Deflation ist nicht gut

Richard Sulik ist ein liberaler slowakischer Politiker, der an einer interessanten Steuerreform mitwirkte und die berechtigte Frage stellte, warum die viel ärmeren Slowaken Rettungsmaßnahmen für schlecht wirtschaftende Griechen bezahlen sollen. Er irrt jedoch mit seiner These „‚Deflation ist gut'“. In meinem Beitrag ‚Preisniveaustabilität und Inflationsziel‘ habe ich schon einmal kurz die Nachteile der Deflation erklärt. Seine zwei Argumente dafür überzeugen hingegen nicht.

So meint Herr Sulik erstens: „Deflation ist gut, weil es die Schuldner bestraft und die Verantwortungsbewussten belohnt.“ Das bestrafen von Schuldnern ist jedoch kein sinnvolles Ziel, da finanzielle Schulden keine moralische Schuld sind. Kreditverträge sollten möglichst erfüllt werden, was durch Deflation erschwert wird, was dann auch den Gläubigern schadet.

Nachweislich falsch ist sein zweites Argument: „Dass Konsumenten in einem deflationären Umfeld ihre Kaufentscheide verzögern, lässt Sulik nicht gelten. Das widerspreche dem Gesetz von Angebot und Nachfrage. Die Nachfrage steige mit sinkenden Preisen.“ Hier wird das Preisniveau mit einzelnen Preisen verwechselt. Wenn ein Preis fällt, d. h. sich relativ zu den anderen Preisen nach unten verändert, dann steigt in der Tat meistens die Nachfrage. Bei Deflation fallen jedoch im Schnitt alle Preise einschließlich Löhnen. Entsprechend ist keine direkte Steigerung der Nachfrage zu erwarten. Geldvermögen nehmen real an Wert zu, solange die Schuldner nicht ausfallen. Das könnte nachfragewirksam werden, doch entsprechend werden auch die realen Zinslasten für die Schuldner größer, so dass sie nur noch weniger ausgeben können. Hinzu kommt die ohne hinreichenden Grund zurückgewiesene Verzögerung der Kaufentscheidung. Wenn die Preise morgen niedriger sind als heute, werde ich gerade größere Käufe eher auf morgen verschieben. Morgen gilt bei anhaltender Deflation dasselbe wieder in Bezug auf übermorgen.

26 Gedanken zu „Deflation ist nicht gut

  1. Diese – zugegeben anschauliche – Darstellung erscheint mir arg theoretisch.

    Letztlich lassen sich Inflation und Deflation in einer Marktwirtschaft nicht wirklich nachhaltig wirksam steuern (oder doch?) und die wenigsten staatlichen oder sonstigen regulatorischen Eingriffe wirken selten länger als ein paar Wochen oder Monate. Dauerhafte Planwirtschaft hingegen kann aus liberaler Sicht ja wohl nicht ernsthaft die „Alternative“ sein.

    Wie sehen Sie das als Wirtschaftswissenschaftler, Herr Dilger?

    • Natürlich lassen sich Inflation und Deflation beeinflussen. Genau darum geht es doch. Herr Sulik möchte nicht, dass sich Zentralbanken darum kümmern. Er präferiert vermutlich Gold als Geld. Der relativ fixe Goldbestand führt dann zu Deflation, was überlicherweise als ein Einwand dagegen gesehen wird. Deswegen erklärt er Deflation für gut.

      • Theoretisch ja. Aber praktisch?

        Gold als Geld macht (ebenfalls theoretisch) durchaus Sinn, da damit nicht mehr laufend die Geldmenge erhöht werden könnte, wie heute üblich.

      • Zins und Geldmenge lassen sich steuern, was ganz praktisch Einfluss auf die Inflationsrate hat. Wenn die Geldmenge nicht (wie bei Bitcoins) oder nur schwer (wie bei Gold) erhöht werden kann, führt das entweder zu Deflation oder zu einem Ersetzen dieses Geldes durch ein anderes (z. B. vermehrbares Papiergeld, selbst wenn dieses anfangs als goldgedeckt bezeichnet wurde).

      • „Bitcoins“?
        Warum nicht gleich Hosenknöpfe? Das scheint mir trotz der Erhöhbarkeit ihrer Menge die realere Währung zu sein.

  2. „Das Bestrafen von Schuldnern ist jedoch kein sinnvolles Ziel, da finanzielle Schulden keine moralische Schuld sind.“
    Ich aber sage Euch: das Bestrafen von Menschen, die zu Lasten ihrer Nächsten gegen deren Willen Schulden machen, ist ein SEHR sinnvolles Ziel! Menschen, die solches tun, nennt man Politiker. Sie sind des Teufels fette Beute! Die Nächsten, die da verschuldet werden, nennt man Wähler. Selig die, die noch glauben, jeweils frei von Schulden zu werden.

