine ganz gefährliche Macht ist. Ich bin es einfach leid, dass ich mich vor jedem Flug fast bis auf die Unterhose ausziehen muss, mein Gepäck in allen Einzelheiten untersucht wird und mir immer wieder „gefährliche Gegenstände“ (zu Bsp. Taschenknirps) wegen dieser „Religion des Friedens“ weggenommen werden.

    Ich gehe noch weiter als die „bösen Islamhasser“ in der AfD: Bitte lasst uns die Welt teilen (wie im Kalten Krieg oder als Jalta II) in eine freiheitlich-westliche und eine moslemische Zone! Dann können die Moslems in ihrer Zone gerne alles machen was sie wollen, inkl. Zwangsheirat, Ehrenmord, Kopf- und Händeabhacken, Burka o. ä. tragen, Ziegen- oder Kamele ficken und solche „Kulturbereicherungen“, ABER wir machen bei uns WAS WIR WOLLEN, vollkommen OHNE Rücksicht auf „kultursensiblen“ SCHEISSDRECK!!!

    • Am besten setzen Sie sich für die Errichtung eines anti-islamischen Schutzwalls um Deutschland ein, das dann unter postkommunistischer Merkel-Schäuble-Petry-Höcke Diktatur nach Ihrer Façon glücklich werden kann. Das dürfte bei Menschen Ihres Schlages und auch bei Pegidianern und Ossis zu tosendem Beifall führen.

      Aber bitte lassen Sie Bayern außen vor.
      Danke.

      • Ich bitte darum Baden-Württemberg davon auch zu verschonen.

    • Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen (SHS) nach dem 1. WK entsprach auch dem Willen der südslawischen Bevölkerung innerhalb k.u.k. Monarchie und Osm. Reiches. Es ist völlig falsch zu behaupten, es handelte sich um einen „failed state“. Dieser Staat funktionierte unter damaligen Verhältnissen und wäre , ohne den 2. WK, modernisiert und sicherlich eine mehrparteien Demokratie.

      Es ist Unsinn zu behaupten dass Jugoslawien nur unter komm. Diktatur funktionsfähig war. Tito’s Jugoslawien scheiterte in erster Linie am pol. System / marx. Wirtschaftssystem!

      • Das werden insbesondere Slowenen und Kroaten GANZ ANDERS sehen, denn die sagten immer, dass sie in Jugoslawien die „faulen Serben“ mit finanziert haben. Vielvölkerstaaten sind immer problematisch.

    • Was die Kontrollen an Flughäfen angeht, kann es ja noch doller kommen: vor drei Jahren durfte ich erleben, dass an einem deutschen Provinzflughafen viele weibliche Passagiere (diejenigen mit Schleier etc.) eines Fluges nach Nordafrika komplett an den Sicherheitskontrollen vorbei geschleust wurden, nicht einmal durch den Metalldetektor mussten die Damen gehen. Vermutlich ein kultursensibler Akt des Sicherheitspersonals – und wie ich dann ein paar Wochen später der „Achse des Guten“ entnehmen durfte, wohl auch kein Einzelfall.

      Was nun aber eine Aufteilung der Welt angeht: Zivilisationen wetteifern nun mal miteinander, und in diesem Wettstreit ist die westliche Zivilisation (wie ich glaube, aus verständlichen Gründen) sehr erfolgreich. Und das ist sie bereits seit gut 500 Jahren. Wenn ich mir z.B. die aktuellen Ereignisse in der Ukraine ansehe, dann denke ich oft an das Schicksal der nordwestrussischen Stadt Nowgorod, deren Strukturen sich im Mittelalter und der frühen Neuzeit weitgehen „verwestlichten“, bis die Stadt auf Geheiss Iwans des Schrecklichen erorbert und weite Teile ihrer Bevölkerung von den Opritschniki massakriert wurden.

      Auch auf Teile der islamischen Welt übt der westliche „Way of Life“ nicht nur aus ökonomischen Gründen einen gewaltigen Sog aus. Ich habe selber eingeheiratete Verwandtschaft in der Türkei, und keiner meiner dortigen Verwandten ist ein Freund von Ehrenmorden oder Zwangsheiraten. Es wäre m.E. schändlich, diejenigen (ob in der islamischen oder der ostkirchlichen Welt) im Stich zu lassen, die sich längst weitgehend zu unseren Werten bekennen. Wer so „tickt“ wie wir, verdient unsere helfende Hand, nicht unsere kalte Schulter. Interessenzonen darf es da nicht geben, auch wenn der Gedanke manchmal verführerisch klingt.

