Wie können verschiedene Parteiflügel zusammenhalten?

Die Alternative für Deutschland steht vor der Frage, wie ihre verschiedenen Parteiflügel zusammenhalten können, falls das überhaupt (noch) geht. Idealerweise könnte man die Differenzen ausdiskutieren und dann zu einem echten Konsens kommen, doch real ist das leider nicht zu erwarten. Am zweitbesten wäre wohl eine Debatte mit anschließender Abstimmung (siehe ‚Demokratie braucht Debatten‘), deren Ergebnis alle akzeptieren. Optimisten erwarten das von den nächsten beiden Bundesparteitagen, bei denen zuerst der Bundesvorstand neu gewählt und dann ein Parteiprogramm verabschiedet wird. Doch vermutlich ist das zu optimistisch, denn nicht jeder akzeptiert demokratische Prozesse und Ergebnisse, doch selbst bei Akzeptanz muss das Resultat in einer Partei nicht Unterordnung unter eigentlich abgelehnte Personen und Programmpunkte sein, sondern ist als Konsequenz auch der Austritt möglich. Wenn nicht nur Einzelpersonen, sondern ein oder sogar mehrere Parteiflügel austreten, ist ihr Zusammenhalt gerade nicht gelungen. In bestimmten Fällen mag das sogar besser sein, doch trotzdem sollte man erst alle Möglichkeiten des Zusammenhaltens ausloten.

Eine Möglichkeit dazu ist, dass die Mehrheit oder zumindest ihre Anführer darauf verzichten, die eigenen Positionen und Personen vollumfänglich durchzusetzen, sondern auch die Minderheit programmatisch und personell einbinden. Programmatisch gibt es dabei zwei Varianten, nämlich erstens die Aufnahme von Positionen aller Parteiflügel ins Programm oder zweitens den Verzicht auf kontroverse Positionen, so dass sich im Programm entweder reine Konsenspositionen oder völlig weichgespülte Formulierungen finden. Dies ist eine der Methoden, mit der etablierte Parteien ihre Teile zusammen- und sich selbst in der Mitte halten (siehe ‚Etablierte Parteien rücken in die Mitte und neue an den Rand‘). Eine andere Methode ist das süße Gift von Geld und Macht. Wer auf seine politischen Ämter und Mandate finanziell angewiesen ist oder gar das Regieren liebt, wird dafür viel mehr Kompromisse eingehen als reine Amateure. Dabei wirkt das Verteidigen von Pfründen stabilisierend, der Versuch ihrer Eroberung jedoch nicht, weshalb die AfD wie alle neuen Parteien hier zusätzliche Probleme hat.

Eine weitere Möglichkeit ist es, dass nahezu gleich starke Flügel zur Risikovermeidung einen Kompromiss schließen, da zwar jede Seite gewinnen, aber eben auch verlieren könnte. Selbst wenn der Gewinner alles bekommt bzw. sich nimmt, kann ein fast gleichstarker Rivale darauf hoffen, beim nächsten Mal selbst der Gewinner zu sein, während eine langfristige Minderheit in dem Fall die Lust verliert. Wenn es neben den Parteiflügeln noch neutrale Mitglieder gibt, die bei Abstimmungen und Wahlen den Ausschlag geben, dann lastet auf diesen eine große Verantwortung, integrierend zu wirken, indem zu einseitige Personen und Handlungen von ihnen abgestraft und Gremien möglichst heterogen besetzt werden. Schließlich ist es möglich, dass einzelne Gebiets-, insbesondere Landesverbände relativ autonom agieren. Sie dürfen dann für sich abweichende Positionen formulieren, ohne sie anderen aufzudrücken.

125 Gedanken zu „Wie können verschiedene Parteiflügel zusammenhalten?

  1. Das Interview von Hans Olaf Henkel ist eine bodenlose Frechheit.
    Mit welchem Recht agitiert dieser erst im Januar 2014 eingetretene Nestbeschmutzer gegen Gauland und Petry, denen die AfD so viel zu verdanken hat?

    Was will er denn ständig mit den Leitlinien?
    Die akzeptiert doch fast jeder, auch wenn einige Kritik an der Form der Onlineabstimmung üben.

    Eine Woche vor Bremen solche Aussagen.
    Henkel ist ein Spalter ohne Vergleich.
    Schande über diesen undankbaren Mann, der dieser Partei sein Mandat und seine Medienpräsenz verdankt, ohne die er nicht leben kann.
    Und was gibt er zurück? Hass und Sektiererei!

    • Darf ich erinnern, dass Henkel in Thüringen den Wahlkampf erst mit einem 150.000 Euro Kredit unterstützt hat. So gesehen ist aus Thüringen auch so etwas wie Undankbarkeit festzustellen, oder?

      • In Unternehmen halte ich den Slogan „wer zahlt schafft an“ für völlig legitim. In einer demokratischen Partei allerdings nicht.

      • @pavdm

        Ein Kredit ist keine Spende. Man könnte aus Ihrem Kommentar auch schließen, dass Sie der Käuflichkeit von Parteien und deren Abgeordneten das Wort reden – oder als was würden Sie Ihre im Umkehrschluss geforderte „Dankbarkeit“ bezeichnen?

    • Na, na, lieber AfD-Freund, ein gestandener Mann wie Herr Henkel hatte die AfD noch nie nötig, um in den Medien präsent zu sein. Sein Eintritt in die AfD hatte gerade vor der Europawahl ein positives Licht auf die AfD geworfen. Im Gegensatz dazu verschreckt Ihre Terminologie die bürgerlichen Wähler. Ohne diese hat die AfD keine Chance mehr, dass hat Prof. Dilger hier schon mehrmals hervorgehoben.

    • Das Interview im ZDF läuft für mich unter der Kategorie „Schadensmaximierung“. Anders kann ich das nicht deuten.

      HOH zeigt jedenfalls mal wieder, was für ein Wendehals und Schwätzer er ist. In der „Deutschland-Resolution“, deren Erstunterzeichner er ist, heißt es:
      „Statt dessen brauchen wir Sachkompetenz, Realitätssinn und Überzeugungskraft. … Diese Ausrichtung der AfD wird von Bernd Lucke und Frauke Petry überzeugend vertreten. Beide haben unsere volle Unterstützung.“

      Und nun verkündet Henkel im ZDF also, es sei ein „schwerer Schlag“, wenn die Frau, der er Sachkompetenz, Realitätssinn und Überzeugungskraft attestiert und der er seine volle Unterstützung zusagt, an die Parteispitze gewählt würde?

      • Es ist ein großer Unterschied, ob Frau Petry mit Herrn Lucke antritt oder gegen ihn. Es ist bezeichnend, dass sie die Frage, ob sie gegen ihn antritt, nicht beantworten wollte, sondern darauf verwies, dass dies der Parteitag entscheiden müsse. Das ist absurd. Über den Antritt entscheidet sie selbst. Ob sie dann gewählt wird, entscheidet der Parteitag. Ob ich dann austrete, entscheide ich selbst.

      • Ich teile Ihre Auffassung, dass die von Ihnen zitierte Antwort von Frau Petry absurd war. Ich würde mir eine klare Ansage hierzu von Frauke Petry wünschen.

        Dennoch bleibe ich dabei, dass HOH in der Deutschland-Resolution Frau Petry glasklar positive Eigenschaften bescheinigt hat und seine volle Unterstützung zugesagt hat. Wie Henkel nun darauf kommt, von einem schweren Schlag zu sprechen, würde Petry anstelle von Lucke gewählt, ist vorsichtig ausgedrückt verwunderlich.

        Geht es ihm mittlerweile nur noch um Eskalation?

      • Herr Henkel möchte eine klare Richtungsentscheidung. Warum er das jetzt allerdings noch vor der Wahl in Bremen so forciert, weiß ich nicht. Eigentlich sollten jetzt alle auf einen Wahlerfolg dort hinarbeiten. In Kassel mag es dann krachen, doch danach muss man sich wieder vertragen oder getrennter Wege gehen.

      • „Es ist bezeichnend, dass sie die Frage, ob sie gegen ihn antritt, nicht beantworten wollte, sondern darauf verwies, dass dies der Parteitag entscheiden müsse. Das ist absurd.“

        Ich nehme an, das war die Retourkutsche an Bernd Lucke. Sagte sie doch im März „Ich erwarte von Bernd Lucke jetzt ein klares Bekenntnis zu meiner Person“. Hätte er das abgegeben, wäre sie beim BPT sicher nicht gegen ihn angetreten. Aber was hat er stattdessen gemacht? Genau, er sagte, „die Entscheidung darüber fällt natürlich der Bundesparteitag“. Das fanden Sie konsequenterweise sicher auch absurd. Oder gilt für Lucke beimk exakt gleichen Verhalten nicht, was für Petry gilt?

        Wie (nicht nur) der tagesspiegel daraufhin ganz richtig prognostizierte, ging damit der Flügelkampf erst richtig los:

        http://www.tagesspiegel.de/politik/fuehrungsstreit-in-der-afd-lucke-vermeidet-bekenntnis-zu-petry/11562124.html

      • Der Fall ist überhaupt nicht „exakt gleich“. Frau Petry hat etwas Falsches gesagt, nämlich dass über ihr Antreten der Parteitag entscheiden würde. Herr Lucke hat dagegen etwas trivial Richtiges gesagt, nämlich dass über ihre Wahl der Parteitag entscheidet. Trotzdem war seine Aussage politisch unklug. Ein klares Bekenntnis zu einer Person sieht jedenfalls anders aus.

      • @Stephan Wunsch

        Offen bleibt vor allem die Frage, was von dem Showdown der uns gerade vorgeführt wird echt ist und was nur ein abgekartetes Spiel. Für mich persönlich haben sich längst beide Seiten disqualifiziert.

      • Exkat gleich daran ist, dass weder Lucke noch Petry sich verbindlich festlegen wollten sondern die Verantwortung auf den Parteitag abschoben. Und Lucke hat damit angefangen. Und ja, manchmal ist nicht nur im Kindergarten sondern auch bei Erwachsenen eben schon sehr wichtig, wer angefangen hat.

    • Man kann nicht angreiffen und Dummheiten proklamieren und von anderen, wie Herrn Henkel eine totale Zurückhaltung fordern. Er spricht für eine Menge der Mitglieder !

  2. Die “Erfurter Erklärung” haben weniger als 2.000 AfD-Mitglieder unterschrieben – also nicht einmal 10%. Die “Deutschland-Erklärung” haben sogar noch weniger AfD-Mitglieder unterzeichnet. Ich schließe daraus, dass sich die überwältigende Mehrheit der ca. 22.000 AfD-Mitglieder, ähnlich wie ich mich selbst, nicht direkt zu dem “nationalkonservativen-“, bzw. dem “wirtschaftsliberalen Flügel” zuordnen lässt.

    Die Streithähne müssen zu einem Kompromiss finden, am Besten mit Hilfe eines „Friedensrichters“. Man muss sich inhaltlich auf ein Grundsatzprogramm einigen. Auch im neuen Bundesvorstand müssen alle Flügel möglichst gleich stark vertreten sein. Schon mittelalterliche Fürsten wussten, dass man seine Widersacher besser am Hofe einbindet! Themen, über die man sich gar nicht einig wird, umschifft man mit einer Entscheidung per Volksabstimmung, die ja bereits Bestandteil der AfD-Grundsätze ist. Leider hat sich Bernd Lucke, der lange die wichtige Klammer über den Flügeln war, als Vermittler selbst disqualifiziert. Politik ist ein Mannschaftsspiel und nichts für schwache Nerven. Wer ALLES will und das SOFORT, bekommt am Ende NICHTS! Die derzeitigen Reibereien in der AfD werden von einigen wenigen aus beiden Lagern befeuert, für die ihr Ego scheinbar wichtiger ist, als die gemeinsame Sache.

    Regionale Unterschiede werden bleiben und müssen ausgehalten werden. Eines aber muss uns allen klar sein: Ob die AfD zusammen bleibt oder in zwei Teile zerbricht, den Vorwurf des „Rechtspopulismus“ werden uns die Altparteien und die linkslastige Presse immer machen. Wer heute Positionen der CDU und auch der SPD von vor 10 oder 15 Jahren vertritt, ist im Koordinatensystem automatisch „rechts“, weil die anderen deutlich nach links gerückt sind. Darauf dürfen wir keine Rücksicht nehmen!

    • Die Deutschland-Resolution ist nicht wirtschaftsliberal und wurde von mir auch nicht unterzeichnet. Gerade weil es ständig die Vorwürfe von Rechtspopulismus und Schlimmerem gibt, muss die AfD ganz deutlich machen, dass diese Vorwürfe nicht berechtigt sind. Insgesamt ist das auch so, zumindest solange Herr Lucke die Partei führt, aber leider nicht für alle Funktionäre und Mitglieder.

  3. Ich bleibe dabei dass ich keine echten Flügel mit echten inhaltlichen Differenzen sehe. (Wie in der SPD zwischen konservativer Prägung und Betreiben von Rot-Rot-Grün.) So etwas mag noch auf Höcke und seine Gefolgsleute zutreffen, welche ich aber als kleine Minderheit begreife. Ich sehe eher persönliche Animositäten zwischen den Spitzenvertretern am Werk, welche zwecks Eigennutzes wahlweise vor „Rechtsruck“ oder vor „Anbiederung“ warnen, um mit Ängsten zu spielen, und deren Anhänger sich auch von den Medien entsprechend aufhetzen lassen. Oder hätten Sie Herrn Lucke noch vor einem Jahr als liberale Ikone bezeichnet? Jedenfalls beobachte ich nicht, dass man sich um irgendwelche inhaltlichen Fragen streitet. Das wäre der Fall wenn z.B. Herr Lucke irgendetwas Inhaltliches sagen würde und Frau Petry dann hastig erklären würde, sie vertrete eine ganz andere Auffassung usw. Ich sehe nicht dass das passiert. So hat Herr Lucke sich in der Frage der TTIP-Schiedsgerichte auf die TTIP-Kritiker zubewegt. Ich sehe auch nicht genau, inwiefern Herr Pretzell rechter als z.B. Herr Bosbach ist und wie er die Partei nach rechts führen wollen würde. So eine Behauptung dient einfach dazu, Missfallen auszudrücken, statt ihm berechtigtere Vorwürfe zu machen. (Wenn z.B. EU-Kritik spezifisch rechts sein soll, dann sind von Frau Wagenknecht bis hin zu vielen Tories alles Rechtsextreme.)

