Griechenland ist faktisch pleite

Griechenland ist heute faktisch wieder, wie zuletzt im März 2012, zahlungsunfähig und pleite (hoffnungslos überschuldet ist es ohnehin schon länger und ununterbrochen). Die akutelle IWF-Rate von 1,6 Milliarden Euro kann die griechische Regierung nicht bezahlen. Deshalb könnte der EFSF seine Kredite von rund 130 Milliarden sofort zurückfordern, was er aber nicht tun wird. Auch der IWF lässt sich Zeit, den Zahlungsausfall festzustellen, sondern spricht erst einmal nur von einem Zahlungsverzug (siehe Griechenland und der IWF: Die Pleite, die nicht so heißen darf“).

Immerhin endet heute Nacht das aktuelle Hilfsprogramm der Eurogruppe, dessen Verlängerung die griechische Regierung ausgeschlagen hat, weil sie die bereits vereinbarten Reformen nicht umsetzen will, sondern dazu lieber ein Referendum mit Ablehnungsempfehlung organisiert. Doch die Dreistigkeit kennt keine Grenzen, sondern Griechenland beantragt rund 29 Milliarden Euro Kredit bis 2017″ ausgerechnet heute. Vordergründig geht es nur um Umschuldungen ohne einen zusätzlichen Euro, der direkt nach Griechenland fließt. Tatsächlich geht es jedoch um viele Milliarden zusätzlicher Gelder von der EZB, um ‚Griechische Kapitalverkehrskontrollen und Kontensperren‘ aufheben zu können. Dabei dürfte die EZB nach ihren eigenen Regeln keine Notkredite mehr vergeben, weil die griechischen Banken nicht vorübergehend illiquide, sondern dauerhaft insolvent sind und die als Sicherheiten hinterlegten griechischen Staatsanleihen wertlos. Das hindert die EZB aber nicht wirklich.

Es sind auch viele Staaten, vorneweg Deutschland bzw. die Bundesregierung, trotz allem immer noch verhandlungsbereit, als wenn die Verhandlungen nicht schon längst völlig gescheitert wären. So quatscht weiterhin „Bundeskanzlerin Merkel: ‚Scheitert der Euro, scheitert Europa'“. Dabei ist auch der Euro schon längst gescheitert, nur Europa noch nicht, obwohl sich unsere Politiker alle Mühe geben.

33 Gedanken zu „Griechenland ist faktisch pleite

  1. Es kann sein, dass Tsipras gerade versucht, vom Referendum wieder wegzukommen, weil er inzwischen mit einem „Ja“ rechnet, was ganz schlecht wäre. Es sollen sogar Gerüchte kursieren, er wolle die Abstimmung wieder absagen. Es kann aber auch sein dass der heutige Schritt die Geldgeber zu ablehnenden Äußerungen provozieren sollte, so dass Tsipras besser für ein „Nein“ werben kann. Auch seine Rücktrittsdrohung kann als entsprechendes Manöver begriffen werden. Diese wiederum wirft die Frage auf, was bei einem „Ja“ passiert: Wenn die griechische Regierung zurücktritt, dann steht der Staat kopflos da und der Staatsapparat könnte ohne frisches Geld vielleicht zusammenbrechen. Im Parlament gibt es keine Mehrheit für das Sparprogramm, da ND und PASOK ja ihre Mehrheit eingebüßt haben. Es müsste Neuwahlen geben (kostet auch Geld), bei denen die Griechen konsequenterweise ihre alten Eliten wieder inthronisieren müssten. Wenn aber wieder links- und rechtsradikale Parteien insgesamt eine Mehrheit stellen (nicht die „Goldene Morgenröte“ vergessen), dann gibt es zwei sich widersprechende Äußerungen des Volkswillens und das Land wäre eigentlich handlungsunfähig, sofern sich die Syriza nicht radikal neu aufstellt (was die Partei zerreißen könnte) oder sich die politischen Verhältnisse binnen weniger Wochen grundlegend ändern. Das ist eine Folge der irrationalen griechischen Haltung, unbedingt im Euro zu bleiben, aber selbst die Bedingungen festlegen zu wollen.
    Ich hoffe natürlich auf ein vernünftigeres „Nein“.

