Fehlende Anträge

Vor fünf Tagen wurden von der „Bundesgeschäftsführung“ die Anträge zur Tagesordnung für den Bundesparteitag in Bremen verschickt. Unter den vielen ungeordneten und oft redundanten Anträgen war jedoch nicht mein eigener, einen „TOP 8a Inhaltlich-programmatische Anträge“ einzufügen. Auf Nachfrage wurde mir mitgeteilt, dass dieser nicht fristgemäß eingegangen sei. Die Satzung sieht eine Frist von einer Woche nach der Einladung vor, während ich mich an die in der Einladung genannte Frist vom 9. Januar hielt. Da der Schutzzweck der Satzungsvorschrift nicht die Mitglieder betrifft, die die Tagesordnungsanträge ohnehin erst am 15. Januar erhielten, sondern den Bundesvorstand, kann dieser die Frist natürlich auch verlängern, was er in der Einladung getan hat, so dass die Zurückweisung meines Antrags rechtswidrig ist. Wirklich entscheidet ist das jedoch nicht, da über die Tagesordnung ohnehin noch auf dem Parteitag abgestimmt werden wird.

Ärgerlicher ist es, dass auch einer der drei „Inhaltliche[n] Anträge für Bremen“ unterschlagen wurde bzw. im 253-seitigen Antragspaket fehlt, zu dem gestern dieser Link veschickt wurde. Ich bin gespannt, ob der Antrag „Solidaritätszuschlag auslaufen lassen“ noch wie versprochen nachversandt wird. An eine Behandlung der Anträge glaube ich allerdings nicht, zumal sich angeblich „68 Prozent der Befragungsteilnehmer für die Beibehaltung des steuer- und sozialpolitischen Teils des Bundesparteitags ausgesprochen“ haben.

Schließlich wurden alle Mitglieder, die sich bereits satzungsgemäß zum Parteitag angemeldet hatten, gebeten, sich „unbedingt“ noch einmal unter Angabe der genauen Tage der Teilnahme bis morgen zu melden, wobei der Parteitag nicht in eine größere Halle verlegt wurde, sondern in zwei Räumen stattfinden soll, was faktisch und rechtlich nicht unproblematisch ist. Auf die Bitte habe ich geantwortet, da man meinen Tagesordnungsantrag mit Verweis auf die Satzung weiter zurückhalten will (und ich die Tage meiner Teilnahme selbst noch gar nicht kenne):

Im Übrigen habe ich mich satzungsgemäß zum Parteitag angemeldet. Eine erneute Anmeldung mit genauer Angabe der Tage ist in der Satzung nicht vorgesehen, weshalb ich davon absehe.

25 Gedanken zu „Fehlende Anträge

  1. Mich wundert, dass die Foerderer und Gaeste dabei sind. Sicherlich nur mit Einladung? Wie sicher kann man sein wer waehlt eigentlich?

    Diese Anfrage wird teilweise mit Sicherheitslage in Bremen begruendet. Fuer Einlasskontrollen fehlen noch ca. 70 Mitglieder!

    • Die Förderer wurden wie die Mitglieder eingeladen. Auch Gäste konnten von Mitgliedern (und Förderern) angemeldet werden. Gegebenenfalls könnten die Mitglieder beschließen, die Gäste vom Parteitag auszuschließen. Das Stimmrecht kann beim Einlass kontrolliert werden. Es sollen wohl wieder diese elektronischen Stimmgeräte zum Einsatz kommen, obwohl deren Gebrauch rechtlich höchst zweifelhaft ist. Ein Problem unter vielen ist, dass ich mien Gerät an ein anderes Mitglied oder auch Nichtmitglied weiterreichen kann. Zumindest bei den Mitgliedern und Förderern macht eine zusätzliche Sicherheitsabfrage keinen Sinn, weil alle Daten über sie bereits vorliegen.

      • Die elektronische Durchführung der Abstimmungen an sich ist sinnvoll, da sie den Teilnehmern viel Auszählzeit = Wartezeit erspart.

        Allerdings wurde die von einer Münchner Parteifreundin bereits in Erfurt gestellte Frage, ob und wie denn gewährleistet sei, dass die elektronische Erfassung nicht manipuliert werden kann, bis heute nicht ansatzweise zufriedenstellend vom Bundesvorstand oder der Bundesgeschäftsstelle beantwortet. Das ist leider ein echtes Armutszeugnis für die Partei!

