Folter ist schlecht und schädlich

Ein Senats-„Bericht verdammt Foltermethoden der CIA“ unter George W. Bush (den 525 Seiten umfassenden Bericht kann man z. B. hier ansehen und herunterladen). Er hatte nichts Eiligeres zu tun, als die Folterer als Patrioten zu bezeichnen. Ich bezeichne ihn nicht nur, aber auch wegen der Folterei als einen der schlechtesten US-Präsidenten aller Zeiten. Während er jedoch noch mit Dummheit entschuldigt werden mag, ist sein Vizepräsident Dick Cheney ein fast schon klischeehaft böser Mensch.

Folter ist an sich schlecht, unethisch und auch rechtswidrig, sowohl nach den Gesetzen der USA als auch dem Völkerrecht. Eine Umbenennung in „erweiterte Verhörmethoden“ ändert daran nichts, ebenso wenig wie die leider sehr weite Verbreitung von Folter auf der Welt. Gerade die USA müssten da mit gutem Beispiel vorangehen und wie die meisten europäischen Länder Folter konsequent ächten, statt sie selbst anzuwenden.

Vor allem macht der Bericht deutlich, dass Folter überhaupt nichts bringt. Die Dilemmasituation des philosophischen Seminars, ob man nicht vielleicht doch einen Verbrecher foltern darf oder sogar muss, um viele Unschuldige zu retten, stellt sich eben in der Realität gar nicht. Durch Folter lassen sich keine wertvollen Informationen gewinnen.

Das lässt sich auch theoretisch gut erklären. Mit Folter kann man Menschen bestrafen und Geständnisse erzwingen. Doch diese Geständnisse haben keinen Wert, weil unter Folter Unschuldige gleichermaßen zusammenbrechen wie Schuldige. Ebenso kann man sich beliebige andere Informationen bestätigen lassen, z. B. Denunziationen, die jedoch entsprechend wertlos sind. Schließlich können neue Informationen herausgepresst werden, deren Wahrheitswert aber ebenso fraglich ist. Wer nichts weiß, wird etwas erfinden, damit die Folter aufhört, während auch die Personen, die tatsächlich relevante Informationen besitzen, lügen können. Folter eignet sich also nicht zur Terrorbekämpfung, sondern führt umgekehrt zu mehr Terror, da sich gegenwärtige und zukünftige Terroristen rächen wollen und ihre z. T. noch schlimmeren Taten gerechtfertigt sehen.

46 Gedanken zu „Folter ist schlecht und schädlich

  1. @Alexander Dilger:
    „Gerade die USA müssten da mit gutem Beispiel vorangehen und wie die meisten europäischen Länder Folter konsequent ächten, statt sie selbst anzuwenden.“

    Diesbezüglich und auch in den übrigen Punkten Ihres neuen Beitrags stimme ich Ihnen durchwegs zu. Leider fürchte ich jedoch, dass sich unter Obama in dieser Hinsicht nicht wirklich etwas geändert hat. Es ist mir daher unverständlich, warum zwar Russlands (vermeintliche?) Verstöße gegen das Völkerrecht zum Anlass für Sanktionen genommen werden, die der USA jedoch weitgehend kritiklos hingenommen werden. Verstöße gegen Menschenrechte und/oder das Völkerrecht dürfen niemals einfach so geduldet werden, egal von wem sie begangen werden.

      • „Die Fälle können Sie doch nicht ernsthaft vergleichen.“
        Die Folter, die US-Amerikaner ausüben, ist eine gute Folter.
        Die Folter, die Russen ausüben, ist eine böse Folter.
        Ist doch logisch, nicht wahr?

      • Sie wissen (hoffe ich), dass das Unsinn ist. Es gibt jedoch quantitative und qualitative Unterschiede sowie bei den Gründen und dem Umgang damit.

      • @Alexander Dilger:
        „Es gibt jedoch quantitative und qualitative Unterschiede sowie bei den Gründen und dem Umgang damit.“

        Aha. Welche genau?

  2. Ich bin gegen Folter. Allerdings Fall Jakob von Metzler zeigt eine andere Seite der Situation.
    Definition des Folters wird heute fast ad absurdum gefuehrt. Inwiefern schon eine Androhung des Folters, Folter sein soll ist fuer mich nicht nachvollziebar. Heufig wird mit doppelten Standard gemessen, Taeter werden uebertrieben geschutzt auf Kosten der Opfer.

