Wollte Schäuble schon 2011 den Grexit?

Schäuble soll Griechenland 2011 den Euro-Austritt nahegelegt haben“, behauptet jetzt Evangelos Venizelos, seinerzeit griechischer Finanz- und jetzt Außenminister sowie jeweils stellvertretender Ministerpräsident. Demnach habe der deutsche Finanzminister damals einen freundschaftlichen und einvernehmlichen Austritt mit Unterstützung durch Deutschland und andere europäische Länder vorgeschlagen, was ihm sein griechischer Amtskollege jedoch ausredete. Wenn das stimmt, muss die Geschichte umgeschrieben werden. Zumindest muss ich dann mein sehr negatives Bild von Herrn Schäuble etwas korrigieren.

Wenn Wolfgang Schäuble tatsächlich diese Idee hatte und sie auch noch durchgesetzt hätte, dann ginge es heute nicht nur Griechenland und Deutschland besser, sondern auch die politische Lage wäre in beiden Ländern eine ganz andere. Syriza (in der neugegründeten Form von 2012) und die AfD gäbe es vermutlich gar nicht, dafür ginge es PASOK, der sozialistischen Partei von Herrn Venizelos, und der FDP viel sowie der CDU etwas besser.

Die Bundesregierung will die Eurozone nicht mehr um jeden Preis zusammenhalten‘, doch ein Austritt Griechenlands bereits 2011 wäre natürlich für alle viel besser gewesen, so wie ein heutiger Austritt immer noch besser ist als erst in vier Jahren. Es lässt sich viel Geld und vor allem auch menschliches Leid sparen, wenn das Unvermeidliche gleich getan wird. Vorher wird sich kein ernsthafter Investor in Griechenland engagieren, sondern es werden höchstens noch die letzten 20 % der griechischen Staatsschulden in privater Hand auf öffentliche Gläubiger übertragen und der Schuldenberg noch weiter ansteigen. Folglich hoffe ich, dass Syriza die griechischen Parlamentswahlen gewinnt und dann bei den Verhandlungen hart bleibt, während PASOK an der griechischen Drei-Prozent-Hürde scheitern sollte.

41 Gedanken zu „Wollte Schäuble schon 2011 den Grexit?

  1. Na und?
    Warum hat er sich dann nicht durchgesetzt?

    Hübsche Ente zur Imagepflege bei dummen Unionswählern, aber deshalb traue ich diesem Gangster keinen Millimeter mehr über den Weg.

    • Die Aussagen stammen doch nicht von Herrn Schäuble, sondern von Herrn Venizelos. Vielleicht will er sich damit bei seinen griechischen Wählern als Euroretter darstellen. Ich hoffe, dass er und PASOK dafür die Quittung bekommen.

      • @Alexander Dilger:
        „Die Aussagen stammen doch nicht von Herrn Schäuble, sondern von Herrn Venizelos.“
        Wo habe ich behauptet, dass die Aussagen von Herrn Schäuble stammen?

        Ich bezog mich eigentlich hierauf:
        „Wenn das stimmt, muss die Geschichte umgeschrieben werden. Zumindest muss ich dann mein sehr negatives Bild von Herrn Schäuble etwas korrigieren.“

        Dass die Ente von Herrn Venizelos in die Welt gesetzt oder wiederbelebt wurde, macht Herrn Schäuble nicht besser. Meiner Meinung nach gehört Wolfgang Schäuble schon lange dort hin, wo Uli Hoeneß gerade ist. Und ich meine damit nicht die Jugendabteilung des FC Bayern.

      • „Wo habe ich behauptet, dass die Aussagen von Herrn Schäuble stammen?“
        „Hübsche Ente zur Imagepflege bei dummen Unionswählern, aber deshalb traue ich diesem Gangster keinen Millimeter mehr über den Weg.“
        Wenn etwas zur Imagepflege getan wird, setzt das aktives Handeln vom Betreffenden voraus. Glauben Sie, dass Herr Venizelos im Auftrag von Herrn Schäuble redet?