    Die Blöcke, die ich sehe, sind im Wesentlichen ein Block, der ernsthaft Politik betreiben will (auch als Juniorpartner in Koalitionen), sowie ein Block der auf Fundamentalopposition, vielleicht auch auf Krawall setzt und daher in seinen inhaltlichen Forderungen markanter auftreten kann. Auch dies wäre im Grunde eine Frage nach der Strategie der Partei und nicht unmittelbar von Inhalten. Deshalb wird auch kaum jemand wegen Inhalten austreten. Es geht eher um diffuse Gefühle, die sich nicht in Parteitagsentscheidungen äußern oder damit handhaben lassen.

    Ich bin kein Optimist, weil ich es für eine surreale Idee halte, dass irgendwelche Flügel austreten. Wie soll dies aussehen? Da stehen tausende, vielleicht über zehntausend Leute mit herunterhängender Kinnlade, machen „Baaaaaaaah“ und schmeißen hin, überlassen alle Früchte und Ressourcen der letzten zwei Jahre dem Rest? Das wäre nur denkbar, wenn eine prominente Person austreten und eine eigene Partei gründen würde, die aber ganz von vorn anfangen müsste. Ich halte das für illusorisch, auch weil die Protagonisten des Streits inzwischen zu viel zu verlieren hätten. Da das Problem m.E. v.a. an der Spitze lodert würde eine Spaltung ganz sicher „oben“ anfangen und mutmaßlich würde der Bruch entlang einer Ost-West-Linie verlaufen. Die West-AfD wäre im Osten chancenlos, allerdings die Ost-AfD im Westen ebenso. Deshalb brächte es auch nichts, wenn Westdeutsche „ihre“ AfD verließen, um sich einer rechteren Ost-AfD anzuschließen. Es würde die West-AfD nur „reinigen“. Auch wenn ich das Szenario grundsätzlich für Fiktion halte könnte dieses Arrangement sogar besser laufen als der status quo, wobei diese Annahme in der Tat zu optimistisch sein könnte. Man darf aber nicht vergessen dass bei der Bundestagswahl Landeslisten gewählt werden, und vielleicht wäre eine Ost-AfD in Sachsen und eine West-AfD in Baden-Württemberg dabei erfolgreicher als jeweils die Gesamt-AfD. Es wäre dann ein CDU/CSU-System im Bundestag denkbar, wobei der kleinere Ostteil die Rolle der CSU hätte. Ich zweifle all das nochmals an; dazu müssten Gauland und Petry ihre Landesverbände aus der Partei führen.

    Was passieren könnte ist dass jemand gegen Herrn Lucke kandidiert. Nachdem Herr Pretzell viel Vertrauen und Ansehen verloren hat kann sich eigentlich nur Frau Petry Chancen ausrechnen, gegen ihn zu gewinnen, hat aber zu viel zu verlieren. Daher schätze ich, dass es bei Herrn Lucke bleibt. Problematisch wäre, wenn Gegenspieler zu ihm in den Bundesvorstand gewählt würden. Dann könnte die Situation im Grunde weiter gehen wie jetzt. Es würde fleißig weiter intrigiert, geleakt etc werden.

    Im Hinblick auf inhaltliche Fragen bin ich der Ansicht, dass man so ähnlich arbeiten sollte wie bei der Erstellung des EU-Wahlprogrammes. (An dem die Partei nicht zerbrochen ist.) Jedenfalls über Fragen, die besonders strittig sind, sollte eine Abstimmung auf Mitgliederbasis stattfinden. Diese Entscheidungen sind dann auch von allen zu akzeptieren, wobei Herr Lucke keine „Empfehlungen“ zu geben hat. Wer in der Minderheit ist kann seine Position weiter vertreten so wie Herr Schäffler dies tut, wird aber einräumen müssen dass dies nicht die Auffassung der AfD als Partei ist. Wer sich nicht damit abfinden kann, hat im Grunde in keiner Partei etwas zu suchen.

    Unüberwindbare programmatische Hürden sehe ich auch aufgrund von Mitgliederentscheiden über Streitfragen nicht. Wichtig wäre, die Nebelkerzen zu ignorieren und endlich das eigentliche Problem – das unreife Verhalten einiger Spitzenvertreter gepaart mit Anfälligkeit der Basis für Medienhetze – offen anzusprechen.

    Flexible Formulierungen können erforderlich sein, um nicht hinter bereits gemachte Bekenntnisse zurückzufallen, sprich einzuknicken. So muss es beim „Verbleib in einer reformierten (!) EU“ bleiben und es darf kein Bekenntnis zur EU ohne Wenn und Aber daraus werden. (In dem Fall wäre das auch dämlich, da eine „immer engere Union“ automatisch nicht nur eine Gemeinschaftswährung, sondern auch eine Schulden- und Fiskalunion bedingt.)

    • Es trifft leider zu, dass in der AfD kaum über Inhalte gestritten wird. Angeblich läuft der Programmprozess ganz hervorragend, nur bekommt man davon überhaupt nichts mit. Aus der fehlenden öffentlichen Debatte über Inhalte kann auch nicht geschlossen werden, dass es keine inhaltlichen Differenzen gäbe. Es ist eben doch ein Unterschied, ob man politisch gegen Islamismus oder gegen den Islam als solchen ist, für TTIP oder dagegen, Russlands Annexion und Intervention in der Ukraine ablehnt oder bejubelt, die EU um jeden Preis erhalten, um jeden Preis abschaffen oder wie Sie unter bestimmten Bedingungen fortführen will etc.

      „Oder hätten Sie Herrn Lucke noch vor einem Jahr als liberale Ikone bezeichnet?“ Nein, das habe ich nicht, tue es aber auch jetzt nicht. Herr Lucke ist nicht liberal, sondern konservativ. Wenn jetzt ein Kompromiss geschlossen werden soll, bei dem die AfD noch weiter nach rechts rückt, er also nicht mehr den konservativen Flügel vertritt, sondern plötzlich den liberalen in einem noch viel konservativeren Vorstand, dann ist das für mich ein Grund, meine AfD-Mitgliedschaft zu überdenken.

      So würde übrigens eine Spaltung praktisch ablaufen: Tausende treten aus und gründen vielleicht eine neue Partei oder auch nicht. Eine Abspaltung ganzer Landesverbände ist ebenfalls vorstellbar, allerdings eher bei einem Erfolg von Herrn Lucke. Bundespolitisch würde für jedoch weder eine AfW noch eine AfO über 5 % kommen, so dass das CDU/CSU-Modell nicht funktioniert. Dagegen könnte ich mir viel autonomere ostdeutsche Landesverbände vorstellen, während die Bundespartei eher ein Dachverband wird. Die unterschiedlichen Landeslisten treten dann gemeinsam zur Bundestagswahl an, setzen aber im Wahlkampf verschiedene Schwerpunkte, ohne sich wie jetzt öffentlich zu bekriegen.

      • Dagegen könnte ich mir viel autonomere ostdeutsche Landesverbände vorstellen, während die Bundespartei eher ein Dachverband wird. Die unterschiedlichen Landeslisten treten dann gemeinsam zur Bundestagswahl an, setzen aber im Wahlkampf verschiedene Schwerpunkte, ohne sich wie jetzt öffentlich zu bekriegen.

        Da die Streitereien in der Tat weniger inhaltlicher, sondern mehr persönlicher Natur sind, wäre DAS ein Kompromiss, mit dem alle Seiten leben könnten. Trotzdem ist ein gemeinsames Grundsatzprogramm, das sich auch gegen wirklich (rechts-) extremistische Inhalte (NATO-Austritt, …) abgrenzt, unverzichtbar!

      • Es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass jede Partei ein Programm haben muss. Die AfD hat dementsprechend auch ein Programm, welches nur fast keiner kennt, weil es bereits bei der eigentlichen Gründung im Februar 2013 im kleinen Kreis beschlossen und dann nie beworben wurde. Das Programm müsste aber nicht alles regeln und könnte den Landesverbänden große Freiräume lassen, insbesondere was die Landespolitik angeht. In dieser könnten die ostdeutschen Fraktionen durchaus noch aktiver werden.

      • Das würde mich mal interessieren, dieses „Ur-Programm“, welches im kleinen Kreis im Februar 2013 beschlossen wurde und was kaum einer kennt. Gibt es einen Link dazu? Oder muss man es beim Bundeswahlleiter bestellen?

      • Es ist hier beim Bundeswahlleiter abrufbar, ab S. 61. Es enthält nur wenige recht ausschweifend formulierte Punkte, doch es würde mich nicht wundern, wenn im Herbst nach viel Mühe und Streit ein schlechteres Programm verabschiedet wird.

  4. „Wenn es neben den Parteiflügeln noch neutrale Mitglieder gibt, die bei Abstimmungen und Wahlen den Ausschlag geben, dann lastet auf diesen eine große Verantwortung, integrierend zu wirken, … “
    WENN… Es steht zu befürchten, dass bei der Wahl der Delegierten auf dem NRW-Landesparteitag die Fraktion der Neutralen, der Vernunftbestimmten und Programmorientierten ausgeschaltet wird.

    Ich will das am Wahlverfahren fest machen, das JA- und NEIN-Stimmen zulässt.
    Durch verstärkten Einsatz von Neinstimmen durch die Festgelegten wird diese Minderheit nicht zum Zuge kommen.
    Bei der Wahl von Delegierten geht es aber um die repräsentative Auswahl eines Legislativorgans, eines Parlaments, der Basis. Hier führen Negativstimmen bei Überrepräsentation zur Abwahl der Opposition. Dieser Wahlmodus verzerrt die Mehrheitsverhältnisse. Mit 51% anwesender Landesdelegierten können 100% der Bundesdelegierten bestimmt werden.
    Ist daher die Wahl von Delegierten mit Negativstimmen überhaupt zulässig?
    Das System der Negativstimmen erscheint zulässig bei der Wahl eines handlungsfähigen Exekutivorgans, z.B. Vorstandes, einer Regierung. Mehrheitsverstärker können Handlungsfähigkeit des Exekutivorgans sichern, bei Delegiertenwahlen hingegen wird es undemokratische Tendenzen zu befördern.

    • Ich habe den Antrag gestellt, die Wahlordnung zu ändern. Alle am Zusammenhalt der Partei interessierten Mitglieder müssten daran ein Interesse haben. Alternativ gibt es noch den Antrag von mir, die Bundesparteitagsdelegierten durch die Kreisverbände wählen zu lassen, auch wenn das zeitlich immer knapper wird. Allerdings wurden alle und damit auch diese Anträge für Siegen unterdrückt, weshalb dort gar keine rechtsgültigen Wahlen durchgeführt werden können. Im Übrigen kann die absolute Mehrheit immer durchwählen, wenn sie das unbedingt möchte. Von daher erscheint mir die bestehende Wahlordnung politisch schlecht, aber juristisch zulässig.

    • Neutrale Mitglieder – also nicht nicht einem der Lager verhaftete, werden es kaum schaffen auch nur Landesdelegierte zu werden. Und wenn – dann werden sie zu internen Veranstaltungen eben nicht eingeladen – bei denen jede der Fronten sich abspricht und dann Allianzen eingeht.

      Die (einfachen) Mitglieder – so sie denn nicht nur auf ‚Papier‘ stehen – wenden sich mit Grauen ab. Sie sind i.d.R. in der AfD eingetreten, weil sie um die Entwicklungen in Deutschland besorgt waren. Sie haben beispiellos Geld un Zeit und diese Partei investiert – aber sie werden ansonsten nicht wahrgenommen.

      Selbst die Fachausschüsse wurden politisch und nicht ausschließlich fachlich besetzt.

      Die Folgen kann man sehen: Während das kleine Saarland bei einem LPT über 50 % der Mitglieder zusammenbringt – sind in NRW (noch) viel kleinere Kreisverbände mitunter froh, wenn 15 % aller Mitglieder auf einem Kreisparteitag erscheinen.
      Und dabei sind die Funktionäre, Mandatsträger und Beschäftigte noch eingerechnet.

      Die jetzige Zerrissenheit in Bund und NRW trägt nicht zu einer höheren Motivation der Mitglieder bei. Die Zahl der Aktiven geht trotz immer höherer gemeldeter Mitgliederzahlen immer weiter zurück.

  5. Noch habe ich Hoffnung, dass wir uns im Rahmen der Erstellung des Parteiprogramms „zusammenraufen“ und die AfD geeint bleibt und alle Strömungen angemessen berücksichtigt werden. Selbstverständlich müssen hierzu alle Seiten zu Zugeständnissen bereit sein.

    Generell vermisse ich in den letzten Monaten seitens des Bundesvorstandes, aber auch der Landesvorstände die Betonung der Gemeinsamkeiten zwischen den verschiedenen Richtungen innerhalb der AfD.

    Neben der Euro-Kritik denke ich hier vor allem an die Ablehnung weiterer staatlicher Bevormundung und der zunehmenden Einschränkung unserer Freiheiten. Diese Themen sind zumindest nach meiner Beobachtung (wenn auch nur im kleinen Radius unseres Kreisverbandes bzw. Bezirksverbandes) Aspekte, die allen Mitgliedern wichtig sind. Diese Themenbereiche werden zwar auch von der Parteispitze angesprochen, ich denke man könnte und müsste das aber wesentlich deutlicher herausstellen.

    • …Ablehnung weiterer staatlicher Bevormundung und der zunehmenden Einschränkung unserer Freiheiten.

      RICHTIG! Und genau an dieser Stelle haben Liberale und Konservative auch die größten Schnittmengen!!!

  6. Hallo Alexander Dilger! ich sehe es eher wie Roland Vaubel. Wenn die AfD eine Zukunft haben will, muss sie sich vom Flügel um Björn Höcke trennen und in Kauf nehmen, dass 2000 Mitglieder die Partei verlassen. Bis zu den Wahlen 2016 hätte sich dann die AfD wieder soweit konsolidiert, dass sie mit einem neoliberal-konservativen (Lucke) und einen nationalkonservativen (Petry) zu den Wahlen antreten kann. Der Flügel rechts von den Nationalkonservativen wird meines Erachtens nicht nur das Ende der AfD einläuten, sondern die AfD ausnutzen, um eine gefährliche metapolitische Sammelbewegung aufzubauen. Ich befürchte allerdings für die AfD, dass es zu spät ist, dass es gar keine Machtverhältnisse mehr gibt, die es erlauben würden, den Höcke-Flügel aufgrund einer Unvereinbarkeit rauszuwerfen.

    • Entscheidend ist vermutlich, wie sich Frau Petry positioniert. Sie kann sich entweder mit Herrn Höcke und seinen Leuten gegen Herrn Lucke verbünden oder umgekehrt gegen diese mit Herrn Lucke. Im ersten Fall ist sie kurzfristig innerparteilich erfolgreicher, da sie dann erste Vorsitzende werden kann. Langfristig führt das jedoch zum sicheren Niedergang der AfD. Im zweiten Fall muss sie sich noch eine Weile mit dem 2. Platz in der AfD begnügen, die dann jedoch insgesamt viel bessere Chancen hat.