    Ob man durch Folter keine „verwertbare“ Info bekommt kann man durch einzelne Faelle nicht bestaetigen und nicht kategorisch verneinen.

    USA Bericht ueber Folter zeigt allen Zweiflern dass USA eine Demokratie ist! Nicht besser und nicht schlechter als die Deutsche Demokratie, nur anderes.

    • Wenn Folter verboten ist, muss natürlich auch ihre glaubwürdige Androhung verboten werden. Im von Ihnen angeführten Entführungsfall hat die angedrohte Folter tatsächlich zu relevanten Informationen geführt, die allerdings das Opfer nicht retten konnten, da es schon tot war. Wenn Sie sich vorstellen, dass Herr Gäfgen gar nicht der Entführer hätten sein müssen, zeigt sich auch, dass gerade falsch Verdächtigte besonders schwer gefoltert würden, da sie gar nicht über nachprüfbare Informationen verfügen.

      • Um diese Zeit gab es eine lesenswerte Meinung von Prof. Michael Wolfsohn, BWUni, Muenchen in FAZ. Ich unterstuetze seine Meinungen weil ich sie als realistisch finde.

        Es gibt noch einen grossen Unterschied was ist Folter und was eine strenge und verschaerfte Vernehmung! Unsere dekadente Gesellschaft hat schon Angst vor Strenge und Disziplin! Deswegen korrigiere ich mich, Schicksal d.H. Leben vieler Menschen darf nicht aus ideologisch-moralischen Gruenden riskiert werden. Bei Lebensgefahr darf man auch schiessen oder ein Flugzeug abschiessen, ohne ein Gerichtsurteil abzuwarten!

  3. Unsere Freunde lassen nichts unversucht, sich auf der Welt noch unbeliebter zu machen.
    Es wäre klüger gewesen, diese schon bekannten Verhörpraktiken nicht hinaus zu posaunen.
    Nun ist mit weiteren Terroranschlägen gegen US-Amerikaner zu rechen.
    George W. Bush und sein Vizepräsident Dick Cheney haben sich wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, wie auch der Vorbereitung und Ausführung eines Angriffskrieges schuldig gemacht. Beide sollten vor ein internationales Tribunal gestellt werden, damit die USA wieder an Glaubwürdigkeit gewinnen und somit auch ein deutliches Signal für Terrororganisationen setzen.
    Hierfür bietet sich der Saal 600 in Nürnberg geradezu an.
    Bei allen Widersprüchen halte ich abwägend „gewisse Druckmittel“ für angemessen, um Unschuldige zu retten. Verbrecher dürfen sich in schwerwiegenden Fällen nicht eines Rechtsstaates bedienen.

    • Wenn ein Staat Verbrechen wie Folter begeht, muss das aufgearbeitet und nicht vertuscht werden. Allerdings ist dabei die Verhältnismäßigkeit zu wahren. Andere Staaten foltern noch viel schlimmer.

      Theorie und Erfahrung sprechen dagegen, dass Folter bei der Informationsgewinnung hilft. Also können mit ihr gar keine Unschuldigen gerettet und brauchbare Geständnisse gewonnen werden. Außerdem steht in einem Rechtsstaat nicht vorher fest, wer überhaupt ein Verbrecher ist.

      • „Andere Staaten foltern noch viel schlimmer.“
        deren Folter dann auch viel schlimmer weh tut!
        Die Folter der US-CIA tut verhältnismäßig viel weniger weh. Ja, so ist es!

        Herr Dr. Dilger, Sie sind noch ein junger Mann. Möge Gott Sie davor bewahren, eine Folter zu erleben! Ich gönne Ihnen noch nicht einmal eine Folter à la CIA. Bis zu einem Foltererlebnis dürfen Sie weiter theoretisieren.

      • Warum wollen Sie nicht verstehen, dass ich gegen jede Form von Folter bin, obwohl ich das klar geschrieben habe? Doch auch bei absoluten Übeln wie Folter, Mord oder Krieg gibt es Unterschiede.

