Stolze Griechen lehnen neuen Milliardenkredit ab

Nach dem ‚Wahlsieg von Syriza in Griechenland‘ machen die neue griechische Regierung unter Alexis Tsipras und vor allem ihr Finanzminister Yanis Varoufakis Ernst. Er bezeichnete heute die Troika aus EZB, IMF und EU-Kommission als „ein illegales und antieuropäisches Gremium“ (siehe Offener Streit und verunglückter Verhandlungsauftakt“). Dabei ist die neue Regierung konsequent: Die Griechen verzichten auf mehrere Milliarden Euro“ statt auf ihre Wahlversprechen. Von den bereits 240 Milliarden an gewährten Krediten ist ohnehin nur der kleinste Teil in Griechenland angekommen. Es ist gut, wenn der Spuk nun endlich aufhört. Zwar gibt es noch LIppenbekenntnisse zum Euro, doch der Grexit wird unvermeidlich, wenn die Bundesregierung auch nur die Hälfte der griechischen Konsequenz zeigt. Falls nicht, wird sie jede Glaubwürdigkeit verlieren und keinem anderen Land mehr Vorschriften machen können. Letzteres ist völlig in Ordnung, doch dann sollten wir Deutschen uns auch nichts mehr gefallen lassen.

 

101 Gedanken zu „Stolze Griechen lehnen neuen Milliardenkredit ab

  1. Das Wort „stolz“ würde ich nicht gebrauchen, weil das aus meiner Sicht ein missratenes Erpressungsmanöver ist. Russland biedert sich bereits mit Finanzhilfen an. Natürlich ist das absurd; Russland kann sich über das bunte Treiben in der Ukraine hinaus (nicht zu vergessen die gigantische Geldverschwendung in okkupierten Teilen Georgiens, in Transnistrien und im Rahmen der nächsten Fußball-WM) nun wirklich nichts leisten, und Russland Griechenland aufzuhalsen wäre sogar ein eleganter Weg, den Kreml zu versenken.

    Wegen der enormen Kompetenz unserer Politiker rechne ich jedoch mit Folgendem: Die Amerikaner werden Druck auf ihre Freundin im Kanzleramt machen, dass diese Griechenland bloß im Euro behält. Die „stolzen“ griechischen Kommunisten werden dann das Geld natürlich gerne nehmen und auch die Höhe bestimmen können. Der Erfolg des Ganzen wird dem Kommunismus in Italien, Portugal und auch Spanien früher oder später zum Sieg verhelfen. Großbritannien wird die EU verlassen; Deutschland hingegen wird sich aufgrund von US-Ordern und Kriegsschuld-Nostalgie bis aufs letzte Hemd ausziehen. Die gute Nachricht: Dann ist es wirklich vorbei.

    „Letzteres ist völlig in Ordnung, doch dann sollten wir Deutschen uns auch nichts mehr gefallen lassen.“
    In meinen Augen stellt es für die Bevölkerung in diesem Land einen Akt der Befriedigung dar, sich von Brüssel und der EZB herumkommandieren zu lassen und sehr viel Geld an diese Institutionen zu verlieren. Der Spuk würde nur (vorzeitig) enden, wenn die Niederlande oder Österreich ausscheren.

    OK. Ich bin Pessimist. Vielleicht spielt Obama weiter Golf und Frau Merkel rafft nicht, dass jemand wirklich aus dem tollen Euro raus könnte, bis es zu spät ist. (Es reden sich ja alle ein, Tsipras sei kein versponnener Kommunist.) Hier ist ein interessanter Beitrag – der Autor meint, Deutschland werde nicht einknicken, Griechenland den Euro verlassen und selbiger in den 2020’ern endgültig zerfallen (die Analyse ist ungewöhnlich vernünftig): http://www.telegraph.co.uk/finance/economics/11378396/The-game-is-up.-Its-time-for-Greece-to-leave-the-eurozone-and-move-on.html

    PS: Der Oberquerulant Wegner will übrigens die AfD verlassen. Ich hoffe, dies gereicht zur Freude.

    • @Peter V.
      „Der Spuk würde nur (vorzeitig) enden, wenn die Niederlande oder Österreich ausscheren.“
      Die Niederlande werden nicht ausscheren, da die Interessen von Royal Dutch Shell mit denen der USA gleichgerichtet sind. Für Österreich wäre es hingegen vorstellbar.

      P.S.:
      Ich sehe Herrn Wegner nicht als Querulanten an.
      Seine Kritik am Satzungsentwurf ist fundiert.

      • Herr Wegner hat berechtigte Punkte, aber keine zielführende Art, diese vorzubringen. Wenn man bereits ganz zu Anfang den Parteitag mit (angeblichen) Geschäftsordnungsanträgen lahmzulegen versucht, darf man sich nicht wundern, dass die Mehrheit irgendwann genervt ist und alles nur noch niederstimmt. Im Grunde wäre im Vorfeld eine Abstimmung nötig gewesen, welche Anträge (zur Tagesordnung, Satzung oder auch Programmatik) hinreichend wichtig sind, um sie ausführlicher zu diskutieren. Da der Vorstand daran kein Interesse hatte, hätten wir es vielleicht als Basis versuchen sollen. Jetzt haben wir den Salat und ich wage die Vorhersage, dass heute nur die Vorlagen des Vorstands ernsthaft abgestimmt und auch eine Mehrheit finden werden. Höchstens die Zweidrittelmehrheit ist fraglich. Damit sind aber konstruktive Verbesserungen eigentlich gar nicht mehr möglich, sondern höchstens noch Blockade.

      • @Alexander Dilger

        Die Unsitte, mit ständigen Anträgen zur Geschäftsordnung jede Diskussion lahm zu legen, wurde beim letzten Bundesparteitag in Erfurt von den immer gleichen Laufburschen des Bundesvorstands auf die Spitze getrieben.
        Ich habe mich dort in einem meiner Redebeiträge vehement gegen diese Art von Anti-Diskussionskultur ausgesprochen und wurde darauf hin sogar vom Fernsehteam der ‚Deutschen Welle‘ (DW) interviewt.

        Was in Bremen gestern genau abgelaufen ist, vermag ich nicht zu beurteilen, da ich nicht vor Ort bin. Was im Live-Ticker der „Jungen Freiheit“ mitzuverfolgen war, lässt jedoch nichts Gutes ahnen.

      • Unter aller Voraussicht wird es darauf hinauslaufen, dass vom Bundesparteitag ausgehandelte Änderungen in den Satzungsvorschlag des Herrn Lucke integriert werden und zum Schluss eine Art „Lucke-Light-Version“ verabschiedet wird.

      • Arme AfD. Das wäre das Ende der Mitbestimmung durch Mitglieder. Angenommen würde nur noch, was vom Bundesvorsitzenden goutiert wird.

      • eines der bekannten Gründe, für einen immer stärkeren inneren Widerstand gegen die Führung in der AfD ist letztlich,

        dass uns jede Diskussionskultur abhanden gekommen ist – und rein gar nichts mehr demokratisch gelöst wird.

        Jemanden, der nicht Herrn Lukes Meinung teilt, dann als Querulanten abzustempeln, das erzwingt förmlich die Spaltung der AfD – und damit ihr Bestehen.

        Und da dies doch so offensichtlich ist – muss es wohl genau so gewollt sein.

        Auch mich würde es wütend machen, wenn ich mich (unentgeltlich) wochenlang mit den unzähligen Anträgen beschäftigt hätte, mir Gedanken dazu machte und Vorschläge zu einer anderen Behandlung machen will

        und dieses demokratische Recht wird mir genommen, indem ich von Beginn an nieder gepfiffen, ausgebuht usw. werde

        und mit Verlaub – so bekannt ist Herr Wegener nun auch wieder nicht in der Partei, als dass ich da eine natürliche Reaktion der Versammlung annehmen könnte.

        Mir gefallen auch nicht alle Meinungsäußerungen – aber auf einem Parteitag sollte jeder die Möglichkeit haben sich einzubringen – und dazu muss die eigene Rede eben verständlich sein. Das nennt man einfach Demokratie.

      • Auch ich bin kein Freund von den regelmäßig angewandten Taktiken, mit der sich die Vorstände auf den Parteitagen ihre Vorteile verschaffen.
        Aber wenn die Mehrheit dieses Verhalten toleriert und es sogar noch mehrheitlich trägt, dann handelt es sich um einen Mehrheitsbeschluss, der letztendlich von allen Mitgliedern akzeptiert und getragen werden muss.
        Auch wenn ein solches Verhalten mit Blick auf Moral und Sitte durchaus fraglich erscheint, handelt es sich noch lange nicht um einen Verstoß gegen die demokratischen Prinzipien.

