Gauck knickt bei griechischen Forderungen ein

Eigentlich soll man das Staatsoberhaupt nicht kritisieren, doch manchmal äußert Herr Gauck Sachen, die seinem Amt und der damit verbundenen Verantwortung einfach nicht angemessen sind. Herr „Gauck regt Wiedergutmachung für Kriegsverbrechen in Griechenland an“, ist ein Beispiel dafür:

[Es] regte der Bundespräsident eine Wiedergutmachung für die Kriegsverbrechen an, die die Deutschen in Griechenland begangen haben. „Wir sind ja nicht nur die, die wir heute sind, sondern auch die Nachfahren derer, die im Zweiten Weltkrieg eine Spur der Verwüstung in Europa gelegt haben – unter anderem in Griechenland, worüber wir beschämend lange wenig wussten“, sagte Gauck. „Es ist richtig, wenn ein geschichtsbewusstes Land wie unseres auslotet, welche Möglichkeiten von Wiedergutmachung es geben könnte.“

Herr Gauck sollte nicht von sich auf andere schließen, was das mangelnde Wissen um die nationalsozialistischen Verbrechen anbelangt. Vor allem übersieht er jetzt die noch viel größeren Verbrechen in anderen Ländern. Warum sollen ausgerechnet die heutigen Griechen dreistellige Milliardenbeträge (siehe Griechische Reparationsforderungen: Die 280-Milliarden-Euro-Frage“) für eine ohnehin nicht mögliche „Wiedergutmachung“ erhalten, aber nicht die Russen, Polen und andere Osteuropäer, deren Vorfahren noch viel mehr leiden mussten?

Als Bundespräsident vertrete er zwar keine andere Rechtsauffassung als die Bundesregierung, die Reparationszahlungen ablehnt. Dennoch verfolge er mit Interesse „die Diskussion über unterschiedliche Vorschläge, dem Bedürfnis vieler Griechen nach einer Art Wiedergutmachung gerecht zu werden.“ Er wünsche sich allerdings auch, „dass die griechische Regierung hier etwas verbindlicher aufträte, als sie es bisweilen tut.“

Möchte Herr Gauck noch verbindlichere Forderungen von griechischer Seite? Dabei handelt es sich doch offensichtlich um eine frivole Verquickung der aktuellen griechischen Probleme im Euro mit historischen Verbrechen. Politisch und moralisch ist das in dieser Form abzulehnen, während rechtlich ohnehin keine Ansprüche mehr gegen Deutschland bestehen. Dass sich Herr Gauck darauf einlässt, schadet nicht nur Deutschland und den heutigen Deutschen, denen er als Bundespräsident besonders verpflichtet sein müsste, sondern auch den Beziehungen zu Griechenland und allen übrigen Ländern, deren moralischer Anspruch viel größer wäre.

45 Gedanken zu „Gauck knickt bei griechischen Forderungen ein

  1. BP Gauck ist n i c h t unser Präsident. In Indien lädt er beim Staatsbesuch Studenten nach Deutschland ein “ …… kommt zu uns, haben Platz, alternde Gesellschaft, haben Arbeit … “ und permanent mahnt er eine “ Willkommenskultur “ an.

    Immer aus seinem klimatisierten schönen Schloss Bellevue in Berlin – meiner Heimatstadt – mit einer ihn liebenden Frau – oder darf man sagen Geliebten ? – einer gesicherten Position ohne Sorgen – finanziell – um die Zukunft, umhegt, beobachtet vom med. und Dienstpersonal .

    Nun also nach den großzügigen Hilfen für alle Asylanten, Geknechteten und Entrechteten der Welt, für x – fache Wiedergutmachung in hundertfacher Milliardenhöhe , es waren Billionen an DM und €, Reparationen an von Nazi – Verbrechen betroffene Staaten, an sogen. Sklavenarbeiter, an den jüdischen Staat Israel etc.etc. – Aufforderung des BP Gauck an Deutschlands hart arbeitende Steuerzahler – und n u r die betrifft es – Griechenlands Forderungen auf f i n a n z i e l l e Wiedergutmachung für Kriegsverbrechen vor mehr als 70 Jahren in gebührender Form – alles zahlen was gefordert wird – möglichst schnell nachzukommen.

    Dabei frech und kaltschnäuzig – bei der gegebenen Verschuldungslage/Höhe – weglassend dass Deutschland mit mindest 85 Milliarden € Verlust für Haftungen und gezahlte Darlehen / Kredite rechnen muss.

    Es trifft Deutschlands heutige arbeitende Generation und Rentner, Nachfahren von Deutschen die auch Kriegsverbrechen begangen haben, heute abgezockt durch kalte Progression, durch den immerwährenden Soli, steigende Abgaben, sinkende Renten und Perspektiven die für Junge alles anderes als rosig ist, mag auch aktuell der Laden brummen.