      • Frau Petry ist ambitioniert, unvorsichtig und wird es nicht verpassen aufs Ganze zu gehen. Wahrscheinlich wird sie auch so beraten von „Freunden“.

      • Persönlich begrüße ich eine klare Entscheidung. Doch so lässt sich die AfD nicht zusammenhalten, sondern zerbricht dann in einen Teil diesseits von Herrn Lucke einschließlich ihm selbst und einen anderen jenseits von ihm mit Frau Petry, Herrn Pretzell und auch Herrn Höcke.

      • Es gibt in der Tat einige zwielichtige Typen von Rechtsaußen, die in der AfD ihr Glück suchen, weil sie gemerkt haben, dass sie mit Splitterparteien wie NPD oder DVU niemals Erfolg haben werden. Vielleicht erkennt Herrn Höcke diese Gefahr nicht ausreichend. Dass er diesen Leuten inhaltlich nahe steht, ist eine unbewiesene Unterstellung. Von der linkslastigen Presse wird heute jeder ausgegrenzt, der die EU und den Euro kritisiert, Schwule nicht gut findet und „Flüchtlinge“ nicht automatisch willkommen heißt. „Rechtspopulistisch“ ist da noch der harmloseste Vorwurf. Verstärkt wird diese neue Form der Hexenverfolgung noch durch allerlei Netzwerke, staatlich alimentiert durch den „Kampf gegen Rechts“. Dazu gehört auch dieser Typ, der Höcke mit den angeblichen Kommentaren in einem NPD-Organ in Verbindung bringt. Aus der Perspektive von jemand, der links steht, ist auch Alexander Dilger „rechts“ und Höcke dann „rechtsradikal“.

        Natürlich müssen wir uns entschieden nach Rechtsaußen abgrenzen!
        WIE wir das tun, dürfen wir uns aber niemals von den Linken diktieren lassen!

      • Rechts und links sind relative Kategorien; konservativ, liberal und sozialdemokratisch sind hingegen inhaltlich bestimmt. Als Liberaler stehe ich rechts von Sozialdemokraten, Sozialisten und Kommunisten, dagegen links von Konservativen, Reaktionären oder gar Nationalsozialisten.

        2013 gab es die Idee, dass die AfD das ganze demokratische Spektrum abdecken soll, da z. B. Eurokritik gerade keine Frage von rechts oder links ist, sondern von gesundem Menschenverstand. Doch ein nennenswerter sozialdemokratischer Flügel hat sich in der AfD nie entwickelt. Heute ist sogar fraglich, ob es noch einen echten liberalen Flügel gibt, während Konservative wie Herr Lucke sich gegen Gegner von rechts wehren müssen, die demnächst die Parteiführung übernehmen könnten. Dabei will ich niemandem rechtsextreme Positionen unterstellen, doch den Kurs von Herrn Höcke oder auch Herrn Gauland finde ich trotzdem nicht unterstützenswert. Wenn sie damit in ihren Bundesländern Wahlen gewinnen (wobei nicht klar ist, ob sie nicht auch vor allem von Herrn Lucke und selbst Herrn Henkel profitiert haben), ist das eine Sache, doch wenn sie damit auch in NRW oder bundesweit punkten wollen, ist das weder begrüßenswert noch aussichtsreich.

      • So könnte es doch dazu kommen, dass, wie Frauke Petry selbst sagt, der Parteitag über ihren Antritt entscheidet. Würde nämlich Lucke zunächst allein antreten, aber dann die absolute Mehrheit verfehlen, wäre eine weitere Lösung nötig, und die könnte dann darin bestehen, dass die Lucke-Kritiker sich im 2. Wahlgang auf den Antritt Petrys einigen, weil sie wissen, dass sie noch mehr Stimmen der Gemäßigten auf sich vereinigen könnte als etwa Gauland, Adam oder gar Höcke. Es wäre im Grunde sogar ein kluger Schachzug – nicht Herausforderin, sondern „Retterin in der Not“.

      • Das könnte tatsächlich ihr Plan sein. Allerdings wäre sie dann nicht die Retterin in der Not, sondern die Verursacherin der Not. Fair und demokratisch wäre es, direkt gegeneinander anzutreten, doch vermutlich traut sie sich das nicht.

      • „Ihre These ist lächerlich.“

        „Ihr Relativierungsversuch bezüglich der konkreten Vorwürfe gegen Herrn Höcke ist peinlich“

        „Eine rechte AfD, wie Sie und viele andere sie sich leider vorstellen, gibt es schon im erfolglosen Dutzend“

        meine Lebenserfahrung lehrt mich, dass wenn Menschen, die eigentlich zur Sachlichkeit neigen – mit einer solch flachen Gegenargumentation kommen – dass dies auf blank liegende Nerven zurückzuführen ist.

        Ironischer weise hat Ihr einst treuster Gehilfe mich seinerzeit als ‚Altkommunisten‘ bezeichnet.

        Peinlich ist es, dass man das eigene Versagen auf der ganzen Linie mit den bösen Rechten erklären will, die überall hervorkriechen. Hochnot peinlich in ihrem Falle sogar – denn in NRW wurden diese angeblichen Rechten entweder unter Ihrer ‚Führung‘ aufgenommen, oder aber die Aufnahme geschah über Frau Forner, Luckes Schwester.

        ooops – ich habe Herrn Kemper schon im Gewerkschaftshaus in Köln über die AfD dozieren gehört – die natürlich auch damals schon aus lauter bösen Rechten bestand. Mit dem Landessprecher Prof. Dilger an der Landesspitze.

        Es gehört auch zu den gerne verbreiteten Lügen, dass es die bösen Mitglieder waren, die sich gegen Herrn Lucke wandten.

        Richtig ist, dass diese sich mehrheitlich gegen eine Einserspitze wandten – also gerade das Gegenteil eines Führerkults bewahren wollten. Seitdem ist Bernd Lucke als Führung nicht mehr gerne gesehen. Und seit auch dem blödesten Mitglied klar wurde, dass es mit der neuen Satzung aufs Kreuz gelegt wurde hat sich das noch beschleunigt.

        Erst recht ist es eine plumpe und dumme Lüge, die AfD wäre von irgendwelchen Rechten gekapert. Niemand bestreitet, dass es einzelne gibt, aber es würde mich sehr wundern, wenn es mehr als >2 % wären. Da hat die SPD wohl mehr Kommunisten in ihren Reihen.

      • Mit mir als Sprecher wurde die Vorgabe durchgehalten, keine Exmitglieder von extremistischen, vom Verfassungsschutz beobachteten Parteien aufzunehmen. Es waren allerdings etliche schon da, die der alte Bundesvorstand vor Gründung des Landesverbandes aufgenommen hatte. Herr Pretzell soll dieses Tor dann auch wieder geöffnet haben, während man jetzt lieber frühere FDP-Mitglieder ablehnt.

        Die Mitglieder haben in Bremen zu 80 % für die Einerspitze gestimmt. Wie passt das zu Ihrer These, dass „diese sich mehrheitlich gegen eine Einserspitze wandten“?

        Sie hatten doch behauptet, dass rechte Protestparteien überall in Europa viel erfolgreicher wären als die AfD. Warum sind Sie dann nicht z. B. bei PRO NRW aktiv? Ich bitte um eine ehrliche Antwort und nicht diese ständigen Ausweichmanöver.

      • „Die Mitglieder haben in Bremen zu 80 % für die Einerspitze gestimmt.“

        Mir scheint erinnerlich, dass es eher gerade mal 20 Stimmen über der notwendigen 2/3-Mehreit waren, ein denkbar knappes Ergebnis.

      • Sie müssen da differenzieren: Der Paragraph mit der Einerspitze erzielte rund 80 % Zustimmung, am Ende die gesamte Satzung gerade die nötige Zweidrittelmehrheit. Dafür gibt es zwei mögliche Erklärungen: Entweder war die Einerspitze gar nicht der Knackpunkt bei der Satzung, wie das jetzt immer dargestellt wird, oder bei der ersten Abstimmung waren mehr und andere Mitglieder anwesend, während die Lucke-Gegner mehr Sitzfleisch haben.

      • Der Knackpunkt war m.E. vor allem, dass -wie so oft in der AfD – im Block über eine große Masse von Punkten abgestimmt wurde, und nur alles abgelehnt oder befürwortet werden konnte. Das ist aber nicht gewollt, sondern die Parteimitglieder wollen ernstgenommen werden – will sagen, jeden Punkt einzeln bewerten und darüber abstimmen. Wird den Parteimitgliedern dieses Recht verwehrt, gibt es immer nur knappe Ergebnisse. Professionell ist das nicht, von den Regisseuren der Parteitage.

        Sie selbst haben ja in Sachen Resoultionen ähnlich (zutreffend) argumentiert.

      • Über die Einerspitze wurde erst einzeln mit 80 % Zustimmung und dann noch einmal im Paket des ganzen Satzungsentwurfes mit Zweidrittelmehrheit abgestimmt. Ich hatte Herrn Lucke vorher geraten, es bei einzelnen, ggf. sehr vielen, Satzungsänderungsanträgen zu belassen, doch er ist voll ins Risiko gegangen (wie jetzt auch wieder mit dem Bundesparteitag als Delegiertenparteitag). Der Vorwurf der fehlenden Debatte und Einzelabstimmung kann nur für die hinteren Bestimmungen des Satzungsentwurfes erhoben werden. Vermutlich wäre das ein Anfechtungsgrund gewesen, doch meines Wissens nach hat niemand deswegen angefochten und nun sind die Fristen dafür vorbei.

      • Diese wiederholten Abstimmungsvorlagen, bei denen en bloc über so Vieles abgestimmt werden soll, sind das reinste Gift für eine demokratische innerparteiliche Meinungsbildung. Jeder selbst denkende Mensch weiß das. [Übliche Lucke-Beschimpfung gelöscht, AD.]

    • Eigentlich kann man der AfD nur wünschen, dass beide „Flügel“ baldestmöglich abbrechen und sich die Partei von innen heraus erneuert.

      Weder eine nationalkonservative Partei mit Leuten wie Frauke Petry und Björn Höcke an ihrer Spitze, noch eine verlogene Wendehals- und Salonfaschisten-Partei mit Bernd Lucke an der Spitze und radikalen Islamhassern im Hintergrund stellt eine ernst zu nehmende Bereicherung der deutschen Parteienlandschaft dar.

    • Wie schön, dass sich jetzt sogar schon Herr Andreas Kemper um die Zukunft der AfD sorgt! Jetzt warte ich nur noch auf die guten Ratschläge von Claudia Roth und der gesammelten ANTIFA

    • Bei allem Respekt für den offenen Disput. Aber dass ein vollkommen verbohrter und extremer Links-Ideologe sich anschickt, ausgerechnet liberalen Menschen mit gesundem Menschenverstand die Welt erklären zu wollen, ist schon ein starkes Stück.

      Kemper ist neben Häusler vermutlich mit Abstand der schrägeste Balken unter den selbsternannten „Extremismus-Experten“ im Pseudowissenschaftbetrieb.

      Man sollte schon aufpassen, wen man als Zeugen aufruft und mit wem man sich gemein macht, wenn es gegen den vermeintlichen innerparteilichen Gegner geht. Ich jedenfalls kann es nicht verstehen, dass der BuVo offenbar einem notorischen AfD-Hasser mehr Vertrauen entgegenbringt, als einem vollkommen unbescholtenen, wenn auch unliebsamen, Parteifreund.

      • Es sollte nicht um die Person gehen, sondern um die Argumente. Zur Sache hat Herr Höcke bislang gar nichts geäußert, sondern nur ein unverbindliches Dementi formuliert, welches er jedoch nicht mit einer Versicherung an Eides statt untermauern möchte. Außerdem hat er behauptet, gegen jeden gerichtlich vorzugehen, der solches von ihm behauptet. Meines Wissens nach ist er aber gerade nicht gegen Herrn Kemper vorgegangen. Das macht Herrn Kemper nicht zu meinem politischen Freund, doch vermutlich hat er hier tatsächlich etwas entdeckt.

      • Sehr geehrter Herr Prof. Dilger,

        vermutlich ja, vermutlich nein.

        Herr Höcke kann ja gar nicht juristisch gegen Herrn Kemper vorgehen, da dieser ja nur Vermutungen in die Welt setzt, die von der freien Meinungsäußerung gedeckt sein dürften.

        Anders verhielte es sich, wenn Herr Kemper falsche Tatsachenbehauptungen aufstellen würde; dies vermeidet Herr Kemper aber wohlweislich.

        Und im Übrigen ist es in einem Rechtsstaat üblich, dass derjenige der Behauptungen und Mutmaßungen aufstellt, diese zu beweisen hat. Einen Negativbeweis gibt es nun einmal nicht. Und eine eidesstattliche Versicherung ist außerhalb gerichtlicher Verfahren vollkommen wertlos, weil nicht strafbewehrt.

      • Eine eidesstattliche Versicherung für sich genommen ist nicht strafbewehrt, doch sie könnte in ein Verfahren eingebracht werden, was Herr Höcke offensichtlich fürchtet. Politisch ist es eigentlich auch egal, ob Herr Höcke wirklich Herr Ladig ist. Das Schlimme ist, dass er so schreibt wie dieser NPD-Autor.

      • Aber Herr Dilger,

        sollte jetzt jeder genötigt werden, wenn gegen ihn Behauptungen aufgestellt werden, diese mit eidesstattlichen Versicherungen zu entkräften.

        Bei Merkel wird auch immer behauptet sie sei IM Erika, neu wäre mir aber dass diese dies via eidesstattlicher Versicherung negiert hätte.

        Ich halte das seitens des BUVO gar für eine besonders perfide Form des Schmutzwerfens. Und sagen Sie bitte jetzt nicht – es lägen Beweise vor.

        Würden Sie sich nicht zur recht aufregen, wenn man von Ihnen behauptete, sie seien von der FDP geschickt, um die AfD zu zerstören, wie Bernd Lucke den gleichen Auftrag von der CDU hatte.

        und dann bleibt doch immer noch richtig, dass mit den Spitzenkandidaten Bernd Lucke in Niedersachen (3,7%) und Alexander Dilger (3,9 %) der Einzug in den Bundestag ‚versemmelt‘ wurde. Und es gab seinerzeit eine bundesweite Website, die genau diese Entwicklung schon im Juni kommen sah.