    „Auch der IWF lässt sich Zeit, den Zahlungsausfall festzustellen, sondern spricht erst einmal nur von einem Zahlungsverzug“
    Das ist so normal, glaube ich. Sobald Frau Lagarde die Gremien offiziell unterrichtet, beginnt eine Frist zu laufen, die sich bis in den August zieht. In dieser Zeit hat Griechenland jedoch keinen Zugriff auf frisches IWF-Geld.

    • Griechenland bekommt momentan von niemandem mehr Geld, weder IWF noch EZB oder der Eurogruppe, von privaten Anlegern ohnehin nicht mehr. Das schwächste Glied in der Kette ist übrigens die EZB, dicht gefolgt von der Eurogruppe bzw. der deutschen Regierung. Von daher ist der griechische Poker sehr riskant, aber nicht völlig irrational angesichts der fehlenden Konsequenz der Gläubiger. Es ist durchaus möglich, dass Herr Tsipras noch mehr Geld mit weniger Auflagen herausholt. Ansonsten wird er versuchen, auf das letzte Angebot zurückzukommen, um dieses später aufzuweichen.

      • „Das schwächste Glied in der Kette ist übrigens die EZB“

        Es gibt jetzt übrigens neue Umfragen, deren Verlässlichkeit ich aber nicht einschätzen kann:

        Indes gibt es Stimmen, die bei einem ‚Ja‘ einen Grexit für wahrscheinlicher halten, weil Griechenland dann vielleicht ohne Regierung da stünde und nicht mehr rechtzeitig den Zusammenbruch abwenden könnte; bei einem ‚Nein‘ ließe sich dagegen noch irgendein Kompromiss finden: http://blogs.wsj.com/briefly/2015/06/30/whats-the-timetable-to-a-grexit-the-short-answer/

        Herr Schäuble scheint sich ebenfalls solchen Gedankenspielen hinzugeben:
        German Finance Minister Wolfgang Schaeuble told lawmakers in Berlin that Greece would stay in the euro for the time being if Greek voters reject austerity in a referendum scheduled this week, according to three people present.
        Schaeuble also said the European Central Bank would do what’s needed to protect the euro if Greeks voted against the bailout terms in the July 5 referendum, according to the people, all of whom participated in the closed-door meeting on Tuesday. They asked not to be identified, citing the private nature of the discussion.
        The German Finance Ministry declined to comment.
        (Bloomberg.)

  2. Mit Griechenland ist nun eine „Kernschmelze“ im Euroraum eingetreten – ein GAU, der theoretisch ausgeschlossen war. Der frühere Finanzminister Theo Waigel hat uns seinerzeit versichert, ein solcher Fall könne nicht eintreten, weil eine Verletzung der Maastricht-Kriterien durch hohe Strafen sanktioniert würde.
    Mit seinem Leserbrief vom 4. Mai 2015 antwortete Waigel auf den Kommentar „Verlorene Illusionen“ von Thomas Kirchner in der SZ: „… Er [Kirchner] müsste wissen, dass nicht Griechenland das Problem ist. An wen denkt er noch, wenn er eine Verkleinerung der Währungsunion andeutet. Hat sich der Kommentator einmal überlegt, welche Situation für die deutsche Volkswirtschaft entstünde, wenn eine ähnliche Aufwertung wie in der Schweiz stattfände? Wenn die finanziellen und politischen Kosten unüberschaubar sind, sollte man sich vor undurchdachten und unkalkulierbaren Vorschlägen die Konsequenzen überlegen …“
    Waigel will seinen damaligen politischen Fehler nicht einsehen und hält den „point of no return“ beim Euro für überschritten. Eine Alimentierung Griechenlands durch die übrigen Euromitglieder ist für ihn offensichtlich tragbar. Auch Kanzlerin Merkel möchte Griechenland im Euroraum halten. Die Hängepartie kann also weitergehen.
    Interessant wird dann die kommende Wahl in Spanien. Bei einem Sieg der Podemos Partei dürfte dort das griechische Finanzierungsmodell nachempfunden werden, was für uns Steuerzahler in einem Fiasko enden kann. Ich denke, der Bürger braucht zur kommenden Bundestagswahl eine vernünftige Alternative in Form einer gut geführten AfD. Der Parteitag in Essen ruft.

