Volksvertreter einig gegen das Volk

Morgen wird der Bundestag mit übergroßer Mehrheit das nächste teure Eurorettungspaket für Griechenland beschließen, um den faulen Kompromiss der Euro-Gruppe zu finanzieren (siehe ‚Fauler Kompromiss verschiebt Grexit‘). Die SPD will komplett diesem Unsinn zustimmen, der nicht nur den deutschen Steuerzahlern und Leistungsempfängern schadet, sondern auch den normalen Menschen in Griechenland. Die Banker und Milliardäre sind inzwischen auch der Linkspartei wichtiger als die Arbeiter und Arbeitslosen. Von den Grünen erwartet man gar nichts anderes mehr und die einzige parlamentarische Opposition findet sich bei einem versprengten Haufen von Unionspolitikern rund um Herrn Wolfgang Bosbach, der wohl demnächst das Handtuch werfen wird (statt zur AfD zu wechseln, die seine vernünftige Sicht der Dinge teilt).

In der Bevölkerung setzt jetzt jedoch ein Umdenken ein. „Über ein Drittel der Deutschen will Euro-Austritt“, sagt eine neue Studie italienischer Meinungsforscher. „36,8 Prozent der Befragten waren der Meinung, dass der Euro ’nur Komplikationen‘ gebracht habe und abgeschafft werden solle. Nur 13 Prozent waren der Meinung, dass der Euro nur Vorteile gebracht hat.“ Leider wird im Bundestag nur noch Politik für die 13 Prozent gemacht, während die 36,8 Prozent der Euro-Gegner nur auf die AfD hoffen können, die auch den großen Rest von Euro-Kritikern anspricht. Völlig erstaunlich ist es, dass angesichts der ständigen Lügen und falschen Versprechungen „in Deutschland noch etwa die Hälfte der Befragten (53,4 Prozent) angab, den EU-Institutionen zu vertrauen“. In anderen Ländern ist dieses Vertrauen viel geringer. Allerdings ist dort auch die Gegnerschaft zum Euro weniger verbreitet, vielleicht weil man dort für dessen Rettung höchstens formal, aber nicht faktisch bezahlen muss (obwohl man auf andere Weise unter dem Euro leidet).

Eine etwas ältere Studie noch vor dem faulen Kompromiss zeigt, dass ein Grexit noch viel populärer ist als eine komplette Abschaffung des Euro. Jeder zweite Deutsche plädiert für Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone“:

In einer Umfrage des Erfurter Meinungsforschungsinstituts INSA sprachen sich 48 Prozent der Befragten dafür aus, dass Griechenland den gemeinsamen Währungsraum verlässt. Für den Verbleib der Griechen sind nur 29 Prozent, fast jeder vierte Befragte (23 Prozent) ist unentschlossen.

Dabei vertreten die etablierten Parteien im Bundestag nicht nur die Wähler allgemein nicht mehr, sondern die Regierungsparteien entscheiden auch gegen die Mehrheit ihrer eigenen Anhänger, die sich das hoffentlich nicht mehr lange gefallen lassen:

Die meisten Befürworter eines Grexit finden sich bei der AfD. Unter ihren Anhängern sprachen sich 82 Prozent dafür aus. Bei der Union sind es immerhin 47 Prozent, und bei der SPD 43 Prozent. Bei den Wählern der Grünen, der Linken und der FDP ist die Mehrheit für einenVerbleib Griechenlands in der Euro-Zone – mit 47, 41 beziehungsweise 40 Prozent.

43 Gedanken zu „Volksvertreter einig gegen das Volk

  1. Das Fähnlein der 22 Aufrechten in der CDU könnte natürlich auch der Versuch sein, einen Rest von Glaubwürdigkeit zu retten, indem man sagt: Sehet her, auch bei uns gibt es Euro-Rettungsgegner.
    Anyway – es tut nicht weh bei Zustimmung der restlichen fast 100 %.

  2. 84% der 106000 FAZ-Leser ist für Grexit!
    Wie sich AfD heute darstellt, wäre es bestimmt keine Partei für einen seriösen und professionellen Herrn Bosbach. Wie Roland Tichy heute schrieb:
    „Fast beginnt man sich in Deutschland nach einem Tsipras zu sehnen, einem jungen Bosbach, der einfach sagt: „Nein! Wir machen da nicht mehr mit. Kann ja sein, dass es schwierig wird. Aber Schluß jetzt mit der blinden Durchwinkerei.“
    A propos, Frau von Storch organisiert eine Protestaktion gegen EZB in Frankfurt 14./15.03.(zivilekoalition.de). Es ist richtig, man muss gehört und gesehen werden!

  3. Herrn Bosbach und andere CDU/CSU-Mitglieder kann man nicht auf die Frage der Eurokritik reduzieren. Ehrlich gesagt mutet es albern an, dass ausgerechnet ein fanatischer Überwachungsstaats-Anhänger plötzlich das Grundgesetz entdeckt, wenn es um ein anderes Thema geht. Gerade Sie als Liberaler werden es sich nicht wünschen, dass jemand wie Herr Bosbach in der AfD Akzente setzt. Auch Herr Gauweiler fiel in der Vergangenheit mit hohen Fehlzeiten und steilen Thesen zum Umgang mit AIDS-Kranken auf.