      • Mein Berichterstatter hat heute bereits um 10 Uhr den Parteitag verlassen und die Heimreise nach Bayern angetreten.

        Markus Wegner wurde gestern auf Bernd Kölmels Anweisung einfach das Mikrofon abgedreht. Daher musste er „schreien“ um überhaupt noch ein wenig verstanden zu werden, wofür er dann abgemahnt wurde.

        Soviel zur Meinungsfreiheit in der AfD und „mehr Demokratie in den Parteien“, wie Sie uns unsere CDU-Abgesandten (auch Kölmel war sehr lange CDU-Mitglied) vorleben.

        Eine sehr bedenkliche Entwicklung!

      • Wesentlich bedenklicher finde ich da solche Vorgehensweisen:

        Eintrag der Alternative für Deutschland auf facebook:
        Nachdem die Änderungsanträge zu §11 fast komplett durchgearbeitet wurden, hat der Parteitag beschlossen, die restlichen 40-50 Anträge nicht mehr zu diskutieren und über die Satzung zu beschließen.

        (https://www.facebook.com/alternativefuerde?fref=nf)

      • @AfDler:
        Sie glauben doch nicht noch ernsthaft daran, dass es irgendwer im Bundesvorstand der AfD mit der Forderung nach „mehr Demokratie in den Parteien“ ernst meint?
        http://www.n-tv.de/politik/Wie-die-AfD-sich-eine-Satzung-gibt-article14430271.html
        Spätestens mit DIESER neuen Satzung ist die AfD nun der rechte Ausleger der CDU geworden. Die CDU-Spezies haben ganze Arbeit geleistet. Wer es nicht glaubt, wird spätestens im Herbst 2017 noch an meine Prognose denken.

      • Natürlich glaube ich nicht daran, dass der Bundesvorstand der AfD seine Forderung nach mehr Demokratie in den Parteien ernst nimmt.
        Denn schließlich beschneidet genau dieser Vorstand permanent – mit seinen taktischen Tricks – die Demokratie innerhalb der Partei. Wie man jetzt wieder gut auf dem Bundesparteitag erkennen konnte, erhält er dabei sogar noch Unterstützung von denen, die selbst von dieser Beschneidung betroffen sind.

      • Auch eine solche Vorgehensweise finde ich mehr als fraglich:

        Eintrag der Alternative für Deutschland auf facebook:

        Anschließend wird über den Vorschlag für die neue Finanz- und Beitragsordnung diskutiert.
        Auf Vorschlag der Landesschatzmeisterkonferenz wird der vorgelegte Entwurf mit 2 kleinen, redaktionellen Änderungen zur Abstimmung gestellt. Die Änderungsanträge werden an die Landesschatzmeisterkonferenz überwiesen und als zusammengefasster Änderungsantrag dem nächsten Parteitag zur Beschlussfassung vorgelegt.

        (https://de-de.facebook.com/alternativefuerde)

        Zumal es dabei anzumerken gilt, dass neben dem FBO-Vorschlag der Satzungskommission gerade mal fünf weitere FBO-Anträge gestellt wurden.

      • @AfD-ler

        Die Würfel sind gefallen. Die dümmsten Lämmer wählen ihre Schlächter eben selbst und gegen Dummheit ist bis heute kein Kraut gewachsen.

      • Sonst könnten Sie selbst etwas von dem Kraut nehmen und würden erkennen, dass die Mehrheit nicht aus Dummheit gehandelt hat. Das ist ohnehin kein sonderlich demokratischer oder liberaler Vorwurf. Warum können Sie nicht akzeptieren, dass andere Menschen andere Meinungen, Einsichten und Interessen haben als Sie?

      • @Alexander Dilger:
        „Sonst könnten Sie selbst etwas von dem Kraut nehmen und würden erkennen, dass die Mehrheit nicht aus Dummheit gehandelt hat.“
        Was macht Sie da so sicher?

        „Das ist ohnehin kein sonderlich demokratischer oder liberaler Vorwurf.“
        Mag sein. Aber freie Meinungsäußerung.

        „Warum können Sie nicht akzeptieren, dass andere Menschen andere Meinungen, Einsichten und Interessen haben als Sie?“
        Oh, da liegen Sie mal wieder falsch. Woher wollen Sie denn wissen, dass ich all das nicht akzeptieren könne? Ich toleriere, akzeptiere und respektiere andere Meinungen durchaus. Sie auch? Es hält mich aber nicht davon ab, selbst zu denken, mir meine eigene Meinung zu bilden und diese auch zu äußern.

      • Die freie Meinungsäußerung deckt auch totalen Unsinn, ist also keine Rechtfertigung für den vertretenen Inhalt. Ihre Meinung ist jetzt hinlänglich bekannt und muss nicht ständig wiederholt werden. Kommen Sie darüber hinweg, dass der Parteitag ohne Sie anders entschieden hat, als Sie es wollten. Vielleicht fallen Ihnen dann auch neue Argumente ein.

      • @Alexander Dilger:
        „Kommen Sie darüber hinweg, dass der Parteitag ohne Sie anders entschieden hat, als Sie es wollten.“
        Damit habe ich überhaupt kein Problem. Die Folgen bleiben abzuwarten.

        „Vielleicht fallen Ihnen dann auch neue Argumente ein.“
        Schau mer mal … wie war das gleich noch mit der Verlässlichkeit der elektronischen Abstimmung?
        Etwa ein Dutzend Stimmen weniger und die neue Satzung wäre zum zweiten mal durchgefallen. Aber sei´s drum – „innerparteiliche Demokratie“ ist in der AfD ja ohnehin nur eine leere Worthülse.
        Ob unser Bundesvorstand künftig hält, was er schon bisher nicht gehalten hat?
        Was meinen Sie?

      • Sie widersprechen sich ständig selbst. Wenn Sie kein Problem damit hätten, die Entscheidungen des Parteitags anzuerkennen, warum zweifeln Sie diese dann gleich im nächsten Satz an? Sie müssen sich schon entscheiden: Anerkennen oder anzweifeln. Das kann man beides machen, aber nicht zugleich.

      • Dass ich das Ergebnis schlucke – zumal ich nicht dabei war – bedeutet doch noch lange nicht, dass ich es auch gut finden muss.

        Es gehört eben zum Wesen der Demokratie, dass sich die Minderheit der Mehrheit beugen muss. Das erleben wir ja im real existierenden Umverteilungssozialismus auch tagtäglich. Warum also sollte es in der AfD anders sein? Schließlich kommen die meisten unserer Vorstände aus demselben Stall wie Frau Merkel und Herr Schäuble.

        Was ich allerdings beeinflussen kann, ist die Höhe meines Mitgliedsbeitrags und auch mein persönliches Engagement. Meinen Mitgliedsbeitrag habe ich nach einer meines Erachtens äußerst unglücklichen innerparteilichen „demokratischen Entscheidung“ bis auf Weiteres halbiert.

        Ob ich mich der AfD jemals wieder so großzügig zeigen werde, wie im Gründungsjahr und im Bundestagswahlkampf 2013 (für den ich in der heißen Phase beispielsweise vier Wochen lang einen wertvollen Oldtimer-Lkw zur Verfügung gestellt habe) hängt von ihrer weiteren Entwicklung ab.

        Für jeden Unfug lasse ich mich jedenfalls nicht vor den Karren spannen, nur weil ich Mitglied der Partei bin.

      • Das kann auch ich nur jedem so empfehlen. 🙂

    • In Anbetracht der Tatsache, dass er mit seinen bisherigen „Vorstößen“ auf dem Bundesparteitag kläglich gescheitert ist, völlig nachvollziehbar.

      • Man darf als Parteimitglied selbstverständlich nicht davon ausgehen, dass jeder Schuss ein Treffer wird. Ausbuhen und Mobbing „mißliebiger“ Parteifreunde ist aber kein demokratischer Stil. Sollte sich diese Art der „Meinungsbildung“ weiter so fortsetzen, hat die AfD auch mich gesehen.