        Und man könnte es noch ausbauen: Obwohl Deutschland mit am meisten an den Folgen des Euro zu leiden hat – erreicht die AfD im Vergleich zu Protestbewegungen in Niederlanden, Belgien, Frankreich, Italien, Österreich, Ungarn, Tschechien, Polen, Finnland, Dänemark und England nur lächerliche Ergebnisse.

        Und ob Herr Kemper uns, als AfD, wohlmeinende Ratschläge erteilt, das wage ich dann doch zu bezweifeln.

        Im Thüringer Wahlkampf habe ich keine dumpfen nationalistischen Parolen gehört – die Forderung nach mehr Sicherheit ist allen Bürgern gemein und keiner Ideologie verhaftet.

        Wohl aber habe ich Gewerkschaften – fern ihrer Aufgaben und Legitimation Schilder aufhängen gesehen “ gegen die NPD und anderes Zeugs“

        Menschen als Zeugs zu bezeichnen, dass scheint mir dann der wahre Nazi Jargon zu sein. Nazis, die im Übrigen die Gewerbesteuer (Ertrags- und Kapital-) eingeführt haben – sollte man als das bezeichnen was sie nun einmal waren – eine Unterform des SOZIALISMUS.

      • Ihre These ist lächerlich. Insbesondere Herr Lucke hat die AfD überhaupt erst aufgebaut und bundesweit die Stimmen gebracht. Eher könnte man überlegen, ob Herr Pretzell dafür bezahlt wird, die AfD zu zerstören, aber vermutlich macht er das aus freien Stücken und verzichtet dafür sogar auf zukünftige Diäten.

        Sie haben das mit dem unterschiedlichen Wählerpotential in verschiedenen Bundesländern und Staaten noch nie verstanden. Rechtspopulistische oder gar rechtsextreme Parteien können in anderen Staaten punkten, in Deutschland aber nicht. Dafür gibt es doch mehr als genug Beispiele. Ihr Rat würde die AfD zur Splitterpartei machen.

        Die NPD ist eine Organisation, die zwar aus Menschen gebildet wird, aber selbst kein Mensch ist. Nur deshalb kann man auch über ihr Verbot nachdenken. Mit „Zeugs“ werden dementsprechend andere Organisationen bezeichnet, nicht Menschen.

      • ich stelle keine These auf, ich vergleiche krude Behauptungen gegenüber Herrn Höcke mit nicht minder kruden Behauptungen, die man gegenüber Ihnen, Frau Merkel oder Herrn Lucke auch erheben könnte – mit mindestens genau so starken ‚Argumenten‘, wie bei Herrn Hoecke.

        Auch Deutschland immer eine Alleinstellungsmerkmal anzudichten, ob unserer Historie scheint nur bedingt richtig. Denn das könnte man dann ja auch bei sozialistischen Bewegungen anbringen – die es in Deutschland bekanntlich auch gab – und die dennoch vergleichsweise zu den Nachbarländern eher stark sind.

        Und – die Vergleiche zwischen den Bundesländern zu ziehen wäre nur dann berechtigt, wenn denn in NRW ein vergleichbarer Wahlkampf betrieben worden wäre, wie z.B. in Hessen – oder gar in Thüringen.

        Und eigentlich sollte das große NRW in Relation organisatorisch leichter aufzustellen sein.

        Ansonsten erzielte die FDP in NRW 2009 ein überdurchschnittliches Ergebnis, während die AfD 2013 in NRW weit hinter dem Bundesdurchschnitt blieb.

        Also bitte – mit wem wollen wir uns denn vergleichen.

        Mit der SPD, mit der CDU?

      • Ihr Relativierungsversuch bezüglich der konkreten Vorwürfe gegen Herrn Höcke ist peinlich. Ich dichte hier Deutschland auch kein Alleinstellungsmerkmal an, sondern verweise auf die empirischen Wahlergebnisse der letzten Jahrzehnte. Eine rechte AfD, wie Sie und viele andere sie sich leider vorstellen, gibt es schon im erfolglosen Dutzend. Sie wollen einfach das viel erfolgreichere Modell von Herrn Lucke kapern, wobei Sie die simple Tatsache übersehen, dass eine so gekaperte AfD nicht mehr erfolgreich sein wird. Auch dazu nehme ich beliebig hohe Wetten entgegen.

        Der Wahlkampf war selbst eine endogene Größe. Zumindest in bestimmten Regionen NRWs gab es viel weniger Mitglieder als anderswo. NRW hat pro Wahlberechtigtem und ex post dann auch pro Wähler weniger Geld bekommen als jeder andere Landesverband. Rein finanziell betrachtet war NRW also am effizientesten (aber mangels Geld leider nicht am effektivsten). Die Organisation eines großen Landesverbandes ist natürlich auch viel schwieriger als von kleineren, die oft nur so groß sind wie ein hiesiger Bezirks- oder sogar Kreisverband. An den verlorenen FDP-Stimmen partizipierte die AfD in NRW dagegen ebenso wie in Baden-Württemberg.

    • „Mit mir als Sprecher wurde die Vorgabe durchgehalten, keine Exmitglieder von extremistischen, vom Verfassungsschutz beobachteten Parteien aufzunehmen.“

      Nun, mich – wie viele andere auch, haben Sie in NRW sicherlich nicht aufgenommen, schlicht weil ich vor Ihnen Mitglied der Afd war.

      „Sie hatten doch behauptet, dass rechte Protestparteien überall in Europa viel erfolgreicher wären als die AfD. Warum sind Sie dann nicht z. B. bei PRO NRW aktiv? Ich bitte um eine ehrliche Antwort und nicht diese ständigen Ausweichmanöver.“

      Werter Herr Dilger, glauben Sie nicht, dass Sie mit solchen Anspielungen nicht übers Ziel hinaus schießen?.

      Ich bin nun nicht bekannt irgendwelche Ausweichmanöver zu fahren. Bekanntlich gehörte ich nie einer Partei an – versuche also auch nicht irgendwelche fehlgeleiteten Ideologien in die AfD einzubinden.

      Mich hat an der AfD der Grundsatz eines Bekämpfens der Euroschieflage, eine Steuergesetzgebung nach Kirchhof (zu beiden Themen gehörte ich den Landesarbeitskreisen an)

      und zu Einwanderung und Integration (hier leitete ich den entsprechenden Bundesarbeitskreis).

      Dies Alles neben dem Bundestagswahlkampf in dem ich nicht nur an insgesamt 13 Wahlkampfständen teilnahm, 4 Abende mit Plakate aufhängen und 2 mit Abhängen verbrachte, daneben noch Flyer verteilte und jeweils noch ein Nichtmitglied in diese Arbeit einband. Im Übrigen erzielte ich ein Wahlergebnis in meinem Stammbezirk von 4,97 %.

      Das Alles als einfaches Mitglied – ohne Funktion und ohne auch nur kandidiert zu haben.

      Durch bestimmte Vorgänge die letztlich Sie zu verantworten haben, pausierte ich danach bis nach der Europawahl – und das AfD Ergebnis in meinem Stimmbezirk fiel um fast 60 % nach abgegebenen Stimmen, dass Sie mir nicht damit kommen, ich hätte jetzt nur einen glücklichen Stimmbezirk vorgefunden.

      Ich prangere an – und ich werde nicht müde dies weiter anzuprangern – dass die AfD sich ganz erheblich von diesen Themen verabschiedet hat. Gut daran festzumachen, dass Sie selbst eine Urabstimmung zu verlangen, die ich – auch öffentlich – mit unterstützte und überall um Unterstützung warb.

      Ich gebe zu, dass ich mich nicht mehr erinnere, warum Sie damals als Nr. 1 in NRW gesetzt wurden – und nicht z.B. der WA2013 NRW Beauftragte Dr. Landgrebe.

      Aber – Sie sollten dann mal zugeben, dass Herr Pretzell, wie Sie selbst aus der FDP kommend, Ihr Kandidat war. Und Herrn Pretzell in eine rechte Ecke zu stellen, das ist nicht nur Unsinn, dass paßt zu den ganzen Verdrehungen die von Ihnen und Anderen gehen Herrn Pretzell gefahren werden.

      Denn – die Mitgliederaufnahme obliegt eben Frau Dr. Forner im Zusammenspiel mit den Kreisen Und es wäre mir nicht bekannt, dass Herr Pretzell sich gegen deren Willen bei Mitgliederaufnahmen durchgesetzt hätte.

      Im Manager Magazin 10/2014 S 71 ff

      gibt es einen Bericht über den tschechischen Milliardär Andrej Babis und seine ANO (Aktionen unzufriedener Bürger) mit dem simplen Versprechen „Ich werde nicht stehlen und nicht lügen“ aus dem Stand nahezu 19 % im Jahre 2013 erhielt

      Ja – ich bin der Meinung, dass wir als AfD die Pflicht haben den Bürgern nicht nur Angebote zu machen, sondern auch zu unserem Wort zu stehen.

      Aber klar – bleiben Sie ruhig im Glauben, dass das Ihr Versagen in NRW ausschließlich daran liegt, dass die anderen eben mit rechten Parolen gepunktet haben – sei es in den anderen Bundesländern, sei es in unseren Nachbarländern.

      Und nennen Sie dann ruhig diejenigen die auf Leistung in der Partei drängen zwangsläufig besser in rechten Parteien aufgehoben.

      Schon 2013 wurden Sie auf Abgeordnetenwatch gefragt, ob Sie eine BeamtenFDP aus der AfD machen wollten.

      Dazu paßte dann auch das Wahlergebnis – und nicht die Aktiven spülte es nach oben.

      • Sie haben meine Frage nicht beantwortet, wobei Kritik am Euro natürlich gar nicht rechts ist und das Steuermodell von Herrn Kirchhof auch nicht. Wenn Sie einen Bundesarbeitskreis geleitet haben, waren Sie durchaus Funktionär und kein einfaches Mitglied. 4,97 % lagen über dem NRW- und sogar Bundesdurchschnitt der AfD, hätten aber zum Überschreiten der Fünf-Prozent-Hürde offensichtlich auch nicht gereicht. Außerdem machen Sie mich doch für alles in NRW verantwortlich, warum dann nicht auch für das etwas bessere Ergebnis in Ihrem Stimmbezirk? Doch bin ich auch für die aktuell schlechte Politik von Herrn Pretzell (den ich nicht in eine rechte Ecke stelle, wie Sie in diesem Blog ausführlich nachlesen können) verantwortlich? Zu meiner Zeit als Sprecher wurden die von Ihnen gewünschten Themen öffentlich vertreten und noch diesen Winter habe ich das Eurothema wieder ins Spiel gebracht, obwohl ich seit Dezember 2013 tatsächlich ein einfaches Mitglied ohne jedes Parteiamt bin. Schließlich behaupte ich doch gerade, dass man mit rechten Parolen bei den hiesigen Wählern nicht punkten kann, während Sie ohne irgendeine Evidenz einfach das Gegenteil behaupten, was zu der unbeantworteten Eingangsfrage führte.

      • „Im Manager Magazin 10/2014 S 71 ff

        gibt es einen Bericht über den tschechischen Milliardär Andrej Babis und seine ANO (Aktionen unzufriedener Bürger) mit dem simplen Versprechen “Ich werde nicht stehlen und nicht lügen” aus dem Stand nahezu 19 % im Jahre 2013 erhielt“

        Warum wollen Sie dann an Pretzell und seinen Leuten festhalten ?!

      • nun ich dachte das sei Antwort genug? Ich habe ihnen genau das genannt, was mich bewegte in die Politik zu gehen, und ich finde keine Übereinstimmung zu Pro NRW oder PRO Köln.

        Genau genommen habe ich tatsächlich einmal versucht das Wahlprogramm von Pro Köln zu lesen, da wurde aber nur ein Kurzprogramm auf der HP dargestellt, das wenig über die politische Ausrichtung aussagt.

        Außerdem, wenn man mich denn in ein politisches Spektrum verordnen würde vertrete ich eher liberale Standpunkte als konservative.

        Und um ganz sicher zu gehen:

        Ich trete weder Pro Köln, noch NPD, noch REP’s noch der LINKE bei, einfach weil deren Programme kaum Deckungsgleichheit mit meinen Ansichten haben.
        Weil in Jedem Wahlomat, den ich betätigte immer die AfD vorne stand, sogar in Bremen. Oben genannte Parteien schaften es noch nicht einmal auf die Plätze, wobei ich neben der Linken allenfalls eine der anderen im Vergleich hatte.

        Und so ich aus der AfD austrete, werde ich sehr wahrscheinlich keiner Partei beitreten, auch wenn die neuesten Wendungen der FDP, so sie sich denn verfestigen würden mich schon reizen könnten – was den Euro betrifft.

        Sie dürfen sich gerne angegriffen fühlen – was Ihre Sprecherzeit angeht. Recht weite Verbreitung schlug der Nachwahldisput zwischen Ihnen und mir, jeweils und Anderen – wo ich deutlich auf Schwätzer und Macher hinwies.

        Natürlich kann ich NRW nicht ganzheitlich beurteilen und Thüringen auch nicht – aber in dem Bereich, in dem ich es kann hatte Ein KV in Thüringen mit 17 Mitgliedern, die natürlich bei weitem nicht alle aktiv waren schaffte 41 Wahlkampfstände in 6 Wochen – und das im 3 Wahlkampf nach BTW und LTW. Das nenne ich ‚Machen‘ – eine Vertreterin des LAVO und der Kreissprecher waren inkl. Unterschriftensammeln mehr oder weniger 8 Wochen lang unterwegs, von Morgens 9:00 Uhr bis Abends 21:00 Uhr. Das nenne ich Machen.

        Natürlich hat sich seitdem in NRW nichts verbessert – im Gegenteil – der Absstand NRW’s zum Bundesdurchschnitt hat sich bei der Europawahl noch verdoppelt.

        Lieber als nach Verantwortlichen zu suchen wäre es mir aber, wenn sich in NRW mal ein Team der Aufrechten über alle Lager hinweg bilden würde.

        @ Herr Wilhelm

        mich im Pretzelllager zu verorten ist nicht ohne Ironie, denn es gibt in diesem Lager genügend Leute, die mich im Rohlje Lager verorten würden – einfach schon weil ich eine Gegendarstellung der Stellvertretenden ausgerechnet im NRW AfD Forum veröffentlichte.

        Weitgehend habe ich mich aber möglichst versucht aus dem LAVO Disput herauszuhalten – was sich vielleicht am Ende als Fehler erweisen könnte.

        Selbst wenn ich mal auf irgendwelchen urdemokratischen Delegiertenlisten wiederfinden sollte, habe ich mich nicht dort eingetragen – und da ich aus Gesundheitsgründen nicht teilnehmen kann. hätte ich mich schriftlich bewerben müssen, was ich aber nicht tat. Wer also auch immer mit meinem Namen punkten wollte, er tat es ohne meine Zustimmung.

