800 Jahre Magna Charta

Vor genau 800 Jahren wurde die Magna Charta besiegelt (oder zumindest mit dem Datum 15. Juni 1215). Sehr interessant sind sowohl die Entwicklung, die zur Magna Charta führten, als auch ihre Folgen, die bis heute reichen (siehe z. B. Wikipedia). So waren die meisten Menschen einschließlich einfachen Bauern in England frei(er) vor der normannischen Eroberung 1066. Im Streit um den Thron versprach und erließ Heinrich I. 1100 die Charter of Liberties, die dem Adel Rechte und Freiheiten gewährte und aus der große Teile in die Magna Charta übernommen wurden.

Die Magna Charta wurde von König Johann zur Abwendung eines Bürgerkriegs mit dem Adel unterzeichnet. Doch schon zwei Monate später wurde sie auf Druck des Königs durch den Papst für nichtig erklärt. Es kam dann doch zum Bürgerkrieg bzw. dessen Fortsetzung. Später wurde die Magna Charta noch mehrfach anerkannt und wieder ignoriert. Sie war schließlich eine Inspiration im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg und für die Verfassung der USA wie auch für die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte und die Europäische Menschenrechtskonvention.

Dabei wurde die Magna Charta eigentlich vom Adel für sich verlangt. Doch sie bezog sich gleich auf alle freien Menschen, von denen es 1215 allerdings wegen der Leibeigenschaft noch nicht so viele gab. Daran kann man sehen, dass selbst grundlegende Ideen und Dokumente nicht einfach vom Himmel fallen, sondern eine oft lange und wendungsreiche Geschichte haben. Außerdem nimmt die individuelle Freiheit im Laufe der Geschichte nicht einfach beständig zu, sondern häufig auch wieder ab. Global hat die Freiheit in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen, doch zumindest in den alten Bundesländern ist sie wohl leider eher rückläufig.

71 Gedanken zu „800 Jahre Magna Charta

  1. Interessant ist insbesondere die Vorgeschichte der Magna Charta.
    Im Jahre 1214 erfolgte wohl das Schlüsselereignis des späten Mittelalters, nämlich die Schlacht bei Schlacht bei Bouvines (in der Nähe von Dünkirchen) . Bei dieser Schlacht kämpften Deutsche und Engländer gegen Franzosen; die Franzosen sicherten sich die Vormachtstellung.
    Da der damalige Britische König Johannes Ohneland sich im Gegensatz zu seinem Bruder Richard Löwenherz gern aus gefährlichen Auseinandersetzungen heraushielt, wurde der Untergang der Britischen Seite dem Grafen von Salisbury überlassen.

    Wichtigste Rechtsfolge dieser Schlacht war auf dem Kontinent der Beginn der deutschen Entwicklung zum Fragmentarischen, zum Dezentralismus, die zu weitgehender Eigenständigkeit der Fürsten führte, und in Frankreich die Konzentration auf den Zentralstaat mit Hauptstadt Paris.
    In England führte der Verlust der Schlacht zur Verarmung des Königs. Johannes Ohneland war schließlich gezwungen, zur Finanzierung weiterer kriegerischer Auseinandersetzungen auf das Parlament zurückzugreifen Unter der Führung von Simon de Montfort, dem Father of Parliament, konnte dieses ihm die Budgethoheit abpressen. Es wird oft berichtet, dass die Barone hier federführend waren. Es waren natürlich etliche britische Hochadlige beteiligt, entscheidend waren aber die sogenannten „Barone von London“ – Großkaufleute im Stile der Medici, bzw. der späteren Fugger. Mit ihren Geldmitteln gelang es, den König soweit zu nötigten, dass er die Magna Charta unterschrieb.

    Diese Schlacht von Bouvines war daher für drei europäische Großstaaten, die heute noch die Schlüsselstaaten der EU darstellen, nämlich Deutschland, Frankreich und England, ein entscheidender Wendepunkt. Die Magna Charta in England mit der Unterzeichnung auf der Insel Runnymede war eigentlich nur ein Symptom dieser Auseinandersetzungen.

    Sehr wichtig erscheint mir auch zu erwähnen, dass die bürgerlichen Freiheiten hier bei der wirtschaftlichen Freiheit begannen. Diese stellte das Fundament und auch das Ende aller bürgerlichen Freiheiten dar.
    Interessant auch der Ort Bouvines; er liegt an der Spitze der schicksalhaften nordeuropäischen Tiefebene, wo auch die Entscheidungsschlachten auf den Katalaunischen Feldern, Waterloo und zuletzt auch Dünkirchen stattfanden – nördlich der Ardennen. Mit Napoleon: „Geografie ist das Schicksal der Nationen.“

  2. „Daran kann man sehen, dass selbst grundlegende Ideen und Dokumente nicht einfach vom Himmel fallen, sondern eine oft lange und wendungsreiche Geschichte haben. Außerdem nimmt die individuelle Freiheit im Laufe der Geschichte nicht einfach beständig zu, sondern häufig auch wieder ab.“

    Wenn es ein Maximallevel an individueller Freiheit unter den Bedingungen des Systems menschlichen Zusammenlebens gibt, wenn also die individuelle Freiheit einem Berggipfel oder kleinen Hochplateau vergleichbar ist, das auf unterschiedlichen Wegen erreichbar sein mag, wenn es aber erreicht ist, bei weiterem „Fortschritt“ auch sehr schnell wieder verlassen werde kann (in beliebiger Richtung, auf steinigen Wegen, auf asphaltierten Wegen, oder durch Absturz), dann muss jeder Liberale auch Konservativ sein: realiter in Bezug auf Erreichtes, und antizipierend in Bezug auf die Möglichkeit von Verlust – gerade auch durch oder bei Bestrebungen, eine weitere Steigerung an individueller Freiheit zu erreichen. zB Antidiskriminierungsgesetz.

    Für Hegel etwa war wohl mit der Französischen Revolution das maximal mögliche Plateau an Freiheitsrechten erreicht – für jedes darüber hinaus, jede weitere „Revolution“, erwartete er ein Verlust des erreichten. Im Gegensatz zu Marx, der durch eine weitere Revolution ein höheres Plateau glaubte, in Aussicht stellen zu können.

    • Liberale sind konservativ, wenn das Niveau an Freiheitsrechten hoch ist wie in der Bundesrepublik Deutschland. Die marxistischen Revolutionen haben dagegen nicht nur viel Freiheit, sondern auch viele Menschenleben gekostet. Die Französische Revolution war allerdings auch blutig und nicht nur freiheitsfördernd. Die Gründung der USA führte wohl eher zu einem echten Hochplateau der Freiheit.

