Günter Grass ist tot

Heute ist Günter Grass im Alter von 87 Jahren in Lübeck gestorben. Weltberühmt wurde er 1959 durch seinen ersten Roman „Die Blechtrommel“. Er schrieb zahlreiche weitere Romane, Novellen und Erzählungen, wofür er 1999 den Literaturnobelpreis erhielt wie auch viele weitere Ehrungen. Außerdem schrieb er Dramen und Gedichte und war auch als Maler, Grafiker und Bildhauer künstlerisch aktiv. Daneben engagierte er sich über seine Schriften hinaus politisch, vor allem für die SPD. Dabei machte er anderen krasse Vorwürfe, insbesondere in Bezug auf die NS-Zeit, die jedoch seit 2006 in einem ganz anderen Licht erscheinen, als er öffentlich zugab, als 17-Jähriger der Waffen-SS angehört zu haben. Das hinderte ihn nicht daran, vor drei Jahren das israelkritische bis -feindliche Prosagedicht „Was gesagt werden muss“ zu veröffentlichen. Politisch und moralisch fand ich nicht nur das höchst zweifelhaft, was nichts daran ändert, dass Deutschland heute einen großen Künstler verloren hat.

8 Gedanken zu „Günter Grass ist tot

    • Das kann sein. Jedenfalls wäre dann sein ganz Übermoralisieren, mit dem er sogar Menschen in den Tod getrieben haben soll, gleich als Heuchelei erkennbar gewesen. Aber vielleicht war es auch nur Kompensation eines Schuldkomplexes.

      • Meines Erachtens hätte er seine SS-Mitgliedschaft nicht früher öffentlich machen müssen. Jedoch hätte er sich dann auch nicht als moralische Instanz aufführen dürfen. Aber was macht man nicht alles um Wahlen zu gewinnen.

  1. Günter Grass war eine tragische Figur. Er hätte sicher besser daran getan, sich aus der (Partei-)Politik heraus zu halten.

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  3. Alexander Dilger:
    „Dabei machte er anderen krasse Vorwürfe, insbesondere in Bezug auf die NS-Zeit, die jedoch seit 2006 in einem ganz anderen Licht erscheinen, als er öffentlich zugab, als 17-Jähriger der Waffen-SS angehört zu haben. Das hinderte ihn nicht daran, vor drei Jahren das israelkritische bis -feindliche Prosagedicht “Was gesagt werden muss” zu veröffentlichen. Politisch und moralisch fand ich nicht nur das höchst zweifelhaft, was nichts daran ändert, dass Deutschland heute einen großen Künstler verloren hat.“

    Ja, da bin ich durchaus Ihrer Meinung. Günter Grass war ein großer Künstler, besonders beim Umgang mit seiner Vergangenheit. Als 1989 an der innerdeutschen Grenze die Mauer fiel und es plötzlich nur noch Widerstandskämpfer gab, sprach man von „Wendehälsen“. Jetzt nicht so bei Günter Grass, denn das war ein ganz großer Künstler. Bis 2006, wie wir dann erfuhren!

    Daß die Mainstreammedien ihn zur Ikone verherrlichen, zeigt einmal mehr die ganze Verlogenheit dieser Leute. Was nicht nicht ins Bild paßt wird einfach weggelassen. Odeer es wirdpassend gemacht: Der Junge war doch erst 17! Das wirft ihm ja auch keiner vor, sondern wie er – durchaus im vollen Erwachsenenalter -, über andere Menschen hergezogen ist und sich als Moralapostel der Nation aufgespielt hat.

    Auch davon, daß Grass in den Siebziger Jahren den Konsum von Drogen öffentlich befürwortet hat, ist in einer Presse, – welche man ja nicht Lügenpresse nennen darf, denn das ist das Unwort des Jahres 2014 -, nicht die Rede. „Sortierte Informationen“ sind also keine Lügen!

  4. Um einfach nur mal ehrlich zu sein,ich bin froh das er jetzt endlich seinen Mund hält.

    Er war mir zu links mit oft wirren Ansichten.

  5. Was gibt es an Günter Grass zu bewundern?
    Dass er sich vom Rechtsextremist zum Linksradikalen gewandelt hat?
    Dass er die Judenvernichtung geißelte, aber Israel keine Selbstverteidigung zugestand?
    Dass er als mittelmäßiger Schriftsteller künstlich hochgejubelt wurde?
    Mir fehlt Günter Grass jedenfalls nicht!!!

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