    • „Wenn die finanziellen und politischen Kosten unüberschaubar sind, sollte man sich vor undurchdachten und unkalkulierbaren Vorschlägen die Konsequenzen überlegen“. Warum hat sich Herr Waigel nicht an seinen eigenen Rat gehalten, bevor er das völlig undurchdachte und unkalkulierbare Euro-Abenteuer gestartet hat? Auch jetzt gilt, dass ein Euroausstieg besser wäre und die Verluste begrenzt im Vergleich zu einem Weiterwurschteln.

      • Wieso meint Herr Waigel, der Euro würde aufwerten, wenn Länder die Währungsunion verlassen? Wenn diese Glaubwürdigkeit einbüßt, wird der Euro eher abwerten. Dass die Schweiz danieder liegt, ist mir auch neu. Er lebt in seiner eigenen Welt, so bekommt er diese Ideen.

      • Kurzfristig wertet der Euro wegen der Unsicherheit ab. Mittel- und langfristig steigt er hingegen, wenn die schwächsten Länder ausscheiden. Eine neue D-Mark würde stark aufwerten, damit aber nur die verpassten Aufwertungen der letzten 15 Jahre nachholen. Ein zu starkes Überschießen könnte die Bundesbank verhindern. Auf längere Sicht pendelt sich die D-Mark sowieso auf dem richtigen Niveau ein, während der Euro für Deutschland systematisch zu niedrig ist, was zu den großen Ungleichgewichten beiträgt.

    • Die Podemos hat nur Chancen auf eine Regierungsbeteiligung als Teil einer Koalition mutmaßlich mit den Sozialdemokraten. Hässliche Szenen wie geschlossene Banken schrecken ab. Außerdem ist das spanische Wahlsystem nicht mit dem griechischen zu vergleichen, bei dem die Syriza einen Sitzbonus erhielt. In Spanien könnte die Podemos durch eine Große Koalition ganz aus der Regierung gehalten werden.
      Ein gutes Ergebnis der Podemos würde allerdings den Druck auf die etablierten Parteien erhöhen.

  3. Denken Sie, dass die Geldgeber das Portemonnaie noch schneller wieder öffnen, wenn die derzeitige griechische Hasardeur-Regierung vom eigenen Volk vom Hof gejagt wird (was ja durchaus möglich ist)?

  4. Der Präsident des Außenhandelsverbands BGA Anton Börner sagte bereits am 22.06.15:

    Vergessen Sie nicht, er (Tsipras) ist ein Trotzkist, und ich glaube, er sieht es geradezu als seine historische Aufgabe, das griechische Volk so aufzustacheln, dass es die Fackel an das morsche Haus des angloamerikanischen Kapitalismus hält. Tsipras will einen Flächenbrand in ganz Europa, aber für eine Revolution muss es den Menschen richtig schlecht gehen.

    http://www.welt.de/wirtschaft/article142840344/Tsipras-will-einen-Flaechenbrand-in-ganz-Europa.html

    Nun zeigt sich mehr und mehr dass Börner Recht hat. Tsipras‘ Politik ist Schadensmaximierung für Griechenland und für Europa.

    Tsipras steht damit in einer Reihe mit Lenin, Stali, Mao, Pol Pot , etc.

