Schweizer lehnen Unsinn ab

Unser nicht vom Volk gewählter Bundespräsident  “Gauck warnt vor der direkten Demokratie”. In der Schweiz hat man hingegen keine Angst vor dem Volk, denn die ‚Schweizer entscheiden vernünftig‘, so auch gestern wieder, als gleich drei zweifelhafte Initiativen abgelehnt wurden. Die „Eidgenössische Volksinitiative ‚Rettet unser Schweizer Gold (Gold-Initiative)'“ wollte z. B. der Schweizerischen Nationalbank den Verkauf ihrer Goldreserven verbieten (und deren Vergrößerung vorschreiben). Aktiva, die nicht aktiviert werden dürfen, sind jedoch gar keine. Diese Übertreibung des Goldfetischismus wurde entsprechend von 77,3 % der Abstimmenden und allen Ständen (Kantonen) abgelehnt (siehe hier). Ebenfalls alle Stände und 74,1 % der Abstimmenden (siehe da) lehnten die „Eidgenössische Volksinitiative ‚Stopp der Überbevölkerung – zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen'“ ab, die die Zuwanderung radikal begrenzen wollte, weil es angeblich zu viele Menschen in der Schweiz gäbe. 59,2 % der Abstimmenden und alle Stände bis auf einen (siehe dort) stimmten gegen die „Eidgenössische Volksinitiative ‚Schluss mit den Steuerprivilegien für Millionäre (Abschaffung der Pauschalbesteuerung)'“, die reiche Ausländer auch nach ihrem Einkommen (im Ausland) besteuern wollte, so dass in der Folge diese das Land verlassen und gar keine Steuern mehr in der Schweiz zahlen würden. Unsere Nachbarn sind gar nicht so dumm. Dafür werden wir Deutschen von unseren eigenen Politikern für unmündig gehalten, weshalb wir sie abwählen sollten.

19 Gedanken zu „Schweizer lehnen Unsinn ab

  1. Dem kann ich mich voll und ganz anschließen. Insbesondere Herrn Gaucks (ein DDR-Nicht/Pseudobürgerrechtler) Verhalten kann gar nicht oft genug gerügt werden, zumal es absurd ist vor Demokratie zu warnen aber Regierungsumstürze mit ausländischer Beeinflussung zu goutieren. Ich bekräftige hier meinen Wunsch, das überflüssige Bundespräsidentenamt zu beseitigen. Es kann auch nicht die Bemerkung fehlen, dass die Entscheidungen unserer „professionellen“ Politiker ein einziges Debakel sind. Die Liste ist eigentlich endlos; hier seien nur genannt Euro, Atomausstiegausstiegausstieg/Strompreise, Baugroßprojekte, unfreiwillige Abrüstung, Asylschlamperei mit teils tragischen Folgen, keine klare Außenpolitik sowie natürlich die Staatsverschuldung.

    Die „Ecopop“-Initiative geht m.W. gerichtlich dagegen vor, als „ökofaschistisch“ tituliert zu werden. Ich belasse es daher bei der Anmerkung, dass diese Damen und Herren Menschen als etwas Krankhaftes ansehen und meinen, auf der Erde hätten wir „zu viele“ davon.

    „Dafür werden wir Deutschen von unseren eigenen Politikern für unmündig gehalten, weshalb wir sie abwählen sollten.“
    http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/europe/germany/9981932/Helmut-Kohl-I-acted-like-a-dictator-to-bring-in-the-euro.html

    • Was wollen Sie, Herr Vorländer, sagen mit diesem Zitat: „Ich belasse es daher bei der Anmerkung, dass diese Damen und Herren Menschen als etwas Krankhaftes ansehen und meinen, auf der Erde hätten wir “zu viele” davon.“ Wollen Sie uns mitteilen, daß Ihrer Meinung nach es zu viele Menschen auf dem Planeten namens Erde gibt? Oder wollen Sie ausdrücken, daß Menschen etwas Krankhaftes sind? Weshalb schreiben Sie diese Anmerkung? Klären Sie Ihre Leser auf?

      • Es ist doch eindeutig indirekte Rede. Herr Vorländer beschreibt also, was seiner Ansicht nach die Urheber der Initiative denken.

