An welchem Land wird der Euro zerbrechen?

‚Der Euro muss in den nächsten 5, nicht 50 Jahren verschwinden‘. Dabei gehe ich davon aus, dass er auch tun wird, was er tun muss. Die spannende Frage ist nicht, ob die Eurozone zerbricht, sondern wann und aus welchem Anlass. Die AfD wird wohl leider nicht wesentlich dazu beitragen und Deutschland insgesamt die Entwicklung weiter hemmen statt befördern.

Die nächste Gelegenheit hat Griechenland, denn die „Griechen setzen die gesamte Euro-Zone aufs Spiel“. Die vorgezogene Präsidentenwahl könnte zu einer Neuwahl des Parlaments führen, bei der Syriza stärkste Partei werden dürfte und danach vielleicht sogar die Regierung bildet. Diese Partei und ihr Anführer Alexis Tsipras wollen zwar nicht mehr explizit aus der Eurozone austreten, doch das versprochene Ende der Austeritätspolitik könnte anders nur durch ein erneutes Einknicken der Bundesregierung umgesetzt werden. Nun ist Griechenland zu klein, um allein durch sein Ausscheiden die Eurozone nachhaltig zu verändern. Die These, es wäre nicht mehr dieser Euro, wenn auch nur ein Land geht, ist unplausibel, da laufend noch kleinere Länder hinzukommen, wodurch es trotzdem derselbe Euro bleibt. Aber erstens dürfte der Austritt eines Landes die Märkte erschüttern. Denn dann sieht man, dass entgegen allen Beteuerungen solche Austritte sehr wohl möglich sind. Zweitens würden die verbleibenden Länder bald sehen, dass es Griechenland schon nach kurzer Zeit besser statt schlechter gehen wird. Warum sollten andere Krisenländer dann noch im Euro verbleiben wollen?

Doch selbst wenn Griechenland im Euro verbleibt, gibt es noch andere Wackelkandidaten. Ob Italien wirklich zu den versprochenen Reformen bereit ist, kann sehr wohl bezweifelt werden. Doch vor allem Frankreich hat keine Lust mehr. Marine Le Pen hat sogar Chancen auf die Präsidentschaft. Wenn Frankreich aussteigt, kommt es gar nicht mehr auf die Reaktionen der Märkte und anderer Länder an, sondern wegen seiner Größe und Bedeutung ist der Euro dann sofort Geschichte. Ich habe heute schon eine Flasche Champagner gekauft.

49 Gedanken zu „An welchem Land wird der Euro zerbrechen?

  1. Wenn sich der Braintrust der AfD (Prof. Dilger gehört ja wohl dem LFA „Banken und Euro“ an) auf den Zerfall unserer Währung lediglich mit der Beschaffung von Alkohol-Vorräten vorbereitet, verunsichert das das Fußvolk etwas.
    In der Tat fehlen bisher Ausstiegs-Szenarien. Auch dem Grübel-Face von Prof. Sinn ist zu diesem Thema nichts zu entlocken. Hoffentlich liefern die Fachausschüsse der AfD bald.

    • Dem Landesfachausschuss gehöre ich nicht mehr an. Ich plädiere nicht nur für den Euroausstieg, sondern habe dazu auch Szenarien skizziert. Doch beides scheint in der AfD kaum noch jemanden zu interessieren. Auch in den Kommentaren hier wird lieber über den Islam diskutiert.

      • Nun geben Sie als Hausherr dieses Blogs den Takt ja vor.
        In drei Themen-Komplexen haben wir besondere Kenntnisse:
        – Flüchtlingspolitik (abgearbeitet)- Heilkunde – Putinsche Außenpolitik. Zum Thema Heilkunde habe ich leider noch nichts gelesen, aber zum Thema Putinscher Außenpolitik hat Herr Rechtsanwalt Pretzell MdEP in Mitglieder-Info 2-14 schon Expertise geliefert. Zum Thema gab es in Ausgabe 4-14 „noch einen offenen Brief“ seitens des Enthüllungs-Journalisten Baentsch. Und auf der WEB Site des KV Mettmann gibt es auch schon Erkenntnisse zu Putin.
        Darauf hat die Welt gewartet.