    Angesichts des unermesslichen Leids, dass linke Utopien der Welt gebracht haben und immer noch bringen, wundert es mich sehr, wie unterschiedlich rechts- und linksradikale Ideologien bei uns wahrgemommen werden, weit hinein bis in sogenannte politische Mitte.
    in der AfD z.B. genügte schon die unbewiesene Behauptung eines linksradikalen Bloggers, Höcke hätte pseudonym für die NPD einen, inhaltlich nicht rechtsextremen, Beitrag, verfasst, damit Lucke von Höcke sofort eine eidesstattliche Erklärung verlangte.

    Man stelle sich dies nur mal spiegelbildlich vor mit Petry, Henkel und „Neues Deutschland“ – nicht denkbar.

    • Linksradikalismus ist ein Problem, Rechtsradikalismus aber auch, zumal diese sich auch noch wie in Griechenland verbinden können, denn so groß sind die Unterschiede gar nicht.

      Die Vorwürfe gegen Herrn Höcke sind nicht endgültig bewiesen, dann bräuchte man auch keine Erklärung mehr von ihm, aber doch sehr gut belegt. Wenn die Herren Höcke und Ladig nicht dieselbe Person sein sollten, dann schrieben sie doch zumindest mehrfach voneinander ab. Unter dem Namen Landolf Ladig ist durchaus auch die NSDAP gelobt worden. Die Nähe von ihm und realen NPD-Funktionären zu Herrn Höcke ist für die AfD durchaus ein großes Problem.

      • Herr Dilger meint: „denn so groß sind die Unterschiede gar nicht.“

        Eigentlich gibt es da überhaupt keinen Unterschied. Die Einen sind die „nationalen Sozialisten“, die Anderen sind das globale Pendant dazu.

  5. Ich möchte gerne einmal wissen, welches die wahren Gründe für Merkels fortwährendes Nachgeben gegenüber Griechenland sind. Sie sollte eigentlich wissen, daß jedes Nachgeben nur Begehrlichkeiten anderer Länder weckt. Interessanterweise ist ihre Bereitschaft, Verhandlungspositionen aufzugeben, immer dann besonders groß, wenn wie zuvor mit Obama telefoniert hat.

    Honi soit qui mal y pense!

    • Frau Merkel hat Angst, dass sich der enorme finanzielle Schaden, den sie Deutschland zugefügt hat, noch während ihrer Amtszeit im Bundeshaushalt zeigt, obwohl er bereits vorhanden ist. Deshalb will sie sowohl einen Grexit wie auch einen Schuldenschnitt solange verzögern, bis es nicht mehr in ihrer Kanzlerschaft passiert. Wenn es jetzt geschehen würde, könnte sie aber mit Unterstützung weiter Teile der deutschen Medien die Schuld dem sich sehr abstrus verhaltenden Tsipras in die Schuhe schieben.
      Obama, der Golf spielt während seine Landsleute geköpft werden, sollte solche Anrufe bei der deutschen und der französischen Regierung unterlassen. Der NATO-Generalsekretär kann derartige Gespräche führen, wenn das Bündnis irgendwie in Gefahr sein sollte.

  6. Default ist default und bleibt default. Statt normal zu reagieren, werden jetzt Katastrophenszenarien gesucht um zu erklären warum Geld nach Griechenland immer weiter fliessen muss. Also keine Volksbefragung in Deutschland oder Europa. Europa ist schon jetzt an einer Politik der Rechtslosigkeit und Lügen gescheitert. Maggie Thatcher wird vermisst, she was nobody’s fool!

    • Großbritannien ist nicht in der Eurozone und wird auch die EU verlassen, wenn das so weitergeht. Selbst Frau Thatcher würde uns da nicht helfen, sondern das müssen wir schon selbst tun. Die AfD ist ein Versuch dazu, der hoffentlich am Wochenende nicht scheitert.

