Impfpflicht nach Todesfall durch Masern?

Erster Todesfall in Berlin: Kleinkind stirbt an Masern“. Das verstärkt die Diskussion um eine Impfpflicht, die diesem Kind das Leben gerettet, etliche andere vor schweren Schäden bewahrt und noch viel mehr Kindern eine Erkrankung erspart hätte. Dem stehen mögliche Impfschäden gegenüber, die jedoch selten und viel weniger schwerwiegend sind. Zumindest im Falle der Masern spricht eine Risikoabwägung ganz klar fürs Impfen.

Aus liberaler Sicht reicht das jedoch für eine Impfpflicht nicht aus. Jeder hat die Freiheit, auch dumme Entscheidungen zu treffen, zumindest solange diese nicht anderen direkt schaden und deren Rechte beeinträchtigen. Das ist hier jedoch gleich doppelt der Fall. Erstens geht es vor allem um das Impfen von Kleinkindern, die darüber nicht selbst entscheiden können. Die Eltern sollten zum Wohle ihrer Kinder entscheiden, weshalb wir unseren Sohn natürlich impfen ließen. Impfgegner wollen ihren Kindern ebenfalls nicht schaden, aber faktisch tun sie es doch. Zweitens sind von ansteckenden Krankheiten nicht nur die eigenen Kinder betroffen, sondern auch andere. Das ist ein typischer negativer externer Effekt bzw. umgekehrt ein positiver externer Effekt des Impfens, dass dieses nicht nur den Geimpften, sondern auch Ungeimpften durch ein sinkendes Ansteckungsrisiko nutzt.

Gegen eine Impfpflicht sprechen praktische Fragen der Durchführung und schlimmstenfalls sogar der zwangsweisen Durchsetzung sowie Fragen des Prinzips. In erster Linie sind die Eltern für ihre Kinder verantwortlich und der Staat soll sich möglichst zurückhalten. Außerdem ist nicht jede Impfung so klar von Vorteil wie die gegen Masern. Wo wird die Grenze gezogen bzw. wollen wir wirklich den Politikern auch noch diese Grenzziehung überlassen? Zumindest sollte es bei Ärzten und einschlägigen Wissenschaftlern einen großen Konsens hinsichtlich der Vorteile allgemeiner Impfungen geben, wie er bei Masern allerdings existiert.

41 Gedanken zu „Impfpflicht nach Todesfall durch Masern?

  1. In Ländern, in denen konsequent durchgeimpft wird (z.B. Österreich), sind die Kinder viel seltener krank und machen auch ingesamt einen erheblich robusteren Eindruck. Aber in Deutschland wird wohl eher der „Veggie-Day“ gesetzlich vorgeschrieben als die Impfpflicht.

  2. Ich lehne eine Impfpflicht ab. Wenn allerdings schwere körperliche Schäden und gar der Tod die Folge einer Nichtimpfung sind, dann müssen Eltern strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden können (fahrlässige Tötung z.B.), außer sie handelten auf ärztlichen Rat. Wer die Verantwortung trägt, muss im Falle einer Fehlentscheidung auch die Konsequenzen tragen.

    Da Kindertagesstätten eine Schutzverantwortung für die dort betreuten Kinder haben, sollte es ihnen frei stehen, von Eltern einen Nachweis über solche Impfungen zu verlangen. Wenn ein solcher Nachweis nicht vorgelegt werden kann, dann sollten sie die Betreuung ablehnen dürfen. Bei staatlichen Schulen liegen die Dinge aufgrund der Schulpflicht anders.

    Vielleicht wäre es sinnvoll, im Rahmen von Aktionstagen in Kitas freiwillige Impfungen anzubieten. Nicht alle Eltern, die nicht impfen lassen, sind militante Impfgegner.

    Grundsätzlich kann der Staat nicht Eltern zu jedem für die Kinder guten Verhalten zwingen. Ansonsten müsste er auch die Ernährung der Kinder überwachen, Zigarettenkonsum von Eltern jedenfalls in Kindesnähe untersagen o.ä.
    Eltern die Kinder wegzunehmen bzw. die Institution der Familie als etwas Störendes zu betrachten sind Kennzeichen undemokratischer, autoritärer Systeme, wie des Dritten Reiches und der DDR.

  3. Faktisch besteht schon eine Untersuchungs- und Impfpflicht.
    Angefangen mit der U1 (Neugeborenen-Erstuntersuchung) bis hin zur U9 (60. – 64. Lebensmonat / 5 Jahre).
    Die Einführung der Impflicht gegen Masern würde somit „nur“ eine Erweiterung der ohnehin schon bestehenden Impfpflicht darstellen.