    Geht jetzt ein Ruck durch Deutschland vs. Gauck, seine salbenden Sätze die so noch nie – ausser im Gottesdienst – gesprochen wurden ?

    Nicht anzunehmen bei der Demutshaltung der GroKo, Linke, Rote, Grüne, eh allzeit bereit das von Leistungsträgern erarbeitete Steuergeld für Wohltaten auszuschütten.

    Es betrifft ja nicht die eigene Pension, die müssen von den Arbeitnehmern, Selbständigen aufgebracht werden.

    Es i s t zum Verzweifeln, womit haben wir das verdient ?

  2. Herrn Gauck soll sich besser als Aussenpolitiker nicht versuchen. Dieser Art von Amoklauf , vielleicht in Kombination mit einer schwachen Kanzlerin , kann zu unübersehbaren Folgen führen.
    Umarmungen durch afrikanische Flüchtlinge auf Malta, juristisch nicht bestätigte/bewiesene Positon zu Völkermord an Armeniern, und jetzt nocht Griechenland. Ein Amoklauf eines „entfesselten Django’s“?

    Griechenland sieht sich gerne in der Rolle eines Opfers. Was Verbrechen auf dem Balkan betrifft ist eher Jugoslawien auf ersten Platz. Und Kriegsverbrechen haben ALLE Parteien begangen, Wehrmacht wird gerne instrumentalisier als Täter, vielleicht um andere Verbrechen vor der Geschichte zu verbergen. Vor ein Paar Jahren wurden in Slowenien, Kroatien etc.gewaltige Massengräber von Partisanen Opfer imer wieder entdeckt und dokumentiert. Vielleicht soll man auch in Griechenland etwas tiefer im Gedächnis graben?

    Hat Vielleicht Herr Gauck eine Vorstellung wie man Terror in Syrien beenden kann, wie man unkontrollierte Immigration stoppt, wie man Westen vor Gefahren russischer Aggression schützt?

  3. In dem SZ-Interview erinnert Herr Gauck auch an die sowjetischen Soldaten, die im 2. Weltkrieg gelitten haben. Hat er mit Putin schon über dessen „verbindliche“ Reparationsansprüche gesprochen?

    • Hatte nicht kürzlich die russische Duma die Rechtmäßigkeit der deutschen Wiedervereinigung angezweifelt? Wie wäre es, wenn Herr Gauck anbietet, die DDR an Russland zurückzugeben, und damit anfängt, sein Amt als Bundespräsident aller Deutschen zurückzugeben?

      • Ein prima Vorschlag, Herr Dilger.
        Ich hoffe nur, Wladimir Putin nimmt das Angebot auch an.

      • Heinrich Lübke nannte man „unseren Bundesheini“. Natürlich weiß ich nicht, ob er all das, womit er im „Stern“ zitiert wurde, auch wirklich gesagt hatte:

        „Meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Neger…“.

        Oder in der japanischen Stadt Osaka: „Ich begrüße Sie, sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger von Okasa…“

        Aber wie dem auch sei, wir haben ja jetzt einen neuen Kasper, oder sollte ich besser sagen Gauckler?

      • Ja, das Berlinstaatsproblem ist wesentlich größer, als die derzeit jdf. in Teilaspekten vielbesprochene Thematik rund um zentral herausgegebenes Staatsgeld. Eindeutig nicht nur, aber gerade auch summenmäßig. Die s.g. AfD thematisiert das, trotz schon rein zahlenmäßig übereindeutiger Evidenz nicht. Die Staatsgeldthematik nur, wenn es sich um die offenbar überaus verhasste Ausformung Euro handelt. Ideologisch ist das natürlich nachvollziehbar (wenn auch überaus ablehnenswert, auch unwahr, schon weil nur Teilaspekte betrachtet werden), zeigt aber, dass die vorgebliche ‚Alternative für Deutschland‘ keine ist (Geschmacksfragen werden angegangen, thematisiert, die eigentlichen Probleme nicht).

        [Irrelevante Satire gelöscht, AD.]

      • Sie haben einfach eine ganz andere Geldkritik, die zumindest von den Ökonomen in der AfD nicht geteilt wird. Wer ganz allgemein gegen Staatsgeld ist, kann sogar den Euro besser finden als die DM. Nur wenn man Fiat Money akzeptiert, zeigen sich die wahren Probleme des Euro.