      • Ihre Intention ist mir mir nicht klar. Wer ist „wir“? Ich habe zur Heilkunde keine besonderen Kenntnisse und vertrete hinsichtlich Herrn Putin gegenteilige Auffassungen zu den Herren Gauland und Pretzell.

      • Das ist leider wahr und scheint auch Herrn Lucke zu beeinflussen. Das wesentliche Argumente lautet, dass das Ende des Euro für Deutschland zu teuer wäre. Ich glaube das nicht, insbesondere wenn man die Alternative betrachtet, also die dauerhafte Rettung des Euro mit immer mehr Vergemeinschaftung von Schulden, Transfers und Souveränitätsverlust.

      • @Alexander Dilger
        „Das ist leider wahr und scheint auch Herrn Lucke zu beeinflussen.“

        Wie Sie selbst an anderer Stelle bereits treffend bemerkt haben (wenn auch nur indirekt, aber doch ziemlich unmissverständlich), ändert sich Herrn Luckes „Wahrheit“ von Interview zu Interview. In seinem gestrigen Fernsehauftritt bei Günther Jauch – der im Gegensatz zu anderen Talkmastern nun wirklich nicht gerade dafür bekannt ist, bei seinen Gästen allzu sehr nachzubohren – hat er sogar die Glanzleistung vollbracht, seine Meinung innerhalb einer Sendung mehrmals zu ändern.

    • Was das Eurothema angeht, ist das definitiv so. Bei anderen Themen ist das vermutlich weniger so, doch dann sollen die etablierten französischen Politiker sich anstrengen und eine bessere Politik machen, wozu der Euroausstieg gehört, von dem insbesondere auch die Franzosen profitieren würden.

      • Gibt es eigentlich etwas, dem Sie ihre Obsession mit dem Euroausstieg unterordnen würden?

        Angenommen es würde in Deutschland oder einem anderen europäischen Land ein neuer Hitler in Erscheinung treten, der versprechen würde den Euro zu beenden (ein Hitler würde es definitiv tun).
        Würde Sie dann tatsächlich auf seine Machtergreifung Champagner trinken???

      • Es ist doch umgekehrt so, dass die von Ihnen geteilte Euroobsession überhaupt erst Politiker wie Frau Le Pen, die man keineswegs mit Herrn Hitler vergleichen kann, stark macht. Ohne falsche westliche Politik mit übertriebenen Reparationen und der Großen Depression wäre übrigens seinerzeit Herr Hitler gar nicht an die Macht gekommen.

      • Das ist aber keine Antwort auf meine Frage. Es mag sein, dass Euro den Aufstieg rechter Parteien (zu denen auch ihre eigene zumindest teilweise gehört) in Europa verursacht, obwohl ich das bezweifle, schließlich gibt es das Phänomen genauso außerhalb der Eurozone (UKIP, Schwedendemokraten etc. etc.). Das für mich übrigens auch ein Zeichen einer Obsession, wenn man alles aber auch wirkllich alles auf den Euro zurückführt, auch wenn die Sachen auch in den Nicht-Euro-Ländern sich genauso entwickeln (z.B. niedrige Zinsen). Werden Sie demnächst behaupten, dass auch die niedrigen Geburtenraten in Europa dem Euro geschuldet sind?

        Die Frage war aber, ob sie tatsächlich derart auf den Euroausstieg fixiert sind, dass ihnen die Umstände egal sind – und wenn dabei auch ein Hitler an die Macht kommt, Hauptsache der Euro ist weg. Oder haben Sie doch Grenzen, wobei die Wahl Madame Le Pens für Sie anscheinend innerhalb dieser Grenzen liegt.