      • Sie haben recht. Es gibt wohl tatsächlich nur eine Impfempfehlung und keine Impfpflicht.

    • Eine Impfpflicht gibt es nicht. Von meinen Patienten lassen sich aber fast 98 % (?) vollständig impfen. Aber wenn jemand gegen alle Vernunft nicht will, kann man ihn nicht zwingen.

  4. Man kann auch alles übertreiben. Meine Kinder hatten Masern, wir Eltern hatten als Kind Masern und wir haben alle überlebt. Dies nur einmal, weil der Körper sein Imunsystem angepasst hat.

    Diese sterile Welt, die wir aufbauen ist doch nicht mehr normal. Das Imunsystem braucht Aufgaben. Wenn die nicht mehr vorhanden sind, sucht es sich Aufgaben, daher vielleicht dieser Anstieg von Allergien?

    Und von Politikern, die keine Kinder haben, also nicht wissen, wie man seinen Nachwuchs beobachtet und eben so erkennt, wann welche „vorsorgliche“ Medizin erforderlich ist, oder eben auch nicht, erwarte ich nur eins. Mund halten.

    Warum das Kind an Masern gestorben ist, wissen wir nicht. Es mag viele Gründe geben. Daraus dann für alle eine Pflicht zu machen ist ungeheuerlich.

    zig Tausende sterben durch zu schnelles Fahren auf den Strassen, trotzdem wird ein Tempolimit nicht umgesetzt. Trotzdem fahren Eltern mit Kindern auf Autobahnen.

    • Meistens führen Masern zu keinen weiteren Komplikationen, doch die Todesrate liegt in Deutschland immerhin bei 1:1000 (und in Entwicklungsländern viel höher). Dagegen sollten Sie einmal in die Verkehrsstatistik schauen. Es sterben nicht mehr Zigtausende im Straßenverkehr und die Autobahnen sind besonders sicher.

    • Machen sie mal eine gedankliche Reise in die Zeit der Pocken. Die hat man auch nur einmal bekommen und war dann ein Leben lang immun. Dumm nur, dass die Mortalität 30% betrug. Es gab bestimmt schon damals Leute wie sie, die Glück hatten und noch ein paar kannten die Glück hatten und voilà, fertig war die wertlose Einzelerfahrung, die der Statistik widerspricht. Oder anders gesagt: Tote erzählen keine Geschichten.

    • >Das Imunsystem braucht Aufgaben.

      Das Immunsystem ist kein Muskel, der sich zurück entwickelt, wenn er nicht benutzt wird.

      Außerdem erhält das Immunsystem durch eine Impfung durchaus Aufgaben, da es aktiviert wird. Der Masernimpfstoff enthält ein abgeschwächtes Masernvirus. Das Immunsystem lernt mit diesem Virus zurechtzukommen, ohne dass es mit der Gefährlichkeit des echten Virus konfrontiert wird. Kommt es dann später zu einer Begegnung mit dem realen Masernvirus, ist das Immunsystem bereits gewappnet.

      Auf YouTube gibt es eine sehr schöne Filmreihe zu diesem Thema. Suche: „dr haeusle immunsystem“

      • Wenn ein Immunsystem immer mehr gestärkt wird, als erforderlich, also vorbeugende Abwehrstoffe enthält, so frage ich mich als Laie, ob nicht Allergien eine art Blitzableiter ist, wie bei einer Überspannung.

        Auch die zu sorglose Verabreichung an Antibiotika führt ja inzwischen zu Problemen.

        Aus dem Bereich der Klärindustrie werden auch immer mehr kritische Stimmen laut, dass die verstärkte Einsetzung von Chemie im Gesundheitswesen dazu führt, dass die ausgeschiedene Medizin im Abwasser ungenügend gefiltert wird, oder auch nicht gefiltert werden kann. Wir also über das Leitungswasser immer öfter, wenn auch geringe Mengen, Medizin Rückstände aufnehmen.

        Wie gesagt, ich denke man sollte dem Körper schon gestatten sich eigenständig zu wehren bei einem Virusbefall, denn dann begleiten mit Medizin. Aber vorsorglich sich zu schützen ? Auch diese Grippeimpfungen halte ich für nachdenklich. Sicherlich nicht bei geschwächten Menschen, da kann es ratsam sein, so auch bei geschwächten Kindern, um so eine zusätzliche Krankheit zu vermeiden. Aber bei gesunden Menschen ?