      • „Sie haben einfach eine ganz andere Geldkritik, die zumindest von den Ökonomen in der AfD nicht geteilt wird. Wer ganz allgemein gegen Staatsgeld ist, kann sogar den Euro besser finden als die DM. Nur wenn man Fiat Money akzeptiert, zeigen sich die wahren Probleme des Euro.“

        Danke, Herr Dilger, das ist weit überwiegend richtig. Danke? Warum? Für hinguckendes, analytisches Verständnis und (auf diesen Blog bezogen) endlich richtige Einordnung (meiner Kommentare).

        Sie und ich (Verzeihung, eindeutig nicht Ihre Partei) teilen wohl analytisches Grundinteresse (wohl auch -verständnis) bei gleichzeitiger Suche nach der besten Lösung. (Jdf. aus meiner Sicht.) Isf. noch einmal danke: Nämlich dafür, wie Sie diesen Blog insbes. den Kommentarbereich führen.

        [Das Weglöschen des Otto-Waalkes-Links ist vor diesem Hintergrund komplett irrelevant.] Zu den aus Ihrer Sicht „wahren Problemen des Euro“ dann hoffentlich demnächst mehr hier.

        Grüße an Sie,
        RB

  4. Wen wunderts!
    Auch Herr Gauck ist ein Geschöpf der sogenannten „Wiedervereinigung“.
    Schon vergessen?

    • Herr Meister, als guter doitscher AfDist sollten Sie nicht an der Herrlichkeit und den Segnungen des Berlinstaatswesens zweifeln. (Weder speziell, noch allgemein.) ;D

  5. Es macht Ehre dem Bundespräsidenten, dass er auf der Seite der Gerechtigkeit steht und nicht auf der Seite des Populismus.
    Die Deutschen sollten dankbar sein, dass man sie überhaupt am Leben gelassen hat nach all den Verbrechen, die sie verübt haben.
    Niemand hat Deutschland damals angegriffen.
    Die Deutschen sollten nicht so frech sein. Demütigung vor den Opfern statt Frechheit.

    • Ein Völkermord lässt sich doch nicht durch einen anderen ausgleichen. Frech ist aktuell nur die griechische Regierung, während der Bundespräsident leider neues Unrecht befürwortet.

    • Sippenhaft mit den Altvorderen von vor drei Generationen also?
      Puh, das ist harter Tobak!

      Was sind Sie denn für ein Landsmann und was haben Ihre Ahnen so alles auf dem Kerbholz?

    • Herr Binev,
      erzählen Sie kein Blech! Sie haben es vergessen , Bulgarien war lange ein Verbündeter Deutschlands und auch an Kriegsverbrechen massiv beteiligt! Seitenwechsel, nachdem Russen schon sehr Nahe waren, ändert nichts an der bulgarischen Verantwortung! Auch Bulgarien hat, wie andere Axis-Mächte Reparationen gezahlt.

      Die heutigen Deutschen sind nicht genug frech wenn es wirklich um die Wahrheit geht! Und vergessen Sie nicht, Deutschland schuldet heute niemanden etwas!

      • Die Reparationszahlungen Bulgariens, Ungarns, Italiens und Rumäniens wurden durch die Pariser Friedensverträge von 1947 geregelt und ausgezahlt.
        Zum Beispiel Bulgarien hat Griechenland bis in die 1980er jahre kostenlos mit Strom beliefert obwohl in Bulgarien selbst Stromdefizit gab und etwa die Regime für die Haushalte war 2 Stunden Strom 2 Stunden kein Strom.
        Und das obwohl Griechenland ein Mitglied NATOs war und Bulgarien des Warschauer Paktes und die Verhältnisse nicht die besten. In 1952 gab es sogar kleine Grenzübergriffe seitens Griechenlands für 2 Insel auf dem Maritza Fluss.

        Aber Schulden sollen bedient werden.

        Ja, es gab Verbrechen seitens einzelner Bulgaren und Griechen. Es gab diskriminierende Maßnahmen seitens der bulgarischen Administration in den besetzten Gebieten – zum Beispiel es wurden keine Lizenzen zur Ausübung bestimmter Tätigkeiten an Griechen ausgestellt. Es gab Greueltaten , zum Beispiel bei der Unterdrückung des Dramer Aufstandes.

        Aber es hat nie die Ausmassen der deutschen Verbrechen gereicht, Zum einen, das lag daran, das größtenteils die Bevölkerung dieser Gebiete gemischt war. Das Gebiet war lange Zeit unter osmanischer Beherrschung und die Christen, Bulgaren, Griechen, Wlachen, haben sich gemischt. Die Religion war wichtig, die Nationalität stand auf zweiter Stelle, Bei der Entwicklung des Nazionalismus, etwa seit 1905, es gab beidseitige Übergriffe. Es bestanden aber immerhin diese familiäre Beziehungen als auch die Furcht vor Vergeltung. Es ist eins, Verbrechen zu begehen in einem fremden Land und anders in dem Nachbardorf oder sogar in deinem eigenen Dorf und zu wissen dass deine eigene Familie Opfer der Vergeltung der Hinterbliebene deiner Opfer werden kann.