      • Ihre Frage ist unseriös und ahistorisch, so dass sie keine Antwort verdient. Wenn Sie diesen Blog regelmäßig lesen, sollten Sie sich erinnern, dass ich bereits ein Thema identifiziert habe, welches noch wichtiger als der Euro ist, nämlich die Frage von Krieg und Frieden. Sollte Herr Gauland die Alternative für Deutschland in eine Allianz für Russland transformieren, dann wähle ich lieber das kleinere Übel, den Merkel-Wahlverein, oder gar nicht mehr. Im Übrigen ist durch die Eurokrise die ohnehin schon niedrige Geburtenrate in Griechenland noch einmal deutlich eingebrochen, während die Zahl der Totgeburten und Selbstmorde steigt (siehe hier). Schließlich strahlen die Probleme der Eurozone auch auf andere Länder aus, denken Sie an die Schweiz, die weder im Euro noch der EU ist.

      • Gut, das ist eine Antwort (auch wenn Sie keine geben wollten). Im übrigen war meine Frage keineswegs ahistorisch, mit Hitler meine ich ja nicht den konkreten Adolf Hitler, sondern einen bestimmten Politikertyp, der heute genauso erscheinen kann wie damals.Selbst damals war, denke ich, keineswegs jedem Hitler-Wähler klar, dass er Krieg und Holocaust wählt, diese kamen ja erst 6 bzw. 9 Jahre später, aber zuerst gab es wirtschaftlichen Aufschwung, Ende der Reparationen etc. etc, mit kleinen Nebenwirkungen, wie z.B. Ende der Demokratie, der aber sowieso keiner eine Träne nachweinte.

        Also für Sie, Wenn es dem Euroausstieg dient: Marie Le Pen ja, Krieg nein 🙂

        Bliebe noch zu klären, ob es denn so sicher ist, dass Le Pen keinen Krieg (und sei ein Bürgekrieg mit der muslimischen Minderheit) bedeutet.Auch die Putin-Wähler in Russland haben 1999 auch ja auch nicht gedacht, dass sie 15 Jahre später Krieg mit der Ukraine haben werden. Ich selbst war Putin gegenüber damals durchaus positiv eingestellt.

      • Adolf Hitler war schon eine Klasse für sich (Massenmörder in der Größenordnung waren nur noch Stalin und Mao). Dazu gibt es heute keinen Vergleich. Eine Präsidentin Le Pen würde wohl weder Krieg noch Bürgerkrieg bringen. Sicher weiß man das jedoch von keinem. Wer hätte z. B. 1998 gedacht, mit Gerhard Schröder und Joschka Fischer die ersten deutschen Angriffskrieger nach Herrn Hitler zu wählen? Dagegen hat Herr Putin gleich 1999 als Ministerpräsident den Zweiten Tschetschenienkrieg begonnen.

      • Sie werden nicht der einzige Kandidat diese Partei wegen Herrn Gauland und Co. zu verlassan. Eine noch bessere Variante ist es nicht AfD zu waehlen bis sich die Lage normalisiert. Warum es Spinnern leicht machen!

  2. Selbst wenn das Ende des Euros bevorsteht, wird auf uns noch eine harte Zeit zukommen.
    Die irrationale Euro-Doktrin und das fetischhafte Festhalten am Euro wie an einer Ersatzreligion lassen Schlimmes vermuten. Wenn die selbsternannten „Eliten“ keinen anderen Ausweg mehr sehen, werden sie ohne Rücksicht auch direkt auf persönliche Vermögen zugreifen. Dies haben wir ja schon während der Zypernkrise gesehen und es gab ja schon entsprechende Überlegungen des IWF. Man wird einen Eurosoli einführen, die erforderlichen Beträge direkt von den Konten abbuchen (deshalb auch die Tendenz zur Bargeldabschaffung) und die Immobilien mit Zwangshypotheken belegen. Dies gab es ja schon nach dem zweiten Weltkrieg. Nur Eines wollen Politiker nie tun: Zuzugeben, dass sie sich geirrt haben und dafür die Verantwortung übernehmen.

