Braunkohlesubventionen beenden

Deutsche Braunkohle ist die schmutzigste Art der Energieerzeugung, nicht nur hinsichtlich des umstrittenen Kohlendioxidausstoßes. Zugleich ist sie sehr teuer und ohne hohe staatliche Subventionen nicht wirtschaftlich, also eigentlich gar nicht. Die „Industrie wehrt sich gegen Regierungspläne“ zum Ausstieg, doch hier ist einmal ein Fall, wo die Regierung hart bleiben sollte.

20 Gedanken zu „Braunkohlesubventionen beenden

  1. Ihr heutiger BLOG scheint mir unter verschiedenen Aspekten nicht ideologiefrei zu sein- Herr Prof. Dilger. Das finde ich sehr bedauerlich.

  2. Wie weit mir bekannt wird Braunkohle nicht subventioniert. Steinkohle in Deutschland wird subventioniert (Ausstieg 2018) weil sonst Importkohle viel günstiger wäre. Selbstverständlich sind Kohlekraftwerke unter Einhaltung der gültigen Umweltgesetze wirtschaftlich zu betreiben!

    Reduktion von CO2 Emissionen sind ideologisch/politische Zahlen ohne fachlich bewiesenen Hintergrund. AKWs sind ad hoc abgeschaltet, Sonne und Wind werden forciert um jeden Preis, dadurch wird mehr Kohle verbraucht und neue Gaskraftwerke als unwirtschaftlich abgeschaltet. Es wird alles unternommen die möglichen Reserven am Schiefergas zu sabotieren obwohl man die heimische Gasproduktionsabfall durch Schieffergas kompensieren könnte. Schon die Versuche mit Schiefergas-Gewinnung werden verzögert oder verhindert!

    Bevor sich diese Regierung für irgend etwas stark macht muß man eine langfristige Energiepolitik planen. Und auch überlegen wie man von russ. Erdgas und -Öl sich unabhängig macht. Wir brauchen erstens billige und zuverläßige Energie. Fossile Energieträger + AKWs werden noch viele Jahrzehnte unsere Energie liefern, besonders in armen Ländern.

    • Natürlich wird nicht nur Stein-, sondern auch Braunkohle subventioniert (siehe z. B. hier, wobei insbesondere die niedrigere Besteuerung im Vergleich zu anderen Energieträgern eine eindeutige Subvention ist). Am besten wäre es, alle Energieträger gleich zu besteuern bzw. begründet nach ihren Umweltbelastungen. Die geplante zusätzliche Abgabe ist in diesem Sinne überhaupt nicht ideal und völlig ad hoc, weist aber trotzdem in die richtige Richtung.

      • Ich glaube nicht, dass man hier eine Diskussion über umstrittene Subventionen re. Braunkohle sachlich führen kann. Es ist eine Frage von Definitionen, direkte, indirekte etc. Mehr dazu von BMWI Seiten:

        http://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/P-R/Parlamentarische-Anfragen/4-32,property=pdf,bereich=bmwi2012,sprache=de,rwb=true.pdf

        Einerseits ist es eine Frage wie ein Land mit Energieresourcen und Bestandschutz umgeht, auf der anderen Seite steht z.B. ein Umweltministerium (auch als Lobby) mit überwiegend militanten, ideologischen Zielen (z.B. willkürliche CO2 Ziele). Wer berücksichtigt bei Berechnungen die Vorteile von Investition für eine Region oder Land oder stellt sie s.g. Subventionen gegenüber.

        Vergessen wir nicht:
        Deutschland ist mit 183 Millionen tonnen jährlich größte Braunkohleproduzent, vor Australien, Russland und USA. Nur die Vorräte in genehmigten und erschloßenen Tagebauen betragen 5000 Millionen tonnen oder reichen für 28 Jahre aus.

        Kohlebergbau in Deutschland beschäftigt 63000 Menschen. Strom wird zu 45% aus Kohle erzeugt.