        Bei den Deutschen große Rolle spielte auch die Indoktrinierung, dass die Deutschen die Herrenrasse sind und dass die anderen keine vollwertige Menschen sind.

        Ich bin teils bulgarischer, teils griechischer Abstammung. Die familie meiner Oma wurde von den Deutschen vernichtet. Der Bruder meines Opas wurde zwangs griechiesiert. Er musste seinen Namen ändern, einfach die griechische Endung -is hinzufügen.

    • Binko Binev, Sie spielen trefflich auf dem Klavier der von Nazis Geschädigten. Damit versuchen Sie jeden Diskurs zu unterbinden und Ihr Gegenüber – sofern Deutscher, gleich ob 20 oder 50 Jahr alt – soll in Demutshaltung fallen. Ich relativiere niemals Gräueltaten – auch keine Deutschen – im II. Weltkrieg, aber nach Ihrer persönlichen Intention und Geschichstverständnis müssten Sie alle Franzosen allein wg. der Verbrechen Napoleons an den europäischen Nationen, u.a. auch an Russen, Osteuropa, sämtlichst auf die Guillotine verbringen. Nach meiner sehr persönlichen Meinung – Sie nehmen es mir bitte nicht krumm – publizieren Sie hier auch nicht aus lauteren Motiven, sondern Sie wollen Deutschlands hart arbeitende Bürger ganz einfach abzocken.

  6. Es gibt eine ganze Reihe von Staaten, die an andere Staaten Forderungen wegen Kriegsfolgen stellen könnten. Wo wollen wir anfangen, wo aufhören? Der 2. Weltkrieg ist leider ohne Friedensvertrag zu Ende gegangen. Im 2 + 4 Vertrag 1990 wurde das allerdings nachgeholt. 70 Jahre nach Kriegsende muss einfach Schluss sein! Nicht Schluss mit der Erinnerung! Aber Schluss mit dem Fordern! Die Forderungen der griechischen Regierung sind durchsichtig: Man sucht einen Sündenbock für die finanzielle Miesere, die Griechenland seit seiner Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich begleitet. Griechenland ist ein gescheiterter Staat und hätte nie in EU und die Euro-Währungsunion aufgenommen werden dürfen!

    • Der 2+4 Vertrag wurde von 6 Staaten unterzeichnet.
      Die Forderungen der Griechen sind längst vor der finanzielle Krise dort gestellt worden.

      • Wie weit wollen Sie in der Geschichte zurück gehen? Der 2. Weltkrieg ist über 70 Jahre vorbei. Sollten wir jetzt auch Italien als Rechtsnachfolger des Römischen Reiches für die gewaltsame Eroberung Germaniens vor fast 2.000 Jahren verklagen und Schadenersatz fordern???

  7. Herr Dilger,
    es war frech seitens Deustchland zu behaupten, dass das Massaker von Distomo war „normale Kriegshandlungen“.
    Nach dem Krieg man hat die Deutschen mit Gnade behandelt. Wie es scheint, die Deutschen haben nie begriffen die Menschlichkeit der Geste.

    Über die Forderungen.
    Es ist die folgende Situation: Es wurden verbrechen begangen, Der Verbrecher war in schlechte wirtschaftliche Situation. Die Auszahlung der Forderungen wird bis zu einem späteren Zeitpunkt geschoben (in diesem Fall bis zur Schließung eines Friedenvertrags). Dann sagt der Verbrecher ß es ist so viel Zeit vergangen, ich schulde den Opfern absolut nichts.

    Im Jahr 1961 werden die Entschädigungen behaldet, die die Personen betreffen, die aufgrund ihrer Rasse, Volkszugehörigkeit, Glauben usw. verfolgt worden sind. Kurz gesagt – die griechischen Juden. Alle anderen Opfer wurden ausgeschlossen für die oben erwähnte spätere Regelung.

    Niemand soll die Deutschen persönlich dafür verfolgen was ihre Vorfahren getan haben. Aber Entschädigungen muss Deutschland zahlen.Wenn man die Vorteil nutz in Deutschland geboren zu werden, muss man auch die Verpflichtungen übernehmen.

    Die Forderungen der Griechen waren längst vor der Krise. Wie gesagt , die Regelung wurde bis zur Schließung des Friedenvertrags geschoben. Es gibt aber immer noch keinen Friedenvertrags. Der Widervereinigungsvetrag hat die Klausel ß anstelle eines Friedenvetrags.
    Er wurde aber nur von USA, Großbritannien, die UdSSR und Frankreich unterzeichnet.