      • Anträge einschließlich Satzungsanträgen können grundsätzlich offen abgestimmt werden. Nur wenn das Ergebnis sehr knapp ist oder geheime Abstimmung beantragt wird, muss schriftlich abgestimmt und ausgezählt werden. Dem elektronischen Verfahren einschließlich Ergebnisbekanntgabe kann hingegen überhaupt nicht vertraut werden und so erzielte Ergebnisse sind anfechtbar.

    • @Ivan de Grisogono:
      „Fuer Einlasskontrollen fehlen noch ca. 70 Mitglieder!“

      Was bedeutet dieser Hinweis?

  2. „Die Satzung sieht eine Frist von einer Woche nach der Einladung vor, während ich mich an die in der Einladung genannte Frist vom 9. Januar hielt. Da der Schutzzweck der Satzungsvorschrift nicht die Mitglieder betrifft, die die Tagesordnungsanträge ohnehin erst am 15. Januar erhielten, sondern den Bundesvorstand, kann dieser die Frist natürlich auch verlängern, was er in der Einladung getan hat, so dass die Zurückweisung meines Antrags rechtswidrig ist. “

    I. Nach § 15 Abs. 3 ParteienG ist das Antragsrecht ist so zu gestalten, daß eine demokratische Willensbildung gewährleistet bleibt, insbesondere auch Minderheiten ihre Vorschläge ausreichend zur Erörterung bringen können.

    a. Das Antragsrecht hat den Minderheitenschutz zum Schutzzweck. Die Mehrheit, die durch den Vorstand vertreten wird, hat normalerweise kein Antragsbedürfnis, weil der Vorstand die Tagesordnung entsprechend gestaltet oder weil für die Mehrheit kein Diskussions- und / oder Handlungsbedarf besteht.

    b. Eigentlich betrifft diese Regelung zu aller erst die Satzungen. Der Vorstand ist natürlich auch an die Satzung gebunden. Allerdings ist Ihnen beizupflichten, dass der Vorstand Satzungsbestimmungen nicht durch widersprüchliches Verhalten aushebeln darf. Räumt der Vorstand in der Einladung den Minderheiten längere Antragsfristen ein und schafft damit Vertrauenstatbestände, dann muss er zum Schutze der Minderheiten und des Vertrauens diese Antragsfrist gegen sich und die Mehrheit gelten lassen, da andernfalls Antragsrecht und Minderheitenschutz vereitelt würden.

    c. Man kann darüber streiten, ob Ihr Antrag auf Änderung der Tagesordnung nicht ein Antrag auf Geschäftsordnung ist.

    Mit einem Antrag auf Änderung der Tagesordnung ist im allg. die Aufnahme eines Themas als Tagesordnungspunkt gemeint. Der Antrag auf formelle Veränderung der Tagesordnung ist normalerweise ein Antrag zur Geschäftsordnung. ( vgl. SauterSchweyer/Waldner, Rz. 183 ) Die „Anträge zur Tagesordnung“ in der Antragsliste sind wohl tatsächlich solche zur Geschäftsordnung, soweit ich es beim Überfliegen richtig beurteile.

    Solche Anträge zur Geschäftsordnung können bis zum Tagesordnungspunkt „Bekanntgabe der Tagesordnung“ gestellt werden.

    d. Ihre programmatischen Anträge ( „Entschließungsanträge“), die ja zugelassen worden sind, waren eigentlich auch inzident Anträge zur Tagesordnung, nämlich auf Erweiterung der Tagesordnung um die Themen, die Sie in Ihren Anträgen ansprechen.

    Da Ihr Antrag zur Tagesordnung technisch wohl eher ein Antrag auf Geschäftsordnung ist, können Sie den Vorstand auffordern, Ihren Antrag als solchen zu berücksichtigen, spätestens beim Tagesordnungspunkt „Bekanntgabe der Tagesordnung“.

    II. Wenn ich mir die Anträge zur Geschäftsordnung anschaue und die Menge der Anträge, dann resümiere ich ganz pragmatisch, dass der Parteitag kein Erfolg sein wird. Alleine für den Tagesordnungspunkt „Bekanntgabe der Tagesordnung“ wird mindestens ein halber Tag benötigt. Vermutlich wird die Nachtschicht am Freitag nicht genügen und der Samstag Morgen noch erforderlich sein.