    Natürlich wäre die Idee, dass genügend Unions-Abgeordnete zur AfD überlaufen und Letzterer eine eigene Fraktion ermöglichen, sehr reizvoll. Hierzu müsste man selbigen, sofern sie nicht aus der Politik auszuscheiden gedenken, allerdings sichere Listenplätze für 2017 offerieren und sich zudem für Berufspolitiker öffnen. Auch wenn man kritische Stimmen wie Herrn Bosbach vermissen wird, ist es doch von Vorteil, wenn die CDU sich nicht mehr hinter ihm verstecken kann. Für viele nicht so politikinteressierte Zeitgenossen wird es so aussehen, als vertrete Herr Bosbach die CDU-Position.

    Was den Bundestag betrifft so will ich Sie daran erinnern, dass 2013 über 95% der Wähler (Nichtwähler also nicht eingeschlossen) die AfD nicht haben wollten. Wenn Leute für Volksabstimmungen und gegen Eurorettung sind und trotzdem CDU und SPD wählen, dann sind sie selbst schuld und haben auch die Kosten zu tragen. Der Bundestag exekutiert hier lediglich den bei der Wahl ausgedrückten Volkswillen. (Repräsentative statt direkte Demokratie.) Die AfD hat 2013 richtig vorhergesagt dass Griechenland ein Fass ohne Boden und der Euro aufgeweicht werden würde. Ich habe damals AfD gewählt, die meisten anderen nicht. Was jetzt passiert, wurde damals entschieden. Für Schadenfreude besteht allerdings kein Anlass.

    Letzte Woche habe ich noch Umfragen gesehen, laut denen 63% der Deutschen und die Mehrheit der Niederländer Griechenland aus dem Euro schmeißen wollen, habe diese aber jetzt nicht zur Hand.

    In anderen Ländern wird mehr über die ständigen EU-Skandale berichtet. In Deutschland sind die Menschen schlicht weniger informiert und daher der EU mehr zugetan. Es ist eine mediale Manipulation durch Weglassen. Gleichzeitig ist „Europa“ für einen Teil der Deutschen eine bequeme Ersatzidentität, um sich geistig von den Nazi-Verbrechen reinzuwaschen. (In Österreich haben die Leute einfach nach dem Krieg entdeckt, dass sie keine Deutschen sind; und so sind Bundesdeutsche eben auch keine Deutsche, sondern Plastik-Europäer.) Natürlich ist das töricht, denn das Deutschland des Grundgesetzes ist einer der größten Schätze der Welt: Es verkörpert den Wandel einer autoritären und gefährlichen Gesellschaft zu einer Rechtsordnung mit hohen moralischen Ansprüchen und einer antimilitaristischen Gesellschaft im beliebtesten Land der Erde. So etwas ist ein hoffnungsspendendes Vorbild für den Rest der Menschheit und ganz sicher nichts, das man einem auf Willkür, Zwang und Angst basierendem EU-Übergebilde opfern sollte.

    Die Abstimmung im Bundestag erfolgt namentlich. Man könnte die Namen der Ja-Sager inklusive deren Wahlkreise als Liste der Schande ins Internet stellen. Sollen die Leute doch wissen, wer gegen sie abstimmt. Wenn die Abgeordneten öffentliche Mail-Adressen haben so kann man diese dazu schreiben. So wird die Politik dann etwas bürgernäher.

    Außerdem wird hier deutlich, dass die FDP eine Partei für Gelegenheitswähler ist, und keine der Marktwirtschaft.

    • Natürlich ist Herr Bosbach kein Liberaler, aber als ehrlicher Konservativer spricht er sich offen gegen den Euro aus und gehört daher eigentlich in die AfD.

      Es ist richtig, dass 2013 „nur“ 4,7 % der Wähler die AfD gewählt haben. Das ist aber ein phantastischer Wert für eine ganz neue Partei. Daraus können Sie auch nicht schließen, dass die anderen 95,3 % die AfD nicht haben wollten. Viele kannten die AfD noch gar nicht, andere wollten ihre Stimme nicht „verschenken“ für eine neue Partei, die sie für chancenlos hielten. Die 95,3 % der Wähler, die nicht für die AfD gestimmt haben, waren auch nicht alle für den Euro und die Eurorettungspolitik, schon gar nicht in der heutigen Form. Die Wähler wurden und werden belogen. Es dauert eben seine Zeit, bis sie das merken und dann auch die Konsequenzen ziehen (ähnliches gilt doch auch bei Charlatanen innerhalb der AfD).

      Da fast alle Bundestagsabgeordneten heute für den Unsinn stimmen (der indirekt über die EZB noch viel mehr kostet), bringt es wenig, diese namentlich herauszuheben. Wir könnten eher die wenigen Abweichler namentlich loben und zum Übertritt in die AfD einladen. Die FDP hat schließlich ihre Glaubwürdigkeit und viele Eurokritiker verloren, so dass beim kleinen verbliebenen Rest die Eurofans überwiegen, denen Marktwirtschaft und Rechtsstaatlichkeit egal sind.

    • Nur ein Paar kleine Bemerkungen:

      a. Im Augenblick wo FDP sich programmatisch klar positioniert ist es eine Partei für Marktwirtschaft und Freiheit. Liberale Positionen werden von AfD immer weniger vertreten! Im Unterschied zu FDP vertritt AfD manche umstrittene, wenn nicht „unappetitliche“ Gedanken.

      b. Ob Deutschland eine der beliebtesten Länder dieser Welt ist bezweifle ich. Für Touristen, Bauern aus Afrika, Akademiker, linke Ideologen, Investoren? Für Auswanderer, Akademiker und Investoren ist USA beliebter schon weil man mehr Freiheit und Chancen, aber auch Risiken, hat. Bestreben mancher Menschen „Rest der Menschheit“ glücklich zu machen, auch wenn sie es nicht wollen, ist nicht sympathisch und akzeptabel!

      c. Pazifismus kann nur jemand predigen der unter einem „Schutzschirm“ lebt.