        Was ich aber eben nicht mittrage ist, wenn man Herrn Pretzell für Dinge verurteilt, die er sicherlich nicht zu verantworten hat – oder solche, die ausschließlich seiner Privatsphäre zuzuordnen sind.

        Das mache ich bei Beiträgen, die gegen Herrn Dilger gerichtet sind nichts anders.

        Grundsätzlich aber kann man die NRW AfD nicht mehr mit Argumenten retten – da ist so vieles in die falschen Bahnen geraten, dass man es vielleicht noch mit Handeln retten kann – aber auch da nur noch vielleicht. Denn 80 -90 % der einfachen Mitglieder haben sich nachweislich innerlich von der AfD gelöst – in NRW.

      • Meine Frage knüpfte gar nicht an Ihren inhaltlichen Positionen an, die ich gar nicht kannte und die Sie jetzt in der gebotenen Kürze dargelegt haben, sondern an Ihrer steilen These, dass rechtspopulistische oder gar rechtsextreme Parteien doch sonst überall so erfolgreich seien. Ich hatte das so verstanden, dass Sie meine liberale Ausrichtung für das relativ schlechte Ergebnis in NRW verantwortlich machen wollten. Das war offensichtlich ein Missverständnis, denn Sie wollen mir Faulheit vorwerfen, was natürlich auch nicht gerechtfertigt ist.

        Sie haben bis heute nicht verstanden, dass es schwerer ist, in Alaska Kühlschränke zu verkaufen als in Kalifornien. Kein vernünftiger Manager würde dieselben Verkaufsquoten erwarten. Man erwartet auch in anderen Parteien nicht in allen Ländern dasselbe Ergebnis. Die Linke würde sich z. B. über 7 % in NRW sehr freuen und in Sachsen sehr ärgern. Warum soll das in der AfD grundsätzlich anders sein?

        Sinnvoll ist es, länderspezfische Veränderungen neben dem Bundestrend zu betrachten. Da fällt auf, dass in dieser Hinsicht das NRW-Ergebnis 2013 besser war als das 2014 von Herrn Pretzell.

        Im Übrigen stand ich nicht 41x am Wahlkampfstand, aber durchaus einige Male, wobei man als Landessprecher auch noch anderes zu tun hat. Meine wichtigste Leistung war wohl, dass die AfD in NRW überhaupt zur Wahl antreten konnte. Herr Pretzell ist dagegen der viel leichtere Antritt zur Kommunalwahl 2014 in Bielefeld nicht gelungen. Jetzt schafft er es nicht einmal mehr, richtig zu Landesparteitagen einzuladen.

    • Interessant, darüber wurde in hiesigen Medien nicht berichtet (oder ich habe es verpasst). Dass Herr Pretzell alles leugnet, bedeutet gar nichts. Allerdings vermute ich, dass er frühestens nach Kassel geht, da er dort versuchen wird, nicht nur Herrn Henkel, sondern auch Herrn Lucke zu verdrängen.

  7. @Friedrich Schlegel

    wer Kredit gibt, tut dies aus Gründen. Wer Kredit nimmt, erkennt die Gründe, respektiert die und freut sich sicherlich über die Hilfe. Wenn dann der Kredit auch noch (mit)geholfen hat, ein Mandat zu erreichen, ist man doch dankbar. Zumindest danken die Wahlgewinner immer den Helfern und Wählern. Nicht wahr?

    Die AfD hat in einigen Gliederungen Kredite bekommen. Neu ist mir, dass man dafür nicht dankbar war.

    Ich finde es lediglich bezeichnend für die moralische Einstellung der Form der Kritik gegenüber einem (ehemaligen)BuVo Mitglied, Kreditgeber.

    Letztlich ist grundsätzlich zu bedenken, ob man seiner Partei Geld spendet, Kredit gibt, wenn man im Gegenzug von wenigen derartig öffentlich kritisch und negativ dargestellt wird.

    Vielleicht spielt auch irgendwo Neid eine Rolle. Neid auf Vermögende mit anderen Möglichkeiten.

    Der Stil im Umgang in der Partei AfD miteinander, die Wortwahl, mithin das Ansehen der Partei wird derartig in den Schmutz gezogen, dass die Arbeit fleisiger Wahlhelfer, vieler einfacher Mitglieder mit ihrem Wunsch auf eine „bessere“ Politik ignoriert, ja verächtlich oder sollte ich sagen, arrogant (?) nicht bachtet wird.

    Denken Sie mal über die VITA eines Prof.xx und eines Lehrer y nach. Glauben Sie allen Ernstes, dass die eine klein Unternehmerin Petry für voll nehmen ? Hier stossen doch gelebte Gesellschaftsschichten aufeinander, die im realen Leben nie aufeinander getroffen wären in einer beruflichen Tätigkeit.

    Henkel hat mit seiner weltweiten Tätigkeit bei amnesty-international viel mehr Reputation zu verlieren als ein sächsischer Lehrer. Mehr noch, Höcke und Anhänger haben da nicht mal drüber nachgedacht, oder noch schlimmer, ist denen egal.

    So wären wir wieder am Punkt, Tolleranz zu Meinungen anderer Mitglieder.

    Henkel hat mehr von anderen Ländrn persönlich gesehen, als Petry und Höcke. Will man dies Wissen übergehen, ablehnen, oder sogar leugnen ?

    Oder begreift man nicht, dass nach der Landesgrenze Sachsen noch ganz viel Welt kommt.

    • Für Spenden und Kredite sollte eine Partei dankbar sein, ohne sich kaufen zu lassen. Herr Henkel ist außerdem das prominenteste Mitglied, welches der Partei viele Stimmen gebracht haben dürfte. Dass manche jetzt darauf verzichten wollen und noch nachtreten, spricht gegen sie und nicht gegen ihn.

    • @pavdm

      Es klingt schon etwas arrogant, wie Sie hier Menschen die Reputation und das Renommee absprechen, von deren Lebensgeschichte Sie vermutlich nur wenig Kenntnis haben. Es handelt sich hierbei durchweg um genau das akademische Bildungsbürgertum, das grundsätzlich als die Zielgruppe der AfD angesehen wird – unabhängig ob und welchem „Flügel“ man sich gerade zurechnet.

      Dass eine Frau Petry, promovierte Trägerin der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und Gründungssprecherin der AfD für Herrn Henkel plötzlich nicht mehr zumutbar (weil nicht standesgemäß) sein soll, ist gelinde gesagt ein Witz. Dasselbe gilt für Herrn Gauland – ebenfalls promovierter Gründungsvorstand -, der selbst von der linken taz als „kluger Konservativer“ und „Glücksfall für die AfD“ bezeichnet wurde, gerade weil er über ideologische Grenzen als diskursfähig gilt.

      Plötzlich werden beide in diesem Blog vollkommen grundlos als „rechter Mob“ diffamiert.

      • Niemand wird „in diesem Blog vollkommen grundlos als ‚rechter Mob‘ diffamiert“. In den Kommentaren gibt es unterschiedliche Meinungen, darunter auch Ihre. Frau Petry hat ein laufendes privates Insolvenzverfahren, was aus meiner Sicht dagegen spricht, dass sie jetzt Bundessprecherin und demnächst vielleicht sogar einzige Vorsitzende einer bürgerlichen Partei ist. Wenn das Verfahren irgendwann abgeschlossen ist, mag man es unter Lebenserfahrung verbuchen, doch aktuell macht es sie angreifbar.

      • Herr Prof. Dilger,

        Sie haben recht. Nicht der Blog hat die benannten Mitglieder als “rechter Mob” tituliert, sondern einzelne Schreiber haben das getan, was aber auch nicht besonders schön ist, bereits wegen des “Antifa”-Jargons.

        Hinsichtlich der Insolvenz, die im Grunde jedem Unternehmer widerfahren kann, haben Sie vermutlich recht; vielleicht sollte man hier aber etwas weniger kleingeistig sein, wenn man sich das Personal der politischen Konkurrenz einmal ansieht (Lindner).

      • Ein Privatinsolvenz ist gravierender als eine Unternehmensinsolvenz. Selbst letztere hat Herr Lindner vermieden, indem er sich vorher verdrückte. Dafür war der Verlust an öffentlichen Mitteln siebenstellig.

  8. An dem obigen Kommentar von Herrn Kemper (ist das der echte Herr Kemper oder ein Pseudonym??) sehe ich zu meinem Erschrecken, dass ich seine Einschätzungen zumindest zu erheblichen Teilen teile (hätte ich nie für möglich gehalten, aber gut man lernt nie aus.). Höcke ist aus meiner Sicht wirklich gefährlich, sogar hochgefährlich, denn in seiner Rhetorik knüpft er an die Sprache und den Geist der rechten Bewegungen der 20er Jahre an, der große Feind der deutschen Tiefe ist der „oberflächliche“ Westen (Kultur gegen Zivilisation), dazu treten Identitäts-Romantik, komplette Verharmlosung der heutigen „Identitären Bewegung“ (etwa Renaud Camus), ein Appell an das Germanentum (!!!) und ein ethnischer Begriff von Nation. Nicht alle, die in den 20er Jahren so dachten (und viele taten es) hoben nach 33 den Arm, manche wurden sogar verfolgt (z. B. Edgar Jung, auch manche Leute aus dem George-Kreis; übrigens gibt es viele Anklänge zu diesem Denken auch bei den Anthroposophen), aber dass ein solches Denken faktisch eben doch durch Schwächung der Weimarer Republik der Inhumanität den Weg bereitet hat, wer würde das leugnen? Höcke will den „langen Weg nach Westen“ Deutschlands zurückgehen, den Eindruck erweckt er und dass er zumindest ein ähnliches Vokabular verwendet wie die Person, die sich hinter „Ladig“ verbirgt, zeigt dass hier Affinitäten zu einem bestimmten Milieu bestehen, das nun wirklich ziemlich grauslich ist. Allerdings vertritt Höcke nur einen kleinen Landesverband, in dem er auch nicht unumstritten ist, die Chance, dass er sich selbst zu Fall bringt ist erheblich, damit ist er ein Stück weit schon beschäftigt. – Frau Petry, so seltsam manches auch scheinen mag, fehlen m. E. dann doch die Affinitäten Höckes zum Milieu der „Neuen Rechten“. Es gibt trotzdem Bedenkliches, aber es wäre dennoch besser gewesen, Lucke hätte sie weiterhin als Junior-Partnerin mit einbezogen, statt sie ganz an die Wand zu drücken, oder das zu versuchen. Eine Zukunft hat die AFD nur, wenn es doch noch zu einem Waffenstillstand Lucke-Petry kommt und man sich gemeinsam einigt, Höcke konsequent zu marginalisieren und Gauland, der ja nicht mehr viele Jahre in der aktiven Politik vor sich hat, auszusitzen und zu schwächen denn Gauland hat über zu viele dunkle Gestalten die schützende Hand gehalten. Kommt der Waffenstillstand nicht zu Stande, hat sich die ganze Sache erledigt. Selbst wenn sagen wir eine Parteivorsitzende Petry nach einem Sturz Luckes auf die Mitte der Partei stärker zugehen würde, würden die Moderaten scharenweise austreten, weil man ihr nicht zutrauen würde, den Rechtsaußen-Flügel zu bändigen (ich tue es jedenfalls nicht). Allerdings wird sie das ein Stück weit ahnen.
    -Eine Frage muss man aber stellen, ist eine Demokratie mit einer Art Allparteien-Regierung in vielen wichtigen Fragen (von Grün bis CDU) und ohne parlamentarische Opposition rechts von der Mitte wirklich funktionsfähig? Und könnte die FDP sich so erneuern, daß sie diese Funktion irgendwann wieder übernehmen könnte? Da habe ich große Zweifel. Geht die AFD unter, wird die Entfremdung eines erheblichen Milieus von der parlamentarischen Demokratie noch einmal deutlich zunehmen, weil man das Gefühl hat ohnehin nichts ändern zu können (if voting changed anything they would have abolished it, werden viele sagen mit einem britischen Labour-Politiker) und nicht einmal mit den eigenen Argumenten zu Wort zu kommen. – Im Herbst spätestens gibt es ein drittes Hilfspaket für Griechenland über sagen wir 40 Milliarden, 30-40 Abgeordnete der Union werden dagegen stimmen oder krank sein, aber keine einzige Partei wird sich in der Debatte dagegen aussprechen trotz der vielen skeptischen Argumente auch von volkswirtschaftlicher Seite, die auch von manchen „linken“ Wissenschaftlern geteilt werden. Demokratie sieht anders aus.

    • Im Herbst spätestens gibt es ein drittes Hilfspaket für Griechenland über sagen wir 40 Milliarden, …

      Genau auf diese Auseinandersetzung müsste sich die AfD JETZT vorbereiten, anstatt sich selbst zu zerfleischen! Eine echte Steilvorlage, die der AfD zweistellige Ergebnisse in Umfragen bringen könnte. Nur eine geeinte, zukunftsfähige AfD könnte auch zu einer interessanten, neuen politischen Heimat für den ein oder anderen CDU/CSU-Abweichler werden und Merkel massiv in Bedrängnis bringen. Die AfD muss sich der Union nicht anbiedern, sondern die CDU/CSU thematisch und strategisch vor sich hertreiben!

