Zweiter Jahrestag meines Wechsels zur AfD

Heute ist der zweite ‚Jahrestag meines Wechsels von der FDP zur AfD‘. Hinsichtlich der FDP hat sich seit dem ersten Jahrestag eigentlich nichts geändert. Ihre Erneuerung steht noch aus bzw. droht ganz auszufallen. Leider hat sich auch die AfD im zweiten Jahr meiner Mitgliedschaft nicht nur positiv entwickelt. Es gab große Wahlerfolge (siehe ‚Glückwunsch zum zweiten Geburtstag der AfD!‘ und ‚AfD und FDP ziehen in Hamburgische Bürgerschaft ein‘), doch auch die innerparteilichen Streitereien haben zugenommen. Noch vor einem halben Jahr schrieb ich über „Die drei Grundströmungen in der AfD“, von denen aber eigentlich nur noch zwei geblieben sind. Der liberale Flügel in der AfD ist fast verschwunden, während die Bezeichnung von Konservativen wie Bernd Lucke als Wirtschaftsliberale unterstreicht, wie weit rechts seine Kritiker inzwischen stehen.

Warum tue ich mir dann ein drittes Jahr in der AfD an? Wie ich bei der ‚Diskussionsveranstaltung “Wie viel Liberalismus steckt in der AfD?”‘ argumentieren werde, ist die AfD von den wesentlichen Inhalten her trotz allem immer noch die liberalste der ernstzunehmenden Parteien in Deutschland. Die FDP redet zwar dauernd von Liberalismus, Freiheit, Demokratie und Recht, lebte diese Werte aber leider nicht mehr. Insbesondere am Euro wird sich entscheiden, ob Deutschland und Europa frei, demokratisch, rechtsstaatlich und wohlhabend bleiben. Leider sind die Gegenkräfte groß, aber es gibt auch Hoffnung. Ein Stück davon verkörpert immer noch die AfD, weshalb ich ihr verbunden bleibe und auf ein besseres drittes Jahr meiner Mitgliedschaft hoffe.

39 Gedanken zu „Zweiter Jahrestag meines Wechsels zur AfD

  1. „doch auch die innerparteilichen Streitereien haben zugenommen“
    Dies stimmt so nicht. Es gab enorme Querelen von Anfang an. Ich erinnere z.B. an die Unfähigkeit des LV Bayern, sich vor der dortigen Landtagswahl zusammenzuraufen, und an die extremen Spannungen in Hessen. Die Mitgliedschaft in der EKR-Gruppe wird, so wie ich das sehe, auch nicht mehr ernsthaft infrage gestellt. Herr Lucke sitzt fester im Sattel, was die beste Versicherung für eine gemäßigte Ausrichtung der Partei ist.

    „während die Bezeichnung von Konservativen wie Bernd Lucke als Wirtschaftsliberale unterstreicht, wie weit rechts seine Kritiker inzwischen stehen“
    Das unterstreicht zweierlei. Erstens dass Sie vielleicht selbst Extrempositionen vertreten – das meine ich nicht als Kritik; in manchen Gebieten kann man „radikal“ sein, ohne dass dies verwerflich ist – und dementsprechend einen verzerrten Blick auf die Situation haben. Und zweitens dass sich die mediale Strategie, Herrn Lucke mit Müll zu bewerfen, nicht geändert hat, nur die Argumente sind andere. Herr Lucke hat selbst richtig bemerkt, dass er erst als christlicher Fundamentalist bezeichnet wurde (ohne Argumente), was Liberale vergraulte, und dann als Neoliberaler, um auch die Nationalkonservativen gegen ihn aufzubringen und Flügelkämpfe zu befördern. Jeder der diesem Geschrei hinterher rennt zeigt dass er das Spiel nicht durchschaut und eher eine Belastung für die Partei als ein Gewinn ist. Ich würde mir wünschen, dass dies auch Höcke & Co dämmert. Oder stehen die Medien, die Herrn Lucke heuer gern als Wirtschaftsliberalen bezeichnen, auch sehr weit rechts?