      • @Alexander Dilger:
        „Doch auch bei absoluten Übeln wie Folter, Mord oder Krieg gibt es Unterschiede.“

        Na klar. Bei den Amerikanern wird daraus sogar ein äußerst lukratives Geschäftsmodell, das sicher im Zuge der „Demokratisieriung“ auch in die US-Kolonien expandieren wird:
        http://www.t-online.de/nachrichten/ausland/usa/id_72118882/erfinder-der-cia-foltermethoden-die-psychologen-des-grauens-.html
        Haben Sie sich schon mit Mitchell Jessen & Associates – Aktien eingedeckt?

      • Bei allem Respekt, lieber Herr Dilger, aber wenn jemand bei Folter noch versucht zwischen nicht so schlimmer und schlimmer Folter zu differenzieren, dann kann ich dem nur mit beißendem Spott begegnen. Woran wollen Sie das überhaupt fest machen? Und wo hatte die CIA schon überall ihre Finger mit im Spiel, wenn in anderen Ländern gefoltert wurde?

        Im Übrigen bin ich weder „Putin-Versteher“ noch Antiamerikaner. Aber eben auch kein „Transatlantiker in der AfD“. Wie ich hier sicher schon ein gutes Dutzend mal angedeutet habe, empfinde ich derartige Schwarzmalerei als äußerst rückständiges Schubladendenken das weder dem Frieden in Europa noch irgendwo anders auf der Welt dient.

      • Bitte schauen Sie in den Bericht, um wie viele Opfer und welche Foltermethoden es geht. Das ist schlimm, doch es geht leider durchaus noch schlimmer, z. B. in den beiden deutschen Unrechtsstaaten im 20. Jahrhundert oder heute in China, Iran, Nordkorea, Russland, die sich nun über die USA aufregen, die ihr Unrecht wenigstens offenlegen und hoffentlich auch noch bestrafen.

      • Natürlich geht so gut wie alles noch schlimmer oder noch größer. Aber ein vielleicht noch größeres Unrecht rechtfertigt doch das andere Unrecht nicht!

        Mir geht es darum, ob Europa und seine Regionen sich endlich einmal auf ihre eigenen Interessen besinnen oder endgültig zum Appendix der USA verkommen.

      • Wo habe ich denn geschrieben, dass die Folter der USA gerechtfertigt wäre? Bitte hören Sie mit Ihren ständigen Unterstellungen auf oder wenden Sie sich an die beiden Diskutanten, die Verständnis für Folter geäußert haben, obwohl diese empirisch nachweisbar nichts bringt.

      • @Alexander Dilger:
        „Wo habe ich denn geschrieben, dass die Folter der USA gerechtfertigt wäre?“

        Nirgends.
        Aber wo habe ich denn geschrieben, dass Sie das geschrieben hätten?

        Also unterstellen Sie mir doch bitte keine „Unterstellungen“, die ich gar nicht begangen habe und desweiteren auch nicht immer wieder „Antiamerikanismus“.

        Ich halte es für einfältige Totschläger-Rhetorik, den Diskussionspartner bei Kritik an der amerikanischen Hochfinanz, ihren Marionettenpolitikern oder den Methoden der CIA kategorisch als „Antiamerikaner“ zu bezeichnen. Das ist nicht besser als die Rhetorik derer, die immer gleich zur Nazikeule oder zur Putinkeule greifen.

      • Natürlich haben Sie mir eine solche Rechtfertigung unterstellt. Welche Bedeutung hat denn sonst folgender Satz von Ihnen: „Aber ein vielleicht noch größeres Unrecht rechtfertigt doch das andere Unrecht nicht!“

        Den Amerikanern „Marionettenpolitiker“ zu unterstellen, ist eine Form von Antiamerikanismus. Die Demokratie ist auch in den USA nicht perfekt, aber viel älter und tiefer verwurzelt als in Deutschland.

      • @Alexander Dilger:
        Welche Bedeutung hat denn sonst folgender Satz von Ihnen: “Aber ein vielleicht noch größeres Unrecht rechtfertigt doch das andere Unrecht nicht!”

        Wo in diesem Satz steht bitteschön, dass SIE ein Unrecht mit dem anderen rechtfertigen?
        Was Sie allerdings tatsächlich getan haben, ist eine Relativierung des Unrechts vorzunehmen, um amerikanische Folter abzuschwächen.

