Island gibt der EU einen Korb

Island will jetzt offiziell nicht mehr in die EU“. Die Bewerbung wurde jetzt zurückgezogen. Vordergründung ging es um Fischereirechte, doch die EU wird insgesamt unattraktiver, nicht zuletzt wegen des Euro und der Eurorettungspolitik (die Isländer haben ihre Bankenkrise besser gelöst, nämlich durch Insolvenz der Banken statt des Staates). Eine Volksabstimmung dazu hätte ich trotzdem aus grundsätzlichen Gründen begrüßt.

8 Gedanken zu „Island gibt der EU einen Korb

  1. (1) Eurorettung durch „Insolvenz der Banken“. Als Naturwissenschaftler kann ich mir darunter nicht so recht etwas vorstellen. Wer sind die Gläubiger und was wird aus ihren „Titeln“? Im Fall von Argentinien sehen wir, dass auch Jahrzehnte nach einer (Staats)Insolvenz noch Forderungen fällig gestellt werden.
    (2) Das die EU für viele Länder nicht mehr attraktiv ist, kann ich nachvollziehen. Und am Beispiel von Norwegen sieht man auch, dass ein Land auch ohne EU und Euro sehr attraktiv sein kann. Hier gab es vor einigen Tagen schon einmal die Diskussion über Auswanderung. Ich würde (werde???) gerne nach Norwegen auswandern. Island gehört wie auch Norwegen zu den skandinavischen Ländern, und dort ist die Zufriedenheit der Bevölkerung am Größten.

    • Es geht nicht um „Eurorettung durch ‚Insolvenz der Banken'“, sondern Insolvenz der Banken statt der Staaten. Warum sollen die Steuerzahlen dafür haften, wenn Banken sich verspekulieren? Bei einer ordentlichen Bankeninsolvenz verlieren die Eigentümer alles und die Gläubiger einen Teil ihrer Forderungen. Das Risiko sind sie aber selbst eingegangen und haben dafür eine Zinsprämie erhalten. Dabei würde ich auch noch zwischen Großgläubigern und Kleinsparern unterscheiden. Letztere sollten erst nachrangig haften oder doch von den Steuerzahlern gerettet werden.

  2. Ich begrüsse diese Entscheidung ausserordentlich! Ich hoffe, daß sich mit der Zeit noch mehr Nationen dazu bekennen. Die „EU“ vergewaltigt die einzelnen Länder , die im Verbund sind – die USA fordert da ihren Tribut! Zu Zeiten der EWG lief alles bestens und so könnte es heute auch weiterhin laufen und WIR (DEutschland) verhandeln und leben einfach ganz normal mit den Russen! UND das klappt auch – die Deutschen stehen den Russen mental/geschichtlich – wesentlich näher als den USA – nur die USA wollen dies nicht – WIR müssen aufwachen!!!!!!!

    • Dass mit der größeren Nähe zu Russland statt den USA sehe ich, von der Geographie abgesehen, anders. Die Bundesrepublik Deutschland ist fest im Westen und dessen Wertesystem verankert. Die USA wurden auch ganz wesentlich von deutschen Zuwanderern geprägt, während die meisten Russlanddeutschen inzwischen wieder zurückgekehrt sind. Das bedeutet nicht, dass es nicht auch wesentlichen Schnittmengen mit dem russischen Volk gibt, aber zum Glück nicht mehr mit Putins Gewaltherrschaft.

    • EWG ab 25.03.57 (Römische Verträge), durch Vertrag von Maastricht am 07.02.92 wurde die EWG ab 01.11.93 in EG umbenannt. Nur zur Erinnerung:
      Kalter Krieg v.1947-1989 ist zeitlich fast deckungsgleich mit EWG-Periode. Es war eine Konfrontation zwischen Westen und Kommunismus. Europa verdankt heutige Entwicklung und Freiheit nur NATO (gegründet 04.04.49), hauptsächlich USA.

      EWG Zeiten/Kalter Krieg waren außenpolitisch voller Spannungen. Es gab viele Krisen, z.B. Kubakriese, Budapest 1956, Prag 1968, Afganistan ab 1979 etc. Heute erleben wir als Demokratie wieder eine Konfrontation mit einem totalitärem, aggressiven Regime in Russland. Diese Konfrontation ist durch russische Krim-Annexion und Invasion der Ostukraine entstanden. Beide Systeme sind nicht kompatibel, System-Putin fürchtet eine Demokratisierung Russlands und führt ein Kampf gegen Zivilgesellschaft im eigenem Land.

      Bevölkerungen Deutschlands und Russlands haben ziemlich unterschiedliche Mentalitäten! Massive Propaganda in Russland versucht die Bevölkerung gegen den Westen zu beeinflussen.

  3. Lassen wir uns doch einmal auf der Zunge zergehen, was Herr Kornblum bei Günther Jauch so treffend klarstellte: „es ist vollkommen egal wenn Europa verhandelt, die Macht liegt in Amerika“. Richtig! Die USA sind Kriegstreiber.

    Solange Ukraine an die „Krimverträge“ mit Russland gebunden ist (2047) sollte der Westen das respektieren und weder eine EU- noch Nato-Mitgliedschaft anbiedern. Ich werde das Gefühl nicht los, dass die USA ihre 6. Flotte schon in Jalta oder Kertsch liegen sehen.

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