    Es sind ziemlich viele Personen mit schrillen Ansichten und „Aktivisten“ aus der Partei ausgetreten, darunter eine Dame, die auf ihrer Facebookseite notorisch auf Herrn Lucke schimpft und nun bei Pegida in Dresden ausländerfeindliche Reden hält. Auch dies führte zur komischen Erfurter Erklärung, die ja nichts anderes ist als ein Signal, dass sich diese Kräfte an den Rand gedrängt fühlen, etwas das sie hier bestreiten und für die eigene Position gelten lassen wollen. Sie stellen die Entwicklung hier einseitig negativ und larmoyant dar, was auch so wirkt, wie als wollten Sie sich auf als das gute Gewissen der Partei inszenieren; als jemand der wie die bekannte griechische Sagengestalt seinen Stein herumwälzt. Dieses „eigentlich sind wir ja eklig“ war exakt das, was der AfD in Hamburg geschadet hat, wo man sich quasi betont von der eigenen Partei abgrenzen wollte. Das schadet genauso wie das Störfeuer aus dem Osten, wo man auch auf hohem Niveau jammert dass die Partei, wie das eben in demokratischen Strukturen so ist, nicht der eigenen Extremmeinung entspricht.

    Störend auch dieses Schubladendenken, mit dem Sie hier leider wieder hantieren. Bestreiten Sie, dass Herr Lucke wirtschaftsliberale Positionen vertritt? Wer sich wie Sie ständig abgrenzen will, muss sich natürlich als Fremdkörper fühlen bzw. dazu werden. Wenn ich Ihre Texte lese dann habe ich den Eindruck, dass Menschen ihre politischen Ansichten streng an ideologischen Leitlinien ausrichten müssen, was stark an irgendeine fundamentalistische Religion erinnert. Die Aufgabe des durch das Grundgesetz errichteten Staates ist der Schutz der Interessen der Menschen in diesem Land und ihrer Grundrechte. Im Zeitalter der Globalisierung ist mehr denn je der Nationalstaat als Anwalt seiner Bürger gegen internationale, sich demokratischer Kontrolle entziehende Prozesse gefragt. Dazu muss der Staat stark sein, was am besten mit einer möglichst freien Wirtschaft geht, die sich auch international entfalten kann. Wenn es dabei aber Auswüchse gibt, welche die Rechte und Interessen der Bevölkerung über Gebühr strapazieren, dann muss der Staat einschreiten. Dies mag nicht zu einer puristischen, verstaubten, vorglobalistischen Laissez-faire-Philosophie passen, sehr wohl aber zu den ordoliberalen Wurzeln der Sozialen Marktwirtschaft. Einen Liberalismus für die oberen Zehntausend zu predigen und sich über Verletzungen der reinen Lehre zu beschweren ist genau die Art von Liberalismus, der in Deutschland keine Chance hat. Diese Erkenntnis erlebe ich gerade bei den Leuten, die immer als schrille Konservative verschrien werden, etwa bei Frau von Storch. Alles andere, sprich dass die Menschen den Liberalismus als Gefahr für sich ansehen, wird nur Sozialisten und sozialistischen Positionen Wähler zutreiben. Ein Liberalismus mit angemessenen Schranken lässt sich dagegen sehr gut mit konservativen Positionen vereinbaren und ist auch ein enormer Gewinn für die AfD. Die FDP hingegen wählt jedenfalls ganz sicher niemand wegen deren Position zum Doppelpass und zu TTIP, die deckt sich nämlich mit SPD und Grünen. Die AfD wird dann erfolgreich(er) sein, wenn die Leute den Eindruck haben, dass die Partei sie beschützt. Das ist der Grund, warum sie sich an Frau Merkel klammern, und warum ein puristischer Liberalismus in unserer Zeit kein Gassenhauer ist. Niedrigere Steuern, small government auf jeder Ebene, Bürgerrechte, ein Ende jeder staatlichen Umerziehunsgpolitik, das sind die Themen, die Liberale heute setzen müssen. Sie passen blendend zur AfD.

    • Dass Sie mir „Extrempositionen“ unterstellen, unterstreicht doch genau meinen Punkt. Ganz normale liberale und bürgerliche Inhalte aus der Mitte der Gesellschaft gelten in der AfD inzwischen oft schon als extrem. Wenn ich radikal bin, dann bei der Eurokritik, aber das nicht rein willkürlich, sondern aus der einfachen Beobachtung und Analyse heraus, dass diese Art der Gemeinschaftswährung nicht funktioniert und auch nicht funktionieren kann. Das gilt übrigens auch für Veränderungen des Währungsgebiets, wie sie Herr Lucke immer wieder vorschlägt. Es gibt nur einen stabilen Zustand, nämlich eine Währung für einen souveränen Staat. Folglich wird es über kurz oder lang wieder nationale Währungen in Europa geben oder einen Eurosuperstaat.