      • @Alexander Dilger:
        „Glauben Sie, dass Herr Venizelos im Auftrag von Herrn Schäuble redet?“

        Das habe ich zwar nicht angenommen, wäre aber auch eine durchaus denkbare Variante, um Schäuble den Weg für einen Rückzug von der bisherigen Haltung, dass Griechenland den Euro nicht verlassen könne, zu ebnen.

      • Ich habe das Interview gelesen und Herr Venizelos erwähnte diese Begebenheit unaufgeregt, dass Schäuble 2011 versuchte Griechenland „im Guten“ aus dem Euro zu drängen, nur am Rande. Ich glaube dass dem Herrn Venizelos im Moment des Interviews die Brisanz gar nicht bewusst war. Und gerade deshalb halte ich seine Aussagen für glaubhaft. Für mich ist das in der Bewertung und auch Nachbetrachtung uninteressant da ich vorab die viel spannenderen Aussagen des US-Wirtschaftsministers Timothy Geithner kannte und ich mir den Rest, wie viele andere vermutlich auch, denken konnte.

        Im übrigen, Herr Dilger, welche Quittung soll denn Ihrer Meinung die PASOK noch bekommen, die sie längst nicht schon hat? Eine ehemals grosse Volkspartei die 30 Jahre immer jenseits der 40% lag, liegt heute in den Umfragen bei 3 oder 4%. Durch die Abspaltung von Papandreou ist es ja noch schlimmer geworden. Sie machen mir Spass.

      • Meinen Sie „Timothy Geithner reveals Schauble’s plan to kick Greece out of the euro and ‘terrify’ the rest of Europe“? Das ist allerdings ein anderes Szenario zu einem anderen Zeitpunkt, welches auch mehr die dunkle Seite von Herrn Schäuble unterstreicht. Trotzdem wäre es natürlich bessere Politik als die Euroretterei gewesen, nicht nur, aber auch für Griechenland.

        PASOK ist zwar schon stark geschrumpft, aber immer noch bzw. wieder in der Regierung. Herr Venizelos ist Minister und stellvertretender Ministerpräsident statt im Gefängnis. Ein Scheitern an der Drei-Prozent-Hürde wäre sehr verdient.

      • Ja, das stimmt. Das war in der Tat ein anderes und auch früheres Szenario aber wer die Aussagen von Geithner kannte, war vom aktuellen Interview Venizelos wenig überrascht. Wieso Sie Herrn Venizelos im Gefängnis sehen wollen, verstehe ich nicht. Vermutlich weil er den Rauswurf aus dem Euro verhindert hat.

        Ich weiss, Sie sehen das anders aber die Krise, die sich 2011 und 2012 nochmals drastisch verschärfte war wichtig für das Land. Ohne Krise, keine Katharsis, das sagten schon die alten Griechen. Seitdem hat sich die griechische Zivilgesellschaft verändert und ist endlich aufgewacht. Zuvor war die Bevölkerung lethargisch, selbstverliebt und unkritisch. Trotz Arbeitslosigkeit, die sich in den Jahren zuvor nur künstlich und auf Pump niedrig hielt und trotz bitterer Verarmung, bin ich der Krise dankbar. Jeder griechische Politiker, der jetzt noch den Euro auf’s Spiel setzt, wäre in meinen Augen ein Verbrecher.

      • Was ist die Katharsis daran, trotz der offenkundigen Probleme wie bisher am Euro festzuhalten? Ich halte das für „lethargisch, selbstverliebt und unkritisch“. Sie wollen nicht, dass die Griechen ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen, sondern quasi zu einem Volk dauerhafter Hartz IV-Empfänger werden. Das halte ich für ein Verbrechen.