  5. Impfpflicht für Kinder ist nicht durch Bürgerinitiativen zu bestimmen sondern durch kompetente (medizinische) Fachbehörden. Es gibt WHO, Robert-Koch Institut und, und, und. Es werden immer neue Diskussionen angefangen, mit unsachlichen Argumenten. Menschen die keine Ahnung haben sind bereit für Unsinn fanatisch zu kämpfen. Für Kinder und Reisende in bestimmten Regionen muss eine Impfpflicht im Interesse aller Bürger gelten.

    Auch unter Äertzten gibt es Spinner und Fantasten. Botschaftsartzt in Kairo lehnte es ab bei starken Schmerzen Spritzen zu geben weil er angeblich gesehen hat dass jemand nach einer Spritze gestorben ist. So etwas gib es auch!?

      • Ich bin vor vier Monaten Vater geworden und habe meine Tochter impfen lassen. Als Naturwissenschaftler habe ich mich vorher informiert und beide Seiten unvoreingenommen angeschaut. Und je tiefer ich gebohrt habe, desto horrendere Falschinformationen habe ich seitens der Impkritiker gefunden.

        Ich gebe ihnen einen gut gemeinten Rat: Stellen sie sich bitte nur die eine Frage: sind sie skeptisch (sie hinterfragen alles, auch sich selbst) oder sind sie eher pseudoskeptisch (sie hinterfragen nur das was sie für falsch halten). Letzteres ist extrem gefährlich, es führt sie in die tiefsten Tiefen der Verschwörungstheorien.

        Kleines Beispiel gefällig? Ihre Impfschaden-Seite führt China als Beispiel auf, dass dort trotz einer hohen Impfrate (99%) keine Masernausbrüche verhindert werden, ergo sind Impfungen unwirksam / sogar daran schuld dass es [Masern, AD] gibt. Klingt erstmal nach einem phantastischen Argument. Sie KÖNNTEN jetzt aufhören sich zu informieren, da sie das gefunden haben was sie hören wollten, dann sind sie pseudoskeptisch. Aber haben sie mal aus Spaß dieses Argument hinterfragt? Vielleicht sogar mal kurz nach gegoogelt und dabei plausible Erklärungen gefunden, warum sich beides nicht ausschließt? Ich hab nur ganz kurz nach „measels in china“ gesucht und bin auf folgenden und vielen ähnlichen Artikeln z.B. von der South China Morning Post gestoßen: „Measles makes a comeback in China as vaccination falters among migrant workers“. Zusammengefasst: „There were 245 million migrant workers, accounting for 18 per cent of the population.“ und „In Beijing, more than 92 per cent of permanent residents‘ children have had shots, but in some areas of the capital with a high proportion of migrant workers, the rate is only 54.7 per cent, according to a survey published by the city health authorities.“

        Suchen sie ruhig noch tiefer, dann finden sie noch mehr und breiter aufgestellte Informationen, aber folgen sie nicht nur ihrer Meinung, gehen sie methodisch vor. Prüfen sie jede neue gefundene Quelle auf weiterführende Meinungen. Das ist unglaublich anstrengend und ich kann die Sehnsucht nach einer einfachen, pseudoskeptischen Sicht auf die Dinge gut verstehen. Sie nehmen damit aber in Kauf falsche Entscheidungen zu treffen, denn Rosinenpickerei und daraus resultierend Tatsachenverdrehung und Desinformation wie diese werden sie auf ihren Impfgegnerseiten noch und nöcher finden, wenn sie unvoreingenommen an die Sache rangehen, das garantiere ich Ihnen! Und wenn das nicht hilft, dann geht natürlich immer die beweisfreie Diskreditierungsmasche. Fragen sie sich aber dabei immer: Macht ihr Menschenfreund und Impfkritiker, von dem sie so viele Bücher gekauft und Vorträge gehört haben, ganz eventuell sehr gutes Geld mit der Angst von Menschen wie Ihnen? Könnte da auch ein Interessenkonflikt bestehen? Auch diese Menschen haben eigene Interessen, seien sie also lieber skeptisch 🙂

        PS, ich habe auch einen Interessenkonflikt wenn sie so wollen: Ich wünsche mir Herdenschutz und mehr Vernunft durch echte Skepsis für die Welt in der meine Tochter aufwächst 🙂