      • AfD Politik brauch Geduld. Unsere „Minimalforderung“, die Abschaffung des Euros, erscheint heute in einem anderen Licht als noch von vor 2 Jahren. Wurde diese Forderung damals außerhalb der AfD nicht „wahrgenommen“, ist sie heute schon Bestandteil der Wahrnehmung und Umsetzung in allen Euroländern. Da bin ich mir sicher, dass diese Szenarien auf höchster politischer Ebene schon analysiert wurden.
        Den letzten Strohhalm hat nun Draghi ergriffen, nicht seiner Idee entstammend, Bernanke hatte es ja 2010 schon in Amerika umgesetzt, und es funktionierte dort. Die Griechen und die Deutschen hüpfen jetzt alle wild herum. Freundliche Hühner sind wir jetzt geworden, warten wir ab, bis die letzten Eier gelegt sind.

    • @Peter V.:
      „Ich erinnere z.B. an die Unfähigkeit des LV Bayern, sich vor der dortigen Landtagswahl zusammenzuraufen, …“

      Das ist eine glatte Fehlinterpretation. Die AfD Bayern hatte sehr wohl vor an der Landtagswahl 2013 teilzunehmen und war auch thematisch gut aufgestellt. Eine 12-köpfige Landesthemenkommission hatte bereits Kernthemen für den Wahlkampf aufgearbeitet und der Landesvorstand alle bis dahin umsetzbaren Vorbereitungen für die Teilnahme an der Landtagswahl getroffen. In einigen Bezirken hatten auch bereits Kandidatenaufstellungen stattgefunden.

      Dann kamen Lucke und Petry zum Landesparteitag in Ingolstadt (11.05.2013) um die Versammlungsleitung an sich zu reißen und unter anderem zu verkünden, der Bundesvorstand empfehle dem Landesverband Bayern NICHT an der Landtagswahl teilzunehmen. Nichts davon war mit dem Landesvorstand abgestimmt. Ein Putsch „von oben“ sozusagen. Der Parteitag endete im völligen Chaos und musste spät am Abend abgebrochen werden.

      Dieses Ereignis hat übrigens meinen Eindruck von Bernd Lucke und Frauke Petry nachhaltig geprägt.

  2. Es freut mich zu lesen, dass auch Sie noch Idealismus in sich tragen, was die AfD angeht.

    Man darf allerdings gespannt sein, was von den gewählten Mandatsträgern der AfD tatsächlich umgesetzt wird. Bislang ist da leider so gut wie nichts von dem wofür ich der AfD (übrigens genau eine Woche vor Ihnen) beigetreten bin zu spüren.

  3. Sehr geehrter Herr Dilger,
    als ex-FDP-ler habe Sie sich von Anbeginn an für die (ursprüngliche) AFD disqualifiziert.

    • Das ist natürlich nicht so, sondern Ihre Äußerung zeigt, wie weit manche AfDler inzwischen von den Ursprüngen der AfD entfernt sind. Wann sind Sie der AfD beigetreten? Ich war bereits zur eigentlichen Gründung am 6. Februar 2013 eingeladen, an der ich mich jedoch aus verschiedenen Gründen nicht beteiligt habe. Ich habe meine FDP-Mitgliedschaft nie verschwiegen, sondern bin mit vollem Wissen darum zum ersten Sprecher vom Landesverband NRW und dann zum NRW-Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl 2013 gewählt worden.

    • Frau Wiskirchen , das ist natürlich ein absurder Vorwurf, das Gegenteil ist richtig, die AfD wurde als Euroalternative Kraft gegründet, vorher gab es die Wahlalternative 2013/kurzes Zusammenspiel mit den Freien Wählern. Kernthema/Gründungsmythos war die Eurokritik und das Entwickeln einer fundierten Alternative dazu. Ein ureigenes liberales Thema und für viele FDP-Liberale war die FDP -Funktionärspoltik (maßgeblich Genscher als graue Eminenz )zum Euro nicht länger hinnehmbar und sie haben die FDP fluchtartig verlassen und sind z.t in die AfD gegangen.

  4. Das mit den Flügeln ist Unsinn, es gab und gibt nur diese eine AfD.
    (Die nicht nebenbei noch nie eine liberale Gründung war.)