      • Sehr geehrter Herr Prof. Dilger,

        „Liberale sind konservativ, wenn das Niveau an Freiheitsrechten hoch ist …“

        Da stimme ich Ihnen absolut zu. Allerdings glaube ich, dass Sie das Maß der Freiheit in der real existierenden BRD naturgemäß eindeutig zu hoch einschätzen.

        Im Übrigen kommt es gerade deshalb zu einem Paradox: die Konservativen verteidigen heute die liberalen Errungenschaften, die sie zwischenzeitlich wertgeschätzt haben und deren Verlust sie befürchten. Dagegen verhalten sich die Liberalen passiv und wehrlos.

        „Die Gründung der USA führte wohl eher zu einem echten Hochplateau der Freiheit.“

        Ich teile da eher die Einschätzung von Alexis de Tocqueville (ist ein wenig aus der Mode geraten), der zeitlebens davor gewarnt hat, durch ein hemmungsloses Gleichheitsstreben eben genau dieses Hochplateau der Freiheit aufs Spiel zu setzen.

        Im Ergebnis hat er Recht behalten.

        Denn die von ihm festgestellte Bodenlosigkeit der demokratischen Gesellschaft, deren politische Dogmen allein dem Staat keine innere Stabilität bieten können, bedürfen ganz offensichtlich transzendenter Fixpunkte. Da hierfür die Religion vorerst ausgedient haben dürfte, sucht die real existierende Demokratie derzeit ihren Halt in den Grenzen einer anderen transzendenten Ordnung, der political correctnes, mithilfe derer das Abdriften in einen sanften Despotismus verschleiert werden soll.

      • Das Gleichheitsstreben ist in den USA viel geringer als im heutigen Europa, dafür ist die Bedeutung von Religion dort viel größer.

      • Ergänzung:

        Neben der political correctness gilt insbesondere für die USA auch der „Krieg gegen den Terror“ als Teil der transzendenten Ordnung.

  3. „Global hat die Freiheit in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen, doch zumindest in den alten Bundesländern ist sie wohl leider eher rückläufig.“ Warum eher nur in den alten Bundesländern? In den neuen Bundesländern gibt es immer weniger Menschen, denen individuelle Freiheit, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit wichtig ist…im Gegenteil, man träumt vielerorts von einem „Fürsorgestaat“ Richtung DDR…Defizite wie in der DDR werden dafür gern in Kauf genommen. Zudem sind viele Menschen scheinbar liberal, wenn sie gegen staatliche Bevormundung in der Schule (Sexualunterricht, Gender…) usw. sind, aber gleichzeitig möchte man gern die Freiheiten Andersdenkender (siehe einige AfD Abgeordnete und Mitglieder in den neuen Bundesländern) liebend gern wiederum beschneiden…ein putinistisches Russland wird bewundert und großflächig im Gebiet der ehemaligen DDR von der Bevölkerung für die BRD angestrebt. Nach meiner persönlichen Erfahrung ist der Freiheitsbegriff, Liberalität etc. bei den Menschen wie bei den AfD Mitgliedern in der Breite in den alten Bundesländern weitaus stärker ausgeprägt…das können auch einige „Lichtgestalten“ der ehemaligen DDR-Opposition/aktive Bürgerrechtler in den neuen Bundesländern durch besonderes Engagement (leider) nicht wegmachen.

    • Die DDR war viel unfreier, als es die Bundesrepublik Deutschland ist. Von daher gab es 1989/90 einen großen Freiheitsgewinn in den neuen Bundesländern, auch wenn das Niveau etwas niedriger als in den alten sein mag.

      • Ja, es gab einen großen Freiheitsgewinn 1989/90, aber seither ist der Rücklauf in den neuen Bundesländern dafür umso höher, so dass die Unfreiheit in der Gesellschaft in den neuen Bundesländern wieder stärker als in den alten Bundesländern ausgeprägt ist bzw. das Verhältnis zueinander immer größer wird… Natürlich ist es noch vor allem in den Köpfen so, aber wenn die Gesellschaft immer weniger die individuelle Freiheit im Blick hat, wie lang dauert es, dass solche Menschen an wichtige Stellen im Staat sitzen, so dass der Staat die persönliche Freiheit Andersdenkender immer mehr mit staatlichen Mitteln unterdrücken kann? Es fängt mit „Kleinigkeiten“ wie Vorratsdatenspeicherung an und wenn man nicht aufpasst, ist man wieder schnell beim Überwachungsstaat… Was bringt es, wenn man einen großen Freiheitsgewinn erlang hat, aber gleichzeitig dort die Gefahr am größten ist, dass man wieder in eine DDR zurückfällt? Die Frage ist auch, wann war man in den alten Bundesländern als Bürger freier als heute…sozusagen der bisherige Höhepunkt an Freiheit? …wie in den neuen Bundesländern zur Wiedervereinigung 1990?

      • Ich bin mir garnicht so sicher, ob die DDR Bürger sich nicht längst mit ihrer „Freiheit“ angepasst hatten. War es nicht letztlich nur der Wunsch Konsum zu haben wie in der BRD ? Wäre die Mauer gefallen, wenn in der DDR ein Konsum wie in der BRD möglich gewesen wäre? Wäre es zu einer Wiedervereinigung gekommen ?

        Ist Wohlstand durch masslosen Konsum Freiheit ?

      • Wohlstand ist nicht dasselbe wie Freiheit, doch freie Menschen werden sich meistens für Wohlstand entscheiden. Gefährlich wird es, wenn viele Menschen ihren Wohlstand nicht mehr selbst erwirtschaften, sondern durch Umverteilung bekommen wollen.

      • Sehr geehrter Herr Prof. Dilger,

        „Die DDR war viel unfreier, als es die Bundesrepublik Deutschland ist.“

        Genau genommen ist die DDR als expliziter Unrechtsstaat sogar hinter die magna charta libertum zurückgefallen. Insbesondere war der Schutz vor willkürlicher Verhaftung, Enteignung oder Verbannung (heute in etwa Artikel 104 GG) nicht gegeben.

        Und es gab ein zweites, sehr wesentliches Manko: Nach der magna charta durfte jeder, der nicht im Gefängnis saß oder geächtet war, in Friedenszeiten das nach Belieben das Land verlassen und wiederkommen. Ein solches Auswanderungsrecht gab es beispielsweise in der DDR nicht. Im Gegenteil: es war seit 1957 sogar gesetzlich ausgeschlossen (Republikflucht).

        Die DDR war im Übrigen auch ansonsten keine eher langweilige „Wohlfühl“-Diktatur, wie Sie es an anderer Stelle andeuteten. Dagegen dürften die Menschen in der westdeutschen Schaufensterdemokratie mitunter recht glückliche Sklaven gewesen sein. Wer sich vor lauter Wohlstand nicht bewegen muss, bemerkt eben auch mitunter die ihm angelegten Ketten nicht.