        Weltweit wird erwartet, dass bis 2040 Energiebedarf um 35% ansteigt. Fossile Energieträger werden 2040 ca. 80% (60% Erdgas und Erdöl, 20% Kohle), Kernenergie 15% und Erneuerbarenenergien 3-4%, des weltweiten Energiebedarfes decken.

        Deutsche ineffektive Alleingänge sowie eine Tendenz zum Isolationismus sind idealistisch und ideologisch, aber besonders unverantwortlich gegenüber Bevölkerung.

      • Warum soll man das nicht sachlich diskutieren können? Warum hält Deutschland seine Braunkohlereserven nicht zurück, um jetzt billiger und zugleich ökologischer Gas und Steinkohle zu importieren? Subventionierte Arbeitsplätze kosten an anderer Stelle mehr Arbeitsplätze, was natürlich erst recht für die völlig überteuerten erneuerbaren Energien gilt.

  3. Der Vergleich hinkt aber etwas
    Ein Ökoinstitut hat mal vor ein paar Jahren ausgerechnet, dass es für die Braunkohle ca. 1 Mrd. direkte Subventionen gab, und 3,5 Mrd. „indirekte – als Folgeschäden für die Umwelt – zusammen also ca. 4,5 Mrd. Euro.

    Bei einer Produktionsmenge von ca. 160 Mrd. kWh ergibt das dann eine „Subvention“ von etwa 3 cent je kWh.

    Die normalen Herstellungskosten für Braunkohlestrom liegen irgendwo zwischen 3 bis 6 cent je kWh – je nach Auslastung des Kraftwerks.

    So gesehen ist Braunkohlestrom mit 6 bis 8 cent je kWh eher noch eine der billigeren Stromerzeugungsarten.

    Für den Strom aus den mittlerweile installierten 39 Gigawatt Solaranlagen zahlen wir z.B. 30 cent je kWh Herstellungskosten.

    PS: Das mit dem „schmutzig“ will ich garnicht relativieren.

    • Braunkohle ist viel billiger als Solarenergie im sonnenarmen Deutschland, gar keine Frage. Doch Gas ist z. B. billiger und umweltfreundlicher, wird aber höher besteuert. Auch Importkohle ist billiger und zumindest für die hiesige Umwelt viel besser.

      • Na ja – SO sonnenarm ist Deutschland ja nun auch nicht … 😉

        Das die gleiche Solaranlage, die in Deutschland 1.000 kWh pro Jahr erzeugt, in Afrika dann 1.700 oder 1.800 kWh erzeugen würde, ist natürlich schon ein Unterschied – bei den inzwischen jedoch DRASTISCH gesunkenen Preisen für die Anlage selber, ist der Unterschied dann auch nicht mehr so enorm (weswegen ja inzwischen auch dieses jahrelang so hochgejubelte „Strom aus Afrikanischen Solaranlagen“-Projekt still und heimlich zu Grabe getragen wurde – die Übertragunskosten nach Europa würden den bestehenden Preisvorteil inzwischen nämlich auffressen).

        Das Probleme der Solarenergie liegt inzwischen nicht mehr in deren reinen Erzeugungskosten (Neuanlagen produzieren ihren Strom in Deutschland immerhin inzwischen auch schon für ca. 10 cent je kWh), sondern darin, dass ab einer bestimmten Ausbaumenge – die liegt in Deutschland bei ca. 5% Erzeugerkapazität des Gesamtbedarfs über das Jahr, bzw. bei rund 35 bis 40 Gigawatt – die Speicherproblematik ins Spiel kommt.