        „Den Amerikanern “Marionettenpolitiker” zu unterstellen, ist eine Form von Antiamerikanismus.“

        Nein, das ist es nicht. Denn Marionettenpolitiker gibt es auch anderswo. Selbst in Österreich und auch in Bayern. Wollen Sie mir deshalb auch unterstellen, ich sei anti-österreichisch oder anti-bayerisch eingestellt?

        „Die Demokratie ist auch in den USA nicht perfekt, aber viel älter und tiefer verwurzelt als in Deutschland.“

        So viel älter nun auch wieder nicht. Aber ob 100 Jahre, 200 Jahre, ein paar Jährchen mehr oder weniger – darum geht es doch gar nicht. Fakt ist, dass weder das Demokratiesystem der USA noch das Deutschlands noch der meisten anderen „Demokratien“ wirklich demokratisch ist. Alle indirekten Demokratien sind anfällig für Lobbyismus und Korruption. Egal ob in USA, Deutschland oder in solchen Bananenrepubliken, in denen auch tatsächlich Bananen wachsen.

      • „Was Sie allerdings tatsächlich getan haben, ist eine Relativierung des Unrechts vorzunehmen, um amerikanische Folter abzuschwächen.“ Nein, das habe ich nicht. Damit ist dieser Diskussionsteil beendet und ich werde Ihre fortlaufenden Unterstellungen dazu nicht mehr freischalten.

        Natürlich ist die US-amerikanische Demokratie viel älter als die deutsche. Jedes Herrschaftssystem ist für Lobbyismus und Korruption anfällig, nicht nur die repräsentative Demokratie. Im Übrigen gibt es in etlichen US-Bundesstaaten viel mehr direkte Demokratie als in den deutschen Bundesländern.

      • Prof. Dilger, ich moechte die Diskussion nicht unnoetig verlaengern aber Ihre Aussage ist mit wirklich zu kategorisch und pauschal. Ich befuerchte es wird ein „Totschlagargument“ werden. Folter und Informationsgewinn schliessen sich nicht aus!

        Wieso ignorieren wir den Zeitraum 1939-1989? Waehrend des Krieges haben ALLE bei Bedarf gefoltert, nach dem Krieg war es im Ostblock eine Routine. Und ganz bestimmt mit Erfolg! Nicht einzelne Menschen zu retten aber eigene Soldaten und regierende Strukturen.

      • Haben Sie irgendeinen Beleg dafür, dass die Folter „ganz bestimmt mit Erfolg“ angewandt wurde? Der jetzige Senatsbericht belegt das Gegenteil. Im Grunde ist es eine mittelalterliche Methode, die nur im damaligen Welt- und Gottesbild (zweifelhaft) gerechtfertigt werden konnte, aber noch nie praktisch funktionierte. Natürlich erpresst der Folterer Geständnisse und andere Informationen, aber ebenso falsche wie wahre.

      • Viele serioese Geschichtsbuecher, z.B. ueber SOE, Abwehr etc., beschreiben die Wirklichkeit ziemlich objektiv. Geheimnisse wurden und werden unter Folter verraten! Es ist naiv zu glauben dass nur unschuldige/unbeteiligte Menschen gefoltert wurden und deswegen alle Aussagen unter Folter pure Fantasie sind. Ich glaube das ganze ist viel komplizierter als Politik, Studien und Berichte wiedergeben, wenn es um Leben oder Tod geht.

      • „Es ist naiv zu glauben dass nur unschuldige/unbeteiligte Menschen gefoltert wurden und deswegen alle Aussagen unter Folter pure Fantasie sind.“ Das glaubt doch niemand. Es ist aber wirklich naiv zu glauben, dass nur schuldige Menschen gefoltert würden und alle Aussagen unter Folter die reinste Wahrheit wären. Tatsächlich ergibt sich eine Gemengelage aus Lüge und Wahrheit, die insbesondere Geständnisse unbrauchbar macht, aber auch sonstige Informationen, wenn sich diese nicht unmittelbar verifizieren lassen. Doch selbst effektive Folter wäre rechtlich und ethisch nicht vertretbar, schon gar nicht routinemäßig.

  4. Ich stimme dem Text eindeutig zu: Folter ist barbarisch und niemals gerechtfertigt. Die USA sind eine der ältesten Demokratien der Erde und ihnen sind solche unmenschlichen Praktiken unwürdig, grade weil sich sich positiv von ihren terroristischen Feinden abheben müssen.
    Dennoch sollten die Europäer jetzt nicht arrogant gegenüber den USA werden, denn sie haben die Menschenrechte nicht erfunden, die CIA-Folter hat ja u. a. in Gefängnissen in Europa stattgefunden.