      • „Sie wollen nicht, dass die Griechen ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen, sondern quasi zu einem Volk dauerhafter Hartz IV-Empfänger werden. Das halte ich für ein Verbrechen.“

        Alles kein Problem: Der bayerische Steuerzahler wird´s schon richten!

      • Gut, bevor ich wieder mit Kanonen auf Spatzen schiesse. Bitte erklären Sie mir bitte ein wenig präziser wieso Sie die Griechen als Volk dauerhafter Hartz IV-Empfänger sehen wenn Sie im Euroraum bleiben.

      • Das ist doch offensichtlich. Griechenland wird im Euro dauerhaft alimentiert, verarmt aber zugleich ohne hinreichende Anreize oder auch nur Möglichkeiten, sich da wieder herauszuarbeiten. Hilfe zur Selbsthilfe sieht anders aus.

      • Dieser Kommentar, dass Griechenland „auf ewig“ durch den Euro alimentiert wird, ist im besten Fall (und da ich weiterhin hier schreiben möchte, bin ich vorsichtig) unsinnig. Woher nehmen Sie diese Gewissheit? Eine Glaskugel? Griechenland ändert sich doch gerade um eben auf eigenen Füssen stehen zu können. Das Land hätte theoretisch soviel an Möglichkeiten zu wachsen und zu blühen. Das verkrustete System mit korrupten Politikern hielten es lange genug in Geiselhaft. Woher nehmen Sie Ihre Arroganz, den Griechen nicht das gleiche zuzutrauen (Vielen Dank für das Beispiel, Herr Meister) was die Bayern auch geschafft haben? Bayern wurde auch 40 Jahre lang von NRW alimentiert bis es dann auf eigenen Füßen stand. Griechenland schafft das in den nächsten 10 Jahren. Wollen Sie Bremen, Berlin und dem Saarland auch den Euro wegnehmen Übrigens, dass aus Deutschen gute Demokraten wurden, hätte vor 70 Jahren auch niemand für möglich gehalten. Das haben Sie auch Menschen wie mir und meinen Eltern zu verdanken. Seien Sie mal ein wenig demütiger.

      • Das „auf ewig“ haben Sie sich ausgedacht. Ich schrieb „dauerhaft“, doch nichts dauert ewig auf dieser Welt. Solange der Euro, der auch nicht ewig währen wird, in Griechenland einziges Zahlungsmittel bleibt, bleibt Griechenland auf Transfers angewiesen.

        Durch wen sollen eigentlich Ihrer Meinung nach die griechischen Politiker ersetzt werden? Durch Eurokraten? Bei Ihren Eltern kann ich es nicht beurteilen, doch Sie tragen nichts Positives zur Demokratie bei, sei es hier, in Griechenland oder ganz Europa. Sie wollen den Euro um jeden Preis retten. Zu dem Preis gehört nicht nur, aber auch die Demokratie.

      • Wo genau liegt der Unterschied zwischen „ewig“ und „dauerhaft“? Da Sie im Gegensatz zu mir einen Unterschied sehen, gehe ich davon aus, dass Sie doch ein kleines optimistische Licht am Ende des Tunnels für Griechenland im EURO sehen wenn „dauerhaft“ nicht „ewig“ bedeutet. Auch gut.

        Ihre Behauptung „Euro oder Demokratie“ finde ich erschreckend. Mein Beitrag zu Demokratie ist es unter anderem Ihnen dabei zu helfen wieder an das Gute zu glauben und den Pfad von Fanatismus, Nationalismus und falschen Freunden (AfD) zu verlassen. Das ist doch auch was.

      • Ewig dauert unendlich lange, dauerhaft eine längere Dauer, aber nicht unbedingt ewig. Ich hatte doch auch schon die auflösende Bedingung genannt, nämlich das Ende des Euro. Ich glaube auch an das Gute, also z. B. das Ende des Euro. Die AfD werde ich sicher nicht Ihretwegen verlassen, sondern wenn tatsächlich die Fanatiker und strammen Nationalisten sich durchsetzen sollten. Vorher werde ich jedoch nicht austreten, sondern dies zu verhindern versuchen.

