Erfolgreich(er) beim Schachturnier

Gestern fand wieder das traditionelle Otto-Lange-Schnellturnier vom Schachverein Wattenscheid 1930 e. V. statt (die Ankündigung steht aktuell oben im Newsticker). Letztes Jahr habe ich ‚Bei [diesem] Schachturnier verloren und dennoch gewonnen‘. Das war gestern erneut der Fall, doch ich war deutlich besser. Ich errang durch drei Siege und ein Unentschieden 3,5 Punkte in sieben Partien, also ein ausgeglichenes Ergebnis gegen eigentlich viel bessere Vereinsspiele, gegen die ich letztes Jahr noch verloren hätte oder tatsächlich verloren hatte. Das reichte für insgesamt den 15. von 28 Plätzen (Platz 14 hatte auch 3,5 Punkte, aber gegen z. T. bessere Gegner) und sogar den ersten Platz in der schwächsten Kategorie mit 20 Euro Preisgeld.

Wer weiß, ob ich jemals wieder so gut sein werde. Doch neben der guten Tagesform (und weniger Stress durch die Politik) hat vielleicht auch das Online-Training geholfen, u. a. als ‚AfD bei Schacharena‘, wo ich aktuell 1719 Punkte habe. Ich erneuere mein Angebot, dort oder bei einer anderen Plattform gegen AfDler und andere Blogleser zu spielen oder ggf. auch miteinander in einem Team.

Außerdem dürfte gestern eine Rolle gespielt haben, dass ich als Außenseiter gestartet bin. Psychologisch und selbst spieltheoretisch war das ein Vorteil, weil die Gegner auf Gewinn spielen mussten oder zumindest wollten, während ich ganz entspannt kontern konnte. Geringere Risikoaversion war ebenfalls ein Vorteil, der aber natürlich (relativ) gutes Schachspielen nicht ersetzen, sondern nur ergänzen konnte. Umgekehrt hilft es auch, wenn man unterschätzt wird. Im Grunde ist das alles nicht viel anders als in der Politik, wo es ebenfalls darauf ankommt, Fehler zu vermeiden oder zumindest einen weniger zu machen als der Gegner.

10 Gedanken zu „Erfolgreich(er) beim Schachturnier

  1. Im Gegensatz zu „erfolgreichen“ Politikern müssen gute Schachspieler immer ein paasr Züge voraus denken. Das unterscheidet das Schachspiel ganz erheblich von scheindemokratischer Politik.

    • Politiker müssen auch weit voraus denken. Die Konkurrenz ist hart. Wirklich erfolgreiche Politiker wie Frau Merkel wissen allerdings auch, worum es in dem Spiel wirklich geht, nämlich die Macht und nicht die sachlich bzw. für die Bürger beste Politik. Im Schachspiel kommt es auch nur auf den König an. Das Opfern von Bauern, aber auch von Offizieren bis hin zur Dame ist Mittel zum Zweck.

      • Ich spiele selbst Schach. Wenn der König von seinem Volk verlassen einer Übermacht gegnerischer Offiziere oder auch nur Bauern gegenübersteht, dann ist der Ofen aus.

        Anders in der Politik – selbst „demokratisch gewählte“ Herrscher regieren an ihrem Volk vorbei, als gingen sie die legitimen Interessen ihrer Wähler überhaupt nichts an. Frau Merkel und Herr Schäuble sind dafür exemplarisch.

        Der beste Politiker ist meiner Meinung nach nicht unbedingt der, der sich am längsten an der Macht hält. Ich messe politischen Erfolg nicht am längstmöglichen Machterhalt eines Regenten, sondern ausschließlich am Nutzen seiner Entscheidungen für sein Volk.

      • Frau Merkel achtet sehr genau darauf, dass sie, ggf. zusammen mit auswechselbaren Koalitionspartnern, immer genug Wähler hat. Deshalb würde sie auch sofort den Euro wie die Atomkraft über Bord werfen, wenn der Wind sich dreht. Im Übrigen unterscheide ich zwischen Politiker und Staatsmann bzw. -frau. Frau Merkel ist demnach eine perfekte Politikerin, die jede Wahl gewinnt, aber sie wird am Ende keine bleibenden Erfolge vorweisen können.

      • Und wer ist letztendlich Schuld daran ? Natürlich die Offiziere und Bauern, die sich dafür benutzen lassen. Und dass, obwohl der König jederzeit bereit ist sie zu opfern.

      • Langsam wird die Betrachtung richtig philosophisch …

        Angela Merkel kann natürlich schon auf Grund Ihres Geschlechts niemals „Staatsmann“ werden. Ja, ja, ok, 5 € für die Chauvi-Kasse … :-)))))

      • Deswegen habe ich doch extra „Staatsmann oder -frau“ geschrieben, obwohl ich sonst der alten Konvention folge, dass nicht jeder Begriff verdoppelt werden muss.

      • Frau Merkel erinnert mich viel mehr an ein ferngesteuertes Alien im Hosenanzug als an eine „Staatsfrau“ (was auch immer Letzteres sein mag).

  2. Pingback: Wieder bei Schachturnier in Wattenscheid | Alexander Dilger

  3. Pingback: Mario-Bartel-Gedenkturnier in Wattenscheid | Alexander Dilger

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