Bargeld schützt Freiheit und Eigentum

Den blöden Vorschlag gibt es schon länger, aber jetzt auch prominent in Deutschland: Wirtschaftsweiser Bofinger fordert Ende des Bargelds“. Vorgeschoben wird als Argumente, ohne Bargeld „könnten die Märkte für Schwarzarbeit und Drogen ausgetrocknet werden.“ Doch der Entzug von Bargeld würde keinen Drogenabhängigen heilen. Drogen und Schwarzarbeit lassen sich auch anders bezahlen. Vor allem sprechen Missbrauchsmöglichkeiten nicht gegen ansonsten sehr sinnvolle Dinge, zu denen auch das Bargeld gehört.

Gerade bei kleineren Geschäften sind die Transaktionskosten mit Bargeld geringer. Ich möchte nicht noch länger im Supermarkt anstehen, wenn zukünftig jeder mit Karte bezahlen muss. Wenn die Datenleitungen nicht stehen, gibt es dann gar keine Zahlungsmöglichkeit mehr. Für private Geschäfte untereinander müsste sich jeder Haushalt Lesegeräte für ec- und Kreditkarten zulegen etc. Außerdem werden wir alle zu gläsernen Bürgern, wenn Banken und Staaten alle Zahlungen oder sogar jeden einzelnen gekauften Gegenstand nachvollziehen und beliebig lange speichern können.

In Wirklichkeit geht es Herrn Bofinger aber um etwas anderes, was fast noch schlimmer ist: Ohne Bargeld „hätten es die Notenbanken einfacher, ihre Geldpolitik durchzusetzen.“ Im Klartext geht es darum, auch jedem Bürger mit negativen Zinsen das Geld vom Konto ziehen zu können. Die Frage ‚Wie sind negative Nominalzinsen möglich?‘ lässt sich dann viel einfacher beantworten. Wer sein Geld nicht ausgibt, wird bestraft. Es ergeben sich auch ganz neue Möglichkeiten der Besteuerung. Aber auch hier werden die Ausweichreaktionen übersehen. Wenn der Euro zu unattraktiv wird, werden die Menschen auf andere Transaktions- und vor allem Wertaufbewahrungsmittel ausweichen.

45 Gedanken zu „Bargeld schützt Freiheit und Eigentum

  1. Herr Bofinger und alle anderen, die ins selbe Horn blasen, zeigen vor allem dass sie im Elfenbeinturm leben und lebensfremde Auffassungen vertreten.

    Während man die juristische Dimension noch durch Handeln des Gesetzgebers lösen kann – da wäre das Recht auf Eigentum (Geld, das bei einer Bank liegt, ist kein Eigentum da kein körperlicher Gegenstand, sondern eine Forderung an die Bank) sowie der faktische Kontrahierungszwang mit irgendeiner Bank –, gibt es da noch eine politische Dimension, die stets ignoriert wird.

    Würde die EU wirklich ihr Lieblingsprojekt, den Euro, de facto aus dem Verkehr ziehen? Eine Abschaffung des Euro-Bargelds würde das als Errungenschaft beworbene Symbol aus den Augen der Bevölkerung Europas und aus ihren Händen verschwinden lassen. Man hält dann in Spanien keine Münze mit Bundesadler oder Griechen-Eule mehr in den Händen; sondern der Euro wäre nur noch eine Verrechnungseinheit und nichts groß anderes mehr als Bitcoin. Das kann man sich schon deswegen nicht leisten, weil es wie eine Euro-Abschaffung durch die Hintertür aussehen und außerdem die Ablehnung des Euros wahrscheinlich erhöhen würde.

    Was uns zum nächsten Punkt führt. Eine Währung ohne Bargeld ist natürlich viel leichter loszuwerden als eine Währung mit. Ich bin Laie, aber wenn ich vom griechischen Euro-Ausstieg lese, lese ich immer von komplexen Plänen wie irgendwelchen Magnetfarben, die auf Scheine gedruckt würden, wobei alle griechischen Bankautomaten erst entsprechend präpariert werden müssten. (Rechtswirksame nationale Buchstabenmarkierungen auf Euronoten gab es nie, und diese Buchstaben sind auf den neuen Banknoten auch nicht mehr enthalten.) Wenn es kein Eurobargeld gibt, dann kann eine Regierung natürlich viel einfacher aus dem Euro aussteigen. So muss man keine neuen Banknoten und Münzen (mit zeitgemäßen Sicherheitsmerkmalen) produzieren und in Umlauf bringen, wobei man dies natürlich später nachholen kann.