      • Herr Dilger hat dazu bereits schon den passenden Kommentar abgegeben:

        „Wenn man bereits ganz zu Anfang den Parteitag mit (angeblichen) Geschäftsordnungsanträgen lahmzulegen versucht, darf man sich nicht wundern, dass die Mehrheit irgendwann genervt ist und alles nur noch niederstimmt.“

  2. OK. Aber was bedeutet genau dieses „doch dann sollten wir Deutschen uns auch nichts mehr gefallen lassen.“?

  3. Lieber Herr Professor Dilger,

    besser konnnte man es nicht formulieren. Ich stime Ihnen zu 100% zu.

    Mit alternativen Grüßen
    Bernd Hellwege

  4. Die Griechen dürfen machen was Sie wollen, die Europäische Union wird alles zun dieses Land in der EU zu behalten. Einer Woche nach der Wahl haben Junker, Schulz und Merkel ihre Harte Position verlassen und sind bereit auch Kompromisse einzugehen.

    Wir werden von unseren Politiker direkt ins Gesicht belogen und viele in der Bevölkerung wählen die trotzdem, eigentlich sollten alle EU Länder Protestparteien wählen egal ob dass jetzt rechts oder links ist.

  5. Der Verzicht auf Hilfe bei weiterem Verbleib in der EURO-ZONE bedeutet, dass die Sache längst mit der EU und den Deutschen abgesprochen ist. So wie sich Tsipras in den Gesprächen zeigte, war die Einmütigkeit mit der EU zu erkennen. Jetzt wird das ausprobiert, was in Europa Schule machen wird. Die Zwangshypotheken auf Immobilien steht an und wird in Griechenland seine ersten Opfer treffen. Verläuft die Sache zur Zufriedenheit mit allen Beteiligten, wird das ganze in den südlichen EU-Länden fortgesetzt. Da sollte niemand glauben, die Deutschen würden verschont, auch hier wird abgeschöpft, um die Teufelszone zu erhalten, egal was es kostet. Mal sehen, ob sich die Bürgerinnen und Bürger Europas das gefallen lassen.

    • Ich glaube auch, dass es sich nur um eine weitere Folge einer Endlos-Soap nach dem Vorbild „Good Cop / Bad Cop“ handelt. Gerade Martin Schulz kamen seine für einen Spitzenpolitiker äußerst flapsigen Kommentare vor seiner Griechenland-Abreise schon arg einstudiert über die Lippen. Welches Prekariat will der SPD-Mann damit beeindrucken?

  6. “ …. doch dann sollten wir Deutschen uns auch nichts mehr gefallen lassen “ , große wahre Worte, allein uns fehlt der Glaube.

    Alle in der Wirtschaft Beschäftigten – wirklich alle, kenne keine Ausnahmen – haben bei Gesprächen mit Banken aus Anlass von Kreditgesprächen oder sonstigen relevanten Gesprächen auf Ablehnung von Krediten an die Griechen begründet hingewiesen.

    Begründet mit mangelnden – eigentlich gar nicht vorhandenen – Wettbewerbsfähigkeit , mit aktuellen Beispielen, mit Erfahrungen der Vergangenheit.

    Wir sind soweit gegangen, daß wir den Medien – die immer jubelten über die europäische Solidarität, ohne Sachkenntnis schwadronierten von starken Werften / Schiffsindustrie, Landwirtschaft etc. , – Hinweise gaben dass ihre Kenntnis auf längst vergangene Historie und Wunschdenken basiert.

    Es war alles vergebens, unsere deutschen Politiker – gleich welcher Coleur – waren rein besoffen von dem europäischen Zusammenhalt, zumindest im Euro – Raum.

    In den vergangenen 6 Jahren, gleich nach dem Ausmaß der desolaten tatsächlichen Finanzlage Griechenlands, Umfang täglich allgegenwärtigen Korruption , Verweigerung von Steuerzahlungen – bis zum Tanken ohne Quittung und Mehrwertsteuer – bekannt waren, wurden unsere Abgeordneten von uns bestürmt, mit der Kreditvergabe mit immer größeren unvorstellbar hohen Summen aufzuhören.

    Wir haben dezidiert die Konsequenzen für Deutschland und seine Haftung für die Summen hingewiesen, es war alles vergebens.

    Ganz fatal waren gleichwohl die Reaktionen von Journalisten die dümmlich fragten “ … was schlagen Sie vor ..? “ oder Abgeordnete die auf Brüssel verwiesen.

    Deshalb fehlt uns der Glaube daß Deutschlands Politiker im Angesicht des Desasters klüger geworden sind, gelernt haben.

    Kanzlerin Angela Merkel und ihr treuer FM Schäuble haben die Hosen gestrichen voll vor Konsequenzen einer griechischen Insolvenz, versuchen bereits a k t u e l l durch Vertuschen der tatsächlichen auswegslosen Lage durch immer größere Zeiträume – Hinausschieben – uns Wähler ruhig zu stellen.

    Hoffen auf Mitleidseffekt der Deutschen mit betroffenen ärmeren Griechen, zu sehen bei Politikern der Linken, SPD, Grüne, die sich nicht entblöden, uns deutschen Steuerzahlern Schuld für den gigantischen Betrug – nichts anderes ist es – zu geben.

    Der Gläubiger ist der Schuldner, nie war Dummheit größer.

    Devise der GroKo : Zeit gewinnen bis zu einem fernen Tag. Er wird kommen. Unsere Quittung ist gewiss.

    • Politiker im Allgemeinen und Frau Merkel im Besonderen reagieren nicht auf reine Worte einschließlich guten Argumenten. Für sie zählt nur politischer Druck. Diesen erhöht nun die griechische Regierung, aber hierzulande auch die AfD. Deshalb sollte sich die AfD nicht über Nebensächlichkeiten wie die Zahl der Vorsitzenden oder Demonstrationen in Dresden zerstreiten, sondern den Finger in die vielen und großen Wunden der Eurorettungspolitik legen. Eine bessere Politik ist möglich, doch sie kommt nicht von allein.

  7. Herr Dilger, Ihr vergiftetes Lob können Sie behalten. Zum einem schwadronieren Sie pathetisch von „stolzen“ Griechen (Sind Sie eigentlich ein „Stolzer“ Deutscher?) um zwei Sätze weiter die deutsche Regierung zu warnen sich konsequent zu wehren. Ihre (recht plumpe und durchschaubare) Motivation ist offensichtlich. Sie erhoffen Sich eine unlösbare Konfrontation im Euroraum bis zum GREXIT. Was gerade in Athen und Brüssel passiert, sind sicherlich die reinsten Feiertage für Sie, ich weiss. Aber eines ist klar: Jede griechische Regierung, die Europa oder den Euro aufs Spiel setzt, wird in Griechenland ganz schnell abserviert. Das weiss auch SYRIZA.

    • Die meisten Griechen weisen im Gegensatz zu den Deutschen einen ungebrochenen Nationalstolz auf (und merken das vielleicht nicht einmal, wie Ihre Einlassungen hier zeigen). Die Konfrontation geht doch nicht von mir aus, dazu bin ich ohnehin viel zu unbedeutend, sondern von der griechischen Regierung. Europa ist nicht der Euro, sondern wird durch einen Grexit gestärkt. Sie werden vermutlich demnächst erleben, dass dieser viel schneller abläuft, als eine Regierung „abserviert“ werden kann. Danach hat man ohnehin andere Sorgen, aber auch wieder Perspektiven für die Zukunft.

      • Ich habe nicht behauptet, dass Sie die Konfrontation im Euroraum schüren sondern Ihnen lediglich unterstellt dass Sie Sich über den derzeitigen Konflikt diebisch freuen.

        Der neue griechische Finanzminister Varoufakis wird keinen GREXIT aufs Spiel setzen. Ich verfolge seinen Blog schon seit Jahren und habe vor 2 Jahren begeistert sein Buch „Der globale Minotauros“ gelesen. Die griechische Regierung will, und das zurecht, einen neuen Deal mit seinen europäischen Partnern, die es Griechenland ermöglicht wieder aus der Krise zu kommen. Der Euro ist nicht das Problem.

        PS: Der Nationalstolz vieler Griechen, ich habe keinen, geht auf die Antike zurück, die Sie den heutigen Griechen ja absurderweise absprechen („die sehen nicht aus wie antike Statuen“).