    Alles andere war von vorne herein klar absehbar und wurde genau so klipp und klar von vorneherein analysiert, nur ein Beispiel vom 15.04.2013:

    Alternative für Deutschland: Die wahrscheinlichen Enttäuschungen für Parteimitglieder und Wähler im Überblick | DEUTSCHLAND.NET
    https://web.archive.org/web/20130723012259/http://www.deutschland.net/content/alternative-fuer-deutschland-die-wahrscheinlichen-enttaeuschungen-fuer-parteimitglieder-und

    • Der verlinkte Artikel enthält interessante, recht weitsichtige Punkte (die Kritik am Deutschland-Begriff oder nationalen Währungen überzeugt mich hingegen nicht), doch er widerspricht gerade Ihrer Anfangsaussage, dass es nur eine AfD gab und gibt. Es gibt eher umgekehrt ganz viele Alternativen für Deutschland, denn jeder stellt sich etwas anderes darunter vor. Die Preisfrage lautet, wie sich möglichst viele davon miteinander vereinbaren lassen.

      • „Die Kritik am Deutschland-Begriff oder nationalen Währungen überzeugt mich hingegen nicht“. Ja, das kann ich (aus Ihrer Perspektive) nachvollziehen. Ich wollte damit zum Ausdruck bringen, dass das was alle (von mir aus dann auch so genannten) „Flügel“ wollen: Darauf, auf eine im Grunde gleichartige Konzeption hinaus läuft (von der ich mir nicht vorstellen kann, wie sie funktionieren soll, selbst Bismarck ist das nur eine Weile und nur mit großer Mühe gelungen.)

      • Es ist doch bekannt, dass nationale Währungen im Gegensatz zu Gemeinschaftswährungen gut funktionieren (können). Dasselbe gilt für Nationalstaaten, zumindest wenn sie ihren Platz in der Welt gefunden haben. Deswegen ist es doch auch so gefährlich, die europäischen Staaten mutwillig zu zerstören.

      • „Es ist doch bekannt, dass nationale Währungen im Gegensatz zu Gemeinschaftswährungen gut funktionieren (können).“ Immerhin: „Können“. Nationale Staatsmonopolwährungen sind sehr wohl ein Problem, „können“ das jedenfalls eindeutig sei, wie gerade „Pleitekaiser“ Deutschland auf’s ‚allerbeste‘ bewiesen hat. „Dasselbe gilt für Nationalstaaten, zumindest wenn sie ihren Platz in der Welt gefunden haben.“ Künstliche Zwangsnationalstaaten sind im Gegenteil Ursache fast aller modernen Übel (selbst der Atomenergie, jdf. in der gehabten Form), was ebenfalls in Deutschland mehrfach auf’s allergründlichste bewiesen wurde.

        Jenseits davon: Ich kann mich einfach nicht mit Punkt 5 der Forderungen des Kommunistischen Manifests anfreunden (auch nicht damit, dass mehr oder weniger fast alle Forderungen dort realisiert sind), tut mir leid Herr Dilger:

        „5. Zentralisation des Kredits in den Händen des Staats durch eine Nationalbank mit Staatskapital und ausschließlichem Monopol.“

        Karl Marx – Friedrich Engels: Manifest der Kommunistischen Partei – marxists.org
        https://www.marxists.org/deutsch/archiv/marx-engels/1848/manifest/2-prolkomm.htm

      • Wir haben weder eine staatliche Monopolbank noch staatliches Zwangsgeld. Es gilt Vertragsfreiheit und Sie können in jeder beliebigen Währung Verträge abschließen, sofern Ihr Vertragspartner zustimmt. Wie hier auch schon ausgiebig diskutiert wurde, hatte Deutschland nur kriegsbedingte Staatspleiten. Deutschland ist kein „Zwangsnationalstaat“, was immer das bedeuten mag, und die Atomenergie wurde zuerst in den USA und dann der UdSSR genutzt, die beide gar keine Nationalstaaten sind bzw. waren.

      • Es ist schon richtig, dass Nationalismus und Nationalsozialismus nur Unterformen des im eigentlichen Preußen erfundenen, später von Bismarck und Naumann verfeinerten Staatssozialismus sind. Dieser bedauerliche deutsche Exportarktikel findet sich, wie sie richtig anmerken sehr wohl auch anderswo, beispielsweise in den USA (die absonderlicherweise positiv wie negativ von deutschen Schriftveröffentlichern immer noch als ‚Land of the free‘ verklärt werden, was nicht mehr zutreffend ist, wiewohl man dort nachwievor wesentlich freier ist, als hierzulande) und selbstverständlich auch in der ehemaligen UdSSR. Die staatlich dekretierte ‚Zwangs-Atomenergie’wäre nicht hier, nicht in den USA, nicht in der UdSSR möglich gewesen, ohne die notwendige Vorbedingung Staat, was in diesem Artikel immerhin teilweise recht gut beleuchtet wird, die phösen Konzerne wollten keine Atomenergie, weil damals immerhin noch ein paar Echtwirtschaftler vorhanden waren, die – recht altmodisch – das kaufmännische Rechnen beherrschten:

        „Deutschlands Stromkonzerne wollten ursprünglich gar keine Atomenergie. Doch die Politik drängte – und zahlte alles“

        Aufbruch ins Wunderland – Zeit
        http://www.zeit.de/2010/40/Atomenergie-Stromkonzerne

      • Sie sollten schon zwischen Staat und Nationalstaat unterscheiden. Letzterer wurde nicht von Preußen erfunden, zumal Preußen ein deutsches Land und gerade keine Nation war. Deutschland war ein Nachzügler bei der Nationalstaatsbildung, was zu erheblichen Problemen führte. Wollen Sie das alles wirklich noch einmal erleben?

        Die Atomkraft wurde vor allem aus militärischen Gründen erschlossen, was natürlich ein staatliches Anliegen war. Mit den Subventionen hat sie sich dann auch für deutsche Unternehmen gerechnet. Für die deutsche Volkswirtschaft war es dagegen ein riesiges Zuschussgeschäft, was durch den vorfristigen Ausstieg nicht besser wird. Im gegenwärtigen politischen Klima würde dagegen niemand mehr ein neues Atomkraftwerk in Deutschland bauen, selbst wenn es erlaubt wäre.

      • Wenn Sie wollen können Sie gerne versuchen eine ‚Dilger-Mark‘ in Umlauf zu bringen. Sie werden – wie ein Schüler, der nicht an preußischen von den Nazis 1938 weiter verfeinerten Schulzwang glaubt – sehr schnell feststellen, dass im Währungswesen Zustände herrschen, die kaum als ‚frei‘ oder ‚monopolfrei‘ gekennzeichnet werden können.

        @“Wir haben weder eine staatliche Monopolbank noch staatliches Zwangsgeld.“

      • Sie träumen doch von Privatgeld. Wieso führen Sie keines ein oder benutzen z. B. Goldmünzen? Das ist entgegen Ihren ständigen Wiederholungen nicht verboten, aber verdammt unpraktisch, so dass Sie Ihren Vertragspartnern eine hohe Prämie zahlen müssten.

      • Lieber Herr Dilger, ich lese in der Hauptsache deswegen Ihren Blog, um Sie (der nach meinem Dafürhalten nach wie vor nicht recht in diese reichlich sonderbare Partei passt) und Ihre Beweggründe und Ziele zu verstehen. Das meine ich ehrlich und ernsthaft: Ich möchte gerne – und zunächst völlig eigenstandpunktunabhängig – verstehen, worin die Vorteile der von Ihnen favorisierten und vorgeschlagenen Konzeptionen liegen (oder liegen könnten). Vielleicht – jedenfalls ich kann und will das nicht ausschließen – ist das was Sie vorschlagen, wünschen und favorisieren ja wesentlich klüger, als das was ich oder andere denken und vorschlagen. Isf. sehe ich meine (zugegeben völlig selbstgesetzte) Aufgabe als Leser hier zunächst im Verstehen und nicht im Widerspruch, im ‚Kritisieren‘, als Konterpart oder in der Gegenrede. Ich sehe meine Aufgabe nicht darin Sie zu widerlegen, und zwar auch dann nicht, wenn ich das an einigen Stellen könnte (teilweise mit durchaus direkt logischem Zwang). Nochmal: Ich lese hier, um zu verstehen, nicht um meine eigenen Ideen oder irgendwelche anderen zu propagieren. (So das meine Absicht wäre, hätte ich hier deutlich anders geschrieben in allen bisherigen Kommentarbeiträgen.)

      • Verstehen ist keine rein passive Angelegenheit, sondern setzt eine ernsthafte geistige Auseinandersetzung mit den Positionen voraus. Von daher sollten Sie Ihre Argumente zur Diskussion stellen und dann mit den Gegenargumenten vergleichen. Im Übrigen ist zwischen meinen inhaltlichen Positionen und meiner Mitgliedschaft in der AfD zu unterscheiden. Erstere kann ich rational begründen (oder im Falle von Werturteilen zumindest plausibilisieren), letztere ist Mittel zum Zweck.