      • Die FDP faselt von Marktwirtschaft und Freiheit, doch wo es darauf ankommt, handelt sie dagegen. In der letzten Legislaturperiode war sie stark an der Bundesregierung beteiligt. Nennen Sie mir auch nur ein wichtiges liberales Anliegen, welches sie dort umgesetzt hat. Dafür hat sie die Eurorettungspolitik und den ganzen anderen Mist mitgetragen.

        Wo vertritt die AfD „unappetitliche“ Gedanken? Es gibt einen Haufen Wirrköpfe in der Partei, aber diese sind nicht die Partei und können auch nicht für diese sprechen. Dagegen gehen in der FDP die Probleme direkt von der Spitze aus und waren zumindest zu meiner Zeit die normalen Mitglieder liberaler als diese.

      • Prof.Dilger,

        Wenn ich heute die Situation betrachte glaube ich , dass FDP mehr Potenzial als AfD hat. Einzige Trumpf von AfD ist Euro- und Europakritik. Es muss etwas sein was FDP für Wähler attraktiv macht, und es sind nicht die drei Damen die doch etwas frischer als AfD Spitze wirken!

        Unappetitlich sind für mich die Funktionäre die bei Russia Today auftretten, Putin rechtfertigen, russische Botschaft besuchen, Pegida und Terror in Paris instrumentalisieren, Die Linke Gedanken und extreme Nationalismus weiter transportieren! Unappetitlich sind für mich die Mitglieder die Verschwörungstheorien verbreiten, Chauvinismus und Ausländerhass zeigen, Andersdenkende mobben , Antiamerikanismus schüren und liberale Kolibris hassen. Solche Menschen sind keine Einzelfälle in AfD.

      • Eine unreformierte FDP mit einem Pleitier auf Staatskosten an der Spitze hat aus meiner Sicht kein Potential.

        Es handelt sich leider nicht nur um Einzelfälle in der AfD, die problematisch sind, trotzdem sind die offizielle Beschlusslage und die echte Parteispitze davon nicht betroffen. Sollte sich das ändern, werde ich meine Mitgliedschaft in der AfD überdenken müssen. Bis dahin arbeite ich dafür, dass es sich nicht ändert, sondern die Eurorettungspolitik endlich aufhört.

  4. „Nicht unerschöppflich “ titelt die FAZ und weiter “ …. Die Geduld und die Solidarität der Deutschen mit Griechenland neigen sich dem Ende zu. “

    Auch wieder nur eine vage jpurnalistische blumige Umschreibung der katastrophalen Konsequenzen, die mit einem “ .. weiter so .. “ verbunden sind, ohne Fakten, ohne Substanz.

    “ Unser “ Bundestagsabgeordneter hier vor Ort – CDU – Jung, dynamisch, engagiert, kompetent, kennt Probleme heimischen Industrie – Möbel, Maschinen – mit dem fragilen Euro auf dem Weltmarkt.

    Gleichwohl hat er bereits signalisiert, dass er p r o weitere Griechenlandhilfe stimmen wird, verweist auf vorläufigen Charakter und läßt einen Spot seines Chefs Volker Kauder einspielen.

    Er h a t verspielt, kastriert vom Vorgesetzten und Angst vor einem Karriereknick. So jedenfalls kann er uns in der Industrie n i c h t überzeugen, gleich wie Ulrich Grillo als Präsident es nicht vermag.

    Politik, Verbandsführer – Wirtschaft , an einem Strang für weitere endlose Hilfen Griechenlands, das ist eine verdammte Kungelei.

    Besonders weil Grillo Kenntnisse aus 1. Hand hat, dass Griechenland Null, Null Chancen mit seinen Produkten hat.

    Wenn es wettbewerbsfähige Produkte, know how überhaupt gibt, auf Messen in Mailand, Paris, Köln, Hannover, Frankfurt, Kopenhagen, nirgends sind sie präsent , wir haben sie nicht gesehen, besteht offensichtlich kein Bedarf.

    Womit wollen Griechen Geld auf dem europäischen und Weltmarkt verdienen ?

    Mit Olivenöl, wird lt. Insiderinfo nach Italien verschifft, dort v e r e d e l t und als Öl aus Italien verkauft. Gleichwohl Griechen für ihre Olivenhaine aus EU – Brüssel Milliardenhilfen bekommen haben, auch wieder mittels Betrug, Angaben für Anbauflächen – Statistik !!! – waren größer als das Land hergibt.

    “ Nicht unerschöpflich … “ sagt FAZ, wir schleudern dem entgegen “ Es reicht ! „

  5. Mich erinnert diese ganze Griechenlandtragödie immer mehr an die Treuhand und die Wiedervereinigung. Damals wurde auch eine Verwaltung nach BRD Muster aufgebaut, Betriebe geschlossen und die Produktivität der Unternehmen angepasst, mit allen Problemen der Kosten und Arbeitslosigkeit.

    Auch die Kosten der Wiedervereinigung wurden unterschätzt. Die Fehler der Treuhand werden nun von einer Troika wiederholt. Die Profiteure sind wieder Konzerne und Banken.