      • Gemeint war eine deutsche Maggie T. Keine ist in Sicht! Und AfD wird 5-10 Jahre brauchen erwachsen zu werden, falls überhaupt.

        Über Scheitern zu denken ist realistisch. Weckruf ist zahlenmäsig eine Mehrheit. Mobilisierung von 50- 65% wäre möglich. Ob Weckruf vernetzt, zielstrebig und entschlossen ist werden wir sehen. In diesen Tagen zählt nur , Prof. Lucke als Vorsitzenden abzusichern und eine schlagkräftige Truppe ihm als Unterstützung zur Seite zu stellen. Nochmal, alle zufrieden zu stellen und sich deswegen zu verzetteln ist Kräfte-Verschwendung und sichere Misserfolg!

        Die Stimmen dürfen nicht verschwendet werden, also wenige Spitzen-Kandidaten immer im Auge behalten. Unsere Gegner sind in Minderheit aber sie schlafen nicht. Deswegen ist jetzt Weckruf2015 notwendig!

  7. Ich bin sicher, es wird einen der gewohnten, dubiosen Deals in letzter Minute geben. Kicking the can further down the road.

  8. Tatsächlich ist es so, dass Frau Merkel „quatscht“, wenn sie ihren unsinnigen Spruch das „Scheitern des Euros“ mit dem „Schicksal Europas“ gleich setzt.
    Der Bundeskanzlerin von Deutschland zu bescheinigen, dass sei „quatscht“, ist zwar ein Verstoß gegen die „political correctness“, hingegen ökonomisch-sachlich voll und ganz korrekt:
    Dieser Spruch ist ökonomischer Unsinn, denn der EURO ist keine Heiligkeit, kein Fetisch, sondern der Euro ist einfach eine Verrechnungseinheit für ökonomische Transaktionen. Und wenn diese Verrechnungseinheit sich als ökonomisch unpraktisch und, im Falle Griechenlands sich als menschenverachtendes Monster erweist, dann muss man eben eine andere Verrechnungseinheit, eine andere Währung (z.B. eine Neue Drachme) schaffen.

    Die AfD hat sich als politische Kraft gegründet, nicht um ideologisch verbrämte Politik gegen die Erfordernisse von funktionsfähigen Volkswirtschaften zu machen und damit ganze Völker (Südeuropa) in Massenarbeitslosigkeit und Niedergang zu treiben, nur um einer Ideologie willen.
    Die AfD steht dafür, Politik so zu gestalten, dass sie dazu beiträgt, im besten Sinne „soziale Marktwirtschaften“ in der EU zu fördern, zum Wohle der Menschen. – Die derzeit praktizierte Transferunion hilft den Schwächeren nicht nachhaltig, schwächt aber die Netto-Zahler nachhaltig.

    In der öffentlichen Diskussion werden beharrlich die Wirtschaft (Realität) und die Politik (Ideologie), vermengt, die zwar einander bedingen, aber nicht zu einem argumentativen Brei vermischt werden dürfen.

    Wir müssen argumentativ klar unterscheiden: Was ist ideologisches Wunschdenken, was ist die ökonomische Realität. – Was kostet es, das ideologische Wunschdenken weiter zu verfolgen, und wer muss dafür bezahlen!

    Beispiel für das unehrliche „Gequatsche“ eines Finanzministers:
    – Die Garantien für Griechenland kosten nichts, werden niemals wirksam, wir verdienen noch an den Zinsen.
    – Griechenland ist zwar zahlungsunfähig, wir nehmen das aber nicht zur Kenntnis, also kostet es nichts.
    – Wir müssen zwar 80 und mehr Milliarden für Griechenland zahlen, aber die Zahlungen sind doch erst nach 2020 fällig, kostet also immer noch nichts: Der Bundeshaushalt wird bis dahin nicht belastet und behält (noch ein Fetisch!) bis 2020 seine „schwarze Null“.