      • Den wohl unzweifelhaft staatlich angezettelten letzten beiden deutschen Kriegen ging als erstes die vollständige Devatierung der genauso staatlichen Nationalzwangsmonopolwährung voraus, sie wissen das, ohne dieses wären diese – isf. doppelt (eigen-) bürgerbetrügerischen – Kriege überhaupt nicht möglich gewesen.

      • Das ist in beiden Fällen historisch nicht richtig. Beide Weltkriege waren anfangs leider populär, Kriegsanleihen wurden freiwillig gezeichnet und erste militärische Erfolge brachten Ressourcen. Not und Pleite kamen jeweils erst hinterher.

      • @Währungsmonopol, „Privatgeld“, gesetzliche Zahlungsmittel usw.:

        – Ich weiss nicht, wieso es notwendig ist mich als ‚Träumer‘ zu diffamieren („Sie träumen doch von Privatgeld.“) So gesehen, sind sie mindestens so einer von diesen ‚Träumern‘, als Sie von einer vorgeblich heilsbringenderen, nationaleren ‚D-Mark-Papiergeld-Welt‘ „träumen“.

        – Mir reichen diese Wikipedia-Zeilen hier http://de.wikipedia.org/wiki/Zahlungsmittel#Gesetzliche_Zahlungsmittel , aber wenn Sie das wünschen, stelle ich gerne eine Anfrage an geigneter Staatlicher Stelle, die dann sicher schlussendlich beantwortet, ob die Einführung einer ‚Dilger-Mark‘ staatsfunktionärsseitig ‚gestattet‘ würde.

        – Währungsmonopolistische Zustände wurden genauso künstlich geschaffen wie Postmonopolistische oder Telekommunikationsmonopolistische, entsprechend ‚logischerweise‘ werden diese irgendwann wieder überwunden werden (wann auch immer das sein mag), ’natürlich‘ sind Zwangsmonopolwährungen jedenfalls in keiner mir denkbaren Variante.

      • Kann es sein, dass Sie gar nicht wissen, was mit einem gesetzlichen Zahlungsmittel gemeint ist? Damit ist gemeint, dass eine auf Euro lautende Schuld immer mit Euro-Scheinen bezahlt werden darf. Damit ist nicht gemeint, dass alle Verträge auch in Euro geschlossen werden müssen. Wir könnten einen Vertrag auch in Dollar, Krügerrand, Bitcoins oder Ware gegen Ware abschließen. Daraus folgt, dass der von Ihnen erhobene Zwangsgeldvorwurf gar nicht zutrifft (vermutlich beten Sie irgendwelche libertären Klassiker nach, die über andere Zustände zu anderen Zeiten geschrieben haben).

    • Sie könnten mir mindestens unterstellen, dass ich den Text hinter dem von mir hier geposteten Link gelesen und verstanden habe. Ich verstehe perfekt, was sie sagen (auch wenn ich das teilweise für (überprüfbar falsch halte), ich finde allerdings den Umgang Ihrerseits in meine Richtung unangemessen bis respektlos. Nachdem ‚träumen‘ unterstellen Sie jetzt, dass ich „irgendwelche libertären Klassiker nachbete“, warum machen Sie das? Bei anderem Vorgehen würde es sich durchaus lohnen Ihren Standpunkt breiter und in einem größeren Rahmen darzustellen (wie früher bereits angedeutet), so aber verliert man schnell die Lust, dieses Vorgehen riecht fast schon dem üblichen (etwas ekligen) Mustern die (etwas gewöhnlichere) AfDisten in Facebook-Kommentarschlachten an den Tag legen, die jdf. ich bis dahin (wenn auch etwas anders gelagert) nur von Kommunisten kannte. Irgendwie ist das schade, aber vielleicht ist es das (neben der Sinnlosigkeit des Ansatzes, des Unterfangens) die ‚Lektion‘, die ich aus dem bisherigen Zeilenaustausch zu lernen habe: Ist in Ordnung, ich lerne, ich verstehe.

      • Sie greifen meine Ausführungen an, reagieren nicht auf Nachfragen, aber beleidigt auf Gegenpositionen, ohne Ihre nur behaupteten Argumente zu präsentieren. Entweder haben Sie etwas zur Sache vorzubringen oder Sie „diskutieren“ wirklich besser anderswo.

