Opel produziert nicht mehr in Bochum

Der letzte Opel ist in Bochum vom Band gelaufen“ gestern früh in der Nacht. Das ist ein schwerer Schlag für meine Geburtsstadt, die von der SPD zunehmend schlechter regiert wird. 1962 (bzw. zuvor) war es gelungen, Opel nach Bochum zu holen und so den Niedergang des Bergbaus abzufedern. Nun verliert man nach Nokia mit Opel einen noch größeren industriellen Arbeitgeber ohne adäquaten Ersatz. Auch für 2.700 (ehemalige) Opelaner sind eine Transfergesellschaft und hohe Abfindungen kein adäquater Ersatz, da entsprechende Arbeitsplätze kaum zu finden sein dürften, schon gar nicht in Bochum. Von daher war die Ablehnung eines Sanierungstarifvertrages ein schwerer Fehler der Belegschaft und ihrer Anführer gewesen. Immerhin bleiben 700 Arbeitsplätze im zentralen Ersatzteillager von Opel erhalten.

22 Gedanken zu „Opel produziert nicht mehr in Bochum

  1. Das war abzusehen und kommt nicht wirklich überraschend.
    Die Menschen in ehemaligen Industrieregionen müssen sich dem Wandel eben stellen. Dazu gehört auch die Bereitschaft zu mehr Mobilität, die gerade in Deutschland nicht sehr ausgeprägt ist, obwohl beinahe nirgendwo die Wohneigentumsquote so niedrig ist. Ein sehr deutsches und schwer nachvollziehbares Phänomen.

      • Richtig. Ich plädiere für ein Europa der Regionen. Aber nicht für ein Europa der Couch-Potatoes, der Schlagbäume und der geschlossenen Grenzen. 😉

      • Es ist schon grotesk, dass Menschen zwar keine heimischen Produkte mehr zu kaufen bereit sind (auch Sie fahren einen Schweden und keinen Opel aus Bochum, lieber Herr Dilger), sich dann aber wundern, wenn die Wirtschaft ihrer Heimat sie nicht mehr ernähren kann.

      • Ich bin für Freihandel und sehe die Vorteile der Arbeitsteilung. Deutschland ist sehr exportstark und müsste mehr importieren, nicht weniger.

      • Ich habe nichts gegen Freihandel per se. Nur darf, wer mit den Wölfen heult nicht klagen, dass er auch mal gebissen wird. Der Deutsche Michel wir den Spagat zwischen sozialistischer Vollkaskomentalität und „Geiz ist geil“ niemals unbeschadet hinbekommen.

  2. Die Autoindustrie hat weltweit Überkapazitäten.
    Da wird noch einiges geschlossen werden.

    Dumm,aber es ist leider so.

    • Das ist nicht dumm, sondern das ist eine Folge der freien Marktwirtschaft, Herr/Frau „MT“. Vielleicht ist sie etwas zu „frei“ geworden, diese Marktwirtschaft. Allerdings ist dies das Ergebnis des natürlichen Prinzips Nachfrage oder keine Nachfrage.
      Bei Opel hat man einmal gesagt: „Opel – so ein Popel“.
      Möglicherweise hat sich da etwas bewahrheitet (oder auch nicht).
      Die Frage ist nur, bei welcher Automarke sich das nächste Mal Ähnliches reimt …

      • Opel baut gute Autos,allerdings dürfen sie nicht expandieren.
        GM hat Opel zur preiswerten Marke in einem begrenztem Vertriebsgebiet bestimmt.

        Sie dürfen nicht nach USA exportieren und in GB heißen die Dinger Vauxhal.
        Opel ist keine eigenständige Marke,die machen kann was sie will.
        Die sollen nur etwas Kohle nach GM rüberschicken.

        Das die immer noch so gute Autos entwickeln,bei dieser Motivation – meinen Hut ab.

      • Borgward war eine noch bessere Marke!

        Opel ist nicht, oder nicht nur an GM gescheitert. Ford ist ein direkter Vergleich. Warum wird Ford besser verkauft?

      • Ford verkauft hierzulande unter seinem Namen, GM nicht. Volvo gehörte übrigens zu Ford, was auch nicht wirklich gut funktioniert hat.

      • Opel ist zwar noch eine „deutsche“ Marke, aber schon seit der Übernahme durch General Motors im Jahr 1929 (!) kein deutscher Hersteller mehr. Ford war noch nie ein deutscher Hersteller.

        Wer ein „deutsches“ Auto fahren will, der muss daher schon zu Audi, BMW, Mercedes, Porsche oder Volkswagen greifen. Aber auch hier sind immer weniger in Deutschland hergestellte Komponenten drin. Die Produktion von Automobilen ist eben längst ein globales Geschäft.