    Ich verstehe auch nicht wie Herr Bofinger mich dazu zwingen will, Geld nur noch auf der Bank zu haben. Ich kann Geld einfach in Pfund oder Franken eintauschen und mir unters Bett legen. So kann es außerhalb einer Bank verwahrt werden und ich würde sogar von einer Euro-Abwertung via Zentralbank profitieren. Ich könnte sogar damit bezahlen, sofern ich entsprechende Geschäftspartner fände. Oder möchte er überall Spitzel verteilen? Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Schweiz bei dem Unfug mitmachen würde (Volksabstimmung).

    Herr Bofinger hat wohl einfach gemerkt, dass seine staatsgläubigen ökonomischen Theorien in der Praxis nicht funktionieren und die Leute keine Lust haben, sich von allmächtigen Zentralbanken auf der Nase rumtanzen zu lassen. Wie ein verzweifelter kleiner Junge, der König spielt, will er jetzt den Leuten seine Wunschwelt per Schwedentrichter verpassen, vergisst aber natürlich dass es in Europa immer noch Demokratien gibt, in denen die Leute auch anders können. Weltfremdheit, Europhilie und diktatorische Anwandlungen liegen oft eng beieinander. Bargeld will er loswerden nicht obwohl es Freiheit schützt, sondern gerade weil es dies tut.

    • „Ich verstehe auch nicht wie Herr Bofinger mich dazu zwingen will, Geld nur noch auf der Bank zu haben. Ich kann Geld einfach in Pfund oder Franken eintauschen und mir unters Bett legen.“

      Wer es drauf anlegt, wird immer eine Alternative finden, sei es Drogen in Bitcoin zu bezahlen oder sein Geld „werthaltig“ in Schweizer Franken unterm Bett zu deponieren. Das wird aber nichts daran ändern, dass 99,8% der Bevölkerung nicht dazu in der Lage oder einfach zu faul sind, es ebenfalls so zu machen, insbesondere wenn es irgendwann mal in normalen Geschäften keine Möglichkeit mehr gibt, mit Bargeld zu bezahlen.

      Die Leute nutzen ja schon freiwillig immer häufiger die Karte und größere Mengen Bargeld wird auch kaum noch jemand unter der Matratze haben, daher spielt die Zeit eher für die Abschaffung. Unseren Kindern wird es wahrscheinlich egal sein, weil sie nichts anderes mehr kennen.

  2. Rein theoretisch wären Negativzinsen auch bei Bargeld möglich.
    Dieses System gibt es bei den Regionalwährungen. Der „Chiemgauer“ ,als Beispiel, verliert innerhalb eines Jahres 8% , damit er nicht gehortet wird.

    Was bei dieser Diskussion mit hohem emotionalen Wert vergessen wird sind die Banken, denen durch Bargeldabhebungen Buchgeld verloren geht. Jeder Euro, der bar entzogen wird, verhindert eine Kreditvergabe von 99 Euro.

    • Die übliche Art, das Halten und Horten von Bargeld unattraktiv zu machen, ist einfach Inflation. Da die Inflation gerade so niedrig ist, suchen Herr Bofinger und andere nach einem Substitut.

      • Oder Steuersenkungen bei Kursgewinnen, oder höhere Zinsen oder…. Hohe Besteuerung und niedrige Zinsen machen Geldanlagen unattraktiv!

      • Die übliche Art, das Halten und Horten von Bargeld oder Buchgeld unattraktiv zu machen, ist der entgangene Zins.

  3. Ein Stück aus dem Tollhaus und wenn Journalisten nicht mal explizit nachhaken, sondern die Nummer mit dem Negativzins so stehen lassen, sieht man bereits wohin der Hase läuft.
    Danke für diesen Artikel, dies sind die Themen, mit denen wir die Öffentlichkeit konfrontieren müssen. Das ist unser Job.