    Also, wie ich verstehe, Sie, Herr Delinger, unterstützen den Verbrecher, der meint , dass er gar nichts seinen Opfern schuldet, nur weil die Opfer gnädig zu ihm waren und ihm Zeit gegeben haben, sich wirtschaftlich zu erholen.

    • Der 2 + 4 Vertrag hat das rechtlich abschließend geregelt. Es stimmt, dass Griechenland diesen Vertrag gar nicht unterzeichnet hat, aber es hat den Krieg auch nicht aus eigener Kraft gewonnen. Moralisch ist es so, dass es keine Kollektivschuld gibt. Finden Sie wirklich, dass die Enkel und Urenkel von Opfern Ansprüche gegen die Enkel und Urenkel von Tätern haben? Wenn diese durch ein aus dem Verbrechen resultierendes Erbe bereichert wären, könnte man vielleicht noch darüber diskutieren, doch wie Sie selbst einräumen, hatten die Deutschen nach dem 2. Weltkrieg selbst fast nichts, sondern große Gebiete verloren und Reparationen zu leisten.

      • Die Forderungen wurden geschoben. Bis zur Schließung dieses Friedensvertrags.
        Zum Beispiel Griechenland wurde gezwungen Deutschland eine Anleihe zu geben. Es ist nicht zurückgezahlt worden.
        Man hat keine Ansprüche gegen die Enkel und Urenkel persönlich. Ich ann nicht zu Ihnen kommen und sagen – Sie, Herr Dilger, sind Enkel eines Wehrmachtsoldaten. Die Verwandten meiner Oma wurden von Ihrem Opa ermordet., So zahlen Sie mir bitte. Das kann ich nicht sagen weil Sie persönlich sind nicht dafür verantwortlich dass Ihr Opa ein Verbrecher war.

        Man kan aber Ansprüche gegen die Bundesrepublik Deutschland als Nachfolger des Deutschen Reiches stellen.

        Und dass die Deutschen sich nicht bereichert haben , wie Sie sagen, ist eine dumme Ausrede, Es wurde das Gold der griechischen Zentralbank geraubt. es wurden Lebensmittel entnommen um die Nahrungsmittelversorgung in Deutschland zu unterstützen während über 400 000 Griechen vor Hunger starben.

        Ihre Ausrede gleicht der Ausrede eines Verbrechers , der sagt seinem Opfer – Ich habe das Geld verprasst also ich schulde dir nichts.

      • Meine beiden Großväter haben keinerlei Verbrechen begangen. Der deutsche Staat war verantwortlich, ist es jetzt aber nicht mehr. Das müssen Sie nicht wissen, Herr Gauck als deutsches Staatsoberhaupt aber schon.

      • „Zum Beispiel Griechenland wurde gezwungen Deutschland eine Anleihe zu geben. Es ist nicht zurückgezahlt worden.
        Es wurde das Gold der griechischen Zentralbank geraubt. es wurden Lebensmittel entnommen um die Nahrungsmittelversorgung in Deutschland zu unterstützen während über 400 000 Griechen vor Hunger starben.“

        Daß durch Entnahmen zur Nahrungsmittelversorgung in Deutschland Engpässe auftraten, ist falsch. Wenn von „Entnahmen“ die Rede ist, meint man die für die Besatzungstruppen. Und auch diese haben nicht die Katastrophe herbeigeführt, sondern eine Seeblockade, die durch die englische Marine gegenüber den notwendigen Lebensmittelimporten bestand. Mit deutscher (Besatzungs-)Politik hat dies nichts zu tun … wie man an den Folgejahren erkennen kann, wo alles getan wurde (incl. Nahrungsmittel-Import aus D. bzw. mit D. verbündeten Ländern).

        Daß das Gold der griech. Zentralbank von D. konfisziert wurde, glaube ich nicht. Da scheint es sich um eine Fehlinformation zu halten.

        Zur Anleihe:
        1. stehen den rd. 476 Mio. Mark nach deutschen Angaben Lieferungen in Höhe von rd. 300 Mio. gegenüber.
        2. wurde von D. ab 1952 ein auf 99 Jahre festgelegter „Kredit“ (der selbstverständlich niemals bedient werden wird) in Höhe von 200 Mio. an Griechenland vergeben.
        Demzufolge sollte die Anleihe abgegolten sein.

    • Herr Binev, dann seien wir doch gründlich und fangen mit den Verbrechen der Griechen in den griechisch-persischen Kriegen an. Mit Zinseszins seit 2000 Jahren kommt da einiges zusammen.