  9. Ich glaube nicht, dass es eine reale Chance gibt, die Flügel der AfD zusammen zu halten. Gehen wir doch mal die hier angesprochenen Möglichkeiten durch:
    1. Kompromiss: Der ist nach meiner Wahrnehmung vom liberalen Flügel doch überhaupt nicht gewollt. Warum versucht man sonst, die Partei per Mitgliederentscheid auf einen liberalen Mainstreamkurs festzunageln und so einen wirklich offenen Diskussionsprozess über ein Grundsatzprogramm, in den Alle eingebunden sind, im Keim zu ersticken? Und selbst wenn – wo soll denn die Kompromisslinie liegen? Bei praktisch Allem, was den Nationalkonservativen wichtig ist sagen die Liberalen doch reflexartig: „Mit uns nie!“ Konstruktive Kompromissvorschläge habe ich noch nicht gehört, stattdessen muss man sich oberlehrerhaft als Hinterwäldler beschimpfen lassen. Sehen wir also den Tatsachen ins Auge: Beide Flügel sind offensichtlich zu unterschiedlich, als dass sie im Weg des Kompromiss zusammenfinden könnten.
    2. Ausklammern der umstrittenen Punkte: Worauf könnte man sich denn überhaupt einigen? Im Grunde doch nur auf Ablehnung des Euros und Volksentscheide nach Schweizer Vorbild (wobei dieser Punkt von bewusstem Mitgliederentscheid auch schon verwässert wird). Das ist meines Erachtens schon für die Bundestagswahl zu dünn, bei Landtagswahlen ist damit kein Blumentopf zu gewinnen, denn auf Landesebene gibt es meines Wissens bereits überall Volksentscheide und dass über den Euro nicht im Landtag entschieden wird, dürfte auch dem schwerfälligsten Wähler klar sein. Ich glaube auch nicht, dass Ihre Idee mit den weitgehend autonomen Landesverbänden viel bringt, denn am Ende muss man sich ja dann doch irgendwie auf eine gemeinsame Marschroute einigen, zumindest wenn man in einer Bundestagsfraktion sitzen will.
    3. Das süße Gift der Macht: Das ist der Weg der CDU und wenn man den gehen will, hätte man sich die ganze Nummer sparen können.
    Mein Fazit: Es führt kein Weg an einer Entscheidung zwischen beiden Lagern vorbei und je schneller sie fällt, desto besser ist es. Es kann dann jeder die Konsequenz ziehen, die ihm angemessen erscheint. Für mich ist jedenfalls klar, dass das Kapitel AfD beendet ist, wenn sich der liberale Flügel durchsetzt. Ich sehe keinen Sinn darin noch Ressourcen in eine Partei zu investieren, die im Grunde nichts von dem, was mir wichtig ist vertritt.

    • Darf ich fragen, was Ihnen inhaltlich wichtig ist? Ich denke schon, dass die Schnittmenge größer ist als Eurokritik und direkte Demokratie (die in NRW z. B. so hohe Hürden hat, dass sie faktisch auch nicht existiert). Es gibt für Liberale tatsächlich Grenzen, insbesondere bei den Grundrechten, die unbedingt eingehalten werden müssen. Doch Sie definieren für sich doch auch Grenzen und wollen sonst austreten.

      Vielleicht sollte jede Seite ihre Hauptforderungen und ihre Grenzen definieren, um dann einen Kompromiss zu finden: Forderungen der anderen Seite, die innerhalb der eigenen Grenzen liegen, werden akzeptiert (selbst wenn man das selbst so nicht fordern würde). Forderungen, die außerhalb dieser Grenzen liegen, sind entsprechend zu modifizieren (also z. B. keine pauschale Islamkritik, sondern „nur“ am Islamismus, umgekehrt keine Befürwortung von TTIP, sondern „nur“ von Freihandel allgemein).

      • Die Differenzierung zwischen „Islam“ und „Islamismus“ ist leider sehr unscharf und entspringt dem Vokabular der Altparteien und der linkslastigen Presse. Nicht nur gewaltbereite moslemische Terroristen bedrohen unsere Freiheit, sondern auch jene, die ihnen inhaltlich den Boden bereiten. Dazu zählt sogar der Präsident des EU-Beitrittskandidaten Türkei, Recep Tayyip Erdogan, von dem folgende Aussagen stammen:

        „Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten.“

        „Es gibt keinen moderaten oder nicht-moderaten Islam. Islam ist Islam und damit hat es sich.“

        Natürlich gibt es sehr viele Moslems, die bei uns gut integrierter sind und Gewalt und Extremismus ablehnen. Aber das sind alles säkulare Leute, die ihre Religion nicht so ernst nehmen.

        Der ZDF-Terrorismus-Experte Elmar Teverssen sagte einmal sehr treffend:
        „Nicht jeder Moslem ist ein Terrorist, aber fast alle Terroristen sind Moslems“.
        Warum ist das wohl so??? Warum werden in fast allen mehrheitlich moslemischen Ländern, Anhänger anderer Religion und Atheisten benachteiligt, oft vertrieben, teilweise sogar getötet???

      • Die Differenzierung zwischen Islam und Islamismus ist eigentlich ganz einfach. Der Islam ist eine Religion. Aufgeklärte Politik sollte sich aus religiösen Fragen möglichst heraushalten, zumindest solange die Religion nicht unmittelbar politisch wird. Der Islamismus ist solch eine politische Ideologie, die sich auf den Islam beruft, diesen (wie die Islamgegner) sehr einseitig versteht und unmittelbar politisch umsetzen will. Die meisten Muslime sind keine Islamisten und die meisten Islamisten sind keine Terroristen. Es ist auch nicht wahr, dass fast alle Terroristen Moslems sind. Schließlich sind zahlreiche mehrheitlich moslemische Länder demokratisch. Nur in der arabischen Welt sind Demokratien selten.

      • „Der Islamismus ist solch eine politische Ideologie, … und unmittelbar politisch umsetzen will.“

        Das bedeutet dann, dass Herr Erdogan ein „Islamist“ ist!

        Es ist nicht zu leugnen, dass die meisten Menschen in Deutschland die Ausbreitung des Islam als Bedrohung ansehen. Mir ist klar, dass unsere Rechtsordnung eine Selektierung der Einwanderung nach kultureller Herkunft nicht zulässt, wie das Herr Gauland einmal sehr unklug gefordert hat. Aber es gibt gesetzliche und basisdemokratische Möglichkeiten, die dafür sorgen können, dass sich strenggläubige Moslems in Deutschland nicht ganz so wohl fühlen: Burka-Verbot, Kopftuch-Verbot für Beamte und öffentliche Bedienstete (in der Türkei Gesetz, von Erdogan allerdings aufgeweicht), baurechtliche und organisatorische Einschränkungen für Moscheen (Minarett-Verbot, kein Muezzin-Ruf, kein arabischer Baustil, keine ausländische Trägerschaft, …), keine Verbannung von Schweinfleisch aus Schulkantinen, Durchsetzung der Teilnahme von moslemischen Schülerinnen an verbindlichen Schulveranstaltungen (Schwimmen, Klassenfahrten, …), keine gesonderten Badezeiten für moslemische Frauen in öffentlichen Schwimmbädern, keine Aufweichung des Verbots von Verwandtenehen, keine Rücksichtnahme auf moslemische Sitten in Krankenhäusern, Altenheimen und anderen Sozialeinrichtungen, keine nach Religion getrennten Friedhöfe, …

        Auch Herr Henkel hat sich in verschiedenen TV-Talkrunden schon sehr islamkritisch geäußert, ebenso wie Alice Schwarzer, die alles andere als eine „Rechte“ ist. Sachliche Islamkritik muss auch in der AfD möglich sein!

      • Natürlich ist Herr Erdogan Islamist, bislang ein gemäßigter, der allerdings immer autoritärer wird.

        Auch sachliche Islamkritik ist in einem säkularen Staatswesen wie der Bundesrepublik Deutschland kein sinnvolles politisches Thema. Privat dürfen Sie vom Islam halten, was Sie wollen, doch die Umsetzung in offizielle AfD-Positionen wäre ein schwerer Fehler.

        Beim Kopftuchverbot hat sich die Lage durch das jüngste Bundesverfassungsgerichtsurteil geändert. Auch Herr Lucke wäre gut beraten gewesen, sich da mit Kritik zurückzuhalten, während Frau Petry das Urteil sogar erst begrüßte und dann rein opportunistisch ablehnte.

        Die folgende Passage im von Herrn Geiger angeregten Mitgliederentscheid zeigt, dass der Text entgegen der Kritik gerade nicht liberal ist und unzulässig in ein Grundrecht eingreifen will:

        Wir wenden uns entschieden gegen das demonstrative Tragen des Kopftuches im öffentlichen Dienst und in Schulen. Wer unserem Staat dient, darf grundlegende Werte unserer Gesellschaft wie die Gleichberechtigung der Frau nicht durch seine Kleidung in Frage stellen.

      • „Der Islam ist eine Religion. Aufgeklärte Politik sollte sich aus religiösen Fragen möglichst heraushalten, zumindest solange die Religion nicht unmittelbar politisch wird.“ Die Aussage ist nicht umproblematisch, weil sie unseren westlichen, „aufklärerischen“ Religionsbegriff zugrunde legt, der implizit vor allem vom Christentum geprägt ist. „Religion“ ist ein sehr unscharfer Begriff, deshalb nicht geeignet, allein zum Bestimmungsmerkmal einer Weltanschauung zu genügen.
        Der Islam ist eben nicht allein „Religion“ im Sinne eines Transzendenzbezuges, sondern ebenso eine recht konkrete Vorstellung von innerweltlicher Ordnung, die aus jeder Seite des Koran hervorgeht. Das ist an sich noch nicht problematisch, da ja auch das Christentum durchaus Vorstellungen innerweltlicher Ordnungsprinzipien hat, etwa in seiner Sozialethik.
        Gefährlich ist es aber dann, wenn solche Ordnungsvorstellungen nicht allein auf dem Wege des Überzeugens, sondern eben auch auf dem Wege von (staatlichem) Zwang und Gewalt durchzusetzen sind. Und davon zeugt leider auch der Koran ebenso wie die Geschichte.

      • Es ist genau umgekehrt. Die Trennung von Politik und Religion setzt keine aufgeklärte Religion voraus, sondern ist Ergebnis aufgeklärter Politik, die der Religion den tödlichen Stachel zieht. Das haben sich auch nicht einfach nur weltfremde Philosophen ausgedacht, sondern es wurde in blutigen Religionskriegen schmerzhaft gelernt, insbesondere dem Dreißigjährigen Krieg. Damit es funktioniert, muss es nicht jeder verstehen und akzeptieren, aber doch die wesentlichen politischen Akteure. Entsprechend ist sowohl eine islamistische als auch eine islamfeindliche Partei unaufgeklärt und verfassungsfeindlich.

      • Kopftücher haben auch hierzulande eine lange Tradition und gehören noch heute in vielen Gegenden zur ländlichen Tracht.

      • @drdominikburghardt
        „Der Islam ist eben nicht allein “Religion” im Sinne eines Transzendenzbezuges, sondern ebenso eine recht konkrete Vorstellung von innerweltlicher Ordnung, die aus jeder Seite des Koran hervorgeht…….
        Gefährlich ist es aber dann, wenn solche Ordnungsvorstellungen nicht allein auf dem Wege des Überzeugens, sondern eben auch auf dem Wege von (staatlichem) Zwang und Gewalt durchzusetzen sind. Und davon zeugt leider auch der Koran ebenso wie die Geschichte.“

        Meine volle Zustimmung! Ich finde Henry Kissingers Worte über Iran und Khomeini Revolution („World Order“, Penguin Press, New York 2014) als ein Beispiel warum wir verstehen müssen, dass islamistische Regime eine doppelte Rolle beanspruchen. Sie anerkennen nicht westliche Ordnung und wollen es durch eine göttliche Ordnung ersetzen. Gleichzeitig haben Islamisten Macht in einem modernem Iran an sich gerissen, handeln mit anderen Staaten, haben eine Armee, haben ein Sitz in UN und überall diplomatische Vertretungen. Und gleichzeitig unterstützt Iran Hizbollah, Hamas, Taliban und möglicherweise al-Qaeda.

        Wir versuchen Islamisten und Islam als Religion aus Bequemlichkeit oder sogar Angst zu trennen. Für Muslime ist es alles Teil einer Religion.

      • Für Christen war früher auch „alles Teil einer Religion“ bzw. der einen wahren Religion, des Christentums. Man kann durchaus argumentieren, dass die meisten heutigen Christen, insbesondere in Europa, gar nicht mehr wirklich religiös sind. In anderen Ländern gibt es dagegen fundamentalistische Christen, die in ihrer wörtlich-naiven Bibelauslegung den Islamisten und Islamfeinden hinsichtlich ihres Koranverständnisses nicht nachstehen.

        Die Trennung von Islamismus und Islam erfolgt nicht „aus Bequemlichkeit oder sogar Angst“, sondern ist Folge der Aufklärung. Die Alternative sind Religionskriege, wie sie die Islamisten tatsächlich führen wollen. Wir sollten uns dem verweigern.

      • Prof. Dilger
        Sie sagen es stimmt nicht, dass fast alle Terroristen Muslime sind. Ob das richtig ist? Auf jeden Fall habe ich noch nicht gehört, dass es Selbstmordattentäter gab die keine Muslime waren! Unter Tamilen (Tamil Tigers) gibt es auch Muslime.

      • Die meisten Terroristen in der Bundesrepublik Deutschland waren und sind Linksextremisten, gefolgt von Rechtsextremisten, während ein befürchteter islamistischer Anschlag zum Glück immer noch nicht stattgefunden hat.

        90 % der Tamilen sind Hinduisten. Die japanischen Kamikazeflüge waren eine Form von Selbstmordanschlägen. Diese inspirierten die Palästinenser zu ihren Selbstmordattentaten, die zwar von Muslimen begangen wurden, aber nicht religiös motiviert waren. Die islamistischen Anschläge kamen erst später, was zeigt, dass sie nichts mit dem Koran zu tun haben, sondern eine sehr aktuelle Entwicklung sind.

      • Prof. Dilger.
        Vielleicht habe ich mich missverständlich artikuliert.
        Aus moslemische Sicht ist eine Aufklärung in punco Islamisten und Islam kein Thema, weder erforderlich noch gewünscht. Für Gläubige bleibt es eine Einheit, ob in Iran oder Deutschland.

        Ich befürchte, es ist ein Wahrheit die wir, so aufgeklärt wie wir sonst sind, nicht uns gestehen wollen, aus Angst unsere ganze beschwichtigende Argumentation überdenken zu müssen.

      • Bei 1,6 Milliarden Moslems gibt es doch nicht nur eine moslemische Sicht. Außerdem bin ich kein Moslem und interessiere mich mehr für die politische Ausrichtung der AfD, die möglichst aufgeklärt und vor allem verfassungskonform sein sollte. Wir dürfen Islamisten keine Straftaten durchgehen lassen, doch gesetzestreue Moslems sind zu akzeptieren, was auch immer wir persönlich vom Islam halten mögen.

        Wenn wir nicht in Deutschland, sondern z. B. in Syrien leben würden, wäre die Lage eine andere. Aber gerade dort kommt man mit Islamfeindschaft überhaupt nicht weiter, sondern nur mit einer klaren Differenzierung, wer sich (besonders) böse verhält unabhängig von seinem Glaubensbekenntnis.

      • Kriminalität gibt es doch in jeder Religion. Das ist keine Glaubensfrage. Viele Deutsche schreiben wahrscheinlich die Mitglieder rumänischer Panzerknackerbanden, Hütchenspieler vom Balkan oder den Einbruchs- und Autodiebstahl-Tourismus aus Osteuropa auch dem Islam zu. Dabei sind gerade diese finsteren Zeitgenossen fast immer Christen.