  4. Ich beschäftige mich seit nunmher 2 Jahren mit der Thematik EC Kartenzahlung.
    Ein sehr undurchsichtiges, ja auch gefährliches Gebiet, sowohl für Verbraucher als auch Unternehmen.

    1. Sämtliche Bezahlungen, genannt Transaktion, richten sich nach dem Umsatz. Entsprechend gibt es eine mindest Gebühr, die erst ab einem Umsatz von ca. 15 Euro ( kann auch mehr sein, je nach Anbieter) erreicht wird.

    Folglich sind Verkäufe für einen geringen Betrag ( in meinem Unternehmen eine Kiste Wasser oder einzel Flaschen Bier bei Kartenzahlung extrem teurer. Hinzu kommt ein weiterer Punkt, Pfandwerte, die ja bekanntlich ohne Verdienst Aufschlag berechnet werden, werden ebenso als Umsatz gewertet. Also bei einer Kiste Wasser im Wert von 3 Euro und einem Pfandwert von 3,30 Euro würde die Gebühr auf 6,30 Euro nur auf dem Produktwert von 3 Euro angerechnet werden können. Entsprechend würden alle Artikel mit einem Pfandwert extrem teurer.(Man kann den Effekt schon bei Tanikstellen feststellen, da dort extrem kleine Beträge mit Karte bezahlt werden und entsprechend die VK Preise angepasst wurden.)

    2. Lieferdienste, die also wie Taxen, ein mobiles Kartengerät nutzen müssen, würden mit noch viel höheren Gebühren belastet.Dies hängt mit den online Kosten zusammen.

    3. Die Abrechnungsunternehmen, die Kartengeräte anbieten und im ersten Schritt die Gelder vereinnahmen sind meist nur GmbH mit entsprechendem Eigenkapital. Ein Konkurs dieser Unternehmen führt unweigerlich zu einem massiven Verlust, da keine Absicherungen der Geldinstitute dahinter steht.

    4. Die Kosten für Terminal liegen bei 75 Euro im Monat hinzu kommen Servicverträge ( Update der Software usw,.) Kauft man die Gerät wird es etwas günstiger, ca. 30 Euro. Aber, ein Terminal wird so zwischen 600 – 900 Euro angeboten.

    5. Unternehmen, die viele Produkte ohne Pfand verkaufen und nur wenige mit Pfand, also Supermärkte kommen in einer Mischkalkulation auf einen günstigeren VK Preis für Pfandpflichtige Getränke, als ein Unternhmen, dass ausschließlich mit Pfand verkauft. Folglich würden in meiner Branche reine Getränkemärkte verschwinden, da zu teuer.

    6. Würde mir mal einer der Beführworter erklären, was geschehen soll, wenn jemand mit Pfand seine Ware bezahlt und noch eine Auszahlung erfolgen soll ? Oder Flaschensammler, wie kann ich denen Geld geben. Buchen auf Karte ? Konto Nummer angeben lassen und überweisen ?
    Touristen ( in Hamburg oft) die die Flaschen abgeben um ohn den Müll das Land zu verlassen, eine Auslandsüberweisung anbieten ?

    Fazit: Es mag immer mehr mit Karte bezahlt werden, jedoch ohne Bargeld wird es nicht funktionieren. (Taschengeld Kinder?) Oder sollen die Bonbon von 4 Jährigen dann mit Kinderkarte bezahlt werden?

    Die ganze Diskussion ist also vollkommener Schwachsinn von Politikern, die das reale Leben nicht mehr begreifen.

    • Die Blödheit eines Vorschlags ist doch für Politiker leider kein Hinderungsgrund. Bei einem konsequenten Bargeldverbot erwarte ich übrigens das Ausweichen auf andere Währungen oder sogar Warengeld wie Zigaretten oder Pfandflaschen und Dosen. Wahrscheinlicher ist es, dass vorerst nur kleine Münzen wie in Skandinavien und (größere) Scheine abgeschafft werden.

      • Herr Dilger, Ihre Vermutung :Wahrscheinlicher ist es, dass vorerst nur kleine Münzen wie in Skandinavien und (größere) Scheine abgeschafft werden.

        Ist ebenso Unsinn. Beispiel. 1 Flasche Bier kosten 92 Cent + 8 Cent Pfand, 1 Euro, also angepasst an größere Münzen.