      • Die heutigen Griechen sind mit den antiken Hellenen weniger verwandt als mit den Slawen, was auch die kulturelle, religiöse und zunehmend politische Nähe zu Russland erklärt. Aber diese Tatsache können Sie mit Ihrem durchaus vorhanden Natioanlstolz bis -hochmut nicht anerkennen, so wie Sie auch die simple Tatsache übersehen, dass trotz EU und Euro die griechische Regierung immer noch nicht einseitig Zahlungen aus Deutschland anweisen kann. Ich freue mich nicht über den Konflikt, aber über den voraussichtlichen Grexit. Denn natürlich ist der Euro das Problem. Doch wer wie Sie das Problem gar nicht erkennt, kann es natürlich auch nicht lösen, sondern nur noch mehr Geld verlangen.

      • Die traditionelle Nähe zu Russland ist durch die Christianisierung Russlands von griechischen Popen im 10. Jahrhundert entstanden. Die kyrillische Schrift, die nicht ohne Zufall nah der griechischen ist, wurde ebenfalls durch griechische Gelehrten (mit)entwickelt. In Russland gibt es heute noch eine starke griechische Minderheit. Das sind wohl Bezugspunkte genug. In deutschen Universitäten gibt es dafür ebenfalls genug Literatur. So langsam kann man das nicht mehr ernst nehmen was Sie hier über Griechenlands Geschichte schreiben. Sie blamieren Sich zunehmend.

      • Haben Sie schon einmal etwas von der Völkerwanderung gehört? Griechenland wurde insbesondere im 7. Jahrhundert slawisiert, aber auch davor und danach mehrfach erobert.

      • Es gab keine „slawische Völkerwanderung“ nach Griechenland. Es gibt sicher Berührungspunkte. Ich kenne jedenfalls keine ernsthaften Belege dafür. Der Deutsche ist, und das ist belegbar, bei weitem slawischer als jeder Grieche.

      • @A. Papapostolou:
        „Die traditionelle Nähe zu Russland ist durch die Christianisierung Russlands von griechischen Popen im 10. Jahrhundert entstanden. Die kyrillische Schrift, die nicht ohne Zufall nah der griechischen ist, wurde ebenfalls durch griechische Gelehrten (mit)entwickelt. In Russland gibt es heute noch eine starke griechische Minderheit. Das sind wohl Bezugspunkte genug.“

        MY BIG FAT GREEK WEDDING eben …

        Aus griechischer Sicht gibt es nichts, aber rein gar nichts auf der Welt, das nicht von den Griechen erfunden wurde. Realsatire pur! :-)))

      • „Die heutigen Griechen sind mit den antiken Hellenen weniger verwandt als mit den Slawen, was auch die kulturelle, religiöse und zunehmend politische Nähe zu Russland erklärt.“

        Ich bin ein Russe und habe heute zum ersten Mal davon gehört, dass die Griechen angeblich mit Slawen verwandt sein sollen, ein schneller Blick ins Wikipedia zeigt jedoch, dass diese These ursprünglich von einem deutschen Wissenschaftler des neunzehnten Jahrhunderts stammt (http://de.wikipedia.org/wiki/Jakob_Philipp_Fallmerayer#Fallmerayers_These_zur_Ethnogenese_der_heutigen_Griechen) und heute als widerlegt gilt. (Interessant übrigens die Instrumentalisierung der These durch Nazi-Deutschland).

        Ansonsten kann ich die Ausführungen Herrn Papapostolou bestätigen: Russland hat seine Religion von den damaligen Griechen übernommen und die kyrillische Schrift wurde tatsächlich von grychischen Mönchen Kyrill und Method erfunden, um den Besonderheiten der slawischer Sprachen Rechnung zu tragen. Russische Kirche war jahrhundertelang (zumindest formell) ein Teil der griechischen, die Verbindung wurde erst mit dem Fall Konstantinopels gelöst.

        Ansonsten wüsste ich überhaupt nicht, welche Rolle genetische Herkunft (sofern überhaupt feststellbar, was ich bezweifle) überhaupt spielen und warum man darüber diskutieren sollte. Wichtig ist, dass die heutigen Griechen selbst ihre Ursprünge auf das antike Griechenland zurückführen, so wie Italiener auf das antike Rom, die Russen auf die Kiewer Rus, die Juden auf das antike Israel, und die Deutschen auf die alten Germanen des Teutoburger Waldes.

      • Die These ist viel älter (siehe hier bei Wikipedia: „Hierzu konstatiert Konstantin Porphyrogennetos im 10. Jahrhundert: ‚Das ganze Land wurde slawisiert und barbarisch.'“), während Herr Fallmerayer eine ganz andere These von der Ausrottung der antiken Hellen vertrat.

        Es spielt schon eine Rolle, ob die behauptete Identität ununterbrochen bestanden hat oder nicht. Rein kulturell kann man durchaus argumentieren, dass die heutigen Deutschen den antiken Griechen näher sind als die heutigen Griechen (aber nicht als den heutigen Griechen, weil wir als moderne Europäer sehr viel gemeinsam haben). Selbst bei ethnischer Abstammung bliebe das Faktum, dass Griechenland zwischenzeitlich lange zu Byzanz und zum Osmanischen Reich gehörte, die ganz andere, weniger demokratische und aufgeklärte Traditionen hatten.

      • @Alexander Dilger:
        „Selbst bei ethnischer Abstammung bliebe das Faktum, dass Griechenland zwischenzeitlich lange zu Byzanz und zum Osmanischen Reich gehörte, die ganz andere, weniger demokratische und aufgeklärte Traditionen hatten.“

        Damit treffen Sie jeden Griechen ins Mark.
        Solche Hinweise hören Griechen gar nicht gern …

      • Byzanz war ein hellenistisch geprägtes Reich. Das ist kein Widerspruch zu Griechenland sondern Teil seiner christlichen Identität. Sie sollten doch bitte bei den Fakten bleiben anstatt Geschichte zu interpretieren, Herr Dilger. Allerdings, und da möchte ich Ihnen Recht geben, gibt es im heutigen Europa keine „homogenen“ Völker. Von da an ist so eine Diskussion im besten Fall rein akademisch.

      • Das byzantinische Reich und Regierungssystem sind in der Tat kein Widerspruch zum heutigen Griechenland, aber sehr wohl zu den antiken Idealen von Demokratie und Vernunft.

      • „Stolz“ kann man positiv und negativ interpretieren. Balkan hat eine turbulente Geschichte und somit ist auch Griechenland nicht verschont geblieben. Heutige Griechen oder Italiener sind keine Hellenen oder alte Römer. Was viele Völker in Südeuropa verbindet ist Mittelmeer und die angrenzenden Kulturen. Das ist die Wiege Europas.
        Nun, wir leben heute. Aufgrund Geschichte, Religion und Kultur bestehen alte Affinitäten zwischen Griechenland und Russland, auch zwischen Serbien und Russland und, wenn Herr Papapostolou einverstanden ist, zwischen Griechen und Serben. Ob Putins Russland Griechen oder Serben genauso lieb hat ist fraglich? Vielleicht sind sie alle nur „nützliche Idioten“ um „Divide et impera“? Das vermute ich als Motiv bei Wladimir Putin und drei orthodoxen Kirchen.
        Auf eine zweite Ebene sind die Affinitäten auf politischer Ebene. Syriza und Wladimir Putin spielen jetzt ein unehrliches Spiel wie es unter Genossen üblich ist.

        Deutschland soll nicht auf Dankbarkeit hoffen und sich hüten weitere Hilfe zu leisten. Am Ende werden die Deutschen die schuldigen und bösen bleiben und noch dazu gutes Geld der Steuerzahler vernichten. Hans Olaf Henkel äußerte sich so schon vor vielen Jahren!
        Griechenland hat genug fähige und kreative Menschen die völlig unabhängig nach Lösungen suchen sollen. Jetzt in Februar sollen sie anfangen und uns zeigen wie fähig und entschlossen sie sind. Egal ob Grexit oder Deexit!

    • Lieber Herr Papapostolou,

      wenn Herr Dilger in SEINEM BLOG einen Kommentar zur Eröffnung einer Diskussion absetzt, stehen ihm selbstverständlich die Wahl der Worte und der rhetorischen Mittel frei. Das ist gelebte Meinungsfreiheit!

      Sind Sie etwa kein Demokrat, dass Sie sich darüber echauffieren?

      • Herr Dilger, kann schreiben was er will. Ich habe damit kein Problem. Aber Widerspruch gehört auch zur Meinungsfreiheit.

      • Sie können hier doch schreiben, was Sie wollen. Andere aber auch, wobei persönliche Angriffe, insbesondere auch gegen unbeteiligte Dritte, möglichst vermieden werden sollten.

      • Ich verstehe diese Diskussion nicht. Worum geht es hier?