      • Dann wurde das Problem leicht entschieden – vaie victi. Pech für die Besiegten.

        Die Reparationen sind entstanden aus dem germanischen Brauch des Wergilds. Die Familien der Mörder mussten zahlen um nicht Opfer der Vergeltung zu werden. Sonst hätte sich die Menschheit längst umgebracht.

        Also wenn keine Zahlungen, dann sollte man wie damals vorgehen. Einfach die Besiegten Mörder und ihre Familien umbringen?

    • Wenn Herr Binev schon über Gnade und Distomo redet, vielleicht soll man auch als Beispiel Ort Kalavryta nehmen. Es soll nur zeigen wie die Rollen der Opfer und Täter sich ständig abwechseln und dass Gut und Böse nebeneinander bestehen.

      Während des griechischen Unabhängigkeitskrieges wurde 1821 die nicht-christliche Bevölkerung auf dem Peloponnes massakriert und vertrieben. Moslems in Kalavryta heben sich ergeben und rund 300 wurden von Griechen ermordet. Natürlich gab es zwischen 1821 und 1943 zahlreiche Massaker und Vertreibungen aller Bevölkerungsgruppen, wie z. B. in Balkankriegen.
      1943 wurden nicht weit von Kalavryta rund 80 deutsche Soldaten von Partisanen gefangengenommen. Mehrere verwundete Soldaten wurden erst in Krankenhaus ermordet. Andere Gefangene wurden später ermordet. Ein eindeutiges Kriegsverbrechen.
      Kurze Zeit danach wurden in Rahmen einer Strafaktion ca. 700 Männer erschossen und Ort Kavalryta in Brand gesetzt durch deutsche Soldaten. Auch ein Kriegsverbrechen.

      Solche Beispiele finden wir in der Geschichte überall. Die Geschichte hat aber nichts mit Schulden eines Staates zu tun. Es ist eine bodenlose Frechheit der griechischen Regierung zu versuchen die Schulden anderen Bürgern Europas aufzubürden um selbst nicht zu bezahlen. Solche Manipulationen sind sehr entlarvend!

      • Und was haben deutschen Soldaten in Griechenland gemacht? Etwa Urlaubsreise? Sirtaki mit Zorbas getanzt?

        Die Partisanen hatten keine Gefängnisse. Es war Entscheidung der Deustchen , als Soldaten in Griechenland zu gehen. Und ein Soldat, der in fremdes land als Besatzer geht, muss mit dem Tod rechnen. Selberschuld.

    • „…dass das Massaker von Distomo war “normale Kriegshandlungen…”

      Herr @Binev, das Vorgehen von deutschen Soldaten n Distomo war Teil der vom Völkerrecht gedeckten sog. Sühnemaßnahmen`“ (etwas, was uns heute grausam und unverständlich vorkommt) und wurde verübt, nachdem(!) es zu Kriegsverbrechen an deutschen Soldaten gekommen war.

      Es sind viele Menschen in Distomo getötet worden – mehr als es das o.g. Völkerrecht zuließe – weshalb es nicht nur moralisch, sondern auch rechtlich als Kriegsverbrechen einzustufen ist. Hierfür ist mE neben div. Reparationen, Anwerbeabkommen, Sonderkrediten insbesondere durch die dt.-griech. Vertragsregelungen von 1960 bzgl. NS-Verbrechen entscheidend abgegolten worden.

      • Das von Ihnen erwähnt Abkommen betrifft nur die griechischen Juden. Die Opfer von Distomo waren einfache Griechen und wurden von diesem Abkommen nicht betroffen.

      • Und die Position, das es normale Maßnahmen der Kriegsführung waren, wurde von offizieller Stelle der Bundesrepublik Deutschland geäußert.

        Ich könnte eine solche Äußerung verstehen, wenn die Ermordeten Partisanen waren. Partisanen sind gewissermassen Soldaten, zumindest sie tragen eine Art von Uniform gerade für diesen Zweck als Kriegsgefangenen behandelt zu werden.

        Aber ich kann eine solche Äußerung bei zivilen Opfern, unter ihnen sogar ungeborene Babies , die aus dem Mutterleib geschnitten worden sind, nicht verstehen.

        Deswegen haben die Griechen empört reagiert. Wie würden die Deustchen reagieren, wenn eine offizielle russiche Stelle sich äußert, dass die Massenvergewaltigungen deutscher Frauen und sogar Kinder, als normale Maßnahmen der Kriegsführung einzustufen sind. Für mich das waren Verbrechen gegen zivile deutsche Opfer.