    • Sehe ich genauso.

      Ich halte von Schulden,auch wenn man sie als Investitionen deklariert – gar nichts.Schulden können gar keine Investition sein,sie verleiten nur in eine Spirale gewissenlosens Ausgebens,bezogen auf Politiker.

      Schulden für Bildung,wie in NRW sind keine Investition in die Zukunft.
      Es sind Schulden für Ausgabenswünsche und sonst gar nichts.

      Schulden für Privatkonsumenten machen nur Sinn,wenn es sich um höhere Anschaffungen handelt,wie PKW oder Eigenheim.

      Ein Politiker ich glaube von der CDU ,ich weiß nicht mehr wer,meinte wir brauchen gar keine Schulden abbauen.Das Wirtschaftswachstum muß lediglich höher sein die Zinslast.

      Ich weiß nicht was der geraucht hat,dessen Einstellung macht schon Sorge.

      • Schulden sind natürlich keine Investitionen, können jedoch zu deren Finanzierung dienen. Das gilt für Unternehmen wie auch private Haushalte und den Staat. Gerade beim Staat wird jedoch häufig die wichtige Unterscheidung zwischen Brutto- und Nettoinvestitionen vergessen. Bildungsausgaben können durchaus Investitionen darstellen, wenn das Bildungsniveau tatsächlich steigt. Wenn es aber am Ende weniger gebildete Personen gibt als vorher, hat in Wirklichkeit eine Desinvestition stattgefunden.

        Wenn die Wachstumsrate über dem Zinssatz liegt, sind Effizienzgewinne durch Verschuldung möglich. Auch sonst genügt es, die Rate der Neuverschuldung unter der Wachstumsrate zu halten, um den realen Anteil der Schuldenlast zu reduzieren. Dass der Staat alle seine Schulden zurückzahlt (ohne neue aufzunehmen), ist weder zu erwarten noch nötig oder überhaupt sinnvoll. Darum sollten Sie sich keine Sorgen machen, sondern lieber über den starken Anstieg der Staatsverschuldung zur Euro- und Bankenrettung.

    • Die Wähler sind in einer Demokratie für ihre Politiker verantwortlich. Ein Problem kann jedoch sein, dass Wähler und Steuerzahler nicht immer identisch sind. Doch auch die Steuerzahler können von Staatsschulden profitieren, zumindest kurzfristig, weil die Schulden eine alternative Finanzierungsform zu den Steuern darstellen.

      • Leider können sich die Wähler schon lange nicht mehr auf die Einhaltung von Wahlversprechen verlassen. Für Wahlberechtigte ist doch heute überhaupt nicht mehr kalkulierbar, mit wem nach der Wahl was kommt.

      • Das ist ein Problem, welches die AfD leider nicht lösen wird. Volksentscheide würden helfen, dass zumindest bei wichtigen Inhalten die Wähler doch noch selbst entscheiden dürfen und nicht blind vertrauen müssen.

  3. Das erste Argument von Hr. Sulik ist natürlich Unsinn, da es nicht zwischen konsumtiven und investiven Schulden unterscheidet. Wer Unternehmer bestrafen will, die Ihre Investitionen in der Regel nicht nur aus Eigenkapital finanzieren können, ist nicht nur volkswirtschaftlich auf dem Holzweg. Das zweite Argument greift hingegen durchaus, wenn auch nur kurzfristig. Mit sinkenden Preisen und gleichbleibenden Löhnen steigen die Realeinkommen. Nun bin ich kein Keynesianer, aber leider leben wir auch nicht in klassisch freien Märkten. Löhne und Gehälter werden zum großen Teil durch Kartelle (Gewerkschaften, AG-Verbände) tariflich normiert (neuerdings sogar per Gesetz vom Staat) . Somit greift der Ratchet-Effekt als Sperrklinke gegen fallende Löhne. Nach klassischer Sicht sollte das nicht sein, da Mindestpreise (Mindestlöhne) immer zu Überangebot (Arbeitslosigkeit) führen. Real existieren aber die Kartelle der Tarifparteien nun einmal, so daß man die Wirksamkeit des Sperrklinkeneffekts auch nicht leugnen kann. Langfristig jedoch kann sich keine Volkswirtschaft dem Abwärtsstrudel einer Deflation entziehen. Interessant wäre jetzt zu untersuchen, wo in konkreten Fällen (wie z.B. Japan) „kurzfristig“ aufhörte und „langfristig“ begann.