    • Warum sollten die Politiker auch Verantwortung übernehmen, wenn die Bürger es nicht von ihnen einfordern. Deshalb ist es und bleibt es wichtig, die Eurokritik aufrechtzuerhalten, Alternativen zur angeblich alternativlosen Politik aufzuzeigen und für direkte Demokratie einzutreten.

      • Bevor eine Champagne-Caviar Achse besiegelt ist trinken wir am besten alles aus.

        Im Ernst, Sarko hat doch bessere Chancen? Vielleicht ist doch, wie immer , auf UK mehr Verlass? Entschlossenheit Eurozone zu verlassen wird eher im Norden sichtbar! Einfach Ballast abwerfen!

      • UK ist doch gar nicht in der Eurozone. Dort wird der Austritt aus der EU immer wahrscheinlicher, was für Deutschland extrem schädlich wäre. Deshalb vertreten die UKIP-Fans in der AfD auch nicht deutsche Interessen.

      • @Ivan de Grisogono:
        „Im Ernst, Sarko hat doch bessere Chancen?“

        Nur wenn der FN mit Marie Le Pen antritt.
        Wenn FN-Mäzen Putin aber als Überraschungs-Joker seinen Kumpel Gérard Depardieu ins Rennen um die französische Präsidentschaft schickt, sieht Sarkozy möglicherweise ganz schön alt aus … *Realsatire aus*

  3. Wenn ich so meiner Privatumfrage unter 5 Volkswirten (Keine Profs 😉 – aber doch Leute, die sich mit der Materie auskennen) vertrauen darf, wird es den Euro in 5 Jahren nicht mehr geben. Das deckt sich also mit ihrer 5 Jahres Einschätzung. Die große Frage für mich ist, wie die politischen Verwerfungen möglichst gering gehalten werden können?

    Der Anlass: die Tipps meiner /FreundeBekannten gehen zum großen Teil Richtung Italien/ Frankreich. Aber als “ Geheimtipp“ gilt Finnland. In Griechland wirds keine Neuwahlen geben, im 3.Wahlgang wird der Präsident gewählt, mit den entsprechenden Belohnungen für diverse Abgeordnete. Alles andere würde mich sehr überraschen.

    Mit Freude habe ich als AfD- Nichtmitglied zur Kenntnis genommen, das es nun auch eine Mittelstandvereinigung innerhalb der AfD geben soll- mit Heinrich Weiss , als Sympathisant und Unterstützer . Das wäre genau die Richtung in die sich die AfD bewegen müßte. Weg von den schrillen Leuten, die sich leider auch in der Partei tummeln und wo fremdschämen angesagt ist und hin zu seriösen Leuten. Ich hoffe die AfD schlägt den -in meinen Augen – richtigen Weg ein .

    • Mit Griechenland könnten Sie recht haben. Das widerlegt dann die, die meinen, die Eurorettungspolitik würde Griechenland grundsätzlich reformieren. Im Gegenteil setzt sie genau an der dortigen Korruption an und verstärkt diese. Dagegen denke ich, dass ein Austritt Finnlands für sich genommen noch nicht zum Ende der Eurozone führen würde. Natürlich wäre er gut für Finnland, doch der Beispielcharakter für andere Länder wäre zu gering. Wir wissen auch so, dass wir zuzahlen müssen.

      • Ja, wenn behauptet wird dass Griechenland ein Korruptionsproblem hat dann nimmt man einfach „Transparency International“ als Quelle. Dagegen ist nichts zu sagen und wenn Sie Griechen fragen werden Sie ebenfalls eine Bestätigung über das Problem erfahren. Immerhin ist die „Wahrnehmung“ der Hauptindikator einer Studie über Korruption. Wenn man aber über Reformanstrengungen in Griechenland redet, kommen die ewig gleichen Reflexe. Griechenland hat gar keine oder nur unzureichend Reformen umgesetzt. Verweist man auf Quellen der OECD, die Griechenland weltweit in der Umsetzung der Reformen auf Platz 1 sehen, wird einfach plump abgestritten. So backt man sich seine Welt wie es einem gefällt und trinkt darauf ein Glass Champagner.