    Die Referenten kann der Vorstand direkt ausladen.

    III. Im übrigen stellt sich für mich die Frage, ob der Kompromissantrag des Bundesvorstandes dem Formerfordernis der Satzung genügt, denn die Satzung schreibt vor, dass der Antrag so zu formulieren ist, dass fünf Personen den Antrag stellen. Das tut der Antrag eben nicht, weil er gar nicht erkennen lässt, wer im Bundesvorstand den Antrag stellt. Dies spielt umso mehr eine Rolle, weil sich Pretzell, der nicht im BuVo ist, die Kompromissvereinbarung mit unterzeichnete, während Herr Henkel, der Schatzmeister und die Beisitzer diese Kompromissvereinbarung nicht unterzeichnet hatten.

    Aber da der Antrag ohnehin verfristet ist und eigentlich nur deshalb relevant ist, weil dieser Antrag als Änderungsantrag zu den bestehenden Anträgen gewertet werden kann, könnte dieser Mangel durch Korrektur, bzw. Präzisierung behoben werden.

    • Es ist zeitlich nicht möglich, sich mit allen Anträgen ernsthaft zu befassen. Eine Mehrheit könnte aber ganz schnell und sehr pauschal die meisten Anräge abräumen. Wenn dann nur noch Anträge des Bundesvorstands kurz diskutiert oder sogar ohne Diskussion direkt abgestimmt werden, sind die zeitlichen Restriktionen viel weniger bindend. Nach der Einigung im Bundesvorstand könnte es sogar die zur Satzungsänderung nötige Zweidrittelmehrheit geben. Allerdings ist es jetzt keine Vertrauensabstimmung mehr über Herrn Lucke, so dass auch liberale Mitglieder aus inhaltlichen Gründen dagegen stimmen könnten.

      • Das ist richtig. Allerdings sind zwei Dinge zu beachten.

        Die Antragsflut wird keine Zeit für einen liberalen Stammtisch lassen.

        Die Beschlüsse über die Satzungen könnten auch noch am Sonntag erfolgen.

        Ich habe mich jetzt für zwei Tage angemeldet. Entweder komme ich Samstag oder Sonntag und bleibe bis spätestens 18.00 h.

      • Aus den unzähligen Anträgen eine tragfähige Satzung mit Nebenordnungen zu beschließen wird in der relativ kurzen Zeit und unter diesen Rahmenbedingungen unbestritten eine schwierige Aufgabe für den Bundesparteitag werden, die es zu bewältigen gilt. Packen wir es an!

  3. “68 Prozent der Befragungsteilnehmer für die Beibehaltung des steuer- und sozialpolitischen Teils des Bundesparteitags ausgesprochen”

    Sehr interessant, was Ihnen da mitgeteilt wurde.

    Es gibt eine Quelle, die von 72% Ablehnung der Vorträge spricht:
    http://prntscr.com/5urc32

    Mein Vertrauen in den AfD-Bundesvorstand schwindet zusehends.

    • Das wurde Ihnen doch auch mitgeteilt, und zwar vorgestern in der von den drei Bundessprechern unterzeichneten E-Mail. Vielleicht bezieht sich das von Ihnen verlinkte Ergebnis auf die erste, abgebrochene Abstimmungsrunde.

      • Wir lassen solange abstimmen bis uns das Ergebnis gefällt.

      • Keine Ahnung. Da ja in der AfD alles gar so transparent gehandhabt wird, schließe ich mich meine(m) Vorredner(in) G. Schneider an: „Wir lassen solange abstimmen bis uns das Ergebnis gefällt.“

        Eigentlich macht es vor diesem Hintergrund überhaupt keinen Sinn, drei kostbare Tage auf dem Parteitag in Bremen zu vergeuden und eine mindestens sechs- bis siebenstündige Anreise und ebenso lange Heimreise in Kauf zu nehmen.

        Unser Bundesvorstand macht doch sowieso was er will und hält sich weder an die gültige Parteisatzung noch an das Parteiengesetz. Eben gut bei Frau Merkel gelernt. Die wiederum ignoriert ja selbst das Bundesverfassungsgericht.