        Aus dem Grund bricht auch seit 2014 der Solarneubau zusammen – und das, OBWOHL Solarenergie inzwischen so billig geworden ist. Man kann die Energie inzwischen schlichtweg nicht mehr verbrauchen, und müßte den Strom eigentlich wegschmeißen … 😉

        Bei Gas gebe ich Ihnen dann natürlich wieder recht. Statt die Abschaltung der Atomkraftwerke oder Kohlekraftwerken auf Teufel komm raus mit völlig überteuerter Solarenergie (gilt teilweise auch für Windanlagen) zu kompensieren, hätte man das übergangsweise mit Gaskraftwerken lösen MÜSSEN – sowohl aus Umwelt, aber ganz speziell aus Kostengründen.

        Aber inzwischen kommen wir in Deutschland aus der Nummer wohl nicht mehr raus. Selbst die AfD-Forderung nach Abschaffung des EEG – so richtig sie auch ist – kommt inzwischen eigentlich schon fast zu spät, weil sich das EEG inzwischen fast von alleine abschafft.

        Den Weg, den wir da in den letzten 5 Jahren beschritten haben – mit der 20jährigen Abnahmegarantie für maßlos überteuerten Strom – fällt uns gerade krachend auf die Füße.

  4. Mein Reden seit mehr als 30 Jahren.

    Die völlig sinnfreie Subvention des Kohle-Bergbaus ist ein Paradebeispiel für Korruption auch in Deutschland. Hier werden Wählerstimmen für die „Volksparteien“ und Subventionen für große Konzerne mit dem Steuergeld des Mittelstands erkauft.

  5. FORTSETZUNG:

    Wir müßen unterscheiden:
    – Abbau von Braunkohle in Deutschland, separat im Osten und im Westen
    – Betrieb von Kohlekraftwerken
    – Braunkohle in EU- und in D-Energiemix

    Subventionen bei Wind und Sonne sowie bei Kohle sind NO-GO! Subventionierte Steinkohleabbau soll schrittweise aufhören. Braunkohle solange nicht subventioniert soll im Energiemix bleiben. Es wäre wünschenswert Braunkohle über Zeit durch Erdgas/ Schieffergas zu ersetzen (Fracking, Flüßiggas, neue Lieferanten).

    Stromerzeugung in Kohlekraftwerken ist wirtschaftlich und strategisch völlig akzeptabel und sogar notwendig.

  6. Energiesicherheit für die Zukunft wird schwierig. Herstellung von Energie durch Kernspaltung ist ab 2022 nicht mehr möglich. Gas- und Ölfracking sind durch die Regulierungen nicht wirtschaftlich und auch zeitlich begrenzt. Abbaudauer durch Fracking allenfalls 20 Jahre. Steinkohle wird in 10 Jahren auch nicht mehr vorhanden sein. Durch die EU Erweiterung ist die Nutzbarmachung der Braunkohle für die nächsten 50 Jahre gesichert. Es ist aber verheerend, wenn man sieht, wie ganze Dörfer im Osten in der Planung verschwinden, und auch im Raum Köln ist die Wohnsicherheit noch nicht geklärt.

    • Deutschland ist in jedem Fall auf Energieimporte angewiesen. Vermutlich verschandeln wir die deutsche Landschaft weiter durch Windräder, um dann zu Spitzenzeiten das Ausland für die Abnahme des Stroms zu bezahlen, von dem wir ansonsten den Strom aus unsichereren Atomkraftwerken beziehen.

      • Leider kann man aber durch Windräder Geld verdienen – viel Geld … 😉

        Bei uns in Brandenburg regt sich zwar gerade flächendeckender Widerstand – und die alten Windplanungsgebiete kommen neu auf den Tisch – bis das aber durch die Parlamente durch ist, haut jetzt jeder noch so schnell wie möglich ein Windrad nach dem anderen auf die Acker- und Gemeindeflächen.

        Nicht umsonst ist ja der Winadanlagenausbau im letzten Jahr um über 100% gewachsen. Nachdem der Goldesel Solaranlagen sein Leben aushaucht, hat man sich dann eben auf den zweitlukrativsten Markt gestürzt.