    Würden Sie mir zustimmen, daß der militärische Teil des Krieges gegen den Terrorismus nach dem 11. September 2001 insgesamt nötig und wichtig war und der Sturz der Taliban in Afghanistan und die Tötung BinLadens richtige Selbstverteidigungsaktionen in Reaktion auf den Massenmord in New York mit über 3000 Toten waren? Ich lehne es ab, daß im Zuge der Terrorismusbekämpfung gefoltert wurde und in vielen westlichen Ländern Grundrechte eingeschränkt wurden, ebenso halte ich übereilte, unausgegorene Interventionen wie im Irak 2003 und in Libyen 2011 für schwere politische, militärische und geostrategische Fehler.
    Nichtsdestotrotz waren die Befreihung Afghanistans von den Taliban und die Bekämpfung Al Kaidas durch die USA sowie die Zerschlagung der terroristischen Bedrohung in Mali durch die Franzosen notwendig. Auch die Luftschläge der USA und anderer Staaten im Irak und Syrien gegen den IS sind vernünftige militärische Maßnahmen gegen einen radikal-islamischen Terrorismus, der sich nicht durch gute Worte beschwichtigen läßt.

    • „Krieg gegen den Terror“ scheint mir ähnlich aussichtslos zu sein wie der „Krieg gegen die Drogen“. Allerdings stimme ich zu, dass die USA berechtigt waren, nach dem 11. September 2001 gegen Al Kaida vorzugehen und, nachdem die Taliban diese schützten, auch gegen jene. Doch schon wie sich der Afghanistan-Krieg dann entwickelt hat, war zweifelhaft (und Deutschland hätte sich ganz heraushalten sollen). Nicht gerechtfertigt und bei der Bekämpfung des islamistischen Terrors völlig kontraproduktiv war der Angriff gegen den Irak 2003. Ohne ihn und die halbherzige Politik in Syrien (entweder hätte man Präsident Assad ganz stürzen oder in Ruhe lassen sollen) gäbe es IS gar nicht.

      • „Nicht gerechtfertigt und bei der Bekämpfung des islamistischen Terrors völlig kontraproduktiv war der Angriff gegen den Irak 2003.“

        Mit einer Lüge begründete der US-amerikanische Präsident damals den Angriff der USA auf den Staat Irak. Die Alten unter Ihren Lesern, Herr Dr. Dilger, kennen noch einen Präsidenten eines großen Reiches, der mit einer Lüge den Krieg gegen seinen Nachbarn begann. Den ersteren bejubeln heute viele, er sei ja ein Patriot!; den anderen verteufeln heute alle. Was ist der Unterschied zwischen beiden? Der eine gewann den Krieg, der andere verlor ihn.

        Beide öffneten sie die Büchse der Pandora: der Patriot (indes wohl nur bei seinen Landsleuten) wurde Geburtshelfer der Islamisten, die für sich in Anspruch nehmen, die wahre Lehre des Propheten zu verwirklichen und die derzeit den Nahen Osten zerstören, der deutsche Reichskanzler zerstörte Europa. Fürwahr, beide Präsidenten „schrieben Geschichte“.

    • „Die USA sind eine der ältesten Demokratien der Erde“, vielleicht stimmt der Satz, wenn man das Wort „sind“ durch „waren“ ersetzt. Hierzu gibt es entsprechende wissenschaftliche Untersuchungen:
      http://www.huffingtonpost.de/2014/05/17/usa-keine-demokratie_n_5343764.html
      http://www.larsschall.com/2014/04/21/usa-eine-demokratie-ohne-wesentlichen-buergereinfluss/
      Im Übrigen weiß ich es zu schätzen, wenn Herr Dilger das Thema Folter zum Thema macht, wo die USA nicht gut wegkommen.

      • „Den ersteren bejubeln heute viele, er sei ja ein Patriot!; den anderen verteufeln heute alle. Was ist der Unterschied zwischen beiden“?