        PS: Ach ja, noch ein Wort zur Wahrnehmung. Ich muss jetzt für meine neue Wohnung Provision „bar“ bezahlen, meine Kilometerpauschale noch „abrechnen“, meinen Lebenslauf für die Bewerbung „verschönern“ und meine 100% „korrekte“ Krankenhausrechnung bezahlen. Und das schönste daran, Transparency International nimmt diese Dinge in ihrer Bewertung über Deutschland nicht auf. Gott sei Dank. Auch darauf ein Glass Champagner.

      • Meinen Sie denn ernsthaft, dass Griechenland kein Korruptionsproblem hätte? Ihre Beispiele zeigen dann doch auch, dass Sie selbst sich korrupt verhalten.

      • Herr Dilger, natürlich hat Griechenland ein enormes Korruptionsproblem. Es ist überhaupt das, meiner Ansicht nach, dringendste Problem in dem Land. Beseitigen Sie Nepotismus und Korruption und Sie hätten ein anderes Land. Ich selbst kämpfe dafür schon seit Jahren. Aber Sie haben meinen Vorwurf offensichtlich nicht verstanden. Die Korruption ist in Griechenland belegbar. Das gleiche allerdings gilt auch für die Reformfähigkeit des Landes. Sie ist auch belegbar mit Quellen. Die Behauptung, dass Griechenland sich Reformen verschliesst ist in etwa so wahr wie die Behauptung dass Dresden sich „islamisiert“. Aber in einer immer komplexeren Welt darf es natürlich auch Menschen geben, die schlichte Erklärungen vorziehen. Der Euro ist schuld und der Ausländer sowieso. Ist ja nicht schlimm, wir leben in einer Demokratie.

        PS: Ich bin korrupt? Ihr Humorbarometer scheint heute ausgesetzt zu haben.

      • Ihre Beispiele waren solche, wo Sie sich korrupt verhalten. Das können Sie doch nicht ernsthaft Deutschland zum Vorwurf machen. Die Reformen in Griechenland sind von außen erzwungen. Dabei hielte ich die Zwänge einer bindenden Budgetrestriktion in mehrfacher Hinsicht für besser als politischen Druck von außen, der zu Gegendruck führt, wie die Erfolge von Syriza zeigen. Schließlich ist gerade wegen der Korruption nicht klar, wie viele Reformen real und welche nur vorgetäuscht sind.

      • Also was gilt denn jetzt Herr Dilger? Sind die Reformen nun von „aussen“ erzwungen oder hat die „Eurorettungspolitik“ Griechenland doch nicht reformiert? Sie widersprechen sich.

        Ich mache Deutschland keinen Vorwurf. Ich stelle nur fest dass dort wo Kontrolle schwierig ist, Menschen dazu neigen das System zu hintergehen. Griechen sind nicht per se korrupter als Deutsche. Das System ist einfach zu löchrig und intransparent. Genau das haben Pasok und Nea Demokartia ja auch gewollt und dementsprechend implementiert. Bald ist Schluss damit. Bei aller berechtigter Sorge um Syriza aber zumindest verschwinden die zwei ursächlich verantwortlichen Parteien für den katastrophalen Zustand Griechenlands. Deren zügelloser Nepotismus hat alles zerstört.

        PS: Meine Prognose: Die 180 Stimmen werden nicht erreicht und im Januar gibt es Neuwahlen. Ach ja: Griechenland bleibt im Euroraum. Den Champagner können Sie einem Flüchtlingsheim spenden. Die freuen sich.

      • Ich sehe keinen Widerspruch darin, dass die augenscheinlichen Reformen in Griechenland von außen erzwungen wurden, aber außerdem ihre Substanz fehlen dürfte.