        Dabei wie ein alter Mann im deutschen Fernsehen sagte – Die Deutschen haben Frauen vergewaltigt und ermordet, die Russen haben sie nur vergewaltigt und am Leben gelassen.
        Das war die Aussage eines deutschen Soldaten, der Augenzeuge des Krieges gewesen ist.
        Vielleicht der Grund bei den Russen ihre OPfer am Leben zu lassen, nur der war dass sie sich für die ERmordung eines Deutschen vor dem NKWD stellen mussten. gar nicht um für das verbrechen zu berantworten, sondern, dass sie nicht getötet haben um irgendwelche verbindungen zu den Deustchen zu decken.

        Wie sie sehen ich kann das Leiden verstehen, das von unschuldigen zivilen deustchen ertragen worden ist. Und ich sehe nicht , dass sie irgendwelches Verständnis für die Opfer der Greueltaten der deustchen zeigen.

  8. Nun,Europa besteht aus Geber und Nehmerländern.

    Deutschlnd gibt schon lange und Griechenland nimmt schon lange.
    Das muß nicht so bleiben.

    Ich denke,das wir einiges an Geldern direkt über Brüssel nach Griechenland gegeben haben,sicher nicht wenig und wir können uns nicht alle für jeden Krieg untereinander gegenseitig noch über Jahrhunderte verklagen.

    Was Herrn Gauck betrifft,so glänzt er stets mit Fehltritten wie kein anderer Bundespräsident vor ihm.

  9. Letztendlich könnte dann auch jeder Vertriebener bzw. deren Angehörigen für das erlittene Leid eine Entschädigung fordern. Meines Erachtens ist vielen in der Bevölkerung gar nicht klar, welches Leid diese Personen erfahren haben. Jedoch haben sich die Vertriebenenverbände von einer Entschädigung abgesehen, welche so oder so nicht durchsetzbar gewesen wäre. Auch gelten noch heute rechtlich gesehen die Benes-Dekrete. Somit kann jeden, der sich als Teil der deutschen oder ungarischen Minderheit in Tschechien sieht, noch heute die Staatsbürgerschaft entzogen werden und sein gesamtes Vermögen beschlagnahmt werden. Man sieht, wenn man wollte könnte man diese Liste beliebig fortführen.

    • Die Benes Dekrete kann man als unmenschlich sehen. Mann mus aber nicht vergessen. dass es Deutschland war , das die Tschechoslowakei angriff.
      Ehrlich gesagt , ich weiss nicht ob die Tschechoslowakei die Frage über das Vermögen der Vertriebenen von den Forderungen gegenüber Deustchland abgezogen hat.
      Zum Beispiel, meine Verwandten sind Vertriebenen aus Griechenland. Noch nach dem Ersten Weltkrieg. Ihnen wurden Obligationen ausgestellt und die bulgarische Regierung hat für diese Coupons Ihnen Geld gegeben. Auf Raten.
      Die Kommunisten haben diese Zahlungen gestoppt. Nach der Wende sie wurden wieder gezahlt.
      Ich weiss nicht wie die Sache mit den deutschen Vertriebenen steht. Aber man kann eventuell dieses Geld von der deutschen Regierung fördern. es war schliesslich Privateigentum mit dem eventuell Staatsschulden als Reparationen gezahlt worden sind. Also eine Form der Enteigung oder Nationalisierung.
      Das war die Logik hinter der oben beschrieben Schema mit der Zahlungen für die aus Griechenland vertriebenen Bulgaren. Griechenland hat Ihr Vermögen als Reparationen genommen. Die bulgarische Regierung sah sich verpflichtet den Vertriebenen gegenüber und deswegen hat diese Obligationen ausgetsellt und verteilt. Bei den Kommunisten wurden sie nationalisiert – also keine Zahlungen. Nach der Wende wurden sie restituiert – also ausgezahlt.
      Meiner Meinung nach das war die korrekte Behandlung dieser Frage.

  10. Es gab und gibt eine internationalle Ordnung, Rechtsprechung, Gerichtsbarkeit. Es zählen nur juristische Argumente! Kapitel Griechische-Reparationen ist abgeschlossen. Wem es nicht passt kann sicherlich versuchen vor Gericht sein Recht zu bekommem. Alles anderes ist Unnsinn, wie auch viele „Argumente“ die es nicht sind. Sie sagen, Herr Binev, es ist verständlich dass Partisanen deutsche Kriegsgefangene ermorden weil sie keine Gefängnisse haben! Eine Diskussion auf dieser Basis ist sinnlos.