    Die Währungsanpassung der DDR durch sofortige Einsetzung der DM ist ebenso dramatisch gewesen für das DDR Gebiet, wie der Euro für Griechenland.

    Wenn es also weiterhin Politik ist, schwache Länder auf den Level von BRD zu bringen, was ja letztlich mit dem DDR Gebiet bis heute nicht gelungen ist, dürfen wir uns auf massive Steuerbelastungen wie einer (EU?) Solidaritätssteuer einrichten.

    Die Wiedervereinigungsprozedere stehen Pate für die Südländer.

  6. Der Ausstieg Griechenlands aus der Eurozone steht bereits fest und ist beschlossene Sache der Euro-Gruppe (Finanzminister). Sie erwarten eine größere Pleite, um diesen Schritt den Wählern besser verkaufen zu können. Also abwarten und Tee trinken. Der Kölner sagt: „Et kütt wie et kütt!“ und „Et hät noch immer jot jejange!“

  7. Ich bezweifle allerdings, dass die CDU Bundestagsabgeordneten außer Bosbach alle für den Verbleib des Euros sind. Allerdings ist Bosbach, und das hat er auch schon früher getan, der einzige, der dies in den Medien frei artikuliert. Er ist kein politischer Duckmäuser, dafür ist er auch bekannt und geschätzt. So allmählich aber bricht das Eis. Immer mehr von der CDU sehen den Verbleib des Euros skeptischer, und es reicht ein Fingerschnippsel von der Grand Dame Merkel und alle trotten dem Euroabgang hinterher. Wir müssen dem Volk klarmachen, dass die AfD Recht hatte. Wir hatten dieses Recht nicht aus der Lostrommel gezogen, es waren die Expertenanalysen der AfD Ökonomen und andere Wissenschaftler, die den Anlass gaben, aus diesem Grunde eine Partei zu gründen.

  8. „Morgen wird der Bundestag mit übergroßer Mehrheit das nächste teure Eurorettungspaket für Griechenland beschließen…“

    Die korrekte Aussage wäre: „Morgen wird der Bundestag mit übergroßer Mehrheit die (verspätete) Freigabe der letzten Tranche vom (schon bewilligten) letzten Eurorettungspaket beschließen. Es handelt sich um 1,8 Mrd EUR, wobei auf Deutschland ca. 490 Millionen EUR entfallen. Aber um Fakten kümmern Sie sich schon lange nicht mehr.

    • Im Gegensatz zu Ihnen kümmere ich mich um Fakten und nicht nur politische Symbolik (der ganze Euro ist doch ein einziges Symbol, welches nur leider dummerweise seine wichtige reale Funktion als Währung nicht erfüllt). Allein die damit verbundenen zusätzlichen ELA-Kredite sind jede Woche höher.

    • Und was hatte diese Aussage mit dem Fakt zu tun, dass heute, entgegen Ihrer falschen Behauptung, kein neuer Rettungspaket beschlossen wird ?
      Der Zusammenhang mit den ELA-Krediten erschießt sich mir auch nicht.

      Oder meinen Sie wenn man gegen den Euro ist, muss man es bei seiner Propaganda mit Fakten nicht genau nehmen – der Zweck heiligt die Mittel?

      • Ich habe behauptet, dass heute „das nächste teure Eurorettungspaket für Griechenland“ beschlossen wird. Das ist sachlich richtig, weil ohne den Beschluss (übrigens auch in den anderen Euroländern) keine weiteren Zahlungen mehr geleistet würden. Dass unter anderen Umständen ein Teil dieser Zahlungen bereits erfolgt wäre, ändern doch nichts an den Fakten. Ohne diese Beschlüsse dürfte die EZB keine Notkredite mehr genehmigen, weil die Fiktion der Illiquidität statt Überschuldung gar nicht mehr aufrechterhalten werden könnte. Aber Sie wollen natürlich wie üblich von den wesentlichen Fragen ablenken und sich lieber in Spitzfindigkeiten darüber verlieren, was neu oder ein Paket genannt werden darf.

      • Also Herr Dilger, in ihrer typischen Art suggerieren Sie mit ihrem Beitrag, dass der Bundestag heute weitere Zahlungen beschließt und zwar über die bereits bewilligten hinaus. Wenn Sie jetzt behaupten, das wäre nicht der Fal, dann lache, so unglaubwürdig das st. Ich wette, 99% ihrer Leser haben den Satz genauso verstanden, wie es oben steht: und zwar das zusätzlich zum bereits früher bewilligten weiteres Geld fließt.

        Mag sein, dass es für Sie eine Spitzfindigkeit ist. Für mich ist eine Verdrehung der Tatsachen, im übrigen nicht die einzige in ihrem Beitrag. Unter diesen Umständen fltt es schwer „wesentliche Fragen“ zu diskutieren, welche das auch immer sein mögen, zumal das Ziel ihres Beitrags ist eben keine sachliche Diskussion, sonst wäre er ganz anders geschrieben, sondern reine Polemik (oder sollte ich sagen Hetze, das passt eigentlich besser).

      • Ich halte Ihre Kommentare für Polemik. 99 % meiner Leser werden den Satz und Beitrag ganz richtig verstanden haben, nur Sie wollten ihn missverstehen. Vielleicht melden sich einfach die, die wie Sie Verständnisprobleme hatten oder haben.