        Es geht bei moralischem Verhalten stets um eine Mischung von Anreizen und inneren Werten. Nur bei perfekter Kontrolle wären die Motive egal, wie umgekehrt nur Engel ganz ohne äußere Anreize auskämen.

        Pasok könnte bei den nächsten griechischen Parlamentswahlen tatsächlich verschwinden, doch Nea Demokratia wird wieder stärkste oder hinter Syriza zweitstärkste Partei. Ob auch Syriza sich dann korrumpieren lässt und Griechenland im Euroraum bleibt, wird man sehen, doch es gibt ja zum Glück noch etliche weitere Wackelkandidaten, wie ich ausgeführt habe.

  4. „…was für Deutschland extrem schädlich wäre. Deshalb vertreten die UKIP-Fans in der AfD auch nicht deutsche Interessen.“(A.Dilger) Würde ein Austritt GB die Belastungen für Resteuropa nicht ggf. so weit erhöhen, dass die EU und damit der Euro zerbricht, während ein Austritt Frankreichs aus dem Euro ggf. den Euro schwächt und damit die südlichen Länder wieder wettbewerbsfähiger werden und Druck aus dem Kessel genommen wird (und der Euro wieder Zeit gewonnen hat) , je nachdem ob Frankreich ober- oder unterhalb des Durchschnitts zu finden ist ? Oder sehen Sie das Ende des Euros aufgrund Frankreichs Austritt nur aus psychologischen Gründen, was alleine vielleicht gar nicht ausreichend ist ?

    • Der Austritt Großbritanniens aus der EU würde die Belastungen für Deutschland erhöhen, sowohl direkt, weil GB ein Nettozahler ist, also auch indirekt, weil sich die politischen Gewichte weiter verschieben. Das macht die EU für andere Länder noch attraktiver, während Deutschland von sich aus nicht austreten wird. Frankreich gehört hingegen zum Zentrum sowohl der EU als auch der Eurozone. Sollte es gehen, zerfällt alles. Im Falle des Euro begrüße ich das, bei der EU wäre es trotz all ihrer Fehler bedauerlich, da in absehbarer Zeit nichts nachfolgen wird.

  5. @Alexander Dilger:
    „Ich habe heute schon eine Flasche Champagner gekauft.“

    Keine weitsichtige Investition, lieber Herr Dilger!
    Wenn Frankreich den Euro verlässt, fällt in Deutschland automatisch der Preis für Champagner.

      • Wir können gerne um eine Flasche Champagner wetten, was mit dem Champagnerpreis passiert, falls Frankreich tatsächlich aus der Eurozone austritt bzw. fliegt (was aber wohl nur passieren wird, wenn sich der Euro ganz auflöst).

      • Der Argumentation war hier umgekehrt: Durch den Austritt Frankreichs zerfällt der Euro. Kurzfristig wird Champagner dann einfach ausverkauft sein (und auf dem Schwarzmarkt teurer). Langfristig wird er für uns Deutsche billiger, weil der Franc im Verhältnis zur DM abwerten wird. Das ist nämlich genau der Zweck des Austritts, von dem Franzosen wie Deutsche profitieren werden.

      • Sie spekulieren also auf einen rasanten Anstieg der Nachfrage nach Champagner beim Zerfall der Eurozone. Das könnte neben Frankreich, z.B. in Italien, Österreich, Benelux und in den alten Bundesländern tatsächlich eintreten. Ossis hingegen bevorzugen Rotkäppchen-Sekt. Der kostet nur 2,– € und steigt dann vielleicht auf 4 Mark. 😉

      • Rotkäppchen-Sekt können Sie auch schon im Kindergarten trinken!!!!!!!!!