        Nun gibt der Kunde 3 Flaschen zurück. Folge: viel Kleinmünzen erforderlich.
        Es müßten also di Pfandwerte erhöht werden, damit solche Dinge nicht passieren. Also auch Nachteil für den Verbraucher.

        Diesen Gedanken : Bei einem konsequenten Bargeldverbot erwarte ich übrigens das Ausweichen auf andere Währungen oder sogar Warengeld wie Zigaretten oder Pfandflaschen und Dosen.

        verstehe ich nun garnicht.
        Was immer dann als zweit Währung oder Tauschgut benutzt wird, müßte für jeden brauchbar sein. Pfandflaschen wird nicht möglich sein, schon alleine aus dem Grund der Hygiene. Die stinken nämlich, wenn länger in einem Beutel.

        Es gibt noch einen weiteres Problem mit Kartenzahlungen. Auf jeder Quittung stehen die Kartendaten. Wer also diese Quittungen als Endverbraucher sorglos im Einkaufwagen lässt, oder an der Tankstelle weg wirft, läuft Gefahr, dass mit diesen Daten erneut versucht wird, das Konto zu belasten.

        Interessant wird es dann auch in Bereichen wie Rotlicht, Spielhallen. Wie bekommen Sie den Gewinn aus einem Automaten ? Mit Chips werden Sie beim Kiosk keine Zigaretten bekommen.

        Das Ganze ist eben nur ein blöder Vorschlag eines Politiker. Genau so sollte man darauf antworten.
        Oder noch einfacher : „Ja nee is klar Herr Bohinger, und die Erde ist eine Scheibe.“

      • In Schweden ist die kleinste Münze jetzt eine Krone, gut 10 Eurocent wert. Krumme Preise werden gerundet. Politiker können grundsätzlich jeden Mist beschließen, doch die Menschen werden sich irgendwie anpassen und Umwege suchen. Von Geschäften einschließlich Spielhallen könnte doch auch Geld auf die Konten der Kunden gebucht werden. Wirklich schwierig und umständlich werden kleine Transaktionen zwischen Privatleuten ohne Bargeld.

  5. Da kann ich Herrn Dilger nur zustimmen. Man ist ja nun wirklich einiges gewohnt von Herrn Bofinger, aber als ich den Satz „hone Bargeld hätten es die Notenbanken einfacher, ihre Geldpolitik durchzusetzen” gelesen habe, konnte ich nur noch schlucken.

  6. Viele weitere, immer schlimmere Szenarien sind denkbar. Kontosperrung für alle AfD Mitglieder oder Nichtwähler oder Kritiker der Regierung, Kontolimits für kinderlose Ehepaare, Zwangsenteignung aller Beträge die eine Summe übersteigen. Mit anderen Worten ein Funktionärsapparat entscheidet was einem Kontoinhaber gehört und wie er es verwendet. Sie können präzise, nach staatlichen Maßstäben gesteuert werden, ohne das sich Menschen wirklich verteidigen können. Menschen können einfach zahlungsunfähig gemacht werden! Also „1984“ rückt näher und wir wehren uns wieder nicht!

    • Wir sollten uns viel stärker wehren, sei es individuell oder als AfD. Solche Interviews sind Testballons im Sinne von Herrn Juncker. Wenn sie unwidersprochen durchgehen, macht man in der Richtung weiter, sonst war es nur eine unverbindliche Äußerung einer Einzelperson.

    • Sie übersehen wesentliche Dinge.

      1. eine NPD hat es schon schwer ein Konto zu bekommen. Entsprechend dürften Mitglieder von Parteien schnell durch Abbuchungen ausgemacht werden, entsprechend bei Ächtung einer Partei eine Mitgliedschaft nicht möglich sein, da abgelehnt wird solche Beträge zu überweisen, oder Sie als Mitglied einer extremen Partei bekommen kein Konto, oder nur teurer Konten unter Zwang.

      2. Wo bleibt der Sinn des Euro Bargeldbesitzer aus einem der Euroländer, wenn Sie keine Euro in der BRD ausgeben können als Bargeld ?
      Faktisch ist der Vorschlag von Bofinger doch ein Euroaustritt der BRD, da hier Euroscheine nicht mehr angenommen werden sollen.