    Und nach 2020? Wer weiß, wer dann regiert!
    Nur eines ist sicher: Die Rente (… der Politiker!).

  9. Hier eine interessante Betrachtung:

    Allerdings: die Abwertung einer souveränen Währung kann erhebliche Vorteile bringen. Dass Griechenland das nach der Aufnahme in die Eurozone nicht mehr tun konnte, hat dem Land das einzige Mittel genommen, mit dem es extern abwerten konnte. Es wäre dank seiner strukturellen Defizite und der damit verbundenen übergroßen Fremdschuldenaufnahmen eh irgendwann zahlungsunfähig geworden. Aber die unvermeidbaren Anpassungsprozesse würden weit weniger schmerzhaft für die griechische Bevölkerung, als wenn man die externe Abwertung nicht über die Druckerpresse steuern kann.

    • Herr Zschaepitz, der auf Englisch twittert und deutsche Artikel verlinkt und damit jeden trollt, hat seriösen Journalismus endgültig aufgegeben. Er meint hier nicht nur zu wissen, wie das Referendum ausgeht; er glaubt auch es sei ein Ja/Nein zum Euro, obwohl es genügend Leute gibt, die auch bei einem Nein weiterverhandeln wollen. (Sigmar Gabriel z.B.) Wenn bei einem Ja dagegen die Syriza zusammenkracht und das Parlament handlungsunfähig wird, könnte dies zum Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro führen.

  10. Interessant ist dass Sarkozy eher die harte Linie gegenüber Griechenland vertritt anders als die Sozialisten. Die meisten Franzosen sehen das Verschwinden Griechenlands aus der Eurozone jedenfalls nicht mit Sorgen wie es scheint.

    • Herrn Hollandes Äußerungen sind Show und dienen dem Beruhigen des eigenen linken Parteiflügels. Sarkozy wiederum will keine Fehler zugeben, weil er ja gerne wieder Präsident würde.

  11. ALLES was die AfD zum Euro und zu den vergeblichen-Griechenland-Rettungen gesagt hat, ist eingetreten! Unsere Partei müsste in Umfragen über 20% stehen!!!

    Die Namen der Schuldigen an der Geldverbrennung müssen immer wieder genannt werden, allen vor an der von Hans Eichel, der wider aller Vernunft seine griechischen Genossen in der Euro-Zone haben wollte. Auch alle Bundestagsabgeordneten, die der Aufnahme von Griechenland zur Währungsunion und den Rettungspaketen zugestimmt haben, sollten an den politischen Pranger gestellt werden. Ich hätte große Lust auf eine richtige Schmutzkampagne gegen diese Leute. Man kann diese Abnicker nicht oft genug an ihr kostspieliges Fehlverhalten erinnern. SCHADE, dass es keine Haftung für Politiker gibt! Einige gehören vor Gericht und anschließend hinter Gitter!

    • Wie sie sagten, ist alles eingetreten, was die AfD vorher analysiert hatte. Mit etwas mehr Geschlossenheit in unserer Partei hätten wir markttechnisch gut punkten können. Wir brauchen jetzt eine große Mehrheit in der AfD, die das begreifen, und die Sachpolitik neu beleben. Ich hoffe, das gelingt uns.

  12. Griechenland-Krise zeigt viele andere (bekannte) Schwachstellen der Politik, Missbrauch der Macht und Rechtlosigkeit:

    http://www.rolandtichy.de/tichys-einblick/grexit-griechenland-ist-ueberall/#more-11519

    http://www.rolandtichy.de/daili-es-sentials/geht-politik-vor-recht-sind-demokratie-und-res-publica-in-gefahr/#more-11600

    Alles Themen die AfD exzessiv ausbeuten könnte, nicht aber mit Petry, Pretzell, Hampel und Gauland!
    Daran müssen wir denken am Samstag und Sonntag! Wenn ich lese was Mittelstandsforum jetzt über FAZ verbreitet ist auch Dr. Schreier für mich kein Kandidat mehr!