      • An „nationalliberal“:

        „… so dass die Unfreiheit in der Gesellschaft in den neuen Bundesländern wieder stärker als in den alten Bundesländern ausgeprägt ist …“

        Das sehe ich genau andersherum. Die Angst, gegen die Regeln der political correctness zu verstoßen, ist im Westen doch geradezu manisch ausgeprägt. Während das im Osten (noch nicht) ganz so schlimm ist.

        Dasselbe gilt im Übrigen auch für die Medien, auch wenn das unsere westdeutschen Landsleute vermutlich gar nicht mehr bemerken.

      • Ich habe keine Angst, „gegen die Regeln der political correctness zu verstoßen“, finde es aber trotzdem nicht korrekt, beliebig über andere Menschen herzuziehen, insbesondere wenn sie keine Politikfunktionäre sind, sondern schwach und schutzbedürftig. Sie dürfen allen möglichen Mist sagen und schreiben, müssen das aber doch nicht. Außerdem müssen Sie es dann hinnehmen, dass Sie von anderen kritisiert werden, die ebenfalls ihre Meinung äußern wollen und dürfen.

      • Sehr geehrter Herr Prof. Dilger,

        „Welche Ketten wurden Ihnen angelegt? Wo sehen Sie Ihre individuelle Freiheit konkret beeinträchtigt?“

        Bitte beachten Sie meinen gesamten Beitrag. Ich habe konkret zum Thema und speziell zu deren Bezug im Verhältnis DDR/BRD geschrieben und nicht über mich persönlich.

        Gemeint sind dementsprechend die Ketten der political correctness, die nicht nur mir, sondern quasi administrativ dem gesamten gesellschaften Diskurs angelegt wurde.

        Was ist los, Sie wollten doch inhaltliche Beiträge? Warum kanzeln Sie diese dann jetzt so ab?

      • Solche Ketten gibt es nicht bzw. sie existieren nur in Ihrem Kopf. Ihnen ist Political Correctness offensichtlich sehr wichtig, weshalb Sie meine offenen Worte dazu auch nicht mögen.

      • @Schlegel Allerdings ist zwischen Ablehnung der „political correctness“ und Rassismus/Fremdenfeindlichkeit nur einen schmaler Grat, der leider in den neuen Bundesländern zur falschen Seite öfters überschritten wird bzw. von einigen Menschen bewusst ausgenutzt wird, um „unbedarfte“ Bürger auf ihre Seite zu ziehen… Ich möchte lieber nicht wissen, wie viele AfD Mitglieder in den neuen Bundesländern ein kanadisches Einwanderungsmodell befürworten…aus persönlicher Erfahrung würde ich sagen, dass weniger als die Hälfte dafür sind und mit der AfD andere Ziele verfolgen. Was soll man auch davon halten, dass es in den neuen Bundesländern eine große Anzahl von Menschen gibt, für die es eine russische Einflusssphäre gibt, weshalb sie den dort lebenden Menschen ihre individuelle Freiheit und ihrem Land die staatliche Souveränität absprechen…sowie ein putinistisches Russland anstreben?! Sehr liberal… Meinungsfreiheit wird vielerorts nur befürwortet, solange die eigene Meinung wiedergespiegelt wird…und in manchen besonders roten bzw. braunen Gegenden kann man nicht einmal Kritik an der DDR oder Russland äußern…

      • An „nationalliberal“:

        „Allerdings ist zwischen Ablehnung der ‚political correctness‘ und Rassismus/Fremdenfeindlichkeit nur einen schmaler Grat…“

        Kampfbegriffe helfen doch niemanden weiter.

        „Ich möchte lieber nicht wissen, wie viele AfD Mitglieder in den neuen Bundesländern ein kanadisches Einwanderungsmodell befürworten…“

        Jedenfalls gibt es eine eindeutige Mehrheit dafür, die Einwanderungsfrage vom Asylrecht und der Flüchtingsproblematik zu trennen. Dass viele damit auf eine Verminderung und Qualifizierung des derzeit vollkommen ungeregelten Zustroms von Fremden erreichen wollen, ist doch nicht automatisch verwerflich.

        „Was soll man auch davon halten, dass es in den neuen Bundesländern eine große Anzahl von Menschen gibt, für die es eine russische Einflusssphäre gibt, weshalb sie den dort lebenden Menschen ihre individuelle Freiheit und ihrem Land die staatliche Souveränität absprechen…“

        Gegenfrage: was soll man von der Neufassung des Artikel 23 GG und der Präambel trotz der Eindeutigkeit des Artikel 24 GG halten? Die DDR war eben einem anderen Block zugehörig.

        „sowie ein putinistisches Russland anstreben?!“

        Stalin wollte sogar die deutsche Neutralität.

        „Sehr liberal… Meinungsfreiheit wird vielerorts nur befürwortet, solange die eigene Meinung wiedergespiegelt wird…und in manchen besonders roten bzw. braunen Gegenden kann man nicht einmal Kritik an der DDR oder Russland äußern…“

        Sie sind schon stark im Verallgemeinern. Aber gut:

        Meinungsfreiheit wird fast überall nur befürwortet, solange die eigene Meinung widergespiegelt wird. Und in manchen besonders roten bzw. grünen Gegenden ….