    • Es gibt Kräfte, die das Absenken von Nominallöhnen erschweren. Das gilt allerdings auch für nominale Preise, so dass Deflation in der Regel bereits massive Probleme voraussetzt, die größer als diese Beharrungskräfte sind. Doch selbst wenn man annimmt, dass kurzfristig die Preise sinken und die Löhne nicht, steigen die Realeinkommen nur für diejenigen, die weiterhin Löhne beziehen. Denn wo nicht über den Lohn angepasst werden kann, geschieht dies über die Zahl der Beschäftigten, sei es durch unterbleibende Neueinstellungen, Entlassungen oder Insolvenzen. Damit dürfte jedoch bei nominal gleichen Löhnen die Lohnsumme und mit ihr die Nachfrage sinken. In Japan sind die Reallöhne übrigens rückläufig.

    • Das Papier enthält zahlreiche Fehlschlüsse. Die kann ich hier nicht alle aufdröseln, doch wenn Sie möchten, können wir ein Teilargument detailliert durchgehen. In jedem Fall ist es nicht richtig, dass die Geldmenge in einem metallgedeckten Vollgeldsystem nicht zurückgehen kann. Das Metall könnte exportiert oder anderen Zwecken zugeführt werden. Auch durch Hortung kann dieses Geld dem Wirtschaftskreislauf entzogen werden, was nicht so harmlos ist, wie Herr Bagus tut.

      Was ist eigentlich libertär daran, die Kreditschöpfung zu verbieten? Das ist ein schwerer Eingriff in die Vertragsfreiheit und die Geschäftstätigkeit der Banken. Wenn man alle Risiken aus Krediten verhindern will, ist es übrigens konsequenter, gleich alle Kredite zu verbieten, wie es der Islam faktisch durch das Zinsverbot tut.

      • Ein Vollgeldsystem beruht nicht auf Metall, wie z.B. Gold. Die Vertragsfreiheit der Banken wird auch nicht eingeschränkt. Banken können nur kein Buchgeld mehr schöpfen. Leider gibt es zum Thema Vollgeld zahlreiche Irrtümer.

        Vollgeld in der Kritik
        Erläuterungen zum Vollgeldkonzept anlässlich Kritik aus verschiedenen ökonomischen Denkrichtungen
        http://vollgeld.de/vollgeld-in-der-kritik

      • Ich hatte mich auf den durch Sie verlinkten Beitrag von Herrn Bagus bezogen. Natürlich muss Vollgeld nicht auf Edelmetallen beruhen, so wie umgekehrt eine goldgedeckte Währung kein Vollgeld sein muss. Er hat aber beides miteinander kombiniert in seiner Argumentation. Wenn Sie das nicht so sehen, warum verlinken Sie es dann unkommentiert?

  4. Pingback: Deflation muss nicht schlimm sein | Alexander Dilger

  5. Richard Sulik hat selbstverständlich recht. Bei einer Preisdeflation erhöht sich die Geldmenge v.a. im Geldbeutel derjenigen, die (realtiv) wenig Geld haben: Der Konsumenten. Damit steigt dann auch die Nachfrage.

    Wie kommen Sie zur Behauptung, das in der „jetzigen“ Deflation ‚alle‘ Preise sinken würden? Meines Wissens, war das in der Geschichte noch nie der Fall!? Haben Sie irgendwelche Belge für Ihre Behauptung – oder nehmen Sie einfach den sogen „Warenkorb“ von DESTATIS dazu, der nicht mal die Aufwendugnen für die Altersvorsorge (z:b. Aktienanlagen) mit einrechnet und ansonsten schon allein bei der Zuweisung für Lebensmittel hochmaniplativ ist!?

    Die größten bekannten „Deflationskatastrophen“ für Unternehmen waren nach den Kriegen. Panzer und Raketen waren nicht merh absetzbar und Rüstungsfabriken gingen reihenweise pleite. Millionen wurden schalgartig arbeitslos …- und fanden nach spätestens 2 Jahren neue hochqualifzierte und bezahtle Jobs bei Jungunternehmern, die Rüstungsfabriken für einen „Appel und Ei“ umrüsteten und Waschmaschinen und Autos für die Masse bauten.