      • Prof. Dilger

        Ich glaube, dass Selbstmordanschläge durch Islamisten die Wurzeln geschichtlich in religiösem Islam haben. Bund der Assassinen ist auch ein Teil der gesellschaftlicher Tradition der islamischen Staaten. Interessanter Artikel:

        http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/interview-selbstmordanschlaege-das-leben-als-waffe-159649.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

        Wer sollen nicht übersehen, dass es viele gegensätzliche Fatwas gibt re. Selbstmordanschläge. Mit anderen Worten die Attentäter sind nicht nur als Kriminelle zu beschreiben. Solche Taten haben ein Bezug zu Religion. Islam liefert die Rechtfertigung für solche Taten, wenn nicht schon die Motivation.

      • Die Assassinen gehörten einer ganz kleinen Sekte an, die vor allem Sunniten ermordete. Es ist bis heute so, dass gewalttätige Islamisten größtenteils andere Muslime umbringen. Dabei ist zwischen Selbstmordanschlägen auf Zivilisten und besonders tollkühnem Verhalten in der Schlacht zu unterscheiden. Erstere widersprechen dem Koran, letzteres entspringt der fatalistischen Überzeugung, dass das Schicksal ohnehin schon feststehen würde.

    • @ Jochen L.

      Aus meiner Sich repräsentiert der besagte Mitgliederentscheid gerade nicht den liberalen Teil der Mitglieder der AfD, sondern wird insbesondere von der Gruppe um Herrn Lucke unterstützt, die man getrost als konservativ bezeichnen kann.

      • @Fr. Schlegel
        Es besteht gar kein Grund zu zweifeln, Mitgliederentscheid wird auch von liberal orientierten Mitglieder getragen. Mitgliederentscheid ist erforderlich um sich gegen Erfurter- Resolution und s.g. „Bürgerlichen-Gruppen“ abzugrenzen.

  10. Meiner Meinung nach sind die Personaldebatten, die Flügeldiskrepanzen und der Opportunismus dadurch entstanden, weil wir von Anfang an keinen politischen Rahmen hatten, und bis heute auch noch keinen haben. Mit einem Parteiprogramm hätten wir eine frei schwebende Meinungsvielfalt leicht kanalisieren können. So vermischten sich Opportunisten und Karierristen mit oft ungenau definierten Sachthemen, die zu einem Gemenge anwuchs, welche sich täglich änderte. Wie kann man das jetzt heilen? Eine Möglichkeit wäre, keinen Landessprecher mehr in den Bundesvorstand zu wählen. Damit fällt ein großer Teil des Konkurenzdruckes weg. Zum jetzigen Zeitpunkt sollte man den Bundesvorstand nur für ein Jahr wählen,statt zwei, damit Raum für Korrekturen bleibt. Das gleiche gilt für den Generalsekretär. Dann sollte man nach Kassel unverzüglich damit beginnen, dem Volk Einblick zu geben in der Bearbeitung des Parteiprogrammes mit der Verabschiedung im November. Mit diesem Paket bekäme die AfD wieder eine Chance.

    • Ich fürchte, dass vor allem Landessprecher in den Bundesvorstand drängen werden. Diese machen dort jetzt schon die größten Probleme. Eine zweijährige Amtszeit ist bei einer so jungen Partei auch viel zu lang. Dabei dehnt der aktuelle Vorstand seine Amtszeit noch aus, denn die zwei Jahre sind bereits um.

    • Was Sie beschreiben, lieber Herr Krebs, ist im Grunde nichts weiter als die Unterscheidung zwischen Mitgliedern, die tatsächlich eine Veränderung der Politik wollen (z.B. Sie und ich) und unseren Parteikarrieristen, die die AfD nur als Taxi in die Parlamente oder in eine Koalition mit der CDU benutzen wollen (und dazu zähle ich u.a. sowohl Herrn Lucke als auch Frau Petry).

  11. Herr Jochen L. die Konflikte sind doch nur teilweise ideologisch. Die Spannungen zwischen Adam und Henkel haben eine sehr starke persönliche Komponente und Herr Pretzell hat m. E. generell keine sehr klare Position sondern will mit der Politik geld verdienen, ein „Rechter“ im klassischen Sinne ist er eher nicht. usw, und so fort. Hardliner sind vor allem Höcke und Gauland , Petry und Lucke könnten inhaltlich durchaus Kompromisse finden, allerdings müßte Petry sich dann vielleicht stärker von der Patriot. Plattform distanzieren. Die Leute hassen sich einfach auch persönlich. Gut mir hat mal ein Grüner gesagt befreundet könne er nur sein mit Leuten aus anderen Parteien, das seien keine Rivalen, ist also nicht so ungewöhnlich aber hier ist es extrem und paßt auch nicht zu dem Anspruch eine gesittete bürgerliche Partei zu sein.

    • „… will mit der Politik Geld verdienen“

      Henkel lag und liegt mit vielem völlig daneben, aber mit seiner Verortung sehr vieler Goldgräber und Karrieristen in der AfD, die vor allem nach einem (für ihre bisherigen Verhältnisse) lukrativen Mandat oder bezahltem Parteiamt streben, hat er völlig recht. Übrigens nehme ich solche Leute vor allem auf den Flügeln war, dem marktradikalen (die betreffenden selbst würden sich eher als wirtschaftsliberal bezeichnen) sowie dem nationalkonservativen. Die meisten Vertreter der bürgerlichen Mitte dagegen schauen sich dieses Hauen und Stechen eher fassungslos an.

  12. Die Vorgänge im Saarland zeigen doch wieder, dass ein aufeinander zu gehen der verschiedenen Flügel immer unwahrscheinlicher wird. Viele liberal-konservative Mitglieder sind zurückgetreten oder habe sogar die Partei verlassen wie zum Beispiel der ehemalige Landesvorsitzende Herr Trampert. Dazu wurde noch beim Schiedsgericht Beschwerde wegen Unregelmäßigkeiten beim Parteitag eingereicht. Die AfD schreitet Wohl oder Übel auf eine Richtungsentscheidung zu. Was sich bis jetzt vielleicht noch auf regionaler Ebene abspielt könnte der Gesamtpartei im Juni drohen.

    http://www.igb.info/nachrichten/pressemitteilung-und-ruecktrittserklaerungen-nach-parteitag-der-afd-1166284

    • Immer gleich mit Rücktritt und Austritt (unter Mandatsmitnahme) zu reagieren, zeugt aber auch nicht gerade von der Bereitschaft, demokratisch wechselnde Mehrheiten zu zu akzeptieren.

      Statt auszutreten sollten sich die Parteifreunde lieber daran machen, ihrerseits Überzeugungsarbeit zu leisten, neue Mitglieder zu gewinnen und künftig eigene Mehrheiten zu organisieren.

      Alles andere ist unglaubwürdig und lächerlich.

  13. @ Schlegel

    ich gebe Ihnen Recht, wenn Sie die Leistungen der Frau Petry positiv bewerten. Dennoch ist es in unserer Gesellschaft nunmal so, dass Personen nach ihrem Werdegang und ihrem tatsächlichen Leben eingeordnet werden.

    Sie erleben es hier in vielen Dialogen zwischen Herrn Dilger und mir exemplarisch. Prof.Dilger verfügt über ein tiefes fundiertes Wissen, dass ich als Kaufmann nunmal nicht habe. Sicherlich haben wir unterschiedliche Lebenserfahrungen. Trotzdem würden politische Dialoge ausserhalb einer Partei, oder ausserhalb eines Blog nicht stattfinden. Dies schon aus den unterschiedlichen Lebensfeldern.

    Hinzu kommt, dass ich mehr Wissen bei Akademikern erwrte und entsprechend gehämt gegen Argumentationen formuliere.

    Wenn man dann jedoch genau diesen Wissensvorsprung ignoriert oder als unbedeutend hinstellt, eigene (falsche?) Meinungen unbelehrbar als ausschliesslich richtig umgesetzt haben will, kommt es zu Konflikten.

    Diesen Sachverhalt beobachte ich zwischen AfD Anhängern unterschiedlicher Bildungsgrade.

    Schauen Sie, Henkel hat nie eine Organistion oder Betrieb aufgebaut. Er wurde an Spitzen von funktionierenden Orgnisationen oder Betriebe gesetzt. Entsprechend dürfte sein Wissen für den Aufbau einer Partei minimal sein.

    Entsprechend dieser Grundmeinung zu Lebensbiographien von Personen möchte ich meinen von Ihnen kritisch gesehenen Beitrag verstanden wissen.

    • @pavdm

      Sie schrieben:

      „Schauen Sie, Henkel hat nie eine Organistion oder Betrieb aufgebaut. Er wurde an Spitzen von funktionierenden Orgnisationen oder Betriebe gesetzt. Entsprechend dürfte sein Wissen für den Aufbau einer Partei minimal sein“.

      Diese Betrachtung halte ich in jedem Fall für zutreffend und gleichsam ursächlich für Henkels mangelnde Teamfähigkeit.

      Das ZDF-Interview vom 3. Mai 2015 ist genau genommen ein Fall für das Schiedsgericht. Ich gehe aber davon aus, dass die vernünftigen Mitglieder in allen Landesverbänden, die den eigentlichen Schaden davontragen, auch diese Kröte schlucken und ruhig bleiben werden. Dies in der Hoffnung, dass die Vertreter der von Henkel pauschal diffamierten Landesverbände, die sich berechtigterweise empören könnten, diese weitere gewollte Provokation Henkels ebenfalls ignorieren, um weiteren Flurschaden von der AfD abzuwenden.

      Die Zahl derjenigen in meinem persönlichen Bekanntenkreis, die Henkel eher als Zumutung denn als nützlich für die AfD ansehen, ist mit diesem Interview jedenfalls sprunghaft gestiegen. Ich meine sogar festgestellt zu haben, dass die Bewertung der Person Henkel deutlich ins negative gekippt ist. Und daran haben die von Henkel imaginierten „Rechtsideologen“ in der Partei sicher keinen Anteil.

      Henkel inszeniert hier mit dem Mittel der maximalen Parteischädigung lediglich seine reumütige Rückkehr in den Kreis der Etablierten.

      Leidtragend sind die Bremer Parteifreunde, die um die Früchte ihres ansonsten gut geführten Wahlkampfs gebracht werden.

      • In der AfD mag Ihre Beobachtung für viele Mitglieder zutreffen, außerhalb derselben wird der Rücktritt von Herrn Henkel als großer Verlust empfunden. Das macht den Zeitpunkt kurz vor der Bremenwahl umso unglücklicher. Jedenfalls fehlt der AfD jetzt ein prominentes und liberales Aushängeschild.

    • Nein, Herr Henkel hat wahrscheinlich kein Betrieb von 0 aufgebaut? Aber jeder Manager hat die Aufgabe die bestehende Organisation weiterzuentwickeln, zu optimieren und besonders bessere und neue Lösungen zu finden. Gleichzusetzen mir Gründung eines neuen Betriebes. Und wundern Sie sich nicht, es funktioniert.

      Zu implizieren , Herrn Henkel fehlt Kompetenz oder Erfahrung ist dummes Zeug. Und so wird AfD eine tragikomische Partei, wo schon „Grundschullehrer“ alles besser wissen! Wir sehen es bei TTIP oder Fracking. Ich habe bisher keine sachliche Argumente gelesen, ich behaupte die Gegner kann man nicht mit Fachwissen überzeugen. Also es ist eine Indoktrination und ideologischer Kampf!

    • Das ist doch in jedem Land von Portugal bis Finnland so, dass Unternehmer ( vom Lokalbesitzer, Baumeister bis zu, mittelständischen Autoteilzulieferer usw ) nicht „Professor oder Professorin“ respektieren, sondern Menschen die im harten, kalten Wind der Privatwirtschaft gearbeitet haben oder möglicherweis auch gescheitert sind, wie diese herzige Petry.

      Glaubt ihr Piefkes eigentlich wirklich, man bewundert wen, der in der warmen windgeschützten Studierstube sitzt, mit Rückkehrrecht als Beamter, wenn er ihn die Politik scheitert..

      • Echte Unternehmer begreifen meistens nicht, dass Politik anders funktioniert als ein kommerzielles Unternehmen. Am ehesten ist eine politische Partei noch mit einer Genossenschaft vergleichbar, bei der die Mitarbeiter oder sogar die Kunden die Eigentümer sind, weshalb autoritäres Durchgreifen von oben nicht so leicht möglich ist. Ob Professoren das immer begreifen, ist eine ganz andere Frage.

  14. Doppelspitze Lucke/Petry oder Petry/Lucke.
    Das wäre es.

    Den ganzen Resolutionen-Irrsinn schleunigst beenden bitte.

    A propos Andreas Kemper:

    Getoppt nur von Henkel

    • In der AfD kann Niemand singen oder auch nur locker auftreten.

      Diese Ilse Benkö ( von der habe ich auch noch nie gehört, obwohl die schon seit 15 Jahren FPÖ-Landtagsabgeordente ist ,trumpft auf die will 20 Jahre schaffen).

      Es ist halt immer relativ der Musikwahlkampf von der FPÖ, der in Ö gern gemacht wird, Nur mit Leder-Klometten schaut ja wie eine „Puffi-Mutti“ aus. Das Lied ist in Ordnung, nicht jeder Hamburger wird den Text verstehen.

    • @AfD Freund:

      Immerhin taxiert Herr Kemper Frauke Petry richtig … (Politik als opportunistisches Karrieremodell)

  15. Herr Dilger, Ihre Aussagen sind schon richtig, nur wäre es nicht Aufgabe der Parteien zu erklären wie Politik funktioniert?

    xxxx Echte Unternehmer begreifen meistens nicht, dass Politik anders funktioniert als ein kommerzielles Unternehmen.xxxx

    Was ist ein Echter Unternehmer ? Eine Partei müße im Stil von Franchise Unternehmen geführt werden. Damit kennen sich Unternehmer schon aus. Jede Gliederung einer Partei ist eine Franchise Filiale.

    xxx Am ehesten ist eine politische Partei noch mit einer Genossenschaft vergleichbar, bei der die Mitarbeiter oder sogar die Kunden die Eigentümer sind xxx
    und EDEKA funktioniert,
    xxx weshalb autoritäres Durchgreifen von oben nicht so leicht möglich ist.xxxx

    Das ist nicht wahr, siehe EDEKA und andere Genossenschaften.

    xxxx Ob Professoren das immer begreifen, ist eine ganz andere Frage.xxx

    Ja, ehr weniger, da Prof. ehr theoretische Wissende sind, dann auch meist in Teilgebieten.