      • @Demokratos Papapostolous, den Erfinder der Demokratie:
        „Übrigens, dass aus Deutschen gute Demokraten wurden, hätte vor 70 Jahren auch niemand für möglich gehalten. Das haben Sie auch Menschen wie mir und meinen Eltern zu verdanken.“

        Ahh, danke!
        Ich verneige mich in Demut.
        Was wären wir ohne die Griechen?
        Die Griechen haben einfach alles erfunden. Ohne sie wären wir nichts!

        @Alle Nichtgriechen:
        Bitte sehen Sie sich „My Big Fat Greek Wedding“ an.
        Da wird das alles auch für Nichtgriechen verständlich erklärt.

      • Herr Meister, Ihnen passt mein Kulturchauvinismus nicht? Das finden Sie arrogant? Nichts anderes machen Sie oder Herr Dilger doch auch. Vermutlich unbewusst aber fast täglich. Oder wie soll man dass verstehen, dass Griechen innerhalb des Euros „dauerhaft“ (also ewig) als Hartz IV Empfänger enden werden (der Begriff „Bodensatz“ hätte noch gefehlt)? Diese arrogante Überheblichkeit ist doch die DNA eines völkischen Lucke und all den anderen Spiesskameraden in seiner einfältigen Partei. Denken Sie bitte darüber nach wie solche Aussagen bei Griechen ankommen. In der Zwischenzeit können Sie ja mal Heinrichs Mann’s „Der Untertan“ lesen und sich Billy Wilders Film „Eins Zwei Drei“ anschauen. Jedenfalls spiegelt sich dort die deutsche Mentalität, zumindest aber die der AfD, genauso gut wider wie bei dem Spielfilm „My Big Fat Greek Wedding” über (Auslands-)Griechen, über den ich übrigens auch herzlich gelacht habe.

        Ich will aber nicht zu hart urteilen. Dass Sie, Herr Meister, und auch Herr Dilger trotzdem noch in der Lage sind, reflektiert und kritisch gegenüber der AfD zu argumentieren (PEGIDA, Putin, Islamophobie) zeigt, dass Sie (noch) nicht ganz verloren sind. Ich kann eigentlich nur jedem vernunftbegabten Menschen raten sich so schnell wie möglich aus der AfD zu verabschieden bevor er sich vollends gesellschaftlich isoliert. Die Annahme dass die AfD in irgendeiner theoretischen Form liberal sei, ist ein grotesker Irrglaube. Das ist ein gut gemeinter Rat.

      • Sie haben die Hartz IV-Analogie offensichtlich nicht verstanden. Es war keine Aussage über die einzelnen Griechen, sondern die Systemfehler des Euro.

      • Schon klar Herr Dilger, ich habe es zum wiederholten Male nicht verstanden. Sie sind es doch, der hier andauernd simple Kommentare schreibt, die viel Raum für Interpretationen bieten. Nein, Selbstzweifel gibt es bei Ihnen anscheinend nicht. Sie erwarten dass Ihr, hier im Blog immer wieder zu kurz gefasstes Weltbild, verstanden wird. Das mag sicher auch daran liegen dass ein Blog anstrengend ist, und natürlich nicht ausformuliert werden kann, wie Sie es vermutlich gern hätten. Aber wenn jemand so verkürzt und auch überspitzt formuliert wie Sie, darf sich über Miss -Interpretationen und -Verständnisse nicht wundern. Ich sage, dass ein reformiertes Griechenland sich an einer harten Währung abarbeiten kann. Ich kann dafür unzählige Argumente anbringen. Sie sagen, nein das geht nicht. Und weiter? Ihr einziges Argument ist der „böse“ Euro. Was soll man dann noch machen wenn Sie so beratungsresistent sind und mit ungeschickten Analogien kommen?