    • Es ist verständlich weil die deutschen Soldaten waren die Besatzer, die die örtliche Bevölkerung terrorisiert haben.
      Ich hätte Verständnis auch für die deutschen Partisanen, die gegen die Besatzungsmächte gekämpft haben, die die deutsche Bevölkerung unterdrückt haben könnten. Zum Beispiel, ich hätte Verständnis für bewaffneten Deutschen, die die Vertriebenen auf ihrem Leidensweg vor den Übergriffen polnischer oder tschechischen Banden verteidigt hätten. Nach den damaligen Klassifizierungen sie wären Verbrecher und Überreste der Hitler Gangster. Für mich sie wären Leute, die das Leben ihrer Angehörigen schützen wollten.

      Bis jetzt weiß ich nur von einem Fall, wo ein ganzes Dorf von den Russen vernichtet worden ist. Die Deutschen haben tausende Dörfer auf dieser bestialischen Weise behandelt.
      Am 10.6.1944 wurde das obererwähnte Distomo . Bis jetzt ist keine Entschädigung den Angehörogigen der Opfer gezahlt worden.
      Am gleichen Tag wurde in Frankreich auf solcher bestialischer Weise das Städtchen Oradour-sur-Glane vernichtet. 618 Menschen. Die Männer mit Maschinengewehren erschossen. Frauen und Kinder in der Kirche gesammelt und lebendig verbrannt.
      Was mich bei den verbrechen der Deutschen aufmerksam macht ist die Brutalität der Taten. bei den anderen es gab auch Vebrechen, aber dort wurden meistens Erschießungen durchgeführt.
      Es besteht Unterschied wenn man einfach schießt und wenn man weinende Frauen und Kinder in einer Kirche einsperrt und über gewisse Zeit ihre Schreie hört, während sie langsam ein quälenden Tod finden.

      Heute würde man sagen, dass die Vebrecher unter Drogen sein sollten, um überhaupt sowas zu ertragen. Aber damals gab es keine Drogen für die deutschen Soldaten. Sogar kein Schnaps oder ähnliche Mittel. Sie haben das bei vollem Bewusstsein und voller Verantwortung gemacht.

      Ich verstehe, daß die Deutschen von heute wollen all das vergessen.
      Für mich und andere Angehörigen dieser unschuldigen Opfer steht immer noch die Frage
      WARUM? WIESO? WIE WAR DAS MÖGLICH?
      Und die Frage
      WAREN ES DAS ÜBERHAUPT MENSCHEN; DIE DAS GEMACHT HABEN?

      Versuchen Sie sich das Massaker von Distomo vorzustellen. Ich kann es beschreiben, ich kann es lesen. Aber wenn ich versuche mir das vorzustellen, ich kann über eine bestimmte Grenze nicht durch.

      Ich denke kein normaler Mensch kann sich das vorstellen. Versuchen Sie es und dann werden Sie verstehen ob Sie ein Mensch sind. ich brauche keine Antwort. Machen Sie das für sich selbst.

      Und die Deutschen haben es getan.

      Ich sage von den Deutschen und nicht von den Nazis. In Oradour-sur Glane auf dem Denkmal steht ERMORDET VON DEN DEUTSCHEN, und nicht von den Nazis.

      • Deutsche haben schlimme Verbrechen begangen, aber es waren nicht alle Deutschen daran beteiligt und es sind nicht die heutigen Deutschen. Im Übrigen ist jeder Krieg grausam und mit schlimmen Taten verbunden. Was den Nationalsozialismus so besonders schlimm macht, ist das Ausmaß der Opfer (obwohl sich Mao und Stalin in derselben Massenmörderkategorie wie Hitler befinden) und die quasi industrielle Ermordung in Vernichtungslagern nach vor allem rassistischen Kriterien. Es ist wichtig, daran zu erinnern, doch eine echte Wiedergutmachung ist ausgeschlossen und das Aufrechnen vergangener Verbrechen bringt nichts.

    • Herrn Gaucks überflüssige Worte werden jetzt in Athen als Eigenständnis der Berechtigung von Reparationsforderungen interpretiert. Eine falsche Diskussion wird damit verlängert und dient nur als Ablenkung von dringenden Problemen.
      Politik der Geldgeschänke muss endlich aufhören. Deutschland wird dafür nicht mehr respektiert, eher weniger.

  11. Herr Binev, Sie führen hier eine endlose Hasstirade gegen Deutsche. Mit Ihrer Einstellung verlieren Sie hier nur Zeit weil es bei Ihnen nicht um ein Austausch der Info und Meinungen geht.
    Was Grausamkeiten betrifft sind Griechen oder Bulgaren nichts anderes als russische oder jugoslawische Partisanen. Erzählen Sie keine Märchen. Wehrmacht war überwiegend, als Unterschied, eine disziplinierte militärischeTruppe und handelte nach Befehl.

  12. Pingback: Gauck knickt bei griechischen Forderungen ein | FreieWelt.net

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