      • Viele AfD Mitglieder in den neuen Bundesländern wollen gerade nicht eine „Verminderung und Qualifizierung des derzeit vollkommen ungeregelten Zustroms von Fremden erreichen“…Sie befürworten weder ein kanadisches Einwanderungsmodell noch wollen sie die Aufnahme weiterer Kriegsflüchtlinge…es geht darum, dass die AfD offiziell für ein kanadisches Einwanderungsmodell wirbt, aber viele es nur als Instrument sehen, sich als seriöse Partei darzustellen und in Wirklichkeit ganz andere Ziele verfolgen…weder Flüchtlinge noch qualifizierte Einwanderer.
        „Stalin wollte sogar die deutsche Neutralität.“ Ich habe Sie bisher eigentlich als intelligenten Mann eingeschätzt, der auch in seinen Kommentaren gegenüber der DDR kritisch eingestellt war…es verwundert mich daher sehr, gerade von Ihnen jetzt diese sowjetische Propaganda zu hören! Kein seriöser Historiker glaubt an die Ernsthaftigkeit der Stalin-Note…es war eine Finte, um den Westen schlecht darzustellen, weil man zu diesem Zeitpunkt schon wusste, dass der Westen darauf niemals eingeht…man muss sich dazu auch nur den restlichen Ostblock anschauen…überall wurden sofort Marionetten Regierungen und das sowjetische System installiert, obwohl es andere Vereinbarungen zwischen den Siegermächten gab…ein neutrales Deutschland? Vielleicht ein paar Wochen, dann wären die „Genossen“ in der BRD wie in der DDR und anderen Staaten wie Polen und Ungarn vorgegangen, wo sich nicht an Absprachen gehalten wurde. Es ist kein Zufall, dass Putin (für den der Untergang der Sowjetunion die größte Katastrophe des 20 Jahrhunderts war) heute genauso vorgeht…erst besetzen und dann eine Show abhalten, dass man im Sinn der gesamten Bevölkerung gehandelt hat.
        http://www.welt.de/kultur/history/article13689627/Adenauers-vertane-Chance-zur-Wiedervereinigung.html Bei Ihnen sind scheinbar leider auch einige verbreitete sowjetische Mythen hängengeblieben?!
        “Was soll man auch davon halten, dass es in den neuen Bundesländern eine große Anzahl von Menschen gibt, für die es eine russische Einflusssphäre gibt, weshalb sie den dort lebenden Menschen ihre individuelle Freiheit und ihrem Land die staatliche Souveränität absprechen…” „Die DDR war eben einem anderen Block zugehörig.“ Es geht hierbei um liberale Einstellungen der Menschen in den neuen Bundesländern (bzw. deren Fehlen)…eben nicht um „sowjetischen Liberalismus“, der in Wirklichkeit wenig mit echten liberalen Grundsätzen gemein hat! Ich finde es bedenklich und es widerspricht in meinen Augen liberalen Grundsätzen, wenn man, weil man einem „Block zugehörig“ ist/war, anderen Völkern ihre individuelle Freiheit und staatliche Souveränität abspricht…viele Menschen haben scheinbar vergessen, wie unfrei man unter sowjetischer Herrschaft gelebt hat.

      • An „nationalliberal“:

        „‚Stalin wollte sogar die deutsche Neutralität.‘ Ich habe Sie bisher eigentlich als intelligenten Mann eingeschätzt, der auch in seinen Kommentaren gegenüber der DDR kritisch eingestellt war…“

        Auweia!

        Bitte einfach einmal ganz grob über das Stilmittel der Ironie und Anspielungen nachdenken.

        Und beim nächsten Mal nicht auf persönlich beleidigt machen, wenn Ihnen einfach einmal per se die Intelligenz abgesprochen wird.

      • Ach, Herr Schlegel, Sie halten sich für so schlau…dabei sind Sie einfach nur arrogant und mehr nicht…

      • Ja, da ist mir das Essen fast wieder hochgekommen, als ich ihre Begründung gelesen habe… an Dreistigkeit nicht mehr zu überbieten. Natürlich ist es eigentlich gut, wenn sie gegen Herrn Lucke antritt. Meine Sorge ist aber, dass sie normalerweise solche Aktionen doch nur macht, wenn sie siegessicher ist… Was hat sich geändert? Hat sie eine wichtige Persönlichkeit auf ihre Seite gezogen?

      • Sie wird das nicht gewinnen. Allerdings hat sie in letzter Zeit viele Fehler gemacht, vielleicht vertut sie sich auch hier. Alternativ könnte sie kalkulieren, auf diese Weise bei einer Kandidatur um den 2. Sprecherposten bessere Chancen zu haben.

      • Ich hoffe, dass die Unterzeichner des Weckruf2015 und die „Neutralen“ bis zum Mitgliederparteitag nicht vergessen haben, dass Petry/Höcke und ihre Anhänger über 4000 Mitglieder ausschließen wollten..bzw. noch immer wollen. Leider ist es eine Schwäche vieler Menschen, dass sie nur ein Kurzzeitgedächtnis haben…

      • Sehr geehrter Herr Prof. Dilger,

        „Das führt dann wenigstens zu einer klaren Entscheidung.“

        Daran kann ich nicht so richtig glauben.

        Und dass sich Frau Petry, die es bislang vermieden hat, sich politisch einem Flügel anzuschließen nunmehr als die integrative Kraft darstellen wird, dürfte ihr deutliche Punktgewinne einbringen.

        Im Übrigen hat sie in gewisser Weise auch noch Recht, da das Unterstützerfeld tatsächlich breit aufgestellt ist. Immerhin kann sie für ihr liberal-konservatives Tandem den „liberalen“ Herrn Pretzell einerseits, Frau von Storch andererseits und Herrn Höcke als Kontrastprogramm außerhalb präsentieren. Hinzu kommen die verlässlichen Landesväter Gauland, Glaser, Hampel uvm. sowie die Junge Alternative.

      • Soll das jetzt ein Witz sein? Ich fürchte, Sie meinen das ernst. Herr Pretzell ist aber nicht liberal und Frau Petry ist nicht konservativ. Beide sind auch nicht integrativ, sondern für die ständigen Streitereien wesentlich verantwortlich.

      • Sehr geehrter Herr Prof. Dilger,

        „Soll das jetzt ein Witz sein? Ich fürchte, Sie meinen das ernst. “

        Beachten Sie bitte die Ironie und vor allem die Anführungszeichen!

      • Die Ironie ist nicht so deutlich. Sie sind doch bisher stets für Frau Petry eingetreten. Bleiben Sie unter ihrer integrativen Führung der AfD treu und der FDP fern?

      • Sehr geehrter Herr Prof. Dilger,

        „Sie sind doch bisher stets für Frau Petry eingetreten.“

        Nein. Lesen Sie meine Beiträge, ich habe gerade immer den Etikettenschwindel von Herrn Pretzell und diverser „liberaler Kräfte“ ironisiert. Da lagen wir, glaube ich, auf einer Wellenlänge?!

        „Bleiben Sie unter ihrer integrativen Führung der AfD treu und der FDP fern?“

        Die FDP hat in Sachen Euro, Schengen und anderen klassischen AfD-Themen wenig zu bieten. Wenn sich die AfD zerlegt, bleibt sie aber als kleineres Übel.

  4. Freiheit hatte auch immer mit der Entwicklung der Technologie der jeweiligen Zeit zu tun.
    Die industrielle Entwicklung, Eisenbahn und Automobile, ja auch TV sorgte auch für einen ständig höheren Anspruch auf Freiheit. Freiheit die man so beim Nachbar (Land) sah.

    Die Freiheits Wünsche der DDR Bürger waren geprägt vom Wohlstand in der BRD.

    Heute stellt sich immer mehr die Frage, wie frei sind wir eigentlich wirklich ? Sind wir abhängig vom Auto ? Nein es gäbe die Bahn. Könnten wir noch ohne Computer alles regeln? Vermutlich nein. Sind wir also schon Untertane, Leibeigene der Computer ? Oder besteht die Gefahr, wenn Computer intelligent werden ?