        P. S. Sie suggerieren, als wäre heute gar nichts Wichtiges beschlossen worden. Im Gegenteil hat Griechenland die bisherigen Auflagen nicht erfüllt, weshalb Gelder auf Eis lagen, und sich jetzt mühsam das Versprechen abringen lassen, dies dann doch tun zu wollen, was Herr Varoufakis aber inoffiziell schon wieder widerrufen hat. Trotzdem wirft man Griechenland jetzt viel Geld hinterher, was die Mehrheit der deutschen Bevölkerung nicht will. Das ist keine Hetze, sondern die von Ihnen beschönigte Situation.

  9. gerade weil die Politiker in allen europäischen Ländern gegen das Volk regieren, sollten sich politische neue Kräfte bilden. Seien sie nun links oder rechts von den etablierten Parteien angesiedelt.

    Das gilt noch mehr für Deutschland. Denn rein formal stehen wir wirtschaftlich gut da. Nimmt man aber einmal den Öffentlichen Dienst und die Beschäftigten in der Großindustrie aus, dann gab es kräftige Reallohnverluste – und über die Strecke 1998 -2015 betrachtet weit deutlicher als in Griechenland.

    Überall in Europa entwickeln sich diese o.a. Parteien auch überwiegend mit hohen 2 stelligen Prozentzahlen – und ausgerechnet in Deutschland fehlt der Protest – oder manifestiert sich in außerparlamentarischen Demos – die die Problemstellungen aus einem sehr verkürzten Blickwinkel sehen.

    Seit der AfD Gründung hat sich die Schieflage im Euro gewaltig vergrößert.

    Da wurde die Bankenhaftungsunion unter Stillschweigen der AfD mit einem Haftungsvolumen von gut 2 Billionen Euro beschlossen, da werden plötzlich Aufkäufe von Staatsanleihen angedacht, die die Schuldenunion endgültig machen.

    Überall gehört Deutschland zu den Leidtragenden – aber es gibt keine Partei, die sich dem annimmt.

    Ja – man jubelt schon, wenn man mit ungeheurem finanziellen Aufwand auf 6,1 % kommt (HH) auch wenn man sich selbst der megatoten FDP geschlagen geben muss.

    Und dann wird auch noch öffentlich gejammert, dass der Wähler eben eher auf schöne Beine schaut….. (Tja wenn schöne Beine die bessere Alternative sind)

    Die AfD war die Hoffnung einer nicht unerheblichen Zahl von Menschen. Unsere zunehmende Bekanntschaft machte Wahlerfolge deutlich leichter, wie wir schon bei den Europawahlen aber erst recht bei den Landtagswahlen im Osten erleben durften

    Das war die Aufgabe der AfD – der ALTERNATIVEN FÜR DEUTSCHLAND mit dem MUT ZUR WAHRHEIT.

    Die Verquickungen von Job, Funktion, Mandat wurde hier schon verschiedentlich angesprochen – und es ist natürlich kein NRW Problem.

    Es zieht sich zunehmend durch die ganze AfD.

    Bevor wir uns also um Politiker anderer Parteien kümmern, sollten wir uns mehr mit uns beschäftigen.

    • Beschäftigt sich die AfD und insbesondere ihre Führung nicht bereits zu sehr mit sich selbst statt mit den großen und dringenden Problemen in Deutschland und Europa? Weniger ist manchmal mehr und ich würde eine Rückbesinnung auf die Europroblematik sehr begrüßen. (Im Öffentlichen Dienst gab es übrigens auch Reallohnverluste, während zusätzliche Minijobs etc. den Durchschnitt in der Statistik senken, ohne dass es den Beschäftigten schlechter geht.)

      • „Beschäftigt sich die AfD und insbesondere ihre Führung nicht bereits zu sehr mit sich selbst statt mit den großen und dringenden Problemen in Deutschland und Europa?“

        Eindeutig ja – und nicht nur dass. Aus dem großen ehrenamtlichen Engagement noch zur BTW 2013 ist immer mehr eine ‚Professionalisierung‘ zu erkennen. Das heißt ein kleinerer Mitgliederkreis hat sich mitunter gleich mehrere Einkommensquellen über die AfD erschlossen, bekommt dann auch noch teilweise Auslagen ersetzt – und erwartet vom Rest der Mitgliedschaft dann neben ehrenamtlichen Engagement bei eigenen Auslagen auch permanente Spendenbereitschaft.

        Dieses überschäumende ehrenamtliche Engagement war einmal das Alleinstellungsmerkmal der AfD – das erreichte nicht einmal die LINKE.
        Man kann auf Dauer eben nicht beides haben. Nämlich ehrenamtliche engagierte Mitglieder und an der Spitze eine wachsende Zahl von Funktionären, die die AfD als persönliches Geschäftsmodell betrachten.

        Beim ÖD sollte man nicht vergessen, dass es hier zusätzlich Lohnerhöhungen durch Sprünge in den Entgeltvarianten gibt, die sich rein aus der Verweildauer in der entsprechenden ‚E‘ Einstufung ergeben.

        und bei den restlichen rund 60 % der Beschäftigten werden die Fälle nicht eingepreist, die unter der Drohung H4 eine weit schlechtere Beschäftigung annahmen. Beispiel ein Industriekaufmann als Pförtner.

        Es ließe sich ein ganzer Katalog an Problemstellungen aufzeigen, denen sich die AfD nicht nur annehmen könnte, sondern es ließen sich sogar Lösungsmodelle von ihr entwickeln.