      • Ich weiß gar nicht, was Sie für ein Problem haben, Herr Papapostolou?

        Im Gegensatz zu mir (da schaltet er schon mal einen Beitrag nicht frei), lässt Ihnen unser Gastgeber hier doch reichlich Narrenfreiheit!

        Nicht ärgern – nachdenken.

  8. Er bezeichnete heute die Troika aus EZB, IMF und EU-Kommission als “ein illegales und antieuropäisches Gremium”.

    Da hat er ausnahmsweise mal Recht. Wer hat die Troika gewählt und warum verfügt eine so kleine Gruppe von Menschen über die Macht, zu entscheiden, was richtig ist für eine Reihe von Ländern?

    Leider wird der Sozialist Tsipras Griechenland weiter ins Verderben stürzen. Diesem Mann mangelt es an wirtschaftlichem Sachverstand. Mit wilden Verschwörungstheorien und dumpfen Parolen lassen sich vielleicht Wahlen gewinnen, aber nicht die Wirtschaft in Gang bringen. Es bedrückt mich, zu sehen, wie die Griechen aus Unwissenheit den Wahlausgang feiern.

    • Herrn Varoufakis kann man die Fachkompetenz nicht absprechen. Er ist Ökonomieprofessor, auch wenn er Mathematik und Statistik studiert hat. Außerdem ist er Spieltheoretiker, aber eben (noch) kein Politprofi wie Frau Merkel oder Herr Schäuble, denen man dafür leider jede Wirtschaftskompetenz absprechen muss.

  9. Werter Herr Papapostolou,
    die Verrubelung Griechenlands hatte ich ja schon vor den Wahlen angesagt. Ich glaube, mit der griechischen Mentalität läuft einiges schief. Wie stolz müssen die Griechen denn sein, geliehenes Geld nicht mehr zurückzahlen zu wollen. Wie stolz müssen die Griechen denn sein, ihre Kreditgeber aus dem Land zu jagen. Meine Arbeitskraft hier in Deutschland wird dazu genutzt, ihren Hunger zu stillen, dafür mal ein Dankeschön. Russland hat auf die EU-Sanktionen bei ihnen mit einem Einführungsstopp reagiert. Um dieses rückgängig zu machen, wird die Troika in den Hintern getreten, damit wieder 50% aller Erdbeeren und ein Viertel der Pfirsisch Ernte wieder nach Russland geliefert werden können. Wie stolz müssen die Griechen denn sein, um das Maß der unfreundlichen Partnerschaft abzustreifen.

    • Die griechische Regierung ist nicht Griechenland. Und ich bin nicht der Regierungssprecher Griechenlands. Kümmern Sie Sich doch besser um die deutsche Mentalität. PEGIDA, AfD und Konsorten zerstören gerade ebenso das Bild Ihres und auch meines Landes. Das amerikanische State Department warnt mittlerweile vor Reisen nach Deutschland. Und welche Mentalität haben Sie denn genau? Deutschland hat es in den letzten 200 Jahren auf 8 Staatspleiten gebracht. Darunter mehrere (auch versteckte) Schuldenschnitte und barbarische Raubkriege. Ich würde mich in Fragen der „Mentalität“ und „Ehre“ doch besser zurückhalten.

      • Herr Dilger, bitte löschen Sie meinen o.s. Kommentar. Der ist zu hart. Ich rege mich zu schnell auf 😉

      • Zu spät, ich habe ihn schon freigeschaltet und darauf geantwortet. So hart finde ich den Kommentar aber gar nicht, jedenfalls nicht härter als meine Antwort… Bitte nehmen Sie das alles hier nicht persönlich. Es sollte nur um die Sache gehen, bei der wir offensichtlich verschiedener Meinung sind.

      • Die schweren Verbrechen des Nationalsozialismus einschließlich 2. Weltkrieg sind nicht zu leugnen. Die acht deutschen Staatspleiten sind hingegen Ihre Erfindung, der sogar die von Ihnen selbst angeführten Quellen widersprachen. Die AfD hilft wie Syriza bei wichtigen Reformen Europas. Das ist keine Frage der Nationalität oder Ehre, sondern der Vernunft.

      • Ok Herr Dilger, kein Problem, es ist Ihr Blog. Allerdings habe ich, um es mit den Worten von Herrn Martin Schulz zu sagen, keinen Bock über „Mentalitäten“ und über „Ehre“ zu diskutieren. Das ist einfach nicht mein Thema und fokussiert den Blick auf falsche, beinah esoterische, Dinge.

  10. Mit diesen Dialogen zwischen betroffenen Griechen und uns Deutschen muss aufgeräumt werden, schließlich sind es immer die „Deutschen“, die für alles Übel in der Eurozone herangezogen werden. Da fragt man sich oft, ob vergessen wurde, wie diese Griechen die Eintrittskriterien in den Euro manipuliert haben. Was hilft es da noch, lange herumzulamentieren. Viel mehr sollten sich alle Beteiligten das Buch von Ludwig Erhard besorgen und nachlesen, wie eine Marktwirtschaft funktioniert. Danach müssen wir uns fragen, weshalb wir uns anstelle unserer Volksvertrreter von verschiedenen monokapitalistischer Familien schon seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland manipulieren lassen. „Im Namen des Volkes“ kan ja auch heißen: „im Namen der Familie :::“. Also haben nun die Griechen eine neue Regierung gewählt, die dafür sorgen muss, dass sich das Staatsfinanzierungssystem so ausrichtet, dass eine sozial ausgeglichene Struktur entsteht. Das ist ohne weiteres möglich und auch ohne Euro zu schaffen. Ich gehe sogar so weit, dass die Griechen wesentlich bessere Zukunftschancen haben, wenn sie sich als Teil Europas auf ihre Geschichte berufen und Griechenland zu einem Vorzeigestaat in kürzester Zeit entwickelt, damiot auch die anderen hochverschuldeten Südländer zu diesen neu entwicklenten Ideen greifen. Eine vollkommen neue Finanzierungsstruktur muss eikngerichtet werden, wenn nicht alle Europäer in diesem jetzigen Korrupitionsumpf ersaufen wollen. Weniger Diskussionen um die Sache selbst und viel mehr gute und vernünftige sozial ausgerichtete Demokratie mit dem Willen zur Veränderung wären der vernünftigere Weg.

  11. Diese Diskussionen über welcher Ethnie Griechen oder Deutsche nun angehören sind wirklich wenig hilfreich. Es ist auch völlig kontraproduktiv jetzt herumzujammern, dass Tsipras und Kollegen ganz üble Sozialisten sind. Fakt ist, dass Griechenland insolvent ist. Und das sage nicht nur ich sondern auch Yanis Varoufakis. Und man die Probleme einer Insolvenz nicht damit lösen kann dem insolventen Schuldner noch mehr Schulden aufzuladen. Da bin ich ganz bei Yanis.

    Die eigentlich interessante Diskussion ist nun: Wie kommen wir gemeinsam aus dem Schlamassel raus? Da gibt es verschiedene Ansätze und ich und Yanis stimmen da zum Beispiel nicht überein. Man könnte sagen Yanis ist der gute Europäer und Optimist mit seinem „Modest Proposal“. Das könnte tatsächlich funktionieren. Ich bin dann der schlechte Europäer und Pessimist weil ich glaube, dass seine gute Idee sich in Europa politisch nicht umsetzen lässt.

    Erschwerend hinzukommt, dass praktisch fast alle Bürger in der Eurozone eine Gehirnwäsche hinter sich haben und tatsächlich glauben wenn sie nicht mehr in Eurozone sind werden sie alle sterben. Als ob zum Beispiel die Griechen mit ihrer Drachme in Höhlen gewohnt hätten und nur Feta und Oliven gegessen haben und erst mit dem Euro in Wohnungen umgezogen sind und plötzlich sogar den Führerschein machen konnten weil es auf einmal Autos gab.

    • Die ethnische Diskussion sollte zumindest separat geführt werden, da sie rein historisch interessant ist und mit der aktuellen Politik nichts zu tun hat.

      Wer bestreitet denn eigentlich noch außer Herrn Schäuble, dass Griechenland insolvent ist und einen Schuldenschnitt braucht, ob man diesen nun so nennt oder nicht?