    Muß eine Mangna Charta IT nun verfasst werden ? Ich habe den Einruck, dass der Staat die Gefahr, die bedingungslose Unterordnung der Menschen gegenüber der IT Technologie vollkommen übersieht.

    Jeder hat eine Steuer ID Nummer. Ich habe versehntlich zwei bekommen ( 1. v.d.Marwitz, 2. Marwitz v.d.) Also einmal unter V und einmal unter M. Menschen versuchten dies zu korregieren.
    Welche Nummer ist falsch? Alleine da scheiden sich die Geister, die die Software nutzen.

    Software Entwickler sorgen ständig für Chaos in Branchen, die die nicht wirklich kennen. Gerade in Griechenland und der EU laufen Zeitkämpfe, einen Grexit IT technisch hinzubekommen im Zeitfenster der Restgelder in Griechenland. Der unbegrenze Anleihen Kauf für 2 Jahre wird vermutlich die Zeit der IT Anpassung für einen Euro Ende sein.

    Sind wir jemals wieder wirklich frei ? Bargeld Verbot bedeutet auch IT Abhängigkeit.

    Ohne Computer, ohne Bankkonto keine Selbstständigkeit. Wer oder was ( Gesetz?) schützt uns vor der Macht der Computer. Noch müssen die bedient werden. Wenn die Computer in 2 Jahren eigenständig handeln, also intelligent sind, wo ist die Computer Charta ?

    • Die IT ist keineswegs so intelligent, wie Sie meinen. Herr Hummel hat uns doch lang und breit erklärt, dass selbst eine simple Ja-Nein-Abfrage mindestens ein Jahr zur Umsetzung benötigt. Ihr Beispiel mit der doppelten Steuernummer deutet doch auch in die Richtung.

  5. Wir brauchen heute eine ganz neue Diskussion über die Rechte und Freiheiten in Deutschland und Europa!
    Wie viel Staat wollen wir?
    Zwischen „Nanny-Staat“ und „Nachtwächter-Staat“ gibt es viel dazwischen!
    Wie viel Staat können wir uns finanziell überhaupt leisten?
    Noch so ein perfektes Thema für die AfD, aber die ist ja mit sich selber beschäftigt…………

    • An francomacorisano:

      „Wir brauchen heute eine ganz neue Diskussion über die Rechte und Freiheiten in Deutschland und Europa!“

      Diese Diskussion ist längst entschieden. Wir brauchen mehr Freiheiten, werden diese aber nicht geschenkt bekommen.

      „Wie viel Staat wollen wir?“

      Sicher wollen die meisten Liberalen weniger „Staat“ im Sinne von Bevormundung und Obrigkeit. Mit Sicherheit aber dennoch mehr nationale Souveränität im Sinne rechtsstaatlicher Prinzipien.

      „Noch so ein perfektes Thema für die AfD, aber die ist ja mit sich selber beschäftigt…………“

      Die AfD ist keineswegs nur mit sich selbst beschäftigt.

      • Wo Griechenland kurz vor der Pleite steht (de facto eigentlich längst pleite ist!) und selbst viele Euro- und EU-Besoffenen keinen Pfifferling mehr auf Griechenland geben, würde JETZT die Stunde der AfD schlagen. Alles was die AfD gesagt hat, entpuppt sich jetzt als bittere Wahrheit. Mehr Recht kann man eigentlich nicht haben!!! In der öffentlichen Wahrnehmung bietet die AfD aber im Moment NICHTS inhaltlich, sondern ist nur dabei, sich zu zanken. Schade!

    • An francomacorisano:

      „JETZT die Stunde der AfD schlagen. Alles was die AfD gesagt hat, entpuppt sich jetzt als bittere Wahrheit. “

      Das spüren auch die Wähler und bleiben ungeachtet des „Richtungsstreit“-Popanzes der AfD (noch) treu:

      http://www.wahlrecht.de/umfragen/

      Dies dürfte auch daran liegen, dass paradoxerweise in den jeweiligen Stellungnahmen der angeblich so unterschiedlichen Lager ein wesentlicher politischer Dissens in den Themen und Forderungen gar nicht auszumachen ist.

      • GENAU, inhaltlich sind die beiden Flügel weniger weit auseinander, als die Flügel in anderen Volksparteien! ABER menschlich wurden derart Wunden geschlagen, dass die Zusammenarbeit nur noch schwer möglich ist. Man darf eben an politische „Freundschaften“ nicht zu hohe Erwartungen haben. Es sind oft nur Zweckbündnisse. Bernd Lucke war lange die perfekte Klammer über den Flügeln. Was ist nur in ihn gefahren, dass er so dünnhäutig und ungeduldig geworden ist, was man in der Politik niemals sein darf!

      • Ich glaube, Sie verwechseln die Personen 🙂 Herr Lucke war viel zu lang viel zu geduldig…Frau Petry dagegen ist ungeduldig geworden und will sich lieber jetzt sofort mit der Brechstange als Vorsitzende durchsetzen, auch wenn es zur Spaltung der Partei führen könnte, statt einfach noch ein paar Jahre zu warten.

  6. Frau Petry scheint sich nicht so sicher zu sein, dass sie die Mehrheit hinter sich hat! Der Witz…die gleichen Menschen haben sich mit ihren Anhängern vor wenigen Tagen darüber beschwert, dass der Weckruf2015 seine Mitglieder unterstützt…