        Aus meiner Sicht bietet die AfD einen idealen Nährboden für Leute, die es bislang nicht schafften eine wirtschaftliche Existenz aufzubauen. Das ist wohl in jeder jungen Partei so.

    • Herr Elsen, ihr letzter Satz ist falsch und damit ist hier der Anfang des Dilemmas aufgezeigt. Richtig ist genau das Gegenteil, wir sollten uns genau nicht mehr mit uns beschäftigen.

      • Herr Krebs,

        das Beschäftigen mit den Schwachstellen von Politikern anderer Parteien ist müßig – und darauf bezog sich mein letzter Satz in meinem vorletzen Beitrag.

        Wir sollten uns mit unseren Stärken UND unseren Schwächen auseinander setzen. Das gilt natürlich auch für die, die uns nach außen vertreten oder uns im Innenverhältnis organisieren.

        Sich alles schön zu reden, widerstrebt mir. Und ich habe mich deswegen schon von Öffentlich Bediensteten als ewiger Pessimist bezeichnen lassen müssen.

        Niemand wird als Pessimist Unternehmer, schon gar nicht aus einer sicheren und gut bezahlten Angestelltenposition heraus.

        Das ist unser Dilemma: Wir versuchen alles was schief läuft zu ignorieren.
        Heißt dann leicht: “ Wir müssen jetzt nach vorne schauen“

        Das erinnert mich an Zocker, die immer in der Zukunft den großen Gewinn sehen, man muss doch mal Glück haben.

        Nein, wir müssen erkennen dass wir Fehler machen – und diese zu korrigieren suchen.

  10. Lieb Vaterland, magst ruhig sein!
    denn jetzt greift BILD ein:
    „BILD wird nicht müde werden, die verfehlte Griechenland-Politik in Deutschland und Europa zu kritisieren. BILD wird nicht aufhören, unseren und den griechischen Politikern ihre gebrochenen Versprechen vorzuhalten.
    Die Position von BILD ist klar: Griechenland braucht einen Neuanfang ohne Euro.“
    Dies schreibt Herr Diekmann heute in bild.de (- http://www.bild.de/politik/inland/bild-kommentar/bessere-zukunft-fuer-griechenland-39957350.bild.html). Man beachte: BILD will GR OHNE Euro!

      • – ‚Bild vertritt diese Position schon seit Jahren

        Die Bildzeitung „greift“ nicht „die Positionen der AfD auf“, im Gegenteil: ‚Bild‘ vertritt diese Position schon seit Jahren: Lange bevor „die AfD“ etwas vergleichbares vertrat, lange bevor es eine ‚AfD‘ gab.

        – Es gibt keine „Positionen der AfD“

        Es gibt keine „Positionen der AfD“, jedenfalls nicht in dieser Frage und dahingehend, dass nicht schon auch das Gegenteil der „Position“ in der ‚AfD‘ vertreten worden wäre. Genauer: In der Führungsriege. Noch genauer: Vom führenden „Währugnsexperten“ und Parteiführer, der gerne Thesen ’nagelt‘, wie zuletzt Lutz Bachmann, u.a. zum Reformationstag 2013. Die Gründe, warum ernstzunehmende Leute von einer ‚Fehlgründung‘ sprechen liegen genau darin und in dieser Person begründet. (Es ist ja eben gerade das Problem dieser Parteigründung, Herr Dilger, dass nicht nur in der gründungsauslösenden Frage eben genau kein konsequent-konstistenter Standpunkt vertreten wird, sondern genau das Beliebigkeits-Allerlei, allerdings gesteigert, dass an anderen Stellen (ebenfalls gründungsauslösend) kritisiert wurde. Nur eben jetzt gewissermaßen doppelt „alternativlos“: Von den (wie gesagt wechselhaften) Endentscheidungen her, wie auch personell. Dreifach „alternativlos“ damit aus Bürgersicht (GAU-Moment aus Bürgersicht genau hier.) Die vorgebliche „Alternative“ ist damit (und nicht nur in dieser Hinsicht) wesentlich und eindeutig schlimmer, als das, was sie gerne substituieren möchte.

        – Auch wegen dieser Schwäche setzt sich das Rechtspopulistische Motiv in der AfD durch

        Auch deswegen, wegen dieser Schwäche, sind konsequent Rechte bis Rechtsextreme und entsprechende Positionen in der AfD stark, die der Parteiführer andererseits brauchte (weiter braucht) und entsprechend umwarb, um über die Fünfprozenthürde zu gelangen. (Dieser Kotau aus meiner Sicht – und nicht nur unter Verlogenheitsaspekten – die größte Leiche im Keller des noch größeren „Währungsexperten“.) Das Ergebnis wird sein, dass sich die starke Position, die rechte, mittel- und langfristig (notwendig) durchsetzt. Entsprechendes ist bereits breit zu besichtigen.

        – Auch das Herangehen von Rechts ist zum Scheintern verurteilt

        Nun mag man damit zufrieden sein und sagen: Das ist doch schön. Gut! Das Problem daran ist nur – jenseits von allen ‚Unappetitlichkeiten‘, freundlich gesagt – dass sich die rechte (!) Staatsausdehnung (!) und Gesellschaftsbemächtigung (eine direkte Luther-Folge nicht nebenbei) bereits lange und bedauerlich über-‚erfolgreich‘ vollzogen hat, sodass es im Grunde kein, jdf. kein echtes oder dauerhaftes Bewegungsmotiv/ -moment aus dieser Ecke geben kann, zumal nicht in einer Situation, die durch Staatsüberausdehnung gekennzeichnet ist. Entsprechend wenig sinnvoll ist eine staatsausdehnerische Reaktion auf Staatsüberdehung. Auch nicht einfach umverteilen in genehmere, also eigene, rechtere Richtung. Das Ändern der Umverteilungsrichtung macht nur sehr wenig bis keinen Sinn: Jdf. verbessert sich dadurch nichts.

