Falsch erwischt

Vor zwölf Tagen hatte ich mein altes ‚Auto verkauft‘, doch erst heute ließ es sich ummelden. Der Käufer wollte den Preis trotz gültigen Vertrages noch einmal nachverhandeln, doch so etwas ist mit mir grundsätzlich nicht zu machen. Allerdings fuhr er mich dann nicht wie verabredet von Herne zurück, weshalb ich den öffentlichen Nahverkehr nutzte. In Dortmund geriet ich schließlich in eine Fahrkartenkontrolle und hatte angeblich die falsche Fahrkarte. Der Automat hatte mir Preisstufe B (5,50 Euro) angezeigt, die ich dementsprechend kaufte. Nach Ansicht der Kontrolleure hätte ich jedoch bis Dortmund Ost (im Gegensatz zu Dortmund West und Mitte) Preisstufe C (11,50 Euro) lösen müssen, weshalb sie mir mangels ihrer Ansicht nach gültigem Ticket das erhöhte Beförderungsentgelt von 40 Euro aufdrücken wollten. Den Zahlschein habe ich vorliegen, doch ich werde nicht zahlen und habe mich auch schon beschwert, was jedoch noch zu ‚Ärger [wie] mit der BahnCard‘ führen kann. Nach dem Aussteigen zeigte der Automat jedenfalls für eine Fahrt nach Herne ebenfalls Preisstufe B an, wie es auch im Internet angegeben ist. Im Übrigen wäre die Kombination von Preisstufe A (2,60 Euro) und B günstiger als die Preisstufe C, wie offensichtlich gar kein Ticket auch günstiger ist als das falsche oder, wie in meinem Fall, sogar das richtige.

10 Gedanken zu „Falsch erwischt

  1. Durch das Preissystem des öffentlichen Personennahverkehrs steigen wohl die wenigsten Menschen durch. Ist keine Schande, sich dort zu vertun.
    Zumal Professoren ja allgemein eine gewisse Weltfremdheit nachgesagt wird. *grin*

  2. „Allerdings fuhr er mich dann nicht wie verabredet von Herne zurück, weshalb ich den öffentlichen Nahverkehr nutzte.“
    Ich will jetzt keine „Can of Worms“ öffnen, aber unter gewissen Umständen ist das rechtlich nicht in Ordnung. Auch eine mündliche Verabredung kann rechtlich bindende Wirkung haben. Wenn Sie sich beide darauf geeinigt haben, dass Sie auf die Rechnung des Käufers zurück gefahren werden und er seinen Teil der Vereinbarung nicht einlöst, obwohl Sie sich darauf verlassen haben, müsste er eigentlich für Ihre Mehrkosten aufkommen.
    Allerdings dürfte es freilich nicht möglich sein, da hinterher zu gehen. Der Betrag bewegt sich im Bagatellbereich und der Käufer wird, jedenfalls wenn er sich anwaltlich beraten lässt, nie zugeben, dass er Ihnen die Fahrt zugesagt hat.

    Was das Ticket betrifft kann ich dazu nichts sagen, weil ich es nicht gesehen habe und die Situation in Dortmund nicht kenne. (Allerdings deutet die Schilderung darauf hin dass Sie sich ganz richtig verhalten haben.) Ich möchte Sie nur wissen lassen dass ich mehrmals unbeabsichtigt schwarz Bus (ÖPNV) gefahren bin, weil ein ÖPNV-Mitarbeiter mich über die Gültigkeit eines bestimmten Tickettyps in einer bestimmten Stadt anlog. Der Herr hatte schlicht keine Ahnung und wollte mich abwimmeln. Ich bin dann oft von den Busfahrern angehalten worden und konnte sie stets überzeugen, dass ich mit dem Ticket fahren darf (was nicht stimmte), und zwar anhand der gültigen Ticket-Regelungen. Bis ich endlich im Rahmen langwieriger eigener Recherche herausfand, dass ich das Ticket doch nicht benutzen durfte, worauf ich das Verhalten sofort einstellte.

    Sie sehen, da sind oft große Geister am Werk.

    • Natürlich ist es nicht in Ordnung, weder rechtlich noch moralisch, Vereinbartes nicht einzuhalten. Aber eine mündliche Vereinbarung ohne Zeugen ist nicht beweisbar und der Streitwert ist zu gering. Manchmal ist es auch einfach besser, getrennter Wege zu gehen.

      In Ihrem Fall ist sehr die Frage, ob sich das Unternehmen auf Regelungen zu Ihren Ungunsten berufen darf, wenn die eigenen Mitarbeiter etwas anderes behauptet haben. Wenn ein Busfahrer Ihnen ein bestimmtes Ticket verkauft oder Sie auch nur damit durchwinkt, sind Sie exkulpiert, zumindest solange Sie es nicht selbst besser wissen. Sie hätten also vielleicht gar keine Recherche durchführen sollen.

  3. Tja manche Tage…..

    Ich hatte noch nie einen Platten am Auto und dann zwei in einer Woche
    Dazu war der Platten Nr 1 nur entstanden,weil ich aus der Laune heraus 20 Euro aufs Sparbuch bringen wollte.

    Also sparen lohnt nicht,was sich immer wieder bestätigt.

    Zwei Wochen vorher bin ich auf dem Weg zur Einzahlung von 20 Euro in den Blitzer gekommen.

    Ich nehme soetwas einfach mit Humor.

    • Wieso bringen Sie überhaupt 20 Euro zur Bank und dann auch noch aufs Sparbuch? Auch ohne Platten und Blitzer lohnt das überhaupt nicht. Die 6.500 Euro gestern habe ich auch nicht wegen etwaiger Zinsen eingezahlt, sondern nur, um nicht so viel Bargeld dabei oder zu Hause zu haben.

      Anfangs hatte ich mit dem alten Volvo sogar dreimal platte Reifen in kurzer Zeit, seitdem gar nicht mehr, obwohl ich Geld in ein Notrad (echte Reservereifen passen gar nicht mehr hinein) und dann noch einmal in einen Wagenheber investierte.

  4. Ach,das Sparbuch ist nur eine Parkanlage für angestrebte Anschaffungen.
    Ansonsten geht das zur Ing Diba.

    Klappt nicht immer,kurbelt aber die Wirtschaft an.

  5. Sehen Sie – ein Grund mehr, den ÖPNV und die Regionalbahn als Dienstleistung des Staates gratis anzubieten.

    • Diese hatte ich schon bei meinem ‚Ärger mit der BahnCard‘ angerufen. Der Fall jetzt ist allerdings zum Glück schon abgeschlossen. Gestern Abend erhielt ich folgende E-Mail:

      Sehr geehrter Herr Dilger,

      die ausgestellte Ticketbeanstandung war nicht korrekt!

      Die eingeholten Informationen für Ihre Fahrt von Herne nach Dortmund Aplerbeck sind korrekt, es wird ein Ticket der Preisstufe B benötigt
      (wohlgemerkt im Bartarif).

      Für fehlerhafte Beanstandung und die falsche Beschuldigung möchten wir uns natürlich bei Ihnen entschuldigen.

      Die Kollegen haben uns über die fehlerhafte Ticketbeanstandung auch informiert, da der Fehler auf Nachfrage bereits aufgefallen war.

      Wir haben den Vorfall natürlich eingestellt und Sie können die Ticketbeanstandung als nichtig betrachten.

      Mit freundlichen Grüßen

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