    Dies wäre auch heute möglich, – wenn der Staat und die Zentralbanken sich endlich mit Systemeingriffen zurückhalten würden und „Furzivestitionen“ als das pleite gehen lassen würden was sie sind: „warme Luft mit (Beziehungs-)Geruch“. Da dies nicht geschieht und Pleitestaaten und Pleitekonzerne nicht pleite gehen dürfen (weil dann „böhse Deflation“), solide wirtschaftende Mittelständische Unternehmen und kleine Handwerker ’nicht gerettet‘ werden (bei uns im Landkreis ist letztes Jahr der letze Schlachthof pleite gegangen), haben wir hier die ‚klassiche Umverteilung von unten nach oben“ – die von den Geld- und Gottspielern fälschlicherweise dem Kapitalismus angelastet – jedoch blanker Geldsozialismus ist!

    Viel fehlt nicht mehr und Pkt. 5 des kommunistischen Manifestes nach Karl Marx ist umgesetzt:
    „5) Centralisation des Kredits in den Händen des Staats durch eine Nationalbank mit Staatskapital und ausschließlichem Monopol.“

    Klar fürchtet die EZB, namentlcih Draghi dann die „pöhse Defaltion“, wie der Teufel das Weihwasser – er wäre entzaubert! (und ein solider Marktwirtschaftler hätte wieder Luft zum atmen)

    Außerdem verkennen Sie hier das Wesen des Urzinses, Herr Dilger, der ’nie‘ auf null fallen kann und die Menschen aus lebensnotwendigen Erwägungen stets zu Entscheidungen zwingt, die naheliegend sind.

    Grüße

    Wilfried Hein

    • Bei einer Deflation erhöht sich nicht die Geldmenge, sondern steigt die Kaufkraft je Geldeinheit. Wer viel Geld hat, profitiert davon natürlich stärker als jemand, der wenig Geld hat, während Schuldner verlieren.

      Ich schrieb „im Schnitt alle Preise“, weil Deflation darüber definiert ist. Dazu muss natürlich nicht jeder einzelne Preis fallen, während bei einer Deflation der Konsumgüterpreise die Entwicklung der Preise von Vermögensgütern (z. B. Aktien oder Häusern im Gegensatz zu Mieten) egal ist.

      Es gibt kein „Wesen des Urzinses“. Selbst die Gegenwartspräferenz muss nicht immer positiv sein und vor allem hängen ihre Auswirkungen von den Anlagemöglichkeiten ab. Wenn diese schlecht sind, kann es durchaus Sinn machen, eine Prämie dafür zu zahlen (also negativen Zins zu akzeptieren), um Güter in die Zukunft zu transferieren. Möchten Sie wirklich nächstes Jahr verhungern, um sich heute noch mehr überfressen zu können?

      • Lieber Wilfried,

        um den Mittelstand schert sich in der vom Umverteilungssozialismus korrumpierten Gesellschaft doch niemand mehr.

        Eine von Beamten und Umverteilungsprofiteuren geleitete Politik hat naturgemäß keinen Respekt vor dem Unternehmertum. Woher auch?

        Es regieren uns Politiker, die nie in ihrem Leben ein Risiko eingegangen sind. Die meisten von Ihnen haben nicht einmal einen Netto-Beitrag zu dem System, das sie so schön ernährt geleistet.

        Die Auswüchse des angeblichen „Sozialstaats“ sind purer Feudalismus für die regierende Kaste, ihre Erfüllungsgehilfen im öffentlichen Dienst und die mit Transferleistungen korrumpierte Masse des Stimmviehs.

        Familienunternehmen, Klein- und Mittelbetriebe werden nicht entlastet, sondern durch immer mehr Bürokratie für ihr Engagement abgestraft.

        Die Botschaft zunehmender Lasten, steigender Zwangsabgaben und einseitiger Aushöhlung der Rechte von EPUs, KMUs und Freiberuflern ist: „Stellt keine Leute an!“

        Die Folge ist, dass die besten potentiellen Mitarbeiter ohnehin schon von der Uni weg von Großkonzernen abgefischt werden und mittelständische Betriebe sowie KMUs sich immer schwerer tun, qualifizierten Nachwuchs zu finden. Von Unternehmensnachfolgern ganz zu schweigen. Das betrifft sogar die Landwirtschaft.

        In weiterer Folge sinkt die Zahl der Existenzgründungen und die Selbständigenquote von Jahr zu Jahr. Deutschland wird diesbezüglich bald das Schlusslicht Europas sein.

        Was bleibt, sind Großkonzerne und öffentlicher Dienst als Oligarchen des sozialisierten Arbeitsmarktes.

        Das einstige Rückgrat der europäischen Wirtschaft, der Mittelstand, wird systematisch ausgerottet.

        Welche reale Rolle spielt vor diesem Hintergrund noch die Währungs- und Zinspolitik?