  6. 90% der Kinder in Deutschland sind geimpft. Wären es 95%, dann könnte der Masernvirus ausgerottet werden. Wir sollten erst mal versuchen, die fehlenden 5% nicht mit einer Impfungspflicht zu erreichen.Vielleicht kann man das Maß der Aufklärung und Information erhöhen. Man kann z.B die Daten der nicht geimpften Kinder in eine Datei erfassen und sie jährlich zu einem Untersuchungstermin unterziehen. Dort kann man dann wieder aufklären und informieren. Der Zwang einer Impfung verstößt gegen das Grundgesetz (Art. 2 Abs. 2 GG. Jeder hat das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Impfen ist ein Eingriff. Es müssen auch alle Flüchtlinge und deren Kinder bei Einreise geimpft werden. Es wird auch geimpft, aber nur mit Einverständniskeitserklärung. Trotzdem gibt es gerade bei Flüchtlingen auch religiöse Gründe, nicht zu impfen. Um die fehlenden 5% (zu 95%) zu erlangen, sollte man vielleicht einen Meldezwang für Schulen und Kindergarten einführen von Kindern, die nicht geimpft sind. Zumindesten die Kindergärten sollten dann entscheiden, ob sie das Kind in die Kindergemeinschaft aufnehmen. Unter diesem Aspekt werden sicherlich viele Impfungen nachgeholt.
    Man sollte sich auch vor Augen führen, dass eine Zwangsimpfung gegen Masern die Eintrittskarte für weitere Zwangseingriffe werden könnte. Z.B. der jährliche Grippenschutz. Ich bin in meinem Leben noch nie gegen Grippe geimpft worden, hatte auch noch nie die Grippe und habe als heute 64 jähriger mein letztes Taschentuch zur 1.hl. Kommunion bekommen.

    • Das Problem sind weniger die Kinder, sondern eher die Erwachsenen, die den Virus verbreiten.
      Nach Aussage des RKI sind mehr als 90 Prozent der Berliner Kinder bei der Einschulung geimpft. Große Lücken gebe es aber bei Erwachsenen – vor allem denjenigen, die nach 1970 geboren wurden.

      Auch das verstorbene Kind war geimpft, nur nicht gegen Masern.

      Andererseits trägt eine überstandene Maserninfektion aber auch zur Stärkung des kindlichen Immunsystems bei und verringert z.B. das Risiko an Asthma oder bestimmten Krebstypen zu erkranken.
      Durch eine Impfung gegen Masern entstehen keine derartigen Schutzfunktionen.

      Hat eine Mutter Masern gehabt, besteht z.B. für den Säugling ein sog. „Nestschutz“ . Ist die Mutter geimpft, gibt es keinen derartigen Schutz für den Säugling.

      Es gibt sowohl Argumente für und wider die Masernimpfung. Ich persönlich möchte mir kein Urteil über eine Impfpflicht erlauben.

      • Frau Kunze, es ist sehr interessant, was sie geschrieben haben. Dass bei einer geimpften Mutter der Nestschutz fehlt, weil die Immunität durch Impfung vollzogen wurde, ist eigentlich ein Argument, nicht zu impfen. Impfen wir nicht aktiviert sich der Masernvirus exponential. Dass sie sich kein Urteil bilden wollen, kann ich jetzt verstehen. Dass wir mal über 95% erreichen können und damit dem Virus den Garaus machen können ist sehr schwierig in heutiger Zeit auch durch die Möglichkeit der Menschen, sich flexibler zu bewegen, als früher.

      • Der mangelnde Nestschutz ist im Gegenteil ein Argument dafür, flächendeckend zu impfen, damit auch Säuglinge geschützt sind.

      • Soweit meine Kenntnisse sind, wird gegen die Masern erst nach 11 Monaten geimpft und 4 Wochen später die Zweitimpfung. Der Nestschutz hält die ersten 11 Monate. Ich dachte aber, der Netschutz wäre nicht gegeben, wenn die Mutter geimpft wäre. Erwiesen ist aber, dass Kinder, welche die Masern ohne Impfstoff bekämpft haben, wesentlich resistenter gegen viele Krebsarten und Asthma sind. Verstehen sie mich nicht falsch, ich bin auch für Impfungen, aber ich lerne auch etwas aus den Diskusionen hier. Bei dem Kind aus Berlin, welches verstorben ist, heisst es, dass diese Kind alle Impfungen hatte, außer Masern. Das kann aber eigentlich nicht ein, weil Masernimpfungen immer Kombinationsimpfungen sind mit Masern und Röteln, gnauso wie die auffrischende Impfung 4 Wochen später.