      Gegen so einen Unsinnsvorschlag muß man sich nicht wehren. Damit sollte man sich garnicht beschäftigen, weil einfach nur QUATSCH.

      • Herrn Bofinger „forderte die Bundesregierung auf, auf internationaler Ebene für die Abschaffung des Bargelds zu werben. ‚Das wäre jedenfalls ein gutes Thema für die Agenda des G-7-Gipfels in Elmau‘, sagte er.“ Er denkt also gerade nicht an einen Alleigang Deutschlands, sondern an eine Umstellung aller wichtigen Währungen. Entsprechend wäre es kein Euroaustritt, sondern ein noch viel schlimmerer Euro. Das wird nicht so schnell kommen, aber schon einmal gedanklich vorbereitet.

    • @Ivan de Grisogono:
      „Menschen können einfach zahlungsunfähig gemacht werden! Also “1984” rückt näher und wir wehren uns wieder nicht!“

      Das sehe ich wie Sie. Es wird unsere in der DDR 1.0 aufgewachsenen Landsleute aber genauso wenig schrecken, wie unsere von ihnen inzwischen restlos gehirngewaschenen ehemals westdeutschen Restpolitiker.

  7. Es wird immer skuriller :
    Krumme Preise werden gerundet.

    Bleiben wir bei dem Beispiel mit dem Bier.
    Derzeit also 92 Cent + Pfand 8 Cent = 1 Euro
    Oder wenn er eine Flasche wieder abgibt, 92 Cent.

    Bei Ihrem Vorschlag gibt er erst eine Flasche 8 Cent ab = gerundet 10 Cent
    Dann wird eine Flasche gekauft = 1 Euro. Bezahlt letztlich 90 Cent. Also ein Verlust.

    Gibt der Kunde 10 Flaschen einzeln zurück, bekommt er für jede Flasche also gerundet 10 Cent, hat der Verkäufer letztlich nur 80 Cent als Gegenwert.

    Wenn Sie also eine Kiste Bier kaufen, mit 20 Flaschen zahlen Sie 3,10 Euro und bekommen bei einzel Rückgabe 3,50 Euro. ( 20 x 10 Cent gerundet + Kiste 1,50).

    Wie wollen Sie diese Handlungen verhindern, ohne Pfandwerte anzupassen ( also zum Nachteil der Verbraucher) ?
    Bei dieser Anpassung bedenken Sie bitte auch, dass zwischen dem Herrsteller und dem Last point of sell auf Pfand ( z.B. 3,10 Euro) 19 % Mest berechnet wird, was erneut zu Cent Beträgen führt. So können Sie heute schon z.B. Pfand zu einem höheren Wert ( also + 19 %) bei Metro abgeben.

    Herr Dilger, dieser ständige Verweis auf Schweden oder andere Länder ist sicher möglich, nur dann sollten hiesige Konsumverhalten identisch sein mit den Ländern, dies ist nicht der Fall ( Alkoholsteuer z.B. und Pfand Regeln)

    Mehr noch, wie wollen Sie das mit den Flüchtlingen regeln ? Erstmal eine Kreditkarte geben ?
    Oder nur den „anerkannten“ Flüchtlingen ?

    Wie wollen Sie ein einseitiges Bargeldverbot in der BRD in einer Euroländer Regelung hinbekommen ? Stellen Sie sich vor, sie könnten morgen mit Euroscheinen in Griechenland nix mehr kaufen. Wäre das nicht ein Teilgrexit?

    • Sie argumentieren schon wie Herr Hummel, als wenn die Abschaffung kleiner Münzen oder sogar von allem Bargeld ausgerechnet an den Pfandregeln scheitern würde. Es scheitert eher das Pfandsystem an solch einer Umstellung bzw. es müsste dann selbst angepasst werden.

      Um rechte AfDler von seinem Vorschlag zu begeistern, müsste Herr Bofinger nur hinzufügen, dass er nicht nur sofort alle Drogensüchtigen heilt und alle Schwarzarbeiter zu treuen Steuer- und Abgabenzahlern macht, sondern natürlich auch illegale Einwanderung unmöglich wird.

      • Ob meine Argumentationen andere ähnlich nutzen, ist mir wurscht. Ich teile meine Meinung mit, die mit Ihrem Wohlwollen freigeschaltet werden.