    Sehr geehrte Mitglieder der AfD Sachsen,
    es sind schwierige Tage für unsere Partei. Den Streit im Bundesvorstand und die Wandlung des Bernd Lucke werde ich hier mit Sicherheit nicht kommentieren. Es ist aktuell auch nicht mehr relevant, warum es zu der erlebten personellen Zuspitzung gekommen ist, oder nach Konrad Adenauer: „Die Situation ist da!“
    Wahr ist: unsere Partei befindet sich am Scheideweg. Wir müssen jetzt noch einmal alle Kraft aufbringen, um die politischen Erfolge der vergangenen 26 Monate zu schützen. Am 4. und 5. Juli 2015 findet der Bundesparteitag in Essen statt. Die Weckrufler arbeiten mit aller Macht daran, den Großteil ihrer „Erweckten“ für Essen zu mobilisieren, es könnten also gut 2.500 Weckrufler werden. Hier müssen wir besser mobilisieren und dafür sorgen, dass wir diese Zahl nicht nur erreichen, sondern weit übertreffen (4.000), denn für Satzungsänderungen und Bundesvorstandswahlen brauchen wir klare Mehrheiten (für Satzungsänderungen sogar eine Zwei-Drittel-Mehrheit). Noch dazu wird das öffentliche Signal eines AfD-Parteitags mit ca. 6.000 Mitgliedern gigantisch sein. Bereits der Parteitag in Bremen war der größte Parteitag der dt. Nachkriegsgeschichte.
    Wir brauchen einen Bundesvorstand, der alle Strömungen einbinden kann, der eine Alternative für Deutschland programmatisch breit aufstellt und eine Vielzahl unserer Mitglieder mitnimmt. Wir brauchen einen Vorstand, der in der Lage ist, aus unserer AfD eine Volkspartei zu schmieden. Einen Vorstand also, der die Ideale und die programmatischen Aussagen aus der Bundestagswahl 2013 wieder aufnimmt und mit Mut weiterentwickelt.
    Und jetzt, sehr geehrte Mitglieder, kommen Sie ins Spiel. Unser Ziel ist es, zwischen 400 und 600 Sachsen nach Essen zu bringen. Ich weiß, dass das ein gigantisches Ziel ist, aber wir Sachsen haben bis jetzt immer unsere Ziele erreicht und unseren Gegnern ein Licht angezündet. Wir wollen zu diesem Zweck Busse und Hotels mieten, um Sie alle gemeinsam nach Nordrhein-Westfalen zu bringen.
    Wir starten dazu eine Spendenaktion und bitten Sie alle, also jedes sächsischen Mitglied, nach Ihren Möglichkeiten, jedoch mindestens einen Betrag von 10 EUR zu Spenden. Dazu finden Sie am Ende der Mail ein entsprechendes Spendenkonto.
    Der Landesverband wird zusätzlich den gleichen Betrag in Höhe der erhaltenen Spenden beisteuern, um die Kosten für alle und jeden erschwinglich zu gestalten. Und wir bitten jeden, der am Parteitag nicht teilnehmen kann zusätzlich 10-20 EUR zu spenden, um diejenigen, die diese Strapaze auf sich nehmen, zu unterstützen.
    Hier unser Rechenbeispiel:
    Wir haben derzeit 849 Mitglieder und 99 Förderer in Sachsen. Wenn ca. 900 Sachsen 10 EUR spenden, und wenn 300 Sachsen, die nicht mit auf den Parteitag kommen, zusätzlich 20 EUR spenden, könnten wir die die Hin- und Rückfahrt zum Parteitag und eine Übernachtung zum Preis von 45 EUR pro Person (im Doppelzimmer) realisieren.
    Einnahmen:
    Spenden 10 EUR von 900 Mitgliedern 9.000 EUR
    Spenden 20 EUR von 300 Mitgliedern die nicht teilnehmen 6.000 EUR
    Landesverband 9.000 EUR
    Unkostenbeitrag 45 EUR je Mitglied (bei 500 Mitgliedern) 22.500 EUR Summe: = 46.500 EUR Ausgaben:
    Busse 20.000 EUR
    Übernachtungen 25.000 EUR
    Achtung Einzelzimmer: Die Preiskalkulation basiert auf einer Übernachtung im Doppelzimmer. Wer in einem Einzelzimmer übernachten möchte, zahlt einen Aufpreis von 25 EUR, also insgesamt 70 EUR. Mir ist durchaus klar, dass ich viel von Ihnen verlange, aber es geht hier um die Zukunft unserer Partei und die letzte Chance einer Partei, die sich mit Stolz auch konservativen Themen widmet und deren Mitglieder stolz sind, in Deutschland zu leben und sich dies auch zu sagen trauen. Helfen Sie uns durch Ihre persönliche Anwesenheit dabei, dass in Essen die Alternative für Deutschland nach den Querelen der letzten Monate wieder aufsteht und ihren politischen Erfolgsweg fortsetzt! Dies ist aktive Parteiarbeit im besten Sinne! Wer sich bundesweit vernetzen möchte, dem empfehlen wir die Internetseite http://www.ja-zur-alternative.de Hier sammeln sich neben dezentralen Aktionen bundesweit aktive AfD-Mitglieder, die wie wir in Essen klarmachen wollen, dass es die AfD-Basis ist, die über den politischen Weg unsere AfD entscheidet und sich damit dem spalterischen Weckruf wirkungsvoll widersetzt. Wir werden uns in den kommenden Tagen nochmals an Sie wenden. Wir werden Ihnen ein Video schicken, wir werden Sie anrufen……wir werden Sie nerven. Wir brauchen Sie alle.
    Spenden Sie bitte möglichst bald auf folgendes Konto: Ostsächsische Sparkasse Dresden Kontoinhaber: AfD Landesverband Sachsen Kontonummer: 221062653 BLZ: 850503000
    Bitte geben Sie bei der Überweisung Ihren Namen und Ihre Mitgliedsnummer mit an, damit wir ggf. auch Gelder zurückerstatten können.
    Bitte melden Sie sich zur Teilnahme am Parteitag unter folgender E-Mailadresse an: parteitag@afdsachsen.de.
    Viele kämpferische Grüße
    Ihr/ Euer Uwe Wurlitzer im Auftrag des Landesvorstandes
    AfD – Alternative für Deutschland Landesverband Sachsen,
    Landesvorstand Uwe Wurlitzer, Generalsekretär
    Geschäftsstelle Leipzig
    Nordstraße 1 04105 Leipzig (Innenstadt)
    Nordstraße – Ecke – Tröndlinring nähe Hauptbahnhof 2. OG links
    Telefon: 0341 – 4428995
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    • An „nationalliberal“:

      Zusammengefasst rechnet der Petry-Flügel mit etwa 2.500 Aktiven des Wegrufes und will selbst etwa möglichst 4.000 Mitglieder dagegen mobilisieren.

      Ich ziehe daraus rein rechnerisch den Schluss, dass Frau Petry eine Zweidrittel-Mehrheit anstrebt, derer sie sich nicht sicher zu sein scheint. Von der einfachen Mehrheit scheint sie dagegen sicher auszugehen.

      • Hochmut kommt vor dem Fall. Worum wollen wir wetten, dass Herr Lucke erster Sprecher wird? Interessanter ist die Frage, ob Frau Petry nicht trotzdem zweite Sprecherin wird, vielleicht sogar mit seinem Einverständnis.

      • Sehr geehrter Herr Prof. Dilger,

        „Hochmut kommt vor dem Fall.“

        Ich glaube nicht, dass Frau Petry bezüglich der Mobilisierung besonders hochmütig ist. Mit 2.500 Aktiven auf dem Essener Parteitag schätzt sie die Wegruf-Fraktion doch als nicht gerade gering ein. Ich beispielsweise rechne mit erheblich weniger Wegrufern, dafür aber mit mehr Lucke-Wähler aus der Mitte.

        „Worum wollen wir wetten, dass Herr Lucke erster Sprecher wird?“

        Sie haben doch schon Ihre Parteimitgliedschaft verwettet.