      • Ich halte es für keine gute Idee, Autos oder andere Produkte nach der Herkunft zu kaufen (Lebensmittel sind vielleicht eine Ausnahme). Jeder sollte das am besten passende Auto (hinsichtlich Qualität und Preis) kaufen. Das spornt auch die heimischen Hersteller an, sich anzustrengen. Gerade auf dem Automarkt muss sich Deutschland ohnehin nicht verstecken. Vor Volvo bin ich BWM gefahren und halte deren Autos immer noch für sehr gut, nur den Kundendienst nicht.

      • @Alexander Dilger
        „Ich halte es für keine gute Idee, Autos oder andere Produkte nach der Herkunft zu kaufen (Lebensmittel sind vielleicht eine Ausnahme). Jeder sollte das am besten passende Auto (hinsichtlich Qualität und Preis) kaufen.“

        Das sehe ich im Grunde schon auch so. Nur sollte das Gejaule um die deutschen Arbeitsplätze dann konsequenterweise auch verstummen. Flexibilität gehört nun mal leider nicht gerade zu den Stärken deutscher Arbeitnehmer.

      • Kann es sein, dass Sie meinen Blogbeitrag nicht richtig gelesen haben? Wer jault denn hier um deutsche Arbeitsplätze? Die SPD in Bochum hat versagt.

      • @Alexander Dilger:
        „Die SPD in Bochum hat versagt.“

        Das ist mir zu kurz gefasst. Der Block aus sozialistischen Parteien (CDU/CSU/SPD/GRÜNE/LINKE und mitunter auch der FDP) und Gewerkschaften erstickt wettbewerbsfähige Arbeitsbedingungen bereits im Keim. Nicht nur in Bochum, auch an anderen Orten. Der Industriestandort Deutschland hat sich damit selbst zu Grunde gerichtet und auch im Hight-Tech- und im Dienstleitungssektor schlägt diese Problematik bereits voll durch. Staatlich verordnete Planwirtschaft ist nun mal nicht überlebensfähig!

        Leider scheint Deutschland aus dem Bankrott der DDR nichts gelernt zu haben. Im Gegenteil: Der mittelstands- und bürgerfeindliche Umverteilungssozialismus nimmt immer groteskere Ausmaße an.

  3. Das wahre Auto war für meine Begriffe einzig und allein der NSU Ro 80 aus Neckarsulm. Das war übrigens mein erstes Auto, das ich mit schon 18 Jahren regelmässig fahren durfte. Der Gute ist bekanntermassen noch viel zeitiger wieder eingestampft worden, als z.B. Opel. Da war allerdings ECHTE Trauer angesagt ! Man darf ihn heute im NSU Museum Neckarsulm bewundern. Das ist durchaus einen Besuch wert, bei wenig Eintrittsgeld.

    • Ich hatte auch mal einen der raren NSU Ro 80. 🙂

      Dieses Auto war seiner Zeit konzeptionell wirklich weit voraus. Vor allem in puncto Design und Stromlinienform bei gleichzeitig großzügigstem Platzangebot. Absoluter Schwachpunkt ist allerdings der zu Unrecht mit Vorschusslorbeeren versehene Kreiskolbenmotor, mit dem sich letztlich zwar sein Erfinder Felix Wankel auf geniale Weise die Taschen voll gemacht hat, der aber bis heute keine wirkliche Serienreife erreicht hat und schon auf Grund seines enormen Durstes nicht mit konventionellen Hubkolbenmotoren konkurrieren kann.

      • Warum hat man eigentlich diese allseits bekannte „Terrorzelle“ unbedingt nach der Automarke NSU bennenen müssen, gleichgültig, ob dies bewusst oder unbewusst erfolgte !?

  4. Also ich fuhr 14 Jahre einen Polo 86C.
    Der war dann nicht mehr reparabel und so fahre ich jetzt wieder einen Polo 86C.
    Billiger geht es nicht und zuverlässiger auch nicht wirklich.

    Ich verbrauche mein Geld also nicht gerne mit Autos.

    • Wenn Sie Ihr Geld nicht gerne mit Autos verbrauchen, dann sollten Sie am besten einen Youngtimer von Mercedes fahren (z.B. Serie 124 ab Mopf1 oder 126 ab 1986) . Kaum Reparaturen, da unkaputtbar, Niedrige Versicherungseinstufung, zeitgemäße Fahrleistungen und moderater Verbrauch). Kein Wertverlust, da die Preise gerade deutlich anziehen. Preiswerter können Sie mit keinem Auto fahren. Auch nicht mit einem VW Polo.

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