      • Es würde doch schon helfen, wenn Sie die Argumente im Zusammenhang sehen würden, statt immer wieder von vorne anzufangen mit dem Schimpfen.

        „Ich sage, dass ein reformiertes Griechenland sich an einer harten Währung abarbeiten kann.“ Ganz genau, es kann sich daran abarbeiten und abarbeiten, aber einen Ausweg gibt es nicht. Ohne Schuldenschnitt wachsen die Schulden schneller, als auch nur die Zinsen bedient werden können. Ohne Euroaustritt gibt es schneller neuen Anpassungsbedarf, als realwirtschaftlich ganz schmerzhafte Anpassungen möglich sind. Das ist doch wirklich nicht so schwer zu verstehen.

      • Meine Kritik kennen Sie ja hinlänglich. Sie sind mit Ihren oberflächlichen Analysen und den Antworten über Griechenland weit weg von der Wirklichkeit. Leider wollen Sie die gewichtigen Fragen nicht diskutieren solange der Euro nicht die Hauptschuld trägt. Das macht es ja so schwer mit Ihnen.

      • Analysen in einem Blog können nicht so tief gehen wie in einem Fachartikel, doch immerhin biete ich hier im Gegensatz zu Ihnen Analysen an. Die traurige Wirklichkeit in Griechenland gebe ich auch ehrlicher wieder als Sie. Sie sollten zuerst die Fakten anerkennen, dann ist der Schritt zu ihren Ursachen nicht mehr so weit.

      • @A. Papapostolou:
        „Herr Meister, Ihnen passt mein Kulturchauvinismus nicht? Das finden Sie arrogant?“

        Lieber Hrr Papapostolou,

        was Sie hier zum „Kulturchauvinismus“ hochstilisieren, ist nicht arrogant, sondern schlicht und ergreifend lächerlich.

        Da auch der Begriff „Auto“ auf ein griechisches Wort zurück geht, halten sich die Griechen wahrscheinlich auch für die Erfinder des Automobils und es würde mich wirklich nicht überraschen, wenn Sie uns in einem Ihrer nächsten Beiträge allen Ernstes erklären, dass die Deutschen ohne Sie und Ihren Großeltern/Urgroßeltern/Ururgroßeltern niemals in der Lage gewesen wären, diese griechische Erfindung nachzubauen (usw., usf.).

        Wie viele Jahrtausende wollen sich die Griechen noch auf den Erkenntnissen und Errungenschaften Homers und Sokrates ausruhen?

        Wenn Ihre Landsleute so weitermachen, enden sie wie die Nachfahren der einst so mächtigen Pharaonen. Die Erdscheibe dreht sich weiter – ob mit oder ohne Euro. 😉

      • Herr Meister, was genau haben Sie an dem Begriff „Kulturchauvinismus“ nicht verstanden? Halten Sie „Kulturchauvinismus“ für einen positiv-besetzten Begriff? Mein Verweis dass Herr Dilger mir und meinen Eltern „dankbar“ sein sollte, war ironischer Natur. Ironie ist allerdings nicht gerade die Stärke dieses Blogs. Auch wenn Herr Dilger glaubt dass wir von Strichmännchen abstammen und alle alten Griechen muskelbepackte Stauden waren aber ein nüchterner Blick auf die Migrationsbewegung der letzten 2000 Jahre (dazu gibt es viele dezidierte Studien) reicht aus. Die Chance ist relativ gross dass ich ebenso von Venezianern, Osmanen oder Goten abstamme und Sie oder Herr Dilger von Rumänen, Polen oder Hugenotten. Für Kulturchauvinismus ist da wenig Raum. Mein Blick, im Gegensatz zu Herrn Dilger, ist auf die Zukunft gerichtet. Wie kann sich Deutschland, Griechenland und Europa positiv verändern, weiterentwickeln und noch näher zusammenkommen. Ich möchte Brücken bauen. Brücken sprengen, Linien ziehen, abkapseln und Grenzen dicht machen, das überlasse ich dem „liberalen“ Herrn Dilger und seiner „weltoffenen“ AfD.

