Zeitschriftenartikel und -ranking erschienen

Heute erhielt ich die Nachricht, dass der Beitrag „The value of sporting success to Germans: Comparing the 2012 UEFA Championships with the 2012 Olympics“ von Frau Dr. Pamela Wicker, Frau Dr. Stephanie Kiefer und mir beim Journal of Business Economics (JBE), der früheren Zeitschrift für Betriebswirtschaft (ZfB), vorab online erschienen ist. Eine vorherige Version ist als Diskussionspapier frei zugänglich (siehe ‚Untersuchung und Umfrage zum Wert von sportlichem Erfolg‘).

Außerdem ist heute das neue Ranking VHB-JOURQUAL3 veröffentlicht worden. Darin wird das JBE zum Glück weiter als B-Journal gerankt. Das Journal of Economic Behavior and Organization (JEBO) bleibt darin auch ein A-Journal, womit der Beitrag „Corporate governance and employee power in the boardroom: An applied game theoretic analysis“ zusammen mit PD Dr. Benjamin Balsmeier und Dr. Andreas Bermig zumindest nach diesem Befragungsranking mein höchstrangiger bleibt. Allerdings hat dieses Zeitschriftenranking weiterhin das Problem, gleichzeitig die internationale und die nationale Bedeutung von Zeitschriften erfassen zu wollen, wie ich in meinem Beitrag „Befragung der Kommission Hochschulmanagement zu VHB-JOURQUAL“ in Betriebswirtschaftliche Forschung und Praxis (BFuP) darlege. Die BFuP ist jetzt immerhin verdientermaßen zu einem C-Journal aufgewertet worden.

11 Gedanken zu „Zeitschriftenartikel und -ranking erschienen

  1. Hat eigentlich die Umstellung auf die englische Sprache dazu beigetragen, dass die Zeitschrift, Pardon, das Journal von mehr Menschen im Ausland gelesen wird? Wie ich nachgeprüft habe gibt es nachwievor nur einen deutschsprachigen Wikipedia-Artikel über das Journal.

    • Mir liegen dazu keine Zahlen vor. Ich vermute, dass die Zeitschrift insgesamt weiterhin vor allem im deutschen Sprachraum genutzt wird. Die einzelnen Artikel können jetzt allerdings weltweit gelesen werden. Ebenfalls gestern hatte ich eine Anfrage nach einem älteren Artikel von mir, bei dem der spanischsprachige Doktorand nicht wusste, dass er auf Deutsch ist, weil er nur die englischsprachige Zusammenfassung gelesen hatte.

      • Ein sicherlich älterer Artikel, ich weiß nicht wie sich das inzwischen entwickelt hat, doch die Kosten finde ich schon bemerkenswert, zumal wenn ich lese, dass auch Doktoranden aus Spanien oder gar Griechenland mit wenig Forschungsgeldern evtl. dadurch benachteiligt werden, was auch zu einem evtl. anderen Rangking führen kann, oder?

        Zitat: Die Autorenentgelte müssen oft als demagogisches Argument gegen Open Access herhalten, denn auch viele konventionelle Buch und Journalverlage verlangen Autorengebühren in z.T. beträchtlicher Höhe (bis zu um 2500 Euro),….

        http://www.heise.de/tp/artikel/31/31020/1.html

      • Für 3.000 Dollar bzw. 2.200 Euro hätten wir den JBE-Artikel auch mit Open Access veröffentlichen können, so dass jeder dort ohne Bezahlschranke den Artikel lesen könnte. Obwohl ich das aus meinem universitären Budget bezahlen könnte, finde ich das viel zu teuer, zumal der Inhalt auch auf andere Weise umsonst zugänglich ist. Fachzeitschriften, die solche Gebühren allein fürs Veröffentlichen verlangen, sind in der Regel unseriös. Dagegen gibt es auch gute Zeitschriften mit Einreichegebühren, die vor dem Begutachtungsprozess unabhängig von dessen Ergebnis bezahlt werden müssen (um zu viele und vor allem schlechte Einreichungen abzuhalten).

  2. Herr Dilger, ich gestehe, dass ich nicht wußte, dass es solche Ranking gibt, mehr noch, wie sie zustande kommen.

    Daher meine Frage an Sie, werden solche Vorkommnisse, wie in dem Artikel der Zeit berücksichtigt, besser gesagt, fallen die dann ehr auf ?

    Zitat: Der Informatiker Cyril Labbé von der Universität Grenoble hat jetzt einen Fall aufgedeckt, wonach es 120 computergenerierte Artikel in den Jahren 2008 bis 2013 in Fachzeitschriften für Informatik schafften. Ihr Inhalt: kompletter Unsinn.

    http://www.zeit.de/wissen/2014-02/wissenschaftsverlage-zufallsgenerierte-fachartikel

    Wird durch so ein Rangking auch berechtigte Kritik an der Qualität von Forschung sichtbar?

    Zitat: Wir stümpern, wo Wissen entstehen sollte
    http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/gerd-antes-kritik-des-cochrane-direktors-an-deutscher-forschung-a-942323.html

    Zitat :Wissenschaftselite beklagt zu viel Forschungsmüll
    http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/lancet-spezial-fuer-mehr-qualitaet-in-der-wissenschaft-a-942328.html

    Kann also Ihre Ausarbeitung letztlich für besser eingesetzte Forschungsgelder führen ?
    Wie können Bürger und auch Politiker mit geringer akademischer Bildung hier Hinwese bekommen auf „schwarze Schafe“ in der Wissenschaft?