        Höchste Zeit, dass alle CDU- und CSU-Vasallen aus dem Bundesvorstand und den Landesvorständen der AfD verschwinden.

  4. Ich werde in Bremen noch einmal und letztmalig alles versuchen, dem Parteitag unmissverständlich klar zu machen, dass das Satzungsmonstrum eigentlich nur ein Nebenkriegsschauplatz ist und ausschließlich einem einzigen Zweck dient: der Ermächtigung zur Alleinführung der AfD durch Lucke, obwohl er dafür weder über die menschlichen und fachlichen Kompetenzen, noch über die notwendige natürliche Autorität verfügt. Zudem werde ich deutlich darauf hinweisen, dass er für diese Alleinführung vor massiven Druck, vor Winkelzügen schlimmster Art bis hin zur glatten Erpressung der Basis nicht zurückschreckt. Schließlich werde ich darauf hinweisen, dass Lucke für die Durchsetzung seiner Alleinführung schwerste Schäden für die Partei und einen parteiinternen Bürgerkrieg als Kollateralschäden billigend in Kauf nimmt, und dass er sich damit als verantwortungsvoller Parteiführer allein aus dieser Sicht selbst entscheidend disqualifiziert. Ein verantwortungsvoller Parteiführer hätte es niemals so weit kommen lassen!
    Mit der Entscheidung für den Sitzungsvorschlag mit den toxischen Komponenten zur Etablierung des Lucke-Systems werden wir damit nicht nur die Alleinführung von Lucke bis mindestens 2019 sanktionieren (die Vorstandswahlen im Frühjahr 2015 sind ja schon durch den Kompromiss bereits entschieden, in 2017 wird man unmittelbar vor der BTW 2017 wohl kaum die Pferde wechseln), sondern auch die Entwicklung eines Parteiprogramms ermöglichen, das Lucke problemlos über den Konvent und über ein mögliches Veto zu einem lupenreinen Lucke-Programm machen kann. Und schließlich ebnen wir Lucke den schon deutlich absehbaren Weg zur Funktionspartei mit inkludierter Annäherung an die CDU, um sich 2017 als Koalitionspartner anbieten zu können.
    Ich bin regelrecht schockiert über die Tatsache, dass unter ständiger Ausklammerung oder Hinterfragung der Lucke-Problematik vornehmlich über den Satzungsentwurf diskutiert und gestritten wird und dabei offenkundig völlig übersehen wird, welche gravierenden Folgen für unsere Partei entstehen werden, wenn wir Lucke die Möglichkeit der Machtübernahme – ich nenne es eine feindliche Übernahme der AfD – so leichtfertig ermöglichen. Das Schlimme ist, dass Bremen den point-of-no-return darstellt und Nachbesserungen kaum mehr zu realisieren sind. Diejenigen, die die Alleinführung von Lucke in Bremen ermöglichen, werden eine schwere Verantwortung übernehmen und sich gegenüber der Basis eines Tages dafür rechtfertigen müssen.

    • Sie sollten sich noch einmal den Satzungsentwurf, meinen Kommentar dazu (Teil 1 und Teil 2) oder auch die Anmerkungen von Herrn Wilhelm ansehen. Dann werden Sie erkennen, dass Ihre schweren Vorwürfe mit dem tatsächlichen Satzungsentwurf wenig zu tun haben. Symbolisch mag Herr Lucke als alleiniger Vorsitzender gestärkt werden, faktisch wird er eher geschwächt, zumindest wenn es ihm nicht gelingt, bei der Vorstandswahl viele Getreue in den Vorstand und insbesondere auf die Stellvertreterposten zu bekommen. Ein Vorsitzender ist für Parteien und Vereine nicht ungewöhnlich, trotzdem bleibt der Vorstand ein Kollektivorgan, dessen Beschlüsse der Vorsitzende nach außen vertreten und umsetzen muss, wenn es keine höherrangigen Beschlüsse vom Parteitag oder nach der geplanten Satzungsänderung dem Konvent gibt. Schließlich handelt es sich keinesfalls um eine „feindliche Übernahme“, da Herr Lucke doch schon die Macht hat und die meisten Mitglieder hinter ihm stehen (wenn nicht, bekommt er auch keine Zweidrittelmehrheit zur Satzungsänderung zusammen).