      • Die Flughafenkontrollen sind mehr Augenwischerei als ernsthafter Schutz vor Terrorismus, der seinerseits vor allem auf Medienecho aus ist, während die realen Schäden zumindest in den westlichen Ländern relativ gering sind.

        Die westliche Zivilistation ist tatsächlich sehr erfolgreich und weltweit sehr attraktiv. Millionen Menschen stimmen mit den Füßen dafür ab, Milliarden würden es bei freien Wahlen tun, wenn man sie ließe. Gerade deshalb fühlen sich andere Eliten bedroht. Der Islamismus ist z. B. eine moderne Erfindung.

    • Sie argumentieren gerade nicht freiheitlich-westlich, sondern wie IS. Die wollen auch nicht (gleich) die ganze Welt erobern, sondern das Kalifat nach ihren barbarischen Regeln für alle Muslime. Die freiheitlich-westliche Auffassung ist hingegen, dass Menschenrechte für alle Menschen gelten und Bürgerrechte für alle Bürger unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit.

      • Ich will nur einfach NICHT, dass wir uns dem rückständigen Islam anpassen (Schweinfleisch-Verbot in Kantinen, gesonderte Schwimmzeiten in öffentlichen Bädern, eigene Friedhöfe für Moslems, Rücksicht auf Leistungsfähigkeit im Ramadan, ….)! Radikale und strenggläubige Moslems SOLLEN sich bei uns UNWOHL fühlen!!! Wer bei uns leben will, MUSS sich anpassen ODER wieder nach Hause gehen! Mein Chef ist Inder (Siks). Er sagt: „Wenn ich einen Turban tragen wollte, wäre ich besser in Indien geblieben“. GENAU DARUM geht es!!!

      • @francomacorisano: Zum Teil kann ich Ihre Argumentation durchaus nachvollziehen. Einschränkungen in Kantinen und Schwimmbädern etc. gehen gar nicht – besonders dann nicht, wenn es sich um Einrichtungen handelt, die von der öffentlichen Hand finanziert sind. Rücksichtnahmen von seiten privater Firmen sollte deren eigene Sache sein – auf keinen Fall aber vom Gesetzgeber erzwungen werden.

        Anders sieht es bei dem Inder mit Turban oder der Muslima mit Kopftuch aus. Ich gebe zu: auch mich stört persönlich der Anblick voll verschleierter Frauen, wie ich ihn unlängst noch in einem Möbelhaus erleben durfte. Aber so viel Diversität muss eine offene Gesellschaft vertragen. Wenn nicht: wo zieht man die Grenze? In meiner Kreisstadt gibt es eine große Mennonitengemeinde, deren Frauen ebenfalls Kopftuch tragen. Kann ich der Muslima das Kopftuch verbieten, der Mennonitin aber erlauben? Ich denke nicht.

        Vielleicht stört sich jemand auch am Anblick eines Punkers, einer jungen Dame in Hotpants (ich sicherlich nicht…), oder eines Cross Dressers beim Kölner CSD. In dem Fall sage ich nur: „Niemand ist gezwungen, hinzugucken.“

      • @ Michael Mondorf

        Ich stimme Ihnen zu, dass es in einer freien Gesellschaft keine generellen Bekleidungsvorschriften gegen sollte. ABER die Vollverschleierung (Burka und Najib) sollte aus Sicherheitsgründen schon verboten werden, bzw. darüber in einer Volksabstimmung entschieden werden. Auch bei Staatsbediensteten müssen Bekleidungsnormen möglich sein, um die Neutralität des Staates zu gewährleisten.

        Ich bin auch ein Fan von einheitlicher Kleidung für Schüler („Schuluniform“), ABER immer vorbehaltlich einer demokratischen Entscheidung an der einzelnen Schule selbst und NIEMALS von einer Regierung von oben verordnet! Es lebe der Unterschied!

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