        „Interessanter ist die Frage, ob Frau Petry nicht trotzdem zweite Sprecherin wird, ….“

        Das hängt vom Prozedere ab. Gilt der unterlegende Kandidat automatisch als zweiter Sprecher oder gibt es hierfür einen neuen Wahlgang mit wiederum weiteren Bewerbern.

        „… vielleicht sogar mit seinem [Luckes] Einverständnis.“

        Herr Lucke hat doch eine Zusammenarbeit mit Frau Petry apodiktisch ausgeschlossen. Ich gehe davon aus, dass sofern die Bremer Satzung gekippt ist, Herr Lucke demnach selbst im Fall der Wahl zum Bundessprecher eine Frau Petry als zweite Sprecherin nicht akzeptieren wird.

      • Frau Petry scheint davon auszugehen, dass alle Lucke-Wähler im Weckruf sind. Das ist natürlich falsch. Allerdings habe ich nun Hinweise darauf, dass zumindest in NRW auch viele Lucke-Gegner im Weckruf sind bzw. dort die Aufnahme beantragt haben. Die Funktion einer Sammlung der eigenen Anhänger ist also nur sehr bedingt erfüllt.

        „Gilt der unterlegende Kandidat automatisch als zweiter Sprecher oder gibt es hierfür einen neuen Wahlgang mit wiederum weiteren Bewerbern“? Der unterlegene Kandidat gilt natürlich nicht „automatisch“ als zweiter Sprecher. Jeder muss selbst gewählt werden. Allerdings wäre es zulässig, auch zwei oder noch mehr Sprecher in einem Wahlgang zu wählen, wenn das vorher so beschlossen wird. Dann braucht aber jeder mindestens die einfache Mehrheit und mehr Stimmen als die überzähligen Bewerber.

        „Herr Lucke hat doch eine Zusammenarbeit mit Frau Petry apodiktisch ausgeschlossen.“ Das hat Frau Petry doch auch getan. Das wird sie aber nicht daran hindern, trotzdem zu kandidieren. Ich denke auch nicht, dass Herr Lucke dann sofort wieder hinschmeißen wird (höchstens bei einem totalen Horrorvorstand).

      • Sehr geehrter Herr Prof. Dilger,

        nach den jüngsten Verlautbarungen wird Ihnen Herr Pretzell in NRW auf jeden Fall erhalten bleiben. Auf seiner FB-Seite verkündet er derzeit wenig bescheiden:

        „Ich behaupte, die Mobilisierung wird alles in den Schatten stellen, was NRW bislang in Sachen AfD erlebt hat. Wir kommen mit Mann und Maus und die Mehrheiten sind in NRW klar verteilt; auch an der Basis bei den einzelnen Mitgliedern.“

        und:

        „Bei den Mitgliedern haben wir über 60%.“

        Wie schätzen Sie die Lage in NRW ein?

      • Hier Pretzell hat schon immer laut getönt ohne Rücksicht auf die Fakten. Eine aktuelle empirische Untersuchung zu den Einstellungen an der Basis gibt es nicht. Ich vermute allerdings, dass gerade in NRW Herr Lucke immer noch eine Mehrheit hat, nicht zuletzt wegen Herrn Pretzell und seiner Antileistungen. Wichtiger ist allerdings, wie viele Mitglieder sich jeweils mobilisieren lassen.

      • @Dilger Ich hoffe, Frau Petry hat mit dem Brief einen strategischen Fehler begangen…jetzt müssten eigentlich sowohl im Umfeld vom Weckruf2015 und Herrn Lucke als auch bei jedem einfachen Mitglied die Alarmglocken läuten, dass die andere Seite nicht schläft und überhaupt nichts sicher ist…vielleicht führt es zu einer noch höheren Mobilisierung. Jedem sollte klar sein, dass es eine böse Überraschung geben könnte, wenn unter 3000 Mitglieder vom Weckruf2015 kommen… Ich habe schon vermutet, dass irgendetwas geplant sein muss, wenn sie ihre Kandidatur offiziell verkündet…scheinbar hat sie finanziell und organisatorisch eine große Kampagne auf die Beine gestellt und ist deshalb jetzt siegessicher. Es gibt auf Facebook bspw. viele Plakate wo Herr Lucke direkt angegriffen wird und Frau Petry als Heilsbringerin gefeiert…z.B. „Mit Frau Petry 12 % statt 4 % mit Herrn Lucke und Herrn Henkel“…

      • Mein Gegenspruch lautet: „Lieber nur 12 % für Petry beim Bundesparteitag als 2 % mit Pretzell bei der NRW-Landtagswahl.“

      • @Dilger Herr Lucke macht scheinbar die gleichen Fehler wie schon in den letzten Monaten…er ist viel zu passiv…wo sind seine Online-Plakate, wo er deutlich macht, was die Mitglieder mit Petry/Pretzell bzw. mit ihm als Vorsitzenden erwartet? Man muss leider anerkennen, dass Petry im Marketing viel besser aufgestellt ist…

      • Es ist leider alles noch viel schlimmer, doch das möchte ich vor dem Bundesparteitag nicht vertiefen. Danach sollten wir Bilanz ziehen.

      • “Lieber nur 12 % für Petry beim Bundesparteitag als 2 % mit Pretzell bei der NRW-Landtagswahl.” Genau solche Sprüche müsste Herr Lucke als Antwort parat haben 😀 …vielleicht sollten Sie sein Marketing Chef werden 😉

      • Marketing, insbesondere Werbung, ist eigentlich nicht mein Fachgebiet, sondern Personal, wo es sicher auch Beratungsbedarf gäbe, und vor allem Organisation.

      • Vielleicht schafft die AfD auf dem Mitgliederparteitag noch die Wende…vielleicht treten Sie ja an und sind in einem kompetenten BuVo, wo Sie ihr Wissen einbringen können!? Beratungsbedarf gäbe es wirklich genug…

      • Die Wahrscheinlichkeit ist leider niedrig. Ich habe jetzt überlegt, meine Kandidatur nicht groß anzukündigen, sondern gegebenenfalls spontan anzutreten, aber in den plausiblen Hauptszenarien (der Weckruf wählt durch oder Frau Petry gewinnt doch) nicht.

      • Wäre Ihre Kandidatur und Wahl nicht gerade auch wichtig, wenn der Weckruf durchwählt…eine kritische Stimme zwischen Weckruf und Petry Lager? Ich vermute mittlerweile, da Frau Petry sehr stark mobilisiert, dass keine Seite (weder Weckruf noch Petry/ER) eine alleinige Mehrheit schaffen wird…die neutralen Mitglieder sollten den Ausschlag geben…und dann würden Sie durchaus antreten, wenn Herr Lucke Vorsitzender wird und es keinen Petrylastigen BuVo gibt?