    • Die Ecopop-Initiative reflektieren Aengste betroffener Menschen von Ueberfremdung. Einzige Loesung ist eine Einwanderung nach Interessen des Gastlandes. Politisches Asyl ist was anderes, und Fluechtlinge sollen strikt vor Ort oder in unmitelbarer Nachbarschaft unterstuetzt werden.

      Alle Menschen passen nicht zusammen, man sieht es schon in den Familien.
      Ueberbevolkerung auf dieser Erde darf man nicht ignorieren. Es wird ein Riesenproblem.

      • Das sind aber doch verschiedene Themen, ob es auf der ganzen Welt Überbevölkerung gibt oder in einem bestimmten Land, ob in ein Land zu viele Einwanderer kommen oder nicht geeignete. Diese Volksinitiative hat das alles verrührt und die Interessen der Schweiz gerade nicht berücksichtigt, weshalb sie mit so großer Mehrheit abgelehnt wurde. Bei der Gold-Initiative wurden ebenfalls ganz verschiedene Punkte vermischt. Unverkäufliches Gold ist einfach nur Unsinn, während man eine (partielle) Golddeckung zumindest diskutieren könnte. Am klarsten war die Abschaffung der Pauschalbesteuerung, weshalb dafür auch noch relativ am meisten Schweizer gestimmt haben, wenngleich auch hier die Mehrheit gesehen hat, dass Steuereinnahmen verloren gehen statt gewonnen werden.

      • @Ivan de Grisogono:
        „Ueberbevölkerung auf dieser Erde darf man nicht ignorieren. Es wird ein Riesenproblem.“

        Der einzige Kontinent, dessen Bevölkerung noch rasant wächst ist Afrika. Auf allen anderen Kontinenten schrumpft die einheimische Bevölkerung entweder bereits seit Jahrzehnten (vor allem in den hoch entwickelten Industrie- und High-Tech-Nationen) oder die Stagnation ist bereits in greifbarer Nähe.

        Auch die Bevölkerung Afrikas wird nicht unbegrenzt weiter wachsen, sondern voraussichtlich bei maximal 2 bis 2,5 Mrd. Bewohnern an den Wendepunkt stoßen (derzeit etwa 1,1 Mrd. Bewohner).

        Demographen gehen davon aus, dass das Maximum an Erdenbewohnern der Spezies Homo sapiens in spätestens sechzig bis siebzig Jahren bei 9 bis 9,5 Milliarden Bewohnern erreicht ist und sich die Anzahl der Menschen danach wieder nach unten entwickeln wird.

        Eine Überbevölkerung des gesamten Planeten wird also nicht eintreten. Das tatsächliche Problem ist die zunehmende Konsumorientierung der Menschheit. Die Utopie vom ewig währenden Wachstum wird sich als einer der größten Denkfehler der Menschheit erweisen. Leider befasst sich die Wissenschaft damit noch so gut wie gar nicht, was möglicherweise zu einem bitterbösen Erwachen führen wird.

      • @Michael Meister
        Die Ueberbevoelkerung wird viel frueher eintretten, also ueber 9 Miliarden mag die Spitze sein in ca 35-40 Jahren, Probleme beginnen aber schon jetzt. Warum? Weil alle Menschen Wasser, Energie und Nahrung brauchen. Sie wollen auch TV und Autos haben, alles wie wir.

        Es waere falsch zu glauben dass Resourcen dieser Erde endlos sind bzw dass bei 7, 9, 12 Milliarden alles weiter funktioniert.

      • @Ivan de Grisogono:

        Verkehrt ist es zu glauben, dass alle Menschen unseren Lebensstandard leben können, ohne dass es den Ressourcen unseres Planeten dabei restlos an den Kragen geht.

        Aber wer sagt denn, dass materieller Wohlstand und Konsumrausch wirklich so selig machen, wie uns gerne von den Konsumartikelherstellern, Telekommunikationsdienstleistern etc. pp. weiß gemacht wird?

        Sein Glück in materiellem Überfluss zu suchen, ist einer der größten Fehler der Menschheit. Manche, denen dieses vermeintliche „Glück“ zuteil wird, erkennen irgendwann, dass viel Besitz auch mit verdammt vielen (und mitunter äußerst lästigen) Verpflichtungen einher geht. Andere nicht.