      • Sie wollen alles einebnen, argumentativ und monetär. Ich bin für Differenzierung, was hoffentlich auch in der Zukunft angemessener bleibt.

      • @Erfindros Papapostolou
        „Herr Meister, was genau haben Sie an dem Begriff “Kulturchauvinismus” nicht verstanden?“

        In welchem Volkshochschulkurs lernt man diese Art von Billig-Rhetorik, Herr Papapostolou? ‚Griechisch für Anfänger‘?

        Im Übrigen habe ich den Eindruck, dass Sie nur ihre eigene „Ironie“ wahrnehmen.

        Ich werde mich aber fortan gerne bemühen, immer *Ironie an* und *Ironie aus* mit dran zu schreiben, wenn ich Ihnen einmal wieder mit einer Prise Ironie antworte.

        *Ironie an*
        Welche Erfindung machen Sie heute?
        *Ironie aus*

  2. Man sollte Herrn Schäuble auch an seinen Aussagen in der Vergangenheit messen. Es wird Zeit, dass klar denkende und zukunftorientierte Kräfte, die das Deutsche Volk absichern und ein aktives Europa unterstützen, abgelöst wird. Das möglichst schnell.

    • Ganz richtig!

      Wolfgang Schäuble gehört längst aufs Altenteil.

      Für bayerische Kommunalpolitiker gibt es eine Altersgrenze: 65 Jahre.

      Mit 65 Jahren dürfen Sie also selbst bei bester Gesundheit nicht mehr Bürgermeister einer 100-Seelen-Gemeinde sein.

      Aber dieser mit Medikamenten vollgepumpte Psychot im Rollstuhl darf mit 72 Jahren die Steuerbillionen seiner Bürger verballern wie er lustig ist.

      Das ist der reinste Wahnsinn!

      • Mensch Herr Meister, mit Ihnen möchte ich aber nicht in einen Krieg ziehen. Ihre Patronen wären ja schon verschossen, bevor ich meine eigene Waffe ziehen könnte,.

      • Kein Problem Herr Krebs – wenn ich das Magazin leer geschossen habe, machen Sie eben weiter. Dann kann ich wieder nachladen … 😉

  3. Sehr geehrter Herr Dilger,
    es gibt keinen Grund dafür, dass Sie Ihr negatives Bild von Herrn Schäuble korrigieren müssten.
    Bisher konnte man Schäuble als EURO-fantastischen Realitätsverweigerer und ökonomischen Ignoranten ansehen, was für einen Finanzminister bereits katastrophal ist.

    Das Venizelos-Geständnis macht nunmehr alles noch schlimmer:

    Wenn … Schäuble schon in 2011 die Euro- und Griechenland-Problematik richtig erkannt hatte, dann mussten ihm auch die Konsequenzen eines Verbleibens von Griechenland im Euro bewusst gewesen sein:
    – unvermeidbarer weiterer Schuldenanstieg Griechenlands,
    – Uneinbringlichkeit weiterer Kredite an Griechenland (=Schaden für die deutschen Steuerzahler in Höhe von vielen weiteren Mrd. €),
    – in Kaufnahme der Verelendung eines großen Teiles der griechischen Bevölkerung (=Folge der erzwungenen „Reformen“ in Griechenland)
    – kurz: Insolvenzverschleppung!!

