Wachstumsschwache Eurozone

Die „Euro-Zone wird zum Risiko für die Weltwirtschaft“, so steht es im aktuellen Bericht „Global Economic Prospects“ der Weltbank mit dem programmatischen Titel „Having Fiscal Space and Using It“. Die Wachstumsraten in der Eurozone und Japan sind aktuell besonders niedrig und werden es auch die nächsten Jahre bleiben. Das Ende des ineffizienten Euro diskutiert die Weltbank aus politischen Gründen nicht. Ein solches Ende, und sei es für einzelne Länder, ist natürlich auch mit Risiken verbunden, die allerdings anhalten und das Wachstum ständig hemmen werden, solange der Euro fortbesteht. Doch gerade die Eurobefürworter müssten doch jetzt mehr tun, als einfach auf ein Ende der Krise zu warten. Gerade die Bundesregierung sollte nicht nur anderen Ländern Reformen vorschreiben (die leider auch oft das Wachstum mehr hemmen als steigern), sondern selbst die Voraussetzung für wirtschaftliche Wachstum verbessern statt verschlechtern. Auf lange Sicht ist das auch die beste Sozialpolitik und Abfederung des demographischen Wandels.

10 Gedanken zu „Wachstumsschwache Eurozone

  1. Abgesehen davon, dass ewig währendes Wachstum insbesondere vor dem Hintergrund der demographischen Veränderungen (niedrige Geburtenraten; immer mehr Rentnern und Umverteilungsempfängern stehen immer weniger Erwerbstätige gegenüber) eine Illusion ist und der Staatsapparat schon daher dringend verschlankt werden muss, statt diesen gefräßigen Moloch immer weiter zu mästen, könnte sich die planlose AfD von den österreichischen NEOS ein paar Dinge abschauen. Nicht nur in Sachen Transparenz und innerparteilicher Demokratie, sondern beispielsweise auch aus deren Steuerkonzept: https://parlament.neos.eu/steuerreformkonzept/?utm_source=Mitglieder%252C+Freunde+und+Interessenten&utm_campaign=7b15abc238-20150112_Steuerreform_Pressestunde&utm_medium=email&utm_term=0_89df5d7e99-7b15abc238-71336349

    • NEOS ist eine liberale Pro-Euro-Partei (auch wenn ich das eigentlich für einen Widerspruch halte) und von daher eher mit FDP und Neuen Liberalen als mit der AfD zu vergleichen. Im Übrigen geht es nicht um ewiges Wachstum, sondern hier und jetzt. Die Beschäftigtenzahlen in Deutschland sind auf Rekordhoch. Wenn selbst dabei das Wachstum schwächelt, wie soll es dann erst werden, wenn der demographische Wandel wirksam wird?

      • Ich empfehle ja nicht, dass die AfD das ganze Parteiprogramm der NEOS übernehmen soll. Aber es beinhaltet viele Inhalte, die von der AfD ohne Weiteres übernommen werden könnten und zu denen die AfD bislang rein gar nichts geliefert hat.

        Es muss ja nicht zu jeder Partei ein 1:1 – Pendant geben.

        Die Pro-Euro-Politik der NEOS kann ich zwar nicht so deutlich erkennen, wie von Ihnen behauptet wird, aber immerhin stehen die NEOS für Steuererleichterungen, mehr Subsidiarität und Verantwortungsföderalismus statt Umverteilungspolitik und haben ein ernst zu nehmendes Parteiprogramm. Letzteres kann man von der AfD zur Zeit leider nicht gerade sagen.

      • Die NEOS sind in der Tat eine neue sympathische Partei, die für ein vereintes Europa einsteht. Der Euro gehört selbstverständlich dazu. Dass ist auch dem Parteiprogramm und Aussagen vieler Ihrer fitten jungen Mitglieder zu entnehmen. Und natürlich sind sie liberal. Sie sind weltoffen, stehen für eine bunte Gesellschaft und ebenso für Transparenz und Freiheit, die gerade die österreichische Gesellschaft mehr als nötig hätte. Und sie sind darüber hinaus ein erfreulicher Gegenentwurf zu Strache*s dumpfer (Schwesterpartei der AfD) FPÖ. Herr Dilger macht immer den gleichen Fehler. Er verwechselt „liberal“ mit „libertär“. Natürlich nicht aus sprachwissenschaftlicher sondern (gegenwärtiger) ideologischer Sicht. Wobei ich nicht sage dass er nicht liberal ist. Er braucht nur ein wenig mehr Hilfe um sich das wirklich einzugestehen. Aber dafür bin ich ja da.

      • Halleluja, ich habe natürlich ganz übersehen, dass „NEOS“ nur ein griechischer Begriff sein kann und diese sympathisch-erfrischende junge Partei folglich nur eine Erfindung der Griechen sein kann!

        Bei Zeus, wie konnte ich das übersehen, Herr Papapostolou?

        Was Sie den Österreichern sonst so zuschreiben, erstaunt mich.
        Sind die Griechen etwa dabei, Österreich einzunehmen?

      • Herr Meister, Ihren Altherrensparwitz habe ich verstanden. Sie müssen ihn nicht in 3 verschiedenen Versionen wiederholen.

  2. @ Michael Meister
    Es fehlt in unserer Gesellschaft nicht an Expertise. Diese tritt immer dann ans Tageslicht, wenn Experten nicht (mehr) von Staatsknete oder Subventionen der Öffentlichen Hand abhängig sind. Experten setzen sich nicht durch, weil die Kanzlerin bei aller Konzeptionslosigkeit und allem Herumlavieren eine starke öffentliche Zustimmung erfährt und damit auch politische Posten sichert.
    In Ergänzung zu den Landes- und Bundes-Fachausschüssen benötigt die AfD einen Ausschuss für Agitation und Propaganda.

  3. Ich denke nicht, dass die Eurobefürworter auf das Ende der Krise hilflos warten. Die Europäische Zentralbank wird die Znsen niedrig halten, mehr Geld in den Markt bringen und die Inflation erhöhen, mit der folge, dass der Euro an Wert verliert. Siehe der Fall des Euros auf den Dollar von 1.40 auf 1.18. deshalb vermute ich, dass die EZB im großen Stil Staatsanleihen kaufen wird, um die Konjunktur anzukurbeln. Der Leitzins ist praktisch auf Null, der Sparer bekommt kaum noch die Krümeln des Kuchens.

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