      • Zumindest in NRW wollen die führenden Weckrufer entgegen ihrer eigenen Satzung nur Weckrufer (bzw. sich selbst) unterstützen. Bei einer Durchwahl haben also Nichtmitglieder dieses Vereins gar keine Chance. Die neutralen Mitglieder sind hingegen sehr heterogen (1. konservativer als Frau Petry, was nicht so schwer ist, 2. zwischen ihr und Herrn Lucke oder 3. liberaler als er, was noch leichter ist und auf mich zutrifft).

      • Petry Anhänger haben wahrscheinlich eher keine Chance, wenn der Weckruf eine Mehrheit hat oder zumindest im Gegensatz zum Petry-Lager größer ist…Ich vermute, auf dem Parteitag wird es weniger um konservativ oder liberal gehen (Herr Lucke und Frau Petry unterscheiden sich selbst da ja auch nur unwesentlich), sondern mehr darum gehen, wer seine Anhänger in den BuVo bekommt…und Sie als bekannter „Neutraler“ könnten doch vielleicht dadurch eine Chance haben, dass auch Konservative unter den neutralen Mitgliedern und Petry Anhänger Sie wählen, bevor es einen BuVo gibt, der nur aus Mitgliedern des Weckruf besteht? In meinen Augen wäre es auch die vollkommen falsche Strategie von Herrn Lucke bzw. seinen Weckruf-Anhängern, nur Mitglieder des Weckruf zu wählen…der nächste Ärger wäre doch vorprogrammiert, wenn im BuVo von 3 Lagern nur 1 Lager vertreten ist. Zumindest aus den großen neutralen Lager sollte man auch Mitglieder wählen, so dass mehr als 2/3 der (aktiven) Mitglieder eingebunden ist und eine Stimme hat…ansonsten treibt man neutrale Mitglieder zu Petry/Höcke und wir haben bald wieder den nächsten Parteitag.

      • Ob ich wirklich als „Neutraler“ bekannt bin, wage ich zu bezweifeln, auch wenn ich nicht im Weckruf bin und meinen eigenen Kopf zum Denken habe. Die Anhänger von Frau Petry und insbesondere Herrn Pretzell würden mich sicher nicht wählen, doch wenn keine der beiden Streitparteien eine eindeutige Mehrheit hat, ist natürlich vieles möglich. Essen wird sicher spannend und jeder, dem die AfD noch am Herzen liegt, sollte nach Möglichkeit kommen.

      • Sehr geehrter Herr Prof. Dilger,

        „Zumindest in NRW wollen die führenden Weckrufer entgegen ihrer eigenen Satzung nur Weckrufer (bzw. sich selbst) unterstützen. Bei einer Durchwahl haben also Nichtmitglieder dieses Vereins gar keine Chance.“

        Sollten die dort behaupteten Tatsachen stimmen, wäre es fraglich, ob Herr Lucke als Mitglied des Wegrufes überhaupt noch legal für das Amt des Bundessprechers kandidieren kann:

        https://initiativebuergerlicheafd.wordpress.com/

        Nach meiner Auffassung übt Herr Lucke seine Mitgliederrechte inzwischen rechtsmissbräuchlich aus.

      • Das ist doch lächerlich, diese Initiative Bürgerliche AfD ist selbst eine ältere Durchwahl- und Spalterveranstaltung von AfD-Funktionären.

      • Frau Petry und ihr Lager bzw. der Flügel wollen doch ebenso ihre Kandidaten durchwählen. Darüber hinaus sollen die Mitglieder des Weckruf2015 mundtot gemacht werden, indem man sie ausschließt…ich habe noch nichts davon gehört, dass Herr Lucke solche Aktionen plant und tausende Mitglieder vom Flügel und Co. ausschließen will… „Nach meiner Auffassung übt Herr Lucke seine Mitgliederrechte inzwischen rechtsmissbräuchlich aus.“ In meinen Augen trifft das viel mehr auf Frau Petry zu… und wir kennen nur die Spitze des Eisberges…wer weiß, was sie alles noch für Intrigen, Manipulationen etc. schon versucht und/oder erfolgreich durchgeführt hat.

    • Sehr geehrter Herr Prof. Dilger,

      mir ging es nicht um die Quelle, von der mag jeder halten, was er will, sondern um die dort dargestellten Fakten.

      • Was für Fakten? Was haben Sie eigentlich gegen Mitgliederentscheide und Mitgliederparteitage? Warum wollen Sie jetzt mit Winkelzügen Herrn Lucke seine Mitgliedschaftsrechte entziehen statt die Vorstandswahlen in Essen abzuwarten? Danach können Sie oder er freiwillig gehen.

      • Sehr geehrter Herr Prof. Dilger,

        auch auf die Gefahr hin, hier genauso redundant zu werden, wie einige Wegruf-Befürworter: Ich habe gar nichts gegen Mitgliederentscheide und Mitgliederparteitage, im Gegenteil.

        Sie übersehen, dass Herr Lucke kein einfaches Mitglied, sondern Bundessprecher ist. Und was er als solcher derzeit in der Partei abzieht, dürfte für jeden rechtstreuen Menschen eine Zumutung sein.

      • Was Frau Petry, Herr Pretzell und andere Lucke-Gegner abziehen, ist eine noch viel größere Zumutung. Also soll der Mitgliederparteitag das entscheiden. Bitte beantworten Sie, was Sie mit den anderen Lucke-Gegnern dagegen haben. Wenn Sie das hingegen auch so sehen, was sollen dann ständig diese Kommentare?

      • Sehr geehrter Herr Prof. Dilger,

        „Wenn Sie das hingegen auch so sehen, was sollen dann ständig diese Kommentare?“

        Mir geht es ums Prinzip. Meine durchaus vorhandene Kritik an Frau Petry brauche ich in diesem Blog nicht gesondert vorbringen, da dies bereits Grundtenor nahezu aller einschlägigen Kommentare ist. Herr Lucke und dessen Wegruf sind jedoch keinen Deut besser, darum geht es in meinen Kommentaren.

        Herr Pretzell ist seit seinem Rückzug aus dem Bundesvorstand ein regionaler NRW-Problemfall; er hat erklärt, auf Bundesebene nicht erneut kandidieren zu wollen und ist damit kein Thema mehr für Essen.

      • Ihre ständigen Wiederholungen widersprechen den Regeln dieses Blogs und ich verwarne Sie wie seinerzeit Herrn Meister (den ich dann nach X Verwarnungen irgendwann ganz sperren musste). Herr Pretzell ist mehr als ein regionaler Problemfall und wird natürlich in Essen kandidieren, wenn er irgendeine Erfolgsaussicht sieht. Sein Wort hat er schon so oft gebrochen, auf einmal mehr kommt es dabei auch nicht mehr an, ihm selbst schon gar nicht.

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