  13. Erzähle mir niemand, dass die ganze Tragödie schicksalshaft über Europa gekommen ist.
    Das war so geplant. Bei Einführung des Euros wurde mit Absicht übersehen, Planungen für den Fall zu treffen, dass ein Staat pleite geht.
    Vor Jahren schon war abzusehen, dass Griechenland genau diesen Weg geht.

    Als Ergebnis wird nun u.a. die Sozialunion kommen, die Nationalstaaten werden zugunsten der EU weitere Zuständigkeiten verlieren. Die EU ist bestensfalls halb-demokratisch. Zweck der Tragödie ist es, die Völker in Europa weiter zu entmachten, die Demokratie abzubauen.

    • Vor allem ist das Ziel dahinter völlig naiv, obwohl er doch eigentlich ein guter Spieltheoretiker ist. Bei einem Nein verbessert sich nicht die Verhandlungsposition der griechischen Regierung, sondern entfällt die Verhandlungsgrundlage bzw. wird dann über ganz andere Sachen verhandelt werden (z. B. doch einen Grexit oder rein humanitäre Nothilfe).

      • Das sehe ich anders und zwar deshalb:
        T. und V. das letzt Angebot von Merkel nicht angenommen haben, dies ist von entscheidender Bedeutung. Sie hatten das Chicken Game gewonnen! Und wollten den Sieg nicht, weil sie andere Ziele verfolgen.

        T. und V.haben diese Strategie „Exit EZ, ggf. sogar Exit EU und Exit NATO“ Jetzt noch so tun, als ob es bei der Volksabstimmung effektiv NICHT um den Verbleib in der EZ geht, ist reine Spieltaktik.:
        Eine grundlegende politische Neuverortung Griechenlands, braucht Rückendeckung: = RU und China.

        Ostasien ist die Zukunft des Schiffsverkehrs – und GR hat die bei weitem größte Handelsflotte der Welt. Auch touristisch liegt in China und Russland ein Riesenpotenzial.

        USA-EU – Merkel und Co. haben die Kontrolle verloren, weil V. und T. sich gar nicht von ihnen retten lassen wollen, sondern die geostrategische.Neupositionierung Griechenlands anstreben.

  14. Unten die Zahlungsverpflichtungen der Griechen von jetzt bis Ende dieses Jahres. Wie geht das denn jetzt weiter? Da wir von der Regierung selten über Zahlungen und Zahlungsaufforderungen unterrichtet werden, sollten wir zu jedem Zahlungstermin Fragen stellen.

    Hier der vereinbarte Zahlungsrahmen für Juli:

    10. Juli an Banken 2 Milliarden
    13. Juli an IWF 450 Millionen
    17. Juli an Banken 1 Milliarde
    20. Juli an EZB 3.5 Milliarden

    Hier der vereinbarte Zahlungsrahmen für August:

    7. August an Banken 1 Milliarde
    14. August an Banken 1.4 Milliarden
    20. August an EZB 3.2 Milliarden

    Hier der vereinbarte Zahlungsrahmen für September:

    4. September an Banken 1.4 Milliarden
    4. September an IWF 300 Millionen
    11. September an Banken 1.6 Milliarden
    14. September an IWF 340 Millionen
    16. September an IWF 570 Millionen
    18. September an Banken 1,6 Mlliarden
    21. September an IWF 340 Millionen

    Hier der vereinbarte Zahlungsrahmen für Oktober:

    9. Oktober an Banken 1.4 Milliarden
    13. Oktober an IWF 450 Millionen

    Hier der vereinbarte Zahlungsrahmen für November:

    6. November Banken 1.4 Milliarden

    Hier der vereinbarte Zahlungsrahmen für Dezember:

    7. Dezember an IWF 300 Millionen
    11. Dezember an Banken 2 Milliarden
    16. Dezember an IWF 570 Millionen
    21. Dezember an IWF 340 Millionen

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