      Der Vorschlag von Yanis Varoufakis lässt sich (hoffentlich) nicht politisch, aber auch überhaupt nicht wirtschaftlich umsetzen. Die Auflösung des Euro oder zumindest Ergänzung um Parallelwährungen ist dagegen ökonomisch relativ einfach und vor allem nachhaltig von Vorteil. Hier fehlt „nur“ der politische Wille auf allen Seiten. Doch zumindest ich werde das solange empfehlen und fordern, bis es irgendwann umgesetzt ist.

  12. Es muss endlich eine goldgedeckte Währung geben. Oder es müssen Schwundgelder (Beispiel „Chiemgauer“ gefördert werden. Es muss eine konservative, nicht-grüne Ökopolitik etabliert werden. Zudem muss es ein nachhaltiges Wirtschaften gemäß Schmidt-Bleek geben. Z. B. können Krampfadern mit der Linsermethode ohne Operation zerstört werden.

  13. Ich habe die nachstehende Arbeit gelesen. Wer dann noch unser politisches System unkritisch wie die AfD begleitet und nun Griechenland als Beleg der Richtigkeit von Ausssagen zum Euro nimmt, ist auf dem Holzweg.

    Egal welche Währung nunn geschaffen wird..es wird wieder so passieren wie in der Dissertation zum Euro beschrieben, ohne dem Wunsch der Bürger Rechnung zu tragen.

    Ich finde diese Arbeit sollten vielen zugänglich gemacht werden.

    Bilanz einer gescheiterten Kommunikation
    Fallstudien zur deutschen Entstehungsgeschichte des
    Euro und ihrer demokratietheoretischen Qualität

    Inauguraldissertation zur Erlangung des Grades eines Doktors der Philosophie
    im Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der
    Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
    Vorgelegt von Jens Peter Paul, Berlin
    http://cdn.negocios.xl.pt/files/2013-04/09-04-2013_16_39_06_tesekohl.pdf

  14. Die spanische „Syriza“ Podemos ist auf dem Weg. Gerade mal ein Jahr alt, strebt sie bei den spanischen Parlamentswahlen Ende des Jahres die Parlamentsmehrheit in Spanien an. Deshalb hat Deutschland keinen Spielraum mehr für Schuldenschnitte uind andere Geschenke für die Griechen.

    • Der Euro hat auch Spanien schwer geschadet. Er reißt nach und nach die ganze südliche Eurozone in den Abgrund. Gravierende Schuldenschnitte werden nicht ausbleiben. Und dann muss der Euro entweder wieder aufgelöst werden bzw. die Südstaaten müssen aus dem Euro entlassen werden oder (was das eigentliche Ziel der Eurokraten ist) es kommen die „Vereinigten Staaten von Europa“. Wenn gleich das eine unschöne Perspektive ist, tippe ich eher auf Letzteres.

      • Herr Meister, worin liegen denn die Unterschiede einer „Europäischen Union“ gegenüber den „Vereinigte Staaten von Europa“?

      • Herr Meister, können Sie mir denn nun die Frage beantworten worin die Unterschiede einer “Europäischen Union” gegenüber den “Vereinigte Staaten von Europa” liegt oder können sie es nicht.? Ich hätte es gerne gewusst, um ihr Argument zu verstehen. Die Antwort als link ist mir nicht würdig.

      • Lieber Herr Krebs,

        „Vereinigte Staaten von Europa“ meint einen Europäischen Gemeinschaftsstaat nach dem Vorbild der USA (Vereinigte Staaten von Amerika). Auch wenn der Begriff selbst auf den ersten Blick schon etwas antiquiert erscheinen mag, ist er aktueller denn je. Es wäre sozusagen die nächste – und wohl letzte – organisatorische Ausbaustufe der heutigen EU.

        Meines Erachtens arbeiten die meisten EU-Staatenlenker (allen voran Frau Merkel) sehr zielstrebig darauf hin.

        Vielleicht hilft Ihnen diese Begriffsdefinition weiter:

        Aufgekommen ist der Begriff in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Der schottische Schriftsteller Charles Mackay erhob den Anspruch, als erster im Frühjahr 1848, noch vor Victor Hugo, Giuseppe Mazzini und Giuseppe Garibaldi, den Begriff „Vereinigte Staaten von Europa“ geformt zu haben.

        Auf dem Pazifistenkongress im Jahre 1849 in Paris erklärte Victor Hugo:
        „Der Tag wird kommen, an dem die beiden großen Ländergruppen, die Vereinigten Staaten von Amerika und die Vereinigten Staaten von Europa sich von Angesicht zu Angesicht die Hände über die Meere reichen werden.“

        (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Vereinigte_Staaten_von_Europa)

  15. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass im Hintergrund alle Fäden gesponnen werden um uns Bürger ein „alternativloses“ Handeln zu vermitteln.

    Wird in den schwachen Euro Ländern die Linke das sagen bekommen ? Will man dies vielleicht sogar mit Hilfe von Frankreich fördern ?

    Ich höre Merkel schon sagen : Das Griechenland den Euro nicht mehr will ist deren Entscheidung.

    Portugal und Spanien folgen dem Weg Griechenland und schon sind die verbleibenden Länder „gezwungen“ mit dem Rest Euro klar zukommen.

    Obama hat kein Interesse an einem starken Euro, Also wird er sich die Mittelmeer Region freundschaftlich halten und als lachender Dritter unseren Finanzkampf mit einem kleinen Eurogebiet beobachten.

    Gefährlich ist der Hinweis von Clausewitz. Pfänden kann man beim Bauern, man holt sich das Pferd, oder vom Handwerker holt man das Werkzeug.
    Länder kann man nicht Pfänden, sondern nur erobern.

    Vielleicht sollte ich meine Preise im Laden schonmal zusätzlich täglich in g Gold auszeichen. ^^

  16. Das will die Regierung in Griecheland umsetzen. Also wenn das hier in der BRD passieren würde…mmmh

    Was sagt die AfD zu diesen Forderungen ? DieLinke scheint die toll zu finden.

    Sollte man nicht mal gezielt die Bürger informieren was passieren kann wenn dieser Liksruck hier ankommt ?
    xxxx
    Überprüfung der Staatsschulden und Neuverhandlung der Zinsforderungen unter Einstellung der Zahlungen, bis die Wirtschaft sich erholt hat und Wachstum und Arbeitsplätze wiederhergestellt sind.

    Aufforderung an die EU, die Rolle der EZB so zu ändern, dass sie Staaten und öffentliche Investitionsprogramme finanziert.

    Erhöhung des Spitzensteuersatzes auf 75% für alle Einkommen über 500’000 Euro.

    Änderung des Wahlgesetzes zu einem Verhältniswahlrecht.

    Steuererhöhungen für Grossunternehmen bis hin zum europäischen Durchschnitt.

    Die Einführung einer Finanztransaktionssteuer sowie einer Luxussteuer.

    Verbot von Finanzderivaten.

    Aufhebung der finanziellen Privilegien der Kirche sowie der Werftindustrie.

    Kampf dem Bankgeheimnis und der Kapitalflucht.

    Drastische Reduzierung der Militärausgaben.

    Erhöhung des Mindestlohnes auf das Vorkrisenniveau, 750 Euro monatlich.

    Umnutzung von Regierungsgebäuden, Bankgebäuden und Kirchen für Obdachlose.

    Einführung von Schulspeisungen, um Kindern kostenlos Frühstück und Mittagessen zu bieten.

    Kostenlose medizinische Versorgung für Arbeitslose, Obdachlose und Menschen mit Niedrigeinkommen.

    Subventionierung von bis zu 30% der Immobilien-Ratenzahlungen für arme Familien, die zahlungsunfähig geworden sind.

    Erhöhung der Unterstützungsleistungen für Arbeitslose. Verbesserte soziale Absicherung für Alleinerziehende, alte Menschen, Behinderte und Familien ohne Einkommen.

    Steuerermässigungen für lebensnotwendige Güter.

    Verstaatlichung der Banken.

    Verstaatlichung von ex-staatlichen Versorgungsunternehmen in strategischen Bereichen, um das Wohlergehen des Landes zu pflegen (Bahn, Flughäfen, Post, Wasserversorgung).

    Schwerpunkt auf Umweltschutz und erneuerbare Energien.

    Gleiche Löhne für Männer und Frauen.

    Beschränkung des Niedriglohnsektors und Unterstützung für unbefristete Arbeitsverträge.

    Erweiterung des Arbeitsschutzes und Erhöhung der Löhne für Teilzeitarbeitende.

    Wiederherstellung von Tarifverträgen.

    Verschärfung der Überprüfungen von Arbeitsbedingungen sowie der Unternehmen, die Angebote für öffentliche Aufträge abgeben.