        Das Pfandsystem ist tief verwurzelt mit der Getränkeindustrie. Sicherlich kann man das anpassen, letztlich geht es zu Lasten der Verbraucher.

        Ebenso werden die Transaktionskosten der Karten die Verbraucher zahlen.

        Wie viele Arbeitsplätze durch ein Bargeld Verbot wegfallen ? Geldautomaten Hersteller, Sicherheitsfirmen usw. ?

        Natürlich wird Schwarzarbeit schwieriger, aber letztlich da durch auch das „Haus“, das Eigenheim oder die KfZ Kosten erheblich steigen.
        Wer arbeitet schwarz ? Wer kann sich ein Haus dann nicht mehr leisten ? Es wird also die Arbeiter/ Angestellten treffen.

        Ausserdem…wieso Bargeld Verbot ? Wenn die Banken kein Bargeld mehr ausgeben, mithin es keine Scheine gibt, braucht man doch kein Verbot.

      • Die drohende Abschaffung des Bargelds mit so viel Sarkasmus zu kommentieren ist zwar verständlich, spielt die reale Bedrohung aber unnötig herunter.

        Für mich wäre die Abschaffung des Bargelds Grund genug, der real existierenden DDR 2.0 endgültig den Rücken zu kehren.

    • Er denkt also gerade nicht an einen Alleingang Deutschlands, sondern an eine Umstellung aller wichtigen Währungen. erwähnen Sie

      Es gibt keine Steigerung von Irrsinn, oder? Wie bezahlen Sie dann demnächst in Afrika ? Sicher nicht mehr mit Euro.

      Der Euro wird in vielen Ländern in Afrika genutzt im KFZ Handel. Ebenso mit Russland. Mir ist vollkommen schleierhaft wie sich das Ökonomen vorstellen. Hier sollen dann demnächst in Dollar die Exporte gehandelt werden ?

      Soll denn ein Bargeld Verbot für sämtliche Währungen hier gelten ? Also es dürfte auch nicht mehr in Dollar oder Pfund gekauft werden ?
      Wäre spannend, denn ich kenne viele Export Unternehmer, die hier mit Dollarscheinen Ware kaufen, die nie Deutschenboden erreichen. ( z.B. Möbel aus Polen nach Afrika)

      Mqal ehrlich Herr Dilger, haben wir nicht viel wichtigere Probleme, als so eine SF Diskussion ? Sollten Politiker sich nicht um die wirklichen Sorgen der Bürger kümmern ?

      • Unsere Politiker haben auch den völlig irrwitzigen Euro eingeführt. Ihnen ist also keine Idee zu blöde. Je früher man dagegen angeht, desteo besser. Sonst heißt es nachher wie bei der DM, dass die Abschaffung des Bargelds zwar eine dumme Idee war, doch wo man es schon einmal abgeschafft habe, könne man es unmöglich wieder einführen.

    • „Es scheitert eher das Pfandsystem an solch einer Umstellung bzw. es müsste dann selbst angepasst werden.“

      Danke, dass Sie mir Worte in den Mund legen. Wenn die Bemerkung auf unsere IT-Diskussion gemünzt ist, dann kann ich dazu nur folgendes sagen: eine funktionierende IT ist eine Voraussetzung für das Funktionieren des modernen Geldsystems (auch wenn sich VWL-Professoren wie Sie ungerne mit solchen unwichtigen Details beschäftigen), das Flaschen-Pfandsystem hingegen ist für das Funktionieren des Geldsystems weder notwendig noch überhaupt wesentlich.

      • Sie haben nie die Frage beantwortet, was die Banken denn machen, wenn die Politiker einfach beschließen, was Sie für unmöglich halten. Meinen Sie, die Banken ignorieren dann einfach die Gesetze, weil Sollen Können voraussetzt? Viel wahrscheinlicher ist doch, dass dann ein Wettlauf einsetzt, die Vorgaben irgendwie umsetzen. Wenn keine Bank das schafft, dann habe alle tatsächliche eine Entschuldigung, weil Unmögliches nicht verlangt werden kann. Wenn es aber einige schaffen und andere nicht, was passiert dann wohl mit letzteren? Also gibt es einen ganz starken Anreiz, es irgendwie zu schaffen.