    • Zu den Rankings selbst kann ich die nächsten Tage einen eigenen Blogbeitrag bringen. Das ist ein interessantes Thema, zu dem ich auch etwas geforscht habe. Für sich genommen verhindern sie keinen wissenschaftlichen Betrug. Personenrankings könnten sogar zu Betrug anreizen oder zumindest die Betrüger auf vordere Plätze ins Licht rücken (so ähnlich wie in der Politik…). Ob Rankings zu mehr oder weniger „Forschungsmüll“ führen, ist umstritten und hängt wohl von der Ausgestaltung und Verwendung ab. Für Laien, zu denen nicht nur Politiker, sondern auch die Hochschulleitungen und sogar Wissenschaftler anderer (Teil-)Disziplinen gehören, liefern Rankings einfach verständliche Informationen, wer oder was höher gerankt ist. Ob das immer die besseren Wissenschaftler bzw. Fachzeitschriften sind, ist eine ganz andere Frage.

      • xx liefern Rankings einfach verständliche Informationen, wer oder was höher gerankt ist xx

        Aber für mich als Beobachter ist das doch genau der Punkt. Nach welchen Punkten erfolgt ein Rangking. Bei Sportlern nach Platzierung, bei der Musikindustrie nach verkauften Tonträgern.

        Wie Sie in einem anderen Kommentar zu Veröffentlichungen sagen :
        Obwohl ich das aus meinem universitären Budget bezahlen könnte, finde ich das viel zu teuer, zumal der Inhalt auch auf andere Weise umsonst zugänglich ist.

        Würde ein Rangking einer Zeitung durch teure Veröffentlichungskosten ein höheres Rangking möglich, dies im Bezug zu der Aussage von Ihnen :

        Ob das immer die besseren Wissenschaftler bzw. Fachzeitschriften sind, ist eine ganz andere Frage.

        Wenn ich bei google ein hohes Rangking haben will, zahle ich, egal wie gut mein Angebot ist. Ist das so auch möglich in dem von Ihnen angesprochenen wissenschaftlichen Bereich ?

        Wäre es nicht sinnvoll für Akademische Berufe, Rechtsanwälte, Ärzte, Forscher ein Sternesystem wie bei Hotel`s zu entwickeln?

        Für den Bürger stellt sich doch immer wieder die Frage, wie gut ist mein Arzt, mein Rechtsanwalt. Für Studenten/Schüler evtl. wie gut ist der Prof. oder Lehrer.

        Und ein Rangking von Zeitschriften und TV Medien, ich meine alle Zeitschriften und alle Sender die es gibt im Bezug auf Politik, Wissenschaft , Sport wäre doch auch mal interresant.

        3Sat zu Phönix oder ARTE. Spiegel zu Focus.

        Würde das nicht die Medien und Akademiker herausfordern ? Zum Vorteil der Bürger ?

  3. Das VHB-Ranking 2015 ist für mich ein Schlag ins Gesicht der Ökonomen und der Bewertung von wissenschaftlicher Leistung! Drei Beispiele für meine zukünftige Missachtung das Rankings: 2 Mitglieder stufen „DER BETRIEB“ auf A+ ein; ein seit 2011 eingestelltes Journal wird von D auf C hochgestuft (Zeitschrift für Management); „Finanz-Rundschau“ von E auf C obwohl 46% der Meinung sagen, dass es eine nicht wissenschaftliche Zeitschrift ist!!!!! Hauptsache Jahrbücher für Nationalökonomie (seit 1862) gar kein Ranking. Hier wird zahrleiche wissenschaftliche Leistung abgeschrieben. Großes Kopfschütteln ‬

    • Ihr Kommentar zur Zeitschrift „Der Betrieb“ trifft zu.

      Die Kritik an der Einordnung der „Finanz-Rundschau“ teile ich entschieden nicht. Die Tatsache, dass 46% der Teilnehmer der Ansicht sind, dass die FR keine wiss. Zeitschrift sei, ist schlicht lächerlich.

      Jeder in dem Bereich der Steuerlehre/ des Steuerrechts tätige Wissenschaftler und/oder wissenschaftlich orientierte Praktiker weiß, dass eine Einordnung der FR als „nicht wissenschaftlich“ in jeder Hinsicht unzutreffend ist. Jeder möge sich einmal die Themen der Aufsätze anschauen und dann versuchen darzulegen, warum diese nicht wissenschaftlichen Ansprüchen genügen. Zudem möge man sich die Autoren der FR ansehen und versuchen dazulegen, warum diese scheinbar nicht wissenschaftlich publizieren wollten/konnten.

      • Die Finanz-Rundschau kenne ich nicht gut genug, aber weder Themen noch Autoren sind für Wissenschaftlichkeit hinreichend, sondern dabei geht es vor allem um Methoden. Dieser Blog ist z. B. nicht wissenschaftlich, obwohl er von einem Wissenschaftler geschrieben wird und viele (nicht alle) Themen auch wissenschaftlich relevant sind. Praktiker-Zeitschriften müssen nicht schlecht sein, wobei die Grenze zur angewandten Wissenschaft natürlich fließend ist.

        Beim Blick auf die Zeitschrift im Ranking ist mir jedoch noch etwas aufgefallen. Bei der Einstufung nach der Median-Bewertung werden die Einstufungen unterhalb von D als nicht wissenschaftlich offensichtlich nicht mitgezählt, sonst wäre die Finanz-Rundschau D statt C.

  4. Pingback: (Wissenschaftliche) Rankings | Alexander Dilger

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