    Menschenkenntnis und Mitarbeiterführung dürften bei Prof. nicht so gefragt sein, wie bei Unternehmern.
    Noch weniger dürften Prof. regelmäßig Kontakt zu prekären Lebensbiographien haben, was ich bei Henkel auch ausschliesse.Selbst wenn mal Blender im Geschäft auftauchen, sind sie meist allein und nicht mit vielen Unterstützern, die Mehrheitsverhältnisse kippen können.

    Auch Sie Herr Dilger sind sicherlich bedacht, in Ihrem gesellschaftlichen Umfeld nicht an Reputation zu verlieren durch den Kontakt mit verurteilten Krimminellen oder Rotlicht, oder ähnlichen Biographien. Ja auch NPD Anhänger dürften Sie meiden.

    Wir haben eine Gesellschaft, die eben auch Dumme, Ganoven, Extremisten und psychisch Auffällige frei agieren läßt. In Parteien finden sich alle wieder, ob einer politischen Meinung.

    Es ist also wichtig, sorgfältig Mitglieder die Funktionen anstreben, zu hinterfragen. Da die AfD sehr schnell groß wurde an Mitgliedern, ist dies nicht geschehen, mit den heute zu beklagenden Folgen.

    Was spricht eigentlich dagegen, solche Irrläufer wie im Saarland einfach aus der Partei zu entfernen. Mitgliedsrechte aberkennen. PUNKT. Soll er doch die Schiedsgerichte anrufen. Sollte er Recht bekommen, ignorieren und den zivilen Klageweg abwarten. Raus aus der Partei mit Wirren.

    Als Unternehmer mache ich es auch so.Fristlos raus. Selbst wenn ich irgendwann nach Jahren verurteilt werde, kostet es maximal Geld, aber nie mehr habe ich den Störer im Betrieb.

    Ich fand das z.B. in Hamburg genial, wie man Jens Eckleben mal eben die facebook Recht nahm.
    Zeichen setzen, Linien aufzeigen ist wichtig. Auch der Vorgang mit Festerling und anderen.

    Die Schiedsgerichte könnte viel Arbeit bekommen, na und ? Muß man die Urteile umsetzen ? Nö, man kann.

    Ich würde diese Querulanten im § Dschungel der Gesetze totlaufen lassen.

    • Wie soll eine seriöse Partei mit prekären Lebensverhältnissen umgehen? Hier scheinen viele die Auffassung zu haben, dass die Betreffenden nichts dafür können, was stimmen mag oder auch nicht, und dass diese Verhältnisse ohnehin politisch irrelevant seien. Das sehe ich anders. Eine bürgerliche Partei darf Pleitiers, Ex-Kriminelle und andere im bürgerlichen Leben Gescheiterte nicht in höhere Positionen lassen, schon gar nicht in großer Zahl.

      Ein Parteiausschluss ist nicht so einfach und bedarf immer eines Schiedsgerichtsurteils. Im Bundesvorstand fehlt jetzt außerdem die nötige Zweidrittelmehrheit, um ein Ausschluss- oder Amtsenthebungsverfahren einzuleiten. Warum Herr Lucke sie zuvor nicht gegen Herrn Pretzell genutzt hat, finde ich schwer nachvollziehbar. Gerade die rechten Mitglieder würden einen harten Kurs eher respektieren als einen unentschlossenen.

      • Herr Lucke und Frau Petry scharen offenbar sehr gerne Personen mit suspekter Vita um sich. Der neue Team-Leiter „Social Media“ in der Bundesgeschäftsstelle (Nachfolger der nicht minder illustren Eva Kahlmann, die Lucke bekanntlich gleich mit nach Brüssel bzw. Straßburg beordert hat) ist auch so eine schillernde Figur:
        http://www.focus.de/community/user/ralf-herzog_id_50680.html (bitte beim Scrollen bis ganz nach unten lesen)

        Bitte endlich aufwachen!

      • Das hilft nur individuell, nicht der Partei. Allerdings werde ich, wenn im Juni die Dummen zusammen mit den Opportunisten und Radikalen obsiegen sollten, den 7. Tipp der 2. Methode beherzigen: „Entferne dich, wann immer du kannst.“

      • @Alexander Dilger:
        Apropos „… wenn im Juni die Dummen zusammen mit den Opportunisten …“

        Hier der jüngste geistige Erguss des amtierenden Bayerischen Landesvorstands (ich weiß gar nicht, wohin ich vor Fremdschämen versinken soll):

        „Sehr geehrte Mitglieder des Bundesvorstandes,

        mit zunehmender Wut und Entsetzen betrachten viele unserer Mitglieder das derzeitige Hauen und Stechen im Bundesvorstand und Vorgänge wie die um Pretzell oder Höcke bzw. die Inflation der Resolutionen. Die daraus resultierende katastrophale Außenwirkung haben die Tausenden enthusiastisch in den vergangenen Wahlkämpfen engagierten Mitglieder nicht verdient. Diese Mitglieder haben einen großen Teil dazu beigetragen, dass wir alle in hohen und verantwortungsvollen Positionen sind bzw. sogar wichtige Mandate wahrnehmen.

        Ein engagierter bayerischer KV hat nun den bayerischen Landesvorstand aufgefordert, Sie alle noch einmal deutlich zur Mäßigung, zur Kompromissbereitschaft und zur Kooperation zum Wohle der Partei und unserer Ziele aufzurufen. Dieser Aufruf fand quer durch alle Regionen Bayerns eine durchweg positive und unterstützende Resonanz. Das Schreiben erhalten Sie im Anhang.

        Sehr geehrte Damen und Herren,

        in Bremen hat der von Ihnen vorgelegte Kompromissvorschlag zur Führung der Partei eine überwältigende Mehrheit der vielen anwesenden Mitglieder bekommen. Dies ist eine Ehre aber auch gleichzeitig eine Verpflichtung. Eine Verpflichtung, die insbesondere in einer konstruktiven (!) Zusammenarbeit unserer beiden unverzichtbaren Führungspersonen umzusetzen ist. Hier sind Sie, Herr Prof. Lucke und Frau Dr. Petry, in der Pflicht.

        Eine andere Option für die erfolgreiche Führung unserer Partei ist derzeit nicht denkbar.

        Der Augsburger Aufruf zielt aber in erster Linie – zumindest verstehen wir das so – auf die derzeit grauselige Außendarstellung der Partei. Diese wird von Protagonisten verschiedenster Seiten immer weiter in der Öffentlichkeit beschädigt. Es haben sich viel zu viele Mitglieder stark finanziell, zeitlich und emotional engagiert, die mit diesem Treiben so dermaßen vor den Kopf gestoßen werden, dass dies nicht mehr länger hinnehmbar ist.

        Liebe Kolleginnen und Kollegen,

        zeigen Sie jetzt, was in Ihnen als Persönlichkeit steckt. Stellen Sie der Öffentlichkeit das designierte Führungsduo vor und präsentieren Sie die AfD wieder über Themen. Die Themen hängen doch wie reife Trauben über unseren Köpfen. Wir müssen nur noch zugreifen!

        Mit freundlichen Grüßen
        Landesvorstand Bayern“

  16. Ach der Andreas Kemper, immer wieder lustig seine Sicht der Dinge. Herr Dilger hat der nicht in Münster studiert ? Glaube Pädagogik oder so und kümmerte sich um benachteiligte Arbeiterkinder mit anarchistischen Vorschlägen ?

    Herr Dilger, wie ist der Stand der Dinge zu dem Thema:

    Uni Münster erkennt keine Arbeiterkinder
    http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=in&dig=2012%2F10%2F04%2Fa0094&cHash=979fa3359964b749371cb40fdc49f25c

    Zumindest liefert Kemper immer wieder lustige Gedanken.

  17. Ich sage mal etwa Unkorrektes: angesichts der umfassenden Frauenquoten ist es irgendwie schon ein Skandal dass es keine Quote für Arbeiter- und Bauernkinder gibt, hat doch eigentlich vor 89 im Ostern ganz gut funktioniert, oder nicht? Kemper sollte man versuchen dass bei den Grünen durchzusetzen, wird allerdings bei dieser Partei der „hysterischen Mittelschicht“ (Güldner) auf Granit beißen. Schade eigentlich.

  18. In NRW scheint es ja bei der AfD sehr nahe rechtsidologische Kontakte zu geben. Ist Heumann noch in der AfD NRW ?

    DÜGIDA – AfD Mitglied Alexander Heumann organisiert Demo in Düsseldorf gegen die “Islamisierung des Abendlandes”
    http://www.ruhrbarone.de/duegida-afd-mitglied-alexander-heumann-organisiert-demo-in-duesseldorf-gegen-die-islamisierung-des-abendlandes/96328

    Heumann betreibt auch den Blog
    http://www.heumanns-brille.de/lucke-in-neuss/

    mit einem Gastbeitrag des Björn Clement. Clement ist der Anwalt von Pastörs (NPD) M-V und als ehemaliger REP BuVo schon sehr weit rechts aufgefallen.

    Gastbeitrag von RA Dr. Björn Clemens, Düsseldorf über den Besuch von Lucke in Neuss mit diesem Hintergrund wissen zu lesen ist schon spannend. Ebenso sein facebook
    https://www.facebook.com/alexander.heumann.90

    Sollen nun in NRW doch noch mehr Lucke Gegner gefunden werden ?

    • Herr Heumann ist noch Mitglied der AfD und leitet die Patriotische Plattform in NRW.

      Bei manchen Leuten ist es besser, wenn man von ihnen nicht gelobt, sondern kritisiert wird.

      Es ist zu befürchten, dass in NRW nur Lucke-Gegner zu Bundesparteitagsdelegierten gewählt werden, wodurch dann die Bundespartei kippt. Die Landespartei ist bereits gekippt, wobei ich vermuten würde, dass die Mehrheit der Mitglieder das gar nicht wollte.

      • Die Frage ist doch nicht wirklich „Lucke oder Petry?“.
        Frauke Petry ist ohnehin Luckes Geschöpf.

        Die jetzt inszenierte Show dient einzig dazu, keine neuen, vielleicht wirklich an inhaltlicher politischer Positionierung der AfD interessierte Kandidaten nach oben kommen zu lassen. Also gibt man dem Parteivolk eine Show, um es abzulenken. Leider fallen fast alle Mitglieder darauf herein.

      • Zumindest wäre Frau Petry ohne Herrn Lucke keine hochdotierte Politikerin, sondern nur insolvent. Doch Dankbarkeit ist keine politische Kategorie. Jetzt scheint sie ihn tatsächlich stürzen zu wollen, auch wenn das am Ende zum Untergang der AfD führt. Jedenfalls ist das ein echter Machtkampf und kein reines Ablenkungsmanöver. Wenn jetzt ein sehr guter unbekannter Kandidat auftauchen würde, hätte er bessere Chancen als zuvor, weil die meisten den Streit leid sind, der alle Beteiligten beschädigt hat.

      • Herr Dilger, ehrliche Meinung von mir…gehen Sie raus aus der AfD, der Reputationsschaden wird immer größer. Wie kann man solche Leute in einer „bürgerlichen Alternative“ präsentieren. und auch noch von Gästen NPD/DVU Gedankengut vortragen lassen ?

      • Jetzt kann ich auch noch bis Juni warten. Allerdings fürchte ich, dass die AfD dann wirklich nicht mehr tragbar sein wird für seriöse Bürger.

      • Ist ist ein Dilemma, dass für alle bürgerlichen Personen eine politische Alternative wegfallen wird. Ich hoffe, dass etwas vom Grundgedanken der AfD übrig bleibt, vielleicht auch in Form einer neuen politischen Partei, in der dann alle vernünftigen sachorientierten Mitglieder an einem Strang ziehen. Sonst kann man bei den nächsten Wahlen wieder nicht aus Überzeugung eine Partei wählen.

  19. Etwas verspätet möchte ich auf Ihre Frage, was mir inhaltlich wichtig ist, eingehen. Da mir einerseits im Moment die Zeit fehlt einen längeren Traktat zu schreiben und das andererseits auch hier den Rahmen sprengen würde, möchte ich hier nur mal ein paar Punkte aufzählen:
    Deutschland ist das Land der Deutschen und soll das auch bleiben. Das heißt nicht, dass ich grundsätzlich gegen Einwanderung bin, sie muss aber unbedingt auf das nötige und verkraftbare Maß beschränkt werden und es muss auch sichergestellt sein, dass diejenigen, die dann kommen, willens und fähig sind, sich hier zu integrieren. Es muss den Einwanderern ganz unmissverständlich gesagt werden, dass es unsere Gesellschaft ist, in die sie kommen und dass sie nicht erwarten können, dass wir aus Rücksicht unsere Lebensgewohnheiten ändern oder unsere Traditionen aufgeben und dass sie sich hier in die deutsche Leitkultur integrieren müssen. Noch ein paar konkrete Forderungen dazu:
    – Ius Sanguinis mit der Möglichkeit der Einbürgerung für erfolgreich integrierte Einwanderer; keine Einbürgerung von Mitgliedern extremistischer Organisationen und Kriminellen
    – klipp und klares Nein zur doppelten Staatsbürgerschaft
    – erweiterte Möglichkeiten zur Abschiebung Krimineller, Extremisten und Integrationsverweigerer, die dann auch konsequent angewendet werden müssen.
    – Unterstützung der freiwilligen Ausreise arbeitsloser Einwanderer
    – keine Endlosduldung sondern konsequente Abschiebung endgültig abgelehnter Asylbewerber, Asylanten müssen zurückkehren, wenn sich die Situation im Herkunftsland normalisiert hat
    Familie basierend auf der Verbindung zwischen Mann und Frau war und ist die Keimzelle der Gesellschaft, da sie die Generationenfolge durch die Weitergabe des Lebens sichert und eine unverzichtbare Institution für die Vermittlung von Bildung, Kultur, Werten und Orientierungen, deshalb muss sie im Rahmen einer aktiven Bevölkerungspolitik durch den Staat vorrangig gefördert werden.
    -Leitbild 3-Kind-Familie
    -Erhalt und Ausbau des Betreuungsgeldes
    -Erziehungsrecht der Eltern muss geachtet werden, Zurückdrängung der Rolle des Staates in der Erziehung
    -Kampf gegen die Gender-Ideologie
    -keine weitere Aufwertung der eingetragenen Lebenspartnerschaften
    Europa soll ein Kooperationsverbund souveräner Staaten sein. Die EU in ihrer gegenwärtigen Form kann kein Zukunftsmodell sein, eine Reform ist notwendig („Mehr Nation, weniger Brüssel.“), gelingt das nicht, darf der EU-Austritt zumindest kein Tabu sein.
    Das sind kurz gefasst meine wichtigsten Punkte. Die Bereiche Euro- und Wirtschaftspolitik spare ich mir, da dort der Dissens am geringsten sein dürfte.

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