  8. Solange es die AfD Goldmünzen gibt, wird sich wahrscheinlich niemand trauen, die Euromünzen und -scheine abzuschaffen. Denn unser Gold würde dann über Nacht zur Ersatzwährung, vielleicht noch flankiert von Gutscheinen und Flaschenpfand. Lasst uns also beieinander bleiben und Münzen prägen.

    • Sie wiegen sich in trügerischer Sicherheit, Herr Huber. Mit den bereits fertig in der Schublade liegenden Notstands-und Außenwirtschaftsgesetzen, bzw. deren Vorlagen, kann die Bundesregierung von heute auf morgen den privaten Goldbesitz verbieten. Die USA haben es zwischen 1933 und 1974 erfolgreich praktiziert. Dann dürfen Sie Ihr gerade erst voller Stolz erworbenes AfD-Gold bei einer staatlichen Annahmestelle zum festgesetzten Annahmepreis abliefern. Oder sie gehen in die Illegalität, vergraben es wie die Menschen im Dreißigjährigen Krieg oder schaffen es außerhalb Europas. Unserer Bundesregierung ist mittlerweile wirklich alles zuzutrauen! Vielleicht sind wir es, die eines Tages fliehen müssen.

      • Bislang dachte ich nur, unsere Kinder müssten möglicherweise auswandern, um wegen der hohen Staatsschuldenbelastung ihre Lebenschancen zu wahren. Mit unseren Eheringen, unserem Goldschmuck, den Zahnkronen und Smartphones mit vergoldeten Kontakten geht es uns vielleicht noch selber an den Kragen. Da haben Sie Recht. Auch wir in Deutschland sind vor der „Steinzeit“ nicht gefeit.

      • @Josef Huber

        ‚Brave new world‘ eben. Und die AfD äußert sich nicht einmal, so sehr ist sie mit ihrer eigenen Zerstörung beschäftigt.

  9. Beim Thema „Bargeldabschaffung“ müssten allen Liberalen die Alarmglocken schrillen! Da wir aktuell auch hier von der „neuen FDP“ nichts hören, sagt das sehr viel über diese Mogelpackung aus (Alter Wein in neuen Schläuchen!).

    Ohne Bargeld hätten wir den perfekten Orwellschen Überwachsungsstaat, der meine Bierchen in der Kneipe mitzählen könnte. In der Tat würde es eine Flucht in Fremdwährungen, Edelmetalle oder zum Tauschhandel geben. Aber es sind genügend Beispiele bekannt, wo Regierungen den Besitz von Fremdwährungen und Edelmetallen verboten haben.

    Das ganze ist ein weiteres Beispiel für ein interessantes Betätigungsfeld der AfD. Aber die ist ja derzeit mit sich selbst beschäftigt………

  10. Der Freiburger Ökonom Lars Feld hat seinen Kollegen Peter Bofinger kritisiert, der in einem Interview mit dem „Spiegel“ für die Abschaffung des Bargelds plädiert. „Bofinger vernachlässigt offenbar die verfassungspolitischen Aspekte dieses Vorschlags“, sagte der Finanzwissenschaftler der FAZ. (Montagsausgabe). Bargeld sei „geprägte Freiheit“, betonte Feld.

    Bargeld ermögliche es den einzelnen Bürgern, sich dem Zugriff des Staates zu entziehen, gerade dann, wenn dessen Vorgaben nicht legitim seien. Das gelte auch für Schwarzarbeit. Diese habe zwar die illegale Dimension der Steuerhinterziehung und des Sozialbetrugs. „Allerdings ist Schwarzarbeit nicht selten für die Betroffenen auch die letzte Möglichkeit, überhaupt einen Lebensunterhalt zu verdienen.“

    Feld und Bofinger gehören dem Sachverständigenrat zur „Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Lage“ an.

  11. Sehr geehrter Herr Dilger, heute gibt es Artikel, dass ein innerparteilicher Verein „Weckruf2015“ gegründet wurde, der in einer neuen Partei münden könnte! Ich weiß, ein Neuanfang wäre bestimmt schwer, aber wären Sie auch dabei?

    • Ich hoffe nicht,ich bin auf der anderen Seite.

      Erinnert mich fast an eines meiner Hobbys,Nord gegen Südstaaten.