        – Was machen Sie da?

        Bleibt abschließend zu fragen, was Sie da, in diesem Umfeld machen (ich verstehe das, wie schon mehrfach gesagt, wirklich nicht, Sie unterscheiden sich deutlich von dem oben beschriebenen): Sie haben bspw. sehr wohl einen Standpunkt und eine Haltung, beides (jenseits davon, was man z.B. von Ihrer DM-Papiergeldliebe hält) klar erkennbar: Deswegen lese ich diesen Blog.

        Wäre diese Partei ‚mehr Dilger‘, würde sie (von mir aus auch als DM-Anbeterverein) in den wesentlichen Kreisen (in die der „Währungsexperte“ so gerne rein will (aus anderen Gründen / was ihm nicht so recht gelingen will), bei denkbefähigten Leuten:

        Wesentlich erfolgreicher.

      • Herr Lucke ist nicht die AfD. Deren offizielle Euro-Position ist durch die Urabstimmung noch einmal bekräftigt worden, auch wenn ich mir noch deutlichere Aussagen gewünscht hätte oder auch ein stärkeres Bewerben dieser Urabstimmung und ihres Ergebnisses. Die offene rechte Flanke ist jedenfalls weiterhin die Hauptgefahr für die AfD, was Herr Lucke inzwischen zumindest erkannt hat.

        Schließlich ist Fiat Money heute meist gar kein Papiergeld mehr. Nationale Währungen haben natürlich auch Nachteile und Risiken, doch diese sind viel geringer als bei den Alternativen (wie Euro oder Gold).

      • – „Schließlich ist Fiat Money heute meist gar kein Papiergeld mehr.“
        Das ist natürlich vollständig richtig. (Grund für die Verwendung: „Papiergeld“ ist für die meisten begrifflich ‚anfassbarer‘.)

        – „Nationale Währungen haben natürlich auch Nachteile und Risiken, doch diese sind viel geringer als bei den Alternativen (wie Euro oder Gold).“
        Das wäre (jenseits von Standpunkten) interessant zu lesen, was aus Ihrer Sicht die Vorteile zu den „Alternativen (wie Euro oder Gold)“ wären. Und was aus Ihrer Sicht gegen die (zusätzliche) Zulassung von Freien Geldsystemen sprechen würde. Worin liegen die Vorteile eines (Sie verzeihen den Begriff bitte i.S.v.o.) staatsnationalen Papiergeld-Zwangsmonopolsystems? Aus Ihrer Sicht?

      • Vielen Dank für den Hinweis auf Ihren Artikel. Ihrer Ansicht nach wären dann (analog wohl) auch Bundespost oder Telekom „natürliche Monopole“. Eine Diskussion dazu erübrigt sich aus meiner Sicht, diese wäre angesichts der Ausgangsbedinungen wenig sinnvoll.

      • Die Bundespost ist im Wesentlichen immer noch ein natürliches Monopol, denn mehrere Lieferdienste für dieselben Routen sind ineffizient. Die Telekom war früher (als sie noch zur Post gehörte) ein natürliches Monopol; wegen technischer Innovationen ist sie es jetzt nur noch für die letzte Meile in die einzelnen Haushalte. Es handelt sich hier übrigens nicht um Werturteile, sondern um rein sachliche Zusammenhänge (bzw. deren Einschätzung).

      • „Das natürliche Monopol ist vom künstlichen Monopol, Kartellen und dem rechtlichen Monopol abzugrenzen.“ „Reine natürliche Monopole: Das Monopol existiert idealtypisch ohne marktregulierenden Einfluss, z. B. weil ein Anbieter alleine Zugriff auf bestimmte Rohstoffe hat oder alleinig über bedeutende Technologien verfügt (z. B. durch Marktvorsprung).“

        Diese aus der Wikipedia zitierten Sätze hier deswegen nur, um zu veranschaulichen, was ich bereits sagte, dass nämlich eine Diskussion dazu angesichts der Ausgangsbedinungen wenig sinnvoll erscheint.

      • Warum zitieren Sie nicht auch den nächsten Satz von Wikipedia? „Häufig ergibt sich das natürliche Monopol auch aus natürlichen Markteintrittsbarrieren, insbesondere wenn eine aufwendige flächendeckende Infrastruktur erforderlich ist, wie bei Eisenbahnnetzen oder der Versorgung mit Strom, Wasser oder Gas.“ Ein Telefonnetz oder ein flächendeckendes Postzustellsystem fallen auch darunter. Was ist nun Ihre ganz andere Ausgangsbedingung, weshalb Sie nicht einmal darüber diskutieren wollen?

      • „Warum zitieren Sie nicht auch den nächsten Satz von Wikipedia? “Häufig ergibt sich das natürliche Monopol auch aus natürlichen Markteintrittsbarrieren, insbesondere wenn eine aufwendige flächendeckende Infrastruktur erforderlich ist, wie bei Eisenbahnnetzen oder der Versorgung mit Strom, Wasser oder Gas.”“

        – Das ist zutreffend der nächste Satz. Es lag meinerseits keine (wie auch immer geartete) negative Absicht (auch nicht in Ihre Richtung) zu Grunde, es ging lediglich darum, hier nicht unnütz zu zitieren, ich hatte das – zumal von ihrem Standpunkt aus betrachtet – als bekannt vorausgesetzt.