    Dennoch hat Schäuble seit 2011 bis heute der Öffentlichkeit weis machen wollen:
    „Deutschland verliert keinen Cent in Griechenland, Deutschland verdient gut an den Zinsen. Griechenland ist auf einem guten Weg…“

    Daraus ergeben sich zwei Möglichkeiten:
    1. Schäuble wollte damals den Grexit, konnte sich aber nicht durchsetzen… dann würden ihn seine Aussagen als Heuchler und Lügner kennzeichnen. -Ein Heuchler und Lügner sollte seinen Rücktritt vom Ministeramt erklären, wenn er noch Anstand besitzt.
    oder
    2. Venizelos hat uns eine unwahre Geschichte erzählt, – warum sollte er?
    … Auch für diesen Fall taugt Schäuble nicht als Finanzminister, denn er hätte wissen müssen, was alle Marktbeteiligten spätestens 2011 wussten: Die Insolvenz Griechenlands ist unvermeidbar, wenn nicht ständig Kapitalzuflüsse von außen kommen (Beweis: Auf dem Freien Kapitalmarkt konnte sich Griechenland nur dann refinanzieren, wenn EZB / EU die Ausfallbürgschaften leisteten.).

    Beide Fälle taugen nicht, um über Schäuble ein positives Urteil zu fällen!
    Wenn es eine Art „Amtshaftung“ gäbe, dann wäre Schäuble längst Zellennachbar von Hoeneß: Der eine zahlt keine Steuern – der andere vernichtet vorsätzlich Steuereinnahmen.

    Den finanziellen Schaden trägt Deutschland.
    – Es gibt nur eine Lösung: Weg mit dem EURO, so schnell wie möglich!!!

    • „Wenn es eine Art “Amtshaftung” gäbe, dann wäre Schäuble längst Zellennachbar von Hoeneß: Der eine zahlt keine Steuern – der andere vernichtet vorsätzlich Steuereinnahmen.“

      Der Schaden, den Wolfgang Schäuble anrichtet, übersteigt den von Uli Hoeneß angerichteten Schaden um ein zigtausend-faches. Es wäre daher nicht fair, ihn genauso „milde“ davon kommen zu lassen wie Uli Hoeneß.

      Im Western hätten die Umstehenden gerufen: „Hängt ihn höher!“

  4. Ob besser mit oder ohne Euro, ob besser mit oder ohne einiger Euro Länder, ich möchte wissen, ob die Bundesregierung sich schon Gutachten eingeholt hat. Für jede Weicheientscheidung werden Gutachten eingeholt. Einige haben schon Bücher darüber geschrieben, aber ein Gutachten ist mir noch nicht begegnet. Gibt es hier jemand, der mir sagen kann, ob ein Gutachten von der Europäischen Kommission oder der deutschen Bundesregierung bestellt wurde, und wenn „Ja“ warum es zurückgehalten wird?

    • Ein seriöses Gutachten, das den Kurs der Bundesregierung bekräftigt, wird sich kaum erstellen lassen. Alle anderen verschwinden in der Schublade.

      • Herr Lucke hatte doch 2013 entsprechende Studien angefordert und von der Bundesbank die Antwort erhalten, dass es natürlich Austrittsüberlegungen gäbe, diese aber nicht veröffentlicht würden (siehe hier).

      • Stimmt Herr Dilger, das hatte ich vergessen. Das heißt doch, dass Merkel bei ihrer Äußerung vorletzte Woche über den Ausstieg aus dem Euro, dieses Papier der Bundesbank im Kopf hatte, und dass dieses Papier der Bundesbank schon 2013 den Ausstieg aus dem Euro in Erwägung zog.

      • Von rund 17000 FAZ-Leser sind 80% dafür, dass Griechenland aus Eurozone ausscheidet! Ziemlich eindeutig und klug.

  5. Herr Grisogono, von den 17000 FAZ Lesern hätte ich gerne mal gewusst, ob sie auch verstehen, was sie meinen. Am meisten stört mich nicht das Verstehen oder das Unverständnis, sondern die Agitation der Politiker, gepaart mit Scheinheiligkeit und parteipolitischem Zwang. Wenn ein CDU Bürgermeister den Austritt aus dem Euro propagiert, dann kann er seinen Job an den Nagel hängen. Haben sie sich schon mal gefragt, warum sie sich nicht alle an einen Tisch setzen und über das Thema sprechen?

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