  5. Das es keine Liberalen mehr in der AfD gibt ist nicht richtig. Die “Bindestrich-Liberalen“ (Metz, Eibl, etc.), die nie Liberale waren, sonder Beliebige, – sind weg. Und das ist gut so

    Das eröffnet Chancen für klassisch Liberale bis Paläolibertäre Positionen, die auch in der FDP nicht möglich (siehe Schäffler) und bislang in Deutschland kaum entwickelt sind. Die “Österreicher“ wurden ja nicht nur von den nationalen Sozialisten vertrieben und verfolgt.

    • Die Lage der AfD schätze ich pessimistischer ein, beim Euroausstieg bin ich hingegen optimistischer. Sie meinen, dass der schnelle Entzug des unterbewerteten Euros ein ganz schwieriges Problem wäre, aber zumindest wirtschaftlich lässt sich das leicht vermeiden mit einer eigenen Währung, die man immer abwerten kann. Das hat natürlich Nachteile, doch die hat man jetzt auch, während eine eigene Währung die richtige Dosierung erlaubt (bei der die Exportüberschüsse verschwinden, aber nicht zu -defiziten werden).

  6. Was berechtigt Frau Petry eigentlich dazu, Herrn Lucke eine solche Forderung zu stellen? Seit wann liegt überhaupt ein persönlicher Führungsanspruch in der Tatsache begründet, dass man Gründungsmitglied einer demokratischen Partei ist? Frau Petry vermischt da wohl ein wenig ihre persönlichen Interessen mit dem Wohl der Partei.

    Zitat:
    AfD-Vorsitzende Petry verlangt Treueschwur von Lucke
    Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry verlangt von ihrem Vorstandskollegen Bernd Lucke einen Treueschwur als Signal, dass er die Partei weiter mit ihr führen will. „Ich erwarte von Bernd Lucke jetzt ein klares Bekenntnis zu meiner Person“, sagte Petry der „Bild“ (Donnerstag).
    Schließlich sei sie „genauso wie er Gründerin der AfD“. Petry bekräftigte: „Ohne eine starke Co-Vorsitzende geht es nicht.“ Gleichzeitig stellte Petry der gemeinsamen Zusammenarbeit im Vorstand ein schlechtes Zeugnis aus. Hier gebe es „noch großes Verbesserungspotenzial und Luft nach oben“, sagte Petry zu „Bild“.
    Wenn Lucke sein Versprechen vom Bremer Parteitag, künftig besser zu teamworken, ernst meine, dann sei es jetzt „an der Zeit“, dies zu demonstrieren. Sie gehe davon aus, so Petry weiter, dass Lucke wisse, dass er die Integration der verschiedenen Parteiflügel nicht alleine schultern könne. Auf die Frage, ob sie weiterhin bereit sei, bei den nächsten Vorstandswahlen hinter Lucke ins zweite Glied zurückzutreten, antwortete Petry: „Ich stehe zu diesem Kompromiss. Aber Bernd Lucke muss beweisen, dass er das auch tut. Das kann ich im Moment nicht erkennen.“
    Entsprechend erwarte sie ein kraftvolles Signal von ihm, dass er den Konsens weiter lebt. Petry bekräftigte: „Ich tue das – aber jetzt ist er am Zug“. Auf die Frage, ob Lucke unter den Delegierten überhaupt noch eine Mehrheit hat, antwortete Petry knapp: „Ich gehe davon aus.“ Allerdings sei die AfD „eine sehr dynamische Partei“ und es stünden noch Delegiertenwahlen in etlichen Landesverbänden an. Petry verknüpfte die Frage der Kooperation im Vorstand mit seiner Wiederwahl: „Wenn Bernd Lucke das Gebot zur Zusammenarbeit ernst nimmt, ist seine Wiederwahl mit Sicherheit nicht gefährdet.“
    © 2015 dts Nachrichtenagentur

  7. PPP haben so fleißig auf die Delegierten eingewirkt, da darf man schon einmal sauer sein, dass es jetzt eine Mitgliederversammlung geben soll. Das rechtfertigt auch, bestehende Kompromisse in Frage zu stellen, so aus deren Sicht. PPP geht es ja auch zudem nicht um die Partei, sondern um den eigenen Erfolg. Wie blöd war es doch, mit Lucke das BVerfG-Urteil zum Verbot des Kopftuchverbots zu begrüßen, wenn man dann von den „eigenen“ Leuten Haue kriegt. Da einigt man sich besser nicht auf eine gemeinsame Linie und kündigt lieber bestehende Kompromisse auf. Das eigene Heil geht eben immer über das der Partei und über das des Deutschlands sowieso, zumindest wenn man PPP ist, …