  5. Ich bin als langjähriger Unternehmensberater grundsätzlich für eine 1-Spitze, sowohl in der freien Wirtschaft als auch in Organisatinen, damit letztlich auch für AfD. Allerdings nicht in dieser kritischen Phase der Parteientwicklung, in der Konsolidierung und Integration angesagt sind, und nicht mit Lucke allein an der Parteispitze, da er dafür definitiv nicht geeignet ist. Deswegen plädiere ich für die nächsten 2 Jahre für das Co-Vorsitzenden-Modell. Dort kann Lucke noch lernen und wir schaffen uns mittelfristig personelle Alternativen, um die angebliche Abhängigkeit von Lucke zu minimieren. Mit der Zustimmung zur Alleinführung von Lucke geben wir ihm einen Blanko-Scheck für eine Führung nach seinen ganz persönlichen Vorstellungen, die wir ja, zumindest ansatzweise, ja schon kennen.

    • Wäre nicht ein Model wie bei dieLinke denkbar ? Gysi ist auch nie Bundesvorsitzender gewesen und DAS bekannte Gesicht der Partei.

      Ich sehe das Drama nicht, wenn Lucke weiterhin als DAS Gesicht von der AfD gehandelt wird.

      Oder was ist so grundlegend anders bei der AfD ( Die Frage bezieht sich auf die Struktur)

      • Herr Lucke ist das Gesicht der AfD, die daran auch nur wenig ändern kann, außer schlimmstenfalls ihr Gesicht verlieren. Von daher ist es ziemlich egal, welches Amt und welchen Titel Herr Lucke konkret hat. Das zeigt die Sinnlosigkeit des öffentlichen Führungsstreites.

  6. Mich wundert ja nicht mehr viel (in afdistischen Zusammenhängen, wenn auch, dass Sie noch in dieser Partei anhängen, Herr Dilger (und Herr Meister)). Immerhin macht sich die Lucke-Bewegung, die Partei des (ohnehin nur vorgeblichen) „Währungsexperten“ zunehmend ehrlich (mir fehlt ernsthaft das Vorstellungsvermögen, wie Sie (beide) darein passen, bitte sehen Sie das nach), ein bisschen AfD-Alltag, z.B.:

    Internes Positionspapier enthüllt: Euro-Politik adé: AfD setzt verstärkt auf Rechtspopulismus – Focus
    http://www.focus.de/politik/deutschland/internes-positionspapier-enthuellt-euro-politik-ade-afd-setzt-verstaerkt-auf-rechtspopulismus_id_4424163.html

    Währenddessen will die AfD „nach dem Krieg internierte NS-Verbrecher“ durch eine Kranzniederlegung ehren:

    Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus: KZ-Gedenkstätte Buchenwald untersagt AfD Kranzniederlegung – Spiegel
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/kz-gedenkstaette-buchenwald-untersagt-afd-kranzniederlegung-a-1014253.html

    „Er habe der Gedenkstätte Buchenwald einen neuen Vorschlag für die Kranz-Aufschrift unterbreitet, sagte Höcke MDR THÜRINGEN. „Da sind wir wirklich kompromissbereit, wir wollen hier keinen Eklat provozieren“, betonte er. Die Partei hatte ursprünglich den Plan, am Holocaust-Gedenktag in Buchenwald einen Kranz in Erinnerung an alle „Opfer des Konzentrations- und Speziallagers Buchenwald“ niederzulegen. Der Direktor der Gedenkstätten-Stiftung, Volkhard Knigge, hatte diesen Schriftzug am Mittwoch strikt abgelehnt. „Wir werden nicht zulassen, dass an diesem Tag in dieser relativistischen Manier den Überlebenden des Konzentrations- und Vernichtungslagers ins Gesicht geschlagen wird.“ Knigge sagte, die AfD versuche, die Opfer des Stalinismus und die des NS-Regimes gleichzusetzen. „Wir haben solche Kränze nie hingenommen“, erklärte er im Gespräch mit der dpa. „Auch die NPD hat so etwas hier im Speziallager schon einmal versucht.“ Knigge schloss allerdings nicht aus, dass die AfD einen Kranz mit einem anderen Schriftzug nach Buchenwald bringen dürfe. AfD-Chef Höcke zeigte sich am Donnerstag irritiert, dass sein erster Vorschlag direkt an die Öffentlichkeit gelangt war. Seine Partei habe sich am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, dem 27. Januar, bisher noch nicht beteiligt. Sie habe deshalb auch „keine Erfahrungswerte“, sagte der Geschichtslehrer“:

    Neuer Vorschlag für Aufschrift: AfD bemüht sich um Kompromiss mit KZ-Gedenkstätte – MDR
    http://www.mdr.de/thueringen/mitte-west-thueringen/afd_buchenwald_gedenken100.html

    Interessant scheint (mir) (nicht nur) im Zusammenhang mit Buchenwald-Kränzen, dass Bewegungsführer Lucke eine „Partei snobistischer Sittenwächter“ ausmacht, „die den Kontakt zum Volk verloren“ habe:

    http://www.ad-hoc-news.de/afd-chef-lucke-nennt-spd-partei-snobistischer-sittenwaechter–/de/News/41438968

    Man möge mir das nachsehen, für mich ist das alles schon sehr lange sehr, sehr viel zu viel…

    Zumal die nächste Wähn- und Wirrsinnstufe schon gezündet wurde:

    USA-Gegner laden zur „Endgame“-Demo in Erfurt – TLZ
    http://www.tlz.de/startseite/detail/-/specific/USA-Gegner-laden-zur-Endgame-Demo-in-Erfurt-420009681

    • Das ist alles nicht schön. Doch noch ist der zukünftige AfD-Kurs nicht entschieden. Wenn er sich in die Richtung von Herrn Höcke entwickeln sollte, werde nicht nur ich austreten. Bis dahin lasse ich jedoch die verbliebenen Liberalen und gemäßigten Konservativen nicht im Stich.

    • Die aktuellen Zuordnungsbestrebungen in links, mitte, rechts, konservativ, liberlal, etc. schaden der AfD nur.
      Die AfD sollte in Zukunft wieder als Partei der Vernunft und des Verstands – losgelöst von irgendwelchen Richtungen, Strömungen und Ideologien – wahrgenommen werden.
      Nur so wird die AfD ihr volles Potenzial entfalten und eine wirkliche Alternative zu den etablierten Parteien darstellen können.

      • Die Wahrnehmung der AfD ist aber nicht unabhängig davon, wie sie und ihre Protagonisten sich inhaltlich aufstellen. Das ist konservativ und zunehmend rechts, wie man an der Auswahl der Themen und den dabei vertretenen Positionen sieht. Ob hier noch eine breitere Aufstellung gelingt, ist zumindest zweifelhaft, der Trend geht leider Richtung Verengung.

      • Die Wahrnehmung einer Partei ist in der Tat nicht unabhängig davon, wie sich ihre Protagonisten inhaltlich aufstellen. Vielmehr kommt es jedoch auf die Art und Weise an, wie dieser Inhalt von den Protagonisten (Sender) dargestellt und aus Sicht der Bevölkerung (Empfänger) verstanden wird.

      • Ich sehe da keinen großen Unterschied mehr. Viele Protagonisten der AfD sind jetzt ziemlich rechts und werden auch so wahrgenommen. Interessant ist die Frage, ob Herr Lucke das von Anfang an so geplant hat oder z. B. die anfangs weniger berechtigten Vorwürfe der Rechtslastigkeit sich selbst erfüllten, indem sie moderate Mitglieder vertrieben und rechte anlockten.

  7. Oh… [zu oben] es geht noch weiter: „Der Stiftungschef widersprach auch der Darstellung von AfD-Chef Höcke, die Partei habe um Hilfe bei der Formulierung der Inschrift gebeten. Sie habe ihm vielmehr mitgeteilt, er möge die Fertigung eines Kranzes mit einer solchen Inschrift veranlassen. „Das ist ein Auftrag und keine Bitte.“ Der mittlerweile von der AfD geschickte neue Textvorschlag laute: „Wir gedenken aller Opfer des Lagers Buchenwald.“ Das sei noch eine deutliche „Verschlimmbesserung“ der ersten Variante.“

    Neuer Vorschlag für Aufschrift AfD bemüht sich um Kompromiss mit KZ-Gedenkstätte – MDR
    http://www.mdr.de/nachrichten/afd_buchenwald_gedenken100_zc-e9a9d57e_zs-6c4417e7.html

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