        Viele Grüße
        Michael

      • Ich sprach ja auch nicht von der Geldmenge allgemein, sondern von „der Menge Geld, die Konsumenten bei einer Preisdeflation im Geldbeutel haben“. Kostet die Schokolade vorher 1 Euro und jetzt 60 Cent – habe ich 40 Cent zusätzlich für andere Dinge übrig. Aber gut, wir meinen wohl hier das selbe.

        Das wenn jemand reich ist, das dieser „viel Geld“ haben müsse, ist wohl einer dieser „urbanen Legenden“ die nicht auszurotten ist. Mich verwundert nur, das ich diese hier bei Ihnen antreffe. Glauben Sie denn im Ernst, das ein „Milliardär“ – deswegen Milliardär ist, weil er Milliarden oder Millionen von Geldscheinen im Tresor stapelt?

        In Einzelfällen mag das vielleicht sein. In der großen Masse (um die es hier geht), wird er aber seine Milliarden in irgendwelchen Unternehmungen ‚angelegt‘ haben – die selbstsverständlich bei „schlechter Entscheidung“ und einer Deflation nach Ihren Vorstellungen – schneller im Wert verlieren als er dieses verkaufen kann!? Wie lange dauerte es nochmal bis der Milliardär „Schlecker“ – seine Milliarden verloren hat? (Vom Zeitpunkt der „Reichtumsillusion“ an gerechnet). Nicht anders geht es dem betuchten Rentner, der ein paar Hundertausend in Fonds angelegt (und ebenfalls nciht im Tresor liegen) hat.

        Ich sehe also weiterhin keinen Anlass dazu den Befund zu revidieren, dass bei einer Preisdeflation der „kleine Mann“, der Gewinner ist. (Muss ja auch so sein, – denn beim antagonistischen Gegenspieler, der Geldinflation ist er der Verlierer – und die „großen Anleger“ sind selbstverständlich die Gewinner. Ihr Vermögen wird ja „gerettet – vom Geld das der „Kleine“ erarbeitet)

        Im übrigen sind Investitionen in Aktien zur Altersvorsorge (denken Sie bitte an die unzähligen RiesterRenten und Sparpläne auf Aktien) keine reinen (statischen) Vermögensgüter, sondern für den „Normalo“ eine monatliche Ausgabe, die deswegen immer teurer, wird, weil er für einen 100er immer weniger Substanz bekommt! Ich fürchte sie blenden hier die Überlegungen, Sorgen und Nöte von ca 75% der Bevölkerung aus, auf die Inflation oder Deflation irgendwie druchschlagen wird.

        Selbstverständlich ‚ist‘ die Zeitpräferenz IMMER positiv. Ich muss schließlich ‚heute‘ essen, wenn ich morgen verhungert sein würde!? 😉

        Es geht doch beim „Urzins“ ausschließlich um die Kausalität: Wann bin ich – oder was versetzt mich in die Lage etwas zu sparen? – Sie können es drehen und wenden wie Sie wollen. – sie können erst an’s sparen denken, wenn sie nicht hungern müssen. Der zweite Schritt kann nicht vor dem ersten erfolgen. Wenn mir der Zins (das Ersparte) weggenommen wird – kann ich nur von der Substanz leben. – und damit ist der „negative Zins“ eine in der Praxis stets tödlich endetende theoretische Spielerei.

        Grüße

      • „Wer viel Geld hat“, war mein Ausdruck. Die jetzt von Ihnen kritisierte Gleichsetzung mit „reich“ haben Sie selbst vorgenommen. Wer hingegen für 100 Euro Aktien kauft, bekommt Aktien zu genau diesem Wert. Bei fallenden Kursen wegen Vermögenspreisdeflation sinkt dieser Wert jedoch, bei steigenden Kursen, wegen Vermögenspreisinflation oder aus anderen Gründen, erhöht sich der nominale Wert entsprechend.

        Wie die Zeitpräferenz ist, ist eine empirische Frage. Bei den meisten Menschen ist sie positiv, aber nicht immer bei allen und schon gar nicht aus logischen Gründen. Wer am Verhungern ist, kann natürlich nicht sparen. Aber wer muss hierzulande heutzutage hungern? Wer heute viel hat und morgen vielleicht nichts, kann etwas für morgen aufheben, selbst wenn davon ein Teil vergehen sollte. In Agrargesellschaften wusste man noch um diese einfachen Zusammenhänge, die auch in der Bibel stehen. Ansonsten wäre man kaum über den Winter gekommen und hätte keine sieben mageren Jahre nach sieben fetten überstanden.

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