  8. Ohnehin erschließt sich einem nicht, worin der von Frau Frauke Petry für die Zukunft eingeforderte Führungsanspruch innerhalb der Alternative für Deutschland begründet liegen soll.
    Denn immerhin begründet sich ein zukünftiger Führungsanspruch innerhalb einer demokratischen Partei nicht in der Tatsache, dass man zur Zeit den Vorsitz dieser Partei innehat und zudem noch ein Gründungsmitglied dieser Partei ist.
    Wer eine demokratische Partei führt, entscheidet ausschließlich das oberste Organ nach eigener Fasson, sonst niemand.
    Wenn Frau Frauke Petry also wünscht, bei der nächsten Bundesvorstandswahl entsprechend berücksichtigt zu werden, dann ist es ihr gutes Recht als Mitglied der Partei, sich für die Wahl als Kandidatin aufstellen zu lassen.

  9. Wir hatten Pretzell als Landessprecher im Buvo, wir haben Petry als Landessprecherin im Buvo, wir haben Gauland als Landessprecher im Buvo, wir haben Adams als Landessprecher im Buvo.
    All das ist sind die Wurzeln des derzeitigen Übels, die im menschlichen Bereich zu suchen sind.. Keiner gönnt dem anderen etwas. Die von Luke angedeutete Mitgliederversammlung zur Wahl des Buvos ist die einzige wirksame Maßnahme, weitere Eskalationsszenarien zu vermeiden. Eine Satzungsänderung die eine Mitgliedschaft im Buvo ausschließt, wenn man Sprecher eines Landesvorstandes ist, ist ein parteienrettendes Mittel und sollte zusätzliche Wirkung erzielen. Wann, Herr Dilger, werden sie diesen Satzungsantrag in Gang bringen?

  10. Die AfD wurde als Euro-kritische Partei gegründet. Das ist ihr Markenkern! Sie ist bei diesem Thema derzeit aber einfach zu leise, wobei die aktuelle Diskussion um Griechenland und die beängstigende Geldmengenausweitung der EZB ihr eigentlich genügend Steilvorlagen liefern.

    Die AfD wurde auch als Alternative zu den Altparteien gegründet, die sich in ihren Inhalten inzwischen kaum noch unterscheiden. Widerstand gegen die unkontrollierte Zuwanderung, die Gewaltbereitschaft des radikalen Islam und eine völlig verfehlte Gesellschaftspolitik (Gender Mainstreaming, Übersexualisierung, ideologisierte Familienpolitik, …) müssen daher das zweite Standbein der AfD sein. Dabei muss die AfD durchaus aggressiv auftreten, um Gehör zu finden. Aber nur Protestpartei sein ist zu wenig!

    Es ist eine Unterlassungssünde der AfD, dass die Verabschiedung eines Grundsatzprogrammes so lange hinausgezögert wurde! Der aktuelle “Flügelstreit” hätte nicht derart eskaliert können, wenn klar wäre, welche Inhalte zur AfD gehören und welche nicht! Ich persönlich rechne mich keinem der beiden Flügel zu, denn ich will keine FDP-Kopie lediglich ergänzt um Euro-Kritik, aber auch keine Neuauflage der Republikaner. Auf keinen Fall will ich einen, für Rechts- und Linksextremisten gleichermaßen typischen, Anti-Amerikanismus, auch wenn derzeit in Washington ein sehr zweifelhafter Typ Präsident ist. Das wird sich wieder ändern.

    Die AfD ist noch eine junge Partei. Viele Mitglieder hatten zuvor keine Erfahrungen im Politikbetrieb samt Taktik und Strategie, bzw. im Umgang mit den Medien. Viele nehmen sich persönlich zu wichtig, manche gar sehen egoistisch Chancen für den schnellen Aufstieg. Unterschiedliche Ansichten und Temperamente sind normal. Überall. Aber die Mitglieder der AfD müssen unbedingt lernen, dass Politik ein Mannschaftsspiel ist. Streit, und den gibt es auch in jeder Familie einmal, muss hinter verschlossenen Türen ausgefochten und mit einem Kompromiss beigelegt werden. Alles andere nutzt nur dem politischen Gegner und schadet der eigenen Sache!

    Nur eine starke AfD kann die Altparteien thematisch vor sich her treiben und notwendige Veränderungen einleiten. Eine zweite Chance werden wir so schnell nicht bekommen!

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