      • Die zweite Impfung erfolgt frühestens vier Monate nach der ersten. Wenn die Mutter geimpft ist, ist der Nestschutz geringer, als wenn die Mutter an Masern erkrankt war. Dagegen bietet eine Mutter, die weder geimpft wurde noch an Masern erkrankte, gar keinen Nestschutz. Wenn das Baby nicht gestillt wird, ist dieser Schutz auch wesentlich geringer. Größere Resistenz gegen Asthma oder gar Krebs ohne Impfung ist überhaupt nicht erwiesen, sondern eine Legende. Es wird in der Regel gleichzeitig gegen Masern, Mumps und Röteln, zunehmend auch Windpocken geimpft, doch grundsätzlich sind auch Einzelimpfungen denkbar.

  7. Ein wikungsvoller kinderärztlicher Vorschlag ist: Aufnahme in einen Kindergarten nur bei nachgewiesenem vollständigen Impfstatus! Dafür ließe sich wohl auch eine rechtliche Grundlage schaffen. Bisher ist das alles nur Empfehlung und löcherich wie ein Schweizer Käse.

  8. Jedes Kind ist genetisch vorgeprägt durch die Eltern. Jedes Kind ist gesundheitlich individuell.
    Körpergewicht, evtl. Allergien, oder auch organisch nicht ganz reif ausgebildet.

    Pauschal jedes Kind Pflicht zu impfen ist im Einzelfall eben nicht angeraten. Dies kann aber nur durch ausführliche fachmännische ärztliche Untersuchung festgestellt werden. Hier beginnt eines der Probleme, ist unser Gesundheitssystem mit den „Kostenreduzierungsvorgaben“ dafür ausgelegt ? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es sehr gründliche Kinderärzte gibt und auch oberflächlich handelnde Ärzte.

    Eltern können sich im Rahmen ihrer Bildung sicher informieren. Auch hier ein Problem, nicht alle Eltern verfügen über genügend Bildung zum Begreifen von medizinischen Fakten.

    Durch die Globalisierung und damit verbundenen „Völkerwanderungen“ auch durch den „Urlaubsreiseverkehr“ müssen andere Massstäbe angesetzt werden. Selbstverständlich sorgt man vor wenn man in Malaria Gebiete reist. Aber ob man sich dann impfen läßt oder eben mit Tabletten vorsorgt, entscheidet doch die ärztliche Beratung.

    Was ich mir vorstellen könnte, wäre eine intensvie „Beratungspflicht“ durch Ärzte für Eltern, dies dokumentiert in der Muttersprache der Eltern.

    Aber eine grundsätzliche PFLICHT gleich welcher Impfung halte ich für falsch.

    • Es gibt bislang keine Impfung gegen Malaria. Gerade weil viele Eltern und selbst manche Ärzte nicht hinreichend informiert sind oder nicht zwischen zweifelhaften Informationen im Internet und anerkannter medizinischer Forschung differenzieren, kann bei bestimmten Krankheiten inklusive Masern eine Impfpflicht sinnvoll sein. Diese sollte keine absolute Pflicht sein, sondern begründete Ausnahmen zulassen. Es ist jedoch ein großer Unterschied, ob grundsätzlich geimpft wird und eine Ausnahme begründet werden muss oder ob es eine völlig freie Entscheidung ist, bei der schon leise subjektive Zweifel dazu führen können, lieber gar nichts zu tun.

      • Impfpflicht hat auch etwas mit Solidaritaet mit anderen Menschen zu tun. Selbstverstaendlich muessten Aussnahmen begruendet werden.

  9. Ich dachte, dies sei hier ein liberaler Blog. Aber hier tummeln sich doch einige, die einer Impfflicht das Wort reden incl. Herrn Dilger. Wer sich für eine Impfpflicht ausspricht, kann nicht liberal sein.
    Ich übrigen scheint der Tod des Kindes wohl doch nicht an Masern gelegen zu haben !
    http://www.impfen-nein-danke.de/krankheiten-von-a-z/maserntod-ein-fake
    Und dann wird von einigen vorgeschlagen, Kinder nur noch in den Kindergarten aufnehmen zu wollen, wenn diese geimpft sind. Soziale Isolierung als Druckmittel. Tolle liberale Einstellung.
    Ich werde immer optimistischer, dass wir die NWO bekommen. Denn wer einer Impfpflicht zustimmt, wird auch der Verchippung irgendwann zustimmen, wenn nur all die Vorteile, die daraus erwachsen nur gut genug kommuniziert werden. Mit Impfen werden zum Teil noch ganz andere Zwecke verfolgt, z.B. die Unfruchtbarmachung von Mädchen.