        „Ein Telefonnetz oder ein flächendeckendes Postzustellsystem fallen auch darunter. Was ist nun Ihre ganz andere Ausgangsbedingungen, weshalb Sie nicht einmal darüber diskutieren wollen?

        Das ist diese hier: „Zentralbanken sind natürliche Monopole“.

        Ich glaube nicht, dass das Kommentarspaltenformat geeignet ist, um diese Thematik angemessen zu behandeln, zumal nicht unter dem Aspekt, dass die Ausgangsstandpunkte überdeutlich divergieren. (Auch eine Frage des Umgangs und der Freundlichkeit, ich will Ihnen hier nicht zu nahe treten, daher meine Zurückhaltung.) Ich überlege aber bereits, ob sich daraus etwas anderes machen lässt.

      • Wir sind doch noch gar nicht bei den Zentralbanken, sondern den Ausgangsstandpunkten. Mir ist nicht klar, ob Sie den Wikipedia-Eintrag gegen mich in Stellung bringen wollten (als Fachwissenschaftler würde ich im Zweifel genauere Definitionen und Primärquellen heranziehen, sehe aber von meiner Seite gar keine große Differenz) oder selbst eine abweichende Meinung dazu vertreten, die Sie dann aber noch gar nicht offengelegt haben. Sollten wir uns auf die Ausführungen in Wikipedia einigen können, ist die Subsumtion von Post und Telekom wirklich nicht schwer, so dass wir uns tatsächlich an die schwereren Zentralbanken wagen könnten.

      • Ausgangspunkt und Unterschied liegen in dieser Ansicht: “Zentralbanken sind natürliche Monopole”. Siehe oben. Mal abgesehen davon, dass diese (dem vorausgehende, a.m.S. durchaus nicht unentscheinde) Fragen bislang unbeantwortet blieben:

        „Das wäre (jenseits von Standpunkten) interessant zu lesen, was aus Ihrer Sicht die Vorteile zu den “Alternativen (wie Euro oder Gold)” wären. Und was aus Ihrer Sicht gegen die (zusätzliche) Zulassung von Freien Geldsystemen sprechen würde. Worin liegen die Vorteile eines (Sie verzeihen den Begriff bitte i.S.v.o.) staatsnationalen Papiergeld-Zwangsmonopolsystems? Aus Ihrer Sicht?“

      • Das ist doch nicht der Ausgangspunkt, sondern eine Konklusion. Ich verstehe Ihre ganze Art der Argumentation nicht. Sie haben nach Post und Telekom gefragt und Wikipedia angeführt. Welchem Zweck diente das? Haben Sie dabei eine andere Ansicht oder nicht? Falls nein, ließe sich darauf aufbauen; falls ja, sollten Sie das erklären. Zu dem „Papiergeld-Zwangsmonopolsystem“ haben Sie meine Rückfrage noch nicht beantwortet.

  11. Steigen die Griechen aus dem Euro aus,steigt der Euro und die Exporte verteuern sich.
    Deshalb diese barmherzige Hilfe aus Deutschland.
    Wer bescheißt hier eigentlich wen,wir die Griechen oder eher umgekehrt.

    Dazu würde die Kaufkraft des Euro ansteigen und wenn die Leute erst dahinter kommen,
    dann will hier keiner mehr den Euro.

  12. Die CDU Politiker Rüdiger Kruse und Axel Fischer wollen Griechenland Urlaube durch den deutschen Steuerzahler subventionieren. Das kann nur der CDU einfallen, werfen wir der Griechenland Rettung noch unser Steuergelder hinterher!

    http://www.rp-online.de/politik/deutschland/cdu-griechenland-urlauber-sollen-500-euro-vom-finanzamt-zurueckbekommen-aid-1.4919352?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=daily&utm_content=topnewsletter-rhein-kreis

    Wenn mit deutschen Steuergeldern subventioniert werden soll, dann doch besser deutscher Wohnungsbau. Vernünftige Abschreibungen und Baulandausweisungen würden den Markt entspannen. In Deutschland werden durch SPD und Grüne lieber die Grunderwerbssteuern erhöht. Mit diesen Steuern subventionieren wir dann Griechenlandurlaube und den Euro.

    Wann wird der deutsche Michel wach?

    • Leider ist das im Eurosystem gar nicht so absurd, wie es das bei jeder vernünftigen Wirtschafts- und Währungsordnung wäre. Insbesondere wegen der Targetsalden kostet es die deutsche Volkswirtschaft insgesamt gar nichts, was in Griechenland zusätzlich ausgegeben wird! Es fließen in jedem Fall dreistellige Milliardenbeträge ab. Warum soll man sich davon nicht wenigstens ein paar Urlaubsreisen gönnen?

  13. Vielleicht sollten wir dann konsequenterweise auch griechische Waren subventionieren:
    Feta und Olivenöl mit 1 €, Ouzo mit 5 € etc.
    Oder man sollte Griechen als Subventionsberater beschäftigen, damit sie ein Maximum an staatlichen Zuschüssen rausholen.
    Da gibt es doch sicher noch viele Ideen …

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