      • Man sollte anderen, insbsondere deutlich ärmeren Menschen nicht den Wunsch nach einem höheren Lebensstandard absprechen. Dieser kann auch erreicht werden, ohne die natürlichen Ressourcen völlig zu zerstören. Pro Dollar Bruttosozialprodukt verbrauchen reiche Länder viel weniger Ressourcen als arme; allerdings verbrauchen sie pro Kopf dann doch wieder mehr, weil ihr Bruttosozialprodukt so viel größer ist. Doch auch über die Zeit sinkt der Ressourcenverbrauch. Außerdem sinken die Geburtenraten mit steigendem Wohlstand, weshalb tatsächlich die Menschheit ihr Maximum noch in diesem Jahrhundert erreichen dürfte.

  2. Dass ausgerechnet der Grenzkanton Schaffhausen die Pauschalbesteuerung abschaffen will, wundert mich nicht. Hier leben die Schweizer mit den größten Ressentiments gegen Ausländer, zu denen dort allen vor allem die Deutschen zählen.

    • Deutsche sind in der Schweiz deshalb nicht so beliebt, weil sie mehr als andere „Ausländer“ in Berufen mit höheren Anforderungsprofilen arbeiten.

      • Viele Ausländer sind in den meisten Ländern nicht beliebt, ob sie nun einer anspruchsvollen, anspruchslosen oder gar keiner Beschäftigung nachgehen. Dabei gilt zumindest ökonomisch, dass Hochqualifizierte dem Gastland mehr bringen, als sie dieses kosten. Bei Geringqualifizierten hängt es vor allem von der Ausgestaltung des Sozialstaates ab.

      • @Manfred Luck:
        Das stimmt nicht. Der Grund für die Unbeliebtheit von Ausländern ist insbesondere in der deutschsprachigen Nordschweiz eine nicht rational nachvollziehbare Angst vor Überfremdung (ähnlich wie in den neuen Bundesländern) und eine äußerst nationalistische Einstellung weiter Teile der dortigen Bevölkerung. Trotz ähnlicher Sprache werden auch Deutsche in der Nordschweiz als Ausländer begriffen und entsprechend nicht bevorzugt (gegenüber anderen Ausländern) behandelt. Das Unverständnis vieler Deutscher für dieses Abschottungsverhalten tut ein Übriges.

  3. „Dafür werden wir Deutschen von unseren eigenen Politikern für unmündig gehalten, weshalb wir sie abwählen sollten.!
    Richtig! Viele unserer Bürger haben nicht begriffen welche Konsequenzen diese Politik für jeden Einzelnen hat und was noch alles auf uns zukommt. Ich halte unser System für Lug und Trug.

      • Die „Mautlüge“, werter Herr Krebs, kam MITNICHTEN erst „gestern zufällig ans Tageslicht“, wie Sie, im Ansatz sicherlich völlig zu recht meinen ! Diese Lüge besteht nämlich schon seit Einführung der LKW-Maut. Nach unserem Grundgesetz sind diejenigen Gelder, die mit der Maut gewonnen werden sollen, ausschliesslich aus der KFZ-Steuer in Verbindung mit den Mineralölsteueranteilen aus den Kraftstoff-Verkaufserlösen zu bestreiten ! Eine „Maut“, gleich welcher Art, verbietet sich damit. Sie ist hierzulande VOLLKOMMEN SYSTEMWIDRIG ! Ähnliches gilt für den „SOLI“, der seinen Zweck erfüllt hat und besser gestern als heute zu STOPPEN ist ! Die Fragen lauten doch bitteschön insbesondere nur: 1. Wer lügt das (Wahl-) Volk mit schändlicher, raffgieriger Politik dazu und schändlichen nahezu tagtäglichen unqualifizierten Äusserungen zu dem Thema ständig an ? 2. Wer kann mit den Haushaltsmitteln nicht ordentlich, das heisst, verfassungskonform umgehen ?

      • Welches Unternehmen würde einen Diplom-Soziologen ohne zusätzliche Fachqualifikationen als Top-Experten für Verkehr, Transport und Logistik einstellen?

        So etwas Dummes machen nur politische Parteien und Flaschen-Regierungen.

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