        Nun, der kleine aber feine Unterschied ist der, dass der erste Golf-Krieg, völkerrechtlich gedeckt, von H.W. Bush als Folge eines Beistandpaktes mit Kuwait geführt wurde. Dieses Stückchen Land gehörte einstens zum Irak und wurde wieder befreit. Den zweiten Angriffs-Krieg führte sein Sohn G.W. Bush. Möglicherweise wollte der mit seinem gestörten Ego das zu Ende bringen, was sein Vater dem Oberkommandierenden Norman Schwarzkopf damlas versagt hat. Nämlich: Bagdad einzunehmen um das Problem zu lösen.

      • Der Irak-Krieg von Bush sen. war völkerrechtlich gedeckt, aber darum ging es Herrn Preuß offensichtlich nicht, sondern um einen viel unpassenderen Vergleich, weshalb er ihn nicht offen ausgesprochen hat.

  5. „Krieg gegen Terror“ ist aussichtslos.
    Daran gibt es keinen Zweifel. Terror sollte zunächst besser einmal mit einer ehrlicheren, geostrategischen Außenpolitik – gerade seitens der USA – und zielführenden Entwicklungspolitik aller Industrienationen begegnen werden, um so mehr Gerechtigkeit auf der Welt schaffen. Auch dann keine Ruhe gebenden Terrororganisationen sind, wo auch immer, zu zerschlagen.
    Dazu wäre eine Allianz mit Russland und China zweckmäßig.

    “Krieg gegen den Terror” scheint mir ähnlich aussichtslos zu sein wie der “Krieg gegen die Drogen”
    Ich glaube schon, dass der Kampf gegen Drogen weitgehend gewonnen werden könnte. Wenn man es denn wirklich wollte. So durften z.B. in Afghanistan, dem größten Opium produzierenden Land, Mohnfelder nicht verbrannt werden. (…) Es fehlt wohl eher an politischer Willensbildung.

    Die USA hatten nach dem 11.09. das Recht gegen Al Kaida vorzugehen. Aber muss man deshalb eines der ärmsten Länder der Welt platt machen und diese ganze Region damit noch weiter destabilisieren? Ich habe da so meine Bedenken.

    • Leider kommen wir immer wieder zum gleichen Punkt zurueck. Die einzige demokratische Weltmacht wird durch Indoktrinierung und Propaganda verteufelt. Gelegntlich Russland, China, Iran, zu erwaehnen ist nur ein Alibi. Vergessen wir nicht die Rolle der extrem Linken und Rechten in Europa. Wir lassen uns durch NATO schuetzen, dafuer finden wir keine gute Worte sondern nur propagandistische Kritik. Und manche Gruppen innerhalb AfD moechten die Parteiausrichtung nach Moskau orientieren.

      Wir haben Partner die zu uns passen, es ist die s.g. Westbindung. Freundschaftliche Handelskontakte mit Russland und China und Fiji Inseln sind gut, wir wollen aber unsere Werte nicht fuer Geld verkaufen. Und mit Russland und China heute haben wir keine Werte gemeinsam.

      • Wir haben auch mit Russland und China gemeinsame Werte, allerdings deutlich weniger als mit den USA und den Ländern der EU. Das Geschimpfe auf die USA verkennt nicht nur unsere Werte, sondern auch die deutschen Interessen, um die es Herrn Gauland & Co. doch angeblich geht.

    • Der Krieg gegen die Drogen kann nicht gewonnen werden, jedenfalls nicht mit militärischen und polizeilichen, sondern höchstens mit medizinischen Mitteln. Durch jede Zerstörung eines Feldes oder die Beschlagnahmung von Drogen steigt der Preis, was den Drogenhandel noch lukrativer macht.

      • Moment einmal, je mehr Felder zerstört werden, desto höher steigt der Preis – wenn die Drogenproduktion gegen Null geht, dann soll der Preis gegen Unendlich gehen?
        Und wo bleibt der Abnehmer mit seiner Fähigkeit steigende Preise auch zu bezahlen?

      • Die Abnehmer sind süchtig und es gibt kaum Substitute, insbesondere wenn die Drogenabhängigen kriminalisiert werden und keine adäquate Hilfe erhalten. Folglich ist zumindest kurzfristig die Nachfrage sehr preisunelastisch und bei sinkender Menge der Gewinn höher statt kleiner.

  6. Pingback: Folterbefürworter in New Hampshire erfolgreich | Alexander Dilger

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