        Windenergie – allerdings in anderer Form – könnte allerdings durchaus ein gewichtiges Wörtchen in der zukünftigen Energieversorgung zu bezahlbaren Preisen mitreden (das ist dann der Unterschied zur Solareneregie – deren Scheitern stand von Anfang an fest). Ich beobachte da seit zwei Jahren die Fortschritte im Bereich „Kite-Segel“.

    • Herr Krebs, für mein Verständnis muss ich festhalten:
      a. Kernenergieproduktion ist möglich, nur von Politik gegen frühere Zusicherungen gestoppt.
      b. Steinkohle wäre auch nach 2019 vorhanden ist aber schon heute nicht wirtschaftlich.
      c. Braunkohle ist in D. mit Sicherheit noch 28 Jahre zu fördern, mit neuen Projekten noch wesentlich länger. Weltweit ist Kohle als Energieträger über hunderte von Jahren vorhanden.
      d. Fracking in Erdöl und Erdgasbohrungen ist wirtschaftlich und wir angewendet nach Bedarf. Schiefergasproduktion in D. muß getestet werden ob es wirtschaftlich machbar ist. Falls ja, könnte man abfallende heimische Gasproduktion bis 100 Jahre ersetzen.

      Energiesicherheit in Deutschland wird nur schwierig wenn man mehrere Fehler hintereinander akkumuliert und immer fest in s.g. Erneuerbarenenergien glaubt.

  7. Eine sachliche Diskussion re. Braunkohle verlangt mindestens mehrere informierte Teilnehmer. Und mit informiert meine ich auch Detailinfo über Gesetze und offiziele Berichte. Vielleicht ist es möglich?

    Ein Braunkohle-Ausstieg in Deutschland ist absurd. Erstens sind alle Projekte genehmigt und entwickelt. Genehmigt bedeutet auch unter berücksichtigung der Umwelt und Naturschutzgesetze! Sichere Vorräte für min. 28 Jahre sind vorhanden. Alle Projekte sind unter vorausgesagten Bedingungen wirtschaftlich.

    Es gibt keine rechtliche und sachliche Grundlage Braunkohle zu verteufeln! Es ist ein ideologischer Kampf wo Ideologen und Wind und Sonne Lobbysten Deutschland de-industialisiern! Auf unsere Kosten.

    • Ich bin sicher kein Lobbyist der absurden Subventionen für Wind- und Solarenergie in Deutschland. Ich bin aber eben auch kein Lobbyist der ungerechtfertigten Vorteile für die heimische Braunkohle. Zu diesen Vorteilen gehören auch die massiven Enteignungen privater Grundstücksbesitzer in den Abbaugebieten.

  8. Ich glaube nicht, dass hier richtige Lobbyisten aktiv sind. Sie sitzen in Parteien, Politik, Ministerien etc.
    Egal was Deutschland macht und verbietet, es hat keinen Einfluss auf Weltklima! Deswegen dürfen drastische Klimaziele in Deutschland nicht auf Kosten des Industriestandortes geplant werden.

    Deutsche Politik benimmt sich wie ein Geisterfahrer. Ausstieg aus Brauenkohle wäre eine unbegründete, einsetige Massnahme auch wenn Brauenkohle subventioniert wäre. Brauenkohlestrom würde ich nie als sehr teuer bezeichnen.

    • Es ist richtig, dass Deutschland keinen Einfluss auf das Weltklima hat. Die deutsche Braunkohle hat aber in mehrfacher Hinsicht einen negativen Einfluss auf die Umwelt hierzulande. Der Ausstieg aus der Braunkohleförderung wäre nicht unbegründet, sondern ökonomisch und ökologisch richtig. Das gilt auch für die viel teurerer Förderung von Wind- und Sonnenenergie, die in der Tat rein ideologisch begründet ist. Etwas anderes ist die Forschungsförderung, wie sich günstig und umweltfreundlich Energie gewinnen lässt.

  9. Pingback: Subventionen statt Abgabe für Energiekonzerne | Alexander Dilger

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