      • Danke für die Definition. Dann hätte ich vermutlich besser libertär oder freiheitlich gesagt. Richtig ?
        Wenn ich allerdings in Wikipedia nachschaue, dann steht da: „Leitziel des Liberalismus ist die Freiheit des Individuums vornehmlich gegenüber staatlicher Gewalt. “ Und eine Impfpflicht hätte nichts mehr mit Freiheit ggü. staatlicher Gewalt zu tun, denn dann gäbe es einen Impfzwang zur Not mit Hilfe staatlicher Gewalt.

      • Der Liberalismus ist kein Anarchismus. Es geht um eine gesellschaftliche, auch staatliche Ordnung, bei der die individuellen Freiheitsrechte besonders groß sind. Diese Rechte werden vom Staat bedroht, aber zugleich auch beschützt. Wer fahrlässig andere Menschen krank macht, greift ebenfalls in deren Rechte ein. Hier ist eine Abwägung zu treffen und nicht pauschal jede Pflicht als Zwang zu verteufeln, während das Schädigen der eigenen und fremder Kinder als Ausleben der Freiheit gefeiert wird.

      • Fahrlässig andere krank machen heisst für mich in den Kindergarten gehen, obwohl man Masern hat. Das kann hier aber gar nicht gemeint sein (wie bei Masernparties). Wenn man krank ist, dann bleibt man halt zu Hause. Genauso wie bei anderen Krankheiten auch. (Geworben werden soll und darf natürlich) Bevor Impfungen überhaupt möglich waren, gab es auch nicht die Möglichkeit, sich zu impfen. Muss der Mensch alles mit sich machen lassen, nur weil die technischen Möglichkeiten es hergeben ? Ich meine nicht. Es handelt sich hier immerhin um einen Eingriff in einen Körper, der so da ist wie Gott ihn erschaffen hat, mit einem Immunsystem und allen Funktionen, die es einem Menschen möglich machen zu
        existieren ohne auf Impfungen angewiesen zu sein.

    • Eine Impfpflicht dürfte auch gegen Art 2 GG (Recht auf körperliche Unversehrtheit/Grundrecht!) verstoßen. Aber was spielen heute schon Gesetze für eine Rolle. Sie werden einfach gebrochen oder missachtet (wie z.B. bei der neuerdings erlaubten Beschneidung). Alles ist heute möglich. Das ist wahre Freiheit. (Ironie)

      • Selbst die Grundrechte (mit Ausnahme von Artikel 1) gelten nicht absolut, sondern sind gegeneinander abzuwägen. In diesem Fall geht es um eine Abwägung bei der körperlichen Unversehrtheit selbst. Eine (vermeidbare) Erkrankung an Masern ist viel schlimmer als eine Impfung dagegen. Von daher werden Kinder in staatlicher Obhut geimpft. Viel wichtiger ist hier deshalb Artikel 6 Abs. 2, da eine Impfpflicht eigentlich die Eltern und nicht die Kinder verpflichtet, für die so oder so andere entscheiden (müssen).

  10. Jemand hat mich darauf hingewiesen, dass im Straßenverkehr in Deutschland jedes Jahr 4.000 Menschen sterben und 400.000 Menschen verletzt werden. Das ist ja mit Abstand dramatischer, als irgend welcher Impfgeschichten. Demnach: Verbot des Kraftverkehrs. Und Leute, die ihre Kinder im Auto durch die Gegend fahren, muss man dann ja wohl das Sorgerecht wegnehmen, wenn man sieht, welcher Gefahr sie ihre Kinder und Dritte aussetzen!

    • Glauben Sie solchen Blödsinn eigentlich selbst? Wenn sich durch zweimaliges Impfen alle 3368 Straßenverkehrstoten (Zahl von 2014) vermeiden ließen, sollte man das natürlich machen. Wenn umgekehrt zum Schutz vor Masern auf den Großteil der Mobilität verzichtet werden müsste, würde man Masern wohl riskieren.

  11. Pingback: Petition Kinder- und Jugendbeauftragter | Alexander Dilger

    • Was ist denn das für eine verfehlte Analogie? Rauchen inklusive Passivrauchen über viele Jahre ist schlimmer als einmal Masern, aber der Freiheitseingriff durch ein Rauchverbot selbst im privaten Bereich ist auch viel gravierender als eine Standardimpfung.

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