    Eine Verfassungsreform zur Durchsetzung der Trennung von Kirche und Staat sowie des Rechtes auf Bildung, Gesundheitsversorgung und des Umweltschutzes.

    Volksabstimmungen über Verträge und andere Vereinbarungen mit Europa.

    Abschaffung der Privilegien von Parlamentsmitarbeitern. Beseitigung des speziellen juristischen Schutzes von Ministern sowie die Erlaubnis für Gerichte, gegen Regierungsmitarbeiter vorzugehen.

    Demilitarisierung der Küstenwache sowie der Aufstandsbekämpfungs-Spezialeinheiten. Verbot für Polizisten, maskiert auf Demonstrationen aufzutreten oder dort Schusswaffen einzusetzen.

    Änderungen der polizeilichen Ausbildungsprogramme mit Schwerpunkt auf soziale Themen wie Immigration, Drogen und soziale Faktoren.

    Garantieren der Menschenrechte in Flüchtlingsunterkünften.

    Fördern der Zusammenführung von Flüchtlingsfamilien.

    Aufhebung der Strafen für Drogenkonsum, stattdessen Kampf gegen den Drogenhandel.

    Erhöhung der Förderung von Drogenrehabilitierungszentren.

    Regulierung des Rechtes auf Wehrdienstverweigerung in Gesetzesentwürfen.

    Erhöhung der Finanzierung des Gesundheitswesens bis zum Niveau des europäischen Durchschnitts (der europäische Durchschnitt liegt bei 6% des BIP, Griechenland liegt bei 3%).

    Abschaffung von Zahlungen von Bürgern für die nationale Gesundheitsfürsorge.

    Verstaatlichung privater Krankenhäuser. Abschaffung der privaten Beteiligung am nationalen Gesundheitssystem.

    Abzug der griechischen Truppen aus Afghanistan und vom Balkan. Keine griechischen Soldaten ausserhalb unserer Grenzen.

    Beendigung der militärischen Kooperation mit Israel. Unterstützung eines palästinensischen Staates in den Grenzen von 1967.

    Verhandlungen über ein stabiles Abkommen mit der Türkei.

    Schliessung aller fremder Militärbasen in Griechenland und Austritt aus der NATO.

    • Die meisten Forderungen würde zumindest ich ablehnen. Allerdings denke ich, dass die Griechen ihre Politik für sich entscheiden müssen, Deutschland dafür dann aber kein Geld mehr geben sollte, auch nicht indirekt über EZB oder ESM. Um das zu verhindern, wird die AfD unbedingt gebraucht. Diese ganzen internen Streitereien lenken nur davon ab, wie wichtig die AfD ist.

      • Ich erlaube mir in diesem Kontext aus der heutigen Rundmail eines bayerischen Parteifreundes zu zitieren:

        „Man kann ja nicht sagen, dass die (rechts-&links-)sozialistischen Voodoo-Ökonomen, Makroklempner und Parasiten nicht ehrlich sind. Sie sagen offen, was sie wollen und wie sie uns erpressen.
        Ebenso ehrlich wie wir diesen Vorgang der „ewigen“ Verschiebung jeglicher Schuldentilgung seit Jahren voraussagen – wird er nun auch von der offiziellen Politik ganz offen ausgesprochen.

        Erwartbare Meldung von heute: Kein offener und direkt mit 200-1000 Mrd EUR haushaltswirksamer „Schuldenschnitt“ für GR. Dafür tilgungsfreie Bonds mit unendlicher Laufzeit. Will ich auch haben – nehme dann mal 2 Mrd EUR an persönlichem Konsumkredit auf. Und als Tilgungstermin schreiben wir ganz offiziell in den Vertrag: „Sankt-Nimmerleins-Tag“ …:

        „Die neue Regierung in Griechenland fordere keinen Schuldenerlass mehr. Stattdessen wolle man Kredite mit unbegrenzter Laufzeit. Das vor allem in Deutschland politische inakzeptable Wort „Schuldenschnitt“ werde so vermieden, sagt Finanzminister Varoufakis.“
        http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/02/02/griechenland-will-unbegrenzte-laufzeiten-fuer-neue-kredite/

        Die Mutti-Parteien haben bereits Zustimmung signalisiert. Darüber könne man reden (das sei ja kein „Schuldenschnitt“…). [Radio B5, heute 3.2.2015]
        Schon heute refinanziert sich GR übrigens über Anleihen mit Laufzeiten über durchschnittlich 32 Jahre (!). Von da bis zu „Sankt Nimmerlein“ ist es eigentlich kein weiter Schritt. Nicht umsonst ist genau dies die Wiki-Übersetzung von „ad calendas graecas“ / „bis zu den griechischen Kalenden“ [die es nicht gibt!] http://de.wiktionary.org/wiki/ad_calendas_graecas

        Ein CSU-Heini (Ferber, damals wie heute MdEUP) sagte mir schon 2010 ins Gesicht „Niemals wird uns die [damals erste] temporäre GR-Rettung Geld kosten – das ist wegen der Zinserträge sogar ein gutes Geschäft.“ Und heute 2015 kann er das höchst formal- und Voodoo-ökonomisch noch immer sagen. Unter lächerlich-buchhalteristischem Verweis auf um 200% gefälschte Bundeshaushalte, EZB-Bilanzen und BuBa-Bilanzen mit komplett fehlender Risikorückstellung über inzwischen mehr als eine Billion EUR für die EUR-PIFGS-Rettungs-Risiken! Noch immer wird dem Bunzelbürger absurderweise suggeriert, die GR-Rettung „kostet uns kein Geld“. There´s no business like lying political business.

        Wo ist die AfD, wenn man sie bräuchte?
        Irgendwas von B Lucke dazu gehört, der eben auf dem totalitären Bremer Parteitag der AfD zu König Bernd I ausgerufen wurde?
        Schreien Sie es raus, Majestät – notfalls auch mit professoraler Piepsstimme: „Raus aus dem Euro!!“

        Alles gut also in Griechenland. Arm aber sexy. Alles easy, kein Problem. Wie war noch der alte Witz: „Wenn Du der Bank 1000 DM schuldest und nicht zahlen kannst, hast Du ein Problem. Wenn Du ihr 1 Mio DM schuldest, hat die Bank ein Problem.“ Heute machen wir aus „DM“ nun „EUR“ – und hängen fast 6 (sechs!!) Nullen dran – schon ist das der analoge Real-„Witz“ anno 2015.“

      • Das ist schlimm. In einem meiner nächsten Blogbeiträge werde ich mich der Problematik widmen. Jedenfalls unterstreicht es, wozu die AfD gebraucht wird, während Sie als Nichtwähler nichts dagegen tun.

      • „Jedenfalls unterstreicht es, wozu die AfD gebraucht wird, während Sie als Nichtwähler nichts dagegen tun.“

        Was „tut“ die AfD denn derzeit politisch?
        Ich kann leider keine diesbezüglichen Aktivitäten erkennen.

        Kennen Sie den Hubschrauber-Effekt?
        Viel Lärm, keine Bewegung.

      • Es ist doch schon viel gewonnen, wenn die AfD die Union an einer weiteren Linksbewegung hindert. Ohne AfD hätten wir jetzt schon die totale Kapitulation gegenüber dem kleinen Griechenland.

      • „Es ist doch schon viel gewonnen, wenn die AfD die Union an einer weiteren Linksbewegung hindert.“
        Kann man so sehen. Aber halten Sie den Einfluss der AfD wirklich für so groß? Normalerweise wedelt der Hund mit dem Schwanz, nicht umgekehrt.

        „Ohne AfD hätten wir jetzt schon die totale Kapitulation gegenüber dem kleinen Griechenland.“
        Die kommt so oder so, da Griechenland seine Euro-Schulden auf absehbare Zeit überhaupt nicht zurückbezahlen KANN.

      • Die AfD ist für die Union eine ernsthafte Gefahr. Das reicht, damit Frau Merkel oder sonst ihr Nachfolger reagiert. Wenn dann die Union ganz ohne AfD die wesentlichen AfD-Positionen umsetzt, soll mir das auch recht sein.

        Natürlich kann Griechenland seine Schulden nicht bezahlen. Jeder weiß das, selbst Herr Schäuble, auch wenn er immer noch das Gegenteil erzählt. Doch wollen wir jetzt die nächste Augenwischerei inklusive Milliardenüberweisung oder endlich mal ernsthafte Konsequenzen?