      Zumindestens beim Schießen hätte Herr Prof. Dilger klare Nachteile.
      Aber Spaß beiseite,es sieht nach einer Trennung aus.

      • Ich hoffe ja, dass Herr Lucke sich durchsetzt…ich glaub, ich könnte mit Ihnen bestimmt auch gut in einer Partei leben. Das Problem ist nicht liberal oder konservativ. Zudem ist Herr Lucke sehr konservativ, weshalb das „Schimpfwort“ FDP 2.0 sehr seltsam anmutet. Das Problem sind Überzeugungstäter wie Herr Höcke und Karrieristen wie Herr Pretzell sowie Frau Petry, die wie man im Spiegel und anderen Zeitungen sehr gut nachlesen kann, seit Monaten Stimmung gegen Herrn Lucke machen, weil sie selbst die Partei führen wollen…Frau Petry ist eine gefährliche Intrigantin und ein Fähnchen im Winde, bspw. ist sie erst für das Kopftuchurteil und als sie Gegenwind bekommt, ändert sie schnell ihre Meinung (erinnert mich an Frau Merkel). Ich empfehle immer einen Blick auf den sächsischen Landesverband…Meinungspluralismus= 0. Landesverband NRW Pretzell= Chaos. Herr Lucke lässt dagegen sehr viele Meinungen zu…leider auch einige Stimmen, die ihm jetzt zu Verhängnis werden, wie die der Reaktionären um Höcke. Frau Petry und Herr Pretzell wollen jetzt Karriere in der Partei machen, da es beruflich und privat nicht geklappt hat. Herr Lucke und seine Unterstützer haben dagegen im Leben viel erreicht, Karrieren vorerst beendet, usw. …sie müssen der Welt nichts beweisen und streben nicht nach Macht, um Karriere zu machen und von ihren vorherigen erfolglosen Lebenslauf abzulenken. Mein Vorschlag für den Bundesvorstand wäre u.a.: Herr Lucke (1.Vorsitzender), Frau Trebesius, Herr Kölmel, Herr Greve, Herr Gauland, Herr Wächter, Herr Leidreiter (Bundesschatzmeister). Auf keinen Fall dürfen Frau Petry, Herr Pretzell, Herr Höcke, Herr Poggenburg darin sein…ansonsten wird es wie die letzten Monate weiterhin ständig Stress geben. Ich würde mir auch (als Gegenpol zu Frau Petry) eine Generalsekretärin wünschen…aber leider wüsste ich keine Kandidatin.

      • @nationalliberal

        Wenn sich Autokrat Bernd Lucke durchsetzt, beflügelt das seine Höflinge. Mit Ausnahme des Lobbyisten Hans-Olaf Henkel und ein paar weniger Rentner/Pensionäre fast ausnahmslos im zivilen Leben mehr oder weniger erfolglose Karrieristen und Intriganten, die gewillt sind Lucke zu folgen, um ein Pöstchen oder ein Mandat zu erhaschen. Einige Rechtsextremisten befinden sich nach wie vor auch darunter.

        Wenn sich Autokratin Frauke Petry durchsetzt, profitieren ihre Höflinge. Mit Ausnahme ihrer rechtsextremistischen Überzeugungstäter fast ausnahmslos im zivilen Leben mehr oder weniger erfolglose Karrieristen und Intriganten, die gewillt sind Petry zu folgen, um ein Pöstchen oder ein Mandat zu erhaschen.

        Wo ist da der große Unterschied?

  12. Man könnte auf Bitcoins ausweichen. Trotzdem ist diesem Ansinnen, Bargeld abzuschaffen oder einzuschränken, unbedingt entgegen zu treten.

  13. Negativ-Zinsen sind nicht mal so sehr das Problem wie Anonymität. Wie viel Bargeld schleppt ein jeder immer mit sich rum? 50 Euro? 100 Euro? Viel mehr wird es nur in Ausnahmefällen sein, der Rest befindet sich beim überwiegenden Teil der Bevölkerung wohl immer noch auf einem Konto oder in sonstigen Kapitalanlagen wie Aktien, Immobilien, Wertpapieren etc., die bei einem Negativ-Zins eh anderen Regeln folgen würden, insbesondere wenn es ausländische Kapital-Anlagen wären.

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