John Nash ist gestorben

Gestern ist John Forbes Nash Jr. zusammen mit seiner Frau bei einem Taxiunfall nahe New York gestorben. Er war Mathematiker und wohl der größte Spieltheoretiker aller Zeiten. So entwickelte er in seiner Dissertation von 1950 das Konzept des später nach ihm benannten Nash-Gleichgewichts, bei dem sich kein Spieler durch Änderung der eigenen Strategie verbessern kann, wenn die Strategien aller anderen Spieler unverändert bleiben.

1959 wurde bei ihm paranoide Schizophrenie diagnostiziert. Ganz geheilt wurde er nie, doch durch seine Intelligenz bekam er später seine Wahnvorstellungen in den Griff. 1994 traute man sich deshalb, ihm den Wirtschaftsnobelpreis zu verleihen. Er erhielt ihn zusammen mit John Harsanyi und Reinhard Selten, dem bislang einzigen deutschen Träger dieses Preises. Dieses Jahr erhielt John Nash den mathematischen Abelpreis und verunglückte bei der Rückreise von der Preisverleihung tödlich, da er nicht angeschnallt war.

6 Gedanken zu „John Nash ist gestorben

  1. Scheinbar reichte die Intelligenz nicht soweit, sich dieses tödliche Versehen vorzustellen. Frau auch nicht angeschnallt?

    • Man sieht daran, dass selbst Paranoiker die wahren Gefahren übersehen können. Es könnte allerdings auch sein (dazu habe ich noch keinen Bericht gefunden), dass es sich um ein irreguläres Taxi ohne Gurte handelte. Ich habe auch schon sehr zweifelhafte Flughafentransfers mitgemacht.

  2. Einstein ist tot, Nash ist verunglückt und der AfD geht es auch schon schlecht. Aber vielleicht geht es mit einem warmen Mai-Regen doch wieder aufwärts.

  3. Na Sie haben aber ausgelassen, wie sich Nash in den letzten Jahren zu Euro und Dollar geäußert hat.

    Ein interessantes Zitat:

    „Herr Nash, Sie halten hier am Treffen der Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften in Lindau einen Vortrag über Geld. Das würde man von einem Mathematiker nicht unbedingt erwarten. Was sind denn die wesentlichen Elemente dessen, was Sie «ideales Geld» nennen?

    Ich habe 2002 einen Artikel über ideales Geld geschrieben, der auf einer Rede beruhte, die ich vor der Southern Economic Association gehalten hatte. Das ideale Geld stellte ich dem Geld gegenüber, das durch Inflation entwertet wird. Meine Idee besteht darin, das Geld durch einen Preisindex stabiler zu machen. Mir schwebt die Etablierung einer Art «Industrial Consumption Price Index» vor, der auf globalen Preisen von Industriegütern basiert und auch Gold, Platinum und Kupfer einschliesst. Mit einem solchen Index wären die Preise weniger volatil. Man könnte das Fiat-Geld – das von den Banken aus dem Nichts geschaffene Geld – durch dieses Indexgeld ersetzen.“

    • Wie der Fragesteller schon feststellte, war Herr Nash Mathematiker und kein Wirtschaftswissenschaftler, auch wenn er den entsprechenden Nobelpreis erhalten hat. Fachfremde Personen verstehen in der Regel das heutige Geldsystem nicht.

  4. Pingback: Reinhard Selten ist gestorben | Alexander Dilger

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