      • Das ginge ganz einfach:
        Die neuen Bundesländer könnten aus der Bundesrepublik austreten!
        Allerdings gibt es dann auch keinen Länderfinanzausgleich aus Bayern mehr und der Flughafen BER muss vielleicht in Kandahar weiter gebaut werden, wo wir ja so erfolgreich unsere „Freiheit“ am Hindukusch verteidigen. Herr Mehdorn kann sich dann ja als Entwicklungshelfer dorthin versetzen lassen, Herrn Platzeck und Herrn Wowereit nimmt er am besten auch gleich als Berater mit und IM Erika lässt zur Freude aller ein paar Paletten Rotkäppchen-Sekt mit ihrer Regierungsmaschine einfliegen.
        Ich bleibe lieber bei Champagner, auch wenn er aus Frankreich kommt. 😉

  6. Beim Ausstieg bin ich ehere auf Ihrer Seite, aber wenn der Ausstieg bedeutet eine neue Fiat-DM und eine Fiat-Drachme dann nicht. Im Augenblick schützt nämlich der Euro speziell diejenigen auch die Griechen. Es ist abzusehen, daß eine Fiat-Drachme massivst gegen den Rest-Euro oder wie auch immer die Währung auch heißen wird abfallen wird. Und Griechenland ist nicht gerade als Exportweltmeister bekannt. Die Inflation wird in den hohne zweistelligen Bereich abdriften, alle Sparer werden schneller enteignet als man ESM denken kann….
    Aber insgesamt wird es einen noch mal verschäften Abwertungswettlauf geben. Das probieren die USA, EU, und Japan ja derzeit zur „Genüge“ aus. Wie es das letzte Mal mit dem Abwertungswettlauf gehen wird, dürfte bekannt sein….

    • Die nationalen Währungen wären natürlich wie zuvor und wie auch der Euro Fiat Money. Allerdings gäbe es dann wieder mehr Währungswettbewerb. Dass die Drachme stark abwerten könnte und würde, ist doch gerade ein wesentlicher Zweck der eigenen griechischen Währung. Dafür würde die DM aufwerten. Beides ist angesichts der jeweiligen Umstände gut.

      • Nein, das ist sogar SEHR GUT, Herr Dilger, wenn Sie mir bitte gestatten wollen, Sie zu berichtigen (bei aller Vorsicht, die Note „sehr gut“ überhaupt vergeben zu wollen, versteht sich !).
        Beste Grüsse
        Gunther Marko, Dienstag, 16. Dezember 2014, 9 Uhr 38
        Nicht Euro – sondern natürlich Marko.

  7. Am Montag, den 29.Dezember 2014, entscheidet sich Griechenland im dritten Wahlgang für oder gegen den früheren EU Kommissar Dimas als nachfolgenden Staatspräsidenten. Stimmt man gegen ihn, wird in Griechenland ein neues Parlament gewählt werden. Demoskopen sehen dann das Linksbündnis vorne, die den derzeitigen Sparkurs der Regierung ablehnen. Was wird dann aus dem Euro? Meiner Ansicht nach wird in diesem Fall Griechenland selbst entscheiden, zur Drachme zurückzukehren.

    • Syriza war einmal gegen den Euro, ist es jetzt aber offiziell nicht mehr – solange andere für den Verzicht auf den Sparkurs zahlen. Mal sehen, wie weit unserer Politiker gehen, um den Euro zu retten.

      • Am Euro wird unter allen Umständen festgehalten werden.

        Die Gleichmacher-Politik der sozialistischen Umverteiler ist leider nicht zu bremsen. Schließlich dient der Bürger- und Leistungsträger-feindliche Pakt der Zwangsfinanzierungs-Sozialisten mit der internationalen transatlantischen Hochfinanz denen, die bestimmen, wer sich zur Wahl stellen darf, um später zu regieren. Diese wiederum vertreten die Interessen der Bestimmer und nicht die Interessen ihrer „Wähler“. Auch und ganz besonders in EUROpa.

        Das lässt sich nur durch Umkehr zum Regionalprinzip ändern und sonst gar nicht.

  8. Pingback: Griechenland wählt ein neues Parlament und hoffentlich den Euro ab | Alexander Dilger

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