      • Soweit mal wieder die Theorie bzw. Ihre Wunschvorstellung, lieber Herr Dilger …

        „Die AfD ist für die Union eine ernsthafte Gefahr. Das reicht, damit Frau Merkel oder sonst ihr Nachfolger reagiert.“
        Mitnichten. Die AfD soll der CDU als ihr Juniorpartner 2017 den Ausstieg aus der GroKo ermöglichen. Was ist daran denn für die CDU gefährlich?

        „Wenn dann die Union ganz ohne AfD die wesentlichen AfD-Positionen umsetzt, soll mir das auch recht sein.“
        Ihr Wort in Gottes Ohr. Warten wir doch einfach ab, was wirklich passieren wird. Mein Wettangebot (eine Kiste Champagner) steht.

        „Natürlich kann Griechenland seine Schulden nicht bezahlen. Jeder weiß das, selbst Herr Schäuble, auch wenn er immer noch das Gegenteil erzählt. Doch wollen wir jetzt die nächste Augenwischerei inklusive Milliardenüberweisung oder endlich mal ernsthafte Konsequenzen?“
        Natürlich wollen WIR die nicht. Aber früher oder später wird uns das Triumvirat Merkel-Juncker-Schäuble erzählen, dass es auf Grund der hohen Verschuldung der Südländer „keine Alternative“ zu den Vereinigten Staaten von Europa mehr gäbe. Wetten?

      • Bei der Wette halte ich in der Tat dagegen und sage vorher, dass insbesondere Frau Merkel weder bis zum Ende ihrer Amtszeit (wann immer dies sein mag) noch im unmittelbaren Anschluss (sagen wir in den nachfolgenden sechs Monaten) die Vereinigten Staaten von Europa ausrufen wird. Eine Kiste Champagner darauf?

      • Wenn der Zeitrahmen der Wette nicht „Ende der JETZIGEN Amtszeit Angela Merkels plus sechs Monate“, sondern Ende ALLER (also auch noch bevorstehender) Amtszeiten Merkels, Junckers und Schäubles ist, schlage ich ein.

        Die Wette lautet also, dass mindestens einer der Drei so lange im Amt kleben bleiben wird, bis das Werk Europäischer Zentralstaat (wie auch immer sich dieser dann nennen mag) vollbracht ist.

      • Das ist zu ungenau bzw. setzt voraus, dass wir bis auf den Tod der drei Genannten warten. Nun wünsche ich niemanden den Tod und es könnte verdammt lange dauern. Von mir gemeint ist nicht die jetzige Amtsperiode, sondern ein durchgehendes Staats- bzw. EU-Amt. Wenn alle drei ausgeschieden sind und vorher nicht ernsthaft die VSE ausgerufen haben, schicken Sie mir die Kiste. Wenn vorher einer der drei die VSE ausruft, bekommen Sie von mir eine Kiste.

      • Einer alleine kann die VSE nicht ausrufen. Jedenfalls nicht nach demokratischen Maßstäben, von denen wir ja heutzutage (noch) ausgehen.

        Mein Wettvorschlag lautet(e) daher:
        „… früher oder später wird uns das Triumvirat Merkel-Juncker-Schäuble erzählen, dass es auf Grund der hohen Verschuldung der Südländer “keine Alternative” zu den Vereinigten Staaten von Europa mehr gäbe.“ (s.o.)

        Wenn wir nun Ihre Definition über die Laufzeit der Wette hinzunehmen, haben wir eine Grundlage.

        Einverstanden?

      • Nein, die drei quatschen doch den ganzen Tag, wobei insbesondere Frau Merkel dabei das Kunststück vollbringt, inhaltlich gar nichts zu sagen. Entscheidend ist, was real passiert, also ob Vereinigte Staaten von Europa kommen oder nicht. Ich behaupte, dass sie auf absehbare Zeit, insbesondere während der Amtszeit dieser Figuren, nicht kommen werden.

      • „Nein, die drei quatschen doch den ganzen Tag, wobei insbesondere Frau Merkel dabei das Kunststück vollbringt, inhaltlich gar nichts zu sagen.“
        Ja, das stimmt.

        „Entscheidend ist, was real passiert, also ob Vereinigte Staaten von Europa kommen oder nicht. Ich behaupte, dass sie auf absehbare Zeit, insbesondere während der Amtszeit dieser Figuren, nicht kommen werden.“
        Wie schnell es umgesetzt wird weiß ich nicht. Ich sage ja ’nur‘, dass uns die drei genannten Gestalten das als „alternativlos“ verkaufen werden wollen, um damit sämtliche Staatsschulden der Südländer zu begraben. Die VSE als vermeintlich „alternativloser“ Ausweg aus der Schuldenkrise also.

  17. Herr Dilger, das ist nicht fair, ich halte kontakt zu allen politischen Gruppen und suche eine wählbare Möglichkeit. Ich teile Gründe mit wo Handlungsbedarf ist. Also ich tue schon etwas, vielleicht auch als Pausenclown hier bei Ihnen, mag so gesehen werden.

    Ihre Mitglieder in Hamburg kann ich nur unter Androhung von Gewalt von vermumten Jugendlichen und Beschimpfungen kennenlernen. Mit 60 Jahren und leichter Behinderung im Bewegungsapperat tut man sich das nicht an.

    Entsprechend suche ich den juristischen Weg, feststellen zu lassen, dass mir eine politische Meinungsfindung welchen Kandidaten ich eine Stimme geben kann, nicht ermöglicht wird, ausser ich bin bereit meine Gesundheit und damit meine Existenz in Gefahr zu bringen.

    Die Wahl vom 15.2. wird von mir angefochten werden, genau aus diesen Gründen mit einigen Zeugen und Belegen. ( FDP und AfD Veranstaltungen) . Die Aussicht auf Erfolg ?
    Keine Ahnung, wahrscheinlich null.

    Aber ich habe mal einen Untersuchungsauschuss haben wollen, auch als Privatperson und konnte das Umsetzen. Mußte entsprechend eine Partei überzeugen und schon hatte ich den.

    Für Ziele muß man was tun, auch als Nichtwähler, da haben Sie recht. Ich tue schon das ein oder andere, so gesehen..das war jetzt unfair von Ihnen^^.

    • Das war nicht unfair gemeint. Wenn Sie als potentieller Wähler eine wählbare Partei suchen, ist das etwas anderes, als wenn Sie von vornherein erklären, Nichtwähler zu sein. Ob eine Anfechtung Erfolg haben könnte, hängt nicht zuletzt von der Knappheit des Wahlergebnisses ab.

  18. In einem der nächsten Blog Beiträge widmen Sie sich der Entwicklung, wirklich, da freu ich mich drauf, aus berufenen Munde eine Einschätzung zu lesen.

    Was mich nur wieder wundert, als Privatperson mit begrenzten Netzwerk bekomme ich Hinweise, Thesen, Sachverhalte vermittelt, die eigentlich Ihrer Parteiführung noch viel umfangreicher zur Verfügung stehen müßte. Bei den großen Parteien sind es Referate, zu Internet, Referat Partei xx, Referat Partei y, Referat Pressespiegel usw. Scheint bei den Landesgliederungen alles nicht zu geben.

    So könnte man you tube Filme von dem Finanzminister mal übersetzt dem Bürger anbieten, oder so wie Sie es hier machen Stellung beziehen zu Themen.

    Ich habe gestern auf BBC das Interview gehört von dem Finanzguru aus Griechenland, also rethorisch nicht schlecht. Die Aussagen kann ich noch nicht bewerten, aber für Sie als Prof. dürften seine Aussagen auf Augenhöhe auch Nachdenklichkeiten wecken. OK er scheint sehr links zu sein, Sie sind liberal, aber, auch linke werden lernen, dass rote Zahlen unschön sind.

    Irgendwie scheinen die Griechen eine EGIDA Partei in die politische Landschaft gehoben zu haben, denn die EU ist ratlos und bis die wach sind, könnte es zu spät sein, mehr noch, wenn es gelingt das das Volk besser lebt…?

    Es ist eben wie mit dem Wasser in der Badewanne, viel kaltes Wasser ( Armut) und etwas heisses Wasser (BRD) führt zu lau warmen Wasser. Es wird also sozial kälter hier im Lande.

  19. Pingback: EZB akzeptiert griechische Staatsanleihen nicht mehr | Alexander Dilger

  20. Pingback: EZB akzeptiert griechische Staats­anleihen nicht mehr | FreieWelt.net

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s